Barataria in Berlin (Reblog)

Ideengeber war für diesen Beitrag Tibor Jagielski. Danke!
Autor: Hans Block

Hörspiel vom 5. Oktober 2021, nach Cervantes

Don Don Don Quijote – Attackéee

Miguel de Cervantes‘ berühmte Romanfigur zieht es vor, im krisengeschüttelten, feudalen Spanien die Wahrheit seiner alten Ritterromane zu leben. Der „Ritter von der traurigen Gestalt“ konstruiert sich eine fast perfekte eigene Welt.

Don Quijote mit Sancho Panza vor einer Windmühle (picture-alliance / dpa / Antonius)

Don Quijote macht sich auf, um Abenteuer zu erleben, die ihm in seinem maroden Kaff versagt sind. Auch im Hörspiel und nach 500 Jahren scheint seine Geschichte eine verheerende Wirkung zu haben. Infiziert von einer neuen Ausstrahlung der Taten des heldenhaften Ritters werfen hunderte Hörer ihre bürgerliche Identität über Bord, stülpen sich die Maske des Don Quijote über und ziehen in die Schlacht unter dem Motto: „Die Welt ist veränderbar!“

Hörspiel

Und das alles spielt sich in Berlin ab. Die Autor*innen des Hörspiels fanden sogar einen “wahren” Don Quijote in Berlin, der sich nur auf dem Pferd bewegt und dem gängigen System, den wir im Allgemeinen Rattenwettrennen nennen, den Rücken kehrt. Der wurde für das Hörspiel gar interviewed, aber leider ist dieses Hörspiel nicht nur Reblog, dh. leider nicht “mein Ding”, sondern auch Wiederholung vom Jahre 2014. Nach sieben Jahren gibt es in Berlin keinen auffindbaren Don Quijote. Nur Kneipen.


Reihe: Busch-Funk
Don Don Don Quijote – Attackéee
Von Hans Block
Regie: Hans Block
Mit: Stefan Kolosko, Lisa Hrdina, Jan Breustedt, Matthias Mosbach, Max Meyer-Bretschneider, Alexander Höchst u.a.
Ton und Technik: Albrecht Panknin, Studio Zpiao
Mentorin: Elisabeth Panknin
Produktion: Deutschlandfunk in Kooperation mit der Schauspielschule Ernst Busch 2014
Länge: 46‘02
Eine Wiederholung vom 24.06.2014


Hans Block, geboren 1985 in Berlin, arbeitet als Theater- und Filmregisseur, Musiker, sowie Hörspielautor und -regisseur. Das Hörspiel „Don Don Don Quijote – Attackéee“ wurde 2015 mit dem Grand Prix Marulić ausgezeichnet.

Frauenblick

Monika Wrzosek-Müller

Das Kino Kultura und der Film Wesele

Das Kino Kultura in Warszawa war schon zu meinen Studienzeiten eine Institution, doch nach der Renovierung und Neueröffnung im Jahr 2009 ist es einfach ein reines Vergnügen, sich in dem Kino einen Film anzuschauen. Der Saal ist riesig, 234 Sitze, in dezentem Mintgrün gehalten, Corona-sicher auch abends; es waren jedes Mal höchstens 15 Leute anwesend. Auf dem Programm stehen immer die neuesten aber ambitionierten Produktionen, besonderen Wert legt man auf die polnische Filmographie; das Kino wird vom Verband der Polnischen Filmemacher betrieben. Immer wieder werden auch Themenschwerpunkte gesetzt – z.B. eine Thriller-Woche oder die Woche des Vietnamesischen Films organisiert; es gibt Premieren, Previews. In das Kino kommt man durch ein anständiges italienisches Restaurant, das vor oder nach der Vorführung zum Essen und Trinken einlädt. Insgesamt eine richtige Institution, in der sehr belebten Krakauer Vorstadt 21/23.

Doch eigentlich wollte ich über einen Film berichten, der Polen noch stärker polarisiert hat (sollte es denn überhaupt noch Versuche geben, zu einigen), nämlich über Wesele [Die Hochzeit] 2 von Wojciech Smarzowski. Den habe ich im Kino Kultura gesehen. Es ist eindeutig kein Film, der gefallen will, eher soll er aufrütteln, schockieren, erschrecken, zum Nachdenken zwingen. Jeder, der den Film gesehen hat, entwickelt dazu seine ganz eigene Meinung; er wurde total kritisiert und hoch gelobt und es ist auf jeden Fall wieder einmal ein für Polen wichtiger Film.

Die Handlung ist eigentlich simpel: die Tochter eines mächtigen Schweinefleischproduzenten in einer ostpolnischen Provinzstadt heiratet ihre Jugendliebe; natürlich ist die Feier überdimensioniert, reich und geschmacklos. Der Vater ist in mehrere Probleme verwickelt, über die im Verlauf der Handlung erfahren. Die Mutter hat ihr Leben als immer betrogene reiche Ehefrau eigentlich satt, passt auch gar nicht in das neureiche Interieur. Als die fast wichtigste Person entpuppt sich im Laufe des Films der Großvater, dessen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg den Hintergrund und zugleich eine Brücke bilden – Analogie zu einem der „polnischsten“ Dramen, Stanislaw Wyspianskis Wesele von 1901.

Die Fleischfabrik, ein Ort des Grauens, betrieben hart an der Grenze der Legalität, könnte schlimmer erscheinen als die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs. Es geht darum, immer billiger, immer mehr und mit immer größerem Profit zu produzieren. Dabei spielen auch deutsche Interessenten am Kauf von billigem Schweinefleisch eine wichtige Rolle. Für mich folgt der Film präzise einer Linie: er zeigt, dass man dem früheren Bösen nicht entkommen kann, malt eindringlich aus, wie es ist, das Böse, Schreckliche mit sich schleppen zu müssen, die Last auf den Schultern zu spüren und ihn noch so viele Jahre nach dem Krieg nicht abschütteln können. Man ist in der Vergangenheit gefangen, die alten Geistern steigen auf und vermischen sich mit den gegenwärtigen, so ist die Vergangenheit in der Gegenwart immer präsent und kann nicht aufhören mitzumischen.

