Frauenblick: Meine Ukrainerinnen

Monika Wrzosek-Müller

Wenn ich mir vorstelle, Polen würde von Russland überfallen, kriege ich richtig Gänsehaut. Die Vorstellung ist aber nicht so absurd, abstrakt und von der Hand zu weisen. Wäre nicht Ukraine ein unabhängiger Staat, der dazwischen, wirklich geografisch existiert, wer weiß, wen es mit Putins imperialen Wahnvorstellungen getroffen hätte. Außerdem, damals als wir die Solidarność gründeten und demonstrierten, wussten wir auch nicht, was als nächstes passieren würde.

Desto mehr macht mich das Schicksal Tausender, nein inzwischen Millionen ukrainischen Flüchtlinge, hauptsächlich Frauen mit Kindern, betroffen. Sie sind in ihrer Wahrnehmung der Situation für kurze Zeit geflohen, langsam aber nach ca. 180 Tagen, also 6 Monaten des Krieges, wird ihnen allmählich klar, dass der Krieg vielleicht noch Jahre dauern könnte. Desto mehr höre ich denen, die ich kenne immer wieder zu, versuche mich mit ihnen zu treffen, beobachte die jungen Frauen mit ihren Kindern im Park, in der U- und S-Bahn, halte den Kontakt zu den Frauen in Warschau aufrecht.

Die jungen Frauen auf dem Foto sehen ganz unterschiedlich aus: die eine mit langen dunklen Haaren umarmt ein ca. 2-jähriges hellblondes Kind, dazwischen zwängt sich ein älterer Junge mit dunklen Haaren und dunklen Augen, sie schauen direkt in die Kamera, dann hinter ihnen zwängt sich noch ein Gesicht einer jungen Frau mit langen dunklen Haaren, von ihr sieht man eigentlich kaum was, sie schaut auch irgendwie in die Ferne. Seitlich, am Bildrand steht eine junge Frau mit helleren Haaren und einem schönen Gesicht mit markanten Backenknochen, sie ist grazil, um nicht zu sagen dünn, sie schaut nach oben, würde ich sagen Richtung Lampe, Decke. Neben ihr sitzt ein Junge mit strohblondem, vollem Haar, der schaut Richtung Boden, so dass das Haar ihm das Gesicht verdeckt. Hinten stehen noch zwei Frauen, eine hält ein Baby im Arm, hat ein grades Pony und langes mittelblondes Haar auch eher helle Augen, die andere ist auffällig schöne, reife Frau mit dunklem schulterlangem Haar und ovalem, offenem Gesicht. Alle tragen lange Hosen, man kann schwer erkennen, sind das Jeans oder eher Stoffhosen und Pullover, manch eine hat auch eine Bluse drunter, das sieht man am herausragenden Kragen, der eher heller als der Pullover ist. Hinter ihnen ragt ein altes Regal, vollgestopft mit Büchern, sie sitzen auf einem ausgezogenen, großen Sofa; eine Momentaufnahme, Warschau, dem 28. 02. 22.

Von diesen vier Frauen in einer Dreizimmerwohnung von ca. 60 m² in Warschau sind nur die eine Frau mit schönem ovalem Gesicht, nennen wir sie Natascha, in der Wohnung mit ihren zwei kleinen Söhnen geblieben; die Jungs gehen in meine alte Schule, sprechen inzwischen sehr gut polnisch und lernen fleißig. Ihre Zeugnisse waren voll von Einsern und der ältere bekam sogar ein Buch für seine besondere Leistungen. Beide Kindern nahmen im Sommer an einem fünf Woche langem Sommerlager teil, der in Warschau stattfand und sie gingen und machten jeden Tag verschiedene Aktivitäten. Es waren 30 Kinder angemeldet, 24-26 kamen regelmäßig, sie sprachen alle polnisch untereinander. Die Mutter besucht einen Polnisch-Kurs und als ausgebildete Krankenschwester wird sie bestimmt eine Stelle bekommen können. Die Familie kann sich glücklich schätzen, denn ihr Mann und Vater war bei der Invasion auf die Ukraine nicht im Land, er arbeitet als Fernfahrer für ein deutsches Unternehmen, also er ist weiterhin beschäftigt, bekommt Geld und muss nicht kämpfen. Die Frau hatte Gewissensbisse, dass sie so privilegiert wären. Die Familie lebte, also meistens die Frau mit den Kindern, in der Nähe von Saporischschja, in einem großen Haus mit Garten. Sie kann sich gut vorstellen, in Polen zu bleiben, in Warschau auch nach der Beendigung des Krieges zu leben.

Eine junge Frau mit dunklen Haaren und schönem ebenmäßigen Gesicht, nennen wir sie Daria, war nach einiger Zeit in Warschau zurück in die Ukraine gegangen; sie wollte ein Visum für Kanada besorgen und zu ihrem Freund aufbrechen. Sie war angeblich englisch Lehrerin, doch mir ist nie gelungen mit ihr nur einen Satz, ein Wort in irgendwelcher Sprache zu wechseln. Sie war sehr scheu und stand immer hinter jemanden. Doch ich weiß, dass sie das Visum bekommen hat und nach Kanada gegangen ist.

Eine Besondere Geschichte gilt der Frau mit dem Pony, die mit dem Baby und dem Jungen mit dem Gesicht nach unten; sie wurden von den anderen auf dem Bahnhof in Lemberg gefunden. Sie logierten dort schon drei Tage und wussten nicht weiter. Am Anfang wurde sie mir vorgestellt als Freundin der Freundin des Bruders der Mutter, doch es stellte sich nach einigen Tagen heraus, dass sie sie gar nicht kannten. Von ihr habe ich nicht einmal den Namen behalten, ich glaube, sie hat sich schon vorgestellt, aber in allgemeiner Aufregung und so vielen neuen Menschen, ist er mir entfallen. Nach einigen Wochen fanden die anderen eine andere Bleibe für sie.

Dann ist da noch diese schöne grazile, junge Frau, nennen wir sie Natalia, die dann letztendlich von Warschau nach Posen umgezogen ist. Sie hat eine neue Arbeitsstelle dort gefunden, wollte der Familie mit den zwei Jungen nicht im Wege stehen. Doch zusammen auf so einem kleinen Raum konnten sie längere Zeit auch nicht aushalten. Sie berichtet mir, dass sie sich in Posen eingelebt hat und ihr die Stadt sogar besser gefällt und sie mehr verdient. Sie kann inzwischen sehr gut Polnisch sprechen und schreiben. Sie wirkt aber trotzdem sehr verloren und einsam. Ihr Vater ist in Kiew als emeritierter Polizist für die Stadtverteidigung der Bodenkräfte zugeteilt, auch ihr Bruder ist in der Ukraine, doch wegen seiner Krankheit nicht einsatzfähig. Ihre ältere Schwester lebt schon länger mit ihrem Mann und zwei Kindern in Slowenien, wo auch ihre Mutter Unterschlupf gefunden hat und sie ständig anruft und androht, nach Hause fahren zu wollen. Sie lebten früher alle zusammen in Krywyj Rih, das sagt sie auch mit Stolz, denn das ist die Stadt aus der ihr Präsident Selenskyj stammt. Er besuchte angeblich auch dieselbe Oberschule, wie sie. Sie hat auch Probleme damit, dass es ihr verhältnismäßig gut geht und telefoniert ständig mit ihren Verwandten.

Letztendlich gibt es eine junge Mutter, nennen wir sie Sonja, auch hier in Berlin, die ich kennengelernt habe. Sie ist aus Butscha geflüchtet, noch vor den grausamen Zuständen, die dort von den Russen verübt worden sind. Doch ihr Mann ist dahin zurückgekehrt und schickt ihr Videos von der Stadt mit allen Zerstörungen und Gräuel, die dort passiert sind. Sie hat bei einer Bewohnerin in meiner Wohnanlage Bleibe gefunden, ist bei uns dann aufgetaucht mit ihrer kleinen Tochter und ihrem sechs Monate alten Baby, um erst einmal eine Zwiebel zu leihen, dann um zu erfahren, wo die Bushaltestelle wäre usw. Dann kam das kleine Mädchen zu uns und ich versuchte mit ihr etwas Deutsch zu lernen. Auffällig für mich war, ihr ständiger Gebrauch von Handy und Übersetzerprogrammen, so dass sie eigentlich gar nichts lernten, sondern immer mich das Handy ansprach. Trotz wirklich fantastischer Hilfe und Zuwendung ihrer deutschen Freunde, fühlte sich diese junge Mutter mit ihren zwei Kindern völlig verloren und mutlos. Ich merkte, dass der Spagat von ihrem Leben in der Ukraine zum Leben hier für sie extrem schwierig war. Irgendwann war das auch für die deutschen Freunde zu viel. Sie fanden für die dreien eine kleine Wohnung, wo sie ihr Leben hier weiterführen können, sie helfen der jungen Mutter aber weiterhin mit Rat und Tat, begleiten sie zu den vielen Ämtern, übersetzen die komplizierten Formulare. Die Anmeldung in der Schule verlief alles andere als erfreulich, sodass sie immer wieder beteuert, sofort nach der Beendigung des Krieges zurück in ihre Heimat zurückgehen zu wollen. Sie ist eigentlich sehr willig sich anzupassen, will auch Deutsch lernen, aber die Betreuung der Kinder, die Besuche bei den Ämtern und auch das Einleben zehren so sehr an ihren Kräften, dass sie sich gar nicht vorstellen kann, noch Deutsch richtig bei einem Kurs zu lernen oder gar zu arbeiten.

Diese einfachen Darstellungen der Erlebnisse der fünf Frauen, deren Leben so brutal durch den Angriffskrieg unterbrochen und aus der gewohnten Bahn geworfen wurde, wollte ich hier skizzieren, damit wir bei der ganzen Diskussion über die Gasknappheit und möglichen Einschränkungen und Mehrausgaben, immer diese Lebensläufe vor den Augen haben. Ihr Leben hängt zwischen der alten Realität vor dem Krieg, nach der sie sich sehnen und einer neuen, fremden Welt, die vielleicht einen Ausweg und Sicherheit bietet, aber keineswegs Normalzustand für sie bedeutet. Die Weihnachtsbeleuchtung steht meistens doch für die Herzwärme; also dimmen wir sie etwas ein und sorgen für die wirklich Betroffenen, und helfen ihnen die schwere Zeit zu überstehen, solange sie das brauchen.

