Reblog oder so. Also.

Den Text hat Elke Heidenreich geschrieben. Ich habe es gefunden, gelesen und staunte, wie heil und glücklich doch unser Welt vor nicht mal 30 Jahren war. Seit Januar 1985 lebte auch ich schon in dieser Welt und ich kann mich ganz gut daran erinnern, dass wir alle dachten: So ist unser Leben und so wird es IMMER sein. Wer von uns ahnte im Dezember 1988, was im nächsten Jahr alles beginnt und wie es endet?! Und die Bundeskanzlerin haben wir auch, Gott sei es Dank, und sie soll ewig regieren. Heute braucht sie uns noch mehr als vorher! Frohe Weihnachten Angela Merkel! Mir scheint, du bist die einzige, die etwas für uns, für Deutschland, für Europa, für Aleppo machen wird! Ich bin stolz auf Dich. Du schafft es!

Crazy Christmas!

. . . woran kann man sich denn bloß noch halten? Sagen Sie doch selbst – irgendwie ist nichts mehr wie früher, oder? Früher wußten wir: Sonntag war, wenn es nach Braten roch und man die weißen Kniestrümpfe anziehen mußte. Weihnachten war, wenn es nach Plätzchen roch, draußen Schnee lag und man nicht ins Wohnzimmer durfte, Mai war, wenn es Erdbeeren, Dezember, wenn es Grünkohl gab. Eine Schreibmaschine sah aus wie eine Schreibmaschine. Heute sind Schreibmaschinen Computer mit Fähigkeiten wie speichern (?) und Proportionsschrift (??). Und Weihnachten… ach, du liebe Zeit. Wo ist sie, die letzte Woche vor Heiligabend, wenn in jedem Zimmer noch schnell was gebastelt, geklebt und heimlich getan wurde. Weihnachtsgeschenke kaufen wir doch im Sommer, wenn der neue Katalog kommt, und dann haben wir diese Kiste, in der immer Geschenke für alle Gelegenheit liegen. Und wahrscheinlich, ja so gut wie sicher, sind wir Weihnachten sowieso nicht zu Hause – was sollen wir auch hier bei Nieselregen. Weihnachten geht es ab in die warme Sonne! Unter Palmen wollen wir sitzen und eisgekühlte Cocktails trinken, zum Teufel mit Mandelkeksen und Tannenbäumchen, außerdem kann man sich einen Wahnsinnspaß machen und ein zusammenklappbares Plastikweihnachtsbäumchen mitnehmen, das steht dann am Swimmingpool und wirkt rührend.

Was sollen wir denn Weihnachten essen, wir dennoch Daheimgebliebenen? Festtagsbraten ist auch passsé, wie wäre es mit einem leichten Spargelgericht? Es gibt ja alles immer, Mandarinen im Sommer, Spargel im Winter, Erdbeeren rund ums Jahr, und das Weihnachtsoratorium, „Jauchzet! Frohlocket!“, das bringt und am meisten in Stimmung, wenn wir im Frühling auf der Wiese in Toskana liegen und in den blauen Himmel gucken. Alles ist verschiebbar! Alle Werte lassen sich umkrempeln! Männer haben wieder Zöpfe, Frauen ausrasierten Nacken, Unterwäsche trägt man außen, und im Sommer fährt man Ski, um im Winter surfen zu können.

Ich will ewige Werte! Ich will Regen am Totensonntag und Schnee an Neujahr, Kirschen im Sommer und Nüsse im Herbst, ich will männliche Männer und weibliche Frauen und nicht dies androgyne Getue, ich will Weihnachten Weihnachten und Ostern Ostern, und die Braut soll Weiß tragen und der Gärtner eine grüne Schürze, und der Mörder ist der Gärtner. Alles soll sein wie immer, und alle Menschen sollen alles verstehen. Prost.

Wahrscheinlich habe ich jetzt ein Glas zu viel getrunken? Was ist denn los?

Ich weiß auch nicht. Da sitze ich im Dezember, im leichten Blumenkleid in der Sonne, ich sag nicht wo! Und sehne mich nach Weihnachten und Stille Nacht, hier ist heute „Rock um die Uhr“ und wir essen Mangos und schenken uns nix, Schenken ist out, und alles ist möglich, und alles ist egal, ja, was denn nun? Will ich alles so haben wie früher? Nein, nicht doch! Aber das Romantische, das Althergebrachte, das Gewohnte, ach, wenn es so ganz verschwindet, dann wird der Mensch ein Rohr im Winde. Wo anfangen? Wo aufhören? Mit zehn lesen wir Shakespeare, mit vierzig sehnsüchtig umflort „Die Häschenschule“. Rote Rosen auf dem Grab, weiße Lilien am Bett, nicht Mal der Bundeskanzler ist heute mehr, was er früher Mal war. Und stellen Sie sich mal vor, eines Tages könnte der Bundeskanzler sogar eine Frau sein! Dann fällt Weihnachten auf Ostern, wetten?

Dezember 1988, Brigitte Nr 26

Frauenblick 11

Monika Wrzosek-Müller

Juli Zeh „Unterleuten“

„Die Klatschsucht war ein Juckreiz und das Dorf kratzte sich.“

Es gibt Sätze, die einfach bleiben, die einen festhalten und nicht sich vorwärts zu bewegen erlauben, bis man sie auswendig kennt und sich irgendwann an sie erinnert, wie an Sprichwörter. Der Roman ist so gut, dass er jetzt schon wahrscheinlich zu den Klassikern zählt, obwohl er nicht einmal ein Jahr alt ist. Die Welt im Mikrokosmos, in Brandenburg, weit weg und nah zugleich. Das Buch ist über 600 Seiten dick, trotzdem schnell zu lesen. Die Mitwirkenden sind wie auf einer Bühne, es hat etwas von einem Welttheater, einer Weltbühne an sich und es ist wie ein antikes Drama. Ein Drama, in dem die Einheit von Ort, Zeit und Handlung im Groben beibehalten wird. Das Dorf rast auf eine Katastrophe zu und wir, die Leser, werden zum Chor stilisiert, der für sich alles kommentiert und Vermutungen anstellt. Die Handlung ist an sich einfach, doch die Charaktere und Beschreibungen der einzelnen Figuren meisterhaft. Zwar steht der Titel Unterleuten (unter Leuten) für menschliches Zusammensein, doch man spürt von der ersten Seite an, dass die Gemeinschaft des Dorfes in kleinere Parteien aufgeteilt ist, die am Anfang bedingungslos aneinander hängen. Die Schriftstellerin lässt zwei Paare aus Berlin nach Unterleuten kommen und sie dann streiten; die Paarbeziehungen gehen zu Bruch; ob man an der dörflichen Realität verzweifelt, muss jeder für sich entscheiden.

Die Ankunft der Neuen führt dazu da, dass sich die Konstellationen verändern. Man ist unter Leuten und die Konflikte werden direkter ausgetragen, man sucht ein Kind zusammen mit den anderen, man hetzt einen gegen den anderen auf, man geht von Tür zu Tür und sammelt Unterschriften; die Polizei wird immer erst zum Schluss gerufen.

Es ist ein Dorf, das alles miterlebt – in den sechziger Jahren die Kollektivierung, die Enteignungen und dann die Gründung einer LPG, und nach der Wende gründen dieselben Leute einen landwirtschaftlichen Biobetrieb, der alle mit Arbeitsplätzen versorgen soll. Und es kommen die Neuen, die Zivilisationsmüden aus der Stadt, halb Intellektuelle, Naturnaive und Freunde. Sie mischen die Bevölkerung neu auf und versuchen mitzumachen und den Lauf der Dinge mitzubestimmen.

