Przewoźnik

Polski poniżej

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Freundinnen und Freunde der Literatur und der literarischen Übersetzung,

anlässlich des 100. Geburtstags von Henryk Bereska lade ich Sie herzlich zur Jubiläumsfeier „Im Fluss der Worte“ am Sonntag, dem 17. Mai 2026, nach Frankfurt (Oder) und Słubice ein.

Henryk Bereska war eine herausragende Stimme im deutsch-polnischen Kultur- und Literaturdialog als Übersetzer, Schriftsteller und Vermittler zwischen Ost und West. Mit einem vielfältigen Programm möchten das Karl Dedecius Archiv, die Karl Dedecius Stiftung und Collegium Polonicum in Słubice in Zusammenarbeit mit der Europa-Universität Viadrina, der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, der Universität Wrocław und anderen Partnern aus der Region Oderland-Spree das Leben und Werk von Henryk Bereska würdigen und zugleich Raum für Begegnung und Austausch schaffen.

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Dolci

Monika Wrzosek-Müller

Dolci, Cafés in Palermo

In Syrakus ist mir das nicht so aufgefallen, auch wenn die Dolci, die Süßigkeiten da ebenfalls außerordentlich gut waren. Doch in Palermo saßen wir immer wieder in einem wunderschönen, nach Wiener Art eingerichteten Café, also sorgfältig gestaltet, oft vertäfelt. In Italien gibt es im allgemeinen Bars, überall und um jede Ecke, selbst die kleinste Ortschaft kommt ohne eine anständige Bar nicht aus. Doch da ist die Bartheke das Wichtigste, manchmal stehen zwei, drei kleine Tischchen herum, meistens alles eng, voll, nicht zum längeren Verweilen gedacht. Natürlich gibt es auch fast museal anmutende Cafés, wie das Café Florio in Venedig oder Al Bicerin in Turin usw. Wenn die Sonne wärmer scheint, werden oft Tische und Stühle nach draußen gerückt; fast die ganze Piazza della Signoria in Florenz wird manchmal vom teuren Café Rivoire mit Beschlag belegt. Da sitzen die Menschen dann schon länger und zahlen für ihren Kaffee wesentlich mehr. Doch eine italienische Kultur der Cafés mit Kaffee und Kuchen, so wie sie in Wien, Prag, Warschau oder auch Dresden gepflegt wird, zum längeren Verweilen, habe ich erst in Sizilien und genauer in Palermo erlebt.

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Welttag des Buches

Ewa Maria Slaska & Internet

Heute, am 23. April feiern wir den Welttag des Buches.
1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum „Welttag des Buches“, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung hat sich dabei von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Er ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes. Auch andere Persönlichkeiten der Weltliteratur feiern heute den Jahrestag ihrer Geburtstage oder Todes: Peruanischer Historiker Inca Garcilaso de la Vega, Autor der historischen Romane Maurice Druon, islandischer Nobelpreisträger Halldór Laxness, der berühmte Lolitas Autor,  Vladimir Nabokov, bis heute sehr gut gelesen katalonischer Schriftsteller Josep Pla und ein kolumbianischer Schriftsteller und Journalist, Manuel Mejía Vallejo. 

Ich schlage ein paar Spaziergänge vor,
die man selber unternehmen kann und,
wie ich schon vorher angesagt habe,
heute veranstalten WIR DREI (MY TRZY),
Ela Kargol, Krystyna Koziewicz und ich
ein Spaziergang durch den
Dorotheenstädtischer Friedhof (Mitte, Chausseestr. 126)

Hier ruhen u.a.
Bertolt Brecht,
Helene Weigel,
Heinrich Mann,
Christa Wolf,
Anna Seghers,
Arnold Zweig,
Johannes R. Becher,
Heiner Müller
Edgar Hilsenrath
und
Daniel Chodowiecki

Treffpunkt: Eingang Chaussee Straße 11:00 Uhr

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Welttag des Buches / Światowy Dzień Książki

Welttag des Buches wird am 23. April gefeiert. An dem Tag im Jahre 1616 sind William Shakespeare und Miguel de Cervantes gestorben.

