Ewa Maria Slaska
Dedykuję Krysi Koziewicz, która zawsze i niestrudzenie sadzi drzewa i proponuje nam wszystkim, byśmy też je sadzili
Zainicjowałam kilka dni temu debatę na temat pomnika tekstem Julii Szenwald. Dziś moja opinia, opis projektu, który chętnie przedłożyłabym władzm Berlina, poprosiłabym o dofinansowanie Lasu Pamięci Polaków. Nie od razu ogromnego, nie od razu Kraków zbudowano, takiego budowanego drobnymi krokami, metodą Miyawaki (https://www.citizens-forests.org/).
Stadtwalddenkmal / Bäume statt Beton
Ziel des Projekts wäre, eine neue Form des Denkmals für Polen vorzuschlagen.
Während des Krieges verloren 6 Millionen Polen, darunter die Hälfte – die Juden, das Leben. Unter den Millionen sind Tausende, die ihr Leben in Deutschland verloren haben. KZ-Häftlinge, politische Gefangene, die aus Polen hierher gebracht wurden, Opfer T4 Aktionen, Zwangsarbeiter und natürlich auch die Befreier… Manche von ihnen sind bis heute vergessen.
Seit ein paar Jahren gibt es in Deutschland und in Berlin eine um mindestens 80 Jahren verspätete Diskussion, dass die polnischen Opfer des 2. WK, die Polen in Polen, aber auch die in Deutschland, darunter auch in Berlin, endlich Mal ein würdiges Denkmal bekommen sollen. Seitdem der Bundestag eine gesetzliche Verankerung dieses Projekts garantiert, sammeln sich um die Dezidierenden und um die Idee viele Interessengruppen. Die Entwicklung des Projekts ist in die vorletzte Phase reingekommen: Es gibt ein Wettbewerb für Künstler und Architekten für Projekt des Denkmals. Irgendwann werden die Menschen und Gruppen, die in jetzigen Macht- und Geldkonstellation gut angesiedelt sind, darunter vermutlich auch große Namen (Liebeskind vielleicht? Oder Herzog? Oder Calatrava?) über die Sache entscheiden, über die eigentlich normale Menschen entscheiden sollen. Die Lobbyisten und die großen Namen kommen, machen, was sie wollen, nehmen (viel) Geld und gehen. Mit dem Denkmal wird dann der Mensch, der sprichwörtliche Otto-Normalverbraucher weiter leben sollen. Er hat schon in dieser Stadt, die immer mehr zubetoniert wird (sieh Mal Gendarmenmarkt oder HumboldtForum-Hof) schon einen großen Stein bekommen, direkt den Reichstag gegenüber. Er hat auch im Friedrichshain schon seit halben Jahrhundert einen riesigen Denkmal, der die Macke hat von der DDR in Zusammenarbeit mit der VRP errichtet zu sein. Er ist riesig, aber schlecht konotiert. Der neue Stein ist manchen zu klein. Kein Mensch wagt es offiziell zu sagen, aber der Gedanke ist da: das Holokaust-Denkmal ist viel größer! Und prominenter. Man vergisst jedoch, dass sich die jüdischen Mitbürger in Berlin diesen Denkmal selber errichtet haben. Und dass Berlin es überhaupt nicht haben wollte! Das ist die Geschichte.
Wir wollen etwas erreichen, bevor die endgültige Entscheidung getroffen wird. Wir wollen keinen, noch einen, wievielten schon, Beton-Denkmal. Der Stein ist uns genug. Er ist schon da und lassen wir ihn da bleiben. Was wir wollen ist ein lebendiger Denkmal, ein Wald mitten in der Stadt, ein Wald der sich durch Berlin durchschlängelt.
Seit 2020 bemühen wir uns, ich, Ewa Maria Slaska und Anna Krenz, polnische Aktivistinnen in Berlin, aus dem Verein Ambasada Polek e.V. um eine Gedenktafel für Irena Bobowska, eine während des Krieges hingerichtete Polin. Wir betrachteten sie symbolisch. Bei all unseren Bemühungen (Stolpersteine, Berliner Gedenktafel, Straßennamen-Kommission) bekamen wir immer eine Absage. Immer. 2024 haben wir ein Matronat (weiblicher Patronat) über ein Stadtbaum übernommen. Wir dachten, wir haben ein lebendiges Denkmal errichtet. Ein Baum für Irena Bobowska. Irena-Bobowska-Baum. Ein Baum bei der Alt-Moabit-Gefängnis-Mauer. Auf der anderen Seite warteten Tausende von Nazi-Regime-Gefangenen auf ihren Tod. Darunter auch Polen und Polinnen. Darunter auch Irena Bobowska. Sie war 22 Jahre alt als sie im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet wurde. Wir waren stolz, dass wir nach so vielen Absagen, sie zu würdigen, eine Idee fanden, wie wir trotzdem ihr ein Denkmal errichten, ein lebendiges Denkmal. Ein Baum. Wir wussten, dass es nicht für immer wird, aber den Spenderinnen ist bei dem Projektbeginn versprochen, dass auf dem von ihnen finanzierten Baum drei Jahre lang geschrieben bleib, wer und weshalb die Baum-Pflanzung mitfinanziert hat. Graphik: Anna Krenz.

Wir dachten, in drei Jahren finden wir eine andere Tür, wie wir unsere Polinnen, die in Plötzensee ermordet wurden, würdigen werden. Leider erwies sich der Bobowska-Baum als ein Phantom. Zwei Jahre später gibt es schon kein Täfelchen bei dem Baum. Kein Zeichen. Nix. Kein Mensch weißt, dass es Irena-Bobowska-Baum ist und dass wir für den Baum bezahlt haben. Das Stadtbaum-Projekt hat sogar nicht die versprochenen drei Jahre gewartet, um ihre Spuren zu tilgen, obwohl der Baum in offizieller Auflistung der Berliner Erinnerrungs-Tafeln zu finden ist: https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/gedenktafeln/detail/irena-bobowska. Foto Klaudyna Droske.

Dies wurde uns also weg genommen. Der Baum sieht jetzt so aus (Foto Konrad Kozaczek):

Wi sollen um den Baum kämpfen. Aber eigentlich wollen wir einen Wald.
Wir, die Normalen Menschen, die Stadtbewohnern, wir, die nicht zu gut behütet, gar arm, alt, normal halt, die, die jeden Sommer fast sterben, weil es in der Stadt so heiß ist. Weil wir nicht reich sind, um in schattigen Gärten den Hitzewellen zu trotzen. Wir wohnen auf den immer mehr betonierten und asphaltierten Straßen und wollen eine neue Form von Denkmäler, ein Denkmal, der an das, was war, erinnert, denen, die jetzt leben, hilft und denen, die in der Zukunft hier leben werden, als Wegweiser dient, wie wir mit unsern Erinnerungen, Hoffnungen und Problemen umgehen sollen.
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Ich / Wir sind nicht die ersten Polen, der solche Idee haben. Schon 2012 hat polnischer Künstler, Łukasz Surowiec, die erste Birken auf dem Platz vor der Grunewald-S-Bahn-Station gepflanzt.
Und wir schlagen vor, dass man bei der Debatte um den Polen-Denkmal darauf aufbaut.
