Spaziergänge in Berlin – Mitte

Brigitte von Ungern-Sternberg

Berliner ‚Schlossfreiheit‘ und Bauakademie

Seit 1976 ist Berlin mein Wohnort und inzwischen Heimat. Wie oft war ich in Ostberlin vor der ‚Wende‘? Nicht oft: Ich besuchte das Pergamonmuseum, speiste beim ‚Gastmahl des Meeres‘ und kaufte in einer Buchhandlung Unter den Linden Bücher und Platten. Nach diesem Anfangsprogramm fiel mir zu Ostberlin nicht mehr viel ein. Dorthin fahren mit der umständlichen Voranmeldung über das Besucherbüro und dem Zwangsumtausch – wofür? Ich hatte weder Verwandte noch Freunde in Ostberlin. Auf der westlichen Seite dagegen gab es viel zu erkunden. In der Stadtmitte verblasst inzwischen allmählich das Erscheinungsbild der früheren Hauptstadt der DDR. Es wird gebaut, rekonstruiert, repariert …. es ist auch die Suche nach einer neuen Identität. Wieviel DDR darf dabei sein? Wieviel Repräsentanz von früheren geschichtlichen Orten und Gebäuden?

Das Schloss/Humboldtforum steht. Ich habe dort vor kurzem die Ausstellungsräume mit Kulturgegenständen aus Asien, Afrika und Ozeanien besichtigt in überwältigender Fülle und Qualität. Es war kein Problem, eine Eintrittskarte zu bekommen: stehen in einer kurzen Schlange vor den Ticketschaltern, eine halbe Stunde warten, keinerlei Voranmeldung im Internet. Jetzt weiß ich, was im Schloss ‚drin‘ ist und auch, dass man mehrfach hingehen muss, um die Sammlungen gebührend zu betrachten und zu bewundern.


In der unmittelbaren Nachbarschaft des Schlosses wird jetzt der Wiederaufbau der Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel in Angriff genommen. Es wurde 1836 fertig und Schinkel bezog dort eine Dienstwohnung. Die Bauakademie war außen wie innen ein überaus nobler Bau und gleichzeitig ‚progressiv‘, insofern als es ein Prototyp war für unzählige nichtkirchliche Ziegelbauten in Berlin, z.B. Schulen. Auf dem Gemälde von Friedrich Wilhelm Klose sieht man die Bauakademie am Spreekanal mit einem äußerst niedrigen Wasserstand – es war wohl ein besonders trockener Sommer. Auf der anderen Seite des Kanals befinden sich die Gebäude der ‚Schlossfreiheit‘, sie verdecken die Sicht auf das Stadtschloss dahinter. Diese ‚Schlossfreiheit‘ samt Flussbad im Spreekanal wurde abgeräumt, um dem Nationaldenkmal von Kaiser Wilhelm II Platz zu machen. Es wurde errichtet in den Jahren 1895 – 97. Die Bürgernähe der früheren preußischen Könige verschwand, es gab um das Schloss herum nunmehr kaiserlichen Abstand. Die Bauakademie hat es mit Würde ertragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bauakademie eine Ruine, das Schloss wurde gesprengt und das Nationaldenkmal abgetragen.

Auf einem Foto von 1952 steht auf dem Ort des Nationaldenkmals eine Art Galerie gekrönt von einer Taube, der Platz ist offenbar dem Frieden gewidmet. Eine neue Sinngebung für den Standort. Die Galerie samt Taube ist irgendwann wieder verschwunden. Auf der anderen Seite des Kanals sieht man auf dem Foto die Ruine der Bauakademie. Die stand noch bis in die50er Jahre, man hätte sie wieder instandsetzen können so wie die Schlossruine auch. Es gab sogar einen Plan dafür. Daraus wurde nichts, die Ruine wurde abgetragen und das Außenministerium der DDR auf dem Grundstück gebaut. Basta!

Derzeit wird eifrig auf dem Baugrund der Schlossfreiheit/ Nationaldenkmal/ DDR Friedensgalerie an dem Fundament für das ‚Einheitsdenkmal‘ gebaut. Es entsteht wieder ein Gedenkort: für das wiedervereinigte Deutschland. Und die Bauakademie? Einen Investor für ihren Wiederaufbau hat man gesucht und nicht gefunden. Auf dem Grundstück findet derzeit eine archäologische Grabung statt. Eine Bundesstiftung hat die Aufgabe für den Wiederaufbau übernommen.

Wir dürfen gespannt sein!

