Dalai Lama

GRATULIERE DALAI LAMA ZUM GEBURTSTAG! ZŁÓŻ ŻYCZENIA DALAJ LAMIE! WISH DALAI LAMA A HAPPY BIRTHDAY!

Am 6. Juli 2022 hat der Dalai Lama Geburtstag: Das geistliche Oberhaupt der Tibeter wird 87 – hier könnt Ihr Eure Grußbotschaft hinterlassen!
Die Anzahl aller gesammelten Glückwünsche und einzelne, ausgewählte Wünsche werden dem Dalai Lama übermittelt.

Dalaj Lama obchodzi urodziny 6 lipca 2022: Duchowy przywódca Tybetańczyków kończy 87 lat – tutaj możesz zostawić wiadomość z życzeniami!
Dalaj Lama otrzyma informację, ile osób złożyło mu życzania, otrzyma też kilka wybranych życzeń.

The Dalai Lama’s birthday is on 6 July 2022: The spiritual leader of the Tibetans turns 87 – you can leave your greeting message here!
The number of all collected wishes and some individual ones are sent to him.

https://savetibet.de/dalai-lama-geburtstag

Aktion / Akcja / Action of International Campaign for Tibet Deutschland e. V.

Menschenrechtsorganisation, International Campaign for Tibet (ICT) wurde 1988 gegründet und hat ihre Büros in Washington, Amsterdam, Brüssel, Berlin und in Dharamsala, Indien. Internationaler Vorsitzender ist der Schauspieler Richard Gere.

Wir wollen, dass das tibetische Volk in Freiheit und Selbstbestimmung lebt und die Menschenrechte geachtet werden. Wir treten für

– ein demokratisches Selbstbestimmungsrecht

– die Sicherung der Menschenrechte

– den Schutz der landeseigenen Kultur und Umwelt in Tibet ein.

International Campaign for Tibet Deutschland e. V.
Schönhauser Allee 163
10435 Berlin
E-Mail: info@savetibet.de
Tel.: 030 / 27 87 90 86

			

Ein Loblied auf die Mittelmäßigkeit und den gesunden Menschenverstand


Monika Wrzosek-Müller

Seit Jahren, eher seit Jahrzehnten leben wir in immer spezialisierteren, effizienteren und exzellenteren Umständen. Immer schneller wechseln die Moden, die Ansichten, die Diäten; ja, der Fortschritt oder das Neue ist der Motor der kapitalistischen Welt, damit wird schnelles Geld verdient oder auch verloren. Wir sind von Professionalisten und Experten aller Couleur umgeben, die diesen Wechsel ermöglichen, erklären und vorantreiben. Sie sind so etwas wie früher die Pfarrer auf der Kanzel, deren Stimmen wir gelauscht haben. Dabei verlieren wir selbst immer mehr die Verbindung zu unserem gesunden Menschenverstand oder, noch tiefer und genauer, zu unserem instinktiven Bauchgefühl, dass uns in existentiellen Notlagen früherer Zeiten oft auch gerettet haben.

Die Pandemie hat gezeigt, wie wenig wir inzwischen bereit oder auch in der Lage sind, den eigenen Verstand einzusetzen, die Lage ernst zu nehmen und danach zu handeln. Es bedurfte einer Reihe von Maßnahmen, die von oben verordnet werden mussten, damit sich viele selbstverständliche Corona-Maßnahmen doch durchsetzen und etablieren konnten. Um zu verstehen, dass Masken bei einer über die Atemwege übertragenen Krankheit hilfreich sind, musste man nicht Epidemiologe und Chefarzt einer Klinik für Infektionskrankheiten sein. Warum musste das erst ganz ernst verkündet und dann doch manchmal wieder verwerfen werden; dass Abstand und Isolation helfen würden gegen die Ausbreitung der Krankheit, müssten eigentlich sogar Kinder schon wissen. Trotzdem erinnere ich mich genau, dass ungefähr halbes Jahr nach dem Pandemieausbruch ein holländischer Freund uns mit großem Ernst erklärte, dass Masken nicht helfen würden und dass es aus wissenschaftlicher Sicht völlig unnütz wäre, sie zu tragen; also trage er sie auch nicht. Auch aus Schweden hörte ich ähnliche Stimmen, die mit sehr ausgefeilten und zugespitzten wissenschaftlichen Expertisen und Zahlen gegen die Schutzmaßnahmen argumentierten, bis dann irgendwann klar war, dass eben nur Masken, Abstand und Lüften, dann die Impfung und das Testen etwas helfen.

Warum sind wir eher geneigt, komplizierten wissenschaftlichen Ausführungen Glauben zu schenken als der eigenen Intuition und Überzeugung? Warum beugen wir uns so schnell dem Diktat des Expertenwissens, anstatt den eigenen gesunden Menschenverstand einzuschalten? Geht es um Verantwortung, um Bequemlichkeit, um das oberflächliche Abhaken der Wirklichkeit, wenn man sich eben einfach schnell auf die Expertise verlässt? Wir, die Mittelmäßigen, können doch nicht gegen die Hochgebildeten, Aufgeklärten aufbegehren. Die Mittelmäßigkeit wurde derart gründlich schlecht geredet, dass die Menschen alles versuchen, um eben nicht dem Mittelmaß zu entsprechen; und das sind wir, in der überwiegenden Mehrzahl, eben doch, auch wenn viele Eltern meinen, ihre Kinder zu Genies erziehen und ihre besonderen Talente fördern zu müssen.