Wenn man an in Polen an Wesele denkt, kommt einem ganz natürlich das große, mit den polnischen Mythen der Gesellschaft abrechnende Drama von Wyspianski in den Sinn. Da ist die Kluft, die Spaltung der polnischen Gesellschaft wunderbar sichtbar: die Bildungsbürger [inteligencja] sind guten Willens, die adligen Gutsbesitzer weniger; sie können die Bauern nicht verstehen, sie nicht aus ihrem Elend erlösen. Alles dreht sich in einem verträumten Tanz im Kreis und ganz tief ändert sich wenig. Der Alkohol erwärmt die Gemüter, sie sind so eher bereit, vieles einzugestehen, in diesem Moment zu vergeben…

Die Vermischung des Alkohols mit dem großen familiären Ereignis, dem Tanz, spielt auch bei Smarzowski eine große Rolle; der Alkohol bringt die Situation zum Überkochen, nach dem Höhepunkt ist nur noch der Absturz möglich. Das schicke Auto, ein Porsche, wird zerstört, der Bräutigam betrügt die Braut, die Mutter will die Scheidung, das Schicksal der Fabrik hängt von den deutschen Einkäufern ab, die man ganz schlicht versucht betrunken zu machen und dann durch inszenierte Sexexzessen, die gefilmt werden, zu erpressen, damit sie den Vertrag unterschreiben. Dass am Ende auch noch die Knochen von jüdischen Opfern des Zweiten Weltkriegs ausgegraben werden, ist eindeutig zu viel für den Zuschauer, auch für die Geschichte, die stark durch die Musik und die fantastische schauspielerische Leistung getragen wird. Dass dann auch noch arme und völlig ahnungslose Vietnamesen für die Arbeit in dem Schlachtbetrieb eingesetzt werden, ist der Symbolik zu viel. Polen ist wie ein großer Topf, in dem es von Gräueln nur so brodelt. Wir sehen keinen positiven Helden, am ehesten sind es die beiden Frauen: die Mutter und die Braut, doch sie sind in ihrer Harmlosigkeit so verwurzelt, dass sie dem überbordenden Bösen wenig entgegenzusetzten haben. Doch für die Polen, für ihr Geschichtsbewusstsein, ihr Gerechtigkeitsempfinden könnte es bedeutsam sein.

Parallel dazu verläuft die Geschichte des Großvaters, der sich während des Krieges in ein jüdisches Mädchen verliebt hatte und dann nicht darüber hinwegkam, dass das Mädchen und dessen Eltern in einer Scheune verbrannt werden sollten – getrieben von deutschen Soldaten, aber ermordet von polnischen Bauern. Er versuchte, das Mädchen mit einigen anderen Juden zu verstecken und hoffte, unbemerkt zu bleiben, doch dafür bezahlte sein Freund mit dem Leben; die jugendlichen Entscheidungen, die harmlose Liebe entscheidet plötzlich über Leben und Tod. Der Junge ist dem nicht gewachsen, obwohl er es gut meint, sorgfältig organisiert. Immerhin überleben einige von ihm versteckte Juden den Krieg. Dafür wird er als einer der Gerechten unter den Völkern der Welt ausgezeichnet und soll in Yad Vashem geehrt werden; die Nachricht erreicht ihn während der Hochzeit und sie ist der Auslöser für seine Erinnerungen. Die Geschichte in der Gegenwart bewegt sich Richtung Katastrophe und die Geschichte der Vergangenheit kommt immer näher an uns heran.

Es ist eine Geschichte über die polnischen Dämonen der Provinzialität, des Egoismus, der Fremdenfeindlichkeit bei aller Gastfreundschaft, der Angst. Vielleicht ist es ein Film, der gewollt viel zu didaktisch, symbolisch ist und deswegen für das Ausland nicht lesbar, doch für Polen ein Lehrstück, an dem sich die Geister lange schinden werden. Es ist wie ein Spiegel, vielleicht ein etwas schiefer, doch die Themen des Films sind äußerst wichtig und in der öffentlichen Narration immer wieder präsent, so sollte man sich seine eigene Meinung dazu bilden, das versucht der Film jedem unter die Nase zu reiben.

Wesele [die Hochzeit], 2021
Regie und Drehbuch: Wojciech Smarzowski
Kamera: Wojciech Sobocinski
Musik: Mikolaj Trzaska
die Besetzung: Robert Wieckiewicz, Agata Kulesza, Marian Dziedziel, Ryszard Ronczewski, Maria Sobocinska und Mateusz Wieclawek

Advenukka

Advenukka ist Advent und Chanukka zugleich. Und das ist eben heute!!! Wie schön!

All was fake! Sorry! Die Veranstaltung fand nicht statt!

Ich habe hier zu einer Advenukka-Feier eingeladen. We were there, me and my friends from Israel. And we kissed the pawl. Byłam tam z moimi przyjaciółkami z Izrela i pocałowałyśmy klamkę. Miało być pięknie, oryginalnie, wesoło, w duchu integracji religijnej, a wyszło jak zawsze. Wir hofften auf ein wunderbares Koexistenz-Fest und fanden Nix. Nicht Mal einen Infozettel, dass man die Veranstaltung abpfeiffen muss. Aus welchen Grund auch immer. Schade Cymes und Delishkes 😦

Foto: Monika Wrzosek-Müller
SUNDAY, 28 NOVEMBER 2021
FROM 14:00-21:00
LATKES treffen GLÜHWEIN
in CYMES UN DELISHKES

Tauroggener Str. 42, 10589 Berlin

Frauenblick – Warschau 2

Monika Wrzosek-Müller

Swidermajer – ein Juwel der Umgebung von Warschau

Die Bahnlinie, die schon in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach Otwock oder noch weiter fuhr, brachte in der Zwischenkriegszeit alle nach frischer Luft Hungernden in die Sommerfrische. Die Lage an der Weichsel und dem Flüsschen Swider, inmitten von Kiefernwäldern, garantierte gutes, gesundes Klima. So ist es nicht erstaunlich, dass die schönsten und größten Villen, Pensionen und Hotels direkt an der Bahn entstanden. So war das in Falenica, Jozefów, Swider und Otwock.

