Widerstand

Prof. Lidia Głuchowska

Margarete Kubicka – Widerstand im Berliner Projektraum Kunst-im-Tauthaus

Eigentlich war diese außergewöhnliche Ausstellung im September dieses Jahres nur für wenige Tage im Rahmen des Tages des offenen Denkmals geplant – doch glücklicherweise blieb sie für Interessierte noch bis vor Kurzem zugänglich. Die Schau bot einen faszinierenden Einblick in rund 30 Werke der avantgardistischen Künstlerin Margarete Kubicka.


Zu den Highlights gehörte zweifellos ihre berühmte konstruktivistische Linolschnitt-Serie Neukölln: Bau der S-Bahn-Überführung von 1928, von der ein Motiv auch die Einladungskarte zierte. Ein jugendliches Selbstporträt aus dem Jahr 1914 – eines von vier damals entstandenen Werken, die sich bis heute im Besitz der Nachkommen befinden – brachte den Besuchern die Physiognomie der Künstlerin näher.


Eine heitere, lebendige Aura strahlten zwei kleinformatige, aber ausdrucksstarke Aquarelle aus: Jubelnde Menschen (1923) und Die Geburt von Karol (1926), das die Geburt ihres Sohnes festhält – des späteren Prof. Dr. Stanislaw Karol Kubicki, Mitbegründer der Freien Universität Berlin. Die angespannte Krisenstimmung der späten 1920er Jahre spiegelte sich wiederum eindringlich im Werk Bettler (1929) wider, während das Aquarell Verfolgung der Juden (1961) ein bewegendes Zeugnis des Gedenkens an die Verbrechen des Holocaust ablegte.


Ergänzt wurde die Ausstellung durch mehrere Nachkriegsgemälde – darunter Arbeiten aus ihrer Pan-Serie – sowie durch Zeichnungen, die mit ihrer unglaublichen Detailfülle bestachen.


Überzeugen Sie sich selbst von der enormen Strahlkraft der Avantgarde-Kunst von Margarete Kubicka! Werfen Sie einen Blick in die Ausstellungsdokumentation (PDF), die uns freundlicherweise von Herrn Ralf Rose / Projektraum Kunst-im-Tauthaus zur Verfügung gestellt wurde – herzlichen Dank dafür!

Eine äußerst lesenswerte Broschüre über das Schaffen von Margarete Kubicka hat vor über zehn Jahren der Verein Hufeisern gegen Rechts herausgegeben. Anlass war eine damalige Ausstellung in der Hufeisensiedlung – unweit jenes Hauses, in dem die Künstlerin gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Künstler und polnischen Widerstandskämpfer Stanisław Kubicki, sowie ihren Kindern Janina und Karol lebte.

Die Broschüre steht hier zum Download bereit:

👉 https://www.hufeiserngegenrechts.de/ausgaben.html

Fotonachweis:
Ausstellungsfotos (außer der PDF): Dr. Carola Kubicki
Werkaufnahmen: Archiv Prof. Lidia Głuchowska

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