300 Männer

Michael G. Müller

„Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG“. Ein Buch von Konstantin Richter1

Was könnte man hier erwarten: Eine nostalgische Heldenerzählung über die Unternehmer und Bankiers, denen Generationen von Deutschen ihren Wohlstand verdankten? Oder das Gegenteil, eine radikale Abrechnung mit den Wirtschaftsbossen, die das kapitalistische System „Deutschland AG“ durch das katastrophale 20. Jahrhundert gesteuert haben? Es geht aber weder um das eine noch um das andere. Stattdessen um eine ganz nüchterne, dabei genauso unparteiische wie kritische wirtschaftshistorische Analyse – um den gelungenen Versuch, das System Deutschland AG in seiner Entwicklung vom späten 19. Jahrhundert bis heute zu verstehen und verständlich zu beschreiben.

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Ferragosto

Monika Wrzosek-Müller

Bis zum Ferragosto musste man die Hitze, auch da oben in Fiesole, genauer Settignano aushalten, danach kamen Gewitter, es wurde auch früher dunkel, also weniger Sonne, man atmete durch und im zweiten Atemzug merkte man leider, der Sommer ist wieder mal vorbei. Dass das Fest, der eine Tag am 15 August, in Italien große Bedeutung hatte, wusste ich schon lange, doch seine Geschichte war mir eigentlich nicht so klar. Die Leute trafen sich zum Grillen, Familien fuhren an den Strand, Freunde kamen zu Besuch, es war immer etwas los; auch in der hitzigsten Hitze, wo man dachte, alles müsste stehenbleiben, wurde gefeiert. Die Lokale draußen vor der Stadt füllten sich mit den Stadtmenschen, es wurde getanzt, gespielt, es war laut mit den vielen Kindern, die auch manchmal weinten, meistens jedoch um die Tische rannten. In der Stadt war es dagegen völlig still, alles war geschlossen: Läden, Ämter, Büros, aber auch viele Restaurants. Ich erinnere mich, dass wir später einmal, schon aus Kleinmachnow, an diesem Tag in Apulien waren und aus irgendeiner Trattoria zurückkehrten; das Thermometer bei einer Apotheke zeigte um 22 Uhr 39 Grad an.

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Die kleine große Welt

Monika Wrzosek-Müller

Auch die kleinen Kreise des Lebens schließen sich und es ist beglückend, das zu bemerken und die Geschichten zu verfolgen.

Neulich gab es bei der Ausstellungseröffnung „Augenreisen“ von Heinz Trökes in der Camaro Stiftung wieder so einen Moment. Der Sohn des Künstlers erzählte über seinen Vater – wie das so mit ihm war, nicht immer einfach, immer auf Reisen…Ich saß da und dachte, Trökes, Trökes …Mir kommt der Name sehr bekannt vor. Woher kennst du diesen doch ziemlich ungewöhnlichen Namen? Dann fiel es mir ein: Anna Trökes. Die wohl bekannteste Yogalehrerein und Buchautorin zu diesem Thema in Deutschland. „Das Große Yoga Buch“ begleitete mich schon während der Ausbildung, ihre Stimme war bezaubernd und sie sprach mit runden, sehr gut formulierten Sätzen, was nicht bei jedem der Fall ist, das können einfach nicht alle. Ich habe auch ein paar Mal ihre Kurse besucht, bekannt waren auch Yogafestivals, die sie manchmal mitorganisiert hat und bei denen der „lächelnde Schamane“ als DJ auftrat. Aber welchen Zusammenhang gab es mit dem Namen, stammte sie aus dieser Familie?

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Unterschreibe eine Petition

An: CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)

Schutz queerer Menschen ins Grundgesetz!

Der queerfeindliche Anschlag auf den Berliner CSD erschüttert uns. Gleichzeitig war er leider nicht überraschend: Seit Jahren nehmen Hass, Hetze und Angriffe gegen LGBTQIA* massiv zu. Queerfeindliche Hasskriminalität hat sich seit 2010 nahezu verzehnfacht. Rechtsextreme Anti-CSD-Aufmärsche sind Normalität geworden und auch religiöser Fanatismus ist eine große Gefahr für die queere Community. 

Spätestens jetzt müssen queere Menschen endlich den verfassungsrechtlichen Schutz erhalten, den sie längst verdienen. 


Wir fordern deshalb: Sexuelle Identität als Diskriminierungsmerkmal im Grundgesetz Artikel 3 aufnehmen! 
Erst dann ist klar geregelt, dass niemand wegen der sexuellen Identität benachteiligt werden darf.

Trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen sind laut Bundesverfassungsgericht bei “Geschlecht” inkludiert – das muss zusätzlich in einer Gesetzesbegründung festgeschrieben werden.

Warum ist das wichtig?

Artikel 3 im Grundgesetz schützt bisher ausdrücklich vor Diskriminierung aufgrund unter anderem des Geschlechts, der Herkunft, der Religion, der politischen Überzeugung oder einer Behinderung. 


