Ich war in Reims

Pia Arndt (die in Reims war) & Ewa Maria Slaska (die dort noch nicht war, aber trotzdem ein paar Sachen von Reims wußte)

Kathedrale, Johanna und die Anderen Ereignisse

Reims ist vor allem als die Kronungskathedrale der französichen Könige bekannt und eine Stadt, in der die heilige Johanna von Orlean ihren Triumph erlebte. Sonst fand da noch das Treffen von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle vor der Kathedrale statt sowie der Besuch von Papst Johannes Paul II. Ein römischer Triumphbogen ist da und die Unterzeichnung der Kapitulation Deutschlands am 7. Mai 1945 fand dort statt.

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Der römische Triumphbogen, sog. Porte de Mars, ist ein gallo-römischer Tor in Reims, dem antiken Durocortorum, gebaut vermutlich im 3, Jahrhundert nach Christus. Durocortorum war ein römischer Lager, sog. Castrum oder Oppidum, der, wie alle Castra, um die zwei sich in der Mitte kreuzenden Hauptstrassen – Cardo und Decumanus – gebaut wurde. Jede der vier Strassenabschnitte führte zur Aussenmauer, der den Lager umfasste und endete dort mit einem Tor, dh. im Latein – Porta. In Durocortorum gab es also wie üblich vier Tore, die den römischen Göttern gewidmet wurden. Porta Venus, Mars und Ceres sind bis heute so genannt, der vierte Tor, sog. Porta Bazée, heißt so, da der Weg im Mittelater zur Basilica (Kathedrale) führte.

Der Tor, der auch Ehrenbogen für Kaiser Augustus war, ist 13 Meter hoch, über 6 Meter tief und 32 Meter breit. Es ist weltweit der breiteste seiner Art.

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Abtei der Hl. Remigius (Remi) (Basilika St. Remi) wurde ab Anfang des 11. Jahrhunderts errichtet. Sie ist älter als die berühmte Kathedrale und vielleicht die bekannteste religiöse Stätte der Stadt. Ihre beeindruckenden Ausmaße (126 m lang) erklären sich durch ihre ursprüngliche Bestimmung: Sie diente nicht nur einer königlichen Abtei, sondern wurde ursprünglich errichtet, um die Heilige Ampulle (ein Fläschchen mit heiligem Öl, das der Legende nach bei der Taufe Chlodwigs im Jahr 498 verwendet wurde) sowie die Reliquien des heiligen Remigius, des Bischofs der Stadt, der die Taufe vollzog, aufzubewahren. Sein Grab, das 1847 nach der Plünderung während der Revolution wiederhergestellt wurde, befindet sich noch immer im Chor. Die Info-Tafel unten rechts informiert über wichtige Persönlichkeiten des christlichen Lebens, darunter auch heilige, die in der Basilika die heilige Messe zelebriert haben, darunter Jean-Baptiste de la Salle und der Papst Johannes Paul II.

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Die Kathedrale in Reims, gotische Kirche, wegen ihrer Proportionen als die harmonischste und klassischste Kathedrale Frankreichs anerkannt. Wegen ihres reichen Skulpturenschmucks oft Engelkathedrale genannt. Die Kathedrale war der Krönungsort der französischen Könige. Die Mehrheit der französischen Könige (ca. 30–35 Herrscher) empfing die Salbung und Krönung in der Kathedrale von Reims. Diese Tradition hat ihren Ursprung in der symbolischen Taufe Chlodwigs um 496/498. Ein zentraler Bestandteil der Zeremonie (Sacre) war die Nutzung der wunderbringenden Heiligen Ampulle mit dem Chrisam. Als letzter König wurde dort Karl X. im Jahr 1825 gesalbt.

Der Bleifenster oben rechts befindet sich in der Kapelle von Johanna d’Orlean und ist ein Werks von Imi Konoebel (geb. 1940) und der links unten von Marc Chagall (1887-1985). Die Tafel in der unteren Reihe informieren darüber. Die Rosette ist älter.

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Papst Johannes Paul II. besuchte am 21 und 22 September 1996 Reims, um den 1500. Jahrestag der Taufe des Frankenkönigs Chlodwig I. durch den Heiligen Remigius, die im Jahr 496 in Reims stattgefunden hatte, zu feiern.
Die Hochmesse fand in der Kathedrale statt. Der Papst besuchte aber auch die Basilica de Ste Clotilde, die Hundert Jahre zuvor, also zum 1400. Jahrestag der Taufe errichtet wurde. Königin Clotilde war die Ehefrau Chlodwigs und Christin. Eigentlich war sie diejenige, die die Taufe bewirkte.

