Es fügte sich so…

Ewa Maria Slaska

Über die Zufälle

Ab und zu schrieb ich oder meine AutorInnen über Zufälle. Aber das Thema kehrt immer wieder zurück. Die Pragmatiker sagen, man lebe umgeben von sovielen Eindrücken, Items, Menschen, Ideen, Gedanken, Bildern oder Zahlen, dass IMMER irgendetwas zu irgendetwas anderen “passt”. Die Irrationalisten kontern, dass doch jeder von uns selber beweisen kann, dass ab und zu hintern den bizzarren Zufällen ein Sinn steckt, der für uns von Bedeutung ist  oder uns gar in unserem Leben weiter führt und neue Perspektiven öffnet. Es fügt sich, so zu sagen…

Diesmal fügte sich zuerst ein Telefongespräch mit einem Unbekannten.
“Mein Name ist Peter Kleinfeld”, sagte er auf Polnisch mit leichten deutschen Akzent. “Ich habe für sie eine Graphik von ihrer Mutter. Wollen Sie sie haben?”
“Ja”, sagte ich. “Klar will ich sie haben.”
Es war Mitte Dezember.
“Ist wunderbar”, sagte Herr Kleinfeld, “jetzt habe ich aber keine Zeit. Ich melde mich wieder im Januar”.

Er tat es. Wir trafen uns vorgestern, gingen im Fliegersiedlung spazieren, die voller Blumen war. Ich zeigte meinem Gast verwelkte, aber immer noch volle Blumen Sommerrosen,  Herbstaster, blühende Winterjasminsträuche und schon Frühling ansagende Winterlinge. Kaffee habe ich zuhause, wir kauften untwerwegs Milch und Berliner und gingen hoch in meine Wohnung.

Erst dann sah ich mir, was Peter (wir nannten uns noch Frau Slaska und Herr Kleinfeld) mir mitgebracht hat. Es war die alte Graphik meiner Mutter, Irena Kuran-Bogucka, eine der ersten schwarz-weissen grob gehauenen Holzschnitte. Vorher waren die Bilder, die Mama machte, entweder ja schon schwarz-weiss, sie wirkten aber eigentlich grau – es waren Stahlstiche und so wie die Technik es verlangt mit dichten dünnen Linien aufgebaut, oder waren sie schon Holzschnitte, aber immer noch mit sehr dünnen Linien gezeichnet und im weissgesprenkelten Hintergrund leuchtend hlellblau. Von der ersten Technik habe ich eigentlich in Erinnerung nur Mamas Diplomarbeit, ein Bild von ihr im Atelier, wo man diese Stahlstiche fertigte. Die blauen müssten mehrere gewesen sein, ich weiss aber heute nur noch von zwei, ein laubloser Baum in einer Schneelandschaft und die Treppen von Veliko Tarnovo, die älteste und hübscheste Stadt in Gebirgen Bulgariens. Jetzt erkenne ich die Treppen wieder, aber das Bild ist völlig anders, schwarz-weiß, mit breiten Meisel im weichen dicken Lindenbrett gehauen. Ich weiss es nicht, aber durch Wiederholung des Themas in einem anderem Metier komme ich an Gedanke, das es vielleict das erste Mal gewesen ist, dass Mama die neue Technik und neue Arbeitsweise benutzte. Danach sollte sie mindestens zwei Jahrzehnte so gearbeitet haben.

Peter und Ewa (wir dutzen uns schon) und dazwischen, hinter an der Wand das Bild Veliko Trnovo.

Das ist mehr oder weniger diese Strasse:

Es bleibt natürlich zuerst unbeantwortet die Frage, woher Peter das Bild hat? Wir dutzen uns schon und sprechen abwechselnd Deutsch un Polnisch. Peters Polnisch ist erstaunlich gut, obwohl er die Sprache vor halbem Jahrhundert erlernt hat und seitdem selten benutzte. Um sich an das Treffen mit mir vorzubereiten las er vier Tage lang das einzige Polnische, was er zu Hand hatte und dies war ein Polnisches Büchlein: Rozmówki Polsko-Francuskie, eine aus kommunistischen Polen stammende Erfindung, kleine Bücher, die alle Rozmówki hiessen, Gespräche also in verschiedenen Sprachen, kleine Produkte der kommunistischen Buchindustrie, Sprachführer, die allesamt die rauhe Tatsache nicht beachten wollten, dass wir in der Volksrepublik Polen kaum wohin fahren dürften.

Das war in der DDR noch schlimmer. Es war das Jahr 1965, Peter, Geburtsjahr 1939, hat gerade sein Studium der Anglistik und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin abgeschlossen und wollte per Anhalter nach Polen. Er kannte dort niemanden und auch die Sprache nicht, dazu noch per Anhalter, etwas was in Polen zu dieser Zeit absolut “in” war und Autostop hiess. Wir hatten sogar ein Lied darüber, gesungen von Karin Stanek, erster polnischen Sängerin, die sich von der Politik gar nichts machte. Jede vor uns wollte so sein wie sie.

Text versprach, dass man per Anhalter in ganz Europa fahren konnte. Es war das Jahr 1963, ob Peter dank Karin Stanek nach Polen kam?
Weiß ich nicht und kann nicht nachfragen. Erst jetzt, als ich das schreibe, stelle ich fest, dass Peter zwar meine Adresse und Telefonnummer kennt, ich aber seine Contacting-Angaben nicht habe. Ich weiss nur, dass er weder Handy noch Internetzugang besitzt und irgendwo in der thüringischen Pampa wohnt. Und ist in Thüringen der Erste im 100-Meter-Lauf in seiner Alters-Klasse. Muss stimmen, fit ist er.

Bevor er nach Polen fuhr, fand man doch irgendein Kontakt dort. Die Familie wohnte in Sommerfeldsiedlung in Kleinmachnow und war, wie viele dort, antroposofisch im Sinne von Rudolf Steiner orientiert  (sind sie eigentlich bis heute). Dort kannte man einen polnischen Mathematik-Professor, Moren, der unter den gleichgesinnten polnischen Gärtner die antroposofischen Kalender verteilte. So kam der Junge unter die polnischen Antroposophen. Der Professor schickte ihn weiter zu Maria Hiszpanska-Neuman, selber Antroposophin, aber dazu noch Grafikerin und obendrein Freundin meiner Mutter. Daher gab es schon in diesem Blog zwei Beiträge über sie: HIER und HIER.

So hat es sich eben gefügt, dass Peter, den man schon in Warschau Piotr nannte und dem man schon einen Spitznamen zugab: Kot Poliglot, zu uns nach Danzig kam. “Kennst du mich? erinnerst du dich an mich?” fragt Piotr. Ich schaue ihn an und sehe nichts Familieres zu dem, was ich 1965 kannte. “Nee”, sag ich. Er war damals 26, ich 16 – ein Generationsunterschied. Er behauptet aber, er kann sich an mich erinnern und an meinen ersten Freund, Zygmunt. Ich entdecke ihn erst, als wir über komischen Sprachfehler sprechen, die jede macht, wenn er die fremde Sprache lernt. Ich erinnere mich an einen jungen Mann aus der DDR, der schon bißl Polnisch sprach und schönes Versprechen produzierte: statt na razie zu sagen, was “bis bald” bedeutet, sagte er zarazie – was im Dativ, Ansteckung ist.

Er kaufte sich tonnenweise Bücher, vor allem englische, die man bei uns im Klub Międzynarodowej Książki i Prasy kaufen konnte, dem Klub der Internationalen Presse-und Buch, aber auch in Antiquariat, und die in der DDR nie und nirgendwo z haben waren, und die Mauer stand schon da, dh. nach Westberlin konnte man schon auch nicht mehr. Als er nach Hause fuhr, packte er seine Reisetasche voll mit den English Books und deckte obendrauf nur sparsam mit der schmutzigen Wäsche. Eine Methode, die wir im Osten damals alle benutzten.

Als er wegfuhr, gab ihm meine Mama ihre Graphik, die ich jetzt, nach mehr als 50 Jahren, bekommen habe. Es fügte sich so…

So weit für heute, zarazie…

Zagadka / Riddle / Rätsel

Co ja paczę? No, co to jest? / Was ist das? / What is that???



Na? And? I co?
Paczki świąteczne, co? Xmas Packages maybe? Ich glaub, Pakete. Weihnachtsgeschenke?

Aha!

Look! Schau! To popatrz.

Sztuka! Kunst! Art!!!!! And the Artist. A to artysta. Der Künstler!