Heute, czyli dziś

Ela Kargol & Ewa Maria Slaska

Zapraszamy na spacer po Zehlendorfie / Wir laden zu einem Spaziergang in Zehlendorf ein

Eine Blog-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Sprachcafé Polnisch / Spacer w ramach projektu My organizowanego przez ewamaria.blog i Polską Kafejkę Językową

Treffpunkt / Miejsce spotkania: Heimatmuseum Zehlendorf um /o godzinie 11:00 Uhr
Eintritt frei / Wejście za darmo

Clayallee 355
Historischer Winkel
14169 Berlin

S-Bahn S1 >>> Zehlendorf


Besuch im Historischen Winkel von Zehlendorf.

Alter Friedhof, alte Schule und alte Eiche. Die Hochzeitsvilla und ihre ehemalige Bewohnerin.

Zapraszamy na spacer do Historycznego Zakątka w Zehlendorfie. Odwiedzimy stary cmentarz i starą szkołę, w której obecnie mieści się lokalne muzeum (Heimatmuseum Zehlendorf). Dalej przejdziemy do willi znanej mieszkanki Zehlendorfu, zaangażowanej w życie społeczne dawnej wsi.


Ich sitze hier in Zehlendorf und warte auf den Bus
Ich will hier weg, das ist der Grund, warum ich warten muss
Der Bus kommt nich, wie könnt' es anders sein
Stattdessen kommt ein Schrank und haut mir eine rein

Ich sag: Du bist doch Proletarier, vereinig dich mit mir!
Doch er schnappt mich am Kragen und schleift mich zurück zu ihr
Vorbei am eig'nen Wasserfall, zum beheizten Swimmingpool
Dort sitzt sie und heult in 'nem antiken Schaukelstuhl

Ich sag: Zehlendorf-Mädchen, aus uns wird nie was werden
Ich träum nachts von Anarchie und du von deinen Pferden
Oh, Zehlendorf-Mädchen, wir hatten nur ne Nacht
Und, Ann-Kathrin, ich glaub, wir ha'm das Beste draus gemacht

***

Siedzę sobie w Zehlendorf, czekam na autobus
Chcę stąd zniknąć i dlatego czekać muszę ja tu
Autobus nie jedzie, wszak nie mogło być inaczej
Lecz przyszedł gostek, buch mnie w dziób i dlatego płaczę

Mówię mu, Proletariuszu, łączmy się w ucieczce!
On mnie za wszarz łaps, ciągnie k'niej, choć ja wcale nie chcę!
Nie chcę prywatnych wodospadów i słimmingpulu.
Gdzie ona płacze, siedząc w swoim antycznym fot'lu.

Dziewczyno z Zehlendorfu, zapomnij, nic nie będzie
Ja marzę o anarchii, ty konie swoje czeszesz.
Panno z Zehlendorf, tylko ta noc była nam dana
I wiesz, Anno-Kasiu, wierzę, nie była zmarnowana! 

                                                            Przetłumaczyła (na chybcika) Ewa Maria Slaska

Frauenblick, Schwarzwald

Monika Wrzosek-Müller

Auf dem Weg zur besten Schwarzwälder Kirschtorte

Eine Woche Schwarzwald und fünf verschiedene Schwarzwälder Kirschtorten probiert. Das ging sehr schnell und einfach; die Torte gibt es im Schwarzwald natürlich in fast jeder Gaststätte und sogar auf den Berggipfeln mit wunderbaren Aussichten. Ob ich die beste gegessen habe, weiß ich nicht, aber eindeutig kann ich sagen, dass es viele Varianten gibt; nur der Look bleibt immer gleich. Sie verkörpern auch die Seele dieses Fleckchens Erde; innen Schwarz, wie die dunklen und weiten Wälder, und außen weiß, wie der früher hier reichlich vorhandene Schnee, angereichert mit Kirschwasser und Kirschen, die aus der Region kommen und die nicht nur geschmacklich den Ton angeben, sondern auch die Stimmung aufhellen. Überall schmeckten die unterschiedlich großen Portionen gut, bis sehr gut, manche reichten mir als Mittagessen aus. Auf jeden Fall ist das die beliebteste und bekannteste deutsche Torte, auch in ganz fernen Ländern, wie Japan, China, den USA, Neuseeland und Australien.

Wer sie letztendlich erfunden hat, darüber streiten sich immer noch die Geister, denn auch im Elsass existiert der Gateau Forêt Noir und er wird in Straßburg tüchtig gegessen. Doch es wird immer wieder eindeutig auf die Gebiete in Baden verwiesen. Ihre Verbreitung verdankt sie auch der Erfindung des Kühlschranks in den 1930er Jahren; da konnte man die Sahneschichten länger aufbewahren. Ich habe mir sagen lassen, dass sogar ein Schwarzwälder Kirschtorten-Festival alle zwei Jahre in Todtnauberg stattfindet, wo mit Musik und kulinarischen Spezialitäten die beste Torte gewählt wird.

Wir waren eher bescheiden und aßen die Torte, wo wir gerade gelandet waren; auf die zwei und drei Sterne-Restaurants in Baiersbronn, wie Schwarzstube, Bareiss, Taube, Schlossberg und Meierei im Waldknechtshof haben wir verzichtet. Doch schon die Anhäufung von den Sternerestaurants zeugt von der Qualität des Essens allgemein, und dem Spaß dort zu essen.

Die Landschaft lädt auch zum Genießen ein: die Hügel oft durchschnitten in Dreiecke, auf denen verschiedene Weinreben in unheimlich akkurat zugeschnittenen Reihen wachsen, daneben die Reihen von Spalierobstbäumen: Äpfel, Birnen, Pflaumen und auch Kirschen, alles kleingewachsen und wie am Schnürchen aufgereiht, um von Maschinen gesammelt werden zu können. Sogar die Schwarzen und Roten Johannisbeeren werden nach oben auf Drähten gezogen, damit sie maschinell geerntet werden können. Dazwischen liegen flache Felder mit Erdbeerpflanzen. Jedes kleinste Stückchen Erde wird genutzt. Das sieht sehr harmonisch, idyllisch und verträumt aus, ist aber nicht ganz so. Es brummt nur so von Fleiß und Anbau und Düngen und Ernten. Dazu kommen noch Walnüsse, die einfach fast wild wachsen, und die Esskastanien, die dann wirklich im Wald zu finden sind. Die Höfe sind auch riesig, meistens mit Anbauten, schön schwarzwälderisch mit Geranien und Fachwerk geschmückt, mit verschiedenen Fachwerkfiguren wie dem Andreaskreuz – der Mann, die Raute, die die älteren Häuser sehr schön schmücken und wirklich auch erhalten werden.

Jetzt habe ich viel über die Landschaft geschrieben, aber ich denke, sie gehört dazu, ohne sie gäbe es auch keine Schwarzwälder Kirschtorte.

Im Café Gmeiner, in Oberkirch, wo wir unser „Basislager“ hatten, gab es eine ganz feine, richtig konditormäßig verfeinerte Schwarzwälder Kirschtorte mit einer nicht obligatorischen Schicht von Mousse au Chocolat. Das Unternehmen Gmeiner besteht seit 1898 und liefert neben dieser Torte auch andere fantastische süße Leckerbissen, neben feinster Schokolade und Pralinen der höchsten Qualität; sie verfügen über 10 Filialen deutschlandweit und 11 in Japan. Auch die Art und Weise, wie alles serviert wird, entspricht den höchsten Ansprüchen, angefangen vom Porzellan, über die Servietten bis zur Bedienung. Man sitzt bequem auf der Hauptstraße, seit einigen Jahren verkehrsberuhigt, neben dem Löwenbrunnen und schlemmt.

Die nächste Portion der Torte mussten wir uns erarbeiten, d.h. auf die Schauenburg steigen, das Wahrzeichen Oberkirchs; sehr malerisch und romantisch. In der Burgwirtschaft gab es eine sehr traditionelle, aber auch sehr gute Kirschtorte. Man sitzt da mit dem Blick auf das tiefer gelegene Oberkirch und das Rheintal.

Eine sehr leckere, nach Omas Art gemachte Torte, einem sehr weichen und mit viel Kirschwasser durchtränkten Biskuit, richtig riesige Portionen, gab´s dann im Höhenhotel Kalikutt; für mich klang der Name nach Kalkutta, doch damit hat´s nichts am Hut. Es kommt nämlich von Karleq, einem Weiler in der kahlen Senke. Das Hotel liegt schon auf 503 m über Meereshöhe im Rechental und man steigt von da aus auf 872 m auf den Berg Mooskopf mit dem Moosturm, von dem man einen unheimlich weiten Blick bis zum Straßburger Münster hat.

Unser nächster Ausflug ging zur Klosterruine Allerheiligen, einem Prämonstratenserkloster aus dem 12. Jh. Der Weg führt sehr malerisch an den höchsten Wasserfällen im Schwarzwald nach oben. Der Lierbach stürzt hier ca. 90 Meter in die Tiefe; man beobachtet dieses Naturereignis auf einem schon im 19. Jh. angelegten Weg, der über unzählige Treppen und Brücken führt. Jetzt führte der Bach nicht so viel Wasser, trotzdem war es faszinierend und richtig wildromantisch nach oben zu steigen. Das Kloster wurde im spätgotischen Stil gebaut, wie fast alle Bauten in der Umgebung aus dem Buntsandstein. Die Anlage ist imponierend, dient auch als Tagungsstätte, und es gibt eine Gaststätte mit dem Angebot einer (zugegeben nicht probierten) Schwarzwälder Kirschtorte.