Zum Welttag des Buches
am Donnerstag, 23. April 2026

laden WIR DREI (MY TRZY)
Ela Kargol, Krystyna Koziewicz und Ewa Maria Slaska
zu einem Spaziergang ein

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Frauenblick auf Palermo

Monika Wrzosek-Müller

Palermo hat mich überwältigt

Palermo hat mich überwältigt; es ist genau die Art von Stadt, die ich liebe. Um jede Ecke wartet etwas Neues und ganz anderes, skurriles und außergewöhnliches. So viele Kulturen haben hier ihre Spuren hinterlassen und man merkt das den Bauten und allen Hinterlassenschaften an; sie haben hier gut gelebt, sich wohl gefühlt. Auf jeden Fall die oberen Zehntausend. Es ist wahrscheinlich das Entscheidende, warum die Stadt dich mit einem warmen Lächeln empfängt, trotz aller Unzulänglichkeiten, und es liegt nicht nur am Klima. All die Eroberer wohnten hier gerne: Phönizier, Griechen, Römer, Araber-Sarazenen, Spanier, Franzosen – und die eigentliche Bevölkerung, wer waren die eigentlich?

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Eine protestantische Pfarrfamilie in schwierigen Zeiten (3)

Brigitte von Ungern-Sternberg

München

Eines Tages 1951 brachte das Auto des Dekans, das nur ansprang wenn mehrere Leute es anschoben, die Pfarrersfamilie zum Kulmbacher Bahnhof. Die Fahrt mit der Dampflok, die mir endlos vorkam, ging nach München, wo mein Vater als Pfarrer an die Erlöserkirche nördlich des Siegestor im Herzen von Schwabing versetzt worden war.

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Eine protestantische Pfarrfamilie in schwierigen Zeiten (2)

Brigitte von Ungern-Sternberg

Kulmbach

Meine frühesten Kindheitserinnerungen setzen ein in einer fränkischen Kleinstadt, in Kulmbach, berühmt für sein gutes Bier. Dort bekam mein Vater 1947 eine Stelle an der Petrikirche, die das Stadtbild dominiert. Sie steht am Anfang einer steil auf einen Berg führenden Zugangsstraße zur Plassenburg, bei weitem dominanter als die Petrikirche – kleine altfränkische Stadt gegen eine Festung mit imposanten Mauern.

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Essen in Palermo

Monika Wrzosek-Müller

Oder Inspirationen zum Osternessen

Der 19. März, der Josefstag, scheint ein besonderer Tag in Italien zu sein, auf jeden Fall in Palermo. Eigentlich dachte ich, wir wären jetzt, kurz vor Ostern eher im Fastenmodus, doch plötzlich sehe ich bei unserem Bäcker so etwas wie Pfannkuchen mit viel Creme, eigentlich wieder Ricotta aus Schafsmilch mit allen möglichen Zugaben – Zutaten wie Schokolade, Pistazien, Zitrone, Mandeln, Vanillie. Die Fühlung sieht aus wie bei dem Cannolo siciliano. Wir essen bei diesem Bäcker sehr gerne frische Panini, zusammen mit den Arbeitern, die die umliegenden Bürgerhäuser renovieren, und manchmal mit den Schülern aus dem nahen gelegenen Gymnasium oder auch mit Touristen, die vom Botanischen Garten um die Ecke vorbeikommen. Heute spricht mich ein Mann an: „Das sollten sie unbedingt probieren Signora“. „Was ist das denn?“. „Das ist die sfincia di San Giuseppe“. Ich schaue genauer hin, in die Auslage an der Bar unten, und sehe eigentlich so etwas wie Pfannkuchen, auch in Öl frittiert, nur dass es sich um Brandteig handelt und die Krapfen wie Windbeutel aussehen. Sie schmecken köstlich, aber nur, wenn man sie ganz frisch isst. Es gibt, wie bei den Cannolli, zwei Varianten eine ganz große und eine kleine, eine Mini-Ausführung. Sie sind luftig und weich und schmecken wirklich unwiderstehlich. Also sfincia di San Giuseppe, auf Deutsch könnte es heißen „Windbeutel à la Heiliger Josef“. Das Wort sfincia kommt angeblich vom lateinischen spongia oder dem arabischen sfang und alle beide Wörter bedeuten Schwamm, also weichen, luftigen Teig.

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