Mongolischer Fleck

Ewa Maria Slaska

A TU jeszcze lektura dla osób polskojęzycznych, nie całkiem na temat, ale trochę. O moich tatarskich korzeniach i znaczeniu liczby 40.

Inspiration für diesen Beitrag kam von Christine Ziegler. Danke!

Mein Vater stammte aus einer tatarischen Familie, die Krynicki, die aber schon längst polonisiert wurde. Seine Vorfahren kamen nach Polen in 17. Jahrhundert und dienten der neuen Heimat als Soldaten. Einer von ihnen war mutig und 1648 kämpfte heldenhaft mit den Kosaken in den (verlorenen!) Schlachten an den Żółte Wody und Korsuń. Dafür wurde er vor dem König Władysław IV veradelt (ein berühmter polnischer Dichter Wacław Potocki schrieb sogar einen Pean zu seiner Ehre). Wie es damals gang und gäbe war, hat man für ihn keinen neuen Wappen gefertigt, sondern er wurde von einer polnischen Familie “zum Wappen eingenommen”. Im Falle meiner familie war es Einnahme in den Wappen Korab, dh. Kogge, eine alte Schiffart.

Projekt von Tadeusz Gajl, veröffentlicht in: Herbarz polski: od średniowiecza do XX wieku, Gdańsk 2007

Die Familie siedelte sich in Südpolen an, in Krynica, daher war der Wappen mit einem Schiff jahrhundertelang ein bißchen bizzar, bis mein Vater gleich nach dem Krieg nach Danzig einzog, um Schiffsbau zu studieren. Dann wurde er nicht nur Ingenieur des Schiffsbaus, sondern auch ein Polarsegler und der Familienwappen hat sich endlich bewahrheitet.

Das ist mein Vater und nach ihm bin ich wie eine Tatarin zäh, stehe früh auf, mag ich wandern, was ich als Ersatz des Pferdreitens betrachte, und habe einen mongolischen Fleck.

Das wußte ich nicht bis ich nicht angefangen habe, Archäologie zu studieren. Während des Studiums haben wir auch Seminar in Anthropologie, dh. Wissenschaft vom Menschen (ich erkläre es, weil wir heute mit dem Wort Anthropologie vor allem die Kulturwissenschaft verstehen und als ich studiert habe, war es in Polen nicht so.) Eines Tages sollten wir zur Unterricht mit dem Badeanzug unter den Klamotten erscheinen. Wir wurden alle genau gemessen und noch genauer betrachtet. Dabei entdeckte der Dozent, dass ich eben am rechten Hüften einen hellen mongolischen Fleck habe.

Foto Krystyna Koziewicz 18.12.2021


Er war begeistert!
– Woher?! schrie er fast.
– Wir sind halt eine tatarische Familie, antwortete ich ohne großer Aufregung. Ich sah es nicht als eine Besonderheit.
Der Dozent aber schon. Mein Fleck wurde abgezeichnet, fotografiert und beschrieben und soweit ich weiß, ging er auch in die wissenschaftliche Annalen. Also insgesamt besser als ich selber.

Seitdem wußte ich, was es ist – ein milchkaffee-farbiger blasser Fleck an Hüften oder Pobacken der Nachkommen der Tataren. Schluß, ich habe es nie weiter befragt. Bis…

Bis eines Tages, 40 Jahre später wollte ich jemandem in Deutschland erklären, dass wir alle es haben, die Ur-urenkel von Tschingis-Khan. Ich schaute in die Wikipedia, was wir doch immer alle machen, wenn wir etwas finden und zeigen wollen, und fand etwas abscheuliches: Der Mongolenfleck (auch kongenitale dermale Melanozytose, Asiatenfleck, Sakralfleck, Steißfleck, Hunnenfleck) bezeichnet ein oder mehrere unregelmäßige bläuliche Muttermale meist am Rücken, Gesäß oder Kreuzbein eines Kindes. BILD

“Mein” mongolischer Fleck, helle, beige schönaussehender Fleck, überhaupt nicht krankhaft, ist im Internet entweder nie gewesen oder inzwischen gänzlich verschwunden. Was blieb, ist etwas Unangenehmes.

Und dazu noch… rassistisch! Wrrrr!

So verschwinden schöne Legenden unserer Kindheit und Jugendzeit. Nur… ich habe den Fleck immer noch. Es bleibt dann die Frage, was ist es? Und was hat meinen Anthropologiedozenten so begeistert?

2 thoughts on “Mongolischer Fleck

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