A jedzie mi tu czołg?

Ewa Maria Slaska (inspiracja m.in. Ela Kargol)

Ze Słownika Języka Polskiego online:

pot.  powiedzenie używane do kategorycznego stwierdzenia, że to, co przed chwilą zostało powiedziane, mówiący uważa za nieprawdopodobne lub nieprawdziwe

Zapomniałam o tym powiedzonku. Ela mi przypomniała, gdy w Domu Willy’ego Brandta (Willy Brandt Haus), czyli głównej siedzibie niemieckiego SPD na wystawce materiałów reklamowych znalazłyśmy pocztówki z portretem kanclerza i nawet jego własnoręcznym podpisem.

Wzięłam tę pocztówkę do ręki i powiedziałam, że trzeba by mu tu przykleić na policzku Leoparda. I wtedy Ela zrobiła ten gest i zapytała, czy tu jej czołg jedzie.

To ten portret kanclerza, ten gest i ten czołg (nie znam się, może więc nie ten, tylko taki, ale może jednak ten, bo Scholz stoi obok):

Ten czołg i kanclerz ilustrują artykuł Rudolfa G. Adama w Neue Züriche Zeitung z 24 stycznia, zatytułowany: Deutschland ist militärisch schwach, politisch feige – und wird zum Gespött (Niemcy: militarnie słabe, politycznie tchórzliwe – stały się pośmiewiskiem).

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My trzy i Urszula

Czyli jutro kolejne nasze spotkanie w Sprachcafé Polnisch.

Trzeci piątek miesiąca, 20 stycznia 2023
o godzinie 19:00

Polska Kafejka Językowa
Schulzestr. 1
13187 Berlin

Dojazd do stacji S-Bahn Wollankstraße

Uwaga – wokół Friedrichstrasse konunikacja zastępcza! Lepiej jechać kolejką albo metrem nr 8 do Gesundbrunnen!

Tym razem zapraszamy na spotkanie z Urszulą Usakowską-Wolff, poetką, publicystką, zbieraczką sztuki ludowej, tłumaczką, menadżerką kultury. Tak naprawdę Urszula po prostu jest i już samo jej bycie przynosi człowiekowi radość, choć jej cięte riposty i komentarze mogą też przyprawić o niepokój.
Urszula w Sprachcafé Polnisch podczas jubileuszu dziesięciolecia bloga. Fota: ktoś z uczestników wieczoru (przepraszam, nie wiem, kto?). W tle obraz Wiesława Stefana Fiszbacha.

Na swojej stronie internetowej Urszula pisze o sobie / auf ihrer Internetseite schreibt Urszula über sich:

Urszula Usakowska-Wolff wurde am 30. September 1954 in Warschau geboren. Sie lebte von 1964-1966 in Bern, dann von 1970-1974 in Bukarest, wo sie an der dortigen Universität Germanistik und Romanistik studierte.

Ihr Studium setzte sie am Institut für Germanistik der Warschauer Universität fort, das sie 1977 mit dem Grad eines Magisters beendete.

Von 1977-1981 war sie Redakteurin des Polnischen Rundfunks in Warschau.

Nach der Verhängung des Kriegsrechts am 13.12.1981 wurde sie entlassen und mit Publikationsverbot belegt.

Sie lebte von 1984-1986 in Schwaz (Tirol) und Wien.

1986 heiratete sie Manfred Wolff. Von 1986 bis 2006 lebte sie in Bad Oeynhausen. Von 1989 bis 1990 war sie Inhaberin der Galerie Usakowska-Wolff in Herford. Bis 2019 kuratierte sie über 60 Ausstellungen, vorwiegend polnischer und osteuropäischer Kunst, in Deutschland.

Seit Mai 2006 lebt sie in Berlin.

Urszula Usakowska-Wolff ist freie Journalistin, Lyrikerin, Herausgeberin und Übersetzerin polnischer Literatur; seit Mitte der 1990er Jahre publizierte sie in Polen und Deutschland hunderte Beiträge über die deutsche und internationale Kunstszene.

Von 2007 bis 2016 war sie Mitarbeiterin der Berliner Straßenzeitung strassen|feger, wo sie als freie Kulturredakteurin zweimal im Monat in der Rubrik »art strassenfeger« ihre Ausstellungskritiken und Texte über die zeitgenössische Kunst veröffentlicht.

Bis Ende 2022 war sie Korrespondentin der Vierteljahresschrift des Polnischen Skulpturenzentrums in Orońsko, für die sie seit 1998 jährlich vier umfangreiche Texte im Jahr über die deutsche und internationale Objekt- und Installationskunst schreibt. Sie war freie Mitarbeiterin der Kunstmagazine art in berlin und stayinart – und arbeitet mit dem Portal Porta Polonica in Bochum zusammen.

2006-2011 – Vizepräsidentin des PEN-Zentrums der Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Exil deutschsprachige Länder (Exil-PEN)

2009-2011 – Mitglied des Programmrats des Polnischen Skulpturenzentrums in Orońsko.

Preise und Auszeichnungen:

Ökumenischer Preis »Schafe Davids« der Stiftung Sacro-Art & der Stiftung Merkuryusz der Krakauer Journalisten für Aktivitäten zur deutsch-polnisch-jüdischen Aussöhnung

Pegasus-Medaille der Akademie der Schönen Künste in Warschau für die Popularisierung der polnischen Kunst in Deutschland

Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen für die Popularisierung der polnischen Kultur und Literatur in Deutschland

ART & POETRY BY URSZULA USAKOWSKA-WOLFF

Frauenblick: Bernardine Evaristo kontra Annie Ernaux

Monika Wrzosek-Müller

Jeder kämpft um seinen Platz in der Welt; selbst die bloße Existenz beweist das. Doch in der modernen, kapitalistischen Welt ist dieser Kampf zum Sinn des Lebens geworden. Manche haben mehr Kraft, Wut, Charisma, Talent, so dass sie sich an die Spitze durchkämpfen und sich da oben dann etablieren. Das Recht des Individuums auf Eigentum, auf seinen individuellen Weg ist festgeschrieben und das wird als Erfolg gefeiert. So wundert es niemanden, dass dieser Kampf und die Karriere wichtiger werden als das Leben mit den Mitmenschen, als die Moral – umso weniger, als die Kirchen immer weniger Zulauf haben und kaum jemand sich noch als gläubig bekennt und nach religiösen Geboten lebt.

Zunehmend kämpfen auch verschiedene Teilgruppen um ihre Rechte, wahrscheinlich zurecht. Nur, müssten wir nicht immer im Kopf behalten, dass mehr Platz für mich weniger Platz für andere bedeutet – was in den laufenden Auseinandersetzungen gar nicht beachtet wird.