Yrjö Edelmann (1941-2016)

Wiki auf Deutsch

artnet in English

a po polsku niestety jakiś dziwny portal, gdzie obraz olejny nazywa się “obraz olejowy” 😦
womanadvice.pl

Na Saksy 4 Über die Märchen

Łucja Fice

Die letzten Tagen

Dieser Nachmittag war nicht angenehm. Elvira wusste sich für meine freien Stunden zu revanchieren. Sie schickte mich in den Keller, ich sollte den Fußboden wischen, die Regale sauber machen und zweihundert Gläser mit Eingemachtem einsortieren, die vorher sorgfältig geputzt werden mussten.

“Alles muss sauber sein, alles muss tipptopp sein”.

Ich widersprach nicht. Das Alter besiegte mein ich. Diese deutsche Gründlichkeit fand ich entsetzlich. Da half mir aber meine Gewitztheit. Irgendwie musste ich das packen. Ich wickelte ein Buch ins Wischtuch ein und steckte es in die eine Schürzentasche, in die andere kam eine Taschenlampe und holte den Wassereimer und den Mopp aus der Besenkammer.

“Ich gehe in den Keller!”
“In einer Stunde musst du alles schaffen”, erwiderte die Alte hart.

Das war eine angenehme Lesestunde. Ich fühlte mich wie ein kleines Mädchen, dem man das Lesen verboten hat und das es heimlich tun muss. Als ich Elvira die Treppe runterkommen hörte, schaffte ich es, den Fußboden nass zu machen und mit dem Tuch über die Regale zu fahren. Der Betrug war gelungen.

***

Nur noch drei Wochen bis zum Vertragsende. Ich wollte keinen Ärger. Ich fasste den Entschluss. Morgen rufe ich die Agentur und die Tochter der Alten an. Ich wollte nach Hause. Die unwiderrufliche Entscheidung stand fest.

Nach zwanzig Uhr stand das Gießen der Rabatten auf dem Programm. Ich schleppte die Kannen mit zehn Litern Wassern, so dass meine Wirbelsäule quietschte. In diesem Moment hätte ich die Alte ermurksen können. Ich verwarf diese unschönen Gedanken und begann zu singen. Ich wusste es! Meine Heiterkeit würde sie erbosen. Ich reizte sie bis zur Weißglut.

“Schrei nicht so rum!”, brüllte Elvira aus dem Fenster und schaute mich verächtlich an. Sie sah aus wie eine böse Hexe, die sich zum Fotografieren aufplusterte. Die abgewetzte Schürze passte ideal zur abgemergelten Figur dieser langnäsigen Xanthippe. Es fehlt nur noch, dass sie mir einen roten Apfel aus dem Fenster zuwirft, den ich esse, mich vergifte und zu singen aufhöre.
“Willst du mich bezahlen, wenn ich aufhöre?”, entgegnete ich.

Ein anderer hätte wenigstens gelächelt, aber doch nicht diese alte Frau, die Fröhlichkeit unmoralisch fand und sich an Traurigkeit und Tränen ergötzte. Ich war aufgebracht und sang weiter. Die Alte donnerte das Fenster zu. “Hab’ ich denn so falsch gesungen? Mein Gott! Warum bedachtest du mich mit keiner Begabung, auf der ich mein verdammtes Leben stützen könnte”, sagte ich laut.

Uff! Die Arbeit war erledigt, der nächste Tag vorbei und trotzdem dachte ich, ich sei verrückt, dass ich diesen Vertrag nicht sofort kündige.

***

An diesem Tag hatte die Alte einen Termin beim Augenarzt. Ich hatte also frei und konnte sogar telefonieren. Dem Opa tat es auch gut, er bekam rote Wangen, lächelte, trank Wasser und aß die Süßigkeiten, die ich ihm anbot, wofür er sich mit Augenbewegungen bedankte. Ich freute mich darüber. Ich wusste, dass er die Augenblicke liebte, die er mit mir allein verbringen konnte. Seine Frau schenkte ihm sowieso keine Aufmerksamkeit. Er war für sie wie Luft, ein Mann ohne Eigenschaften, er blieb immer im Hintergrund. Ich nahm es dieser Hexe übel, dass sie ihren eigenen Mann so schlecht behandelt, ich war oft frustriert darüber. Für mich war er wertvoll, wie jeder ältere Mensch. Diesen Wert fühlte ich mit den Sinnen, unterhäutig. Ich sah seine innere Ruhe, die zwar zuweilen verflog und in Unruhe oder gar Aggressivität umschwenkte, wenn er mir seine geballten Fäuste unter die Nase hielt. In solchen Augenblicken erklärte ich mir das Verhalten meiner Schützlinge mit ihrem Alter, ihrer Krankheit und Schmerzen. Er hatte ungewöhnliche Augen. Ich schaute gern in diese scharf blickenden Katzenpupillen. Ich wusste ihn zu schätzen und es schmerzte mich, wenn Elvira ihren Mann ein ‘altes Schwein’ schimpfte.

***

Es blieb mir jedoch nichts anderes übrig, als die Agentur zu bitten, den Vertrag zu kündigen. Über diesen Entschluss informierte ich sie telefonisch.

“Ich will nach HAUSE, nach HAUSE!”
“Gabriela, wir beenden diesen Vertrag! Diese Familie verzichtet auf die Dienstleistungen unserer Agentur, also können wir niemanden an Ihre Stelle schicken.”
“Warum?”
“Wir glauben, es wird den Leuten zu teuer.”
“Also muss ich bis zum Schluss bleiben?”
“Genau! Ist aber bald vorbei”, tröstete mich Joanna. Meine Augen wurden feucht vor Ärger. Ich rief die Tochter von Elvira an. Ich hörte sie lallen und verstand nichts, bis auf das, dass sie betrunken ist. Also hatten die Nachbarn doch Recht, dass die Tochter Elviras Alkoholikerin ist, die nie nüchtern wird und dass ich mich nie mit ihr verständigen kann. Ich war sechs Wochen dort und sie verspürte nicht ein einziges Mal das Bedürfnis, ihre Eltern zu besuchen. An diesem Abend wollte ich nicht allzu früh ins Bett, ich legte mich auf Sofa. Die Gedanken in meinem Kopf flogen wie Billardkugeln umher. Im Zimmer befand sich nichts außer der Farbe an den Wänden. So schien es mir zumindest. Mich umspann Langeweile, bis ich etwas wie Flüstern vernahm. Es kam wie aus einem fahrenden Zug, der ruckelte und ratterte. Ich schlief nicht. Obwohl sich Träume bei mir plötzlich einstellen, war ich diesmal hellwach. Ich sah einen Menschenfluss, der über Felder auf mich zukam. Ich schaute sie mir an, wie einen bunten Katalog, in welchem mich die Anzahl der Kleider, Blusen und Hosen entzückte. Über ihren Schultern sah ich etwas oder jemanden, den ich nach der Rückkehr in die Realität vergaß, obwohl mir dieses mit den Sinnen registrierte Bild so realistisch erschien. Ich merkte mir eine weiße, dunkelblau gestreifte Bluse. “Was war das?”, fragte ich mich später.

***

Uff! Ich hab’s geschafft. Der Vertrag ist zu Ende. Mein Koffer steht gepackt in der Diele. Nur noch das letzte Abendessen und das Taxi bringt mich zur Bushaltestelle, ich steige in den Sindbad-Bus und es geht… nach HAUSE. Ich warf den letzten Blick auf mein Zimmer. Ich tanzte meinen Freudentanz und verabschiedete mich von den Wänden. Obwohl ich hier zwei Monate nächtigte, war die Spur, die ich in diesem Zimmer hinterlasse zu zart und zu flüchtig, als dass sie von jemanden vernommen werden könnte. Nicht einmal einen Geruch werde ich hier lassen, denn dieses Zimmer hat mich nicht richtig verinnerlicht. Ich hatte den Eindruck, als verließe ich leere Wände. Ich dachte an Elvira: “Eine furchtbare, alte Frau, die mich fertig gemach hat.” Ihre Verachtung einer Pflegerin gegenüber resultierte vermutlich aus der Sehnsucht nach der Jugend (irgendeinen Grund muss es ja dafür gegeben haben). Ich freute mich, dass ich nicht mehr jeden Tag ihrem Gejammer zuhören, ihre gealterte Haut sehen, den Geruch ihres Schweißes im ganzen Haus einatmen, ihre Sprüche ertragen und ihren Befehlen gehorchen muss. Ihr Lachen, das gar keine Freude versprühte, sondern erzwungen war, verunsichert mich sogar jetzt, als ich das schreibe. Im Grunde waren wir doch beide lächerlich. Zwei alte Frauen, die eine nur etwas jünger als die andere! Wie immer, versuchte ich, alles Unangenehme zu verdrängen. Ich schloss eine Tür hinter mir, die ich nie wieder öffnen werde und ging zum letzten Abendmahl.