Fast ein Muss, ein Erinnerungsort des Schwarzwalds, ist der Mummelsee mit seiner Erlebniswelt. Der 18 Meter tiefe, dunkle, sagenumwobene See liegt an der Schwarzwaldhochstraße. Es gibt da ein Hotel, mehrere Gaststätten, diverse Läden mit Andenken aus dem Schwarzwald (Kuckucksuhr und Spirituosen, auch der klassische Bollenhut ist im Angebot). Um den See ranken sich verschiedene Sagen und Märchen und von da aus führt ein ca. 3 km. langer Aufstieg zur Hornisgrinde, dem höchsten Berg (1163 m) im Nordschwarzwald, über einen angelegten Weg, mit Erklärungen zu den Flechten und Moosen. Auf dem Gipfelplateau befinden sich zwei Türme der Hornisgrinde- und der Bismarckturm, den man besteigen kann und von dem man einen Rundblick über das Rheintal bis zu den Vogesen und über die bewaldeten Bergspitzen des Schwarzwalds hat. Die Grinde sind die baumlosen Feuchtheiden, die durch Rodungen schon im Mittelalter entstanden waren, doch das Hochmoor auf dem Gipfelplateau ist von Natur aus unbewaldet und nur mit Heidekraut bewachsen. Während des Krieges wurde das Plateau für militärische Zwecke genutzt sowohl von den Deutschen als auch, nach dem Krieg, von den Franzosen; man sieht wie sie die Segelflugzeuge starten ließen. In der Grinde-Hütte haben wir wieder einmal eine sehr gute traditionelle Schwarzwälder Kirschtorte verspeist.

Zum Schluss kommt noch doch das Rezept für eine (beste!) Schwarzwälder Kirschtorte.

Für Biskuit:

6 Eier Raumtemperatur
1 Prise Salz
180 G. Zucker
100 G. Mehl
1 Backpulver
50 G. Speisestärke
50 G. Kakao

Für die Füllung und die Deko:

Belegkirschen
Ein Glas Sauerkirschen (Schattenmorellen) (350 gr. Abtropfgewicht)
100 G. Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1/2 Stange Zimt (fakultativ)
800 G Schlagsahne (eiskalt)
8 Esslöffel Kirschwasser
30 G Bitterschokolade (Raspeln)

Biskuit:

26-28 cm Durchmesser Form

Mehl, Backpulver, Speisestärke, Kakao vermischen. Eier trennen, Eigelbe mit einer Prise Salz schlagen, dann Eiweiß steif schlagen, die Eigelbe nochmals mit dem Zucker schlagen (bis sie heller werden). Eiweiß unter Eigelb unterheben, dann vorsichtig das Gemisch dazugeben. Den Teig in die Form geben, im Backofen 25-30 Min /180 Grad backen, richtig abkühlen (am besten über Nacht stehen lassen).

Füllung:

Den Kirschsaft abgießen, auffangen. Speisestärke mit 2 El. Saft anrühren, den restlichen Saft dazugeben aufkochen, vom Herd nehmen, die Kirschen untermischen. Tortenboden zweimal durchschneiden. Sahne steif mit Sahnesteif schlagen, kaltstellen. Die erste Schicht mit 3 El Kirschwasser beträufeln, Kirschmasse darauf verstreichen, 3 El Sahne drauf verstreichen, zweiten Boden drauflegen, leicht andrücken, wieder 3 El Kirschwasser, die Sahne drauf, dann den letzten Biskuitboden legen andrücken, mit restlichen Kirschwasser beträufeln, Sahne verstreichen. Mit Spritzbeutel 16/8 Sahnetuffs spritzen, auf jedes eine Kirsche setzen mit Schokoladeraspeln bestreuen. Kaltstellen, servieren. Guten Appetit!

Mein Favorit schmeckte richtig nach Kirschwasser, dann ist es nicht süß, dann hat es auch eine bittere Note.

Po śladach muru / Auf den Spuren der Berliner Mauer

Vor zwei Jahren gaben wir – Freunde von Joanna Trümner – “unser” Mauerbuch heraus. / Przed dwoma laty wydaliśmy – Przyjaciele Joanny Trümner – “naszą” książkę o Murze Berlińskim.


Im Dezember 2020 haben sich Freunde von Joanna Trümner entschlossen, Ihr Andenken mit der Herausgabe eines Buches mit ihren Texten über die Berliner Mauer zu ehren. Joanna schrieb diese Beiträge seit Mitte 2019, begleitet hat sie ihre Freundin Ela Kargol als Fotografin. Als Joanna erkrankte, übernahm sie das Schreiben der weiteren Texte. Kurz vor der Fertigstellung des Buches wurde die Publikation von Krystyna Koziewicz vervollständigt.

Das ganze hat Ewa Maria Slaska redigiert und ein gewisser K. Łamarz hat den Layout gemacht. Finanziert wurde das Projekt von den Spenden angesammelt durch die Platform GoFundMe.

W grudniu 2020 roku grupa przyjaciół Joanny Trümner postanowiła uczcić Jej pamięć, wydając książkę z Jej tekstami o Murze Berlińskim. Joanna pisała te teksty od połowy 2019 roku, a towarzyszyła jej w tym jako fotografka Ela Kargol. Gdy Joanna zachorowała, dalsze pisanie tekstów przejęła Ela Kargol, a tuż przed wydaniem książki całość uzupełniła jeszcze Krystyna Koziewicz.

Ewa Maria Slaska zredagowała książkę, a pan K. Łamarz przygotował oprawę graficzną. Projekt został sfinansowany z datków zebranych poprzez platformę GoFundMe.

Ela (Elżbieta) Kargol geht weiterhin durch diese (immer noch? nicht mehr?) geteilte Stadt und sammelt Eindrücke, Informationen und Geheimnisse.

Ela Kargol dalej wędruje po naszym (już nie a może jednak nadal?) podzielonym mieście, zbierając wrażenia, informacje i tajemnice.

Ela Kargol

Günter Liftin, pierwsza ofiara Muru


Zginął 24 sierpnia 1961 roku, w dziesięć dni po tym, gdy nocą z 12 na 13 sierpnia władze postawiły pierwsze zasieki z drutu kolczastego, które z biegiem lat przekształciły się w mur, aby potem stać się Murem Berlińskim. Dziś wiedzie tu Mauerweg / Droga Muru.

***

12 sierpnia 1961 roku była sobota. Rodzina Litfinów wybrała się do rodziny w zachodniej części miasta. Kiedy późnym wieczorem wracali kolejką podmiejską do Weißensee, nie mieli pojęcia, co przyniesie kolejny dzień.

Miał 24 lata, gdy został zastrzelony strzałem w tył głowy, był berlińczykiem z Weißensee, urodzonym dwa lata przed wybuchem II wojny światowej w rodzinie katolickiej.
Tyle lat ma teraz moja młodsza córka, która studiuje i ma plany na przyszłość. Günter Litfin też miał plany. Skończył szkołę krawiecką i znalazł zatrudnienie w zawodzie w zachodniej części Berlina. Interesował się modą, ubierał elegancko, modnie. Marzył o projektowaniu i szyciu strojów teatralnych. Mieszkał jednak we wschodniej części miasta. Gdy sytuacja między strefą sowiecką a strefami zachodnimi stała się napięta, znalazł mieszkanie po zachodniej stronie, nie meldując się jednak w nim. Po śmierci ojca chciał opiekować się matką, zamieszkałą po wschodniej stronie, w Weißensee. Gdyby zameldował się w Berlinie Zachodnim, uznano by go za zdrajcę ojczyzny i nie mógłby przemieszczać się, między strefą wschodnią, a strefą zachodnią Berlina.


13 sierpnia 1961 roku podzielono murem miasto na prawie 30 lat. Ale Günter nie chciał tyle lat czekać, zresztą skąd miał wiedzieć, na ile lat podzielono świat.
W pierwszych dniach zamknięcia granic wielu udało się przekroczyć granicę ze wschodu na zachód. Günter liczył też na udaną ucieczkę. Nie zastanawiał się długo.
24 sierpnia 1961 roku przedostał się przez mur szpitala Charite, stamtąd prawdopodobnie mostem nad Humboldhafen chciał dotrzeć do Lehrter Bahnhof, czyli terenów dzisiejszego Dworca Głównego. Niestety został zauważony przez milicjantów ochrony kolei (Transportvolkspolizei). Milicjanci najpierw oddali strzały ostrzegawcze, a gdy Litfin wskoczył do wody, celowali już w jego kierunku.
Był już prawie po zachodniej stronie, gdy jedna z kul trafiła go śmiertelnie w tył głowy.

W pierwszą rocznicę zamordowania pierwszej śmiertelnej ofiary muru po zachodniej stronie postawiono płytę granitową upamiętniającą Güntera Litfina. Podczas budowy Dworca Głównego płyta zaginęła. Znalezioną po latach zamontowano po stronie wschodniej kanału (Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal).

***
Dalej Drogą Muru dochodzi się do Invalidenfriedhof (Cmentarza Inwalidów (Wojennych).


Dzięki staraniom brata Güntera, Jürgena Litfina w jednej ze strażniczych wież dawnego posterumku “Kieler Eck” w roku 1992 otwarto miejsce pamięci Güntera Litfina. Tuż obok na Cmentarzu Inwalidów, jednym z tych murem podzielonych, są jeszcze resztki muru tylnego i tablice informacyjne o ofiarach muru, w tym o Günterze Litfinie.


W sieci znajduję kilka zdjęć Güntera. Jedno szczególnie zwróciło moja uwagę.


Na zdjęciu z I komunii świętej z roku 1947 dziesięcioletni Günter w prawej ręce trzyma świecę, ozdobioną mirtem, na której fotograf nie zdążył dorysować płomienia, w lewej książeczkę do nabożeństwa, choć trudno to stwierdzić, ale chyba ze złotym grzbietem. Ubrany jest w ciemną dwurzędową marynarkę i ciemne spodnie, kołnierzyk białej koszuli wyłożony jest na kołnierz marynarki.
Taka moda – czy Günter już wtedy chciał modnie wyglądać? Czy mama go tak wystroiła?
Na twarzy zawadiacki uśmiech. Uśmiech, który towarzyszy wszystkim zdjęciom Güntera.

Der Pilger und der Ritter (kein Don Quijote)

Für Arkadiusz (Arek) Ł. mit großen Dank, dass er die Pilgerfigur auf einem Grab im Berliner Alter St. Mathias Friedhof entdeckt hat.