Jetzt, bei dem Krieg in der Ukraine, fällt mir wieder auf, wie schnell Experten, Militärs, Philosophen, Politiker, Journalisten, ganze Armeen von Professionalisten bemüht werden, um die richtige Strategie zu entwerfen, während die Zeit, die dort Menschenleben kostet, verrinnt. Eigentlich wissen wir doch alle, dass in einem solchen Krieg nur Waffen und schnelle Hilfe angesagt sind; alles andere sind Ausreden und Hirngespinste, doch es wird kräftig diskutiert und verschiedenen Optionen werden erörtert, offene Briefe hin und her geschrieben. Bis sich irgendwann die Einsicht auch bei den Politikern durchsetzt, dass es nur hilft, die Ukraine militärisch zu unterstützen und damit wird auch uns selbst schützen; wir verteidigen doch damit auch unsere Sichtweise, unsere Werte – von dem Leben unserer Mitmenschen gar nicht zu reden. Doch viele sind wie befangen in schon überholten Vorstellungen von Pazifismus, von historischen Konstruktionen, von Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft, der Sicherheit, dem Wohlstand, befangen letztendlich in veralteten Denkstrukturen, die jetzt herausgefordert werden.
Ist dieses Augenverschließen eigentlich nur durch politische und wirtschaftliche Faktoren bedingt, oder haben wir inzwischen selbst wirklich verlernt, intuitiv und aus dem Herzen zu entscheiden? Und ja, das Herz ist dabei eine wichtige Komponente; mit dem Herzen sehen, bedeutet etwas ganz Anderes als rational etwas zu konzipieren, zu erfinden und durchzuführen.

Was hat aber Mittelmäßigkeit damit zu tun? Nun, ich glaube, dass eben das Streben nach Individualität und Einmaligkeit zu sehr extremen und oft unlogischen Gedankengängen und Verhaltensweisen verführt und dass es dabei auch um die Qualität „Herzensgüte“ geht.

Vor Jahren beklagte Milan Kundera „die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“, die Künstlichkeit, die Technokratie und die Unmenschlichkeit unserer Zeiten; brauchte man den Blick von der anderen Seite des Eisernen Vorhangs, um zu bemerken, dass die Welt zu schnell, zu gierig in eine Katastrophe rast? Leider ist in Deutschland die Erfahrung der DDR mit der Vereinigung völlig weggewischt worden, man hat nichts mitnehmen wollen aus der früheren Zeit, obwohl einiges dem „goldenen Westen“ doch gutgetan hätte. Es gab in Polen so ein Sprichwort „Ob im Stehen oder Liegen, zwei Tausender wird man kriegen!“; das war natürlich ein Lobgesang auf die Mittelmäßigkeit und nicht gerade ein Ansporn zu großen Anstrengungen, bedeutete aber auch einen kleinen Schritt in Richtung Bescheidenheit, für die es in der heutigen Welt eigentlich kaum Platz gibt.

Zu der Mittelmäßigkeit habe ich ein Lied von Klaus Hoffmann gefunden, nicht gerade meine Musik, aber der Text vielleicht nicht schlecht; auch eine ganz verrückte Punkband: Acht Eimer Hühnerherzen
hat mit dem Lied über das Mittelmaß einen Beitrag geleistet.


„Es muß nicht immer Kaviar sein“, hat schon Johannes Mario Simmel geschrieben, und William
Somerset Maugham hat sogar behauptet: „Nur ein mittelmäßiger Mensch ist in Hochform“.

9-Euro-Ticket (3)

Christine Ziegler

Ja, auch das ist 9-Euro-Ticket

Liebe Ewa,

die Langstrecke Berlin – Pfalz haben wir natürlich mit einem schön früh gebuchten Fahrschein absolviert. Doch als wir mal in der Pfalz angekommen waren, sind wir tagtäglich von Landau aus mit Bus oder Bahn zu den schönsten Wanderrouten gefahren.

Auf dem Weg nach Kaiserslautern war es dann besonders nett. Da wurden wir nämlich auch mal kontrolliert. Und trotz Maske war zu sehen, dass sich die Schaffnerin freute, dass sie Gäste aus Berlin im Zug hatte. Sie fragte uns aus, was wir so machen und schwärmte davon, auch bald mal nach Berlin zu fahren. Wirklich: bin schon lang nicht mehr so gerne kontrolliert worden!

Es ist eine feine Sache, allüberall im Land für jeden Bus, für jeden Zug ein gültiges Ticket zu haben. Einfach einsteigen, das war noch nicht mal in den Förderbedingungen für die BahnCard 100 enthalten.

Schiefgehen kann es mit der Bahn natürlich auch: Am Sonntagmorgen wurde uns verkündet, dass der Zug nach Bern verspätet eingesetzt wird, er war einfach noch nicht fertig geputzt. Alles steigerte sich ins Absurde, als am Gleis eine Zugdurchfahrt angekündigt wurde. Dieser Zug rollte auch gleich herein in den Bahnhof – und blieb stehen. Ok, also doch unser Zug? Alle schnappten Kind und Kegel und enterten den Zug, um dann verunsichert in der Tür stehen zu bleiben. Den ganzen Bahnsteig entlang, alle zwischen Tür und Angel. Da trabte J. zum Zuganfang, wenigstens der Fahrer musste doch wissen, was es mit dem Zug auf sich hatte. Nach gefühltes zehn Minuten Rätselraten war dann geklärt, dass dies ein Zug nach Frankfurt sei, der müsse aber mit der Abfahrt warten, bis der Zug nach Bern sich auf den Weg gemacht hat. Aber wohin kommt nun der Zug nach Bern? Keiner hatte Ahnung, auch nicht die Schaffnerinnen, die auf ihren Zug warteten. Na dann endlich die Auflösung am Gleis „direkt gegenüber“:
Ach, endlich dann ein Platz ergattert und das ruhige Leben an Bord konnte einsetzen.