Die Alte fragte mich nach meinen Wünschen.

“Was wirst du mit dem verdienten Geld machen? Was würdest du tun, wenn du mehr hättest?, fragte sie, schief lächelnd.
“Musst du auch jetzt noch gehässig werden? Ich habe es doch redlich verdient, also ist es nicht deine Sache.”
Die Seniorin brachte mich zum Taxi, das vor dem Haus wartete. Sie bezahlte die Fahrt, dann verabschiedeten wir uns.
“Behalte uns in guter Erinnerung!”, bat sie. “Entschuldige, dass du schwer arbeiten musstest, aber ich habe dich doch dafür bezahlt.”
Elvira zog aus dem Körbchen ihres Rollators ein schwarzes Täschchen, das mir schon früher aufgefallen ist.
“Das ist für dich, für den Silvester deiner Träume”.
Ich spürte eine angenehme Wärme in der Herzgegend, nichts Besonderes, aber wohlig eben. Das Täschchen schien mir irgendwie magisch. So eines würde ich nirgends zu kaufen bekommen.
Diesen Vertrag überlebte ich wie eine schwere Krankheit. Aber bevor ich zuhause ankam, waren alle Plackereien und Unannehmlichkeiten vergessen. Diese Fähigkeit, vergessen zu können, freute mich. Ich war zufrieden, dass ich die Alte, die Macht über mich hatte, besiegte. Und diese Zufriedenheit war das Wichtigste.

Zu Hause

Mein Mann war nicht auf meine Ankunft vorbereitet, wie letztens übrigens immer. Ich habe diese Veränderung bemerkt. Ich bat ihn, mir einen Kaffee zu machen. Ich lächelte mein Schicksal an, ich hatte Arbeit, ich war gesund. Und nach dem Frühstück folgte das große Auspacken.

“Und das ist das magische Täschchen für dem magischen Silvester.” Ich warf es auf den Tisch und widmete mich wieder dem Leeren meines Koffers.
“Weißt du überhaupt, was in dieser Kosmetiktasche drin ist?”, fragte mein Mann
“In welcher Kosmetiktasche?”
“Na in diesem Täschchen.”
“Was soll denn da drin sein?”
“Schau ‘mal.” Mein Mann holte ein Geldbündel raus und breitete die Scheine wie Spielkarten auf dem Tisch aus. Er zählte. Ich stand wie versteinert da. Ich traute meinen Augen nicht. Es waren sechzig Fünfeuroscheine. Ich begriff, dass die Frau jeden Tag fünf Euro sparte, um mir zum Abschied eine Überraschung zu bereiten und das Sparen schmackhaft zu machen, wovon sie ja so viel hielt. Ich war gerührt. Nun verstand ich, was Elvira meinte, als sie sagte:
“Was würdest du tun, wenn du mehr Geld hättest?” Ich weiß noch, was ich damals gedacht habe. Dieses Märchen kam also auf meine persönliche Bestellung, dessen war ich mir vorher gar nicht bewusst. Eines ist aber sicher! Man bekommt kein Geld für umsonst. Das ist die dritte WAHRHEIT, die ich entdeckte, obwohl ich es eigentlich immer wusste. Ich dachte: “War es mein Wunschdenken, das diese Belohnung erwirkt hat?” Existiert in dem uns umgebenden elektromagnetischen Feld wirklich ETWAS neben mir? Ist die Welt vielleicht ein Spiegelbild meiner Träume? Oder der Punkte in meinem Inneren? Ich erinnerte mich an die Worte meiner Mutter: DAS LEBEN LIEGT HINTER DEM KRISTALLSPIEGEL. Oder bin ich vielleicht ein kosmisches Spiel, Teil eines Hologramms und das Leben ist eine Magie?

Ich ließ diese Gedanken fallen, setzte mich hin und sagte zu meinem Mann: “Liebling! Vielleicht sind es die Quanteneffekte, die die Türen zum freien Willen öffnen und Möglichkeiten zur Wunscherfüllung liefern? Vielleicht hängt alles von uns selbst ab? Wir bestehen doch aus Gedanken und Gedanken sind eine Art von Wellen.”
“Du glaubst wohl an Märchen? Du denkst doch nicht logisch. Zum Denken verwendet man doch das Gehirn. Unsere Welt wird, mein Dummchen, von physikalischen Gesetzen regiert, die unter jeglichen Bedingungen objektiv und verifizierbar sind.”
Ich war da anderer Meinung.
“Du weißt doch ganz genau, dass nicht nur Philosophen, sondern auch moderne Wissenschaftler das Kausalgesetz und die materielle Welt anzweifeln, so wie sie von dir, von uns allen wahrgenommen wird. Angezweifelt wird bereits das Paradigma, nach dem unsere Welt ewig ist, mein Lieber. Die Theorien von Newton und Einstein sind zwar richtig, aber inkomplett. Unsere Welt ist komplizierter und unvoraussehbarer als es die größten Denker früher annahmen. Na gut! Du glaubst an die rationale Ordnung der Dinge, wo es keinen Platz für übernatürliche Phänomene gibt. Und ich denke, dass die Quantenphysiker schon bald eine vernünftige, wissenschaftliche Erklärung für diese, doch in der Natur stattfindenden Prozesse und Erscheinungen finden werden.”
“Ja, meine Liebe, ich bin ein Materialist und Rationalist. Und solche Menschen lassen keine anderen Erklärungen gelten als die, die der gesunde Menschenverstand liefert.”
“Hör’ einmal zu, du Dämlack…”, revanchierte ich mich. “Allein die Tatsache, dass diese komische Welt, das Leben und unser Bewusstsein entstanden, ist unwahrscheinlich genug und trotzdem akzeptierst du das. Ich akzeptiere mein übernatürliches Element, das heißt meine Träume und andere Geisteszustände. Die wirkliche Natur der Welt ist noch nicht erforscht, also sei dir nicht so sicher.”
Ich kannte meinen Mann und wusste: wenn er an seinen Daumen zupft, dann heißt es, dass er sich stark konzentriert.
“Und was mein Gehirn anbetrifft – ich leihe mir von dir die Fernbedienung mit Zugriff zu deinem Kopf.”
Er stand auf, trat an mich heran und nahm mich in seine breiten Arme und ich ließ mich umarmen. Damit war die Diskussion beendet.

***

Der Bus fuhr weg und ich stand mit meinem Koffer da und schaute mir das zweistöckige, vornehme, mit einem Gitter aus Gusseisen umsäumte Haus an. Die dekorativen Spiralen und spindelförmig gebogenen Stäbe ließen keinen Zweifel daran, dass die Umzäunung nicht allein als Zierde gedacht war. Ich konzentrierte mich. Meine langjährige Erfahrung im Arbeitstourismus lernte mich, über die Qualität des Vertrages erst nach einigen Tagen zu urteilen. Und mein Instinkt gebot es mir, im Gedächtnis zu wühlen.

Hinter dem Tor wartete eine neue Welt und ein neues Märchen auf mich. “Wer werde ich hier sein?”, dachte ich, bevor ich auf die Klingel drückte. Ich war froh gesinnt und optimistisch eingestellt. Vor einiger Zeit habe ich ein neues Programm in meinem Kopf eingespeichert: Null Angst, keine unerwünschten Vorstellungen, keine negativen Gedanken. Die Welt ist schön und sie wird dich schon eines schönen Tages von selbst anlächeln, in dem Moment, wo du es gar nicht erwartest. Ich las die Inschrift, die auf dem Schild am Tor eingraviert war:

„DU SIEHST MICH NICHT, DU HÖRST MICH NICHT, ABER GLAUB MIR, ICH BIN DA”.

Mein neuer Koffer war leichter als sonst und ich war auch leicht, innen fast leer. Das erste Klingeln, dieser erste Moment, der für die Qualität des Vertrags ausschlaggebend ist. Oben auf der Hauswand stand das Baujahr: 1834. Ich hob den Blick, schaute mir das Haus mit den eingebauten Holzbalken an. Ein neues Dach. Hölzerne, dunkelblaue Außenjalousien machten das Haus noch reizvoller. Achtzehn Uhr.

Also soll das neue Märchen geschehen, denn das Leben ist für mich nur noch ein Märchen. Ich wunderte mich regelrecht, dass in mir nichts aufstieg, keine Angst, keine Furcht.

