Welttag des Buches / Światowy Dzień Książki

Welttag des Buches wird am 23. April gefeiert. An dem Tag im Jahre 1616 sind William Shakespeare und Miguel de Cervantes gestorben.

Zum Welttag des Buches
am Donnerstag, 23. April 2026

laden WIR DREI (MY TRZY)
Ela Kargol, Krystyna Koziewicz und Ewa Maria Slaska
zu einem Spaziergang ein

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Frauenblick auf Palermo

Monika Wrzosek-Müller

Palermo hat mich überwältigt

Palermo hat mich überwältigt; es ist genau die Art von Stadt, die ich liebe. Um jede Ecke wartet etwas Neues und ganz anderes, skurriles und außergewöhnliches. So viele Kulturen haben hier ihre Spuren hinterlassen und man merkt das den Bauten und allen Hinterlassenschaften an; sie haben hier gut gelebt, sich wohl gefühlt. Auf jeden Fall die oberen Zehntausend. Es ist wahrscheinlich das Entscheidende, warum die Stadt dich mit einem warmen Lächeln empfängt, trotz aller Unzulänglichkeiten, und es liegt nicht nur am Klima. All die Eroberer wohnten hier gerne: Phönizier, Griechen, Römer, Araber-Sarazenen, Spanier, Franzosen – und die eigentliche Bevölkerung, wer waren die eigentlich?

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Eine protestantische Pfarrfamilie in schwierigen Zeiten (3)

Brigitte von Ungern-Sternberg

München

Eines Tages 1951 brachte das Auto des Dekans, das nur ansprang wenn mehrere Leute es anschoben, die Pfarrersfamilie zum Kulmbacher Bahnhof. Die Fahrt mit der Dampflok, die mir endlos vorkam, ging nach München, wo mein Vater als Pfarrer an die Erlöserkirche nördlich des Siegestor im Herzen von Schwabing versetzt worden war.

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Eine protestantische Pfarrfamilie in schwierigen Zeiten (2)

Brigitte von Ungern-Sternberg

Kulmbach

Meine frühesten Kindheitserinnerungen setzen ein in einer fränkischen Kleinstadt, in Kulmbach, berühmt für sein gutes Bier. Dort bekam mein Vater 1947 eine Stelle an der Petrikirche, die das Stadtbild dominiert. Sie steht am Anfang einer steil auf einen Berg führenden Zugangsstraße zur Plassenburg, bei weitem dominanter als die Petrikirche – kleine altfränkische Stadt gegen eine Festung mit imposanten Mauern.

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Essen in Palermo

Monika Wrzosek-Müller

Oder Inspirationen zum Osternessen

Der 19. März, der Josefstag, scheint ein besonderer Tag in Italien zu sein, auf jeden Fall in Palermo. Eigentlich dachte ich, wir wären jetzt, kurz vor Ostern eher im Fastenmodus, doch plötzlich sehe ich bei unserem Bäcker so etwas wie Pfannkuchen mit viel Creme, eigentlich wieder Ricotta aus Schafsmilch mit allen möglichen Zugaben – Zutaten wie Schokolade, Pistazien, Zitrone, Mandeln, Vanillie. Die Fühlung sieht aus wie bei dem Cannolo siciliano. Wir essen bei diesem Bäcker sehr gerne frische Panini, zusammen mit den Arbeitern, die die umliegenden Bürgerhäuser renovieren, und manchmal mit den Schülern aus dem nahen gelegenen Gymnasium oder auch mit Touristen, die vom Botanischen Garten um die Ecke vorbeikommen. Heute spricht mich ein Mann an: „Das sollten sie unbedingt probieren Signora“. „Was ist das denn?“. „Das ist die sfincia di San Giuseppe“. Ich schaue genauer hin, in die Auslage an der Bar unten, und sehe eigentlich so etwas wie Pfannkuchen, auch in Öl frittiert, nur dass es sich um Brandteig handelt und die Krapfen wie Windbeutel aussehen. Sie schmecken köstlich, aber nur, wenn man sie ganz frisch isst. Es gibt, wie bei den Cannolli, zwei Varianten eine ganz große und eine kleine, eine Mini-Ausführung. Sie sind luftig und weich und schmecken wirklich unwiderstehlich. Also sfincia di San Giuseppe, auf Deutsch könnte es heißen „Windbeutel à la Heiliger Josef“. Das Wort sfincia kommt angeblich vom lateinischen spongia oder dem arabischen sfang und alle beide Wörter bedeuten Schwamm, also weichen, luftigen Teig.