Der Zeichner und Maler Michal Elwiro Andriolli, derselbe, der die Werke von Mickiewicz und Shakespeare illustriert hatte, entwarf erst einmal für sich selbst eine Holzvilla in der Nähe des Flüsschens Swider, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Da die Nachfrage nach dieser Art von Häusern plötzlich stieg, entwarf er viele Pläne für typische Sommerhäuser entlang der Bahnlinie. Jemand sagte, sie seien eine Kreuzung zwischen russischer Datscha und alpiner Schihütte, aber erst der Dichter Konstanty Ildefons Gałczyński gab dem Stil in seinem Gedicht „Der Ausflug nach Swider“ den prägnanten Namen Swidermajer („Diese Villen, wie der Wojewode will, sind im Swidermajer-Stil“; meine Übersetzung). Mich erinnern sie auch sehr an den Gebäudekomplex der Lungenklinik in Beeliz und an die Bäderarchitektur der Ostseeküste, wobei dort eigentlich nur die Veranden in Holzbauweise ausgeführt wurden; es soll sogar eine fabrikmäßige Produktion dieser Art von Häusern in Wolgast gegeben haben; sie wurden Wolgasthäuser genannt. Im Fall von Andriolli wäre eher die Anlehnung an russische Vorbilder denkbar, denn er verbrachte in Russland fünf Jahre der Verbannung wegen der Teilnahme am Januaraufstand 1863.

Den Stil charakterisierte eine leichte Holzkonstruktion und Holzverkleidung, obwohl einige der größeren Objekte doch in solider Ziegelbauweise hochgezogen und nur mit Holz verkleidet wurden. Die auffälligen Stilelemente waren: die vertikal und horizontal verlaufende Holzverkleidung, ein Satteldach, hölzerne, verzierte Fensterläden und die besonders schönen, reich geschmückten Veranden, oft mit Buntglasfenstern. Die Verzierungen an den Giebeln zeigten oft pflanzliche, seltener Tiermotive. Meistens wurden die Häuser nur in den Sommermonaten genutzt und standen im Winter leer. Der größten Popularität erfreuten sie sich nach dem Tod Andriollis, also nach 1893; allein in Otwock gab es um die 500 solcher Objekte. Die Mehrheit der Besitzer solcher Häuser gehörte der jüdischen Mittelklasse (über 50%) aus Warschau an. Schon 1893 entstand in Otwock das erste Sanatorium für die Behandlung von Lungenkrankheiten (Tuberkulose, Asthma etc…). 1923 erhielt Otwock sogar den Status eines Kurbads; es gab ein Casino, viele Cafés und Restaurants. Viele bekannte polnische Persönlichkeiten waren Gäste in den zahlreichen Pensionen, darunter Władysław Reymont, Józef Piłsudski, Henryk Sienkiewicz, Bolesław Prus, Julian Tuwim und Janusz Korczak. Es gehörte zum guten Ton, sich dort zu zeigen, sich am Wochenende zu treffen, mit ganzen Familien, Kindern, Großeltern.

Mein Vater besaß noch in den 80er Jahren zwei Grundstücke in Jozefów, das eine bewaldet und nicht zu bebauen, das andere konnte er irgendwann später als Bauland verkaufen. Wir fuhren in den sechziger und siebziger Jahren oft dorthin, um Verwandte zu besuchen, die in einem halb aus Holz errichteten, halb verputzten Haus wohnten, mit einem riesigen Garten, und ich erinnere mich an einen Opa (meine beiden echten waren im Krieg gefallen), der dort Bienen züchtete. Wir gingen auf den Sandpfaden zum Weichselufer oder, was ich nicht so sehr mochte, zum Swiderufer. Die Holzhäuser sind mir als verfallene, ungepflegte Ungeheuer in Erinnerung geblieben. Da war ihre Glanzzeit eindeutig vorbei.

Nach dem Krieg und dem Verschwinden der Juden wurden die Häuser ihren ursprünglichen Funktionen beraubt. Zwar waren sie als Sommerhäuser entworfen worden, ohne Heizung oder fließendes Wasser, doch wegen der Zerstörung Warschaus bewohnten sie viele obdachlos gewordenen Menschen ganzjährig. Es entstanden Slums, das Wasser im Fluss Swider wurde verunreinigt, oft gab es im Sommer Brände, denen viele der Häuser zum Opfer fielen.

Die Häuser verfielen und verfallen weiter, erst nach der Wende gab es erste Versuche, einige zu restaurieren. Die Kosten für solche Unternehmungen waren und sind horrend, weshalb nur wenige Exemplare wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden konnten. Manche waren in Privatbesitz geblieben und wurden auch erhalten, doch die meisten verschwanden. Immer noch kann man die in großen Gärten gelegenen Ruinen finden, doch es werden immer weniger; nur wenige Objekte wurden unter Denkmalschutz gestellt.

Ein schönes Beispiel für die Restaurierung nach fast vollständiger Zerstörung ist die Pension Gurewicz, das größte Holzhausensemble in Polen. Es entstand in mehreren Etappen; seit 1906 wurde bis 1921 immer wieder ein Flügel oder ein Anbau hinzugefügt. Fairerweise muss man sagen, dass es sich um ein eben nur mit Holz verkleidetes Haus handelt. Zuerst war es als Privatvilla der Familie Gurewicz konzipiert, dann wurde es zum Sanatorium für ca. 80 Gäste. Gleich nach dem Krieg beherbergte es ein Militärkrankenhaus und 1948 verkaufte die Familie Gurewicz das Ensemble. Es wurde weiterhin als Krankenhaus genutzt, dann als Medizinisches Lyzeum, irgendwann war es in einem derart schlechten Zustand, dass es mehrere Jahre leer stand. In einem Zustand des völligen Zerfalls übernahm eine Autofirma das Objekt, um darin eine orthopädische Klinik einzurichten. Die Kosten für die Wiederherstellung wurden auf 10 Millionen Euro geschätzt. Von der ursprünglichen Idee, das Haus zu restaurieren, sind die Architekten abgegangen; das Haus wurde zerlegt und wieder neu aufgebaut, getreu nach den Fotos und Zeichnungen, getreu den erhalten gebliebenen Elementen. Es war das einzige Verfahren, um das Ensemble zu retten und ihm zugleich eine neue Funktion zu geben; natürlich stritten die Konservatoren, die Architekten, die Innendesigner, die Eigentümer, die Klinikexperten – und herausgekommen ist ein Kompromiss; so viele Funktionen zusammenzubringen, war eine echte Aufgabe und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen und vielen Leuten gefallen.

