There is also a wind mill there.
film
Frauenblick
Monika Wrzosek-Müller
Das Kino Kultura und der Film Wesele
Das Kino Kultura in Warszawa war schon zu meinen Studienzeiten eine Institution, doch nach der Renovierung und Neueröffnung im Jahr 2009 ist es einfach ein reines Vergnügen, sich in dem Kino einen Film anzuschauen. Der Saal ist riesig, 234 Sitze, in dezentem Mintgrün gehalten, Corona-sicher auch abends; es waren jedes Mal höchstens 15 Leute anwesend. Auf dem Programm stehen immer die neuesten aber ambitionierten Produktionen, besonderen Wert legt man auf die polnische Filmographie; das Kino wird vom Verband der Polnischen Filmemacher betrieben. Immer wieder werden auch Themenschwerpunkte gesetzt – z.B. eine Thriller-Woche oder die Woche des Vietnamesischen Films organisiert; es gibt Premieren, Previews. In das Kino kommt man durch ein anständiges italienisches Restaurant, das vor oder nach der Vorführung zum Essen und Trinken einlädt. Insgesamt eine richtige Institution, in der sehr belebten Krakauer Vorstadt 21/23.
Doch eigentlich wollte ich über einen Film berichten, der Polen noch stärker polarisiert hat (sollte es denn überhaupt noch Versuche geben, zu einigen), nämlich über Wesele [Die Hochzeit] 2 von Wojciech Smarzowski. Den habe ich im Kino Kultura gesehen. Es ist eindeutig kein Film, der gefallen will, eher soll er aufrütteln, schockieren, erschrecken, zum Nachdenken zwingen. Jeder, der den Film gesehen hat, entwickelt dazu seine ganz eigene Meinung; er wurde total kritisiert und hoch gelobt und es ist auf jeden Fall wieder einmal ein für Polen wichtiger Film.
Die Handlung ist eigentlich simpel: die Tochter eines mächtigen Schweinefleischproduzenten in einer ostpolnischen Provinzstadt heiratet ihre Jugendliebe; natürlich ist die Feier überdimensioniert, reich und geschmacklos. Der Vater ist in mehrere Probleme verwickelt, über die im Verlauf der Handlung erfahren. Die Mutter hat ihr Leben als immer betrogene reiche Ehefrau eigentlich satt, passt auch gar nicht in das neureiche Interieur. Als die fast wichtigste Person entpuppt sich im Laufe des Films der Großvater, dessen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg den Hintergrund und zugleich eine Brücke bilden – Analogie zu einem der „polnischsten“ Dramen, Stanislaw Wyspianskis Wesele von 1901.
Die Fleischfabrik, ein Ort des Grauens, betrieben hart an der Grenze der Legalität, könnte schlimmer erscheinen als die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs. Es geht darum, immer billiger, immer mehr und mit immer größerem Profit zu produzieren. Dabei spielen auch deutsche Interessenten am Kauf von billigem Schweinefleisch eine wichtige Rolle. Für mich folgt der Film präzise einer Linie: er zeigt, dass man dem früheren Bösen nicht entkommen kann, malt eindringlich aus, wie es ist, das Böse, Schreckliche mit sich schleppen zu müssen, die Last auf den Schultern zu spüren und ihn noch so viele Jahre nach dem Krieg nicht abschütteln können. Man ist in der Vergangenheit gefangen, die alten Geistern steigen auf und vermischen sich mit den gegenwärtigen, so ist die Vergangenheit in der Gegenwart immer präsent und kann nicht aufhören mitzumischen.
Wenn man an in Polen an Wesele denkt, kommt einem ganz natürlich das große, mit den polnischen Mythen der Gesellschaft abrechnende Drama von Wyspianski in den Sinn. Da ist die Kluft, die Spaltung der polnischen Gesellschaft wunderbar sichtbar: die Bildungsbürger [inteligencja] sind guten Willens, die adligen Gutsbesitzer weniger; sie können die Bauern nicht verstehen, sie nicht aus ihrem Elend erlösen. Alles dreht sich in einem verträumten Tanz im Kreis und ganz tief ändert sich wenig. Der Alkohol erwärmt die Gemüter, sie sind so eher bereit, vieles einzugestehen, in diesem Moment zu vergeben…
Die Vermischung des Alkohols mit dem großen familiären Ereignis, dem Tanz, spielt auch bei Smarzowski eine große Rolle; der Alkohol bringt die Situation zum Überkochen, nach dem Höhepunkt ist nur noch der Absturz möglich. Das schicke Auto, ein Porsche, wird zerstört, der Bräutigam betrügt die Braut, die Mutter will die Scheidung, das Schicksal der Fabrik hängt von den deutschen Einkäufern ab, die man ganz schlicht versucht betrunken zu machen und dann durch inszenierte Sexexzessen, die gefilmt werden, zu erpressen, damit sie den Vertrag unterschreiben. Dass am Ende auch noch die Knochen von jüdischen Opfern des Zweiten Weltkriegs ausgegraben werden, ist eindeutig zu viel für den Zuschauer, auch für die Geschichte, die stark durch die Musik und die fantastische schauspielerische Leistung getragen wird. Dass dann auch noch arme und völlig ahnungslose Vietnamesen für die Arbeit in dem Schlachtbetrieb eingesetzt werden, ist der Symbolik zu viel. Polen ist wie ein großer Topf, in dem es von Gräueln nur so brodelt. Wir sehen keinen positiven Helden, am ehesten sind es die beiden Frauen: die Mutter und die Braut, doch sie sind in ihrer Harmlosigkeit so verwurzelt, dass sie dem überbordenden Bösen wenig entgegenzusetzten haben. Doch für die Polen, für ihr Geschichtsbewusstsein, ihr Gerechtigkeitsempfinden könnte es bedeutsam sein.