Für mich interessant wird es, wenn solche Kämpfe in der Literatur ausgetragen werden, wenn die Literatur gar zur Waffe des Kampfs wird.

Der erste Satz in Annie Ernauxs Rede bei der Verleihung des Nobelpreises an sie klag nach erbittertem Kampf:

j`ai écrit pour venger ma race“ – „Ich habe geschrieben, um meine Rasse zu rächen“. Was meinte sie denn damit, sie, die weiße Tochter einer weißen christlichen Mittelklassefamilie in Frankreich. Es geht nicht um ethnische Herkunft auch wenig um das Geschlecht. Viel mehr meint sie ihre „Benachteiligung“ als eine, die nicht in die Elite der herrschenden und reichen hineingeboren wurde. Und letztendlich geht es um ihren persönlichen, eigenen Kampf um den persönlichen Aufstieg. So wie ich die Bücher unserer diesjährigen Nobelpreisträgerin verstanden habe (gelesen habe ich: „Die Jahre“, „Der Platz“, „Eine Frau“), hat sie tatsächlich für sich, für ihren Platz in der Welt, in der Literaturgeschichte geschrieben. Immer wieder über sich selbst, über ihre Eltern, ihre Mutter, ihren Vater berichtet – sachlich, wenig emotional, ausführlich, auch interessant, aber nur ihre Welt fand Eingang in die Beschreibung. Auch in der gut halbstündigen Rede drehte sich alles um ihr Schreiben, ihren Weg, ihre Suche nach der geeigneten Sprache, erst ganz zum Schluss kamen allgemeinere Aussagen über die Welt um sie herum. Mich macht immer wieder diese selbstbezogene Perspektive stutzig, die Welt ausschließlich durch die eigenen Augen, aber auch durch das Prisma der eigenen Interessen zu sehen, was bei manchen Autoren fast an Narzissmus grenzt; so bei Emmanuel Carrère in seinem Buch „Yoga“, bei dem ich völlig entsetzt war, da er gerade diesen Narzissmus als den yogischen Weg kennzeichnet, wo doch das Zügeln des eigenen Ego das Hauptziel des Yogaweges sein sollte. Ist das nicht ein bisschen dürftig für große Literatur, das ständige Kreisen um sich selbst…

Ein Gegenbeispiel bot mir das Buch von Bernardine Evaristo „Mädchen, Frau, etc.“. Auf 550 Seiten beschreibt sie Schicksale und Lebenswege von 12 britischen Frauen, die alle zu den „people of colour“ gehören. Ihre Lebensläufe sind miteinander verflochten und daraus resultiert für mich die Erkenntnis der Schriftstellerin: wir sind miteinander verbunden, wir leben nicht jeder für uns allein. Die geschilderten Umstände und Ereignisse werden auch durch autobiografische Tatsachen unterbaut und unterstützt. Wenn man sich die Interviews mit der Schriftstellerin anhört, erfährt man, wie viel Parallelen es zu ihrem eigenen Leben gibt; das macht das Buch so authentisch und kraftvoll.

Es ist durchaus ein feministisches Buch, es streitet für die Rechte der „coloured“ Frauen in England. Auch wenn Sätze fallen wie: „Feminismus ist doch voll Herdennummer, hat Yazz [die Tochter der Hauptheldin] ihr erklärt, ganz ehrlich, heute ist es sogar schon durch, noch eine Frau zu sein, neulich hat bei uns an der Uni diese nicht-binäre Aktivistenperson gesprochen, M M das war der mega Eye-Opener für mich, ich denke, in Zukunft sind wir irgendwann alle nicht-binär, weder männlich noch weiblich, was ja alles sowieso nur Genderperformance ist, und das heißt dann auch, Mumsy, dass deine Frauenpolitik überflüssig wird, abgesehen davon bin ich Humanistin, das spielt sich auf einer viel höheren Ebene ab als Feminismus
Hast du davon gehört?“

Das Buch dokumentiert fast auf ethnologische Art und Weise das Leben dieser 12 Frauen, in Gesprächen, Monologen stellen sich die Frauen vor. Sie stammen aus allen Teilen der Welt; das Einzige, was sie verbindet, ist ihre dunklere Hautfarbe und, daraus folgend, ihre komplizierten Schicksale, die irgendwie zusammenhängen. Die Schriftstellerin selbst wurde in London geboren, ihr Vater stammt aus Nigeria, die Mutter war englische Grundschullehrerin, sie studierte und war am Theater tätig, inzwischen lehrt sie kreatives Schreiben an der Londoner Universität. Über die Hauptheldin, die eindeutig die Züge der Autorin trägt: „sie widmete sich ganz der Mission, sich in schwarzer Geschichte, Kultur, Politik und Feminismus weiterzubilden, entdeckte die alternativen Buchläden von London…und stöberte dort stundenlang: Geld, um sich etwas zu kaufen hatte sie nicht, las aber Home girls: A Black Feminist Anthology von vorn bis hinten durch, im Stehen und in wöchentlichen Tranchen…
Die Buchhändlerinnen schien das nicht zu stören
Als ich schließlich an einer sehr konventionellen Schauspielschule genommen wurde, da war ich lange politisiert und stellte dort alles in Frage
Als einzige Nichtweiße der Schule…“

Das Buch liefert uns aber auch ein Panorama der Zeit; da die Frauen verschiedensten gesellschaftlichen Schichten angehören, aus unterschiedlichen Familien stammen, verschiedene Berufe ausüben, erfährt man, wie sich die Beziehungen mit der Zeit verändern, wie die Probleme sich vertiefen oder auch lösen. Es ist ein Roman, der etwas sehr Warmes, Menschliches an sich hat, er erinnert uns daran, was uns zusammenhält, was wichtig für das menschliche Zusammenleben ist. Mit Humor, wirklich oft witzig und augenzwinkernd, auf keinen Fall moralisierend, schlägt auch vor, die DNA zu untersuchen, um die eigenen Identitätsprobleme zu lösen:

„als das Testpaket eintraf, gab Penelope den Anweisungen gemäß eine Speichelprobe in das Teströhrchen, schickte es mit der Post zurück…
Jüdisch, das ging noch, aber nie im Leben hätte sie damit gerechnet, Afrika in ihrer DNA zu sehen, das war der größte Schock überhaupt, der Test hielt überhaupt keine Antworten bereit, er stellte sie vor lauter neue Fragen“

Überhaupt ist das Buch so undogmatisch und ohne jegliche Ansprüche, einer Ideologie folgen zu müssen, es zeigt die ganze Ambivalenz des Lebens in der modernen Welt.

Ich kann mir den Text sehr gut als ein Bühnenstück, vorstellen; vielleicht auf einige Episoden reduziert, aber mit dieser Wucht der Authentizität und des Gelebten, direkt vorgetragen, ohne sich in die Schablonen der gerade modernen Begriffe zwingen zu lassen.