Irgendjemand machte das Tor auf und… fünf Personen kamen aus dem Haus, um mich zu begrüßen. Plötzlich standen auch zwei Hunde da. Erst jetzt verstand ich die Inschrift auf dem Schild am Tor. Die Hunde begrüßten mich wohlwollend und wedelten mit den Schwänzen. Alle lächelten mich an. Ich revanchierte mich und verschenkte auch das Beste, was ich in diesem Moment hatte. Die Begrüßungszeremonie prägte sich wie ein goldenes Siegel in meiner Seele ein. Ich fühlte mich so, als hätte dieses Haus auf mich gewartet.

Ich bin Klaudia, die Tochter vom Heinz, den du betreuen wirst. Papa ist noch im Pflegeheim. Wir holen ihn am Montag ab.

Dann kam Martin, Klaudias Mann und ihr Bruder Thomas mit seiner indischen Frau dran. Vor dem Haus wuchsen zwei große Palmen. Martin nahm meinen Koffer. Wir gingen hinein.

Das Gästezimmer war voller Blumen und ich fühlte mich, als hätte mir jemand einen Kranz aus Tausendschön aufgesteckt. Ich fühle mich damals wirklich wie ein Tausendschön und bedankte mich beim Schicksal für diese herzliche Begrüßung. Ich hatte keine Angst, so bekam ich das, was ich wollte.

“Ich heiße Helga, mein Mann hatte einen Schlaganfall”, im Gesicht der Frau malte sich Unsicherheit und Bangigkeit.
Für ihr Alter sah sie sehr gut aus. Es war keine gebückte Fünfundsiebzigjährige, sondern eine attraktive Frau. Ich reichte ihr die Hand und sagte tröstend:
“Machen Sie sich keine Sorgen, es wird alles gut werden. Ich habe zehn Jahre Erfahrung im Umgang mit kranken Menschen.”
“Oh! Gott sei Dank!”
“Aber… Mein Deutsch ist keineswegs perfekt, mit der Grammatik hapert es. Dafür ist mein Wortschatz recht groß, so dass ich mich gut verständigen kann. Ich spreche auch Englisch.”
“Wunderbar!”, sagte Martin. “Wir sprechen alle Englisch.”
“Na, dann hätte ich es nicht besser treffen können”, ich verschenkte mein Lächeln und wusste genau, wie die Konversation aussehen wird. Doppelsprache, Denglisch, also so, als würde ich eine neue Sprache kreieren. Ich bin die Schöpferin einer neuen Sprache, der Gabi-Sprache.

Das Gespräch war eine Wonne. Ich erzählte von mir, von meiner Kindheit und vom Kindergarten, als die Erzieherin zu mir sagte: „Gabi! Du wirst einmal eine Pflegerin oder eine Ärztin werden.” Ich konnte wirklich gut umgehen mit den Kleinen. Ja! Ich wollte immer Ärztin, Kinderärztin werden und wurde Chemikerin. Diese Erinnerung war dann lange verschüttet, sie kam erst wieder hoch, als ich Pflegerin wurde. Helga erzählte von ihrer Familie, über ehemalige Pläne, Träume, über den Umzug in dieses große Haus. Es machte Spaß, ihr zuzuhören. Thomas, der Sohn Helgas, machte einen unbekümmerten Eindruck, er wirkte so, als hätte er nie im Leben irgendwelche Probleme gehabt. Ständig lächelnd bedachte er uns mit witzigen Sprüchen und ich ließ sie alle in meine etwas irrationale Welt hineinblicken. Ich dozierte, dass das Leben keine Schicksalsfügung ist, sondern dass wir es selbst gestalten. Und diese Realisten hörten mir zu, als würde ich eine neue Pforte vor ihnen öffnen. Ich wollte Helga vor allem Schlimmen beschützen, was auf sie zukommen würde als der gelähmte Ehemann zurück nach Hause komme. Immerhin bin ich ja deswegen zu ihnen gekommen.

Somit beenden wir diese kleine Reihe der Texte aus dem neuen Buch von Łucja Fice über ihre Erfahrungen als, wie sie es selber sagt, Arbeitstouristin in Deutschland. Frühere Beiträge findet man HIER, HIER und HIER. Das Deutsch ist von Małgorzata Behlert. Will man mehr lesen, muss man es entweder auf Polnisch machen oder einen Verlag überzeugen, dieses Buch zu verlegen. Das werden wir alle herzlich begrüssen, die Autorin, die Übersetzerin und ich, die Administratorin dieses Blogs.

Wielka Orkiestra w Berlinie / Polnisches Hilfeorchester in Berlin (Charity)

Das Datum des 26. WOŚP-Finales ist schon festgelegt – notiert den 13. Januar in euren Kalendern, weil da was abgehen wird! 🎉🎶✨

WAS IST EIN WOŚP-FINALE?
➤ Eintägige Spendensammlung, die jedes Jahr von dem Großen Orchester der Weihnachtshilfe organisiert wird ❤️
➤ Eine alle möglichen Teilungen und Unterschiede übergreifende Veranstaltung – egal, wen du anfeuerst, welche Pizza du magst oder wie du dein Klopapier aufhängst 🖖🏽
➤ Das Ziel – Hilfe bei der Behandlung der Kinder sowie eine würdige Seniorenpflege 💰
➤ Ein internationales Fest – an den Finalen nehmen über 1500 Städte/Stäbe teil! 🌎
➤ “Das Licht zum Himmel” – die Finale-Tradition. Wir zünden Wunderkerzen an und senden positive Gedanken, wo sie am meisten nötig sind ✨
➤ Leckeres polnisches Essen 😋
➤ Konzerte, Versteigerungen, Kinderprogramm und wunderbare Atmosphäre 🤘🏼

w sobotę 13 stycznia od godziny 12
Samstag 13. Januar ab 12 Uhr

Restauracja La Luz
Adresse
Oudenarder Str. 16-20
13347 Berlin–Wedding
Telefon
(030) 450 892 30

➤ Jednodniowa zbiórka publiczna organizowana co roku przez Fundację Wielkiej Orkiestry Świątecznej Pomocy ❤️
➤ Wydarzenie ponad podziałami – nieważne, komu kibicujesz, na kogo głosowałeś, czy lubisz hawajską i którą stroną wieszasz papier toaletowy! 🖖🏽
➤ Cel zbiórki – pomoc w leczeniu chorych dzieciaków i godna opieka geriatryczna dla starszych 💰
➤ Międzynarodowe święto – w Finałach bierze udział ponad 1500 miast/sztabów! 🌎
➤ „Światełko do nieba” – finałowa tradycja. Odpalamy zimne ognie i kierujemy pozytywne myśli tam, gdzie są najbardziej potrzebne ✨
➤ Pyszne polskie jedzenie 😋
➤ Koncerty, aukcje, losowania, atrakcje dla dzieciaków i świetna atmosfera 🤘🏼


And the day after!

🇵🇱 >> Kochani, DZIĘ-KU-JE-MY! 🙏🏼 Według wstępnych obliczeń zebraliśmy PONAD 9000 EURO—a to nie wszystko! 🎉 To znaczy, że TRZYKROTNIE przebiliśmy nasz zeszłoroczny rekord! 😱 Idziemy odespać ten dzień pełen emocji, a już od jutra działamy dalej ❤️❤️❤️

🇩🇪 >> IhrLlieben, DANKE SCHÖN! 🙏🏼 Wir wissen bereits, dass wir ÜBER 9000 EURO gesammelt haben—und das ist nicht alles! 🎉 Das ist dreimal so viel wie vor einem Jahr! Wir mussen jetzt ausschlafen, aber ab morgen geht es weiter! ❤️❤️❤️

🇺🇸 >> THANK YOU, friends! 🙏🏼 According to our first count, we already have OVER 9000 EURO—and that’s not even all of it! 🎉 This means we’ve more than TRIPLED last year’s record! 😱 Time to call it a day, but in the morning we’re starting prep for 2019 ❤️❤️

Na Saksy 3 – Und wieder ein Besuch bei den Reichen

Łucja Fice

Ilona

Ich bog von der Strasse ab, die mich jeden Tag in die Maisfelder führte, das war mein ritueller Spaziergang. Dann machte ich doch einen Abstecher und ging zu Ilona. Ich wollte mit jemandem polnisch sprechen, auch wenn’s der Teufel selbst sein sollte. Immerhin hat mich Ilona zum erneuten Besuch eingeladen. An diesem Tag dachte ich überhaupt viel an sie, irgendwie gab es eine Ebene, die uns verband. Ich fühlte mehr, als ich wusste, dass ich sie besuchen muss.

Ich ging durch die Gartenpforte hinein. Die Haustüren standen weit offen. Der Ingenieur saß im Sessel und rauchte. Er war traurig, niedergedrückt und irgendwie älter, als an dem Tag, als ich ihn kennenlernte. Die Tür zu Ilonas Zimmer war auf. Ich schaute hinein. Ilona schlief tief, mit einer Weinflasche in der Hand.