„Für Gerhard hingegen war ständig irgendwas „unfassbar“ und er selbst dabei „fassungslos“.

Damit sorgen sie für ein Ferment, das vielleicht noch bedrohlicher wird, als es das Leben mit Leichen im Keller ohnehin ist. Sie geben ihren Frust, Durchsetzungswillen, Individualismus und einfach eigene Vorstellungen noch dazu.

Und es ist die Art, wie Juli Zeh schreibt, wie sie auf den Punkt genau formuliert und keine überflüssigen Wörter verliert und das trägt auch bestimmt zum Erfolg des Buchs bei. Es fallen Sätze, die man fast Aphorismen nennen würde, die aber ganz einfach nebenbei geäußert werden, in denen viel Klugheit und Einsicht in die zwischenmenschlichen Beziehungen steckt.

Der Epilog erklärt das Unerklärbare, wie die Schriftstellerin auf diesen Sammelsurium gestoßen ist, und er rundet die Geschichte ab. Ein gutes, wichtiges Buch für unsere Zeit und über unsere Zeit.

„Draußen legt sich die frühe Nacht dem Dorf wie eine beruhigende Hand auf den Scheitel“

Muzeum kotów

Ewa Maria Slaska (tekst), Maria Gast Ciechomska (zdjęcia)

Poszłyśmy do Muzeum Kotów, miało więc być o muzeum kotów, ale gdy siadłam do pisania przypomniało mi się nagle Muzeum Psów, dość niemiła ale świetna książka Jonathana Carolla, którą czytałam wiele lat temu w wydaniu Rebisu i tłumaczeniu Pawła Kwiatkowskiego. Wydawnictwo dołączyło do książki taki tekst:

Harry Radcliffe, sławny i błyskotliwy architekt, bez skrupułów wykorzystuje każdą nadarzającą się okazję i każdą piękną kobietę. Podejmuje się nawet zaprojektowania Muzeum… Psów, na które sułtan Saru, obawiający się zamachu na swoje życie, chce wydać miliard dolarów, by się zapisać w pamięci potomnych.

Ciekawe, wydawało mi się, że akcja powieści rozgrywa się przede wszystkim w rozmowach projektanta muzeum z synem zleceniodawcy. A że facet jest bez skrupułów, nie wiem, nie pamiętam… Chyba przede wszystkim pamiętam puste spalone słońcem górskie krajobrazy, gdzie w jakiejś rozpadlinie powstanie muzeum… W gruncie rzeczy nic nie pamiętam. A mimo to wiem, że była to świetna książka. Niespokojna.

Muzeum kotów mieści się w spokojnej mieszczańskiej dzielnicy Berlina, w spokojnej mieszczańskiej kamienicy i nie ma w nim, na szczęście, nic demonicznego… Przeciwnie – jest Helmut Glantz, miły starszy pan, który od ponad 40 lat zbiera wszystko o kotach – figurki, obrazki, porcelanę, przedmioty codziennego użytku i wyszukane obiekty kolekcjonerskie. Masową produkcję pamiętkarską i cenne unikaty. A zaczęło się wszystko od małego białego kotka, kupionego za kilka marek przez ucznia ze szkoły średniej… Teraz koty zajęły całe mieszkanie, kurator i jego rodzina (teraz już tylko żona, dzieci poszły na swoje) oraz, oczywiście, koty zajmują inne mieszkanie w tej samej kamienicy. Tu nie ma miejsca dla żywych, tu rządzą koty uprzedmiotowione. Ale jak!

Katzenmuseum
Über 30 Jahre sammelten Katzenliebhaber Helmut Glantz und seine Frau alles, was mit Katzen zu tun hat. Das Ergebnis dieser Leidenschaft macht er der interessierten Öffentlichkeit in Berlins einzigen Katzenmuseum zugänglich.

Tassen, Teppiche und Vasen mit Katzenmotiven, gestrickte Katzen, Katzen aus Holz, Spieluhren mit Katzen und über 1000 Katzen-Porzellanfiguren. Es gibt buchstäblich nichts, was nicht mit Glantz’ Lieblingsmotiv verziert wurde. Zusätzlich verfügt das in einer 3 Zimmer-Wohnung in Lichterfelde beheimatete Katzenmuseum über eine kleine Bibliothek mit Sachbüchern zur Katzenzucht und Pflege. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, die Besucher werden nur nach telefonischer Voranmeldung empfangen und durch das Museum geführt.

Adresse / Adres:
Luisenstraße 38
12209 Berlin
Telefon: (030) 772 51 49
Öffnungszeiten / godziny otwarcia: Besichtigung nur nach Terminvereinbarung möglich / trzeba się umówić
Eintrittspreise / Ceny: frei / bezpłatnie (Spenden willkommen, datki mile widziane)

Frauenblick 10

Monika Wrzosek-Müller

Giorgio Morandi

Morandi kehrt immer wieder und in ganz unerwarteten Momenten zu mir zurück. Einige Bilder sehe ich diesen Sommer, ganz erschöpft, in den Vatikanischen Museen, in der Sammlung moderner religiöser Kunst, die sich den langen Korridoren über oder unter der Sixtinischen Kapelle anschließt. Die Werke sind hauptsächlich Schenkungen der Künstler an den damaligen Papst Paul VI, der die Sammlung 1973 begründete. Darunter auch zwei natura morta, meine Lieblingsbilder von Morandi, wie er sie sein ganzes Leben lang gemalt hat. Vor allem die Pastellfarben, die Schatten und die Komposition bewundere ich immer wieder (Form, Farbe, Raum und Licht). Es sind kleinformatige Bilder und nach den riesigen Tafeln und Fresken, die sich über ganze Wände ziehen, sind sie mir auch wegen des Formats sympathisch und willkommen.

Dann sitze ich mit einer Freundin in meinem neuen Wohnzimmer, das noch nicht eingerichtet ist. Ihr Blick fällt auf die zusammengestellten, fast alle weißen oder cremeweißen Vasen, Töpfe und Schüsseln, die ich auf dem alten Brotschrank aufgestellt habe; „das sollst du so stehen lassen, das erinnert mich an einen Maler“, sagt sie…Morandi, klar. Daraufhin bringe ich einen Katalog mit den Bildern von Morandi, ganze Serien von verschieden Variationen der Zusammenstellungen seiner Objekte: Kannen, Dosen, Flaschen, Tassen, Vasen sind abgebildet; wir schauen und bewundern. Mal reduziert er die Zahl der Gegenstände, mal stellt er sie eng zusammen. Am Anfang sind die Schatten auch wichtig, mit den Jahren werden die Objekte noch mehr vereinfacht, die Schatten verschwinden, die cosidetta realta [die sogenannte Wirklichkeit] (so spricht Morandi selbst von seinen Bildern) manifestiert sich dann im Licht und in der Helligkeit, wir haben fast den Eindruck, er sieht die Bilder durch eine milchige Glasscheibe; auf jeden Fall ist der Anteil an Weiß in allen von ihm benutzten Farben sehr hoch. Sie sind reduziert und doch erzählen sie von den Vorgängen in der realen Welt; Nähe, Vortritt, Hintergrund, Enge, Platz. Das alles spielt bei Morandi eine wichtige Rolle, er selbst jongliert damit, er erforscht diese Vorgänge. Angeblich sieht man in seinem Atelier Markierungen und Skizzen, wie welche Gegenstände aufgestellt werden sollen; es wird nichts dem Zufall überlassen.