Angela

Brigitte von Ungern-Sternberg

Angela Merkel beschäftigt mich immer noch. Ich nahm mir ein Interview vor, das Günter Gaus mit ihr 1991 geführt hat. Da war sie noch Helmut Kohls ‚Mädchen‘. 
Dieses ‚Mädchen’ hat ihm später die Stirn geboten und aus dem Amt gejagt. Nach den Regierungsjahren mit Kanzler Schröder, ist Angela Merkel an ihren männlichen Konkurrenten vorbei ins Kanzleramt gezogen und hat dort 16 Jahre lang residiert. Sie wurde immer wieder im Amt bestätigt. Schon bemerkenswert!
Ihr Mienenspiel ist interessant und manchmal interessanter als das, was sie sagt.  Anbei eine kleine Auswahl.


Angela Merkel war eine Ossifrau im höchsten Regierungsamt. Man könnte meinen, die Ex-DDRler hätte das mit Stolz erfüllen können. Mitnichten! Die wählen lieber die AFD, wenn sie ‚konservativ‘ wählen wollen. Da steht die SPD inzwischen besser da. 
Nun ist ihre Zeit vorbei, mal sehen wie unsere nächste Regierung sein wird!?!

Großberlin und wir

Quelle: Internet

Ewa Maria Slaska

Es ist ein von meinen Lieblings-Jahrestagen: 101. Jahrestag des Entstehens / Konzipierens / Zusammenklebens von Großberlin. Das Ungetüm ist am 1. Oktober 1920 ins Leben gerufen werden. So ein Frankenstein, zusammengeklebt aus 8 Städte, 59 Dorfgemeinden und 27 Guts.
Immer benutzte ich das Entstehens des Grossstadt Berlin als Erklärung, weshalb es in Berlin 270 Friedhöfe gibt, ich glaube, es sind mehr als in jeder anderen Großstadt der Welt. Jetzt sehe ich, dass auch marode Schulen und chaotische Wahlumstände auf dieses Ereignis zurück zu führen sind. Sehr interessant.

Lese weiter: https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F-Berlin

Brigitte von Ungern-Sternberg

Zur Wahl gehen in Berlin, das war für viele Berliner*innen  kürzlich ein Erlebnis ganz besonderer Art. 
Ich ging zu einem Wahllokal, in dem ich zuvor noch nie gewählt hatte. Nach über einer halben Stunde Warten in der Schlange kam ich in ein Winzzimmer mit zwei Kabinen. So etwas hatte ich zuvor noch nie erlebt. 
Wie ich hinterher erfuhr, kam ich damit noch ziemlich glimpflich davon. Eine Freundin wartete in einem Wahllokal in der Nähe 1,5 Stunden darauf, ihre diversen Stimmen abzugeben. 
Insgesamt herrschte das wahre Chaos in ganz Berlin.

In der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG gibt es dazu einen ausführlichen Kommentar, siehe beigefügter PDF.
Vorab ein kleiner Auszug, der mir gefallen hat, weil in ihm Berliner Schulen als „einstürzende Schulbauten“ beschrieben werden. Nur allzu wahr, wie ich aus eigener Anschauung bestätigen kann.

…Vor mehr als 100 Jahren entstand Groß-Berlin als Zusammenschluss von vielen selbstbewussten Orten, die einander eher skeptisch beäugten. Das hatte die Folge, dass man in Berlin bis heute meh- rere Städte zum Preis von einer bekommt, je nachdem, ob man in Köpenick, Wedding, Spandau, Pankow oder Kreuzberg unterwegs ist. Aber es hat zusammen mit vielen historischen Brüchen auch dazu geführt, dass sich viele Bezirke, der Senat und die Berliner Landesregierung die Verantwortung teilen. Eine Schule zum Beispiel: Für das, was drinnen passiert, die Lerninhalte, ist der Berliner Senat zuständig, für das, was drumherum passiert, der jeweilige Bezirk. Wenn dann die Gebäude, die in Berlin gerne “einstürzende Schulbauten” genannt werden, saniert werden sollen, sind zwölf Bezirke, drei Senatsverwaltungen und vier kommunale Schulsanierungs-GmbHs am Werk, die sich ungern dreinreden lassen. Man muss nicht Franz Kafka heißen, um sich vorzustellen, wie gut ein solcher Apparat vorankommt…

Lese auch:

Zum Tod von Mikis Theodorakis

Mikis Theodorakis (* 29. Juli 1925, † 2. September 2021]) war ein griechischer Komponist, Schriftsteller und Politiker. In seiner Heimat wird er als Volksheld verehrt. Theodorakis war einer der bekanntesten griechischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Besonders seine Filmmusiken zu Alexis Sorbas (mit Sirtaki), Z und Serpico sowie die Vertonung des Canto General nach Versen von Pablo Neruda machten ihn weltweit bekannt. Zu seinem mehr als 1000 Werke umfassenden Schaffen zählen symphonische Kompositionen und eine Vielzahl von Liedern. Darüber hinaus wurde er durch sein politisches Engagement bekannt.