Doch dann wurden die Informationen immer wilder. Wann würden wir in Heidelberg sein? Welche Anschlüsse können wir erreichen? Ab Hanau war keine Gewissheit mehr. Frankfurt selber wurde nicht angefahren, irgendwo wird gebaut. Die DB-App behauptete steif und fest die alten Zeiten, die längst nicht mehr erreichbar waren. Plötzlich fuhr nach Frankfurt Süd der Zug noch durch Mannheim, ohne zu halten. Aber wieso? Jetzt war selbst der Schaffner baff. Später hörten wir von Feuerwehreinsatz am Gleis. In der Nähe von Darmstadt war ein Weizenfeld in Flammen aufgegangen.

In Heidelberg war jegliche Gewissheit über hereinkommende Züge zu Zeit und Gleis ausgesetzt. Die Hitze war unerträglich, das Gepäck schwer, die Kinder müde, eine unglaubliche Melange. Und alle treppauf, treppab auf der Suche nach dem verlegten Zug.

Doch waren es dann doch nur zwei Stunden, in anderen Gegenden der Welt kann das noch ganz anders enden.

Ist das der Sommer, in dem wir lieber zuhause bleiben? Die, die noch fliegen, können sich im Moment auch nicht sicher sein, ihren Flug tatsächlich angeboten zu bekommen. Zu wenig Personal für Service und Sicherheit. Die Ferien beginnen und die Staumeldungen vervielfachen sich.

Und trotzdem, der Tapetenwechsel tut der Seele gut.


In der Pfalz leben liebe Freude, manche kenne ich schon seit den 80er Jahren. Im Wald sein war sowieso eine Erholung. Die gelegentlichen Aussichten immer eine Freude. Jedes Mal, wenn ich die erste Hügelkette erklommen hab und ins weite Waldland schaue, werde ich ganz froh und glücklich. Na und Essen und Trinken ist dort auch von bester Qualität. Lange Gespräche in lauen Sommernächten, wir hatten von Allem das Beste. Pünktlich um viertel nach zehn flog die Eule jeden Abend über das Haus.


Neun-Euro-Ticket ist super, wenn es genug Züge und genug Personal gibt. Wenn die Bahn auch in die Lage versetzt wird, unserer Reiselust zu begegnen. Die meisten, die wir trafen, hatten Spaß an ihrer Arbeit und behielten trotz Hitze und genervter Menschen ringsum die Contenance. Ok, nicht alle, einen Stinkstiefel haben wir in Neustadt schon auch getroffen. Aber die Aufgabe war durchaus schwer. Da stand der ersehnte Zug am richtigen Gleis und sollte plötzlich nicht mehr im Einsatz sein? Alle wieder raus, wieso das? Antworten gab es da sowieso nicht, nur schlechte Laune.

Doch sowas gleich doch die Schaffnerin bei Kaiserslautern locker aus, oder?

Liebe Grüße

Christine

Stulecie przeszkód / Jahrhundert der Hindernisse

Trzeci piątek miesiąca. Od początku roku to już tradycyjny termin, kiedy my trzy, Ela Kargol, Krystyna Koziewicz i ja, zapraszamy do Polskiej Kafejki Językowej na spotkanie z literaturą.

Piątek, 17 czerwca 2022 o godzinie 19
Daniel Lis, Stulecie przeszkód
SprachCafé Polnisch
Schulzestr. 1
13187 Berlin-Pankow, direkt am S-Bhf Wollankstr


https://sprachcafe-polnisch.org/

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To nie jest tylko opowieść o sporcie i wielkich ideach.

To wciągająca historia ludzkich nadziei i ambicji, lęków, słabości i dramatycznych wyborów oraz najtrudniejszych walk, które toczą się poza stadionami.

Książka Daniela Lisa daje niespotykanie szeroki i świeży wgląd w historie polskich olimpijczyków i paraolimpijczyków. Autor konfrontuje z sobą źródła, wyszukuje nieznane dokumenty i rzuca nowe światło na historie – wydawałoby się – już opowiedziane. Jako pierwszy opisuje polski wątek najkrwawszego wydarzenia w historii igrzysk – zamachu w Monachium. Zastanawia się z polskimi narciarkami, czy wesprzeć radziecki protest i dostać medal, czy powiedzieć prawdę i zająć czwarte miejsce. Tropi wojenne losy mistrza boksu, które ten w czasach stalinizmu wolałby przemilczeć: siedział w więzieniu, obozie, pracował na kolei, a może służył w Wehrmachcie? Ze sztangistą Ryszardem Tomaszewskim, multimedalistą paraolimpijskim, wraca do stanu wojennego i uścisku dłoni z księciem Karolem.

“Na pierwszym planie walka Polaków o złoto, srebro lub brąz, a w tle – wielka historia i wielki teatr kolejnych olimpiad. Legionista Adam otrzepał się z pyłu wojennego i bierze przeszkody na paryskim hipodromie, oszczepniczka Marysia przemawia się z Hitlerem w loży honorowej, sędzia sportowy Jakub z Kalisza – Jakow z Izraela ginie w zamachu terrorystycznym w Monachium. Detektywistyczne rekonstrukcje, nowe, żywe wiadomości o wydarzeniach i charakterach. Czytam i zamieniam się w świadka. Gorąco polecam.”


Małgorzata Szejnert

“Daniel Lis od lat jest redaktorem moich książek, najlepszym z trenerów. Tym razem to on startował w zawodach, pisząc książkę, a ja dopingowałam, ile wlezie. Dobiegł do mety ze znakomitym wynikiem. „Stulecie przeszkód” jest świetnie napisane, a dbałość autora o szczegół, wyciąganie na światło dzienne faktów zapomnianych, choć fascynujących, i prostowanie przekłamań zasługują na złoty medal. Proszę też przygotować chusteczki, bo jest tu masa wzruszeń. A poza tym trudno nie płakać, kiedy na olimpijskim podium staje polski sportowiec.”