Der Artikel ist eine Lehre aus den Verbrechen des Nationalsozialismus. 
Doch queere Menschen und Menschen mit Behinderung wurden bei der Schaffung des Grundgesetzes 1949 außen vor gelassen. 

Das Diskriminierungsverbot für Menschen mit Behinderung wurde schließlich in den 1990er Jahren ergänzt. Trans-, inter- und nonbinäre Menschen sind durch die Kategorie “Geschlecht” in dem Artikel inkludiert. Das hat das Bundesverfassungsgericht vor einigen Jahren klargestellt. Dass trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen bei “Geschlecht” inkludiert sind, sollte zusätzlich in einer Gesetzesbegründung klargestellt werden. 

Die “sexuelle Identität” fehlt immer noch gänzlich. Wer aufgrund seiner sexuellen Orientierung benachteiligt wird, kann sich nicht auf denselben verfassungsrechtlichen Schutz berufen wie andere Betroffene von Diskriminierung.

Diese Schutzlücke muss endlich geschlossen werden. Erst dann…

  • kann rechtlich geahndet werden, wenn sich staatliche Stellen wie Polizei und Behörden diskriminierend gegenüber LGBTQIA* verhalten.
  • können zukünftige politische Mehrheiten bereits erstrittene Rechte nicht so einfach zunichtemachen und die systematische Verfolgung queerer Menschen verhindert werden.
  • ergibt sich ein expliziter Schutzauftrag des Staates, der sich dann auch in der Praxis und Gesetzgebung widerspiegeln sollte.

Für eine Grundgesetzänderung braucht es eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat. Grüne, Linke und auch die SPD haben nach dem Anschlag in Berlin nun Unterstützung signalisiert. Jetzt braucht es öffentlichen Druck, um auch CDU und CSU dazu zu bewegen.

Die Verankerung im Grundgesetz alleine reicht natürlich nicht aus. Um queeres Leben zu schützen, fordern wir außerdem eine langfristige finanzielle Unterstützung queerer Räume, die flächendeckende Anerkennung von CSDs als politische Veranstaltungen sowie die Fortführung und ausreichende Finanzierung von Extremismus-Präventionsprogrammen sowie Förderprogrammen wie “Demokratie leben!” und queeren Verbänden wie der Jugendverband Lambda e.V. 
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Mitunterzeichner*innen:
Grundgesetz Für Alle
LSVD+
CSD Deutschland e. V.
CSD Frankfurt e. V.
Dyke* March Berlin
Queermany (Queerfeministische Bewegung)
Penelope Alva Frank (Queermany-Mitbegründerin)
Regenbogenforum e. V. – Christliche LSBTIQ-Gruppen in Deutschland
Dachverband Lesben und Alter e. V.
Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V.
PROUT AT WORK-Foundation
QueerGrün – Bundesarbeitsgemeinschaften von BÜNDNIS 90 | Die Grünen
Katholisches LSBT+ Komitee
Wirtschaftsweiber e. V.
LesbenRing e.V.
Mission TRANS* e.V.
Aktionsbündnis gegen Homophobie
Lisa Niendorf
Aljosha Muttardi
Dr. Max Appenroth
Phenix Kühnert
Nyke Slawik
321 Maximilian Rogall
Feminist Fight Club
Estrella Rödel
Maik Brückner
Lars Tönsfeuerborn
Mehmed König
Brix Schaumburg
Daniela Sepehri
Ellen Trenn
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Quellen:
https://www.deutschlandfunk.de/gewalt-gegen-queere-menschen-lgbtqi-ursachen-anstieg-100.html
https://www.lsvd.de/de/ct/11892-grundgesetz-3-3
https://www.lsvd.de/de/ct/3222-Artikel-3-GG-ergaenzen-Den-Anfangsfehler-endlich-korrigieren
https://www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche-dosis-politik/556460/vor-dreissig-jahren-verbot-der-benachteiligung-von-menschen-mit-behinderung/
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/bundesrat-will-gesetzesinitiative-einbringen-lander-fur-schutz-fur-sexuelle-identitat-im-grundgesetz-14396636.html
https://www.lsvd.de/de/ct/12539-Artikel-3-GG-ergaenzen-Was-geschah-bis-jetzt
https://www.queer.de/detail.php?article_id=58843
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/anschlag-auf-csd-in-berlin-spd-dringt-auf-diskriminierungsverbot-im-grundgesetz-a-994ab24e-c89c-42d1-97dd-9223c9010187
https://www.instagram.com/p/DbK-Yg8xl0h/?hl=de
https://taz.de/Diskriminierung-von-queeren-Menschen/!6199847/

Der Sommer

Monika Wrzosek-Müller

„Lachend, lachend, lachend, lachend kommt der Sommer über das Feld, über das Feld kommt er lachend, ha, ha, ha lachend über das Feld“. Das sangen die Waldorfer etwas unsicher, beschämt vielleicht auch falsch auf den Sommerfesten in Kleinmachnow. Manchmal wusste ich nicht: lachen sie sich selbst aus oder lachen sie echt mit den Kindern.