Während des Zweiten Weltkriegs war er Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und kämpfte beim anschließenden Griechischen Bürgerkrieg auf Seiten der Linken, weshalb er später in einem Lager interniert und schwer gefoltert wurde. Gegen die Militärdiktatur ging er in den Widerstand und wurde festgenommen und erneut schwer gefoltert; er durfte auf internationalen Druck ausreisen und lebte bis 1974 im Pariser Exil. In den frühen 60er und in den 80er Jahren wurde Theodorakis als linker Politiker in das griechische Parlament gewählt. 1989 half er, eine große Koalition zwischen Konservativen, Sozialisten und Linken zu bilden: Erstmals seit dem Griechischen Bürgerkrieg wurden Kommunisten wieder an der Macht beteiligt. Er wurde 1990 Minister ohne Geschäftsbereich beim Premierminister in der Regierung von Konstantinos Mitsotakis. In dieser Funktion setzte er sich gegen Drogen und Terrorismus, für Kultur und Erziehung sowie für verbesserte Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei ein. Auch als er sich von der Tagespolitik zurückgezogen hatte, äußerte er sich zur aktuellen Politik: zum Kosovo-Krieg, für Palästina, gegen den Krieg im Irak.

In den Jahren der Militärdiktatur von 1967 bis 1974 galt er als Symbol des Widerstandes

Zum Tod von Mikis Theodorakis hat Brigitte ihre persönliche Erinnerung geschrieben.

Brigitte von Ungern-Sternberg

Theodorakis hat ein hohes Alter erreicht, dennoch hinterlässt sein Tod eine Leerstelle.

Ein glückliches Ereignis war das Konzert 1974 nach dem Ende der Diktatur in Griechenland.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… dann kommt der Alltag und auch das mühsame Geschäft der Aufarbeitung wie nach dem Mauerfall, der Menschenkette in den baltischen Ländern und ähnlichen ‚Wenden‘. So auch in Griechenland.

Theodorakis ist aus der kommunistischen Partei ausgetreten, ein Sozialist ist er immer geblieben. Für seine Standhaftigkeit hat er einen hohen Preis gezahlt, jetzt ist er ein fester Bestandteil des Kulturerbes weit über Griechenland hinaus.

Maria Farantouri, berühmte Interpretin der Lieder von Theodorakis, hat in den 70-er Jahren live Lieder von Theodorakis gesungen im Programm der ‚Festlichen Tage‘ am Fuß des Kreuzbergs, eine wundervolle Stimme, die den ganzen Viktoriapark einhüllte. Ich habe ihr sehr beglückt zugehört.

Eine Schlossgeschichte

Brigitte von Ungern-Sternberg

Es ist fertig!

Das Berliner Stadtschloss/Humboldtforum!

Man kann durch die Innenhöfe spazieren und den Stilmix aus Barock und moderner Architektur in Augenschein nehmen. Einige Ausstellungsräume gibt es schon, vor allem mit Berliner Stadtgeschichte. Dort kommen auch Kinder auf ihre Kosten. Vermutlich muss man sich anmelden, um diese Ausstellungen besuchen zu können.

Zum Standort des Stadtschlosses gibt es eine lange Geschichte. Zunächst wollten die Berliner Bürger 1448 den Bau eines Schlosses verhindern. Die Doppelstadt Berlin/Cölln hatte zeitweilig den Status einer Hansestadt und wollte partout nicht die Residenz eines Kurfürsten werden. Deshalb öffneten ‚Wutbürger’ ein Wehr an der Spree und fluteten den Bauplatz, ein Versuch, die Bauarbeiten unmöglich zu machen. Den erhofften Beistand anderer Hansestädte in Brandenburg gab es nicht. Die Berliner konnten sich auf die Dauer gegen den Bauherren, den Kurfürst Friedrich II (genannt ‚Eisenzahn‘), nicht wehren und mussten sich fügen.

Das erste Schloss war ein Renaissancebau, das ersetzt wurde durch den barocken Bau von Adreas Schlüter.

Dieser barocke Nachfolgebau wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt und ein Palast der Republik errichtet für einen neuen Staat, die DDR. Nach der Wiedervereinigung verschwand mit der DDR auch der Palast. Auch das war nicht unumstritten – aber die Befürworter eines kompletten Nachbaus des ‚alten‘ Schlosses von Andreas Schlüter haben gewonnen. Jetzt gibt es im Profil des Stadtpanoramas die neue Kuppel des Stadtschlosses, gekrönt von einem Kreuz – auch dieses ging nicht ohne Diskussion ab. Das Kreuz ist noch nicht zu sehen auf dem Foto mit dem Schloss, das noch im Bau war.