Magdalena Grzebałkowska

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Daniel Lis – redaktor książek non-fiction, reportaży i biografii, absolwent Wydziału Studiów Międzynarodowych i Politycznych Uniwersytetu Jagiellońskiego. „Stulecie przeszkód. Polacy na igrzyskach” to jego reporterski debiut.

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Fragment tekstu:

Przygotowania do igrzysk olimpijskich w Berlinie:

Jerzy Rogowicz, korespondent „Kuriera Warszawskiego”(…) pisze: „I oto, przybywszy do Berlina odnoszę wrażenie, iż zmieniło się tak wiele, że niemal podróż moja okazuje się niecelowa. Jakże bowiem inaczej myśleć ma ktoś, kto pragnie obserwować dalszy rozwój rewolucji hitlerowskiej, skoro tej rewolucji – w ogóle nie zastaje. Tak jest: w Berlinie dzisiaj hitleryzmu w dotychczasowym znaczeniu tego słowa właściwie nie ma. (…) Nie sądźcie, że Berlin wygląda dziś tak, jak gdyby nie istniał narodowy socjalizm. Nie. Widać, że istnieje i widać, że rządzi. Ba, dawno nie było tylu swastyk, spływających na czerwonych wstęgach z okien, drzewiec i masztów, co teraz. Ale płyną one w jednej, wielkiej fali olimpijskiej z innymi sztandarami. Dziś w Berlinie to nie oznaka hitlerowska, lecz niemiecka. Wszak zdobi ona już dziś chorągiew państwową”.

Rogowicz odnotowuje, że gazety przestały pisać o polityce wewnętrznej Rzeszy, a z ulic zniknęli polityczni agitatorzy oraz wielkie samochody głoszące propagandę przez megafony. Sklepy i restauracje przybrane są niezliczonymi chorągiewkami, gości witają napisy w różnych językach – najczęściej po angielsku i francusku, potem po polsku i włosku. Rogowicz dostrzega tabliczki: „Tu się mówi po polsku”, a nawet „Serdecznie witamy polskich gości”.

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Unser Gast ist Daniel Lis, Trainer und Redakteur. Das Buch “Ein Jahrhundert der Hindernisse. Polen bei den Olympischen Spielen” ist das Buchdebüt des Autors.

Auf der Website des Verlags ist zu lesen:
Dies ist eine fesselnde Geschichte über menschliche Hoffnungen und Ambitionen, Ängste, Schwächen, dramatische Entscheidungen und die härtesten Kämpfe, die außerhalb der Stadien stattfinden.
Das Buch von Daniel Lis gibt einen breiten und sehr frischen Einblick in die Geschichte der polnischen Olympioniken und Paralympioniken. Der Autor recherchiert akribisch, findet massenweise unbekannte Quellen und Dokument, wirft ein neues Licht auf Geschichten, die man bereits erzählte, nur eben anders und überhaupt nicht so spannend. Er ist der erste, der den polnischen Faden des blutigsten Ereignisses in der Geschichte der Spiele – des Münchner Bombenanschlags – beschreibt. Er fragt sich mit den polnischen Skifahrerinnen, ob sie den sowjetischen Protest unterstützen und eine Medaille bekommen oder die Wahrheit sagen und nur Vierte werden sollen. Er zeichnet das Kriegsschicksal eines Boxchampions nach, über das der in der stalinistischen Zeit lieber geschwiegen hätte: War er im Gefängnis, in einem Lager, bei der Eisenbahn oder vielleicht bei der Wehrmacht? Mit Ryszard Tomaszewski, einem Paralympics-Athleten und Medaillengewinner, kehrt er zum Kriegsrecht und zum Händedruck mit Prinz Charles zurück.


Das Treffen findet auf Deutsch statt.

Die Eiche und die Bäume von David Hockney

Monika Wrzosek-Müller

Die Eiche und die Bäume von David Hockney

Über längere Zeit fotografierte ich eine Eiche auf einem Feld in unserer paradiesischen Einsiedelei in der Uckermark, in verschiedenen Wetterlagen, in diversem Laubkleid und bei verschiedenen Lichtverhältnissen. Mir schwirrte die Idee im Kopf herum, daraus einen Kalender zu machen (leider ist es bei der Idee geblieben). Immer noch greife ich oft zum Handy, um diesen imposanten Baum zu knipsen. Die Eiche ist riesig, weitverzweigt, ausladend und sie steht mitten in einem Feld, das jedes Jahr mit anderen Pflanzen bebaut wird. So sieht es eben mal ganz Gelb um sie herum aus (da war gerade Raps dran) oder rötlich (dabei handelte es sich um Klee), oder öfter Grün. Nur Grün ist eben nicht immer Grün, mal haben die Grashalme ein gelbliches, mal ein saftiges Grün und dann auch vertrocknetes, fast ein Graugrün. Die grünen Wiesen sind nie einheitlich Grün, sie changieren zwischen allen möglichen Farbtönen; die Beobachtung dieser Phänomene brachte mich auf die Bedeutung des Wechsels in der Landwirtschaft, aber auch darauf, was das fürs Auge bedeutet. Die Farbpalette der Grüntöne erfasst unheimlich viele Farben: von Absinthgrün bis Zeisiggrün, oder malerischer: von Aquamarin bis Grüngelb, nicht zu vergessen Pistazien-, Smaragd-, Tannen-, Erbsen und Giftgrün. All diese Töne kann man bestimmt auf den weiten Wiesen um den Baum finden, doch fürs Auge bilden sie einen wunderbaren weichen Teppich, der manchmal vom Wind bewegt wird und die Farben immer wieder wechselt; ein andermal erscheint der Teppich kurz geschoren und tiefe Streifen winden sich hindurch, in denen einzelne Grashalme robust ausharren. Vor einigen Jahren wurde das Feld um den Baum auch mit Mais bebaut, das nicht allzu hochwuchs und nur mickrige Kolben trug; es hatte zu wenig geregnet. Im Jahr darauf sahen wir sogar Sonnenblumen sprießen, die aber nur halbhoch und halbreif wurden; sie eigneten sich vielleicht als Futter, genauso wie der Mais, es hatte wieder zu wenig geregnet. Jedes Jahr also bekommt das Feld ein anderes Kleid, der bewirtschaftete Boden andere Pflanze und der Baum eine andere Umgebung, in der er sich spiegelt, und das Auge eine neue Landschaft.