Ich habe die Bilder von Morandi nachgemalt, dann auch nach ihm die Stillleben eingerichtet; die vielen Flaschen, Krüge, Vasen, Töpfe, alle in einem Ton alle zusammenpassend hingestellt. Mit den klaren Linien und eintönigen Farben ist er sehr modern und aber eigenwillig; es geht nicht nur um Ästhetik. Er will in den Darstellungen der Objekte die cosidetta realta nachvollziehbar machen. Gibt es einen Platz für zwei, oder doch für drei Gegenstände oder sollen es fünf sein. Dieses Ausprobieren und den Weg dahin zeigt er; manchmal sind die Abstände groß und es spricht mehr Kälte und Abgeschiedenheit aus den Bildern, dann wieder rücken sie alle eng zusammen, so als ob es keinen Platz mehr geben würde. Auch die Formen werden immer weiter vereinfacht von dreidimensionalen Darstellungen zu den ganz flachen Quadraten, Vierecken.

Auf jeden Fall war und ist er der wahre Wegbereiter der modernen Kunst gewesen, bei ihm lernte ich, dass die Vereinfachung so unendlich schwierig ist und dahinter viele Jahre des mühseligen Probierens liegen. Genauso, wie uns die Engelbilder von Paul Klee so einfach, leicht gekritzelt vorkommen. Die wahre Einfachheit speist sich immer aus dem großen Schatz der komplizierten Erfahrung.

morandimonika

Advent steht vor der Tür

Vor einem Jahr hat uns der Autor schon einmal nach Magdeburg eingeladen. Man hätte gern hier geschrieben, dass es alle Jahre wieder statt findet oder statt finden soll. Dem ist es jedoch leider nicht so. 

Hans-Jürgen Moder

Künstlerisches Holzspielzeug aus Polen im Magdeburger Allee-Center

Polnische Schnitzkunst hat einen Namen in der Welt. Und dank des Magdeburger Sammlerehepaar Edeltraut und Horst Gierathts seit vielen Jahren immer  zur Weihnachtszeit auch einen festen Ort in Magdeburg. Nun endet diese Tradition.

Das Magdeburger Allee-Center präsentiert letztmalig vom 24.11.2016 bis 23.12.2016 Schnitzkunst aus Südpolen.

p1050411_20Thematischer Schwerpunkt ist diesmal “Spielzeug in der Weihnachtszeit”. Jan Mika aus Piatkowa (Paszyn), einer Hochburg der “Naiven” zeigt Holzspielzeug, wie es seit Jahrhunderten an langen Winterabenden in den Dörfern geschnitzt wurde. Seine Spielzeuge sind immer auch kleine Kunstwerke – authentisch, naiv, ursprünglich. Jan Mika, Sohn des großen Stanisław Mika, gilt als einer der letzten naiven Schnitzer. Der ebenso bedeutsame Józef Zganiacz (1904-1996) lädt mit seinen Karussels und Riesenrädern auf einen Dorfrummel ein, während Antoni Toborowicz originelles, funktionales Spielzeug ausstellt.
p1050572_20Die Engel, Musikanten und Krippen von Stanisław Apriasz haben schon viele Freunde und neue Besitzer gefunden. Einmalig an ihnen ist, dass sie aus einem Stück gearbeitet sind und nichts angeklebt ist. Der Meister ist täglich von 12 Uhr bis 18 Uhr anwesend und freut sich auf die Begegnung mit den Ausstellungsbesuchern.
Tatkräftig unterstützt wurden die Gieraths auch diesmal wieder durch die rührige Deutsch-Polnische Gesellschaft Sachsen-Anhalt und deren Vorsitzenden Krzysztof Blau. Auch wenn die Gieraths altersbedingt jetzt kürzer treten müssen, diese Tradition hätte eine Fortsetzung verdient.
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Weitere Informationen unter: http://naivekunstinmagdeburg.blogspot.de/ und
http://www.dpg-sachsen-anhalt.de/show/8061843.html

Eliza & Wilhelm. Film.

Wpis na przemian po polsku i po niemiecku.  / Ein Beitrag abwechselnd auf Deutsch und Polnisch.

Am 18.09.2016 fand in der Robert-Jungk-Oberschule in Berlin die Filmpremiere des Filmes über die Liebe von Eliza Radziwiłł und Wilhelm von Hohenzollern, dem späteren Kaiser Wilhelm I statt. Die Geschichte basiert auf dem Buch von Dagmar von Gersdorff “Auf der ganzen Welt nur sie”, in der Übersetzung in die polnische Sprache von Frau Grażyna Prawda.

Im ersten Halbjahr 2016 erarbeiteten die SchülerInnen der Klasse 11.4, sowie ein Schüler und eine Schülerin aus der Katharina-Heinroth-Grundschule, die Realisierung dieses Projektes. Sowohl Szenario, Charakterisierung, Regie und Montage wurden von den SchülerInnen übernommen, natürlich von zwei Lehrerinnen betreut.

wilhelmeliza1dr Daria Smoczyńska-Reiner i Agnieszka Bernegg

Opis projektu „ Zakazana miłość”

Kiedy tłumaczka książki autorstwa Dagmar von Gersdorff – pani Grażyna Prawda zaproponowała nam w zeszłym roku przeprowadzenie w naszej szkole projektu, którego treścią miała być historia niespełnionej miłości Wilhelma Pruskiego do Elizy Radziwiłł, trudno nam było w pierwszej chwili podjąć się tego zadania. Miałyśmy obawy, jak zdołamy zainteresować uczniów dawną, romantyczną i tak odbiegającą od realiów naszych czasów historią dziewiętnastowiecznej pary. Pełne sceptycyzmu i obaw o to, że usłyszymy: „kogo interesują wydarzenia, które rozegrały się tak dawno? Jakie to ma dla dzisiejszego świata znaczenie?, postanowiłyśmy jednak zaryzykować. Założyłyśmy, że ponieważ głównym tematem książki, a zatem i planowanego projektu jest miłość dwojga młodych ludzi, to niezależnie od tego, jaki okres będzie przedmiotem naszych zainteresowań – mamy pewne szanse.

7-listopadaNa wszelki wypadek unikając słowa „ projekt” przedstawiłyśmy uczniom 11 kl. naszą propozycję. Dalej wydarzenia potoczyły się już wartko. Młodzież częściowo w domu, częściowo zaś w ramach zająć szkolnych zapoznała się z obszernymi fragmentami książki, jednocześnie przystąpiłyśmy do omawiania podczas lekcji różnych związanych z treścią książki zagadnień, które zostały podzielone na dwie ścieżki tematyczne.

Pierwsza z nich obejmowała problematykę aranżowania małżeństw. Poruszone zostały tu różne zagadnienia, które omówiono na przykładach znanych z historii lub literatury (historia Romea i Julii, małżeństwo królowej Jadwigi z Władysławem Jagiełłą, małżeństwo Jagny z Boryną w „ Chłopach” W. Reymonta). W ramach zajęć historii omawiane były zagadnienia odwołujące się do historii dziewiętnastowiecznych kontaktów Polaków i Niemców na terenie Prus, a później zjednoczonych Niemiec.