„Dr. Roland Quartey, landesweit erster Professor für Modernes Leben an der University of London
Echt jetzt? Für das ganze moderne Leben, Dad? …‘
ist das nicht, na ja, ein bisschen sehr hoch gegriffen? Musst du dafür nicht eigentlich Experte für alles sein, in einer Welt mit über sieben Milliarden Menschen und, was weiß ich, zweihundert Ländern und mehreren Sprachen und Kulturen
ist das nicht mehr so Gottes Zuständigkeitsbereich? Sag bloß, du bist neuerdings Gott, Dad? Also, so ganz offiziell? …“

So und ähnlich laufen die Gespräche, es gibt aber auch einige episch erzählte Lebensläufe, die unkonventionell und einzigartig sind. Der Roman ist wirklich wert gelesen zu werden.

Wait…

Maria Nova (Nova You)

Kultur Tandem

opsoSrtden0m14h9lt587if1f4809i3769095lh4ltgmiul1mccag4i30285  · 

25.11.2022 @ @karlstorbahnhof

W.

𝙬𝙖𝙞𝙩𝙚𝙧 : 𝙬𝙖𝙞𝙩𝙧𝙚𝙨𝙨

𝙖𝙧𝙘𝙝𝙚𝙤𝙡𝙤𝙜𝙮 & 𝙘𝙝𝙤𝙧𝙚𝙤𝙜𝙧𝙖𝙥𝙝𝙮 𝙤𝙛 𝙬𝙖𝙞𝙩𝙞𝙣𝙜.

𝙏𝙝𝙚 𝙊𝙘𝙚𝙖𝙣 𝙋𝙞𝙚𝙘𝙚

𝘞. 𝘭𝘪𝘬𝘦 𝘸𝘢𝘪𝘵𝘪𝘯𝘨

𝘞. 𝘭𝘪𝘬𝘦 𝘸𝘢𝘳

𝘞. 𝘭𝘪𝘬𝘦 𝘸𝘢𝘵𝘦𝘳

𝘞. 𝘭𝘪𝘬𝘦 𝘸𝘢𝘷𝘦

𝘞. 𝘭𝘪𝘬𝘦 𝘸𝘢𝘭𝘬𝘪𝘯𝘨


Eine 𝖠𝖻𝗁𝖺𝗇𝖽𝗅𝗎𝗇𝗀 𝗎̈𝖻𝖾𝗋 𝖡𝖾𝗐𝖾𝗀𝗎𝗇𝗀𝖾𝗇, 𝖶𝖺𝖼𝗄𝖾𝗅𝗇, 𝖯𝗎𝗅𝗌𝗂𝖾𝗋𝖾𝗇 𝗎𝗇𝖽 𝗌𝖼𝗁𝗅𝗂𝖾ß𝗅𝗂𝖼𝗁 𝗎̈𝖻𝖾𝗋 𝖽𝗂𝖾 𝖢𝗁𝗈𝗋𝖾𝗈𝗀𝗋𝖺𝗉𝗁𝗂𝖾 𝗌𝖾𝗅𝖻𝗌𝗍, 𝗎̈𝖻𝖾𝗋 𝖽𝗂𝖾 𝗌𝗂𝖼𝗁 𝖸𝖮̄𝖴 𝗂𝗁𝗋𝖾 𝖾𝗋𝗌𝗍𝖾𝗇 𝖦𝖾𝖽𝖺𝗇𝗄𝖾𝗇 𝗆𝖺𝖼𝗁𝗍:

“𝙂𝙚𝙝𝙚𝙣𝙙 𝙞𝙘𝙝 𝙛𝙪̈𝙡𝙡𝙚 𝙙𝙞𝙚 𝘼𝙗𝙬𝙚𝙨𝙚𝙣𝙝𝙚𝙞𝙩 𝙫𝙤𝙣 𝘽𝙚𝙬𝙚𝙜𝙪𝙣𝙜 𝙞𝙢 𝙍𝙖𝙪𝙢”.

A 𝗍𝗋𝖾𝖺𝗍𝗂𝗌𝖾 𝗈𝗇 𝗆𝗈𝗏𝖾𝗆𝖾𝗇𝗍𝗌, 𝗐𝗂𝗀𝗀𝗅𝖾𝗌, 𝗉𝗎𝗅𝗌𝖾𝗌, 𝖺𝗇𝖽 𝖿𝗂𝗇𝖺𝗅𝗅𝗒 𝗈𝗇 𝗍𝗁𝖾 𝖼𝗁𝗈𝗋𝖾𝗈𝗀𝗋𝖺𝗉𝗁𝗒 𝗂𝗍𝗌𝖾𝗅𝖿, 𝗈𝗇 𝗐𝗁𝗂𝖼𝗁 Maria Nova/𝖸𝖮̄𝖴 優 𝗂𝗌 𝗆𝖺𝗄𝗂𝗇𝗀 𝗁/𝖾𝗋 𝗍𝗁𝗈𝗎𝗀𝗁𝗍𝗌:

“𝙬𝙖𝙡𝙠𝙞𝙣𝙜, 𝙄 𝙖𝙢 𝙛𝙞𝙡𝙡𝙞𝙣𝙜 𝙩𝙝𝙚 𝙖𝙗𝙨𝙚𝙣𝙘𝙚 𝙤𝙛 𝙢𝙤𝙫𝙚𝙢𝙚𝙣𝙩 𝙞𝙣 𝙨𝙥𝙖𝙘𝙚”.


Ein Projekt von KulturTandem in Kooperation mit Karlstorbahnhof.

Gefördert von @basf_tor4

Tickets: https://karlstorbahnhof.reservix.de/p/reservix/event/1973325

Listopad wspomnień / November der Erinnerungen

SprachCafé Polnisch e.V. – Polska Kafejka Językowa

PL

Piątek, 18 listopada 2022 o godz. 19.00

Listopad wspomnień

W tym szczególnym miesiącu – listopadzie mamy czas na refleksję i zadumę, to czas na odświeżenie pamięci o bliskich, znajomych i nieznajomych, których nie ma wśród nas. Zapalając znicze zastanawiamy się nad ulotnością ludzkiego życia, które – jak mówi Seneka -” jest tylko podróżą do śmierci…” Od tej gorzkiej prawdy nikt z nas nie ucieknie.

Pamięć o zmarłych jest pełna milczenia i wspomnień. Dla nas Polaków na emigracji czas szczególnej refleksji i pamięci tych, którzy odeszli od nas na zawsze. Byliśmy z nimi, niektórzy zaprzyjaźnieni pozostawiając po sobie trwały ślad w pamięci. Liczne zdjęcia utrwalone w albumie Stefana Dybowskiego zaświadczają o ich współistnieniu. Co roku odwiedzamy groby naszych bliskich, znajomych, także znanych Polaków i tych pochowanych w zbiorowych mogiłach. Miesiąc listopad przybliża pamięć o nich, myślimy, piszemy, wspominamy i choć nie każdy tworzy wielkie dzieła, to każdy tworzy historię.