Aber wie auch immer der Sommer ist da, überall Hitze, Dürre, Brände, Gewitter, Mücken und Zeckenplage, Sonnenschirme nicht an der richtigen Stelle und das wunderbare Gefühl von Wärme und Grün und die erlaubte Langeweile.

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Retten wir die Regenbogenfabrik

Liebe Leserinnen und liebe Leser, die Regenbogenfabrik ist auf diesem Blog ein feststehender Begriff für Solidarität, Hilfe und Menschenzusammenhalt. Wir haben so oft davon Nutzen gehabt, so oft diese zwischenmenschliche Wärme genossen. Jetzt ist sie in Not geraten. Ich schliesse mich der Einführung der Christine Ziegler ein.
Helfen wir!

Eure Administratorin

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Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

dem Aufruf aus der Regenbogenfabrik schließe ich mich voll und ganz an. Wir gehen ja nicht durch die erste Krise und so will ich auch zuversichtlich sein, dass die Fabrik letztendlich auch dieses Mal mit dem Schrecken davonkommt und auch gestärkt aus der Situation hervorkommt. Ich sehe auch, dass sie es anpacken wollen und bitte ich sehr um eure Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Herzliche Grüße und habt einen frohen Sommer

Christine

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Regenbogenfabrik retten – wir brauchen eure Unterstützung!

Für eine solidarische Nachbarschaft!

Auch wir merken: Die Zeiten verändern sich. Ausgaben steigen, viele Menschen haben wenig Geld, Förderungen fallen weg – und solidarische Orte sind nötiger denn je. Wir sagen es gerade heraus: Finanziell stehen wir schlecht da und brauchen eure Unterstützung.

Strukturen werden überprüft und angepasst, wir schauen uns alle Bereiche kritisch an und treffen Entscheidungen, die nicht leichtfallen – immer mit dem Ziel, den Charakter der Regenbogenfabrik zu erhalten und Angebote langfristig zu sichern. Dieser Prozess braucht aber Zeit, und genau diese Zeit können wir uns nur nehmen, wenn wir die akute Phase finanziell überbrücken.

Nach über 40 Jahren wollen wir nicht aufhören, für euch ein sozialer, kultureller und emanzipatorischer Ort zu sein. Jede Person hat ein Recht auf Kultur!

Spendet jetzt und helft, die Regenbogenfabrik zu retten.

Spenden an: Regenbogenfabrik e.V.

IBAN: DE 96 4306 0967 1101 7086 00 | BIC: GENODEM1GLS | GLS Gemeinschaftsbank eG

Verwendungszweck: „Rettung Regenbogenfabrik“

Wenn du eine Spendenquittung brauchst, stellen wir sie dir gerne aus!

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Die weiterführenden Links:

https://regenbogenfabrik.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Regenbogenfabrik

https://www.berlin.de/sen/uvk/umwelt/bodenschutz-und-altlasten/nachsorgender-bodenschutz-altlasten/sanierung-ausserhalb-der-freistellungsverfahren/regenbogenfabrik-kreuzberg

und bei mir auf dem Blog:

Sowohl im Netzt als auch auf dem Blog findet man vielmehr Beiträge über die Regenbogenfabrik.

Und hier mein Lieblingsfoto, irgendwann, vor Jahren in der Regenbogenfabrik gemacht, als sie sich immer noch in der Bauphase befand. Die Pfütze ist längst weg.

Eigentlich Schade!

Flucht aus Riga (2. WK)

Brigitte von Ungern-Sternberg

Die erste Hälfte des 20. Jahrhundert war eine Zeit der ‘Völkerwanderung’ freiwillig oder unfreiwillig.
Die Umsiedlung war freiwillig, aber es war dennoch ein Verlust der Heimat.

Die Fotos werden in einer Ausstellung im Mentzendorff Haus gezeigt. Dort hat der deutsch-lettische Verein DOMUS RIGENSIS seinen Sitz.

http://domus-rigensis.eu/

Gefunden wurden die Fotos irgendwo auf einem lettischen Speicher, glaube ich. Im Internet habe ich keinen Hinweis auf die Ausstellung gefunden. Sie war vielleicht ziemlich improvisiert.

https://www.liveriga.com/de/1196-mentzendorff-haus

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Walderdbeere Poziomka Fragaria

Monika Wrzosek-Müller

Meine Oma machte herrliche Konfitüre – oder war das Marmelade, oder überhaupt etwas anderes? Die ganzen Früchte waren in einer Art von sehr süßem und dickflüssigem Sirup eingekocht. So kochte sie Erdbeeren, aber auch Walderdbeeren ein, wenn es welche gab. Sie wurden von der ganzen Familie mit Andacht verzehrt, nur zu besonderen Anlässen und für besondere Gäste auf den Tisch gebracht.

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