Parallel dazu verläuft die Geschichte des Großvaters, der sich während des Krieges in ein jüdisches Mädchen verliebt hatte und dann nicht darüber hinwegkam, dass das Mädchen und dessen Eltern in einer Scheune verbrannt werden sollten – getrieben von deutschen Soldaten, aber ermordet von polnischen Bauern. Er versuchte, das Mädchen mit einigen anderen Juden zu verstecken und hoffte, unbemerkt zu bleiben, doch dafür bezahlte sein Freund mit dem Leben; die jugendlichen Entscheidungen, die harmlose Liebe entscheidet plötzlich über Leben und Tod. Der Junge ist dem nicht gewachsen, obwohl er es gut meint, sorgfältig organisiert. Immerhin überleben einige von ihm versteckte Juden den Krieg. Dafür wird er als einer der Gerechten unter den Völkern der Welt ausgezeichnet und soll in Yad Vashem geehrt werden; die Nachricht erreicht ihn während der Hochzeit und sie ist der Auslöser für seine Erinnerungen. Die Geschichte in der Gegenwart bewegt sich Richtung Katastrophe und die Geschichte der Vergangenheit kommt immer näher an uns heran.
Es ist eine Geschichte über die polnischen Dämonen der Provinzialität, des Egoismus, der Fremdenfeindlichkeit bei aller Gastfreundschaft, der Angst. Vielleicht ist es ein Film, der gewollt viel zu didaktisch, symbolisch ist und deswegen für das Ausland nicht lesbar, doch für Polen ein Lehrstück, an dem sich die Geister lange schinden werden. Es ist wie ein Spiegel, vielleicht ein etwas schiefer, doch die Themen des Films sind äußerst wichtig und in der öffentlichen Narration immer wieder präsent, so sollte man sich seine eigene Meinung dazu bilden, das versucht der Film jedem unter die Nase zu reiben.
Wesele [die Hochzeit], 2021
Regie und Drehbuch: Wojciech Smarzowski
Kamera: Wojciech Sobocinski
Musik: Mikolaj Trzaska
die Besetzung: Robert Wieckiewicz, Agata Kulesza, Marian Dziedziel, Ryszard Ronczewski, Maria Sobocinska und Mateusz Wieclawek
Reblog: Diuna w popkulturze
Aru
Diuna w reżyserii Denisa Villeneuve’a skłoniła mnie do ponownego sięgnięcia po książki Franka Herberta. Może ich język nie wytrzymuje próby czasu i z pewnością osoby urodzone już w wieku XXI będą miały z nią nieco problemu, ale kiedy się przyjrzeć jej zawartości, to cykl Kronik Diuny należy uznać za genialny i wizjonerski. Frankowi Herbertowi udało się wykreować niezwykle barwny, wielowymiarowy, a przede wszystkim bardzo ciekawy świat. Wykorzystując konwencję SF snuje swoje przemyślenia na temat polityki, religii, nauki, kultury i filozofii. Ja sam wracając do Diuny po przeszło dwudziestu latach, zupełnie inaczej ją odczytuję niż kiedy zetknąłem się z nią po raz pierwszy na przełomie tysiącleci (ależ to brzmi kosmicznie). Chociaż kiedy obserwuję współczesnych polityków i to nie tylko tych polskich, to ich działania są wyjątkowo prymitywne i daleko im do subtelnych niuansów wielkiej politycznej gry prowadzonej w książkach Herberta. Uważam, że to nie tylko jedna z najlepszych książek SF, jakie dotąd powstały. Kroniki Diuny należą do najważniejszych powieści XX wieku, które poprzez konwencję SF pozwalają przyjrzeć się naszej rzeczywistości.
Jednak to nie książce chciałem poświęcić swój dzisiejszy wpis, tylko jej wpływowi na popkulturę, który jest naprawdę spory. No ale ta genialna powieść ukazała się 56 lat temu, więc świat kultury popularnej miał dość czasu, aby móc ją przełożyć na swój język.
Kiedy George Lucas pracował nad swoją wizją tego, co wydarzyło się dawno temu w odległej galaktyce, tworząc Star Wars musiał być pod ogromnym wpływem książek Franka Herberta. Pustynna planeta, tajemnicze zakony, elitarne oddziały wojska i organizacja państwa żywcem przeniesiona z Imperium Romanum, z którą walczy ruch oporu, to wszystko pojawiło się najpierw właśnie w Diunie.
Jedno z najbardziej znanych zdań z książki Herberta „Kto kontroluje przyprawę, kontroluje wszechświat” w zmienionej wersji pojawia się m.in. w serialu Miasteczko South Park ( „Ten, kto kontroluje nadzienie, kontroluje wszechświat”), animacji Trolle („Kto kontroluje trolle, kontroluje królestwo!”), Rick i Morty („Ten, kto kontroluje spodnie, kontroluje galaktykę!”) Wielkie pustynne stwory przypominające arakańskie czerwie pojawiają się w Soku z żuka, SpongeBob Kanciastoporty, Chuck, Mroczne przygody Billy’ego i Mandy, Pora na przygodę!, Futurama. W Simpsonach Klaun Krusty chce sfilmować powieść zatytułowaną The Sands of Space, a Lisa Simpson po zjedzeniu ostrej potrawy ma wizję dokładnie tak jak Paul Atryda.