Człowiek żyje tak długo, jak długo żyje pamięć o NIM, dlatego chcemy wspólnie odświeżyć pamięć o nich podczas spotkania w Sprachcafé Polnisch na które serdecznie zapraszamy.

Przynieście ze sobą zdjęcia tych, którzy odeszli i świeczki.

Zapraszamy!

DE

Freitag, 18. November 2022 um 19 Uhr

November der Erinnerungen

In diesem besonderen Monat – November – nehmen wir uns öfter Zeit zum Nachdenken und zur Besinnung. Es ist Zeit, um die Erinnerung an geliebte Menschen, Freunde und Fremde, die nicht unter uns sind, wieder lebendig zu machen. Wenn wir die Kerzen anzünden, denken wir über die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens nach, das, wie Seneca sagt, “nur eine Reise in den Tod ist…” Dieser bitteren Wahrheit kann keiner von uns entkommen.

Das Gedenken an die Toten ist von Stille und Erinnerung geprägt. Für uns Exilpolen ist es eine Zeit des besonderen Nachdenkens und des Gedenkens an diejenigen, die für immer von uns gegangen sind. Wir waren mit ihnen zusammen, sie waren Freunde, sie haben eine bleibende Spur in unserer Erinnerung hinterlassen. Zahlreiche Fotos, die in Stefan Dybowskis Album aufgenommen wurden, zeigen schon diejenigen, die gegangen sind.. Jedes Jahr besuchen wir die Gräber unserer Verwandten, Freunde, aber auch berühmter Polen und Gräber deren, die in Massengräbern bestat wurden. Der Monat November bringt uns die Erinnerung an sie näher, wir denken, schreiben, erinnern uns, und obwohl nicht jeder große Werke schafft, schafft jeder Geschichte.

Ein Mensch lebt so lange, wie sein Gedächtnis lebt. Deshalb wollen wir gemeinsam das Gedächtnis auffrischen bei einem Treffen im SprachCafé Polnisch, zu dem wir Sie herzlich einladen.

Bringt Fotos von euren Verstorbenen und Kerzen mit.

Seid dabei!

Stadt Land Fluss

Masha Pryven

Liebe alle,

ich lade euch zu unserer Fotoausstellung Stadt Land Fluss.

Das gemeinsame Thema der Ausstellung ist das Land, das Territorium und der Raum, wo sich das Politische, Soziale und Private abspielt. In meiner Arbeit Sehe Was Ich Sehe zeige ich die Fotos der Ukrainer:innen, die mir ihre Handybilder seit dem Anfang des Krieges anfingen zu schicken und die ich bis heute sammle. Ich behandele diese Fotos als ein zeitgenössisches Fotoarchiv und als eine Form der Kriegsfotografie ohne Objektivierung und Fremdbestimmung. Einerseits begleitete mich die Frage: Wer darf den Krieg zeigen? Andererseits – die Erkenntnis: der Blick der Menschen, die diesen Krieg erleben, ist radikal. Man muss sehen, was sie sehen.

Ukraine, Mai, 2022 / (c) Sergij Grychenyuk_Masha Pryven

I am kindly inviting you to our exhibition Stadt Land Fluss (old children’s game: Categories). The theme of land and territory is what the four photo series have in common. 

In my work See What I See  I am showing photos of Ukrainians who at the beginning of the war started sending me their photos taken with phones and which I later started collecting. I am treating these photos as a contemporary photo archive and as a form of war photography without objectification.

Eröffnung: 27. Oktober, ab 17 Uhr
Wo: GlogauAir Gallery,  Glogauer Str. 16, Kreuzberg

Herzlich, Masha

***

Hier noch persönlicher Text von Masha Pryven zur Ausstellung Stadt Land Fluss

SEHE WAS ICH SEHE

Am 24. Februar 2022 wurde die Ukraine erneut angegriffen. Sofort bildeten wir ein sporadisches, diffuses, globales Netzwerk aus Ukrainer:innen, um humanitäre und militärische Hilfe zu leisten. Im Zuge dessen fingen die Menschen auf der Flucht an, mir ihre Handybilder zu schicken, die ich mit der Zeit begann, gezielt zu sammeln.

Ich behandele diese Fotos als ein zeitgenössisches Fotoarchiv und als eine Form der Kriegsfotografie ohne Objektivierung und Fremdbestimmung. Einerseits begleitete mich die Frage: Wer darf den Krieg zeigen? Andererseits — die Erkenntnis: der Blick der Menschen, die diesen Krieg erleben, ist radikal. Man muss sehen, was sie sehen.

Die Telegram-Nachrichten, die diese Fotos begleiten, sind die schriftlichen Zeugenberichte dieses Krieges.
***
Fotobücher machen
Sonja Deppisch im Gespräch mit den Fotografinnen Karin Kutter und Masha Pryven sowie der Verlegerin Regelindis Westphal.
Bei Kaffee und Kuchen

Wiera


Montag 24. Oktober ACUD Theater 20.00 Uhr
Acud Theater, Veteranenstraße 21, 10119 Berlin


Event by Celina MuzaACUD Theater and Verein Kultur-Schmuggel

Tickets: www.acud-theater.de/programm/5259-wiera.html

Regie: Krzysztof Stasierowski
Text: Cezary Rossa
Arrangements: Paweł Stankiewicz
Übersetzung: Andreas Visser

Agnieszka Babicz – Schauspielerin, Sängerin und Produzentin. Sie studierte an der Schauspielschule am Musiktheater Gdynia, die sie mit Auszeichnung absolvierte. Dort spielte sie u.a. Fantine in „Les Misérables“, Fiona in „Shrek“ und Lorraine in „Dracula”. Viel Anerkennung brachte ihr die Darstellung der Anita in „West Side Story“ an der Stettiner Oper und die Arbeit am Stadttheater Gdynia ein, wo sie 2008 den Publikumspreis für die Rolle der Witwe in „Zorba“ erhielt. Ein breites Publikum kennt Agnieszka Babicz dank ihrer Auftritte in populären TV-Serien: „Na wspólnej“ und „Na dobre i na złe“. In den Filmen von Andrzej Kostenko „Lokatorzy“ und Janusz Kondratiuk „Faceci do wzięcia“ bewies sie ihr Talent.
Am 24. Oktober zeigt die Künstlerin ein neues Solostück „Wiera“
Ein musikalisches Monodrama der Schauspielerin Agnieszka Babicz aus der Dreistadt. Es basiert auf der Biografie und den Liedern aus dem Repertoire von Wiera Gran. Die große, bereits vergessene Künstlerin, polnische Sängerin jüdischer Herkunft, Kabarettistin und Filmschauspielerin, die während des Krieges im Warschauer Ghetto sang und nach dem Krieg durch den Vorwurf der Kollaboration mit den Deutschen verfolgt wurde und Opfer einer damaligen Hetzkampagne wurde.
Sie war das einzige Mitglied ihrer Familie, das die Besatzungszeit überlebte. Für den Rest ihres Lebens wehrte sie sich gegen Anschuldigungen, sie habe mit der Gestapo kollaboriert, um das Ghetto verlassen zu können. Trotz ihrer Erklärungen und gewonnener Prozesse wurde sie von Menschen, die den Anschuldigungen Glauben schenkten, ausgegrenzt. Sie wollte sich sehr von diesen Verleumdungen befreien – einer der Gründe, warum sie das Buch „Staffellauf der Verleumder – Autobiographie einer Sängerin“ schrieb (1980), auf dem der Text des Monodramas basiert.