Der Baum besitzt eine imposante Krone, über der es einen riesigen Himmel gibt, der manchmal mit Wolken gefleckt ist, ein andermal einheitlich grau oder ganz in Himmelblau getaucht. So eine Wolke kann die Verlängerung der Krone bilden, sich aufbauschen und weiterwachsen hoch in den Himmel hinein, oder der Himmel wird nach unten gedrückt, hängt über der Krone mit dunklen Gewitter- oder Regenwolken; es gibt da unzähligen Möglichkeiten und Varianten und jede verdient betrachtet und gesehen zu werden, so entstehen auch unzählige Fotos. Wenn wir dazu noch das Wechselspiel des Laubes nehmen, das Frühlings-, Herbst-, oder Sommerlaubkleid oder die Winterkargheit, dann multiplizieren sich die Möglichkeiten ins Unendliche. Im Winter sind die Äste und der Stamm sichtbar und mächtig, für Fotos machen sich die scharf gezeichneten Konturen oft am interessantesten.

Die Eiche steht in einer Senke, Überbleibsel einer Endmoräne, einem kleinen Tümpel im Frühjahr und manchmal im Winter, der aber eher selten mit Wasser gefüllt ist, denn er liegt hoch über dem Niveau des Seespiegels oder des Baches und trocknet normalerweise im Sommer oder anderen regenarmen Perioden aus. Dahinter erstrecken sich weite Felder, meist in verschiedenen Farben, und seitlich zieht ein Streifen eines Feuchtbiotops. Zu DDR-Zeiten versuchte man die feuchten Flächen zu meliorieren, sie um jeden Preis trockenzulegen, doch nach der Wende wurden alle Entwässerungskanäle zugeschüttet und die Landschaft gewann wieder ihre alte Lebendigkeit und Farbenpracht. Sie lockt auch unheimlich viele Vogelarten an, die man von einem höher gelegenen Weg beobachten kann. Es ist überwältigend, diese Landschaft mit allen ihren Tier-, Vogel, Insektenarten zu betrachten; dafür wurden extra Bänke aufgestellt. Manchmal ist das Vogelkonzert so laut, dass es beinah stört, am liebsten würde man es leiser stellen.

Warum bedeutet mir der Lebensrhythmus eines Baumes so viel? Ich merke jedes Jahr, dass ich davon fasziniert bin; er zeigt so deutlich die Vergänglichkeit, den Wechsel, die Abhängigkeiten vom Klima, aber zugleich ist er auch der Inbegriff des Lebens. Mit dem starken Stamm symbolisiert er Kraft und Mut, das aufstreben, aber auch die Beständigkeit, mit der grünen Krone, die hoch in den Himmel ragt, die Öffnung und Freiheit, mit den tiefen Wurzeln die Verwurzelung und Stabilität. Die Liebe und Bewunderung für große alte Bäume habe ich mit den Deutschen gemeinsam. An die Landschaft ohne Bäume kann ich mich nur schwer gewöhnen und sie lieben lernen; so war für mich vor Jahren die Landschaft auf der Insel Malta erst einmal unheimlich, ich konnte mir ziemlich lange nicht erklären, was mir da fehlte und was mich störte. Letztendlich war es eben das Fehlen von jeglichen Bäumen, von Wald; die Funktion von Hainbuchen-, Thuja- oder Buchsbaumhecke übernahmen riesige Opuntien, die aber wahrlich keine Bäume waren. Auch die Landschaften an der Nordsee, wo Bäume ganz sporadisch zu treffen sind, sind mir mit ihrem peitschenden Wind unheimlich; große Landflächen, durchzogen von Kanälen, mit endlosen Wiesen sind zwar sehr malerisch, aber nicht meins.

Deswegen ging ich auch in die Ausstellung von David Hockney „Vier Jahreszeiten“, Landschaft im Dialog. Three Trees near Thixendale malte Hockney 2007/2008 während längerer Besuche bei seinen Eltern in der Grafschaft Yorkshire. Angeblich existieren auch diverse Fotos von der Gegend, die er selbst machte, um die Veränderungen der Landschaft im Wechsel der Jahreszeiten zu dokumentierten. Doch ein Kunstwerk ist kein Abbild der Wirklichkeit, auf jeden Fall kein genaues, auch wenn Hockneys Malerei schon viel mit Realismus, vielleicht magischem, vielleicht naivem Realismus zu tun hat. Er selbst meinte, die Fotografie könne die Schönheit der Landschaft in Yorkshire nicht einfangen. Das, so finde ich, wird noch deutlicher bei den Bildern von den Eltern, wo ein wirklich fiktiver Raum geschaffen, der Abstand zur Wirklichkeit unmittelbar sichtbar wird. Doch auch in den großformatigen Bildern von den Bäumen (es wurde viel gerätselt, welche Bäume Hockney dargestellt hat, ob das Berg- oder Feldahorn sei, für mich hätten es auch alte Linden sein können und auf jeden Fall mächtige Laubbäume) entsteht ein Abstand zur Wirklichkeit, zum Betrachter. Man verfolgt fasziniert die Zeichnung der Äste, der Stämme, dann des Laubes, dann das Kolorit und das Verhältnis zur wirklichen Landschaft. In diesem Moment merkte ich, dass ich selbst so oft einen Baum beobachtet hatte. Auch ein Foto bildet ein Ausschnitt, ist eine Wahl, eine Auswahl von diesen unzähligen Möglichkeiten, die ich vorhin aufgezählt und besprochen habe; hier, in dem Zyklus, beim Malen kommt noch die Technik, die Farbe, der Hintergrund und das Auge und der Wille des Künstlers hinzu.