Für das normale Publikum sind der großzügig angelegte Garten und ein Restaurant mit einer großen Sommerterrasse zugänglich; alles in einem wunderbar gepflegten Zustand.

Frauenblick – Warschau 1

Monika Wrzosek-Müller

Tu zaszła zmiana – Hier ist eine Veränderung eingetreten

Es hat mich wieder anderswohin verschlagen; zugegeben, es ist meine Heimatstadt Warschau, doch nicht das Viertel, in dem ich früher gewohnt habe. Auch sonst erkenne ich meine Stadt kaum wieder, natürlich gibt es noch den Kulturpalast und die Altstadt und die Wohnblocks und die Busse und Straßenbahnen, doch scheint mir alles sauberer, funktioneller, schneller, moderner. Es gibt viele Elektro-Busse, die ganz leise auf der Straße summen, und die Straßenbahnen sind ganz modern; um den Kulturpalast ist eine Skyline entstanden, die sehr schön mit ihm harmoniert. Lange Jahre war ich in Warschau immer nur mit tausenden von Erledigungen, Telefonaten, Terminen und Treffen beschäftigt, immer gezwungen, in kürzester Zeit ein Maximum an Problem zu lösen, so dass ich das das normale Leben rundherum und die Veränderungen kaum wahrnahm. Natürlich ist die äußere Schicht jetzt menschenfreundlicher, viele alte Gebäude restauriert oder wenigstens neu verputzt, angestrichen; sie sehen frisch, hell und angenehm aus. Die Trottoirs sind begradigt, die Löcher verschwunden, überall stehen Müllkörbe, manche Bushaltestellen sind zum Verlieben, mit schönen hölzernen Bänken und Glashäuschen, und die Busse fahren pünktlich.

Und doch frage ich mich komischerweise immer wieder: ist das jetzt besser, sind die Leute glücklicher, entspannter, freundlicher? Leider fällt die Antwort nicht oft positiv aus, es gibt riesige Unterschiede zwischen den Klassen oder gesellschaftlichen Schichten; das ist überall sichtbar. Und so wird die Wirklichkeit auch ganz verschieden wahrgenommen; an Übertreibungen in beiden Richtungen fehlt es nicht. Und leider verschwindet, die von mir so geliebte Spontanität in den zwischenmenschlichen Beziehungen; man trifft sich viel weniger, vieles ist sehr formell geworden. Bei meiner Yogagruppe reden die jungen Leute überhaupt nicht miteinander, sie sind todernst mit ihren perfekt ausgeführten Asanas beschäftigt. Auf meine Frage, wo hier die Matten seien, gab es keine Antwort, keine einzige, obwohl in der Garderobe sechs junge Frauen saßen und keine von ihnen ein Neuzugang war.

Jetzt versuche ich doch über eine sehr positive und sichtbare Veränderung zu berichten, die mich besonders gefreut hat und neue Ausblicke auf das Warschauer Panorama bietet. Ich meine die Ufergebiete an der Weichsel, sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite. Eine Stadt, die am Fluss gebaut wurde, ist anders; es gibt immer das eine und das andere Ufer, es braucht Brücken, auch wenn man diese Tatsache manchmal fast vergisst, bildet so ein Fluss ein ständig präsentes Element der Stadtlandschaft. Früher, viel früher war der Fluss eine natürliche Barriere, die vor Feinden schützte, der Fluss diente als Transportweg und wunderbare Wasserquelle. Nach der Industrialisierung und vor allem mit dem Erscheinen von Autos als Transportmittel bewegte sich die Bebauung oft vom Flussufer weg. So war das auch in Warschau, obwohl immer wieder versucht wurde, die Weichsel für den Wassersport zu nutzen – es gab sogar eine Weichselflotte – wurden die Ufer vernachlässigt. Niemand wäre in meinen jungen Jahren auf die Idee gekommen, an der Weichsel spazieren zu gehen, schon gar nicht auf dem rechten Weichselufer, das völlig von Gestrüpp überwachsen war, morastig, gefährlich und verschmutzt und auch wirklich unzugänglich. Dann kam die Veränderung; Schon um 2000 entstanden am linken Ufer so prominente Bauten wie das Wissenschaftszentrum Kopernikus, die Universitätsbibliothek, das Museum für Moderne Kunst an der Weichsel, schon von weitem sichtbar. Dazu kam der Ausbau des Fahrrad- und Spazierwegs mit vielen Cafés und Restaurants. Plötzlich war das Ufer sichtbar und die Leute flanierten hier, im Sommer verlagert sich das Nachtleben mit den vielen Bars, Clubs und Events ans Ufer. Später kam dann die Zeit für die rechte Seite: das Nationalstadion wurde erneuert, fast neu gebaut, auch da passierte vieles, doch zum Glück nicht zu viel.

Die Weichsel ist im Stadtgebiet von Warschau 28 km lang, ein ganzes Stück; sie ist wenig reguliert und asymmetrisch, d.h. auf der rechten Seite ganz flach, auf der linken erhöht. Immer schaute man auf das rechte Ufer von oben herab, da gab es die schlechteren Wohnviertel, es war nicht das Zentrum, allenfalls für die Industrie. Doch siehe da, nach 2017, dem „Jahr der Weichsel“, hat sich vieles verändert. Es wurden mehrere großartige Strände am rechten Weichselufer angelegt, mit richtig schönem Sand, im Sommer kursiert auch eine kostenlose Fähre, die beide Uferseiten verbindet. Der naturbelassene Weg nah am Wasser ist inzwischen fast ganze 28 Km lang, hauptsächlich rasen darauf Radfahrer, aber man kann doch auch spazieren gehen. Es gibt Sportklubs mit Rudervereinen und Tennisplätzen, doch alles sehr zurückgezogen; Hauptsache bleibt die Natur mit den vielen Weiden, den Pappeln und den Wiesen, ein riesiges Gebiet mit vielen Vögeln, Bibern und anderen Tierarten. Die letzte Renovierung der Lazienki-Trasse brachte auch wunderbare Fußgänger- und Radfahrbrücken auf beiden Seiten der Trasse, von denen man wirklich atemberaubende Ausblicke auf Warschaus Skyline hat. Langsam entstehen auch in unmittelbarer Nähe neue Apartmenthäuser, die Gegend wird aufgewertet. Über diese Veränderung freue ich mich mächtig und empfehle jedem, der nach Warschau fährt, sich für diesen Weg Zeit zu nehmen.