Vorstellung in polnischer Sprache mit deutschen Untertiteln.

Karten: 15,00 / 10,00 EUR, https://www.acud-theater.de/
oder Anmeldungen an: info@kultur-schmuggel.org

Schauspielschulstudenten: Eintritt frei!

Fotos © Adam Krajewski

Die Inszenierung wird gezeigt im Rahmen des Projektes: HERBSTschläge – neue deutsch-polnische Solostücke in Berlin. Gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Utopia (wirklich?)

Im Internet fand ich dieses schöne Foto! Ein Engel der modernen Welt – jung, schön, geheimnisvoll. Und dazu noch dieses Wort: UTOPIA. Magische Versprechung.

Teodor Currentzis


Teodor Currentzis wird in der Saison 2022/23 vier Konzerte leiten, zwei davon im Rahmen des Projekts Utopia

Teodor Currentzis wurde in Griechenland geboren und wuchs in Athen auf. Er studierte am St. Petersburger Konservatorium bei Ilya Musin und gilt heute als Ikone der modernen Musik und des Theaters. Seit vier Jahren steht er an der Spitze des SWR Symphonieorchesters. In der Saison 2022/23 ist der fesselnde Freigeist vier Mal zu Gast in der Berliner Philharmonie.
Neben der Position als Chefdirigent des 2016 neu fusionierten Orchesters und der Gründung des unabhängigen Orchesters und Chors „musicAeterna“ startet Teodor Currentzis im Herbst ein weiteres Projekt: „Utopia“ ist ein internationales Orchester, das einige der besten Musiker aus aller Welt vereint. Vor einigen Jahren entstand die Idee, Solisten und Konzertmeister aus verschiedenen Orchestern in einem Ensemble zusammenzubringen. Utopia ist daher kein Orchester im üblichen Sinne des Wortes, sondern eine einzigartige kreative Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die sich der Suche nach dem besten Klang und dem wahren Geist des Musikwerkes verschrieben haben. Currentzis ist der künstlerische Leiter des Ensembles: „Wir betreten ein eher experimentell geprägtes Feld. Das erste Opfer von Globalisierung ist die Intimität, deren Spannung, Einigkeit und Hingabe man am ehesten in der Musik eines Solisten oder einem kleinen Ensemble findet. Wir streben danach, diese Kammeratmosphäre und Vertrautheit zu verkörpern, nun aber auf der Ebene eines großen Symphonieorchesters. Wir verzichten auf das Bekannte und wagen einen Sprung ins Neue. Die Idee ist utopisch, natürlich. Unsere Träume können nur dann wahr werden, wenn wir das Verbot des Unmöglichen aufheben. Utopia ist etwas Unmögliches, aber genau das fasziniert uns so: das Unmögliche zu schaffen
.

Dienstag, 11. Oktober 2022 20 Uhr, Philharmonie

Strawinsky „L’oiseau de feu“ („Der Feuervogel“) Fassung von 1945
Ravel „Daphnis et Chloé“ – Suite Nr. 2
Ravel „La Valse“

***

Dienstag, 13. Juni 2023 20 Uhr, Philharmonie
Mahler Symphonie Nr. 3 d-moll


Früh am 11. Oktober prüfe ich nach. Es gibt noch Karten. Die kosten zwischen 50 und 100 Euro.
Viel.
Ich schreibe eine Mail an die Konzertagentur Adler, die die Utopia-Konzerte veranstaltet:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin eine Journalistin, Schriftstellerin und Bloggerin.
Seit mehreren Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Utopie.
Daher wollte ich fragen, ob ich für den heutigen Konzert (Currentzis, Utopie, Ravel) eine Pressekarte bekommen könnte?
Mit freundlichen Grüßen

Eine Antwort kam erst ein Tag nach dem Konzert.

Sehr geehrte Frau Slaska,
vielen Dank für Ihre Mail.
Als privater Veranstalter ohne Subventionen ist unser Pressekontingent leider sehr eng gefaßt.
Verfügbare Karten können Sie hier bestellen:
https://musikadler.eventim-inhouse.de/webshop/webticket/seatmap?eventId=1179

Mit freundlichen Grüßen
Konzert-Direktion Hans Adler

Hmmm… Wenn sie nicht alle Karten verkauften, hätten sie eigentlich keine Kosten getragen, dass sie mir eine Pressekarte zur Verfügung stellten. Daher hat es Sinn, so spät nachzufragen. Aber… Na ja, Utopia, so ein schönes Wort, ein Ort ohne Ort, ein magisches Nirgendwo, wo sich höhe Geister treffen. Die müssen sich nicht um 50 Euro sorgen.

Fizyka i muzyka

Szanowni Państwo, drodzy Przyjaciele,

zapraszamy na kolejny wykład w sali wykładowej Uniwersytetu Humboldtów przy Unter der Linden 6.

Wykład odbędzie się 14 października 2022 roku o godz. 18.00 w sali 3038.

Z tłumaczeniem symultanicznym na niemiecki

Tematem wiodącym w tym semestrze będzie “Nowa humanistyka”

Dr habil. Andrzej Dragan poświęci swój wykład tematowi: Nauka to antyhumanizm.

Moderacja: dr habil. Brygida Helbig

HomeDragan

Andrzej Dragan jest profesorem fizyki teoretycznej i laureatem kilkudziesięciu nagród za działalność naukową oraz fotograficzną, filmową i muzyczną.
Jako nastolatek działał w grupach crackerskich, obecnie wstrząsa światem nauki. W 2020 roku wraz z profesorem Arturem Ekertem opublikował pracę Kwantowa zasada względności, która może okazać się największym przełomem w rozumieniu teorii kwantowej od czasów Einsteina.