Nawiązania do powieści Franka Herberta pojawiają się także w grach. W 1992 r. ukazała się gra Dune, która łączyła elementy przygodówki i strategii. Z jednej strony była ona mocno oparta na książce, ale także mocno nawiązywała do filmu Lyncha. Co ciekawe w tym samym czasie konkurencyjne studio stworzyło swoją wersję, która ukazała się jako Dune II: Battle for Arrakis, była to już klasyczna strategia. Podobnie jak wydana sześć lat później Dune 2000, która właściwie była Dune II w nieco poprawionej oprawie, co sprawiło, że gra nie cieszyła się dużym powodzeniem, chociaż sam pamiętam, że spędziłem przy niej nie jedną, całkiem przyjemną godzinę. Na początku naszego stulecia francuskie studio Cryo Interactive planowało wydanie całej serii gier osadzonych w świecie wymyślonym przez Franka Herberta. Zanim jednak firma zbankrutowało, udało się wydać jedną z nich Frank Herbert’s Dune, natomiast Dune Generations i Dune: Ornithopter Assault krążyły w sieci w formie nielegalnych plików. Co ciekawe przy okazji nowej ekranizacji książki nikt nie pokusił się o to, aby stworzyć jej odpowiednik w postaci gry. A szkoda, bo Diuna jest na tyle bogata, że na jej podstawie mogłoby powstać co najmniej kilka interesujących projektów. Za to w tytułach, które nic wspólnego z Diuną nie mają, pojawiały się niewielkie nawiązania do książki. W grze Fallout mamy lek o nazwie Mentats, który zwiększa funkcje pamięci (nawiązanie do mentatów, czyli ludzkich komputerów). Z kolei w Far Cry 3 znaleźć można kolekcjonerską kartę, która opisuje narkotyk o nazwie Spice, umożliwiająca podobnie jak książkowa przyprawa (w oryginale właśnie spice) podróże międzygwiezdne. Za to w grze Sudden Strike 4 spotykamy żołnierza, który mówi: „Miałem dziwny sen ostatniej nocy. Niebieskoocy ludzie kontrolowali gigantyczne robaki i walczyli o przyprawę na piasku”, to właściwie opis ważnej części fabuły książki.

Także wielu muzyków inspirowało się prozą Franka Herberta. Motywy z Diuny odnajdziemy m.in. w kompozycjach Iron Maiden, Davida Bowie, Tool, 30 Seconds to Mars. Były także bardziej awangardowe rzeczy, jak płyty w całości poświęcone książce, wydane przez Davida Matthews’a, Richarda Pinhasa, Klausa Schulze’a, czy projekt ZED. Z kolei Fat Boy Slim w piosence Weapon of Choice nawiązuje do pustynnego chodu Fremenów.

A na koniec mała ciekawostka. Szukając informacji do tego wpisu znalazłem perfumy Dune, dzięki którym za nieco za niecałe 300 zł. każdy może poczuć zniewalający zapach planety Arrakis.
PS od Adminki: znalazłam kilka produktów Diora o nazwie Dune – ceny bardzo różne, ale powiedzmy, że za 100 euro na pewno coś się dostanie.






Wer möchte mitmachen? Who would like to participate?

Worldwide Screening: »The Dissident« von Bryan Fogel am 10. Dezember 2021

The international literature festival berlin [ilb] invites individuals, schools, universities, the media, and cultural institutions to participate in a Worldwide Screening of »The Dissident« by Bryan Fogel on 10 December 2021, the anniversary of the Universal Declaration of Human Rights proclaimed by the United Nations in Paris in 1948.
| The documentary reconstructs the background of the murder of the Saudi Washington Post journalist and regime critic Jamal Khashoggi in 2018 and illuminates the geopolitical and power-strategic context of the case. With the worldwide screening of Bryan Fogel’s film, we want to commemorate Jamal Khashoggi’s struggle for human rights and freedom of press and make sure that his commitment to an open, pluralistic Saudi Arabia is not forgotten. With the film screening, we would also like to bring into focus the human rights violations in Saudi Arabia, especially the right to freedom of expression and freedom of the press. Saudi Arabia ranks fifth among countries that control the internet through spying techniques, censors and trolls. Dozens of journalists are currently imprisoned or beeing persecuted. Women and queer people who stand up for their rights are also imprisoned and tortured. In 2019, 184 people were executed in Saudi Arabia, more than ever before. »The Dissident«: American documentary filmmaker and Academy Award winner Bryan Fogel spent two years researching for the film. The two-hour documentary analyses the course of events at the consulate in Istanbul and also sheds light on how those in power in Saudi Arabia suppress freedom of the press and manipulate public opinion with trolls and bots. Turkish investigators, journalists and opposition members in exile, Khashoggi’s fiancée Hatice Cengiz and the former CIA director John Brennan have their say. Jamal Khashoggi (*1958 in Medina, Saudi Arabia) was the director of the Saudi daily newspaper Al-Watan. As of 2017, he was living in the USA. In his texts, he openly criticised the Saudi Arabian government and was a member of an oppositional Twitter network. With the Worldwide Screening, the ilb continues the series of Worldwide Readings it has been organising since 2006 on various topics, mainly related to human rights, as well as the first two Worldwide Screenings from 2020. We are calling for participation in