Spaziergänge in Berlin – Mitte

Brigitte von Ungern-Sternberg

Berliner ‚Schlossfreiheit‘ und Bauakademie

Seit 1976 ist Berlin mein Wohnort und inzwischen Heimat. Wie oft war ich in Ostberlin vor der ‚Wende‘? Nicht oft: Ich besuchte das Pergamonmuseum, speiste beim ‚Gastmahl des Meeres‘ und kaufte in einer Buchhandlung Unter den Linden Bücher und Platten. Nach diesem Anfangsprogramm fiel mir zu Ostberlin nicht mehr viel ein. Dorthin fahren mit der umständlichen Voranmeldung über das Besucherbüro und dem Zwangsumtausch – wofür? Ich hatte weder Verwandte noch Freunde in Ostberlin. Auf der westlichen Seite dagegen gab es viel zu erkunden. In der Stadtmitte verblasst inzwischen allmählich das Erscheinungsbild der früheren Hauptstadt der DDR. Es wird gebaut, rekonstruiert, repariert …. es ist auch die Suche nach einer neuen Identität. Wieviel DDR darf dabei sein? Wieviel Repräsentanz von früheren geschichtlichen Orten und Gebäuden?

Das Schloss/Humboldtforum steht. Ich habe dort vor kurzem die Ausstellungsräume mit Kulturgegenständen aus Asien, Afrika und Ozeanien besichtigt in überwältigender Fülle und Qualität. Es war kein Problem, eine Eintrittskarte zu bekommen: stehen in einer kurzen Schlange vor den Ticketschaltern, eine halbe Stunde warten, keinerlei Voranmeldung im Internet. Jetzt weiß ich, was im Schloss ‚drin‘ ist und auch, dass man mehrfach hingehen muss, um die Sammlungen gebührend zu betrachten und zu bewundern.


In der unmittelbaren Nachbarschaft des Schlosses wird jetzt der Wiederaufbau der Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel in Angriff genommen. Es wurde 1836 fertig und Schinkel bezog dort eine Dienstwohnung. Die Bauakademie war außen wie innen ein überaus nobler Bau und gleichzeitig ‚progressiv‘, insofern als es ein Prototyp war für unzählige nichtkirchliche Ziegelbauten in Berlin, z.B. Schulen. Auf dem Gemälde von Friedrich Wilhelm Klose sieht man die Bauakademie am Spreekanal mit einem äußerst niedrigen Wasserstand – es war wohl ein besonders trockener Sommer. Auf der anderen Seite des Kanals befinden sich die Gebäude der ‚Schlossfreiheit‘, sie verdecken die Sicht auf das Stadtschloss dahinter. Diese ‚Schlossfreiheit‘ samt Flussbad im Spreekanal wurde abgeräumt, um dem Nationaldenkmal von Kaiser Wilhelm II Platz zu machen. Es wurde errichtet in den Jahren 1895 – 97. Die Bürgernähe der früheren preußischen Könige verschwand, es gab um das Schloss herum nunmehr kaiserlichen Abstand. Die Bauakademie hat es mit Würde ertragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bauakademie eine Ruine, das Schloss wurde gesprengt und das Nationaldenkmal abgetragen.

Auf einem Foto von 1952 steht auf dem Ort des Nationaldenkmals eine Art Galerie gekrönt von einer Taube, der Platz ist offenbar dem Frieden gewidmet. Eine neue Sinngebung für den Standort. Die Galerie samt Taube ist irgendwann wieder verschwunden. Auf der anderen Seite des Kanals sieht man auf dem Foto die Ruine der Bauakademie. Die stand noch bis in die50er Jahre, man hätte sie wieder instandsetzen können so wie die Schlossruine auch. Es gab sogar einen Plan dafür. Daraus wurde nichts, die Ruine wurde abgetragen und das Außenministerium der DDR auf dem Grundstück gebaut. Basta!

Derzeit wird eifrig auf dem Baugrund der Schlossfreiheit/ Nationaldenkmal/ DDR Friedensgalerie an dem Fundament für das ‚Einheitsdenkmal‘ gebaut. Es entsteht wieder ein Gedenkort: für das wiedervereinigte Deutschland. Und die Bauakademie? Einen Investor für ihren Wiederaufbau hat man gesucht und nicht gefunden. Auf dem Grundstück findet derzeit eine archäologische Grabung statt. Eine Bundesstiftung hat die Aufgabe für den Wiederaufbau übernommen.

Wir dürfen gespannt sein!

Shut down 6

Tibor Jagielski

der rechner

die kinder des neuen jahrtausends
gehen in den digitalen kindergarten

in der schule erwartet sie die weiße tafel des displays
und kein fehler wird mit der schwamm weggewischt

vollkommen vernetzt werden sie
das erwachsenenleben erreichen
die sanfte aber bestimmte stimme
– sie haben post – wird sie aufwecken
in den zeiten der leuchtenden wände
und über den himmel marschierenden zahlen

gestern surfte ich im internet
und fand einen verlassenen sandkasten

da lagen noch die schaufel und der eimer
und die virtuellen blätter fielen von den virtuelen bäumen

ich hörte das summen des rechners
er scheint mit der zukunft zufrieden zu sein.