“Hallo, Ilona!” Ich musste schreien, der ihr Radio war voll aufgedreht. Sie wachte auf und setzte sich hin.
“Ach, du bist das! Shit, wozu bist du denn hergekommen? Na gut! Wenn du schon da bist, kann ich dich ja kaum fortjagen. Weißt du was? Ich bin heute besoffen, wie ‘ne alte Nutte.” Sie guckte mich mit einem melancholischen, mädchenhaften Lächeln an und fragte: “Willst du auch?”
“Mach’ mir bitte einen Kaffee.”

Ilona versuchte aufzustehen, sie wankte, sie kam einfach nicht ins Gleichgewicht.

“Scheiße, hilf mir doch!” Ich musste sie festhalten, sonst würde sie umfallen. Ich glaubte meinen Augen nicht.
“Ich hab’ getrunken, weil ich dieses Leben einfach satt habe. Ich will nach Hause, zu meiner Familie! Ich will vergessen, dass ich hier bin! Was soll dieses beschissene Leben hier überhaupt?”

Als ich die Worte nach HAUSE hörte, durchzuckte mich ein merkwürdiger Krampf. Ich fühlte einen entfernten Geruch, oder vielleicht nur eine Emanation, etwas im Sinne der Erinnerung an bestimmte Dinge, die das Wort ZUHAUSE ausmachen.

“Damit du etwas zu meckern hast!” Mir kam nur das in den Sinn.
“
Bis du aber klug. Wie Thales von Milet.”
Nein! dachte ich, wie eine Klobrille aus Ebonit.
“Hast du etwas von Thales gelesen?” wagte ich zu fragen.
“Nein! Nur ‘Omelette’.” Sie lachte spöttisch. Ich half ihr beim aufstehen. Sie lief wankend zum Schreibtisch, worauf ein Kreuz mit Jesus stand. Sie nahm ihn und begann ihn zu küssen.
“Jesus wird mich erlösen. Er starb für meine Sünden.”
“Niemand wird für dich sterben! Das tust du irgendwann von ganz alleine! Warum hast du dich so zugedröhnt? Du säufst während des Vertrags?”
“Ja. Ich kann es nicht erwarten, hier weg zu kommen.”
“Das ist kein schlechter Job hier, so wie ich es einschätzen kann.”
“Verpiss dich, du Stute! Wenn du nicht mit mir trinkst, kannste dich verziehen. Ich weiß selbst, was gut ist und was nicht.” Sie stellte sich theatralisch in Pose. “Wozu bist du hier angekrochen? Ich brauche deine Hilfe nicht.”

Auf ihr Gesicht krochen, neben die Falten, die sich beim wilden Gelächter in ihren Mundwinkeln bildeten, Spuren von Zynismus, die ihr Gesicht verzerrten. Plötzlich schlug sie einen anderen Ton an, als hätte sich ihr Charakter gewandelt.

“Gabi! Ich bin krank, ich löse mich in Alkohol auf. Ich möchte alles von mir abtrennen, abreißen. Ich möchte mich von meinem Namen, von meiner Biografie, von meinen Männern, von meinen Liebhabern befreien, mich von ihren riesigen Gliedern unabhängig machen, dass sie nicht mehr in mich reinschlüpfen. Gabi! Ich bin tief gefallen, in einem Doppelsalto ohne Sicherheitsnetz. In meinem Kopf dröhnen ‘Sobieski’ und ‘Chopin’*. Ich weiß, meine Klagen sind wie die Mühe eines Stotterers, ha, ha, ha, und mein Schädel reproduziert nur zerbrochene Stimmen und die räudige Geschichte meines Lebens. Meine Männer verplemperte ich in verschiedenen Ländern. Und ich bin, wo ich bin. Ich will nach HAUSE, nach Polen.”

In meinem Hirn herrschte vorübergehende Armut, ich versuchte meine Gedanken zu sammeln.

“Polen reist mit mir mit. Und hier, in Deutschland übe ich, in der Grätsche, Beharrlichkeit in der Sehnsucht nach HAUSE. Wenn ich aus Deutschland zurückkomme, begrüßt mich ein feierliches Polen, in einem eleganten Kostüm und teuren Schuhen. Zu Hause bin ich, genauso wie du, nur Gast. Ich ziehe die Schuhe aus, gehe hinein, bleibe ein bisschen wohnen und fahre wieder weg.”

Einen Moment lang war es still. Ich dachte über die triviale Beichte Ilonas nach. Sie machte mich verlegen. Nach einer Weile begann sie zu tanzen und irgendein deutsches Lied zu singen. Sie bewegte sich so phlegmatisch, als stecke sie im Pech. Ich dachte insgeheim, ich hätte noch nie so einem Kabarett zugesehen. Ich stand da mit zusammengepresstem Kiefer und sah sie giftig an. Ich schaute auf ihre großen Brüste. Sie hatte eine Trainingshose mit ausgebeulten Taschen und ein Trägertop an.

“Und wo ist Linda?”fragte ich besorgt.
“Noch im Bett. Was denn? Soll ich diese Leiche ins Zimmer bringen und so tun, als ob alles in Ordnung sei? Solche Leute sollte man nicht am Leben erhalten”. Das was sie sagte, klang auch besoffen.

Ich entgegnete nichts, da sie volltrunken war. Ihr Gesicht war purpurrot vor Jähzorn, die Augenbrauen formten sich zu einem V, aber ich glaubte trotzdem nicht, dass sie wirklich so denkt. In ihren dunkeln Augen sah ich Groll auf die Welt und ich rechtfertigte sogar ihre Gedanken, als ich sah, wie sich ihre Stimmung von Sekunde auf Sekunde änderte.

“Gabi! Ich packe es einfach nicht mehr”. Über ihr Gesicht rollten Tränen, wie bei einem kleinen Mädchen.

Ilona kam näher, umarmte mich und begann zu schluchzen. “Weißt du, was ich für Sorgen habe? Der Gerichtsvollzieher will mein Gehalt pfänden und meine Tochter hatte eine Klage wegen Rauschgift am Hals. Sie kriegte zehn Monate mit drei Jahren Bewährung, da sie jung ist und resozialisiert werden kann. Meine andere Tochter taugt auch nicht viel, aber beide arbeiten jetzt wenigstens.”

Ilona setzte sich wieder hin und kramte die nächste Flasche unterm Bett hervor. Sie war erstaunt, dass sie leer ist. Sie bückte sich noch einmal und holte diesmal eine volle hervor. Sie hielt sie zwischen den Knien, um den Korken rauszuziehen. Sie baumelte und keuchte dabei. Das war ein erbärmlicher und komischer Anblick zugleich.

“Du kannst mich wie eine Schlampe behandeln”, sagte sie mit einer Grimasse und setzte die Flasche an ihren Mund an, wie ein Säugling.
“Mein Gott! Wen habe ich da kennengelernt? Ein totaler Reinfall. Ich komme nie wieder her”, beschloss ich.

Ilona leerte die Flasche, warf sie auf den Boden und stand auf. Sie torkelte noch mehr. Das durch das Fenster einfallende Licht erhellte einen Teil ihres Gesichts, die breiten Augenbrauen und die hervorstehenden, hohen Wangenknochen. Ich stand wie erstarrt da.

“Komm, wir gehen zu der alten, die ist dreckig, riecht kaum nach deinem Chanel Nr. 5”. Ich lief ihr ins Schlafzimmer hinterher. Linda zog die Decke hoch. Stimmt! Der Geruch versprach nichts Gutes.
“Was machst du nun?” 
Ilona hüstelte. Sie schaute sich in dem Zimmer um, als wäre sie zum ersten Mal hier. “Ich warte, bis ich nüchtern bin. Der wird schon nichts passieren. Komm, wir holen eine neue Flasche. Ins Erdgeschoss, ich muss mich richtig zudröhnen.”
“Du bist doch schon zugedröhnt.”
“Du trinkst aber auch!”
“Warum musstest du dich dermaßen betrinken?”, wagte ich zu fragen.
“Zuerst habe ich mit dem Ingenieur Gin getrunken, das ist sein Lieblingsgesöff, dann irgendwelchen minderwertigen Sherry und dann, bereits auf meinem Zimmer mehrere Gläser Bordeaux aus den Vorräten des Hausherren und dann noch eine Flaschen von meinem billigen Gesöff.”
“Mein Gott, das ist ja eine Explosivmischung, stellte ich weise fest.
“Eben. Und das hat mir geschadet”, kicherte sie unnatürlich, als sei sie eine Hexe. Sie war ganz schön zu.