Andrzej Dragan (ur. 16 maja1978) – polski fizyk teoretyk i artysta: fotograf, kompozytor oraz twórca filmowy, a także popularyzator nauki. Doktor habilitowany fizyki, profesor uczelni na Wydziale Fizyki Uniwersytetu Warszawskiego (FUW) i profesor wizytujący na Narodowym Uniwersytecie Singapuru (NUS). Zdobywca wielu nagród krajowych i międzynarodowych.
Jako fizyk zajmował się m.in. informacją kwantową w wersji relatywistycznej, habilitując się właśnie na ten temat. Jako fotograf stworzył własny styl portretu.

Studiował na Wydziale Fizyki Uniwersytetu Warszawskiego. 9 stycznia 2006 roku uzyskał tamże stopień doktora nauk fizycznych na podstawie pracy pt. Komunikacja przy użyciu pojedynczych fotonów poprzez niedoskonałe kanały kwantowe. 15 grudnia 2014 roku habilitował się tamże na podstawie pracy pt. Relatywistyczna informacja kwantowa.
Pracował w Imperial College London oraz w University of Nottingham. Został profesorem wizytującym na Narodowym Uniwersytecie Singapuru.
W Instytucie Fizyki Teoretycznej Uniwersytetu Warszawskiego kierował grupą badawczą, która zajmowała się relatywistycznymi aspektami zjawisk kwantowych.

Twórczość
Fizyka
Napisał 50 prac z zakresu optyki kwantowej, relatywistycznej teorii informacji kwantowej, teorii względności, kwantowej teorii pola w zakrzywionych czasoprzestrzeniach oraz dwie książki:
• podręcznik teorii względności pt. Unusually Special Relativity wydany w 2021 roku przez World Scientific Publishing;
• w 2019 roku nakładem wydawnictwa Fabuła Fraza ukazała się jego książka popularnonaukowa poświęcona m.in. fizyce kwantowej pt. Kwantechizm, czyli klatka na ludzi.
Popularyzował fizykę także przez artykuły i publiczne wykłady, np. dla FUW i konferencji TEDx w Poznaniu. Udzielał też wywiadów internetowemu Radiu Naukowemu i polskim youtuberom.
Fotografia
Fotografować zaczął w 2003 roku. Wypracował własną technikę cyfrowej obróbki fotograficznej, nazywaną efektem Dragana. Obróbka ta polega na stosowaniu, oprócz prostej manipulacji kolorem i filtrowania tonalnego, kombinacji charakterystycznego oświetlenia modela oraz ręcznej edycji zdjęcia przy użyciu zestawu specjalnych pędzli, sztucznie korygujących oryginalne oświetlenie.
Publikował swoje zdjęcia na okładkach kilkudziesięciu czasopism i książek w wielu krajach świata.
Dragan znany jest z szokujących, prowokacyjnych i kontrowersyjnych sesji fotograficznych. Wykonał m.in. serię portretów anorektycznej modelki i portret poranionego mężczyzny w koronie cierniowej (obydwie sesje z 2006 r.) Znany jest również jako autor zdjęć do kampanii reklamowych takich marek jak Energizer, Playstation, XBox, Play czy Converse.
Jest też zdobywcą tytułu Fotograf Rok 2007 brytyjskiego czasopisma Digital Camera.
Muzyka i film
W latach 90 komponował, pod ksywą „Dreamer”, muzykę na komputerach Amiga.
Andrzej Dragan stworzył także:
• nagradzane krótkometrażowe filmy artystyczne, inspirowane teoriami fizycznymi,
• krótkie filmy i reklamy m.in. dla HBO oraz Netflixa,
• teledyski, m.in. dla Behemotha, Quebonafide i Hani Rani.

Po wykładzie będzie okazja do rozmów przy lampce wina i preclach.

Życzymy dużo przyjemności.
Rada Programowa UTP


Meine Damen und Herren, liebe Freunde,

wir laden Sie zu einem Vortrag in den Hörsaal der Humboldt-Universität, Unter der Linden 6 ein. 
Am 14. Oktober 2022 um 18.00 Uhr in Raum 3038.
Mit Simultanübersetzung ins Deutsche.
Das Leitthema dieses Semesters wird Der Neue Humanismus sein.
Dr. habil. Andrzej Dragan widmet seinen Vortrag dem Thema: Wissenschaft ist Antihumanismus.

Moderation: Brygida Helbig-Mischewski.

Nach dem Vortrag gibt es Gelegenheit zu Gesprächen bei einem Glas Wein und einem kleinen Imbiss

HomepageDragan

Andrzej Dragan hat in Warschau, Oxford, Amsterdam sowie Lissabon Physik studiert. Seine Abschlussarbeit wurde 2001 als beste Master Thesis von Polen ausgezeichnet.
2001 und 2002 erhielt er ein Stipendium der Europäischen Wissenschaftsstiftung. 2005 promovierte er mit einer Arbeit über Quantenmechanik. Danach erhielt er die Stelle eines wissenschaftlichen Assistenten im Bereich der „Quantenoptik und Atomphysik“ am Institut für Theoretische Physik der Universität Warschau. Im akademischen Jahr 2008 war er Research Fellow am Imperial College London. Seit 2010 ist er Dozent an der University of Nottingham. Im gleichen Jahr erhielt er ein zweijähriges Stipendium vom polnischen Bildungsministerium für hervorragende junge Wissenschaftler.

Dragans veröffentlichte Fotografien sind ausnahmslos Porträts. Die Sitzungen mit den Modellen dauern nur kurz, er sagt dazu: „Ich mag es nicht, zu fotografieren.“ Der Nachbearbeitung einer Fotografie
hingegen widmet er bis zu einem Monat. Seine Bilder werden mit flämischer Malerei verglichen. Das von ihm eingesetzte Licht erzeuge sowohl Nüchternheit als auch Düsterkeit, wodurch die Details Kraft
und Klarheit gewännen. Die verwendeten Farben wirkten rein. Er vermeidet es, seine Modelle in einer Bewegung einzufangen. Seine Bilder überarbeitet er mit Photoshop, u. a. zur Montage verschiedener
Aufnahmen in ein Bild. Dragan äußert zu seiner Arbeitsweise, diese sei dem Malen ähnlich, nur dass er einen digitalen Pinsel nutze. Er füge keine neuen Elemente hinzu, sondern arbeite bereits Vorhandenes
heraus und betone es. Dragan arbeitet als Werbefotograf, wie z. B. für Converse, Fairy, Pilsner Urquell, Avon und Playstation. Er verwendet digitale Spiegelreflexkameras und Objektive von Canon, wie die Canon 10D.