11/11

Tibor Jagielski: po wypiciu wina z cjankali Krügerowie niemal całkowicie wymarli

na zachodzie bez zmian;

w berlinie i brandenburgii zapanowało znaczne ożywienie administracyjne; wygląda na to, że  produkcja tesli dawno by ruszyła, gdy nie jaszczurki zamieszkujące nadal (a raczej znowu, bo uciekły z miejsca gdzie je przeniesiono rok temu i wróciły na teren fabryki, pomimo wielu przeszkód naturalnych i sztucznych) terytorium, gdzie dają czadu od co najmniej paru tysięcy lat;
tusk, pardon, musk śmiał się w ub. sobotę po pachy z sądownictwa niemieckiego – nie z nim takie numery!
a cała załoga stała na baczność jak nie przymierzając na apelu w magnitogorsku; to będzie, zaprawdę powiadam wam, pierwsza na świecie fabryka z terrarium, otwarta dla wszystkich, ale cholernie droga, a na bilety czekać będziemy musieli latami;
angela, die seidene kanzlerin, będzie żyła pewnie jeszcze kopę lat, wiec swojego pupilka w biedzie nie opuści; dopiero cov-69 dopadnie ją, już podeszłą w wieku, podczas spotkania z tuskiem, pardon, muskiem (z okazji jego kolejnej wyprawy z marsa na ziemię w celu inspekcji czy wszystko w kolonii imperium marsjańskiego jest ok i czy poddani są z cesarza zadowoleni) w alpach austryjackich, podczas śniadania, przy barze z piwem w ischgl, a na dodatek w tym samym momencie nastąpi zaćmienie słońca i wszyscy, ale to wszyscy, którzy dożyją tej chwili, będą głośno płakali;
(c.d.n)

voll der äpfel
der runden speicher der sonnenenergie
und keiner gleicht den anderen
manche haben rotbäckchen
die in der hand lachen
bis es kritzelt zwischen den fingern

ein tag
voll von stillen sonnentropfen
gesammelt ausgebreitet
wie gedichte eines buches
genannt
wink des himmels  

Do, 25. Okt 2018

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hinter dem fliess  

sturm brachte die kraniche fort
jetzt warten die pelzigen quitten um gepflückt zu werden
bist du bereit? fragt winter  

za strumieniem
 
burza przegnała żurawie
czas zrywać pokryte puchem pigwy
czy jesteś gotowy? pyta zima

2011/10/15

abecadło happytalizmu

b – jak bobrobyt
funkcja: bobrobyt określa świadomość
pojecie: struktura happytalizmu (patrz: h -jak happytalizm) przypomina swoim hermetyzmem żeremie;
tam mieszka jej jelita (patrz: j – jak jelita), tak zwane/i udacznice/y (patrz: u – jak udacznica/nik);
hasło: bobrze!
odzew: zawsze bobrze!

p – jak polski hydraulik
ktoś, kto tanio naprawi kran i zagra przy tym na fujarce;
w nieśmiertelnych ogrodniczkach, otoczony flotyllą śrubokrętów, niewidoczny, ale wszędzie obecny; inaczej mówiąc taka niewierna, ale bezdzietna, funkcjonująca 24/7 krzyżówka gliny (patrz: g – jak glina) z kopciuszkiem (patrz: k – jak kopciuszek), która znika, jeśli się pstryknie

berlin,  2015
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Einem Goetheforscher des XIX Jahrhunderts gelang es, ein altes Mütterchen im Elsaß, das noch Friederike von Sesenheim (eig. Brion) gekannt hatte, zu ermitteln. Er suchte die Betagte auf und ließ diese von der schönen Muse des damals zwanzigjärigen Dichters erzählen.

“Riekchen war so ein herziges Kind”, erinnerte sich die Greisin, “jeder im Dorf hatte sie gern.”

“Na, und Goethe?” fragte der Forscher.

“Ah ja, der Goethe, richtig der Goethe”, sagte die Alte, “das war ein Student, der mit unserem Riekchien ging. Wir glaubten alle, es würde ein Paar aus den beiden. Aber eines Tages war er auf und davon, und kein Mensch hat je wieder etwas von ihm gehört.”

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wiadomosci z nie ostatniej chwili
————————————- rok 1877:
panika na marsie.
na wieść, ze giovanni schiapperelli odkrył kanały na ich planecie,
marsjanie wpadają w panikę;
jako wyznawcy szatana wiedzą doskonale,
iż pozostało im już niewiele czasu na niecnotę, rozpustę
i życie w grzechu;
prezydentopremiera beelzebuba ogłasza ambitny,
ale w ostateczności nieskuteczny,
planetarny plan zamaskowania infrastruktury

epilog:
rok 2047
telewizja trwam otwiera podwoje na czerwonej planecie.
szczecin, lipiec 2010



Wer möchte mitmachen? Who would like to participate?

Worldwide Screening: »The Dissident« von Bryan Fogel am 10. Dezember 2021

The international literature festival berlin [ilb] invites individuals, schools, universities, the media, and cultural institutions to participate in a Worldwide Screening of »The Dissident« by Bryan Fogel on 10 December 2021, the anniversary of the Universal Declaration of Human Rights proclaimed by the United Nations in Paris in 1948.

The documentary reconstructs the background of the murder of the Saudi Washington Post journalist and regime critic Jamal Khashoggi in 2018 and illuminates the geopolitical and power-strategic context of the case.

With the worldwide screening of Bryan Fogel’s film, we want to commemorate Jamal Khashoggi’s struggle for human rights and freedom of press and make sure that his commitment to an open, pluralistic Saudi Arabia is not forgotten.

With the film screening, we would also like to bring into focus the human rights violations in Saudi Arabia, especially the right to freedom of expression and freedom of the press. Saudi Arabia ranks fifth among countries that control the internet through spying techniques, censors and trolls. Dozens of journalists are currently imprisoned or beeing persecuted. Women and queer people who stand up for their rights are also imprisoned and tortured. In 2019, 184 people were executed in Saudi Arabia, more than ever before.

»The Dissident«: American documentary filmmaker and Academy Award winner Bryan Fogel spent two years researching for the film. The two-hour documentary analyses the course of events at the consulate in Istanbul and also sheds light on how those in power in Saudi Arabia suppress freedom of the press and manipulate public opinion with trolls and bots. Turkish investigators, journalists and opposition members in exile, Khashoggi’s fiancée Hatice Cengiz and the former CIA director John Brennan have their say.

Jamal Khashoggi (*1958 in Medina, Saudi Arabia) was the director of the Saudi daily newspaper Al-Watan. As of 2017, he was living in the USA. In his texts, he openly criticised the Saudi Arabian government and was a member of an oppositional Twitter network.