Znaczna część z wymienionych zagadnień została przygotowana przez uczniów naszej szkoły wspólnie z młodzieżą z XX Liceum Ogólnokształcącego w Poznaniu w Poznaniu w ramach wymiany międzyszkolnej. Opracowane przez grupy składające się z uczniów obu szkół tematy zaprezentowano następnie podczas spotkania z tłumaczką książki – panią Grażyną Prawdą, które odbyło się w marcu.

17579Najwyraźniej nie mogąc poprzestać na tych działaniach, rozpoczęliśmy także pracę nad krótkim filmem, w którym chcieliśmy przedstawić historię miłości Wilhelma i Elizy. Wraz z uczniami przystąpiliśmy do pisania scenariusza filmu, który ulegał następnie wielokrotnym zmianom, tak aby możliwe stało się jego powstanie przy skromnych środkach, jakimi dysponowaliśmy. Zaplanowana początkowo z wielkim rozmachem fabuła musiała zostać ograniczona i zastąpiona tekstem narracji, tak aby nagrane sceny można było połączyć w spójną całość. Prawdziwym wyzwaniem stało się zdobycie kostiumów, które organizowaliśmy na wszelkie możliwe sposoby, nie rezygnując z sięgania po stare szpargały i pamiątki rodzinne. Dekoracje i rekwizyty stanowiły dla nas głównie prywatne zasoby naszych mieszkań, jak i skarby udostępnione przez uczniów i ich rodziny. Wielce pomocna okazała się wreszcie uroda niektórych zakątków Berlina oraz sprzyjająca aura. Dzięki tym dobrodziejstwom nakręciliśmy niemal wszystkie nasze „plenery”stanowiące chyba jeden z atutów filmu.

Film został w całości zmontowany i udźwiękowiony (początkowo w polskiej wersji językowej) przez uczniów, którzy w ramach odbywających siȩ w naszej szkole zajęć w zakresie montażu filmowego zdobyli w poprzednich latach niezbędną w tym zakresie wiedzę. Kolejnym wyzwaniem było przygotowanie wersji niemieckiej, którą zrealizowaliśmy dzięki opracowanemu przez uczniów przekładowi, zastępując narrację w jȩz. polskim narracją niemiecką i umieszczając niemieckie napisy w scenach obejmujących dialogi.

Die deutsche Version des Filmes wurde im 2. Schulhalbjahr 2016 hergestellt.

Uwaga z roku 2025 / Anmerkung vom 2025: Der Film ist leider nicht mehr zu sehen / Niestety nie można już obejrzeć tego filmu

Ta jedna w pamięci mej tkwi 4

Kinga Szpuler

ostatnia część pracy magisterskiej o tłumaczeniach Ireny Kuran-Boguckiej, napisanej w tym roku pod kierunkiem profesora Piotra Sawickiego w Wyższej Szkole Filologicznej we Wrocławiu. Również Memento ukazało się w obu językach, a po raz pierwszy po polsku w Polsko-Niemieckiej Edycji Literackiej WIR, w tomie Poetki z ciemności – Dichterinnen aus dem Dunkel (Berlin 1995). Wiersz został przez nas użyty, gdy publikowaliśmy w prasie nekrolog Mamy; został też umieszczony przez architekta Jacka Krenza na murze Cmentarza nieistniejących cmentarzy w Gdańsku, przywołuje go też stała wystawa w Ratuszu Schöneberg w Berlinie – Wir waren Nachbarn, o co zadbał księgarz i wydawca berliński Wojciech Drozdek.

Memento de Mascha Kaléko (1957)

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

(Slaska 2013)

Memento

Ja mojej własnej śmierci wcale się nie boję,
A tylko śmierci ludzi, którzy są mi bliscy.
Jakże mam żyć, jeżeli porzucą mnie wszyscy?

We mgle, błądząc samotna, szukam śmierci swojej,
I chętnie w ciemny mrok przyjmę wygnanie.
Odejście boli dwakroć mniej, niż pozostanie.

Ci wiedzą to najlepiej, którzy to spotkali.
Ci, co to znieść umieli, niechże mi wybaczą.
Pomyślcie, jak dni własnej śmierci mało znaczą,
Lecz ze śmiercią najbliższych musimy żyć dalej.

(Slaska 2013)

El poema Memento, tan significativo y emocionante, no requiere mucho comentario. Cuenta las verdades las cuales compartimos todos, más tarde o más temprano, durante nuestra vida. Lo más doloroso de la existencia humana es tener que sobrevivir la muerte de las personas que amamos. Nos cae bastante difícil separar la voz de la autora del yo poético del texto: son las mismas personas. Kaléko describe lo todo con las palabras sencillas, anda sin rodeos.

El texto consta de tres estrofas, dos primeras de tres versos y la última de cuatro. Las rimas están situadas de manera interesante, se riman las palabras: “bang; todentlang”, que terminan los primeros versos de dos estrofas. Además hay rimas en el segundo y tercero verso: “sind; sind” y “treiben; Bleiben”. En la tercera estrofa las rimas se cruzan y tienen la estructura abab. En cada línea encontramos diez u once sílabas, por eso el texto parece bastante armonioso.

En la primera estrofa el sujeto lírico constata que no teme su propia muerte, solo la de las personas más cercanas; no se imagina su vida sin ellos. En la segunda parte dice que le gustaría morir, porque esto, le doliera menos que quedarse viva. En la tercera estrofa encontramos una moraleja muy sabia e irónica: “Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,/ Doch mit dem Tod der andern muß man leben.; Pomyślcie, jak dni własnej śmierci mało znaczą, Lecz ze śmiercią najbliższych musimy żyć dalej.”. Es tan simple como eso.

La traductora no pretende decir más que la autora del poema, todo lo contrario, busca las palabras más naturales para guardar la sabíduria y la sencillez del texto original. Los versos son un poco más largos, de once o trece sílabas. Otra vez tuvo que buscar las soluciones para algunas expresiones, como p.ej.: “Allein im Nebel tast ich todentlang”, es un neologismo muy original pero también claro para una persona que habla alemán. Esto significaría “errar y palpar a lo largo de la muerte”, como si la muerte fuera un camino que sentimos pero no lo podemos ver. Bogucka tradujo la expresión con mucho ingenio: “ We mgle, błądząc samotna, szukam śmierci swojej”. En las formulaciones como la mencionada el traductor no solo tiene que entenderla, sino sentirla. La moraleja de la estrofa final suena muy bien en la lengua polaca, entendemos el mensaje principal y sentimos este matiz de ironía en el texto.

Para terminar el análisis de los poemas citamos el comentario del blog de Ewa Maria Slaska, la hija mayor de la traductora:

Mi madre murió en el agosto de 1995. Hace 20 años. Miro con recelo lo que he escrito. 20 años, pienso, 20 años. Hace 20 años hablé con mi hermana por teléfono. -Escribe una nota necrológica- me dice Kasia. No tengo ningún ejemplo de cómo se escribe las notas, no tengo ni idea de lo que tuviera escribir, pero no lo discuto. A distancia de decenas de años escucho la voz de mi Madre
-Cuando no sabes que escribir, sírvete de una cita- un consejo de una madre inteligente para su hija haciendo deberes. (…) Ya lo sé que lo que estoy buscando es el Memento de Mascha Kaléko. (…) Escribí la nota, todos la reimprimieron. El poema de Mascha en la traducción de mi Madre se encontró en la losa de su tumba. Despúes de 20 años no se ve nada, sin embargo, sabemos que está allí. Mi Padre, que le acompanía a mi Madre a la hora de traducir los poemas de Mascha, decía que estaba fascinada por ella, como si después de muchos años hubiera encontrado a su hermana que nunca tenía. (Slaska 2013) [traducción propia: KS]

Irena Kuran-Bogucka, Xilografía del ciclo “Metopy barbarzyńskie”, 1964

Postdeutsches Stettin

Beata Kozak

Feministin, Chefredakteurin der Frauenzeitschrift Zadra, wuchs in Stettin auf. In ein paar Tagen wird sie aus dem unveröffentlichten Manuskript in der Regenbogenfabrik lesen.