Sie führte mich durch die mit antiseptischem Bodenbelag ausgelegte Diele, dann über die marmorne Treppe in den Keller. Ich musste sie festhalten. Wir kamen in eine dunkle Kammer, wo neben Kühl- und Gefrierschränken verschiedene Gegenstände und Gartengeräte standen. Ilona öffnete mit Wucht einen der Kühlschränke und begann alles rauszuschmeißen. Tiefkühlkost, Schinken, Würste, Käse, Butter, Milch und Gott weiß, was noch. Sie knallte die Tür zu.
“Nimm, was du willst”. Sie reichte mir die Würste.
“Ilonka! Liebling! Tu das alles wieder rein!”
Ich versuchte alles, was sie auf den Boden schmiss, wieder einzusammeln. Ilona ging zum Weinregal, nahm eine Flasche und versuchte, den Korken rauszuziehen. Dafür reichte ihre Kraft aber nicht. Sie warf die Flasche heftig auf den Boden. Die Flasche zerbrach, der Inhalt floss raus. Ilona trat an den Tisch, wo das Werkzeug lag, Hammer, Nägel und anderes Gerümpel. Sie griff nach dem Hammer und begann, auf die Flaschen einzuhämmern, so dass sie zerbarsten. Der Wein breitete sich zu einem roten Fluss aus. Sie kniete sich auf den Boden und schleckte die rote Flüssigkeit.

“Hallo! Was tust du da?” Für einen Moment wurde es still. Ich stellte mir alle diese kleinen Wesen vor, die jetzt in den Ecken saßen, uns beobachteten und vor Angst zitterten. Ilona legte die Hände um ihren Kopf, als wollte sie ihn vor einem Schlag schützen.
“Mein Schädel platzt gleich. Hilf mir, aufzustehen!”
Ihre Worte klangen nicht nach einer Bitte. Es war ein Befehl. Sie drehte sich auf den Rücken. Ich sah, wie ihr die Tränen ihre Wangen runterrollen. Sie schluchzte hysterisch. Ich versuchte, sie zu beruhigen, sie schaute aber wieder auf die Flaschen. Plötzlich schien sie ernüchtert zu sein und versuchte wieder, vom Fußboden aufzustehen.
“Scheiße! Ich bin vollkommen okay!”
Ich dachte: “Das ist nur eine Vorstellung. Das geschieht nicht wirklich.”

Ich blätterte in meinem persönlichen Wörterbuch und stellte fest, dass ich das, was ich fühlte und sah, nicht benennen konnte. Die Armut der Sprache überraschte mich. Obwohl ich solche Begriffe, wie: eklig, widerlich, gemein, niederträchtig, verrückt… vorrätig hatte, dienten sie nicht zu ihrer Beschreibung, sondern nur zu ihrer Verurteilung. Ich fragte mich, wie es möglich ist, dass sie hier als Pflegerin arbeitet. Ilona hob ihren Kopf und blickte mich wie ein Mädchen an, dass zornig ist, weil es bei etwas ertappt wurde, was unschicklich ist. Ich half ihr beim Aufstehen, aber sie fiel wieder auf den Boden, steif, wie eine Puppe. Ich beschloss, dem Ingenieur Bescheid zu sagen. Ich drehte mich noch kurz um und sah, dass Ilona mich mit Wahn in den Augen anschaut, mühsam aufsteht und eine Flasche unter ihren Arm klemmt, als sei sie etwas besonders wertvolles. Über ihren Kopf sah ich eine Gewitterwolke. Sie schrie mit schriller Stimme: “Ich komme zu dir!”
“Gabi, komm zurück, ich hab’ mich eingepinkelt”.
“Du hast vermutlich dein eigenes Gehirn rausgepinkelt!”, schrie ich von der Treppe. Ich ekelte mich vor ihr und vor ihrem Zustand. Bevor ich im Erdgeschoss war, hörte ich Schritte hinter mir. Ilona schlich mühevoll die Treppe hoch.

***

Ich fand Hugo im Garten. Er saß mit traurigem Gesicht am Tisch und hielt ein Mundharmonika in der Hand. Mein Blick fiel auf die Vase mit Jasminzweigen. Als Hugo mich sah, führte er den Harmonika zum Mund und innerhalb weniger Sekunden begann das Instrument eine mir unbekannte Melodie zu leben. Sie schien jasminfarben zu sein. Ich stand einen Moment lang geschockt da. Ich zögerte und begann dann doch zu sprechen:
“Hugo! Ilona ist betrunken und zertrümmert die Weinflaschen.”
Der Harmonika an seinem Mund begann sich schneller zu bewegen, als wollte er meine Worte übertönen. Die Melodie vereinnahmte allmählich den ganzen Garten. Plötzlich hörte er auf und sah mir direkt in die Augen. In seinem Blick bemerkte ich Schwermut, Verzweiflung und, ich glaube, ein Geheimnis. Ich spürte, dass er es mit niemandem teilen will.
“Das ist nicht das erste Mal! Lass uns allein, Gabi! Komme morgen wieder.”
“Hugo! Warum entlässt du sie nicht? Rufe doch die Agentur an. Auf diese Stelle warten hunderte andere, verlässliche Pflegerinnen. Warum redest du nicht mit ihr? Warum säuft Ilona so?
Hugo hob die Brauen. “Wenn sie sich tot saufen will, soll sie’s möglichst bald tun”, erwiderte er und griff wieder nach dem Harmonika.

Ich verstand rein gar nichts davon. Als ich die Gleichgültigkeit dieses Mannes sah, beschloss ich, zu gehen. Je mehr ich die Situation in diesem Haus verstehen wollte, desto dümmer wurde ich.

Christmas in Weißrussland/ Belarus/ Białoruś/ Беларусь

W samą wigilię Bożego Narodzenia (24 grudnia, czyli 6 stycznia według kalendarza juliańskiego), zwaną po rosyjsku soczelnikiem, obowiązuje prawosławnych najostrzejszy post w ciągu tych 6 tygodni. Powstrzymują się wówczas cały dzień od jedzenia. Wieczorem spożywa się kutię, zwaną biedną (postną). Kutia bogata ze specjalnymi dodatkami spożywana jest dopiero w noc noworoczną, czyli z 13 na 14 stycznia i w uroczystość Chrztu Pańskiego (19 stycznia).

Johanna Rubinroth & Tanja Krüger

Vom Siegesstern zum Weihnachtsstern / Od Gwiazdy Zwycięstwa do Gwiazdy Betlejemskiej

Szopa w salonie 16

Łukasz Szopa

Święta – czyli o Piekle

Święta, okres rodzinny, okres radości, miłości, podarunków, wspólnoty i innych pięknych rzeczy. Czas nadejścia zbawiciela i latających aniołków. Warto więc napisać kilka słów o piekle.

Nie, nie będę pisał o corocznym tradycyjnym piekle czy piekiełku świąteczno-rodzinnym, czyli pełnym stresu gonieniem za prezentami, nerowym przygotowywaniem żarcia i wkurzającym stawianiu choinki. Nie będzie o piekiełku między teściową a synową, między skłóconymi braćmi, chłodem i agresją między żoną a mężem, córką a braćmi, czy o pełnych emocji rozmowach o przeszłości, przyszłości, czy polityce. To każdy zna z własnego podwórka najlepiej.

Będzie ten tekst pochwałą moich rodaków – Polaków. Za wiarę. Za wiarę – w piekło.

Tak się składa, że kilka lat temu na łamach niemieckiego tygodnika pisałem (https://www.freitag.de/autoren/lukasz-szopa/wo-zum-teufel-ist-nur-die-hoelle-geblieben) o dziwiącej mnie niezmiernie, wynikającej z badań opinii publicznej na „Zachodzie“, olbrzymiej dysproporcji między odsetkiem ludzi wierzących w „niebo“, a dużo mniejszym odsetkiem wierzącym w „piekło“ (cokolwiek mielibyśmy, czy oni, pod tymi słowami rozumieć). Nie mogłem pojąć, skąd – wśród tych, co w cokolwiek „pozagrobowego“ wierzą – taka różnica. W „niebo“, czyli „fajny zaświat“, wierzy 40 do 50 procent, w piekło – prawie połowa mniej. Czy to naiwność, ta wiara, że „potem“ będzie raczej „pięknie i słodko“, niż „strasznie i boleśnie“? Czy to Wunschdenken (myślenie „życzeniowe“)? Czy nazbyt proste przeciwstawienie oceny sytuacji „przyziemnej“ (oj jak tu źle i strasznie!) to tego, co ma być potem (oczywiście – na „nagrodę“ lub nie – lepiej!), takie tanie „yin-yang“?