Um diese Vorgänge besser zu verstehen, schafft die Ausstellung eine Ergänzung oder eine Art Erklärung und zeigt Bilder der Landschaften mit Bäumen aus anderen Epochen, die mögliche Vorbilder oder Anregungen sein könnten. Die Werke stammen aus den Beständen der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Beschäftigung mit der Landschaft ist in allen Kunstepochen vorhanden. Denken wir dabei an die Weltlandschaften im Mittelalter und in der frühen Renaissance, wo sie immer den Hintergrund mit dem Fluss, den Hügeln und dem Meer bildeten. Dazu haben wir das Beispiel von Piero della Francesca. Wahrscheinlich kam die Beschäftigung mit dem einzelnen Baum seit der Zeit der Lithographie, des Kupferstichs, der Radierung. Das war die Zeit der detaillierten Darstellungen, möglichst nah an der Wirklichkeit, einer Rekonstruktion der Wirklichkeit. Als mögliches Beispiel könnte „Die Landschaft mit den drei Bäumen“ von Rembrandt van Rijn 1643 dienen. Auf jeden Fall hat Rembrandt wirklich drei Bäume am Wegesrand gezeichnet; doch es handelt sich um eine kleinformatige Radierung. Dann gibt es verschiedene holländische Maler und ihre Landschaftsbilder, wie Jacob Ruisdael „Eichen an einem See mit Wasserrosen“, Philip Koninck „Holländische Flachlandschaft“ auch Meinert Hobbema „Dorfstraße unter Bäumen“. Angeblich hat sich Hockney mit den Naturbildern von van Gogh auseinandergesetzt; in der Ausstellung wird eine Zeichnung mit Graphitstift gezeigt, „Ernte in der Provence“ 1888. Von ihm soll er die Intensität der Beschäftigung mit der Natur, seine Farbigkeit, den Pinselschwung übernommen haben. Von Monet dagegen das Prinzip der Serie: vier Bilder desselben Objekts.

Auf jeden Fall macht Hockney klar, dass das Interesse an der Landschaftsmalerei nicht nachgelassen hat, dass man mit neuen Techniken, neuen Perspektiven und Hilfsmitteln, auch ungewöhnlichen Farbkombinationen die Faszination für das Thema noch vehementer zum Ausdruck bringen kann. Mich haben die Bilder verzaubert, vor allem aber durch ihre Einzigartigkeit und vielleicht auch durch die riesigen Formate, so dass man das Gefühl hat, darin zu stehen und von ihnen umgeben zu sein. Die Inspirationen und Vorbilder taten es weniger.

Heinrich Vogeler (Don Quijote?)

und ein Regenspätsommer mit meiner Schwester

Für Pia

Ewa Maria Slaska

Meine Nachbarin hatte Corona. Ich habe ihr jeden Tag etwas von meinem Tisch zukommen lassen. Sie meint jetzt, die polnische Küche sei fantastisch. Als Dankeschön bekam ich eine Kinokarte mit einer Filmempfehlung.

HEINRICH VOGELER – AUS DEM LEBEN EINES TRÄUMERS

Deutschland 2022
Regie: Marie Noëlle – Buch: Marie Noëlle
Mit Florian Lukas, Anna Maria Mühe, Alice Dwyer, Johann von Bülow, Samuel Finzi

In diesem Jahr jährt sich Heinrich Vogelers Geburtstag zum 150. Mal. Grund genug für eine umfassende Ausstellung im Künstlerort Worpswede, aber auch der ideale Zeitpunkt für einen Film, der nach den Mustern einer Dokumentation erzählt, aber mit reichlich Spielszenen ausgestattet ist. „Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers“ ist so weder das eine, noch das andere, aber der vielleicht perfekte Ansatz, um den Künstler und den Zeiten im Umbruch, in denen er lebte, gerecht zu werden.


Heinrich Vogeler… Ich schließe meine Augen und plötzlich sind letzte 15 Jahre verschwunden und wir sind mit meiner Schwester Katharina in der Umgebung von Worpswede. Wir wohnen in einem Haus nicht weit von der Stadt, wo sich der Fußboden bewegt, wenn man geht, weil das Haus auf einem Moor gebaut ist. Damit der Fußboden und damit das ganze Haus nicht zerfällt, ist er auf zwei Platten gebaut, die nur durch Wände zusammengehalten werden.

Wir haben einen festen Tagesablauf. Aufstehen, frühstücken, arbeiten, dh. schreiben und übersetzen, Mittag kochen, essen, spazierengehen, Regenpilze sammeln und sie gleich nach dem nach Hausekommen braten und sofort essen, dann mit unseren Gastgebern ein Bisschen quatschen oder mit deren Kindern Brettspiele spielen, auf der kleinen vorgebauten Terasse sitzen, schweigen, dem quakenden Fröschen zuhören, Sterne gucken, schlafengehen…

Es regnet fast jeden Tag. Aber auch fast jeder Nacht kann man Sterne sehen.

Manchmal fahren wir zum Teufelsmoor, an Samstagen gibt es in den Dörfern rumherum Kirmes und Flohmärkte, ab und zu gehen wir in die Stadt, nach Worpswede, eine Stadt durch ihre Künstler-Verein Worpswede berühmt. Wir besuchen all diese Künstlerhäuser dort und gehen zum Grab von Paula Modersohn-Becker auf dem kleinem Friedhof. Auf dem Grab befindet sich eine liegende Frauenfigur mit einem kleinem Kind. Das ist Paula mit ihrer Tochter Mathilde, die sie bei der Geburt in den Tod schickte. Mathilde selber lebte aber schon sehr lange – 1907–1998. Paula starb 31-jährig. Ihre letzten Worten waren der Überlieferung nach: Wie Schade!

