Monika Wrzosek-Müller
Eine Fotoausstellung
In der Zeit zwischen den Jahren, wenn „alles schläft“, habe ich mir eine sehr gute, inspirierende Fotoausstellung in C/O Berlin angeschaut. Auf den Gedanken „alles schläft“ bin ich gekommen, weil wir praktisch fast die einzigen Besucher der großen Retrospektive von Mary Ellen Mark waren. Dabei erinnere ich mich an die Menschenmassen in der Ausstellung Genesis von Sebastiao Salgado von 2015 in derselben Institution, wo man warten musste, um jeweils an die nächste Fotografie herankommen zu können, an die riesigen, wahnsinnig schönen Fotografien, die sich damals angeblich auch zu unheimlichen Preisen verkauften. Die inszenierte Natur auf diesen Fotos war so perfekt, die Naturvölker darin so in Szene gesetzt, dass sie fast unnatürlich wirkten; doch die Fotos an sich waren wirklich unglaublich, überirdisch schön. Warum fällt mir die alte Ausstellung jetzt plötzlich ein? Vielleicht weil sie eine ganz andere fotografische Vorgehens- und Arbeitsweise zeigt, die im krassen Gegensatz zu der jetzigen Retrospektive steht.
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