the Worldwide Screening of »The Dissident«. This can be done privately in a cinema, in a cultural centre or theatre, a small circle or in a school. The film »The Dissident« is available as video on demand from various streaming providers in English and German and from August 2021 also as DVD in bookshops. Screening rights must be clarified individually with the distributor – we are happy to provide information about distributors. Institutions and individuals who would like to participate with a screening on 10 December 2021 are asked to send us the following information by 15 November 2021: Organisers, venue, time, participating actors, event language, link to your website if applicable. The email address is: worldwidescreening@literaturfestival.com. The ilb will announce the events on the website and on social media. More |
| Weltweite Filmvorführung: »The Dissident« von Bryan Fogel Das internationale literaturfestival berlin (ilb) ruft Kinos, Schulen, Universitäten, Fernsehsender, Medien, kulturelle Institutionen und Individuen zu einer weltweiten Filmvorführung von »The Dissident« von Bryan Fogel am 10. Dezember 2021 auf, dem Jahrestag der durch die Vereinten Nationen im Jahr 1948 in Paris verkündeten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. |
| Der Film rekonstruiert die Hintergründe der Ermordung des saudischen Washington Post Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi und beleuchtet die geopolitischen und machtstrategischen Zusammenhänge des Falls. Khashoggi wurde am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem 15-köpfigen saudischen Geheimdienstkommando getötet, als er dort Papiere für seine bevorstehende Hochzeit abholen wollte.Mit der weltweiten Vorführung des Films von Bryan Fogel erinnern wir an Jamal Khashoggis Kampf für Menschenreche und Pressefreiheit und möchten einen Beitrag dazu leisten, dass sein Einsatz für ein offenes, pluralistisches Saudi-Arabien nicht vergessen wird. Mit der Filmvorführung wollen wir zudem die Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien, besonders das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit, in den Fokus rücken. Saudi-Arabien steht auf Platz fünf jener Länder, die mittels Spionagetechnik, Zensoren und Trollen das Internet kontrollieren. Dutzende Journalist*innen befinden sich aktuell in Gefangenschaft oder werden verfolgt. Auch Frauen und queere Personen, die sich für Ihre Rechte einsetzten, werden inhaftiert und gefoltert. 2019 wurden in Saudi-Arabien 184 Menschen hingerichtet, so viele wie nie zuvor. »The Dissident«: Der amerikanische Dokumentarfilmer und Oscarpreisträger Bryan Fogel hat für den Film zwei Jahre recherchiert. Die zweistündige Dokumentation analysiert den Tathergang im Konsulat in Istanbul und beleuchtet daneben, wie Machthaber in Saudi-Arabien die Pressefreiheit unterdrücken und die öffentliche Meinung mit Trollen und Bots manipulieren. Zu Wort kommen türkische Ermittler*innen, Journalist*innen und Oppositionelle im Exil, die Verlobte Khashoggis Hatice Cengiz und auch der ehemalige CIA-Direktor John Brennan. Jamal Khashoggi (*1958 in Medina, Saudi-Arabien) war Direktor der saudi-arabischen Tageszeitung Al-Watan. Ab 2017 lebte er in den USA. In seinen Texten kritisierte er offen die saudi-arabische Regierung und war Mitglied in einem oppositionellen Twitter-Netzwerk. Das ilb knüpft mit dem Worldwide Screening an die Serie der weltweiten Lesungen an, die es seit 2006 zu verschiedenen Themen, vor allem auf Menschenrechte bezogen, veranstaltet sowie an die ersten beiden Worldwide Screenings aus dem Jahr 2020.Wir rufen zur Beteiligung an der weltweiten Filmvorführung von The Dissident auf. Dies kann privat in einem Kino, in einem Kulturzentrum oder Theater, einem kleinen Kreis oder in einer Schule erfolgen. Der Film »The Dissident« ist als Video on Demand bei verschiedenen Streaming-Anbietern auf Englisch und Deutsch und seit August 2021 auch als DVD im Buchhandel erhältlich. Die Vorführrechte sind individuell mit dem Verleih zu klären – gerne geben wir Auskunft über die Distributoren. Institutionen und Personen, die sich mit einer Vorführung am 10. Dezember 2021 beteiligen möchten, werden gebeten, uns folgende Informationen bis zum 15. November 2021 zukommen zu lassen: Organisator*innen, Veranstaltungsort, Uhrzeit, teilnehmende Akteure, Veranstaltungssprache, ggf. Link zu Ihrer Webseite. Die E-Mail-Adresse lautet: worldwidescreening@literaturfestival.com. Das ilb wird die Veranstaltungen auf der Webseite und in sozialen Medien ankündigen. Mehr |
Barataria?

Film: Gabriela Falana
Muzyka: Marcin Brzozowski
Film piękny, ale ponieważ jest tam tylko jeden wiatrak, dodam tu jeszcze, “jednego Fangoga” i jedno zdjęcia wydawcy Radka Bolałka z Olandii. Radek napisał: Nie ma Olandii bez wiatraków. Ale nie ma też Olandii bez kamieni. Olandia składa się z wiatraków i kamieni. No i krów oraz owiec.
Kino Polska po raz 16 w Berlinie
Ela Kargol

Spośród kilkunastu filmów albo i więcej pokazywanych na tegorocznym festiwalu filmów polskich w Berlinie obejrzałam tylko trzy, w moim ulubionym kinie Bundesplatz.