War die Welt früher schwarz-weiß?

Brigitte von Ungern-Sternberg

Ich habe ein schönes Video aufgetrieben – eine Fahrt mit der Linie 4, einer schrappigen Trambahn, durch dasMünchen der 60iger Jahre. In den Trambahnwagen bewegten sich damals noch ein Schaffner oder eine Schaffnerin. Die Stimmung dieser Trambahnfahrt mit der Linie 4 in schwarz-weiß Farben – eher Nicht-Farben – gefällt mir besonders. Damals war München (Berlin, Warschau, London ….) auch noch nicht so bunt wie heute. Es gab viele graue Häuser, manche noch mit den Einschusslöchern des letzten Krieges. Wenig Grünes, wenig Bäume. Irgendwie war die Welt früher eher schwarz-weiß, so wie die Fotos, die gemacht wurden – jedenfalls in meiner Erinnerung. Grellbunte Farben haben mit der Popkultur eingesetzt.

Besonders wichtig waren für mich und meine Altersgenoss*innen im Münchner Stadtteil Schwabing, in dem ich meine Kindheit und Schulzeit verbrachte, die Kinos, allen voran das Kino in der Occamstraße. Man konnte in ihnen der etwas spießigen Welt der 50-er Jahre ff entkommen in andere Welten. Ich habe ein paar Fotos von diesen zauberhaften Orten gefunden, an denen alle paar Tage ein anderer künstlerisch anspruchsvoller Film aus Italien, Frankreich, England, Amerika, auch Filme der 20iger, 30iger und 40iger Jahre liefen – viele in schwarz-weiß, Tore zur Welt!

Wichtiger als die eher langweilige Schule!

Entrissen

Sie wurde uns nach kurzer schwerer Krankheit entrissen.   

Judy Kadar
24. Januar 1950 – 27. Juni 2021

Judy war Harfenistin aber auch Multi-Instrumentalistin, Co-Leiterin des Ensembles COLLAGE-forum für frühe musik berlin, Lehrerin und Mitgründerin der Historical Harp Society in USA.
Sie hat mit uns gemeinsam durch ihre Musik, ihrer Kreativität und ihrem Ausdruck fördernden Vorbild die Gestaltung unserer Musik geprägt.
Es fehlt uns ihre Intensität und tiefe Sensibilität für gemeinsames Musizieren und ihr Tod  ist ein schrecklicher, entsetzlicher Verlust – es gibt keine Worte dafür.

COLLAGE- forum für frühe musik berlin.
Larissa Ghadiali, Klaus Sonnemann

***

Krystyna Koziewicz und ich gingen im letzten Jahr zu einem Konzert von ihrer Gruppe Trecento auf dem Chamisso-Platz in Kreuzberg. Unsere Freundin, Brigitte von Ungern-Sternberg, spielte damals Flöte und Tamburin, Judy – die Harfe. Es ist der letzte Konzert von Trecento gewesen. Daher rebbloge ich hier mein eigenen Beitrag vom letzten Jahr.

Musizieren in der Zeiten der Corona

Posted on by Ewa Maria

Brigitte von Ungern-Sternberg schickte uns eine Einladung:

***

Brigitte von Ungern-Sternberg

Über den Tod von Judy Kadar sind meine Mitspieler*innen sehr sehr traurig – wir sind ohne sie musikalische Waisen.

Judy war das Herz und die Seele des Ensembles TRECENTO, die professionelle Leitung.

Ich war jährelang  Mitglied des Ensembles und es war nie langweilig. Wir haben an den unterschiedlichsten Programmen gearbeitet auf dem großen Feld der sogenannten ‚Alten Musik‘. Dies umfasst Musik von mehreren Jahrhunderten, angefangen von den Liedern der Troubadoure und der frühen Mehrstimmigkeit im Hochmittelalter bis in die Musik der Renaissance.

Die ‚Alte Musik‘ unterscheidet sich von beispielsweise einem Beethoven Quartett, dass sie zwar aufgeschrieben, aber nicht besonderen Instrumenten zugeordnet wurde. Das bedeutet, dass jedes Arrangement nach den jeweils vorhandenen Instrumenten und Sänger*innen entwickelt wird.