Werke

Physik
Er hat 50 Arbeiten über Quantenoptik, relativistische Quanteninformationstheorie, Relativitätstheorie, Quantenfeldtheorie in gekrümmter Raumzeit sowie zwei Bücher geschrieben:
– ein Lehrbuch zur Relativitätstheorie mit dem Titel Unusually Special Relativity, das 2021 bei World Scientific Publishing veröffentlicht wurde;
– 2019 erschien sein populärwissenschaftliches Buch, das unter anderem Quantenphysik gewidmet ist, mit dem Titel Quantenchismus oder der Menschenkäfig beim Verlag Fabula Fraza.
Er popularisierte Physik auch durch Artikel und öffentliche Vorträge, z. B. für den FUW (Fachbereich Physik der Universität Warschau) und die TEDx-Konferenz in Poznań. Außerdem gab er auch Interviews, u a. dem Internet-Sender Wissenschaft und polnischen Youtubern.

Fotografie
Er begann 2003 zu fotografieren und entwickelte seine eigene Technik der digitalen Fotobearbeitung, den so genannten Dragan-Effekt. Bei dieser Bearbeitung wird neben einfacher Farbmanipulation und Tonwertfilterung eine Kombination aus charakteristischer Beleuchtung des Modells und manueller Bearbeitung des Fotos mit einem Satz spezieller Pinsel verwendet, um die ursprüngliche Beleuchtung künstlich zu korrigieren.

Der Fotograf hat seine Fotos auf den Titelseiten von Dutzenden von Zeitschriften und Büchern in vielen Ländern der Welt veröffentlicht.

Dragan ist bekannt für seine schockierenden, provokanten und kontroversen Fotoshootings. Unter anderem hat er eine Serie von Porträts eines magersüchtigen Models und ein Porträt eines verletzten
Mannes mit Dornenkrone angefertigt (beide Sessions aus dem Jahr 2006). Er ist auch als Autor von Fotos für Werbekampagnen von Marken wie Energizer, Playstation, XBox, Play und Converse bekannt.
Außerdem gewann er den Titel Fotograf des Jahres 2007 der britischen Zeitschrift Digital Camera.

Musik und Film
In den 90er Jahren komponierte er unter dem Spitznamen ‚Dreamer‘ Musik mit Amiga-Computern.
Andrzej Dragan schuf auch:
– preisgekrönte, von Physiktheorien inspirierte Kurzfilme,
– Kurzfilme und Werbespots u. a. für HBO und Netflix,
– Musikvideos, z. B. für Behemoth, Quebonafide und Hani Rani.Moderation: Dr. habil. Brygida Helbig

Frauenblick: Pflaumenregen

Monika Wrzosek-Müller

Pflaumenregen von Stephan Thome

Das Buch sollte mir eine Atem- oder eher Denkpause bei meinen obsessiven Gedankengängen über den Ukrainekrieg bieten und auch davon ablenken. Es erzählt von Taiwan, es erzählt ausführlich und gut über die Insel, über ihre Geschichte, über die Menschen, die dort leben.

Ich wusste vorher eigentlich so gut wie nichts darüber; geografisch wohl schon – dass die Insel nahe an China, aber auch nicht sehr weit entfernt von den südlichen Inseln Japans liegt und bergig ist; dagegen über ihr Schicksal und die geschichtlichen Verwicklungen wirklich sehr wenig. Leider gehört die Insel, wie die östlichen Staaten von Europa zu den Grenzländern; d.h. Appetit auf ihr Territorium gab es im Geschichtsrad der Jahrhunderte auf vielen Seiten.

Trotzdem oder gerade deswegen ist Taiwan eigentlich immer wieder im Zentrum der zeitgenössischen politischen Auseinandersetzungen. Unlängst sorgte die amerikanische Abgeordnete der Demokraten und Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi durch ihren Besuch in Taiwan für Schlagzeilen. Als Reaktion darauf startete China militärische Manöver rund um die Insel und bekräftigte seinen Besitzanspruch auf die Insel. Dasselbe passierte jetzt wieder, als eine Delegation deutscher Abgeordneter nach Taipeh reiste. So gesehen ist das Thema Taiwan höchst aktuell, brisant und könnte in diesem Sinn dem Problem Ukraine nahekommen.

Wenn wir noch sehen, dass der Autor ein deutscher Sinologe und Wissenschaftler ist, der schon seit 12 Jahren dort lebt und eine taiwanische Frau hat, fassen wir Vertrauen, dass dies nicht nur ein literarisch wirklich gelungener Familienroman ist, sondern dieser auch auf solidem historischen Wissen beruht. Der Autor erläutert, dass er viele der Schauplätze selbst aufgesucht hat; es gibt sie wirklich. Über die Ereignisse in der Zeit um 1940 musste er gründlich recherchieren; er arbeitete ungefähr drei Jahre an dem Projekt. Der Roman handelt von der Geschichte einer Familie in drei Generationen; in dieser Zeit änderten sich die Machtverhältnisse in Taiwan dreimal. Dankenswerter Weise bietet der Autor dem unkundigen Leser vorab eine Art Einführung in die Geschichte der Insel.

„In den Jahren 1894/95 führten das chinesische und das japanische Kaiserreich einen Krieg, der die Kräfteverhältnisse in Ostasien von Grund auf neue ordnete. China verlor und musste seine Provinz Taiwan als Kolonie an den Sieger abtreten. Zunächst lebten die Inselbewohner in einer Art Apartheid avant la lettre, aber mit der Zeit entstand eine einheimische Mittelschicht, die sich in ihren Lebensgewohnheiten kaum von den Kolonialherren unterschied, obwohl sie diesen niemals gleichgestellt war. Nach dem Ausbruch des Pazifischen Kriegs wurde die Tendenz zur Assimilierung vonseiten Japans noch verstärkt. Viele junge Taiwaner, insbesondere Angehörige der indigenen Bevölkerung, kamen als japanische Soldaten ums Leben. 1945 fiel Taiwan zurück an die chinesischen Nationalisten (Kuomintang oder KMT) unter Generalissimus Chiang Kaishek. Diese hatten acht Jahre lang gegen Japan gekämpft und reagierten mit Abscheu auf die japanisierte Lebensweise ihrer vermeintlichen Landsleute. Umgekehrt führte ihr aggressives Auftreten zu Widerstand, der sich im Frühjahr 1947 gewaltsam entlud und anschließend grausam niedergeschlagen wurde: durch willkürliche Verhaftungen und Exekutionen, die als `März-Massaker`, später mit dem Kürzel 228 (für 28. Februar, den Beginn der Unruhen) bezeichnet wurden. Nach der Niederlage gegen Chinas Kommunisten zog sich die KMT 1949 ganz nach Taiwan zurück und verwandelte die Insel in einen autoritären Polizeistaat. Das Kriegsrecht wurde erst 1987 aufgehoben. 1996 fanden erstmals freie Präsidentschaftswahlen statt. Heute ist Taiwan eine ebenso lebendige wie gefährdete Demokratie, denn das Regime in Peking betrachtet die Insel – die nie zur Volksrepublik gehört hat – als einen Teil seines Staatsgebiets und strebt eine notfalls gewaltsame Vereinigung an. In Taiwan will das so gut wie niemand.“