– Sieh Mal, sagte Arek, der da sieht eigentlich wie Don Quijote aus. Klar, ist er nicht, sieht nur so aus, aber…

Ich drehe mich um und denke: Nein, es kann nicht sein, es gibt keinen Don Quijote als eine Grabfigur! Ich gehe näher, laufe um das Grab herum und sehe einen Pilger, so einen, den man immer wieder auf dem Jakobsweg (Camino de Santiago) trifft und der, ja, vom Weitem tatsäschlich wie Don Quijote aussieht.

Klar, wir, normale Pilgernde (und keine Pilger im engen Sinne des Wortes) kleiden uns anders, aber es gibt auf dem Weg auch die Verkleideten. Ein Pilger mit einem Pilgerhut ist immer dabei, es gibt aber auch Hippies und mittelalterliche Mönche, und Trubaduren, und Schotten in Kilts…

Ein kurzer Augenblick und schon habe ich drei Themen für diesen Blog-Beitrag: Don Quijote auf dem Camino de Santiago, das Grab der Familie Katsch und die Pilgerfigur.

Zuerst suche ich verschiedene Infos, keine wissenschaftliche Kulturfetzen und -krümmel, die den Don Quijote mit dem Camino de Santiago verbindet.

Camino Don Quijote

So ist manchmal Camino de Levante genannt, ein Streckenabschnitt von Valencia über Toledo bis Zamora.

Bis Toledo gibt es hier lange Streckenabschnitte, die nach Don Quijote ausgeschildert sind. Ab Zamora gibt es zwei Wander-Möglichkeiten in Richtung Santiago de Compostela: Entweder über Astorga oder über Ourense.

Den Weg über Astorga bin ich ja auch gegangen und tatsächlich, gab es da ab und zu Anspielungen an Don Quijote. Ich ging dorthin aber 2006 und der Ritter der Traurigen Gestalt interessierte mich noch nicht. Dagegen hatte mich der Heilige Jakob interessiert, der traurige Missionär, der insgesamt sieben Heiden christianisiert hat. Ich spürte hier eine gewisse Nähe zu diesem nicht besonders erfolgreichen Missionär, wohlwissend, dass wenn ich irgendwelche Heiden christianisieren sollte, hätte ich ja auch solche unwichtige, lächerliche Erfolge.

***

Auf dem Weg gibt es jedoch ein Ort, wo man erzwungenerweise über Don Quijote sinnieren muss, Hospital de Órbigo, wo es eine lange geschwungene Steinbrücke gibt, mit 20 Jochen. Die Legende will, dass sich hier 1434 ein seltsamer Ritter, Suero de Quiñones, gestellt hatt. Zur Ehre seiner Angebetenen hatten hier er und seine neun Begleitern einen Monat lang jeden europäischen Ritter, der nach Santiago zog, zum Waffengang gefordert.

Man erzählt, Cervantes hätte hier seine Inspiration gefunden!

***

Das Grab aber, zurück zum Grab!  Erbbegräbnis der Familie Katsch auf dem Alten St.-Matthäus–Kirchhof in Berlin-Schöneberg, das Grab von Alexander Katsch und seiner Familie.

Die Grabfigur bezeichnet man als einen müden Pilgern: Pilger, am Kreuz zur „Letzten Rast“ niedergesunkenen, darunter gibt es ein Zitat aus dem Pilgerpsalm (Psalm 121), Vers 3.: Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen / und der dich behütet, schläft nicht.

Ein Wallfahrtslied

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels
schläft noch schlummert nicht.

Der Herr behütet dich;
der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.

Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!

***
Die Figur hat Rudolf Pohle geschaffen. Die Idee sollte aber von Hermann Katsch stammen, einen Maler. Pohle war ein bekannter Schöpfer hochemotionaler Skulpturen, Katsch ein Maler, der für seine Porträts menschlicher Typen geschätzt wurde. Pohle, schreibt man auf Wikiwand, verband die ernste Würde der äußeren Erscheinung und tiefe Empfindung besonders in seinen Grabfiguren. Die Fertigung von Grabmalplastiken war für einige Jahre sein künstlerischer Schwerpunkt. Am Anfang der 1880er Jahre erhielt er den Auftrag, für Eberswalde ein Denkmal des Oberlandforstmeisters von Hagen zu fertigen. Es folgte 1892 ein Marmordenkmal für Alois Senefelder, den Erfinder der Lithografie, auf dem Senefelderplatz in Berlin. Es war seinerzeit das erste Denkmal für einen Handwerker und galt als „eine der schönsten Arbeiten der modern-realistischen Schule“.
Hermann Katsch war sehr erfolgreich als Dekorationsmaler und wurde mit mehreren monumentalen Wandmalereien in Berlin beauftragt; er schuf unter anderen ein beeindruckendes Fresko im Theater des Westens. Während des Ersten Weltkriegs wurde Katsch Kriegsberichterstatter. 

Präsident Putin und Zar Peter I.

Michael G. Müller


Was könnte Vladimir Putin gemeint haben, als er bei einem öffentlichen Gespräch anlässlich des 350. Geburtstags Peters des Großen laut über dessen Vermächtnis für das heutige Russland nachdachte.
Gesagt hat er Folgendes: „Peter der Große führte 21 Jahre lang den Großen Nordischen Krieg. Er kämpfte gegen Schweden und versuchte, dem Land einige seiner Teile zu entreißen. Er hat nichts genommen, sondern er hat das Land zurückgeholt. Ja, er holte das Land zurück und stärkte es. Genau das hat er getan. Offensichtlich sind jetzt wir an der Reihe, das Land zurückzuholen und zu stärken.
Und wenn wir davon ausgehen, dass diese Werte die Grundlage unseres Daseins sind, dann werden wir die Aufgaben, vor denen wir stehen, sicher erfolgreich lösen.”
Was Putin sicher nicht meinte, wenn von den „Werten“ der Peter-Zeit sprach, ist immerhin klar. Peter I. verstand sich als Vorkämpfer einer radikalen Öffnung Russlands für die westliche Zivilisation – durch welche er das hoffnungslos rückständige Moskauer Zartum „vom Nicht-Sein ins Sein“ führen wollte. Putin dagegen verficht vehement dieselben Thesen, welche alle russischen Kritiker Peters I. vom 19. Jahrhundert bis heute, darunter auch Aleksander Solschenizyn, vertreten haben: Die „Unterwerfung“ unter die dekadente westliche Zivilisation sei Russlands Verderben. Nicht die Vision Peters I. von einer neuen, aufgeklärten russischen Gesellschaft könne das Leitbild sein, sondern die Rückkehr zu dem alten Leitbild einer religiös-mythisch begründeten russischen Gemeinschaft.
Ganz unklar ist aber, warum und wie sich Putin auf Peters Außen- und Eroberungspolitik, auf den 21 Jahre dauernden Großen Nordischen Krieg und dessen Resultate berufen könnte. Gewiss, der am Ende dieses Kriegs 1721 in Nystad besiegelte Frieden markierte einen spektakulären Sieg Russland; er ließ auch Peters Anspruch darauf, nicht mehr nur als „moskowitscher Zar“, sondern als russischer Kaiser tituliert und behandelt zu werden, plausibel erscheinen. Doch um welche territorialen Ansprüche und tatsächlichen Erwerbungen des Moskauer/des Russischen Reichs ging es damals?
Durch den Nystad-Frieden kam Russland in den Besitz von Ingermanland und Teilen Kareliens (wo es immerhin russischsprachige Bewohner gab), außerdem von Estland und Livland (Ländern ohne traditionelle ethnisch-politische Verbindung zu Russland). Im Süden dagegen, an der Front zum Osmanischen Reich, waren Zar Peters ehrgeizige Eroberungspläne weitgehend gescheitert. Zwar gehörten seit dem späten 17. Jahrhunderts auch Teile des Ukraine (mit der Stadt Kiev) zum russischen Reichsgebiet. Doch sämtliche Zugänge zum Schwarzen Meer waren und blieben Russland noch lange verschlossen; auch die von Tataren bewohnte Krim und deren nördliche Festlandsgebiete sollten noch bis 1783 weit außerhalb des russischen Zugriffs bleiben. Mit einem Wort: An eine „Wiederherstellung“ des Imperiums Peters I. kann Putin heute wohl nicht denken.

Das europäische Russland in den Grenzen von 1725

Eigentlich geht es Putin um etwas Anderes. Wenn er betont, dass Peter I. nicht etwa neues Territorium erobert, vielmehr altes russisches Land „zurückgeholt“ hat, spielt er auf eine alte Denktradition in der russischen Staats- oder Reichsgeschichte an – die Doktrin vom „Sammeln der russischen Erde“, welche seit dem 15. Jahrhundert, seit der Zeit des Großfürsten Ivan III., die Expansionspolitik des Moskauer Staats begleitet und gerechtfertigt hatte – und zwar nicht nur die politische Unterwerfung alter russischer Teilfürstentümer, sondern auch die Expansion in Gebiete ohne altrussischer Herrschaftstradition. “Es ist unmöglich, verstehen Sie, unmöglich“, sagt Putin, „einen Zaun um ein Land wie Russland zu bauen”. Will sagen: Wo Russland, d.h. das russische Reich, endet, entscheiden die Russen selbst. Die Ansprüche der direkten Nachbarn auf nationale Souveränität und demokratische Selbstbestimmung sind hier unerheblich.
Kann man darüber mit Putins Regierung „verhandeln“, wie nicht wenige westliche Anhänger einer Appeasement-Politik gegenüber Russland fordern? Solches Verhandeln hätte wahrscheinlich ähnliche Erfolgsaussichten wie analoge Bemühungen im Zweiten Weltkrieg, nach Deutschlands Überfall auf Polen 1939 und auf die Sowjetunion 1941, mit Hitler über eine Begrenzung seiner Kriegsziele zu reden.