Man probiert aus und das Endergebnis entsteht durch die Mitwirkung aller Beteiligten – ein kollektiver Prozess! Gespielt wurde bei TRECENTO die Musik auf Harfen, Fideln, Lauten, Pommern, Schalmeien, Flöten und natürlich wurde gesungen. War ein Programm ausgereift, wurde es in dieser oder jener Berliner Kirche präsentiert und dann ein neues angefangen.

Ob es ohne Judy weitergeht?   

Vermutlich leider nicht.

Could you patent the Sun?

Brigitte von Ungarn-Sternberg

Hat man jemals in den vielen Talkshow Runden zum Thema Covid 19 einen Vertreter der Pharmaindustrie gesehen und gehört? Ich nicht!  Die und nicht nur die Politiker haben eine Verantwortung dahingehend, dass ausreichend Impfstoffe produziert werden für die Menschen auf dem ganzen Globus.

Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit und Humanität, sondern auch in unserem eigenen Interesse. Wenn hier und da und dort die Pandemie nicht bekämpft wird, dann sind das die Gegenden, wo möglicherweise neue Varianten ausgebrütet werden, im schlimmsten Fall solche Viren, die gegen die vorhandenen Impfstoffe resistent geworden sind.

Dr. Jonas Salk hat auf Patentrechte auf den Impfstoff gegen Polio verzichtet. Als der Journalist Edward Murrow ihn 1955 fragte, wer beitzt die Patent-Rechte für den Polio-Impfstoff, antwortete Salk: Well, the people, I would say. There is no patent. This is — could you patent the sun?
Also: Kann man ein Patent auf die Sonne anmelden?

Salk preferred not to have his career as a scientist affected by too much personal attention, as he had always tried to remain independent and private in his research and life, but this proved to be impossible. “Young man, a great tragedy has befallen you—you’ve lost your anonymity”, the television personality Ed Murrow said to Salk shortly after the onslaught of media attention. When Murrow asked him, “Who owns this patent?”, Salk replied, “Well, the people I would say. There is no patent. Could you patent the sun?” The vaccine is calculated to be worth $7 billion had it been patented. However, lawyers from the National Foundation for Infantile Paralysis did look into the possibility of a patent, but ultimately determined that the vaccine was not a patentable invention because of prior art.

Dieser Zitat ist von der WIKIPEDIA auf Englisch. Auf Deutsch gibt es keine so kurze und klare Aussage, daher bleibt es hier auf Englisch zitiert.

Mit der Schluckimpfung, die an allen Schulen in den 50er Jahren durchgeführt worden ist, ist die Kinderlähmung verschwunden.

Ein kleines Stück Zucker beträufelt mit einer roten Flüssigkeit, so erinnere ich mich daran.


PS von Ewa Maria Slaska: Die Polen meinen, es gab einen Polen, der als erster die Impfung gegen Polio entedeckte, Hilary Koprowski (TU po polsku, HIER auf Deutsch, HERE in English), aber der schöne Spruch stammt natürlich von Salk.

Pożegnanie z rokiem 2020

Teresa Rudolf
Co znaczy dla mnie ten trudny, ostatni rok?

Ważne było ciagle świadome  spostrzeganie każdego dnia, gdyż nikt nie wie, co jest mu dane, a co mu zabrane będzie… i kiedy.
Podam tutaj przemądry cytat:
 “Żyj tak, jakbyś miał umrzeć jutro. Naucz się, jakbyś miał żyć wiecznie.”
Mahatma Gandhi
 
Ważne też było dla mnie potwiedzenie wartości przeróżnych form stosunków międzyludzkich, np. tak ważnej dla mnie przyjaźni.
I tu znów przepiękny tekst:
“Nie idź za mną, bo nie umiem prowadzić. Nie idź przede mną, bo mogę za Tobą nie nadążyć. Idź po prostu obok mnie i bądź moim przyjacielem.”
Albert Camus

 
Janina Kowalska
Tak bym chciała przespać ten odchodzący rok.
 

Tabor Regresywny
W rok 2020 weszliśmy z widmem katastrofy klimatycznej i ekologicznej na horyzoncie i niemocą kolejnych szczytów klimatycznych. I wtedy pojawiła się pandemia. Gospodarka zaczęła się zatrzymywać, a przyroda odżywać. A wtedy pojawiło się widmo recesji. Rok się kończy mamy szczepionkę, Unia Europejska uchwaliła budżet odnowy gospodarczej. Ruszy budowa zbiorników retencyjnych, powstaną fermy wiatrowe, u mnie na wsi już pojawiło się ogłoszenie – wynajmę pole pod fotowoltaikę. Samochody wymienimy na elektryczne, zainstalujemy klimatyzację, powstaną nowe drogi, nowe lotniska i znów ruszymy na wakacje do egzotycznych krajów.
 