With the Worldwide Screening, the ilb continues the series of Worldwide Readings it has been organising since 2006 on various topics, mainly related to human rights, as well as the first two Worldwide Screenings from 2020.

We are calling for participation in the Worldwide Screening of »The Dissident«. This can be done privately in a cinema, in a cultural centre or theatre, a small circle or in a school. The film »The Dissident« is available as video on demand from various streaming providers in English and German and from August 2021 also as DVD in bookshops. Screening rights must be clarified individually with the distributor – we are happy to provide information about distributors.

Institutions and individuals who would like to participate with a screening on 10 December 2021 are asked to send us the following information by 15 November 2021: Organisers, venue, time, participating actors, event language, link to your website if applicable. The email address is: worldwidescreening@literaturfestival.com. The ilb will announce the events on the website and on social media. More
Weltweite Filmvorführung: »The Dissident« von Bryan Fogel Das internationale literaturfestival berlin (ilb) ruft Kinos, Schulen, Universitäten, Fernsehsender, Medien, kulturelle Institutionen und Individuen zu einer weltweiten Filmvorführung von »The Dissident« von Bryan Fogel am 10. Dezember 2021 auf, dem Jahrestag der durch die Vereinten Nationen im Jahr 1948 in Paris verkündeten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
Der Film rekonstruiert die Hintergründe der Ermordung des saudischen Washington Post Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi und beleuchtet die geopolitischen und machtstrategischen Zusammenhänge des Falls. Khashoggi wurde am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem 15-köpfigen saudischen Geheimdienstkommando getötet, als er dort Papiere für seine bevorstehende Hochzeit abholen wollte.Mit der weltweiten Vorführung des Films von Bryan Fogel erinnern wir an Jamal Khashoggis Kampf für Menschenreche und Pressefreiheit und möchten einen Beitrag dazu leisten, dass sein Einsatz für ein offenes, pluralistisches Saudi-Arabien nicht vergessen wird.

Mit der Filmvorführung wollen wir zudem die Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien, besonders das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit, in den Fokus rücken. Saudi-Arabien steht auf Platz fünf jener Länder, die mittels Spionagetechnik, Zensoren und Trollen das Internet kontrollieren. Dutzende Journalist*innen befinden sich aktuell in Gefangenschaft oder werden verfolgt. Auch Frauen und queere Personen, die sich für Ihre Rechte einsetzten, werden inhaftiert und gefoltert. 2019 wurden in Saudi-Arabien 184 Menschen hingerichtet, so viele wie nie zuvor.

»The Dissident«: Der amerikanische Dokumentarfilmer und Oscarpreisträger Bryan Fogel hat für den Film zwei Jahre recherchiert. Die zweistündige Dokumentation analysiert den Tathergang im Konsulat in Istanbul und beleuchtet daneben, wie Machthaber in Saudi-Arabien die Pressefreiheit unterdrücken und die öffentliche Meinung mit Trollen und Bots manipulieren. Zu Wort kommen türkische Ermittler*innen, Journalist*innen und Oppositionelle im Exil, die Verlobte Khashoggis Hatice Cengiz und auch der ehemalige CIA-Direktor John Brennan.

Jamal Khashoggi (*1958 in Medina, Saudi-Arabien) war Direktor der saudi-arabischen Tageszeitung Al-Watan. Ab 2017 lebte er in den USA. In seinen Texten kritisierte er offen die saudi-arabische Regierung und war Mitglied in einem oppositionellen Twitter-Netzwerk.

Das ilb knüpft mit dem Worldwide Screening an die Serie der weltweiten Lesungen an, die es seit 2006 zu verschiedenen Themen, vor allem auf Menschenrechte bezogen, veranstaltet sowie an die ersten beiden Worldwide Screenings aus dem Jahr 2020.Wir rufen zur Beteiligung an der weltweiten Filmvorführung von The Dissident auf. Dies kann privat in einem Kino, in einem Kulturzentrum oder Theater, einem kleinen Kreis oder in einer Schule erfolgen. Der Film »The Dissident« ist als Video on Demand bei verschiedenen Streaming-Anbietern auf Englisch und Deutsch und seit August 2021 auch als DVD im Buchhandel erhältlich. Die Vorführrechte sind individuell mit dem Verleih zu klären – gerne geben wir Auskunft über die Distributoren.

Institutionen und Personen, die sich mit einer Vorführung am 10. Dezember 2021 beteiligen möchten, werden gebeten, uns folgende Informationen bis zum 15. November 2021 zukommen zu lassen: Organisator*innen, Veranstaltungsort, Uhrzeit, teilnehmende Akteure, Veranstaltungssprache, ggf. Link zu Ihrer Webseite.

Die E-Mail-Adresse lautet: worldwidescreening@literaturfestival.com. Das ilb wird die Veranstaltungen auf der Webseite und in sozialen Medien ankündigen. Mehr
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Odeszły

Ela Kargol, Krystyna Koziewicz, Ewa Maria Slaska

Byłyśmy z nimi zaprzyjaźnione, co roku odwiedzamy ich groby, myślimy o nich, piszemy, również tu, na blogu Ewa Maria & Friends.

Chcemy o nich jutro z Wami porozmawiać – zapraszamy do Galerii NaKole na Neukölln, którą prowadzi Wiesław Fiszbach, malarz.

Viki – odeszła 11 grudnia 2020 roku zabierając ze sobą pierwszą chanukową świeczkę, pół roku po swoich urodzinach 11.06.1945.

Była zawsze świetnie ubrana, mnóstwo podróżowała, wszystkich znała, napisała kilka książek. Słynęła z z ciętych wypowiedzi i ripost. Tu kilka z nich:

Każdy ma wrogów, nie warto się przejmować, po prostu trzeba mieć więcej przyjaciół niż wrogów.
Uciekinierzy chcieliby mieć nasze problemy.
Wolę nie zarabiać, niż użerać się Urzędem Skarbowym.
Nie ma to, jak przygotować na kolację dla wegetarian porządną, soczystą pieczeń wieprzową.
Jestem niewierząca w czterech religiach.
Na zewnątrz mógł być sobie bardzo poważny i dramatyczny stan wojenny, ale ja wysyłałam moim przyjaciołom do Warszawy nie tylko leki, ale również staniki, majtki, prezerwatywy i podpaski – dla mnie to już na zawsze będzie “stanik wojenny”.