Tym bardziej, że – osobiście nie wierząc w jakiekolwiek „zaświaty“ i życie „pozagrobowe“ – uważam, że jeśli Bóg istnieje, i jeśli miałoby istnieć jakiekolwiek „po“ – to nie widzę powodów czy argumentów czy przesłanek, by prawdpodobieństwo „nieba“ miałoby być wyższe niż „piekła“. Gdyż wychodzę z założenia, że jeśli Bóg istnieje, i jeśli coś dla nas „na potem“ przygotował – to jako istoty ludzkie mamy zero szans i możliwości poznania i zawyrokowania, co dla nas przygotował.

W Polsce z kolei, i to od lat (ostatnie dane jakie wyłowiłem to rok 1997) – wiara w piekło jest stabilna, waha się od 56 do 61%, podczas gdy wiara w „niebo“ czy „zbawienie“ niewiele większa, w granicach 61 do 72%. Dowód, że Polacy nie tylko mocniej wierzą w jakąkolwiek „przyszłość pozagrobową“, ale i że niekoniecznie preferują wiarę w „marchewkę“ nad wiarą w „kij“. Oczywiście, dane statystycznie niestety nie mówią, czy nie jest czasem tak, że wierzą w marchewkę dla siebie, a w kij – dla innych… (męża, żony, brata, siostry, teściowej, synowej, stryjka, sąsiadki, szefa, prezesa, ojca dyrektora i tak dalej…)

Engel und Pietas

Manfred Wolff

Ich wohne nicht in einem Museum

Nein, Sie betreten kein Museum, wenn Sie mich besuchen in unserer Berliner Wohnung. Aber Sie betreten Geschichte: die Geschichte meiner Familie, die Geschichte meiner Ehe und auch meine Geschichte. Und diese Geschichte ist nicht museal tot – sie ist unser Leben.

Im Flur werden Sie begrüßt von bunten Wänden. Hinterglasbilder mit Heiligen und Räubern bedecken die Wände. Meine Frau Urszula hat diese Schätze aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gesammelt. Sie stammen in der Mehrzahl aus der polnischen Tatra, aber auch Volkskünstler aus anderen Regionen sind unter den Autoren. Gleich bei der Ankunft begegnen Sie aber auch schon Józef Chełmowski. Von oben, aus einer Ecke heraus begrüßt Sie ein Engel des kaschubischen Künstlers. Auf der Kommode zur rechten stehen einige seiner Engel und links von der Tür zum Wohnzimmer hat dieser Engel seinen Platz, mit dem unsere Sammlung von Chełmowskis Arbeiten begann: „Hominem te esse memento“, sagt er. Über der Wohnzimmertür hängt ein dramatisches Bild von Tadeusz Żak. Engel und Teufel kämpfen um die Seelen der Bewohner eines kleinen polnischen Dorfes. Wie wird das ausgehen?

Wenn Sie nun das Wohnzimmer betreten, lassen Sie den Blick nicht nach links abschweifen, denn dort gibt es nicht viel zu sehen, obwohl es ein Ort künstlerischen Schaffens ist, wo aus einfachen Dingen Werke entstehen, die auf vielfältige Weise die Sinne erfreuen und Menschen stärken, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Es ist die Küche…

Im Wohnzimmer empfängt Sie wieder ein Engel, nun aber fast mannsgroß mit vier Flügeln, ein Erzengel eben. Er trägt die Tracht einer kaschubischen Frau und blickt streng prüfend auf die Eintretenden und auf das, was sich an unserem Tisch so abspielt. Das ist unser Schutzengel, und er hat sich schon deutlich sichtbar den Kopf zerbrochen über all die Narrheiten, die unser Leben so ausmachen. Nüchternere denken da eher, dass das Holz, aus dem Chełmowski ihn geschlagen hat, wohl sehr jung war, sodass es jetzt durch den dauernden Aufenthalt in einer gut beheizten Stube einen Spalt gerissen hat.

Der Engel steht am Tisch, und um den Tisch stehen die Stühle, die meine Großeltern mütterlicherseits erwarben, als sie ihren Ehestand begründeten. Sie sind nun schon 110 Jahre alt. Mein Großvater konnte nur sieben Jahre darauf sitzen. Er fiel zu Beginn des Ersten Weltkriegs am Hartmannsweilerkopf, dem Menschenfresserberg im Elsass. Obwohl zur rechten eine gutbürgerliche Polstergarnitur einlädt, sitzen wir doch meist auf diesen Stühlen. Vielleicht sitzt Großvater ja noch manchmal dabei und freut sich, dass seine damalige Anschaffung noch immer in Ehren gehalten wird, Mittelpunkt eines Familienlebens ist, wie er es sich gewünscht hat.

Auch die Kommode und das Vertiko, beide an den Türen mit Jugendstilornamentik geschmückt, sind Erbstücke aus dem Besitz meiner Großeltern. Das Vertiko wird von einer Vielzahl bunter Vögel bewohnt, Schöpfungen polnischer Volkskünstler, und auf der Kommode stehen die Schafe Davids des Bildhauers Bronisław Chromy, in Krakau verliehen für unsere Verdienste um die Jüdisch-Polnisch-Deutsche Verständigung sowie zwei kleine Pegasusfiguren von Adam Myjak, mit denen uns die Warschauer Akademie der Künste für unsere Förderung der polnischen Kunst in Deutschland auszeichnete.

Über der Kommode hängt an der Wand das älteste Stück unserer Wohnung, eine Uhr, die mein Urgroßvater mütterlicherseits seiner Frau zur Silberhochzeit schenkte. Sie geht immer noch zuverlässig. An jedem Sonntag ziehe ich sie auf (klingt ein bisschen wie Tristram Shandy). 129 Jahre ist sie alt. Sie hat die letzten Stunden meiner Urgroßeltern, meiner Großmutter und meiner Eltern geschlagen und sie wird auch unsere letzte Stunde schlagen – hoffentlich nicht so bald…

Eine Halbwand wird von einer Schrankwand im Kajütstil eingenommen, auf der sich auch wieder zahlreiche geschnitzte Vögel tummeln: Eulen und Tukane, Störche und Gänse, und an einer Seitenwand des Schranks hämmert fleißig ein Specht.

Der Raum daneben ist Bildern unseres Freundes Edward Narkiewicz vorbehalten: Surrealistische Kompositionen von verschmitzter Heiterkeit und melancholischer Nachdenklichkeit. Gegenüber eine Wand mit Arbeiten von Jan Dobkowski in geometrischer Strenge und überschäumender Phantasie. Natürlich hängen auch über dem Sofa Bilder, aber kein brüllender Hirsch oder eine Schlittenfahrt im Winter. Es sind Gemälde von Andrzej Węcławski, Jan Aniserowicz, Dorota Grynczel, Apoloniusz Węgłowski, Piotr Lutyński, Paul Rascheja, Ellen Fuhr und Charlotte Petersen.

So viel Kunst verlangt nach einer Ruhezone für das Auge. Die Fensterfront bildet bei geschlossenem Lamellenvorhang eine große weiße Wand, ohne jedwede Kunst.

Im Durchgang zu den hinteren Räumen hängen zeitkritische Bilder des naiven Malers Stanisław Żywolewski aus Hajnówka, oben auf dem langen Bücherregal haben Schnitzereien von verschiedenen Volkskünstlern ihren Platz gefunden mit Szenen aus dem alttestamentarischen Leben. In Urszulas Arbeitszimmer füllen Grafiken und Zeichnungen die Wände. Mehrere Pietas runden hier das vielfältige Bild der polnischen Volkskunst ab. In meinem Arbeitszimmer schmücken Radierungen von Irena Snarska die Wand, und Maximilian Kolbe sowie der heilige Franziskus leisten acht Figuren des Chrystus Frasobliwy Gesellschaft.

Auf den Schränken im Schlafzimmer findet siebenmal die Weihnachtsgeschichte statt in Form von Krippen, und gegenüber den Betten hängt ein buntes Kaleidoskop von Aquarellen, Zeichnungen und Pastellen, darunter Arbeiten von Erna Rosenstein, Jan Dobkowski, Rafał Strent, Marian Nowiński, Kazimierz Furga und Jacek Dyrzyński. So ist unser letzter Blick am Abend und unser erster Blick am Morgen natürlich auf Kunst gerichtet.

Selbst in dem Raum, den andere einer streng geometrisch-konstruktivistischen Keramikkunst widmen, geht es nicht ohne künstlerische Schönheit bei uns ab. Vier Terrakottaplastiken zieren hier das sonst sehr einfallslose Umfeld.