Tylko czy nie można by inaczej?
***
Ta pandemia może nie odpuścić, bo jak tylko trochę odpuszcza to premier od razu ogłasza, że wygraliśmy z pandemią i ona wtedy wraca. Owszem, premier może zmądrzeć, ale na to się nie zanosi. Jeśli pandemia nie odpuści, to czeka nas taka recesja gospodarcza, że nawet Fundusz Odbudowy nie pomoże. Co w tej sytuacji robić? Jeśli chodzi o mnie to idę do Ewy Marii zagrać w scrabble.
 

Tibor Jagielski

19/20
taka konstelacja
jowisz saturn
15
śmierć i śmiech
celtyckie pancerze
snute przez druidow
gazeta w rynsztoku
pozostaje
trans
form
akcja
fly!


Christine Ziegler

Hoffen wir drauf, dass uns dieses verflixte jahr 2020 genug an lehren um die ohren gehauen hat und wir gelassener ins neue jahr aufbrechen können.

Nehmen wir die ruhigen tage und schöpfen etwas kraft und füttern unsere geduld und unsere empathie, dann wird es uns schon gut ergehen, so hoffe ich.

Sham, my “very own news curator” hat mir was zu denken gegeben, was ich dir für den blog geben will: “today, I wanted us both to leave 2020 with the reminder that 2020 wasn’t special and that we need to think further ahead.” https://www.whathappenedlastweek.com/


Margaret (Małgorzata) Kowalska
25 grudnia 2020, Ottawa, Kanada

Ten dziwny rok dobiega już końca, czas na retrospekcje i podsumowanie. W sumie nie było tak źle, chociaż inaczej. Szybko przystosowaliśmy się do „social distancing”, maseczek i kolejek przed sklepami. Co prawda jak pierwszy raz włożyłam maseczkę, idąc do sklepu, pomyślałam, że wyglądam idiotycznie, ale w sklepie wszyscy mieli maseczki, więc przestałam się przejmować. Nauczyłam się również oceniać te przepisowe dwa metry odległości i czuję fizyczny niepokój, jak ktoś stoi za blisko.

Tuż przed wybuchem pandemii zdołaliśmy z rodziną mojej córki zaliczyć dziesięć dni na Florydzie. Wróciliśmy na tydzień przed zamknięciem granic. W mojej pracy zawodowej nic się nie zmieniło, ponieważ i tak pracowałam z domu i do biura jeździłam raz w tygodniu, żeby się pokazać. No to przestałam jeździć.

Z wnuczką najpierw widywałam się na odległość – ona na ganku, ja koło samochodu. Stopniowo, w miarę ocieplania się, zaczęłyśmy spotykać się u córki w ogródku. A pewnego dnia moja córka pozwoliła mi wejść do ich domu, ale tylko do jednego pokoju. No a potem stałam się częścią ich bąbla (buble) i już wszystko było w porządku. Zainicjowałam również czytanie książek na dobranoc przez video. Moja wnuczka to uwielbia.

W czerwcu miałam trochę nerwówki, bo dostałam gorączki i bolały mnie kości. Typowe objawy grypy, ale w tych czasach… Pognałam oczywiście zrobić wymaz (trzy godziny stania w kolejce na zewnątrz – miałam ze sobą składany stołeczek), potem dwa dni czekania na wynik i radość, że negatywny.

Zrobiłam się niestety nietolerancyjna – w stosunku do ludzi, którzy narzekają na niewygodę i obostrzenia, którzy twierdzą, że się nie zaszczepią. Wojuję z takimi wypowiedziami i na FB, i osobiście, tłumacząc, że w czasie wojny ludziom było znacznie gorzej i jakoś nikt nie protestował. Bo to jest przecież nasza mała wojna, która kiedyś się skończy i naprawdę nic się nikomu nie stanie, jak w tym roku nie pójdzie do knajpy czy na mecz. A te szczepionki nie zmienią nas w długłowe potwory czy roboty.

Patrzę z nadzieją na rok 2021, chociaż wiem, że daleka jeszcze droga przed nami.
A od córki dostałam pod choinkę taką oto zawieszkę, którą 1 stycznia powieszę na drzwiach mieszkania!


Maria Marucelli (Włoszczyzna)

Zdjęcie Ponte Vecchio we Florencji to najsmutniejsze, dla mnie, zdjęcie tego roku; wygląda jakby to była makieta, nie ma ludzi, a tak jak już pisałam – miasto musi żyć!

Zdjęcie Warszawy, to skrzyżowanie Alei Jerozolimskich z Marszałkowską podczas pierwszej manifestacji Strajku Kobiet! Zdjęcie które wypełnia serce nadzieją!