Joasia – zachorowała dwa lata temu, umarła przed rokiem – w myślach zawsze sobie mówię, że zabrał ją październik, bo i choroba, i śmierć nadeszły w tym miesiącu.

Była jedną z najaktywniejszych autorek tego bloga – pisała dużo, ciekawie, na różne tematy i nigdy nie nawalała – jak obiecała tekst, to on zawsze był. Jeśli chodzi o ilość opublikowanych wpisów w dziesięcioletniej historii tego bloga na pierwszym miejscu jestem (niestety) ja (bo muszę wypełniać wszystkie dziury), na drugim Zbigniew Milewicz (197 wpisów), na trzecim właśnie ona – 89 tekstów. Proza, eseje, reportaże z podróży. Dużo z mężem podróżowali, ostatnią wielką podróż odbyli do Peru. W ostatnim wpisie o tej podróży czytam niezwykłą wiadomość.

Następnego dnia wstajemy o świcie. Ronaldo czeka na nas przed bungalowem. W świetle latarki wspólnie pokonujemy drogę do miejsca postoju naszej łodzi. W ciemnościach odpływamy od brzegu, przez godzinę płyniemy przez pola mgły przy akompaniamencie odgłosów dżungli. Kiedy docieramy na miejsce, Ronaldo opowiada nam, że niedaleko stąd widział przed rokiem „uncontacted person”, czyli indygennego Indianina, który nie miał do tej pory żadnego kontaktu z naszą cywilizacją. „Co się w takim przypadku robi?”, pytam z ciekawością. „Nie wolno podejmować żadnych prób nawiązania kontaktu, Indianie mogą poczuć się zagrożeni i zareagować agresywnie. Należy niezwłocznie poinformować dyrekcję parku”. Ronaldo dodaje, że naukowcy szacują, że na terenie parku Manu mieszka od tysiąca do trzech tysięcy Indian, którzy nie mieli do tej pory żadnego kontaktu z naszą cywilizacją.

Wiedzieliście o tym? Bo ja nie, a w końcu studiowałam etnografię.

Irena – była taka młoda, miała 40 lat, jak odeszła. Ela Kargol zapamiętała ją, jak w ogrodzie wspięła się na drzewo, żeby zebrać śliwki. “Taka była młoda, szczupła, gibka.”

Życie boli. Boli inaczej jak głowa, zwichnięta noga, wyrwany ząb, albo rwa kulszowa. Nie pomoże pigułka. Życie jest lekoodporne.

Przyjeżdżałaś rowerem do naszego ogrodu, smukła, gibka, wysportowana. Sama jeżdżę rowerem, a więc za ten rower miałaś już u mnie dodatnie punkty i za góry. Zazdrościłam tobie twoich górskich wypraw. Bo ja też miłośniczka gór, ale bardziej w schronisku, przy gitarze i wódeczce. A ty naprawdę przemierzałaś alpejskie i tatrzańskie szlaki. Pamiętasz, jak obiecałyśmy sobie wysłać kartkę z wakacji? Wiem, że od ciebie dostałam, a ja swoją do ciebie wysłałam dopiero z Berlina.

Ewa – nie miała 60 lat, jak odeszła. Monika Wrzosek-Müller tak o niej napisała:

Była gorliwą czytelniczką, czytała książki z niesamowitym zapałem i zaparciem, dyskutowała żarliwie.
Była kochającą matką, która uwielbiała swojego syna-przyjaciela.
Była wspaniałą nauczycielką, którą uwielbiały generacje obcokrajowców przybywających do Berlina.
Była towarzyska, lubiła życie codzienne, z kawą, papierosem i kieliszkiem czerwonego wina.
Była towarzyszką dla wielu osób, którym było dane ją spotkać. Potrafiła słuchać i próbowała pomagać w rozwiązaniu problemów, zapominając często o swoich własnych.

Choroba przyszła niespodziewanie, walczyła z nią przez kilka lat, nie poddając się pesmistycznym diagnozom większości lekarzy.

Dla mnie odeszła moja bardzo bliska przyjaciółka, osoba wielkiej kultury
i charyzmy.

Maryla – odeszła tak jak Ewa i Joasia, na raka, w wieku około 60 lat. W ciągu kilku lat z Berlina zniknęły trzy charyzmatyczne tłumaczki polsko-niemieckie, takie, które potrafiły nie tylko przetłumaczyć jeden język na drugi, ale też jeden z tych krajów przetłumaczyć mieszkańcom drugiego. I to w obu kierunkach.

Od wielu tygodni jej szwagierka, Magda, pisze dla nas, Czytelników bloga o Maryli. W ostatnim wpisie napisała:

Jesień coraz bardziej kolorowa, drzewa sypią żółto-czerwonym confetti, niedługo początek listopada. Naturalnie w tym czasie więcej myślimy o bliskich, którzy odeszli, jedziemy na cmentarz, trzeba uporządkować groby, zapalić znicze, położyć świeżą wiązankę. Coraz więcej wspomnień, tych zaduszkowych, z czasu, kiedy jeszcze przychodziliśmy na cmentarze z kimś, a nie do kogoś. Te polskie Zaduszki mają jedyny w swoim rodzaju, melancholijny, podszyty smutkiem nastrój, poważny, otwierający na eschatologię. Komercyjna, jarmarczna zabawa Halloween wprowadza jakiś dysonans, przełamuje smutek i religijną powagę, pozwala na śmiech, na kpinę ze śmierci, ma zapewne łagodzić lęk egzystencjalny. Według mnie Halloween po prostu nie pasuje do tych naszych świąt. Maryla była innego zdania. Może podobała jej się groteskowość Halloween, może też dlatego że w ogóle lubiła wszelkie poważne rozmowy zamykać żartem. Może w tym jej zwyczaju kryła się jakaś myśl o nietrwałości wszystkiego, może te żarty były rodzajem przypomnienia, że nie warto wszystkiego traktować tak bardzo serio, w końcu nic nie jest wieczne, wszystko się zmienia, a wreszcie kiedyś kończy. Może w tych żartach przejawiała się jej prywatna filozofia, zakładająca konieczność zachowania stoickiego dystansu wobec tego, co nieuchronne.