Irena Bobowska: Wiersze / Gedichte

Anna Krenz

IRENA BOBOWSKA
(geb. 3.9.1920, Poznań; gest. 27.9.1942, Berlin-Plötzensee)

Eine  junge Frau. Eine hochbegabte Malerin und Dichterin. Eine Schwerbehinderte im Rollstuhl. Eine Pfadfinderin, Aktivistin der Posener Waffen Organisation, dh. Militärorganisation im Westen Polens (Großpolen). Mitgründerin und Mitherausgeberin der Untergrund-Zeitschrift “Pobudka” (Weckruf). Sie sammelte die Informationen aus der Funküberwachung und bereitet sie zum Ausdrucken vor. Sie transportierte die konspirative Dokumente versteckt in ihrem Rollstuhl. Wegen ihrer Untergrundarbeit wurde sie von der GESTAPO verhaftet. Sie verbrachte zwei Jahre im Gefängnis (Fort VII in Poznań, Gefängnis in Wronki, Gefängnis Alt-Moabit, Gefängnis Barnimstraße und schließlich Gefängnis Berlin-Plötzensee). Sie wurde gefoltert und gedemütigt und fand ihren Ausweg im Schreiben von Gedichten und im Zeichnen.
Sie wurde am 27. September 1942 im Morgengrauen im Gefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet. 

Das Gedicht “Weil ich lerne …”, geschrieben in Fort VII in Posen, wurde von ihrer Tante Stanisława Kwiatkowska, die aus dem Gefängnis in Wronki entlassen wurde, in einem Schuh aus dem Gefängnis gebracht. Dieses Gedicht, voller Schmerz und Hoffnung, verbreitete sich anonym in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Es wurde von weiblichen Gefangenen in Oświęcim, von weiblichen Gefangenen im Nachkriegs-Fordon gelesen. Das von Ewa Maria Slaska ins Deutsche übersetzte Gedicht wurde u.A. anlässlich des Internationalen Frauentags am 8.3.2021 vom Kollektiv Dziewuchy Berlin während der Performance “We are relevant” auf dem Nettelbeckplatz in Berlin vorgetragen. 
mehr: DEMO Wir sind Widerstand. 

Wir erinnern an sie. Weil sie war und ist – relevant.

Im Rahmen des Projekts wurden die acht gefundenen Gedichte ins Deutsche übersetzt von: Agnieszka Dębska (2022), Elżbieta Jagiełło (2022),  Elżbieta Kargol (2022), Ewa Maria Slaska (2021), Monika Wrzosek-Müller (2022), Anja Witzel (2022). Das Gedicht “Lass ich meinen Gruß nach Hause tragen” wurde 1995 von Bettina Eberspächer übersetzt und in der Publikation “Poetki z ciemności / Dichterinnen aus dem Dunkel” (WIR Nr. 2, Berlin 1995), herausgegeben von Ewa Maria Slaska, veröffentlicht.

IRENA BOBOWSKA
(Urodzona 3 września 1920 r. w Poznaniu, stracona 26 września 1942 r. w Berlinie-Plötzensee)

Młoda kobieta. Niezwykle utalentowana rysowniczka i poetka. Osoba z niepełnosprawnościami, poruszająca się na wózku inwalidzkim. Harcerka, działaczka Poznańskiej Organizacji Zbrojnej, tj. organizacji wojskowej w zachodniej Polsce (Wielkopolska). Współzałożycielka i współredaktorka podziemnego pisma “Pobudka”. Zbierała informacje z monitoringu radiowego i przygotowała je do druku. Dokumenty konspiracyjne przewoziła ukryte w swoim wózku inwalidzkim. Z powodu swojej pracy konspiracyjnej została aresztowana przez GESTAPO.  Dwa lata spędziła w więzieniu (Fort VII w Poznaniu, więzienie we Wronkach, więzienie Alt-Moabit, więzienie Barnimstraße i wreszcie więzienie Berlin-Plötzensee). Torturowana i poniżana, ucieczkę znalazła w pisaniu wierszy i rysowaniu. Została stracona o świcie 27 września 1942 roku w więzieniu Berlin-Plötzensee.

Najbardziej znany wiersz Bobowskiej, “Bo się uczę…”, napisany w Forcie VII w Poznaniu, przyniosła w bucie z więzienia zwolniona z więzienia we Wronkach ciotka Stanisława Kwiatkowska. Wiersz ten, pełen bólu i nadziei, rozchodził się anonimowo w więzieniach i obozach koncentracyjnych. Był czytana przez więźniarki w Oświęcimiu, przez więźniarki w powojennym Fordonie. Na niemiecki wiersz przetłumaczyła Ewa Maria Slaska, odczytywany był przez kolektyw Dziewuchy Berlin między innymi w ramach obchodów Międzynarodowego Dnia Kobiet (8.3.2021) podczas performance “Jesteśmy istotne” na Widerstandsplatz (Nettelbeckplatz) w Berlinie. więcej: DEMO Wir sind Widerstand. 

Pamiętamy o niej. Bo była i jest – istotna.

W ramach projektu znalezione osiem wierszy na niemiecki przetłumaczyły: Agnieszka Dębska (2022),  Elżbieta Jagiełło (2022), Elżbieta Kargol (2022), Ewa Maria Slaska (2021), Monika Wrzosek-Müller (2022), Anja Witzel (2022). Wiersz “Ostatnie pozdrowienie” przetłumaczony był przez Bettinę Eberspächer w 1995 roku i opublikowany w publikacji “Poetki z ciemności / Dichterinnen aus dem Dunkel” (WIR Nr. 2, Berlin 1995) pod redakcją Ewy Marii Slaskiej.

Ostatnie pozdrowienie

Przez gwiazdy i księżyc i słońca promienie,
Przez wszystkie blaski istniejące,
Zasyłam w dom mój pozdrowienie,
I moje serce tęskniące.

Przez drzewa i krzewy i przez wiatru tchnienie,
Przez wszystko, co kwitnie i rośnie,
Zasyłam w dom mój pozdrowienie,
I moje sny o wiośnie.

Przez świeżą zieleń, przez błękit nieba,
Przez grę kolorów tęczową, lśnienia,
Zasyłam w dom mój pozdrowienia,
Tchnące miłością purpurową.

Przez bicie dzwonów, przez ptaszęce pienia,
Przez wszystkie śpiewy i dźwięki,
Zasyłam w dom mój pozdrowienia,
W tonach żałosnej piosenki.

Przez sny złote i srebrne marzenia,
I poprzez myśli tęsknych roje…
Zasyłam w dom mój pozdrowienia,
Przyślijcie Wy mi serca swoje.
(Alt-Moabit, 1941?)

Lass ich meinen Gruß nach Hause tragen

Von Mond und Sternen, von Sonnenstrahlen,
Von allem Lichtschein der Welt,
Lass ich meinen Gruß nach Hause tragen
Und mein sehnendes Herz.

Von allen Bäumen und Sträuchern, des Windes Atem,
Von allem, was wächst und was blüht
Lass ich meinen Gruß nach Hause tragen
Und meinen Frühlingstraum.

Von Himmelsblau und von frischem Grün,
Vom Glanz, von des Regenbogens Spiel der Farben
Lass ich meinen Gruß nach Hause tragen
Von purpurner Liebe behaucht.

Von Vogelgesängen, von der Glockenschlägen,
Von allem, was tönt und was singt
Lass ich meinen Gruß nach Hause tragen,
Der wie ein Klagelied klingt.

Von goldenen Träumen, silbernen Verlangen,
Von der Sehnsuchtsgedanken Spiel
Lass ich meinen Gruß nach Hause tragen
– Schickt Ihr euer Herz zu mir

(übersetzt von Bettina Eberspächer, 1995)

***

Modlitwa

Za wszystkie dobre z Bożej ręki wzięte
Za skarby wiary, za pociechy święte
Za trudy, prace i trudów owoce
Chwile szczęścia i długie niemoce
Za spokój, walkę
Za chwile szczęścia i dni żałoby

(23.4.194?)

Das Gebet

Für all das Gute aus Gotteshand erfasste
Für Glaubensschätze, für die heiligen Troste
Für Arbeit, Mühen und deren Gewinn
Die Glücksmomente und Tage ohne Sinn
Für Kampf und Frieden weltweit
Für Glück und für die Trauerzeit.

(übersetzt von Elżbieta Kargol, 2022)

***

Wszystko będzie dobrze,
Jasne przyjdą dni.
Słońce nam zaświeci,
Otworzą Fortu drzwi.
O szczęściu i swobodzie
Gromada więźniów śni.
Wszystko będzie dobrze,
Jasne przyjdą dni.
Wszystko będzie dobrze,
Wolności błyśnie dzień,
Więzienne znikną mury,
Fortecy zniknie cień.
I radość znów zagości
Wśród śmiechu jasnych śnień.
Wszystko będzie dobrze,
Wolności błyśnie dzień.
Wszystko będzie dobrze,
W rodzinny wrócim próg.
Hasłem naszym będzie:
Rodzina, kraj i Bóg.
Ochoczo chwycim w dłonie
Młot twardy, miecz i pług.
Wszystko będzie dobrze,
W rodzinny wrócim próg.

(194?, Fort VII, Poznań)

Alles wird gut
Und helle Tage kommen
Die Sonne scheinen
Die Tore der Festung sich öffnen
Von Glück und Freiheit
Träumen die Gefangenen.
Alles wird gut
Und helle Tage kommen
Alles wird gut
Der Tag der Freiheit kommt
Die Gefängnismauer verschwindet
Der Schatten der Festung auch.
Die Freude wird einziehen
Im Lachen heller Träume
Alles wird gut
Der Tag der Freiheit kommt
Alles wird gut
Wir kehren heim
Unser Schlagwort heißt
Familie, Vaterland und Gott
Mit Freuden greifen wir
Zu Hammer, Schwert und Pflug
Alles wird gut
Wir kehren heim.

(übersetzt von Monika Wrzosek-Müller, 2022)

***

Kochanej Mamusi w dniu imienin 15.5.

Ach tak bym chciała dziś pod stopy Twoje,
jak wonnych kwiatów, rzucić marzeń roje,
życzeń tysiące.

Ale są chwile, gdy nie można w słowa
oblec tych uczuć,
które w sobie chowa
serce bijące…

Ale są chwile, gdy wielkie wzruszenie
zamienia rwący się okrzyk – w milczenie
i głos tamuje…

Matuś, wiesz dobrze, że Twoja pieszczocha
Z całego serca prawdziwie Cię kocha.
Ty wiesz, co czuję…

Nenia dla Matuli

(1942)

Der geliebten Mama zum Namenstag 15.5.

Ach, wie gern würd ich dir heute
Hände voller Träume und lauter gute Wünsche
wie duftende Blüten auf deinen Weg streuen!