Bundesplatz to kino z ponad stuletnią historią. Gdy plac jeszcze nazywał się Kaiserplatz, kino nazywało się podobnie Lichtspiele Kaiserplatz, później przemianowane na Bundesplatz-Lichtspiele, Bundesplatz-Studio, od kilku lat jest po prostu Bundesplatz kinem. Filmy tu prezentowane najczęściej poprzedzone są krótkim wprowadzeniem, czasem pofilmową dyskusją z reżyserem, aktorami. Często wyświetlane są tu dzieła wybitne, filmy tzw. niszowe, klasyka filmowa, filmy historyczne. Kino Bundesplatz jest również kinem festiwalu Berlinale, a od 25 sierpnia do 1 września 2021 było kinem berlińskiego festiwalu polskich filmów.
Wszystkie trzy filmy, które obejrzałam były o miłości i śmierci, o kochaniu i umieraniu.
„Śniegu już nigdy nie będzie”, film Małgorzaty Szumowskiej
Do luksusowego podmiejskiego, ogrodzonego osiedla dla snobów, bogaczy, choć tak samo samotnych, szczęśliwych lub nieszczęśliwych i z problemami jak wszędzie, przychodzi Żenia, anioł łagodnej śmierci, tak go nazwałam po obejrzeniu filmu. Sam naznaczony czarnobylską śmiercią, od której we wspomnieniach nie może się uwolnić, oferuje mieszkańcom zamkniętego osiedla swoje usługi masażu, terapii, hipnozy, przyjaźni, miłości…
Zwłaszcza kobiety są mu wdzięczne za zainteresowanie i zrozumienie, mężczyźni za milczenie. Sam znika w dość magiczny sposób na końcu filmu. Osiedle nie znika, jest nadal luksusowe, ogrodzone i zamknięte.
„Marek Edelman …i była miłość w getcie”, film Jolanty Dylewskiej przy współpracy reżyserskiej Andrzeja Wajdy.
Głównym bohaterem i opowiadaczem tego fabularyzowanego dokumentu jest Marek Edelman. Opowiada historie miłosne, których był świadkiem. Wydarzyły się one w getcie warszawskim w czasie wojny. Odpowiada na pytania reżyserki ze swadą i pewnym rozdrażnieniem, tak jakby on znał tylko prawdę tamtych czasów, a ona zadaje niefortunne pytania „Miłość to trudna rzecz, a zabić jest łatwo”, to jego słowa. Te miłości, których Marek Edelman był obserwatorem, kończą się w komorach gazowych, rozstrzelaniem lub inną śmiercią. Na pytania reżyserki odpowiada najczęściej, że nie wie jak oni umarli, bo tak jest lepiej, mniej boli.
„Życie tam, w getcie, w pojedynkę było niemożliwe. Bez tego nie można było przeżyć i zostać człowiekiem. Zawsze trzeba było mieć kogoś do pary w tym sensie, że trzeba było mieć przy sobie drugiego człowieka, który myśli tak samo, który jest w ciebie tak samo wciągnięty, jak ty w niego. Dla którego zrobisz wszystko, a on dla ciebie. I to jest miłość” – pisał Marek Edelman, jeden z dowódców powstania w getcie warszawskim.
„Każdy ma swoje lato”, film Tomasza Jurkiewicza, film biorący udział w konkursie.
Każdy z bohaterów filmu – syn, matka, dziadek przeżywają swoją pierwszą miłość, bo każda nowa miłość jest pierwsza. Jedynie może dziadek z demencją przeżywa ją drugi raz. Gdy Agata przyjeżdża do Trzebini, dziadek rozpoznaje w niej swoją dawną kochankę Marysię. Zauroczenie dziadka Marysią doprowadziło przed laty do śmierci jego własnej żony. W Agacie zakochuje się wnuk Mirek, a matka Mirka organistka, prowadząca oazę dla dzieci przy kościele, na początku bardzo niechętna dość wyzwolonej Agacie, zmienia swoje sztywne poglądy, sama też pragnie miłości, wybacza ojcu jego dawną miłostkę. Agata wyjeżdża z Trzebini, ale miłość w Trzebini zostaje.
Zwycięzcą konkursu “Aktualne kino polskie” na 16. festiwalu filmów polskich FilmPOLSKA w Berlinie został film Piotra Domalewskiego „Jak najdalej stąd”.
Na zdjęciach: Julita Witt, moderatorka, Martin Erlenmaier, gospodarz kina i Tomasz Jurkiewicz reżyser filmu „Każdy ma swoje lato”.
Donald Trump a Don Kichot
Ewa Maria Slaska
W ślad za butami, wszyscy w ślad
w daleki świat, zielony świat,
gdzie nie ma wojen, gdzie nie ma nędzy,
gdzie wszyscy mają dość pieniędzy,
matki dla dzieci bułki i bajki,
dobrzy mężowie tytoń do fajki…
Konstanty Ildefons Gałczyński, Buty szewca Szymona
Od kilka lat umieszczam tu wpisy o Don Kichocie, Baratarii i utopiach. Kilkakrotnie omawiałam w nich definicję donkichotyzmu i donkichoterii. W przeciągu ponad 400 lat, które minęły od czasu opublikowania Don Kichota, definicja ta, rzecz jasna, się zmieniała, z reguły zawierała jednak pewną podstawową i niezbywalną cechę – działanie w dobrej wierze. Don Kichot i jego naśladowcy mogli być głupkami lub marzycielami, mogli być śmieszni, tragikomiczni i komiczni, ale zawsze stali po stronie szlachetnych ideałów. Don Kichot zawsze szedł w ten daleki świat, zielony świat, gdzie nie ma wojen, nie ma nędzy…
Tymczasem mam wrażenie, że w ostatnich miesiącach ta definicja się radykalnie zmieniła. Bo owszem, Don Kichot nadal jest śmiesznym głupkiem, ale został wyrzucony z obozu “naszych” wartości (dla przypomnienia prawa człowieka, demokracja, tolerancja, uczciwość, brak nienawiści, otwartość itd) i wylądował w obozie przeciwników. Jest tam i jest śmieszny, ośmieszając tym samym naszych adwersarzy i pomagając nam budować nasze własne butne i słuszne ja porządnego człowieka i obywatela.