Krystyna Koziewicz
Goodbye Stary Roku

Rok 2020 sporo namieszał w naszym życiu codziennym, dopadła nas śmiercionośna pandemia, która wszystkim bez wyjątku zmieniła styl życia, także nasze nawyki, przyzwyczajenia. Pomimo problemów, jakie przysporzył wirus jestem wdzięczna losowi, że dane mi było przeżyć kolejny rok bez wielkich wstrząsów. Miałam cudowny czas z rodziną podczas świąt wielkanocnych, także urlopu w Małopolsce i Karkonoszach. Było wiele innych okazji do celebrowania życia doceniając każdą chwilę korzystając z dobrodziejstw kulturalnych Berlina. Tegoroczne święta Bożego Narodzenia wprawdzie bez fizycznej obecności najbliższych, pomimo tego nie brakowało mi bliskości za pomocą spotkań na Messengerze. No cóż, takie mamy czasy!

Rok 2020 obfitował w smutne wydarzenia, odeszła do wieczności wspaniała duchowa koleżanka Joanna, która służyła życzliwą radą, potrafiła szczerze pocieszyć i doradzić w trudnych sytuacjach. Co było bezcenne u Joanny – to skromność, takt i dyskrecja. Brakuje mi Jej ciepła, spokojnego dystansu, rozmów telefonicznych, smsów, postów na WhatsAppie.

Żegnaj Joanno!

Trudno mi było uwierzyć, że zmarła w zupełnym zaciszu Wiktoria Korb, która ze swoim talentem i dorobkiem publicystyczno-literackim należała niewątpliwie do grona berlińskiej bohemy. Wszędzie, gdzie pojawiała się, przyciągała wzrok, robiło się barwniej i weselej, świetnie się spędzało wspólny czas podczas rozmaitych spotkań polonijnych.

Cześć Jej pamięci!

Tuż przed świętami Bożego Narodzenia, 22 grudnia 2020 odszedł w Warszawie Wojtek Borowik – prezes ze Stowarzyszenia Wolnego Słowa, działacz opozycji antykomunistycznej, który wielokrotnie brał udział w polonijnych projektach w Berlinie. Wojtek łączył ludzi, nie dzielił, posiadał dobre umiejętności komunikacyjne.

Żegnaj Wojtku!

Koronowirus wywrócił do góry nogami nasze życie, całkowicie zdominował naszą codzienność. W internecie mamy zalew sprzecznych informacji, chaos zapanował wszędzie i w dużym natężeniu, nasza codzienność to plątanina spraw i emocji. To, co mnie wewnętrznie definiuje, to prawo życia w zgodzie z sobą i swoimi wartościami, a nie kogoś innego. Mam pełne zaufanie do profesjonalnych zaleceń medycznych, ufam wiedzy i ekspertyzom naukowców, tylko ich zalecenia mogą nas wszystkich uchronić przed nieszczęściem! Powszechnie dostępną szczepionkę przeciw Covid-19 traktuję jako dobro publiczne, z którego zamierzam naturalnie skorzystać.

Nie ubolewam specjalnie z powodu narzuconych ograniczeń w kontaktach społecznych, także braku bliskości z rodziną. Na szczęście media społecznościowe Facebook, WhatsApp czy Skype, czyli tzw. cyfrowa rzeczywistość umożliwia nam kontakt ze sobą. Sądzę, że ta sytuacja wzmocniła jeszcze bardziej nasze relacje interpersonalne, chociaż najważniejszą wartość stanowią jednak spotkania twarzą w twarz.

Prawdą jest, że na świecie nagromadziło się sporo zła, choć zawsze wydawało mi się, że żyjemy w najlepszym z możliwych światów i dalej tak uważam. Świat potrzebuje od nas dobra, które tkwi w naszym sercu, musimy kierować się zasadami miłości, wiary i nadziei w stosunku do drugiego człowieka.

Nie skarżę się na los, wierzę mocno w to, że jeszcze będzie pięknie, jeszcze będzie normalnie. Cieszę się z faktu, że jestem zdrowa, że święta spędziłam w domowym ciepełku, a nie w szpitalu, pod respiratorem, w trumnie czy na cmentarzu. W sytuacji pandemicznej nic mi więcej nie potrzeba, żyję według własnego scenariusza w przyjaznym otoczeniu, uwielbiam to, co mnie otacza.