Alles in unserer Wohnung hat eine Geschichte. Wenn man mit diesen Dingen lebt, erzählen sie ihre Geschichte und werden Teil der eigenen Geschichte, jenseits jeder Geschichtspolitik. Die Kunst macht uns Mut, den Geschichten zu lauschen und sie selbst weiter zu erzählen: Ein weiteres Kapitel polnisch-deutscher Geschichte.


Text © Manfred Wolff, siehe Blog
Fotos © Urszula Usakowska-Wolff, siehe Homepage & Blog 

1. Engel von Józef Chełmowski im Flur
2. Siamesischer Engel von Józef Chełmowski
3. Apokalyptischer Engel von Józef Chełmowski im Flur
4. Eckengel von Józef Chełmowski im Flur
5. Kaschubischer Engel von Józef Chełmowski im Wohnzimmer
6. Heinrich Heine von Józef Chełmowski im Wohnzimmer
7. Blick ins Wohnzimmer I
8. Blick ins Wohnzimmer II
9. Heilige und Christusse sitzen auf der Fensterbank in Manfreds Wohnzimmer
10. Pietas in Urszulas Arbeitszimmer

Zamiast choinki / Anstelle eines Weihnachtsbaumes

Picuture published by our friend Monika Saczyńska

Und unten (ohne abzugucken) solche Dekoration bei Dorota Kot / Poniżej podobna dekoracja u Doroty Kot, która wcale nie tu szukała inspiracji.

No i oczywiście, jak zawsze, obowiązkowa choinka z książek, tu z księgarni FiKa w Szczecinie (www.fikaszczecin.blogspot.com).

Und wie immer, ein Weihnachtsbaum aus Büchern, diesmal in FiKa-Buchhandlung in Stettin.

A tu choinka z książek Krystyny Koziewicz / Buchweihnachtsbaum von Krystyna Koziewicz.

Mein Weihnachtsbaum wanderte diesmal am 1. Adwent vom Balkon zum Überwintern ins Wohnzimmer. Noch dazu: Keine Dekoration ist gekauft worden, alles ist gefunden oder geschenkt worden, oder es sind meine Schals und Perlenketten, alltägliche Gegenstände also, die umfunktioniert wurden, damit der Mix aus Adventskranz und Weihnachtsbaum in diesem Jahr rot wirkt. Die blaue Figur oben links ist eine Skulptur von Barbara Piwarska-Ur.

Moja tegoroczna choinka przywędrowała na przezimowanie z balkonu i jest mixem wieńca adwentowego z choinką. Wszystkie dekoracje są albo znalezione, albo podarowane albo przerobione z przedmiotów codziennego użytku. Ciemnoniebieska kobieta po lewej stronie zdjęcia u góry to rzeźba Barbary Piwarskiej-Ur.

Podróżnik berliński, Maciej Łuszczyński-Łempka pokazuje, jakie są choinki w Gruzji / Hier ein Foto aus Georgien:

No i hit wszechczasów, już tu przed rokiem publikowany – choinka Sebastiana! / Und der beste Weihnachstbaum aller Zeiten, publiziert hier schon Mal im Jahre 2016 – Weihnachstbaum von Sebastian!

Szopa w salonie 15

Łukasz Szopa

Bliskie Falklandy i Malwiny

Chciałem wczoraj napisać mailowy list do Haniji. Tak, Ismaila Haniji, szefa Hamasu, dokładnie tego. Chodziło mi o pewien brak logiki w ich – Hamasu – myśleniu, i pragnąłem życzliwie zwrócić uwagę. Bo rozumiem, że nie podoba im się fakt, że USA jednostronnie deklarują Jerozolimę jako stolicę Izraela. Choć można by się kłócić, czy to komukolwiek innemu przeszkadza, by Jerozolimę zadeklarować jako stolicę Palestyny, czy choćby Niemiec (pamiętajmy, że niemieccy cesarze przez wieki byli Królami Jerozolimy!) No, ale Hamas uważa to za bezczelność, prowokację, akt wrogości, wręcz „deklarację wojny“. No dobrze, niech im będzie. Ale dlaczego w takim razie nawołują do intifady przeciwko Izraelowi??? Po pierwsze, jak są wściekli na jakiś akt polityczny USA – to podług logiki powinni im wypowiedzieć intifadę czy wręcz wojnę. Tym bardziej, po drugie, że przecież Izraela Hamas w ogóle nie uznaje – jak więc walczyć z kimś, kogo teoretycznie wcale nie ma?? Wreszcie, po trzecie, ale to już na marginesie: czy można nawoływać do trzeciej intifady, gdy jakoś nigdzie nie widać oficjalnego glejtu kończącego i pierwszą, i drugą?

Ale na szczęście, zanim znalazłem w sieci maila od Hamiji i do niego napisałem, zastanowiłem się. Nie tyle nad logiką i siłą moich argumentów (bo są niezaprzeczalnie wodoodporne), ale nad czymś innym: Czemu, drogi Łukaszku, kręci cię nagle ten temat Jerozolimy, Hamasu, Palestyny, Izraela i Trumpa? Czemu nagle chcesz pisać maile, co cię tak nakręca?, podczas gdy jakoś w sprawie wojny w Południowym Sudanie czy ataków agresji i prześladowań Rohingów w Burmie jakoś pisać ci się ostatnio nie chciało?

I czy właśnie nie dokładnie to krytykowałeś jakiś czas temu w podobnym tekście do berlińskiego tygodnika „Der Freitag“ (https://www.freitag.de/autoren/lukasz-szopa/die-besetzten-themen-gebiete)- tę przypominającą dwa obozy kibiców stronniczość i zainteresowanie Europejczyków to Izraelem, to Palestyńczykami, to „Bliskim Wschodem“ w ogóle (nota bene wymyślony termin, by uniknąć dyplomatycznych pułapek gdy jednak trzeba wymówić słowa jak „Izrael“ czy „Palestyna“. Wcześniej też myślałem, że to definicja geograficzna, taki trójkącik od Turcji po Iran na wschodzie i Jemen na południu.)

Że dla politycznie zainteresowanych (mniej lub bardziej, czyli od stammtischów po politologów) Europejczyków (a i Amerykanów czy Rosjan) śledzenie, ocena i kibicowanie „meczowi“ Izrael-Palestyna stało się hobby, głównie z uwagi na emocje. No i nawyki. Po roku 1945 większość Europejczyków z uwagi na Szoah nabrała nawyku martwienia się o los Izraela. Tak, nawyku, gdyż tylko mniejszość z nich naprawdę nosiła i nosi w sercu i głowie autentyczną troskę o los tego kraju i jego obywateli. Ale podobnie po 1967 z losem Palestyńczyków. Ich fani też tylko pielęgnują nawyk solidarności z Palestyną, przepędzonymi i okupowanymi Arabami – i też głównie nabrali tego nawyku nie z osobistych wycieczek w te strony, a po prostu – z mediów i polityki. Gdyż tak naprawdę to żadne szczere sympatie, a po prostu powierzchowne branie strony tego, który jest przeciwnikiem tego, którego nie lubimy. Nie lubimy Arabów czy muzułmanów – to bronimy Izraela, Izraelczyków i Żydów. I odwrotnie – dla antysemitów nic prostszego jak solidarność z Palestyńczykami. No i wreszcie są i tacy jak ja: nie solidaryzują się jednoznacznie z nikim (ze wszystkimi?), a mimo to na „Bliski Wschód“ i losy jego mieszkańców zerkają i reagują jednak częściej niż na Zachodnią Saharę czy choćby Libię – nota bene obywa państwa położone bliżej większości europejskich domostw niż Izrael/Palestyna.

Ale cóż, efekt taki, że właśnie tak powstał ten tekst… Więc żeby tak nie kończyć, zakończę lamentem nad własnym nie-pisaniem o Tybetańczykach, Uigurach, Sudańczykach i Kongolezyjczykach. Albo też o tym, że dzięki gwiazdom Hollywoodu o „wolnym Tybecie“ słychać częściej niż o wolności dla Xinjiangu czy Kaszmiru, a wojna w Darfurze była dzięki Jurkowi Clooney częściej na ekranach niż ta w Południowym Sudanie czy Kongu. I przypomnę, że moje zaangażowanie „polityczne“ zaczęło się już w 2 klasie podstawówki, gdy wybuchła wojna między Argentyną a Wielką Brytanią o „Falklandy-Malwiny“. Wtedy klasa – głównie chłopcy – podzielili się też dość szybko na dwa obozy „zwolenników“: Jedni byli za „Malwinami“, drudzy za „Falklandami“ – nie wiedząc, że to po prostu dwie różne nazwy tej samej grupy wysp…