Für die letzten drei Nächte unseren Urlaubs verlassen wir unserem Einhaus-Dorf und ziehen in das Haus-im-Schluh, Museumshaus von Martha Vogeler, erste Ehefrau von Heinrich Vogeler. Überall hängen Vogelers Bilder, kleine Aquarellen sogar in unseren Zimmern. Im Speiseimmer Der Frühling.

1923 hat sich Martha, die Ehefrau, Geliebte, Muse und Mutter ihrer drei Töchter, und vor allem Modell für so viele seine Bilder, in einen anderen verliebt. Somit hat sie das gemeinsame Haus, den berühmten Barkenhof verlassen. Sie zog ins Haus im Schluh, am Rande des Dorfes, da also, wo jetzt auch wir wohnten.

Er blieb im Familienhaus, das, wegen kleines Birkenhain rumherum – Barkenhof genannt. Ein Haus, wo auch mehrmals Rainer Maria Rilke wohnte. Auf diesem berühmten Bild unten scheint noch alles in Ordnung zu sein, Martha ist noch da und alle Freunde, Vogeler selbst sitzt in der Ecke und spielt Cello. Aber wenn man richtig reinschaut in das Bild, sieht man, dass sich die Idylle auseinandergelebt hatte. Niemand lächelt, niemand schaut einen anderen an. Jeder ist für sich alleine und traurig. Sogar der Hund.


Nicht umsonst hat man den Film Träumer betitelt, nicht umsonst hat er sich selber, inmitten seines glücklichen Künstlerlebens, doch als Don Quijote verstanden, eine tragikomische Figur. Als er für Barkenhof ein Pferd kaufte, nannte er es partout Rosinante.

Er ist ein Verwandlungskünstler. Zuerst Liebling des Bürgertums und reicher Pater Familiae, dann zum Anfang des I Weltkrieges ein Freiwilliger, ein Soldat, aber mit einem Sonderauftrag, als Fotograf, Zeichner und Maler den gerechten Krieg Deutschlands gegen den Rest der Welt, zu verewigen. Er glaubt an Gerechtigkeit dieses Krieges, an seine Rechtmässigkeit. Schließlich muß sich Deutschland wehren. Und als er entdeckt, dass das Alles ein Märchen war, eine Kaiserslüge, verwandelt er sich noch einmal, diesmal in einem Kriegs- und Kaisersgegener.
Er bekennt sich zur Kommunismus, zur gemeinsamer Güte zum Wohle der gerechten Gesellschaft. Er lernt Marchlewski können, und seine Tochter Zofia, Sonja, die er später heiratet.

1924 verwandelt er nicht nur sich, sondern auch sein Haus. Aus dem Boheme-Treffpunkt wird Kinderheim für die Kinder, deren Eltern für Politik in Knast saßen.

1927 verlassen Sonja und Heinrich das Haus endgültig und ziehen nach Berlin, wo sie in der Hufeisen Siedlung ein Häuschen beziehen, in derselben Straße, nur ein paar Häuser weiter, wo Stanisław Kubicki wohnte, also der Künstler, der in diesem Blog schon zig Mal auftauchte. Sie waren beide linksorientierte Künstler und befreundet.

Vogeler ist 1872 in Bremen geboren, 1942 in Kasachstan, in Sowjetunion zum Tode verhungert. Ja, in der Sowjetunjon, also dort, wo er und Sonja 1931 freiwillig hingezogen sind, weil sie an Sowjetunion glaubten. Sie haben in Moskau geheiratet, in Sowjet Union einen Sohn bekommen, und haben sich dort 1941 scheiden lassen. Sonja hat überlebt. Sie ist nach dem Krieg nach Warschau gekehrt und noch viele Jahre gelebt (1898-1983). Er starb den Hungertod in Karaganda.

Sein Grab ist unbekannt.

***

Obwohl der Journalist behauptet, Vogeler verstand sich als Don Quijote, und die Tatsache, dass er sein erstes Pferd Rosinante nannte, es zu unterstreichen scheint, habe ich nirgendwo sein Selbstbildnis als Ritter der Traurigen Gestalt gefunden. Dafür aber ein Bild von 1900, gemalt von Paula Modersohn-Becker. Im Film wird vermutet, dass Paula und Heinrich zeitlang enger befreundet waren und vielleicht gar ein Paar. Wer weißt also, ob der Don Quijote von Paula doch nicht Heinrich ist? Die Künstlerin selber nannte den Mann auf dem Pferd – Cervantes.

Ein Tag in Berlin, Kafka

Ewa Maria Slaska

Ich schrieb schon Mal von Kafka in Berlin, HIER. Diesmal gingen wir mit Masha, die dort beschriebenen Orte uns selber anzugucken.

Wir sollten, so war der Plan, mit dem Hotel Askanischer Hof beginnen, wo Kafka immer Quartier bezog als er nach Berlin kam, um Felice Bauer zu besuchen.

Hotel Askanischer Hof

Das Hotel ist eine Mirage. Es hat eine Internetseite. Sehr schöne und authentisch wirkend.

http://askanischer-hof.ihotelsberlin.com/de/

Es gibt es jedoch NICHT. Glaubt mir. Wir waren da vor drei Tagen! Es gibt dort kein Hotel! Auch kein, das Mal da gewesen wäre. Und offiziell es gibt es nicht seit 1923!!!!

Was ist es also da auf dieser Internetseite!? Und woher stammt dann dieses Foto unten? Es ist doch ein neues Foto, keine Antiquität aus dem Jahre 1922.