Wir lernen die Hauptheldin, die junge Umeko mit 8 Jahren kennen, als sie noch in die japanische Schule geht, als Tochter einer taiwanischen Mittelschichtsfamilie, die sich mit der japanischen Okkupation arrangiert hat. Das Leben ist sehr geregelt, die Kinder tragen Uniformen, alles scheint voranzuschreiten ohne größere Probleme. Ihr Bruder Keiji spielt hervorragend Baseball und wird deshalb in eine weiterführende japanische Schule aufgenommen; für gebürtige Taiwaner ein besonderes Privileg. Doch aus den Äußerungen der Zuschauer bei einem Baseball-Spiel im Stadion lernen wir, wie die Einstellung der taiwanischen Bevölkerung zu den Japanern ist: „Jemand rief auf Taiwanisch: – Los geht´s! Zeigt es den arroganten Japsen!“ Aber die junge Umeko hat eine japanische Lieblingslehrerin und träumt von einer Reise nach Kyoto; doch schon bald wird sie gezwungen ihren japanischen Namen zu ändern und sich Hsiao Mei nennen zu lassen – nach der Landung der Festlandslandchinesen; zum Schluss erleben wir sie als alte Dame, die einen Sohn namens Harry und einen chinesischen Ehemann hat, und sich in einem sehr sorgfältig arrangierten Leben bewegt. Ihr Sohn lebt inzwischen in Amerika und besucht seinerseits die Insel mit seinem Sohn.

Er reflektiert über die Mutter: „Als Kind war sie angeblich ein unbändiges Plappermaul, […] Die stolze Japanerin, die sie einmal gewesen ist, kann er sich bis heute schwer vorstellen, obwohl Onkel Keiji ihm vor seinem Tod alte Briefe gegeben hat, deren früheste noch aus der Kriegszeit stammen. Wenn einer was damit anfangen kann, dann du, meinte er – inzwischen glaubt er das selbst. Die kleine Umeko war seinerzeit zu jung, um die Kräfte zu verstehen, die ihre vertraute Welt bald zerstören sollten. Erst kamen britische Kriegsgefangene, dann amerikanische Bomber, später die Festländer mit Gewehren im Anschlag. Schon in jungen Jahren muss ihr klargeworden sein – klargemacht worden sein -, wie gefährlich es ist, im falschen Moment den Mund zu öffnen. Darüber sprechen mag sie noch immer nicht. Dinge passieren eben, pflegt sie zu sagen, wenn er nachbohrt. Sicher ist nur, sie hat ihre Lektion gelernt.“

Vielleicht ist die Bezeichnung Hauptheldin auch nicht richtig, denn der Autor gibt uns ein Kaleidoskop von Figuren, Personen, an Hand derer wir die Geschicke des Landes erfahren. Dabei spielen vielleicht die Fragen: wie verhält es sich mit der persönlichen und der nationalen Identität, was bringt die Menschen zusammen, was trennt sie, wo spielen sie mit, wie arrangieren sie sich, wann gehen sie auf die Barrikaden, eine wichtigere Rolle, als die Ereignisse selbst. Obwohl wir so viel über die Geschichte der Insel erfahren, wirken die darin agierenden Helden nicht schemenhaft, sie sind voller Leben und Emotionen, sie wirken authentisch und stark. Vielleicht hilft dabei der ständige Wechsel der Perspektiven und der Narration; die Einschnitte zwischen der Vergangenheit und Gegenwart lassen den Erzählstrom sich nicht nur auf die geschichtliche Chronologie konzentrieren, sondern heben auch die einzelnen Charaktere und Persönlichkeiten hervor, dadurch gewinnt ihr Leben an Buntheit aber auch an Bedeutung und Echtheit; wie ein großer Fächer breitet, öffnet sich das Panorama des Lebens dort.

„Allmählich erwacht die Stadt zum Leben. Im Fenster steht ein farbloser Himmel, der sich für später alle Optionen offenhält. Bevor die Konflikte eskalierten, hatte seine Mutter eine Weile im Haus des Großvaters gelebt, den Harry nur von einer Handvoll alter Fotos kennt. Ein konfuzianischer Gelehrter, der in der Qing-Zeit aufgewachsen war, als die Japaner alle chinesischen Schulen schlossen, auch seine. Den Tempeln seiner Stadt spendete er viel Geld und scheint ein weithin respektierter Mann gewesen zu sein, der an den Sitten einer untergehenden Welt festhielt. Seine Frau hatte gebundene Füße. Manche in der Familie nannten sie schweigsam, andere behaupteten, sie sei ganz und gar stumm gewesen. So oder so, Frauen hatten nichts zu sagen. Von Jinguashi nach Keelung war es bloß ein Katzensprung, aber für die elfjährige Umeko – und nicht nur für sie – muss es sich angefühlt haben, als wäre sie in ein fremdes Land verbannt worden“.

Gut, dass ein sensibler Schriftsteller den Geschichten der Einheimischen so aufmerksam zuhören konnte und sie dann aufgeschrieben, festgehalten hat. Er versteht es auch bestens, dem westlichen, dem europäischen Leser dieses komplizierte, verwinkelte Leben zu veranschaulichen, eine besondere Poetik hineineinzubringen, es für uns schmackhaft zu machen. Die Beschreibungen der Natur auf der Insel, mit den hohen Bergen, das Meer mit dem Wellengang, der Himmel mal mit tiefen Regenwolken, mal stahlblau, die Blüten, all die Pflanzen, die Bäume und der Bambus überall spielen eine genauso wichtige Rolle wie die darin agierenden Menschen, sie tragen die Stimmung und unterstreichen die Emotionen. Das Leben auf der Insel scheint einem nie einfach gewesen zu sein, eher sehr aufgeladen und ungewöhnlich, in all den Veränderungen und Umstellungen. In dem Roman geht es um eine Familie, doch man hat den Eindruck, alles wäre miteinander verknüpft, verwickelt, keine Geschichte wäre eindeutig und klar, überall würden Geheimnisse und Zugeständnisse an das eigene Leben, an das Leben mit der Familie, an die Politik warten, alles würde eine Kette, eine sich weiterdrehende Spirale des Lebens bilden. Man könnte sagen, eben das Leben pur.

Das Buch endet mit dem Titel: „Am Himmel ballen sich dichte Wolken, Wind fährt durch die Bäume und auf einmal klingt das Rauschen der Blätter, als fiele leicht und leise der Pflaumenregen“.