Eine Legende sagt, dass Chlodwig während der dramatischen Schlacht bei Zülpich (Tolbiac) gegen die Alemannen im Jahre 496 rufte „O Gott der Clotilde! wenn Du mir den Sieg verleihst, werde ich die heilige Taufe nehmen.“ Angeblich wendete sich das Schicksal der Schlacht augenblicklich: Die Alemannen ergriffen die Flucht, und ihr König fiel. Chlodwig hielt sein Versprechen und empfing die Taufe an Weihnachten des Jahres 496 in Reims. So begann die Christianisierung Frankenreichs.

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Wikipedia:
Jeanne d’Arc, im deutschsprachigen Raum auch Johanna von Orléans oder Jungfrau von Orléans genannt, war eine französische Widerstandskämpferin im Hundertjährigen Krieg (1337 bis 1453), einem bewaffneten Konflikt zwischen England und Frankreich.

Sie verhalf dem Dauphin und späteren französischen König Karl VII. zu einem Sieg über Engländer. Anschließend geleitete sie Karl zu seiner Königssalbung nach Reims. Nach der Niederlage der Franzosen wurde sie 1430 gefangen genommen, an Engländer ausgeliefert und in einem kirchlichen Verfahren vom Bischof von Beauvais, Pierre Cauchon, der pro-englisch eingestellt war, verurteilt. Am 30. Mai 1431 wurde sie im Alter von 19 Jahren in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

24 Jahre später fand ein Revisionsprozess statt. Das Urteil wurde aufgehoben und Jeanne zur Märtyrerin erklärt. Seitdem ist sie eine Französische Nationalheldin und in der römisch-katholischen Kirche als Jungfrau, Martyrerin und Heilige verehrt.
1909 wurde sie selig- und 1920 heiliggesprochen.

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Am 7. Mai 1945 wurde im französischen Reims die bedienungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Dieses historische Ereignis bedeutete das Ende der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs in Europa. Der Ort war aber unspektakular, ein sog. Kartenraum in einer Schule war. General Dwight D. Eisenhower und die alliierten Streitkräfte verweilten in einer Schule in Reims und die Zeremonie dort statt fand. Die Kapitulation trat am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft. Wegen des Wunsches von Josef Stalin wurde die Zeremonie in der Nacht zum 9. Mai 1945 im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst wiederholt.

Seitdem feiern die Menschen im Westen den Sieges Tag ein Tag früher als im Osten.

Und es ist bis heute so.

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Das historische Treffen von Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle in der Kathedrale von Reims fand am 8. Juli 1962 statt. Es gilt als das entscheidende symbolische Versöhnungstreffen zur Beendigung der historischen Erbfeindschaft zwischen Deutschland und Frankreich und ebnete den Weg für den Élysée-Vertrag von 22. Januar 1963. Journalisten nannten das Ereignis “Hochzeit von Reims”.

Der bildete nicht nur die Grundlage für die deutsch-französischen Beziehungen, sondern legte auch den Grundstein für die politische Einheit Europas. Das umfangreiche Papier sah weitreichende Maßnahmen vor. Beide Seiten verpflichteten sich zu enger Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik, der Vertrag sah regelmäßige gemeinsame Beratungen der Regierungen sowie den Aufbau eines gemeinsamen Jugendwerks vor – getragen vom Gedanken, dass durch längere Aufenthalte deutscher und französischer Schüler und Studenten im jeweiligen Nachbarland das Verständnis füreinander wachsen und entsprechend ein Krieg zwischen Deutschland und Frankreich zukünftig vermieden werden könne.

Das Deutsch-Polnische Jugendwerk, das seit 35 Jahren besteht, ist dem französischen Programm nachempfunden.

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Aber die Stadt bietet viel mehr an. Zum Beispiel schöne Cafés.

Art Deco Café:


Stilvolles Café

Aber auch Ausflüge in die Champagne, wo, ach, ja, die Champagne hergestellt wird. Einzige Region in der Welt. Alle ander sprudelnde Weins dürfen nicht diesen namen tragen, daher heissen sie Sekt, Schaumwein, Prosecco, wino musujące, sparkling wine oder игристое вино. Große Firmen haben in der Stadt ihre Palaste, genannt Maison de Champagne.

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