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Poster Dorota Kot

Hier ein Prosafragment:

Wenn man das Wort „poniemieckie” bei Google eingibt, erscheinen verschiedene Vorschläge: postdeutsche, das heißt ehemals deutsche Häuser, postdeutsche Geheimfächer, Schätze, Bunker. Auf das Wort „Postdeutschsein” (poniemieckość) reagiert die Suchmaschine, als ob sie einen Fehler korrigieren würde. Sie ignoriert die Vorsilbe „post” und schlägt einfach das Deutschsein vor, konkret das Deutschsein der DDR, von Wrocław (Breslau), von Śląsk (Schlesien),von Gdańsk (Danzig). Aber was für eine Ahnung kann diese amerikanische Erfindung von der Realität der polnischen Westgebiete haben? Mehr weiß darüber das „Wörterbuch der Polnischen Sprache”, das das Adjektiv „postdeutsch” erklärt als „erstmalig gebraucht nach dem Zweiten Weltkrieg: von den Deutschen, auch von den deutschen Besatzern, übriggeblieben; früher den Deutschen gehörend”. An einer anderen Stelle präzisiert das Wörterbuch, dass man so „das Vermögen, die Gebiete, die von den Deutschen geblieben sind, [bezeichnet], welche bis zum Zweiten Weltkrieg in den westlichen Gebieten des heutigen Polens lebten”. Interessant ist, dass es in der polnischen Sprache eine ähnliche Verbindung des Präfixes „post” (po) mit einer Nationalitätenbezeichnung nur noch in der Form „postjüdisch” (pożydowski) gibt, wobei das Wort „postjüdisch” am ehesten mit Gold, Vermögen und Immobilien kombiniert wird. Die Geschichte hinterließ in der Sprache eine tiefe Spur.

Das Wort „postdeutsch” (poniemiecki) besteht im Polnischen aus vier Silben. Nur die erste, „po”, bezieht sich darauf, was später stattfand, nachher, danach. Dazu sieht diese erste Silbe zufällig wie eine Abkürzung des Wortes „polnisch” aus, was ihr, im Zusammenhang mit dem gesamten Wort „po-niemiecki”, eine zusätzliche Bedeutung verleiht. So ist eben das Postdeutsche: ein kurzes Jetzt, das die Last der Vergangenheit hinter sich herschleppt.

Die ersten zwanzig Jahre meines Lebens war ich, ähnlich wie alle meine Altersgenossen, vom Postdeutschen umgeben. Das ehemals Deutsche war in Städten wie Stettin allerorten vorhanden, es war ein Teil der Wirklichkeit. Ich besuchte postdeutsche Schulen in postdeutschen Städten und wohnte in Wohnungen in postdeutschen Häusern, in denen moderne Hochglanzschrankwände neben den postdeutschen Möbeln standen. Das Postdeutsche bedeutete etwas Großes, Erdrückendes, Dunkles, Düsteres, Bedrohliches, was in modrigen Kellern und in Dachböden lauerte. Es lauerte in finsteren gotischen Buchstaben, die unter dem Verputz an den Hauswänden hervorlugten, oder in Form schwerer Kredenzen und Deckenlampen in den Wohnungen. Postdeutsch waren auch kleine, bunte Fensterscheiben in den Treppenhäusern und der Stuck an den Zimmerdecken der Mietshäuser, der aber weiss gestrichen war und dadurch leicht wirkte. Postdeutsch waren auch Gehsteigplatten und kleine eiserne Schlitze in den schweren Wohnungstüren mit der Aufschrift „Briefe &Zeitungen”, durch die der deutsche Briefträger einst Briefe und Zeitungen hineingeworfen hatte. Auf all dieses Postdeutsche legte sich ein Jahr nach dem anderen, eine Dekade nach der anderen, eine dünne Schicht der Gegenwart. Aber das polnische Jetzt stand, ging und lief bis zu den Knien im Postdeutschen umher. Diejenigen, die in den Städten und Städtchen mit dem doppeltem Boden, mit den eisernen Türschlitzen „Briefe & Zeitungen” geboren wurden und heranwuchsen, trugen und tragen ein mehr oder weniger bewusstes Gefühl in sich, das Gefühl nämlich einer fehlenden Eindeutigkeit und Sicherheit gegenüber allem, was sie umgibt.

Es war – und ist – nichts, was aus all denen, die seit 1945 in Stettin lebten, psychiatrische Patienten machen würde. Und trotzdem empfand ich einen grossen Unterschied zwischen der Atmosphäre in Stettin, wo ich in die Grundschule und ins Gymnasium ging, und derjenigen in Krakau, wo ich nach dem Studium in Deutschland wohnte. Am deutlichsten spürte ich es an einem Sommerabend, als ich auf dem Weg vom Krakauer Bahnhof, wo ich mit einem Nachtzug aus Stettin angekommen war, über die Sławkowska Strasse, über den Markt und die Planty nach Hause ging. In den sogenannten Wiedergewonnenen Gebieten war alles doppelt, uneindeutig, kompliziert. Keine Stadt, kein Städtchen, kein Dorf hatte schon immer so geheißen, wie es jetzt hieß, jede Strasse und jeder Platz trug einen neuen Namen, der von Beamten oder von zu diesem Zweck angeheuerten Dichtern ausgedacht worden war. Auf dem Lande gab es keine traditionellen Trachten oder Volkstänze, in den Wäldern und in den Vorstädten wimmelte es von Bunkern und unterirdischen Durchgängen, die wer weiß wohin führten. Die Menschen lebten in diesen Gebieten wie Kiefern im flachen Sand. Alles, was man sah, warf einen beunruhigenden Schatten, hatte einen doppelten Umriss, vielleicht, so spürte man untergründig, war nichts so, wie es aussah. Im Vergleich dazu schien Krakau ruhig und selbstsicher, es strahlte ein ungebrochenes Selbstwertgefühl aus. Die Tuchhallen, Sukiennice, hießen nie anders, Wawel war nicht ein slawischer Name, der künstlich konstruiert werden musste, um den vorherigen deutschen Namen zu überdecken. Alles war hier authentisch und in sich ruhend, die Stadt gaukelte nichts vor, nervöse Diskussionen über Identität waren überflüssig. Die Stettiner aber, die der jahrelangen Propaganda über die piastischen, urpolnischen Gebiete, der ständig wiederholten Slogans über die historische, gerechte Rückkehr der Stadt zum polnischen Mutterland überdrüssig geworden waren, lachten schließlich darüber in privaten Gesprächen. So lautete eine ironische Antwort auf die übliche Begrüßung „schön, dass ihr gekommen seid”: „wir sind nicht hierher gekommen, wir sind hierher zurückgekehrt”.