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Eine protestantische Pfarrfamilie in schwierigen Zeiten (1)

Brigitte von Ungern-Sternberg

Pfarrhäuser bewohnt von Familien mit 5/6 Kindern und mehr waren in der Zeit als ich Kind war keine Seltenheit. In solch einer kinderreichen Familie bin ich aufgewachsen. Von 1940-1949 (!) wurden sechs Kinder geboren, erst drei Jungen und dann drei Mädchen. Die Pfarrfrau war in solchen Familien nicht berufstätig, ihr Mann war der Alleinverdiener. Der Etat einer vielköpfigen Familie war durchaus knapp und überschaubar. In dieser Situation gab es allerdings etwas von unschätzbaren Wert:

          die    D i e n s t w o h n u n g –

mitunter ein    H a u s mit großem Garten mit einer niedrigen Miete, die man auf dem freien Markt für ein solches Objekt nicht hätte finden können!

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Once upon a time in Palermo

Michael G. Müller

Am 17. März 1658 zelebrierte die Heilige Inquisition in Palermo einen feierlichen actus fidei (Autodafé), um die übers Jahr gefällten Urteile der Inquisitoren gegen Hexen, Gotteslästerer und Häretiker öffentlich zu verkünden. Diesmal waren dafür auf dem Domplatz eigens Holztribünen für die vielen geistlichen und weltlichen Würdenträger errichtet worden; die Volksmassen konnten das Geschehen von der Straße aus verfolgen. Die Angeklagten (eigentlich schon Verurteilten), es waren 30, wurden in einer von bewaffneten Adligen begleiteten Prozession zum Dom geführt, dort mussten sie sich einzeln dem Inquisitionskollegium stellen, um die verhängte Strafe zu vernehmen. Der spektakulärste Fall dieses Tages war der von Diego La Matina, eines Augustinermönchs aus dem Städtchen Racalmuto. Er hatte sich nicht nur (angeblich) der Häresie schuldig gemacht, sondern auch, ein Jahr, zuvor (tatsächlich) den amtierenden Inquisitor in verzweifelter Gegenwehr gegen die Folter bei einem Verhör erschlagen. Mit Ketten an ein Holzgestell gefesselt wurde er jetzt vor die Inquisitoren geschleppt. Diese verkündeten das erwartete Todesurteil und übergaben La Matina zur Urteilsvollstreckung der „weltlichen Hand“. Noch am selben Abend, aber an einem anderen Ort in der Stadt, wurde er bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

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Finissage & Finisaż

Ela Kargol

Finisaż wystawy w Humboldt Forum „Freiheit, Gleichheit, Solidarność“

Finissage der Freifläche „Freiheit, Gleichheit, Solidarność“

pl / de

Finisaż z fanfarami i nowym miejscem dla białej, wyszczerbionej filiżanki KPM. Tuż obok niej na talerzyku leżą trzy czerwone kostki cukru. Dlaczego czerwone, skoro cukier jest biały? Bo gdyby były białe, filiżanka musiałaby być czerwona. A przecież chodzi właśnie o tę grę bieli i czerwieni. O to, że czasem trudno nam się porozumieć, nam sąsiadom, których dzieli i łączy Odra, wspólna historia, a może i coś jeszcze.

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