I wtedy nagle Donald Trump staje się Don Kichotem, a na naszym poletku – Beata Szydło, śmieszny człowieczek w podkolanówkach, jak ją określił człowiek nie tylko szlachetny, ale sam w końcu stuprocentowy Don Kichot, ksiądz Lemański.
Oczywiście “ludzie mówią i mówią uczenie”, że symbole nieustannie podlegają zmianie i że rzeczywiście zdarza się nawet, że wędrują z jednego obozu do drugiego. Czasem obóz przeciwny dopomina się o swoje prawa do symbolu, ale to najczęściej dotyczy “wielkich” symboli, flagi, godła, hymnu, ikonicznego wizerunku Matki Boskiej Częstochowskiej, Krzyża, Kotwicy. Dokonuje się przymusowego przeniesienia symbolu z jednego obozu do drugiego. Obóz rządzący oznajmia, że posiada jedyne prawo do jakiegoś symbolu, a opozycja mówi nie.
Czasem przemiana znaczeń odbywa się w ramach tej samej opcji politycznej. Po prostu stary symbol, który zawsze był jak najbardziej “nasz”, unowocześnia się, bezwzględnie jednak nadal pozostaje “nasz”.
Zdarzają się też akcje indywidualne w sprawie zawłaszczania wizerunków. Fizyk i filozof, wędrowiec i jeden z autorów na tym blogu, Marek Włodarczak alias Tabor Regresywny, od kilku lat toczy upartą kampanię w obronie wizerunku Kubusia Puchatka, który wskutek przepychanek finansowych najpierw został całkowicie zmieniony, a potem na dodatek ten nowy wizerunek został objęty korporacyjnym prawem własności.
Ale w sprawie Don Kichota nic takiego się przecież nie zdarzyło. Jeszcze wczoraj Don Kichot był jak najbardziej “nasz”, i np. walczył w Niemczech z wiatrakami produkującymi prąd, a dziś już nie, dziś jest zdetronizowanym Trumpem i walczy z prawem mediów społecznościowych do wyrażania jedynie słusznych opinii. Aby sprawę jeszcze bardziej skomplikować, te uciśnione przez Trumpa media to tak naprawdę bezwzględne korporacje. Kto więc i gdzie jest jeszcze Don Kichotem?
Dziwne. I jak już bardzo chcę się zmartwić, że ukradli nam naszego prawdziwego Don Kichota i nie zrobili tego “źli oni” z chęci zysku, lecz “nasi dobrzy” z braku pomyślunku, odkrywam na Netflixie Don Kichota nadal prawdziwego i naszego. Ale przecież Netflix to też korporacja!
I co teraz?
Don Quixote on the Atlantic Ocean
Konrad found him and called him Don Quijote. His name is Reza, he is an Irani and lives in USA. He planned to walk thousand miles on the water from Miami to Bermuda. Walking on the water, like Jesus. Sometimes I think that this both figures are the same. Jesus Don Quixote. They stopped Reza’s adventure already two times, but I belive, it is not the end of the story. Just observe.
War die Welt früher schwarz-weiß?
Brigitte von Ungern-Sternberg
Ich habe ein schönes Video aufgetrieben – eine Fahrt mit der Linie 4, einer schrappigen Trambahn, durch dasMünchen der 60iger Jahre. In den Trambahnwagen bewegten sich damals noch ein Schaffner oder eine Schaffnerin. Die Stimmung dieser Trambahnfahrt mit der Linie 4 in schwarz-weiß Farben – eher Nicht-Farben – gefällt mir besonders. Damals war München (Berlin, Warschau, London ….) auch noch nicht so bunt wie heute. Es gab viele graue Häuser, manche noch mit den Einschusslöchern des letzten Krieges. Wenig Grünes, wenig Bäume. Irgendwie war die Welt früher eher schwarz-weiß, so wie die Fotos, die gemacht wurden – jedenfalls in meiner Erinnerung. Grellbunte Farben haben mit der Popkultur eingesetzt.
Besonders wichtig waren für mich und meine Altersgenoss*innen im Münchner Stadtteil Schwabing, in dem ich meine Kindheit und Schulzeit verbrachte, die Kinos, allen voran das Kino in der Occamstraße. Man konnte in ihnen der etwas spießigen Welt der 50-er Jahre ff entkommen in andere Welten. Ich habe ein paar Fotos von diesen zauberhaften Orten gefunden, an denen alle paar Tage ein anderer künstlerisch anspruchsvoller Film aus Italien, Frankreich, England, Amerika, auch Filme der 20iger, 30iger und 40iger Jahre liefen – viele in schwarz-weiß, Tore zur Welt!
Wichtiger als die eher langweilige Schule!
Mank oder Hearst? Wer ist hier Don Quijote?
Für Tomasz, den ich nicht kenne, der mich aber in einem Kommentar auf diesen Film aufmerksam gemacht hat
Mank, ein Film darüber, wie ein sturer Drehbuchautor ein Drehbuch über einen Sturer Zeitungsverleger durchboxt. Eine wahre Geschichte. Am Ende des Kampfes bekommt der Schriftsteller einen Oskar, einen einzigen den der Film bekommen hat, obwohl er in neun Kategorien nominiert war.