Weiter am Dienstag in der Regenbogenfabrik!

fähigkeit etwas zu bewirken… Reblog

liebe ewa,

vielleicht was für den blog?

in einer rezension im tagesspiegel, samstag vielleicht, fand ich was von einem amerikanischen autoren den namen hatte ich mir nicht notiert. das war sicher noch vor trumps erfolg geschrieben. die systematisierung könnte auch was für eine persönliche strategie des umgangs mit diesem grausamen wahlergebnis bieten. es ging um die diskussion des machtbegriffs und er fand, mensch müsse die verengung auflösen, die seit machiavelli besteht: da geht es um zwang und gewalt und gerne auch um lug und betrug, wenn es dem machterhalt dient.

er will die definition erweitern auf: fähigkeit etwas zu bewirken, das ist natürlich sympatisch.

dafür sind individuelle fähigkeiten, sowie interpersonelle und systemische einflussmöglichkeiten zu bedenken.

  1. selbstvertrauen, ich kann etwas ausrichten
  2. auf dem teppich bleiben, wahrnehmen, dass die fähigkeiten bzw. die möglichkeit haben, sie auszuleben auch ein geschenk sind
  3. teilen und sich gegenseitig stärken
  4. respektvoll bleiben, lob, komplimente, höfliche worte, auch nonverbal respektvoll bleiben: fragen, zuhören, neugierig sein, anerkennen
  5. machtlosigkeit verhindern! also gegen ungleichheit vorgehen, armut nicht dulden, gegen bedrohung und einengung anderen menschen wert verleihen, gegen diskriminierung und rassismus auftreten. also die strukturellen settings sichtbar machen und bearbeiten.

ja, das stimmt alles, wir dürfen uns nicht erlauben, uns als machtlos zu sehen. wir bewirken was. und wir glauben ja auch zurecht, dass alles patriarchalische nicht nur frauen sondern auch männern schadet. und krieg sowieso keine lösung ist. und doch ist all dieses unter punkt 1-4 nur stückwerk, wenn wir gesellschaft nicht dazu bekommen, die weniger mächtigen zu stärken, immer wieder. bildung natürlich zuallererst, aber auch gesunderhaltung, gleichwertigkeit immer wieder einüben. wir können im eigenen leben wirksam werden, wir dürfen aber die strukturellen bedingungen nicht vergessen.

in diesem sinne ist sicher auch der angehängte artikel zu lesen.

liebe grüße

christine (Christine Ziegler)

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Artikel auf Seite 37 der Zeitung Tagesspiegel vom So, 13.11.2016

Barbara Nolte

Festung der Ehefrauen

Manch einer verfolgte seine Partnerin mit der Axt bis vor die Tore dieser
Berliner Villa – 1976 wurde das erste Frauenhaus gegründet. Ein Modell für viele deutsche Städte.

frauenhausNachdem das mit den Zähnen passiert ist, das war das Schlimmste. Dass er mir im Hausflur wirklich die Faust ins Gesicht gehauen hat, und ich habe gemerkt: Meine Zähne vorne sind nicht mehr da, beziehungsweise einer war – wie hat die Ärztin geschrieben? – in den Oberkiefer gestaucht.

Bis zur Schließung 1999 war die Adresse geheim. Ein Eisenzaun sollte Eindringlinge abwehren.

Danach habe ich nur noch lautlos geweint. Er hat mich dann am Kragen genommen, die Treppen hochgeschleppt. Die Kinder haben oben so geschrien, die waren ja vollkommen außer sich. Er hat dann immer wieder gerufen: „Ich bin
mit eurer Mutter noch nicht fertig, die bringe ich heute noch um.“ Der Kleene hat auf der Couch gesessen und gesagt: „Papa, du bringst Mama nicht wirklich um, nein?“ Und dann hat er zu dem kleinen Kind, der war drei Jahre, hat er gesagt: „Doch. Heute noch.“ Angelika, 44.

In einem ehemaligen Kartoffelladen in der Yorckstraße standen sie manchmal in der Tür: Frauen, die Schutz vor ihren prügelnden Ehemännern suchten. „Damals wussten die nicht, wohin“, sagt Roswitha Burgard, die dort Anfang der 70er Berlins erstes Frauenzentrum mitbegründet hat. Aktivistinnen aus der Yorckstraße verbrachten deshalb einmal 14 Tage reihum bei einer Frau zuhause, die um Hilfe gebeten hatte, weil sie regelmäßig von ihrem Mann und ihrem erwachsenen Sohn misshandelt worden war. Roswitha Burgard selbst hatte weder in der Familie noch im Freundeskreis gewalttätige Männer erlebt.
Jedenfalls nicht, dass sie davon gewusst hätte. „Häusliche Gewalt wurde Anfang der 70er totgeschwiegen“, sagt sie, „als Ehekrach verharmlost, als Umgang von Asozialen weggeschoben.“

Davon erzählt Burgard heute in ihrem Behandlungszimmer einer Gemeinschaftspraxis. Um den Hals trägt sie ein elegantes Seidentuch, an den Füßen Pantoffeln, Straßenschuhe müssen an der Tür ausgezogen werden.

Anfang der 70er hatte sie gerade mit dem Psychologiestudium begonnen und war in Berlins feministischer Szene engagiert. „Als damals in London das weltweit erste Frauenhaus eröffnete, dachten wir uns: So was brauchen wir auch.“ Ein solches Haus würde die Fraueninfrastruktur, die sie in diesen Jahren begründet hatten, Frauencafés, Frauenbuchverlage, Frauenseminare an Unis, auf eine fast romantische Weise
ergänzen: Frauen helfen Frauen, die unter dem Machtgefälle zwischen den Geschlechtern am meisten leiden. Doch der Senat blockte ab. Erst müsse ermittelt werden, ob in Berlin Bedarf für eine solche Einrichtung bestünde. Für die Verwaltung schien es ein Problem, dass der Gruppe der Gründerinnen kein Mann angehörte. „Die trauten uns nicht zu, mit ihren Fördergeldern richtig zu wirtschaften.“, sagt Burgard.

frauenhauskobiety2SCHUTZENGEL. Ilona Böttcher (links) und Roswitha Burgard nahmen im ersten Jahr 615 Frauen auf.

Erst als sechs arrivierte Frauen dem Trägererein beitraten, darunter die damalige Vizepräsidentin des Roten Kreuzes, stellte das Land Berlin eine Villa für das Projekt zur Verfügung. Ein Gründerzeitbau in der Richard-Strauss-Straße 22 Grunewald, mit riesigen Aufenthaltsräumen in Erdgeschoss und Souterrain, aber nur 13 Zimmern im ersten Stock und der Mansarde. „Nicht perfekt geschnitten für unsere Zwecke“, sagt Burgard.
Die Adresse wurde unter Taxifahrern gestreut und vor Außenstehenden geheim gehalten. Um den Garten wurde ein Eisenzaun errichtet. Dahinter durfte kein Mann.
Im November 1976 war Eröffnung. Die erste Bewohnerin klingelte bereits am Abend zuvor. Es war die Ehefrau eines hohen Richters, sagt Burgard. Das Asozialen-Klischee war damit widerlegt.