Często słucham refleksyjnej piosenki Johna Lennona „Wyobraź sobie”, którą Państwu dedykuję z okazji Nowego Roku 2021

WYOBRAŹ SOBIE (IMAGINE)

Pomyśl, że nie ma nieba
To przecież proste tak
Pod nami nie ma piekła
Nad głową – tysiące gwiazd.
Wyobraź sobie ludzi
Gdy pokój ogarnia świat
Pomyśl, że nie ma granic
To takie proste…wiesz
Nikt nie zabija za nic
Religii nie ma też.
Wyobraź sobie, że ludzie
Żyją dzisiejszym dniem
Powiesz że to marzenia
Lecz przecież nie jestem sam.
Któregoś dnia staniesz ze mną
Bo to jest nasz wspólny świat
Pomyśl, że nie ma głodu
To łatwe, przecież wiesz
Już nie ma żadnej biedy
Chciwości ani łez.
Wyobraź sobie ludzi
Dbających o cały świat
Powiesz, że to marzenia
Lecz przecież nie jesteś sam
Któregoś dnia staniesz ze mną
Jeden jest nasz wspólny świat.

tłum. Michał Worgacz


Ela Kargol
Ten rok był wyjątkowy, zaczął się dobrze, kończy mniej dobrze. W tym całym “mniej dobrze” jest dużo dobrego. Na wiele rzeczy pozwala inaczej spojrzeć, inne rzeczy docenić. W moim przypadku nie tylko pandemia namieszała.
Gdy zachodziło słońce na czerwono, moja babcia zawsze mówiła, że będzie wojna, albo coś gorszego. Nie zawsze spełniały się przepowiednie babci.
Ta czerwień powstaje z rozproszenia światła na zawieszonych pyłach. Nawet nie wiem, czy to o te smogowe pyły chodzi. Jakby tak było, to im gorzej tym piękniej?


Zbigniew Milewicz
Nie będzie to specjalnie odkrywcze, co napiszę, ale na przekór trendom starałem się nie myśleć za dużo o wirusie, tylko robiłem swoje, czyli żyłem. Jak corona człowiekowi spadnie z głowy, to żyje mu się lżej. Poza tym układałem nowe rymy, ale nawet totalnie niemuzyczne ucho do słowa Biontec dobrałoby “majątek”, a więc faktycznie nie był to dla mnie zbyt odkrywczy rok. Mam nadzieję, że pod tym względem Nowy będzie lepszy, czego i Państwu życzę.

 


Brigitte von Ungarn-Sternberg
Einen Gruß zur Jahreswende!
Das Video hat mich sehr fasziniert, wie man nämlich per Videokonferenz einen ‚Götterfunken‘ erzeugen kann, bzw. Freude.
Wie die das wohl gemacht haben!?!

Ein gesundes, frohes 2021 wünsche ich allen!
Brigitte

Da diese Melodie zur Europahymne geworden ist, kann mit ihrer Aufführung möglichst eine ‚Europabegeisterung‘ neu angefacht werden. Das hat unser Kontinent auch wirklich immer wieder nötig, nämlich dass wir unseren Zusammenhalt stärken.

Die Völker und Nationen in Europa werden immer sie selbst bleiben mit ihrer Sprache, Geschichte und Kultur. Man braucht keine Angst zu haben ein Schmelztiegel oder schlimmer noch ein Einheitsbrei zu werden. Außerdem gab es in allen Jahrhunderten der Geschichte ständig europaweite Entwicklungen zusammen oder auch gegeneinander. Wenn man mit offenen Augen durch europäische Städte geht, kann man das ablesen z.B. in Stadtplanung und Architektur.

Der Dirigent Christian Thielemann hat einmal gesagt, dass er an Beethoven besonders bewundert, dass er niemals aufgegeben hat trotz Taubheit und abnehmender Gesundheit.

Ich glaube, dass das als Energie zu uns über die Musik kommt:

Niemals aufgeben!


Ewa Maria Slaska
I na końcu życzenia i podziękowania ode mnie, Adminki i Redaktorki tego bloga. Dziękuję Wam wszystkim za Wasze teksty, ale jeszcze bardziej za przyjaźń, jaką od Was otrzymuję. Niech ten Nowy Rok 2021 pozwoli nam zachować to, co udało się nam ocalić w minionym roku, czyli właśnie Przyjaźń, Miłość i Solidarność.

Nie damy się!

Als Redakteurin und Administratorin dieses Blogs möchte ich mich bei Euch allen für Eure Texte bedanken, aber vielmehr sogar für die Freundschaft, die ich mit den Texten von Euch bekomme. Ich hoffe, dass das Neujahr 2021 uns erlaubt, dies zu bewahren, das wir vom vergangenen Jahr rübergerettet haben: Freundschaft, Liebe, Solidarität.

Niemals aufgeben!


Ciąg dalszy – Fortsetzung