Aber es gibt Zeiten, in denen die Gefühle,
die das schlagende Herz in sich verbirgt,
keine Worte finden können…

Es gibt Zeiten, in denen der innere Aufruhr
den Schrei, der sich lösen will, in Schweigen verwandelt
und die Stimme lähmt…

Mami, du weißt genau, dass dein Schatz
dich von ganzem Herzen liebt.
Du weißt, was ich fühle…

Nenia für Mutti

(übersetzt von Anja Witzel, 2022)

***

Ktoś po klawiszach palcami wodzi
O struny skrzypiec czyjaś ręka trąca
Jakaś melodia z dala nadchodzi –
Chcę ją spamięta, lecz tony się mącą –

Śni mi się w nocy nasze pianino –
Czarne i lśniące stoi pod ścianą –
I na mnie czeka, gdy dni szare miną
Wrócę do niego – gdy wolna zostanę…

Na razie śnię tylko i rymy układam
Czasem – choć rzadko – łzy leje
I bajki sobie opowiadam,
I do snów moich się śmieję

Buduję przyszłość promienną, jasną
Podkłady daję z dobroci
I wtedy cela przestaje być ciemną
Przez kraty słońce ją złoci –

A w słonecznej jasnej strudze
W blasku prawdziwych urojeń
Dusza się kąpie jak w strudze
I lżej oddycha serce moje

(1941, Wronki)

Sanfte Finger berühren die Tasten,
Jemand anders zupft die Geigensaiten
Und ich höre ein Lied von ganz Weitem –
Doch der Klang lässt sich nicht festhalten –

Nachts im Traum mein Klavier mir erscheint –
An der Wand glänzend schwarz wartet dort –
Ist das Gräuliche vorbei, bin ich wieder daheim.
Kehre ich zurück, werd‘ ich wieder frei sein…

Bis es soweit ist, kommt ein Traum, kommt ein Reim
Manchmal wein‘ ich, doch zugegeben: selten
Kindheitsmärchen erzähle ich mir
Schaffe es, meinen Träumen zuzulächeln

Eine Zukunft mir baue, eine strahlende, helle
Ihr Fundament ist Güte
Dann weicht das Dunkel der Zelle
Die Sonne dringt ein durch die Gitter

In dem breiten Sonnenstrahl
Phantombilder wirken wahr
Und meine Seele badet wie in einem Bach
Und mein Herz atmet leichter, fast wirklich leicht

(übersetzt von Elżbieta Jagiełło, 2022)

***

Serce me
w złudnym śniepogrążone było.
Przyszedł dzień
Zniknął sen
Szczęście się prześniło.
Tylko myśl
Jeszcze dziś
Przypomina sny.
Dawne piosnki
Budzą troski
Przywołują łzy.

(Moabit, 20.1.1942)

Mein Herz
war vertieft
in Träumerei.
Mit dem Tag
schwand der Traum
das Glück war vorbei.
Heut erinnert
ein Gedanke
an des Traumes Glück
Alte Lieder
bringen Kummer
und Tränen zurück

(übersetzt von Agnieszka Dębska, 2022)

***
Ja lubię sobie wyobrażać
Że jestem z bajki taką dobrą wróżką
Przedziwne cuda mogę stwarzać
Mą czarodziejską różdżką.

I wtedy chodzę i sieję po świecie
Taki radosny, dźwięczny śmiech.
Śmiech, który wszystko zło wymiecie,
Przed którym umknie wszelki grzech.

W takt mojej różdżki tańczą dzieci
Kłonią się kwiaty, szumią drzewa
Gdy zechcę, wiatr swawolny leci
I na mój rozkaz słowik w parku śpiewa.

W dzień wodzę w górze słońce ogniste
I co noc gwiazdy zapalam,
I mgły na łąkach snuję srebrzyste,
I księżycowi świecić pozwalam.

Rankiem rozpylam perliste rosy,
Zawrotnych woni udzielam ziołom,
Rok rocznie złocę pszeniczne kłosy
I deszcz spragnionym zsyłam siołom.

Dzień i noc oraz 4 pory roku
Elfy, chochliki, wszystkie kwietne duszki
I nimfy z łąki przy potoku,
Syreny w morzu – też są moje służki.

(Moabit, 24.12.1941)

Ich stelle mich gerne so vor
Als gute Fee, vorm Märchentor
Mit einem Zauberstab in meiner Hand,
die große Wunder bewirken kann.

So gehe ich freudig durch die Welt
Mit meinem Lachen, das fröhlich klingt
Und all das Böse was im Wege steht
Und jede Sünde vertreiben wird.

Zum Takt meines Zauberstabs tanzen die Kinder
Durch meinen Willen befreie ich Winde.
Die Nachtigal zum Singen ich bezwinge,
Die Blumen zum Grüßen, die Bäume zu Schwingen.

Tagsüber befehle ich der Sonne zu wandern,
Nachts zünde ich Sterne am Himmel an,
Silbrige Nebel lasse ich auf Wiesen landen,
und den Mond leuchten, solange er kann.

Am Morgen sprühe ich perlenden Tau
Betörende Düfte schenke ich den Kräutern
Die Weizenähren bestreue ich mit Gold
Und sende Regen den durstigen Orten.

Der Tag und die Nacht und die Jahreszeiten
die Elfen, Kobolde, jegliche Blumengeister
und all die Nymphen und Wasserjungfrauen
auch die sollen mir ihre Dienste leisten.

(übersetzt von Elżbieta Kargol, 2022)

***

Bo ja się uczę… 

Bo ja się uczę największej sztuki życia:
Uśmiechać się zawsze i wszędzie
I bez rozpaczy znosić bóle,
I nie żałować tego co przeszło,
I nie bać się tego co będzie!

Poznałam smak głodu
I bezsennych nocy (to było dawno)
I wiem jak kłuje zimno,
Gdy w kłębek chciałbyś skulony,
Uchronić się od chłodu.
I wiem co znaczy lać łzy niemocy
W niejeden dzień jasny,
Niejedną noc ciemną.

I nauczyłam się popędzać myślami
Czas co bezlitośnie lubi się dłużyć
I wiem jak ciężko trzeba walczyć z sobą,
Aby nie upaść i nie dać się znużyć
Nie kończącą zda się drogą…

I dalej uczę się największej sztuki życia:
Uśmiechać się zawsze i wszędzie
I bez rozpaczy znosić bóle,
I nie żałować tego co przeszło,
I nie bać się tego co będzie!

(Wronki, 1941)

Weil ich lerne…

Weil ich die größte Kunst des Lebens lerne:
Jederzeit und überall zu lächeln
Und den Schmerz ohne Verzweiflung zu ertragen,
Und nicht zu bereuen, was vergangen ist,
Und keine Angst haben vor dem, was sein wird!

Ich kenne den Geschmack von Hunger
Und schlaflose Nächte (das ist lange her)
Und ich weiß, wie kalt es sticht
Wenn du dich zu einem Ball
zusammenrollen möchtest
Dich vor Kälte schützen.

Und ich weiß, was es bedeutet,
Tränen der Hilflosigkeit zu vergießen
An vielen hellen Tagen
Und einer dunklen Nacht.

Und ich habe gelernt, die Zeit voran zu treiben,
Die sich gnadenlos hinzieht,
Und ich weiß, wie hart man sich selbst bekämpfen muss
Um nicht zu fallen und nicht zu ermüden,
Dass der Weg endlos zu sein scheint…

Und ich lerne immer noch die größte Kunst des Lebens:
Jederzeit und überall zu lächeln
Und den Schmerz ohne Verzweiflung zu ertragen,
Und nicht zu bereuen, was vergangen ist,
Und keine Angst zu haben vor dem, was sein wird!

(übersetzt von Ewa Maria Slaska, 2021)

Frauenblick: Witkacy

Monika Wrzosek-Müller

Warschau, Witkacy, Willkommen

Die kurzen Besuche in Warschau verlaufen meistens zwischen Bankterminen, Wohnungsinspektionen, den Treffen mit meiner Schwester, meiner Mutter, mit einigen wenigen Freunden, und selten, wirklich ganz selten reicht die Zeit für eine Ausstellung oder einen Film.

Diesmal hat mich die Ankündigung einer Ausstellungseröffnung ganz besonders angezogen. Die Ausstellung „Witkacy: Seismograph des Zeitalters der Beschleunigung“ war gerade einen Tag vor meinem Besuch eröffnet worden. Gezeigt wird sie im Warschauer Nationalmuseum, aus Anlass des 160. Jahrestages der Gründung des Museums. Interessant – ich war mir nicht bewusst, dass das Nationalmuseum schon 1862 als Museum der Schönen Künste gegründet worden war und sich im Lauf vieler Jahrzehnte zu einer zentralen Institution in Sachen Kunst entwickelt hatte.

Die Ausstellung kommt fast protzig daher; es werden nicht weniger als 500 Werke gezeigt: Gemälde, Zeichnungen, darunter die mit den Pastellen, Fotografien, Filmmaterial und schriftliche Dokumente. Die Arbeiten kommen zum Teil aus den entlegensten Museen in Polen, auch aus Privatsammlungen und sogar aus dem Ausland. Die Kuratoren wollten einen umfassenden Blick auf den Künstler werfen und ihn neu lesen; deshalb die meiner Meinung nach nicht ganz gelungene Aufteilung in acht Themenkreise – Bereiche, die sich sehr überlappen, überschneiden und dadurch wenig erklären. Dabei handelt es sich um die Kategorien: Kosmologie, Bewegung, Körper, die Einheit der Persönlichkeit, Dada/Zufall, die Urvision, die Geschichte, Individuen (vor dem Hintergrund des Mysteriums der Existenz). Innovativ ist die Idee, Witkiewicz mit anderen ausländischen Künstlern dieser Zeit in Beziehung zu setzen, daher bekommen wir auch Bilder von Wassily Kandinsky, Max Ernst, Rudolf Schlichter, Umberto Boccioni, Marcel Duchamp zu sehen und nicht zuletzt bieten die nebenan gezeigten Neuerwerbungen des Museums aus dem Werk Marc Chagalls Anregungen für Vergleiche. Tatsache ist aber, dass diese Themenkreise/Bereiche doch sein Schaffen bestimmten. Witkiewicz war geradezu besessen von der Kosmologie, von der Unendlichkeit des Weltalls, von der Verbindung des Individuums, der Natur mit den höheren Sphären; oft hat man aber den Eindruck, dass er das alles nicht ganz ernst nahm und sich selbst aus den schweren Verwicklungen des irdischen Lebens in das Himmlische flüchtete. Wenn es um die Kategorie Bewegung geht, sehen wir in jedem Bild, egal ob es sich um eine Zeichnung oder ein Ölgemälde handelt, dass eigentlich alles auf dem Bild in Bewegung ist, scheinbar unbewegliche Elemente, die als Hintergrund dienen, geraten auch in Bewegung. Sogar in den Porträts geraten die Gesichter in Bewegung, besonders diejenigen, die er nach entsprechendem Konsum von Alkohol oder Drogen schuf. Damit ist ganz eng die Kategorie des Körpers verbunden; Wikiewicz ist förmlich fasziniert vom Aufbau des Körpers und seiner Flexibilität. Er malt Muskel, Sehnen, die sich dehnen, bis ins Unendliche weiten, sich verändern, sogar Bäuche, die nicht besonders ästhetisch wirken. Meistens nach der Einnahme von Drogen verwandeln sich die menschlichen Körper in ganz andere Dimensionen und Längen, Menschen bekommen tierische Füße; diese wiederum werden größer als die Beine etc…