Auch Ilona Böttcher erinnert sich an diese erste Bewohnerin: eine schmale Frau um die 40. Ihr Ehemann hatte ihr Geld, Schlüssel und Ausweis weggenommen. Ilona Böttcher und Roswitha Burgard übernachteten mit ihr im Frauenhaus. Sie wollten sie in der riesigen, leeren Villa nicht allein lassen.

frauenhaus2Ilona Böttcher war als Verwaltungsfrau eingestellt worden. Sie habe sich ganz profan auf eine Jobanzeige beworben, erzählt sie beim Treffen in ihrer Tempelhofer Wohnung. Doch im Frauenhaus packte sie – wie alle anderen – überall mit an: Zu jeder Tages- und Nachtzeit klingelten Frauen. Polizisten und Taxifahrer brachten sie. Jede wurde aufgenommen, selbst wenn sie betrunken war. „Wer sind wir denn, dass wir entscheiden,
wer über Nacht bleiben darf!“, sagt Böttcher. Ansonsten war Alkohol verboten. Bereits einen Monat nach Eröffnung waren alle regulären Plätze belegt. Immer neue Stockbetten wurden in die Zimmer, Gänge, Aufenthaltsräume gestellt. Im Haus, das für 70 Frauen und Kinder ausgelegt war, lebten bald bis zu 150. „Es gab Bedarf, und wie!“, sagt Böttcher.
Sie zieht ein lilafarbenes Buch aus ihrem Regal: die erste Jahresbilanz, herausgegeben im
Frauenselbstverlag. Die Gründung des Berliner Hauses war eine Initialzündung, in den meisten größeren Städten wurden fortan ähnliche Projekte geplant, die Berliner lieferten das statistische Material. Von den 615 Frauen, die im ersten Jahr in der Richard-Strauss-Straße betreut wurden, waren drei Viertel von ihren Ehemännern misshandelt worden, ein Fünftel von ihren Freunden, der Rest von Ex-Männern und Verwandten. Jede zehnte Frau hatte die Gewalt zehn Jahre und länger erduldet. 118 waren von ihren Partnern sogar in Lebensgefahr gebracht worden. „Mich hat der Zustand von Beziehungen erschüttert, am
Anfang stand ja mal Liebe“, sagt Ilona Böttcher. Eine Frau habe zu ihr gesagt: „Und dann hat er mich nicht mal mehr geschlagen.“ Schlagen sei für sie Zuwendung gewesen.
Böttcher erinnert sich, dass viele Frauen sich schämten. Sie hatten sich diesen gewalttätigen Partner ja ausgesucht. Verbreitet waren auch Schuldgefühle. Einige glaubten, dass ihr Mann nicht ausgerastet wäre, wenn sie selbst anders reagiert hätten. Im Frauenhaus hörten sie die Geschichten anderer Frauen und erkannten dabei mitunter Verhaltensmuster ihres eigenen Mannes wieder und die Unvermeidbarkeit seines
Zorns. Eine Frau habe es mal so ausdrückt: „Habe ich Salz rangemacht, habe ich eine gewischt gekriegt, habe ich kein Salz rangemacht, habe ich auch eine gewischt gekriegt.“ Oft steigerte sich der Jähzorn der Männer noch, wenn die Frauen ins Frauenhaus zogen.
12.3.77, 20.30 Uhr: Ein Herr läutet an. Er will das Haus in die Luft sprengen, sich aber zeitlich nicht festlegen. Gabi informiert die Polizei. 21.45 Uhr: Ein Herr ruft an. Er steht mit einer Pistole in der Telefonzelle gegenüber und will sich das Leben nehmen, wenn er nicht mit seiner Frau sprechen kann. Die Frau ist nicht bei uns. Da er unter Strom steht, hat Gabi Mühe, ihm das klarzumachen. Vorsichtshalber benachrichtigen wir
die Polizei. 23.15 Uhr: Ein Mann fährt mit einem Fahrrad in unserem Garten. Gabi ruft 110. Auszüge aus dem Protokoll einer Bewohnerin mit Telefondienst.
Häufig lungerten Männer vor der Tür herum, die die Adresse herausbekommen hatten. Mehrfach ist es ihnen tatsächlich gelungen einzudringen. Ilona Böttcher erinnert sich an einen Vorfall, als ein Mann eine Füllung aus der Haustür herausgebrochen hat, durchs Loch geklettert und mit der Axt ins Haus gestürmt ist. Eine Kollegin stellte sich ihm in den Weg, die Hausbewohnerinnen versteckten seine Frau. Für Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen des Frauenhauses war die Umgebung hinter dem Zaun feindlich: Während die Männer
mit roher Gewalt drohten, drohten die Grunewalder Nachbarn mit ihren Anwälten. Sie gründeten sogar eine Bürgerinitiative gegen das Projekt.
Erforderlich ist, dass das Lärmen der Kinder ab Freitag bis Sonntagabend unterbleibt. An diesen Tagen suchen die Anwohner nämlich absolute Ruhe in ihrem Garten. Die Wohngegend haben sich Anwohner ausgesucht, die in der Woche ganz besonders hart arbeiten. (…) Mehrmals habe ich die Feststellung treffen müssen, dass Kinder, soweit sie zu einem Spaziergang ausgeführt werden, auf meinen niedrigen Zaun balancieren. Mein Zaun stellt persönliches Eigentum dar, und das sollte eigentlich schon Kindern deutlich
gemacht werden, dass das Eigentum anderer zu schätzen ist. Aus einem Brief von Horst Sandner, Königlich Norwegischer Konsul (31.10.77), an Roswitha Burgard.
Der Tagesspiegel berichtete damals von einer Aussprache beider Seiten. „Wir sind gar nicht so verrückt, wir sind bloß nervlich am Ende“, habe dabei eine Bewohnerin an das Mitgefühl der Nachbarn appelliert, das aber ausblieb. Häufig, sagt Böttcher, seien sie damals zusammen mit Bewohnerinnen in der Öffentlichkeit aufgetreten. „Die wollten sich nicht verstecken.“ Die Heimlichkeit von häuslicher Gewalt, die den Tätern in die
Hände spielt, sollte durchbrochen werden. Deshalb fanden im ersten Frauenhaus die Beratungsgespräche im Aufenthaltsraum statt. Andere Frauen sollten daran anknüpfen können. „Die Betroffenen sollten sich gegenseitig unterstützen“, sagt Böttcher. In
Zweierteams wurden sie außerdem zu nächtlichen Telefondiensten eingeteilt, das sollte ihr
Selbstbewusstsein stärken. Viele, in der ersten Statistik waren es 30 Prozent, kehrten trotzdem zum Ehemann zurück. „Da konnten wir nur Wege aufzeigen, wie sie beim nächsten Mal die Situation schneller verlassen können“, sagt Böttcher. „Eine Frau war 13 Mal da, ist immer wieder zurückgegangen, bis wir in der Zeitung lasen, dass man sie tot aufgefunden hat.“
Ilona Böttcher arbeitete bis 1998 im Frauenhaus. Dann ging sie in Rente, im Jahr drauf schloss das erste Frauenhaus. Damals gab es bereits fünf weitere, rund 350 sind es mittlerweile in Deutschland. Obwohl sich das Gleichberechtigungsideal innerhalb ihres Arbeitslebens weit verbreitet hatte, habe sich dies auf die Gewalt gegen Frauen wenig ausgewirkt, sagt Böttcher. Nur der Anteil der Migrantinnen habe zugenommen.
Insgesamt registrierte die Berliner Polizei im vergangenen Jahr 15 000 Fälle von häuslicher Gewalt. Die größte Veränderung, sagt Böttcher, habe im Arbeitsverständnis der Betreuerinnen gelegen. Zum Beispiel sei eine neue Kollegin „entsetzt“ gewesen, dass es keinen Raum für Einzelberatungen gab. Den nächtlichen Telefondienst sahen manche der Jüngeren wegen einer möglichen Retraumatisierung kritisch. Am Ende, glaubt Böttcher, sei das erste Frauenhaus an einem unterschiedlichen Verständnis von Feminismus
gescheitert, denn als Feministinnen begriffen sich die Jüngeren auch. Einmal habe eine Mitarbeiterin vorgeschlagen, dass ihr Freund doch den Bus des Frauenhauses fahren könne: „Für uns völlig undenkbar: ein Mann am Steuer eines Frauenhausbusses!“
Nadja Lehmann eröffnete das Frauenhaus sozusagen neu. Lehmann war eine der jungen Kolleginnen. Zusammen mit zwei weiteren ehemaligen Mitarbeiterinnen aus dem Frauenhaus hatte sie das Konzept für das Projekt mit dem Namen „Interkulturelle Initiative“ verfasst, zu dem ein Teil der Gelder des geschlossenen Frauenhauses umgeleitet wurde. Im ersten Frauenhaus habe sie Rassismus zwischen deutschen und
migrantischen Frauen erlebt, sagt Lehmann. Deshalb schnitt sie ihr Projekt auf Migrantinnen und deren spezifische Probleme zu.
Er hat gesagt: „Du fühlst dich einfach nicht wohl in Deutschland.“ Ich habe gesagt: „Ich bin nicht in Deutschland. Ich bin in deiner Wohnung.“ Ich war eingesperrt. Ich durfte nicht raus, ich hatte keinen Schlüssel. Ich habe nur vom Fenster geguckt, wir hatten in Neukölln gewohnt, und ich hatte vor meiner Tür einen Spielplatz. () Bis mein Sohn angefangen hat, genauso zu handeln wie sein Vater. Er hat einen Gegenstand genommen und gesagt: „Hier, Papa, du kannst nehmen, und du kannst Mama wehtun, ich möchte, dass sie weint.“ Da habe ich gesagt: „Ich möchte nicht, dass mein Sohn so wird zu seiner Frau oder
seiner Lebensgefährtin. Ich habe zwei Söhne. Ich möchte nicht, dass drei Männer mich terrorisieren.“ Narin, 38, ehemalige Bewohnerin der Interkulturellen Initiative.