Alles alte Geschichte, über Kreativität, Freundschaft, Sturheit, Loyalität, Treue den Anderen und sich selbst und Armut des Sturen in der Welt der reichen Opportunisten.
Auf Wikipedia liest man:
Mank ist eine US-amerikanische Filmbiografie von David Fincher, die am 4. Dezember 2020 von Netflix veröffentlicht wurde. Der Regisseur widmet sich in seinem Film der wahren Geschichte des Hollywood-Drehbuchautors Herman J. Mankiewicz, gespielt von Gary Oldman, und dessen Streitigkeiten mit Regisseur Orson Welles über das Drehbuch für Citizen Kane, ein Film aus dem Jahr 1941. Das Drehbuch schrieb Jack Fincher, der verstorbene Vater des Regisseurs. Im Rahmen der Oscarverleihung 2021 erhielt der Film in zehn Kategorien eine Nominierung, so als bester Film, David Fincher für die beste Regie und Gary Oldman als bester Hauptdarsteller. (…) Der Protagonist des Films ist Zeitungsverleger William Randolph Hearst, dem der Drehbuchautor vorwirft, seine eigene Jugendideale verraten zu haben und mit dem Nationalsosialismus in Deutschland zu sympathisieren.
Manks Drehbuch, zunächst America betitelt und dann von Oskar Welles als Citizen Kane verfilmt, ist zu einer ganz persönlichen Abrechnung mit Hearst und einem anti-liberalen Hollywood geworden. Die Gerüchte um das Drehbuch kochen in Hollywood hoch, Hearst und Mayer (der Chef von MGM – Metro Goldwyn Meyer) versuchen eine Verfilmung zu verhindern und Mank mit Versprechungen des Geldes und Einflusses zum Rückzug zu überreden, doch er bleibt standfest. Mankiewicz verlangt schließlich auch, neben Welles in den Credits zum Drehbuch des Films genannt zu werden, was Welles widerwillig hinnimmt. Citizen Kane wird in neun Sparten für den Oscar nominiert und erhält die Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch.





Schon vor ein paar Wochen schrieb hier auf dem Blog ein Kommentator, dass der Film eine moderne Version der Don Quijote-Geschichte ist:
In dem Film von David Fincher, der gerade für Oscar nominiert wurde (in zehn verschiedenen Kategorien!) Mank, die Hauptfigur – gespielt von Gary Oldman – zitiert und paraphrasiert nicht nur, sondern ist es auch! DQ. Und sein Sancho ist eine Frau, oder es sind gar die Frauen. Der in Schwarz-Weiß gedrehte Film bezieht sich auf Citizen Kane (Gewinner des Oscar für das beste Originaldrehbuch von 1941 und nominiert in neun Kategorien), dessen Drehbuch von Herman J. Mankiewicz (Spitzname Mank) geschrieben wurde und hier eben von Oldman gespielt. Die Handlung basiert auf Manks wahrer Geschichte und seinen Auseinandersetzungen mit Regisseur Orson Welles. Der Charakter von Kane war – wie wir wissen – dem Geschäftsmann William Randolph Hearts nachempfunden, dem Verleger und Pressemagnaten, den Mank kennengelernt und mit dem er sich angefreundet hatte. Diese Freundschaft hat sich – wie es manchmal bei Freundschaften der Fall ist – verschlechtert. Citizen Kane – so offiziell, distanziert und cool benannt – wurde aus der Manks Perspektive geschrieben, dazu auch seine persönliche Beziehungen mit Hearst und seine Ansichten des antiliberalen Hollywoods gehören. In der Ära von #meetoo, #fakenews, Ausbeutung und Regierungspropaganda werden beide Filme mit vage Freude betrachtet.
Und in welchen Kategorien Mank-DQ gewonnen hat, werden wir wahrscheinlich am 25. April während der Oskar-Preisverleihung herausfinden.
Also gerade eben.
Ich habe den Film schon gesehen und “mache es hiermit kund”, dass es eine doppelte Don Quijote Geschichte ist. Einerseits sagt Mank, dass es der Hearst ist, der Don Quijote verkörpert. Andererseits aber ist es der Mank selber…
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Also Hearst.
Am Ende des Films findet ein Empfang statt, bei dem alle wie Zirkussartisten verkleidet sind. Zirkus der Reichen und Schönen. Mank kommt zu spät, ist nicht verkleidet und sichtlich besoffen. Er wird reden. Er beginnt seine Rede damit, dass er mit dem Messer absichtlich so stark in ein Glas voller Wein stösst, dass das Glas zerbricht und Wein und Glassplitter in alle Richtungen springen. Der Wein ist rot. Mank steht auf.
– Ich habe eine fabelhafte Idee für einen Film, Louis (gemeint ist Hearst, der Gastgeber des Empfangs). Ein Film, den ihr alle lieben werdet. Eine moderne Version von Don Quijote. Ich weißt zwar, dass keine von ihnen liest, aber sie wissen worum es in der Story geht. Um einen alten verrückten Adliger, der gegen den Windmühlen kämpft. Also, wie übertragen wir diese Geschichte in unsere moderne Zeit? Wie wäre es, wenn wir aus unserem Quijote einen Zeitungsmann machen? Wer sonst verdient sein Lebensunterhalt mit dem Kampf gegen die Windmühlen? Aber das reicht nicht! Er will nicht nur die Leserschaft. Er will mehr als nur Bewunderung. Er will Liebe. Deshalb kandidiert er für einen öffentlichen Amt und weil er reich ist, gewinnt er. Bemerken wir es, ein, der reich und mächtig ist, kann kein Publikum gewinnen. Es sei denn, er bekennt sich in letztem Akt zu seiner Fehler. Merken wir es uns dazu noch, dass wenn man reich und mächtig ist und braucht sich nie für seinen Taten zu entschuldigen, ist nur in echtem Leben bewunderswert. Habe ich nicht recht, Louis?