Die Einheit der Persönlichkeit ist vielleicht bei den Porträts von Witkiewicz am stärksten zu sehen; der Künstler versucht die Modelle mit ihrer ganzen Vielfalt, mit psychischer Tiefe darzustellen. Dazu dienten ihm auch die stundenlangen Sessions, oft mit vorangegangenen Fototerminen. Bei manchen nahm der Künstler verschiedene narkotisierenden Substanzen, um seine Erfahrungen zu maximieren und die Personen möglichst authentisch darzustellen, um in die Tiefe der Seele vorzudringen.

Überhaupt die Porträts; sie sind meiner Meinung nach das Wichtigste, was Witkiewicz als Maler geschaffen hatte. Er hat zwar hauptsächlich Personen aus der intellektuellen Elite gezeichnet, gemalt, immer mit immenser Intensität, Bravour, Spontaneität, sodass wir heutzutage, dank diesen Porträts, durchaus eine Ahnung von den Personen haben können. In der Ausstellung haben wir zwei riesige Wandflächen voll behängt mit den Porträts. Der Künstler selbst teilte sie in mehrere Kategorien; es gab die Kategorie „A“ – glattes, realistisches Porträt; „B“ betraf hauptsächlich die Porträts von Kindern, sie zeigten einen besonders charakteristischen Wesenszug des Models; dann gab es eine Mischung von „B+D“ oder „B+E“ bei denen die charakteristischen Züge besonders bei den Männerdarstellungen bis zum Karikaturhaften verstärkt wurden; bei den Frauenporträts endete das oft bei der Dämonisierung. Die Darstellungen vom Typ „C“ entstanden unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, also waren sie in der Kategorie der „reinen Form“, nicht auf Bestellung und nicht verkäuflich, die Porträts Typs „D“ ahmten die Effekte derer nach, die unter Drogen entstanden waren (sie konnten aber erworben werden). Schließlich Typ „E“, mit weiteren Kombinationen bot eine psychologische Interpretation des Models durch den Künstler, konnte auch ähnlich wie Typ „A“ oder „B“ ausfallen. Die gewaltige Produktion an Porträts resultierte nicht nur aus den guten Verdienstmöglichkeiten seiner Porträtwerkstatt, sondern hauptsächlich aus der Faszination Witkiewiczs für Gesichter, ihre Persönlichkeiten, psychische Befindlichkeiten; er malte die Porträts oft nach Fotografien, die er selbst aufgenommen hatte, etc. Es handelte sich fast um eine Massenproduktion (es wurden nicht nur Porträts produziert, es gab auch Möbelstücke; in meiner Wohnung in Warschau steht immer noch ein Schreibtisch aus der Werkstatt in Zakopane, den ich nicht ausführen durfte, weil er zur Witkiewicz-Werken eingeordnet wurde); die teuersten waren die Porträts des Typs „A“, sie kosteten damals 350 zl; auch die vom Typ „E“ waren teuer. Die Kinderporträts kosteten von 150 bis 250 zl, Typ „D“ nur 100 zl. Der Typ „C“ blieb immer „bezcenny“, also einerseits nicht verkäuflich, ohne Preis und dadurch dann auch unerschwinglich. Seit 1921 gab es auch Porträts, die der Künstler selbst als „U“ klassifizierte – „U“ von Upadek [Niedergang] des Talents.

Auf den Bildern befinden sich unten am Rand oft diverse Zeichen, neben dem Namen des Künstlers und dem Erstellungsdatum auch Abkürzungen in Klammern, z.B. (T. C+Co), oder P 38 (T. B) N II com: das bedeutet Trinken (Alkohol) Cocain, Peyotl, Meskalin. Witkiewicz spielte mit den Drogen, wollte ihre bewusstseinserweiternde Wirkung spüren und ganz gezielt unter ihren Einfluss malen; er notierte manchmal sogar die Mengen der eingenommenen Drogen und beschrieb deren Wirkung: „die stärksten Werte stellten sich auf den Hinterbeinen über der Leere auf und fielen dann leise in den unerwarteten, nebensächlichen Abgrund und nahmen schreckliche, chimärische und bösartige Gestalten an.“ Doch in anderen Notizen, fast Protokollen, berichtet er, dass er ohne die Einnahme der Drogen viele Bereiche der Spontaneität, Farbenvielfalt und Dynamik nicht erreicht hätte. Er wusste zugleich aber, dass er irgendwann dann auch abhängig war und dass für junge Menschen eine große Gefahr davon ausging. Das Künstlerische Sich-Verlieren war es im „normalen Leben“ nicht wert, den Verstand tatsächlich zu verlieren. Davon handeln auch viele seiner Theaterstücke und anderen schriftstellerischen Werke.

In der Ausstellung sind die meisten Porträts ganz eng an zwei Wänden aufgehängt; dadurch fällt natürlich ihre Ähnlichkeit sofort ins Auge und die Einmaligkeit tritt eher zurück. Es gibt natürlich einige Porträts alten Stils, die repräsentativ, auch wegen ihrer Größe, in einem anderen Raum hängen, darunter mein Lieblingsporträt von Jadwiga Witkiewicz, 1925 in Pastell.

Ein weiteres Motiv der Ausstellung ist die Urvision, bedeutend, dass der Künstler nicht dem Ursache-Wirkung-Prinzip der ihn umgebenden Welt verpflichtet ist, sondern mit dem ganz freien Spiel der Fantasie jongliert. Das führte freilich manchmal in die Sackgasse und endete in ziemlich austauschbaren Formen, Gestalten und Farbgebungen.

Witkiewicz wuchs in einer ganz besonderen Familie auf; beide Eltern waren der Kunst verpflichtet, die Mutter als Musikerin, der Vater Maler im Geist des Jungen Polen. Witkiewicz wurde in Warschau geboren, wuchs aber in Zakopane auf. Er wurde zu Hause unterrichtet, besuchte keine Schule, hatte keine „normalen“ Schulkameraden, sondern eher Gleichgesinnte wie Leon Chwistek oder Bronislaw Malinowski, mit dem er später eine längere Reise nach Australien zu den Aborigines unternahm. Nach bestandenem Abitur studierte er kurz an der Kunstakademie in Krakau. Dann lebte er eine Zeit lang in Petersburg. Zurück in Polen heiratete er die Enkelin des berühmten polnischen Malers J. Kossak, Jadwiga von Unrug, und lebte weiter in Zakopane, wo er eine Art Firma gründete, die neben Porträts auch Möbel produzierte. 1939, beim Einmarsch der Deutschen in Polen, floh er in den Osten des Landes, nach Lemberg, und nachdem die Sowjets aufgrund des Molotow-Ribbentrop-Pakts Polen ebenfalls überfallen hatten, brachte er sich ums Leben; er nahm eine Überdosis von Schlaftabletten ein und durschnitt sich die Pulsadern.

Ich denke, sein Elternhaus, seine Erziehung, die Zeit, in der er in Polen lebte, trugen sehr zu der künstlerischen Persönlichkeit bei, die er schließlich wurde. Er hatte aufgrund der Freundschaft mit B. Malinowski sogar Zugang zu Denkweisen der Ethnologie, sah sogenannte Urvölker; er dachte über die Schnelligkeit der Entwicklung der Zivilisation und über Spiritualität nach – damit ist vielleicht die Kategorie Geschichte, aber auch die letzte Kategorie Individuen verbunden. Er war schon seiner Zeit verbunden, etwa durch den Gebrauch von Pastell, durch die Darstellungen einer bestimmten Elite und einer bestimmten Lebensart. Durch sein Experimentieren auch mit der Fotografie und dem Film bewegte er sich aber auch schon in Richtung der Performances und des Avantgardistischen. Besonders in seinen Schriften wurde er zum Vorläufer einer neuen Epoche und war Ideengeber für Künstler wie Tadeusz Kantor oder Schriftsteller wie Czesław Milosz.


Ausstellungsseite des Museums (in Englisch)

Projekt Irena Bobowska – zapowiedź

Anna Krenz & Ewa Maria Slaska

Wrzesień 2022 / 4 wieczory / 4 dyskusje / 4 performance / 4 koncerty / 4 miejsca

Brakująca część historii. Irena Bobowska, zapomniana bohaterka.

Projekt “Brakująca część historii” jest próbą uzupełnienia polsko-niemieckiej historii poprzez przypomnienie kobiet – zapomnianych bohaterek wymazanych z kart historii, Polek, które 100 lat temu walczyły o swoje prawa razem z kobietami w Niemczech, które później stały się ofiarami wojny, ale również walczyły o wolność. Wiele z nich działało w Berlinie lub zostało tu zamordowanych. W tym projekcie chcemy przypomnieć o polskich kobietach w Berlinie, które były prześladowane, torturowane i zabijane przez zbrodniczy reżim, a następnie wymazane z kart historii. W kontekście wojny na Ukrainie temat ten zyskuje zupełnie nowy i aktualny wymiar.

