Brigitte von Ungern-Sternberg

Wenn ich dieses Foto sehe: einen Himmel mit Sternen in der Nacht, denke ich mit etwas Wehmut daran, dass so etwas in Berlin das ganze Jahr nicht zu sehen ist.
Rechts vom Baum sieht man das Sternbild des ‚Orion‘. Ich kann mich gut erinnern, dass ich in meinen jungen Jahren den ‚Orion’ des Nachts in München bewundert habe, es war mein Lieblingssternbild.
Die Menschen haben von Anbeginn an die Sterne als etwas betrachtet, das sie von der Erde weg in eine andere Welt versetzt! Seit wann? Seitdem sie auf zwei Beinen und nicht auf allen vieren laufen!?! Oder haben sie sich am Sternenhimmel, an Sonne und Mond orientiert, weil es für Jäger und Sammler nutzbringend war? In welcher Zeit des Jahres kommen welche Herden durch die Savanne? Gut zu wissen, wenn man überleben möchte.
Ein Himmel bevölkert mit Göttern und Göttinnen? Die Sternzeichen bedeutsam für das, was uns im Leben zustößt? Astrologie? Ich glaube nicht an so etwas, aber gleichwohl erfüllt mich das Wissen um das Universum mit großem Staunen und auch Ehrfurcht. Wie unendlich winzig sind wir auf unserem kleinen blauen Planet!?! Niemals werden wir zu unseren Nachbarsternen reisen können, geschweige denn zur nächsten benachbarten Galaxie Andromeda. Die nächste Kategorie ist die ‚lokale‘ Gruppe von Galaxien, zu der wir gehören: Hallo Nachbarn – … …. und das ist erst der Anfang! Wie unfassbar weit ist alles!

Verschmelzung von Milchstraße und der Andromeda-Galaxie
Die Andromeda ist die einzige Galaxie, die man mit bloßem Auge am Himmel sehen kann, am besten in den Herbstmonaten und außerhalb von Berlin. Dann steht ‚Andromeda’ hoch am Himmel unweit des Sternbilds Cassiopeia (vokstümich das Himmel ‚W‘).
Die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie rasen mit etwa 1 1 0 bis 1 2 0 km pro S e k u n d e (!!) aufeinander zu. Die erste Berührung ihrer gigantischen Gashalos hat bereits begonnen. Die eigentliche Verschmelzung der beiden Galaxienkörper wird in etwa 4 Milliarden Jahren erwartet, bei der eine neue, riesige elliptische Galaxie entsteht.
So informiert die KI auf Google. Das zu den Dimensionen in Raum und Zeit der beiden ‚benachbarten‘ Galaxien … und entsprechend im ganzen Universum!
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Abends wird mit den Kindern das Lied gesungen:
Weißt du wieviel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt … Gott der Herr hat sie gezählet … Und dann können sie beruhigt einschlafen, weil alles geordnet ist und jemand die Sterne gezählt hat.
Der aufgeklärte Immanuel Kant bewunderte den “gestirnten Himmel“ und etwas, das er offenbar auch als gleich bedeutsam ansah: das “moralische Gesetz” in sich. Wie beides zusammenhängt bleibt offen! Aber vielleicht ist Immanuel Kant in sternklaren Nächten durch Königsberg spaziert und hat da möglicherweise eine Verbindung gespürt. Ich bin sicher er hat! Aber als aufgeklärter, rationaler Philosoph hat er das offen gelassen.

Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.
Immanuel Kant (1724 -1804)