Er zündet sich eine Zigarette von einem großen offenen Kaminfeuer.
– Also was tun wir? Wir geben ihm Idealen, mit denen sich das bettelarme, wirtschaftskrisemüde Publikum identifizieren kann. Er, unser Don Quijote, ist gegen die Großkonzerne, für den achtstundigen Arbeitstag, für faire Einkommensteuer, bessere Bildung und sogar Verstaatlichung der Eisenbahn. Und wie nennen wir solche Menschen?
– Kommunisten!
– Sozialisten!
– Nein! Unser Don Quijote ist ein schlagfertiger Skandalreporter. Manche prophezeien, dass er eines Tages die Präsidentschaft gewinnt, also Präsident wird und als solcher Initiative unternimmt, dass es dazu kommt, Achtung! dass er die sozialistische Revolution einleitet!
Er lacht.
– Was für ein Schwachsinn!
– Ach ja? (…) Unser Don Quijote, er hungert, er giert, dürstet danach, dass die Wähler ihn lieben. Ihn genug lieben, um ihn zu Präsidenten zu machen. Aber das tun sie nicht. Sagen Sie, wie konnte das passieren? Könnte es sein, dass sie im tiefsten Inneren ihrer Herzen wissen, dass ihm die Macht mehr wert ist als die Menschen? Vom Kongress enttäuscht…
Die Empfangteilnehmer erheben sich nacheinander und gehen.
– Ist er nicht imstande in zwei Amtszeiten ein einziger Gesetz einzubringen. Können Sie das fassen? Sowas muß gut geschreieben werden.
Er wird als Präsidentschaftskandidat nomniniert, aber… er ist zu radikal für Hintermänner. Er scheitert, aber wir erreichen etwas. Und daraus können wir etwas machen. Wir bauen Sympathie auf. Zurückgewiesen flüchtet er ins Paradies. Ins Lotusland, wo sein treuer Troll Sancho ein Märchenreich vorbereitet hat. Der treue, treue Sancho, der wunderbare mythisches Königsreich… Warten sie mal, die romantische Heldin habe ich vergessen. Ihr Name… Dulcinea. Witzig, abenteuerlustig, klüger als sie sich gibt. Sie ist ein Revue-Girl, gesellschaftlich unter seine Schicht, aber es passt. Denn die wahre Liebe auf der Leinwand ist, wie wir alle wissen, ideal also… blind. Und sie… ja… sie liebt ihn auch. Also nimmt er sie mit in sein mythisches Märchenland.
Und jetzt, Auftritt von Nemesis. Das ist griechisch für “schwarzer Hut”.
Die Partygäste verliessen den Saal. Und ich weiß, dass der Paradies Barataria heißt.
Aber Mank hat noch eine Parabel im Ärmel. Eine Geschichte, die ein paar Jahre vorher passiert ist, als ein sozialistisch veranlagter Schriftsteller, Upton Sinclair, fürs Amt des Gubernators Kaliforniens kandidierte. Damals hat die gemeinsame Aktion von Hearst and Mayer seine Chancen zunichte gemacht.
– Es kommt Nemesis! Nemesis kandidiert als Gouverner und hat beste Chancen zu gewinnen. Wieso? Weil er exact so ist, wie unserer Don früher mal gewesen ist. Ein Idealist. Verstehen Sie? Und nicht nur das. Er ist auch derselbe Bursche, der mal vorausgesagt hat, dass unser Don Quijote eine sozialistische Revolution einleiten würde. Unser Quijot sieht in den Spiegel seiner Jugend ein und beschließt, diesen Spiegel zu zerbrechen. Und somit den Mann zu zerbrechen, den er einmal war. Mithilfe seiner getreuen Sanchos. Und mit allen Mittel der Schwarzen Magie (gemeint ist der Film als Medium), die ihm zur Verfügung stehen, tut er genau das. Und damit vernichtet er nicht nur einen Mann, sondern zwei.
Der Partyraum ist schon fast leer.
Mank ergibt sich.
Hearst begleitet ihn zum Ausgang und erzählt ihm eine Anekdote. Anekdote über den Affen des Leierkastenspielers. Der Affe denkt, dass er entscheidet und der Spieler dann spielt, wenn er, der Affe, Lust hat, zu tanzen. In der Tat aber ist es natürlich umgekehrt.
Nemesis, das sei aber im Film nicht gesagt, Nemesis war eine griechische Göttin des gerechten Zorns.
Ist also Hearst der Don Quijote? In einem gewissen Sinne – ja, aber andererseits ist vor allem Mank selber der Don Quijote, ein Mann von einer festen Überzeugung geleitet, dass es seine Mission ist, die Machenschaften der Film- und Zeitungsindustrie zu enthüllen und an Pränger zu stellen. Ein allein kämpfender Ritter der verlorenen Sache: Der Warheit, Treue und sozialer Gerechtigkeit.
Ein sehr guter Film. Möge er alle seine Oskars bekommen, zu denen er nominiert wurde.
PS am Montag früh: Nix hat er bekommen bei Oskarverleihung, nicht Mal eine müde Statuete für Make-up.


