Projekt ma być kolejnym przyczynkiem do debaty o historii w odniesieniu do teraźniejszości, szczególnie w obliczu kolejnej wojny w Europie. Kim były te kobiety, Polki, które walczyły o wolność? Jak wiele możemy się nauczyć z historii i jak o niej rozmawiać? Jak możemy zachować pamięć o zapomnianych bohaterkach? W jaki sposób wspólne debaty historyczne i sztuka mogą przyczynić się do głębszego zrozumienia i uniknąć powtórzenia historii?

W naszych działaniach często mówimy o zapomnianych kobietach, anonimowych bohaterkach, ponieważ w naszej kulturze historię piszą zwycięzcy – mężczyźni. Zapisana w annałach historia opiera się na ciągu wojen, konfliktów, przemocy, w których dominują bohaterowie – generałowie, wodzowie, żołnierze, papieże. Stawia się im pomniki, pisze się o nich epopeje. Dlatego w naszych działaniach często mówimy o zapomnianych kobietach, anonimowych bohaterkach, ofiarach i cichych wojowniczkach.

W ostatnich latach w Berlinie toczy się dyskusja na temat miejsc pamięci i ewentualnej lokalizacji pomnika polskich ofiar narodowego socjalizmu. Debata była długa, odbywała się wśród ludzi na różnych wysokich szczeblach i naukowych stanowiskach, wśród polityków, w Bundestagu. Kobiety, zwłaszcza młode, reprezentantki społeczeństwa obywatelskiego, czy nie należące do zamkniętych kręgów naukowych i osoby zainteresowane, nie brały w tym udziału.

Bohaterką projektu jest Irena Bobowska, poznańska poetka, która w roku 1942 w wieku 22 lat została zamordowana przez hitlerowców w Berlinie. Dla nas jest ona symbolem tych wszystkich młodych, utalentowanych kobiet, które zostały zamordowane, udręczone, torturowane w czasie wojny, a potem wygnane w niepamięć przez potomnych.

Program i więcej info:

A w ramach projektu ogłaszamy też

call for statements!

Druga z czterech debat odbędzie się 8 września pod “naszym” pomnikiem na F’hain.
Temat: Wojna (jako idea, 2 wojna światowa, wojna w Ukrainie). Forma: manifesty!

Serdecznie zapraszamy te z Was, które interesuje temat wojny do wystąpienia z manifestem, oświadczeniem, przemówieniem 8.9.2022 | 18.00.
Po perfo i manifestach odbędzie się koncert Jemka Jemowita.

Zgłoście się na email: bobowskaberlin@gmail.com


Die Reihe besteht aus 4 Veranstaltungen mit Performative Lesungen von Bobowskas Gedichte, mit Diskussionen mit eingeladenen Expertinnen und eine Ausstellung mit Informationen und ein Porträt sowie Werke von Irena Bobowska und den historischen und  Kontext. Darüber hinaus wird eine Gedenkzeitung “Pobudka” (Weckruf) mit Bobowskas Gedichten in polnischer und deutscher Sprache erscheinen – jedes Gedicht wird von einer anderen Frau übersetzt. Ende des Jahres wird auch eine Publikation zum Thema erscheinen.

Die Botschaft der Polinnen* ist ein Kunstprojekt von Anna Krenz, es ist eine temporäre mobile Rauminstallation mit Spitzenwänden ohne festen Sitz. Die Botschaft veranstaltet Treffen, Ausstellungen und Diskussionen zu Politik, Umwelt und engagierter Kunst. Die Eröffnung und Einweihung der polnischen Botschaft fand im Juni 2020 im Haus der Statistik in Berlin statt. www.facebook.com/AmbasadaPolek/

“Die Kunst ist das Gewissen der Menschlichkeit.” Anna Krenz

Die Veranstaltungen an diesen Orten werden von der Botschaft der Polinnen* begleitet.

PROGRAMM: 

Heimat

1. September 2022 (Donnerstag), 18.00 Uhr | Regenbogenfabrik, Lausitzer Str. 22, 10999 Berlin (Kreuzberg)

Performance: Karen Kandzia
Diskussion mit:
Anna Burek / 
Soziolinguistin, Autorin
Masha Pryven / 
Fotografin instagram.com/masha.pryven/
Dr. Kamila Schöll-Mazurek / Leiterin Welcome-Willkommen-Witamy Interkulturelle Anlauf- und Beratungsstelle für Migranten, Polnischer Sozialrat e.V. / polskarada.de

Konzert: Don Philippe | Facebook >>>


Krieg

8. September 2022 (Donnerstag), 18.00 Uhr | „Denkmal für den Kampf für unsere und Ihre Freiheit“, Virchowstraße, 10249 Berlin (Volkspark Friedrichshain)

Performance: Karen Kandzia

Diskussion mit:

Aleksandra Puciłowska, Autorin

Konzert: Jemek Jemowit | www.jemek.net

Unterdrückung

15. September 2022 (Donnerstag),  18.00 Uhr | Kulturkirche Nikodemus, Nansenstraße 12, 12047 Berlin  (Neukölln)

Performance: Karen Kandzia
Diskussion mit:
Marta Ansilewska-Lehnstaedt / Historikerin, Gedenkstätte Deutscher Widerstand www.gdw-berlin.de
Zofia Nierodzińska 
/Kuratorin, Künstlerin, Autorin, Aktivistin. Stellvertretende Direktorin der Galerie Arsenal in Poznań znierodzinska.com
Marina Wesner 
/Architektin, Architekturhistorikerin, Autorin  www.marinawesner.de

Ausstellung: “Frauengefängnis Barnimstraße” von Marina Wesner

Konzert: Helmut Mittermaier | www.guruclub.de/mittermaier/


Erinnerung

22. September 2022 (Donnerstag), 18.00 Uhr | Städtischer Friedhof Altglienicke, Schönefelder Ch. 100, 12524 Berlin (Treptow – Köpenick)
Schirmherrschaft Herr Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Berlin Treptow-Köpenick

Performance: Karen Kandzia
Diskussion mit:
Franziska Bruder / Lagergemeinschaft Ravensbrück Freundeskreis e.V.  lg-ravensbrueck.vvn-bda.de
dr Iwona Dadej
 / Instytut Historii PAN cbh.pan.pl
Klaudyna Droske / Leiterin der Geschäftsstelle der Polonia polonia-biuro.de
Nora Hogrefe / Leiterin der Koordinierungsstelle Historische Stadtmarkierungen im Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin. www.aktives-museum.de
Anja Witzel 
/ Referentin der Berliner Landeszentrale für politische Bildung

Konzert: Warnfried Altmann | www.warnfried-altmann.de

14 Milionen Ukrainer sind jetzt auf der Flucht.

550 Plakate von Karsten Hein

Ab dem 7. Juni bis Anfang September werden sieben Motive aus Lviv als 18/1 Plakate auf Plakatwänden der Firma Ströer in Berlin und Brandenburg zu sehen sein. Alle 10 Tage werden ca. 50 Plakate in einem anderen Bezirk bzw einem anderen Ort geklebt werden.

Das erste ist schon da: Gleditschstraße, Ecke Grunewaldstraße.


Aus dem Pressetext:

Seit Russland einen brutalen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland Ukraine begonnen hat, fliehen Ukrainer und Ukrainerinnen vor den Tod und Zerstörung bringenden russischen Soldaten und Raketen. Innerhalb des Landes sind nach Angabe des Internal Displacement Report des IOM über 8 Millionen Menschen auf der Flucht (Stand 3. Mai), über 6,5 Millionen Menschen sind laut UNHCR (25. Mai) inzwischen aus ihrer Heimat ausgereist, vor allem nach Polen, Rumänien, Ungarn, Moldau, Slowakei und auch Russland. Viele treibt es weiter in andere Staaten der EU, so unter anderem nach Deutschland, wo bis zum 1. Mai 727.000 Flüchtlinge registriert wurden. Europa erlebt die größten Flüchtlingsströme seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das mediale Interesse ist riesig, die Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort groß. Zumindest bisher. Aber so wie sich früher oder später eine Kriegsmüdigkeit einstellen wird, besteht auch die Gefahr eines Verebbens der Hilfbereitschaft den ukrainischen Flüchtlingen gegenüber.

Hier setzt eine Plakataktion des Berliner Dokumentarfotografen Karsten Hein an, die ab Anfang Juli bis in den September hinein in Berlin und Brandenburg auf Plakatflächen der Firma Ströer zu sehen sein wird. Hein möchte das Bewusstsein für die menschlichen Schicksale der aus der Ukraine Fliehenden und bereits Geflüchteten wachhalten. Dabei setzt er auf Bilder von hohem Wiedererkennungswert, die dem Bereich der Straßenfotografie zugeordnet werden können. Keine Schreckensszenen aus dem Krieg, keine verzweifelten Gesichter, sondern Menschen aus dem Osten der Ukraine, die – oftmals erschöpft – eine Bahnhofstreppe in der westukrainischen Stadt Lviv heruntergehen, bepackt mit dem Nötigsten, auf dem Weg zu uns unbekannten Zufluchtszielen. Zu sehen ist immer wieder der mehr oder weniger gleiche Bildausschnitt, aber mit jeweils anderen Menschen, die symbolisch stehen für den anhaltenden Exodus aus dem schwer vom Krieg gebeutelten Land. Sieben Motive sind für die Plakataktion ausgewählt worden und werden nacheinander an immer wieder neuen Standorten zu sehen sein, versehen mit einem Spendenaufruf der Caritas, die – wie andere Hilfsorganisationen in Deutschland auch – Ukrainekriegsflüchtlingen Unterstützung bietet und mit der Hein bereits seit 2003 immer wieder projektbezogen zusammenarbeitet.


Über eine Berichterstattung würden wir uns freuen. Gerne steht der Dokumentarfotograf und -filmer Karsten Hein auch für ein Interview zur Verfügung.
Die Verwendung der Bilder im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Plakataktion ist frei. Wir bitten um Zusendung von zwei Belegexemplaren an die u.g. Adresse:

Kontakt
Karsten Hein
Werkstatt für interkulturelle Medienarbeit WIM e.V.
Crellestraße 19/20
10827 Berlin, 2. Hinterhof, 4. OG
http://www.wim-berlin.de
Pressekontakt
Jens Pepper