Wohnung Nr. 1, Miquelstr. 8, Steglitz

Die Verlobung mit Felice Bauer wurde aufgelöst. Kafka zieht nach Berlin mit seiner neuen Freundin, Dora Diamant, ein. Ab September 1923 wohnen sie in der Miquelstr. 8 bei Moritz Hermann. Das Haus steht nicht mehr und heute gibt es da kein Zeichen, dass Kafka dort gewohnt hat.

Wohnung Nr. 2 Grunewaldstr. 13, Steglitz

Schon zwei Monate später, am 15. November 1923 ziehen Dora Diamant und Franz Kafka in eine neue Wohnung ein, ebenfalls in Steglitz: Grunewaldstr. 13 (bei Seifert). Die neue Wohnung, schreibt Kafka an seine Schwester, ist ausserordentlich schön. Hat zwei Zimmer, Zentralheizung, elektrisches Licht und Telefon.
Auf dem Haus gibt es zwei Gedenktafel. Eine marmorene mit einem typischen Erinnerungstexts und eine metallene mit einem Zitat von Kafka:
Die Guten gehen im gleichen Schritt .
Ohne von ihnen zu wissen tanzen die Anderen um sie
die Tänze der Zeit.

Wohnung Nr. 3, Heidestr 25-26 (heute Busseallee 7-9), Zehlendorf

Im Februar 1924 ziehen sie das letzte Mal um (auf der Tafel unten steht ein anderes Datum – ich beziehe mich auf die obige Tafel und das Buch von Reiner Stach, Kafka von Tag zu Tag). Kafka ist schon sehr krank: Kehlkopftuberkulose. Danach wird noch Herzschwäche diagnostiziert.


Am 17. März 1924 reist er aus Berlin nach Prag aus, um hierher nie mehr zurückzukommen. Im April 1924 wird er in ein kleines privates Sanatorium im Dorf Kierling geliefert, wo er weiterhin von Dora gepflegt wird.

Am 3. Juni 1924 starb er. Wir begaben uns drei Tage später auf die Spurensuche von ihm.

Unsere süßen Katzen

Ewa Maria Slaska

Aus Russland

Andrey Scherbak aus Rostov Russia

Diese Katzen (es sind zwei Katzen, das sieht Ihr, hoffe ich, weil zuerst denkt man, sie ist nur eine) sind so süß und so real, dass man ernsthaft überlegen muß, ob es nicht eine Situation im Liliputland ist. Unsere Augen glauben, dass, der Künstler das Haus, die Mauer, Blätter und Zweigen, sogar den Menschen warheitsgetreu malen könnte, aber nicht die Katzen. Nicht so!

Und es stimmt. Auf den anderen Photos sieht man es ganz genau. Die Wirklichkeitselemente sind real und die Katzen auch, der Künstler verbindet sie und verarbeitet im Photoshop.

Auf der Seite odnoboko findet man viel mehr Fotos.

Wie würde die Welt aussehen, fragt sich eine Journalistin, wenn sie von Katzen geführt würde? Eine lustige und faszinierende Fantasie, die in den kuriosen fotografischen Schöpfungen des russischen Künstlers Andrey Scherbak eine Antwort findet, der auf seinem Instagram Profil mehr als 150 Bilder von über 3 Meter hohen Katzen hochgeladen hat, in denen die heute winzige Gestalt des Menschen nichts anderes tun kann, als sich an die neuen Meister des Planeten Erde anzupassen. Und in gewisser Weise könnte es auch die beste Lösung für die Zukunft unserer Welt sein!

Alles mag ich, die Katzen, die Idee, den Künstler, der ein sympatischer Mensch zu sein scheint, man sieht ihn immer wieder auf den Fotos, er sitzt mit der Katze in einem Café, er geht dorthin spazieren, wo sich eine andere Katze eingenistet hat, sie umarmen sich, die Katze und der Mensch. Und wenn es alles so schön ist, wieso habe ich die ganze Zeit ein mulmiges Gefühl, als ob ich etwas Unangenehmes oder gar Unanständiges gemacht habe. Nicht gewollt, nicht geplant, es ist halt so passiert. Wie als ob du auf einem goldenem Strand am Meer sitzen würdesr, zufrieden, relaxiert, glücklich, du buddelst leicht mit der Hand im goldenen Sand und steckst die Finger in dort versteckten Scheisse. Ist nichts passiert, nicht tragisches, du läufst Hände Waschen, kannst darüber lachen aber das Gefühl bleibt. Zäh, hartnäckig. Der Tag, das Los, oder vielleicht jemand absichtig hat dir den goldenen Tag verdorben.

Und plötzlich weiß ich es ganz genau. Es ist nur eine Frage: Weshalb habe ich es gerade jetzt gesehen? Wieso hat mir der berühmte Algorhythmus es vorgeschoben? Es war klar, dass ich den Köter schlucke, die Katzen und Kunst. Jeder weißt, dass es mich interessiert, und wenn ja, da auch ev. reblogge. Trage weiterhin die Kunde interessaner Kunst aus Russland, des Landes der großen Kultur!

Ich glaube der Scherbakow muss dies überhaupt nicht wissen, auch die Person, die dieses Bild der auf der Mauer schlafende Katzen mir empfahl, weiß es nicht. Aber doch, es ist Haufenscheiße, dass man uns hier schön verpackt vorgeschoben hat. Es stinkt.

Och fuck you alle! Ich hasse es! Diese verdammte Fähigkeit unsere Vorlieben gegen uns zu drehen! Och shit, idi na ch*j. Idi na ch*j.

Das habe ich hergestellt.

Ja, du russischer Troll, so sehen jetzt die süßen Katzen-Bilder aus, wenn sie Bucha oder Mariupol als Hintergrund haben werden! So oder viel viel schlimmer!

Und so sehen die Katzen aus Mariupol aus:

To jest wojna!