Die „Interkulturelle Initiative“ ist ebenfalls in einer Villa im Berliner Süden untergebracht. Da das Leben im Frauenhaus auf die Dauer belastend sei, wie Lehmann findet, bietet ihr Verein zusätzlich ein Wohnprojekt mit abgeschlossenen Apartments an sowie neuerdings Wohnungen speziell für geflüchtete Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden. Viele Migrantinnen bräuchten aufgrund schlechterer Sprachkenntnisse und ausländerrechtlicher Widrigkeiten länger, um eine Perspektive für sich und ihre Kinder zu entwickeln. Nach
einer Weile könnten sie in eigene Wohnungen umziehen. Das unumstößliche Gesetz autonomer Frauenhäuser, dass nämlich Männer draußen bleiben müssen, ist inzwischen nach Gender-Maßgaben umgeformt. Letztens wurde eine Bewohnerin aufgenommen, die zwar biologisch ein Mann ist, sich aber als Frau fühlt.

PS (Mail Nr 2):

https://i0.wp.com/www.campus.de/typo3temp/_processed_/csm_9783593399072_d83e3e2201.pngliebe ewa,

das buch, von dem ich in der anderen mail schrieb ist von Dacher Keltner „Das Macht-Paradox. Wie wir Einfluss gewinnen – oder verlieren“

ist erschienen im campus verlag und es war tatsächlich am samstag im tagesspiegel vorgestellt, ganz hinten.

liebe grüße

christine

Ta jedna w pamięci mej tkwi 3

wir3bigKinga Szpuler o tłumaczeniach
Ireny Kuran Boguckiej (po hiszpańsku!)

O tym przejmującym wierszu był już wpis na tym blogu a też i na poprzednim; wiersz w oryginale i jego tłumaczenie na polski ukazał się (po raz pierwszy po polsku) w wydawanej przez Towarzystwo Literackie WIR (Verein zur Förderung der Deutsch-Polnischen Literatur) edycji literackiej (nr 2, 1995) Poetki z ciemności – Dichterinnen aus dem Dunkel.

Kaddisch (Kadish) de Mascha Kaléko (1942)

Kaddisch

Rot schreit der Mohn auf Polens grünen Feldern,
In Polens schwarzen Wäldern lauert Tod.
Verwest die gelben Garben,
die sie gesät, sie starben.
Die bleichen Mütter darben.
Die Kinder weinen: Brot.

Vom Nest verscheucht, die kleinen Vögel schweigen.
Die Bäume klagen mit erhobenen Zweigen,
Und wenn sie flüsternd sich zur Weichsel neigen,
Gen Osten wehen ihren trüben Psalm,
In bärtger Juden betender Gebärde,
Dann bebt die weite, blutgetränkte Erde,
Und Steine weinen.

Wer wird in diesem Jahr den Schofar blasen
den stummen Betern unterm fahlem Rasen,
Den Hunderttausenden, die kein Grabstein nennt,
Und die nur Gott allein bei Namen kennt.
Sass er doch wahrlich strenge zu Gericht,
Sie alle aus dem Lebensbuch zu streichen.
Herr, mög der Bäume Beten dich erreichen.
Wir zünden heute unser letztes Licht.

(books.google.de s.f.)

Kadisz

Krwawy krzyk wznoszą maki nad Polski zielony step,
W czerni leśnych ostępów Polski czai się śmierć.
Pożółkłe stogi gniją,
Ci, co je siali, nie żyją,
Bledną matki tułacze,
Dzieci wołają z płaczem
O chleb.

Ze swych gniazd wygnane ptaki umilkły, żaden nie śpiewa.
Wznosząc w górę gałęzie lamentują drzewa,
A gdy ku Wiśle się chylą z szeptem i szelestem
Na wschód wicher unosi ich rozpaczliwą pieśń,
Z brodatych żydów modlitewnym gestem.
Drżą rozległe, krwią nasiąkłe ziemie,
Płaczą kamienie.

Kto w tym roku dąć będzie w szofar, jak każe prawo,
Zamilkłym błagalnikom, pod zwiędłą murawą,
Setkom tysięcy, co imion nie mają na grobie,
A tylko Bóg jedyny wie, jak kto się zowie.
Siadłszy na sądzie, trwa z niezłomną mocą,
Aby każdego z Księgi Życia skreślić.
Panie, niech drzew wołanie do ciebie doleci.
Ostatnie światło zapalmy dziś nocą.

(archivo privado de Ewa Maria Slaska)

Mascha Kaléko fue una poestisa alemán-judía, muy apreciada en Alemania antes de la Segunda Guerra Mundial. En el año 1938 emigró con su familia a los Estados Unidos. Esto le ayudó a ella sobrevivir los tiempos difíciles. Sin embargo, el destino de los judíos y los horrores de la guerra influyeron enormemente en su obra. El tema está presente en muchos poemas suyas, como p.ej. en Kaddisch.

Las tres estrofas del poema poseen un diverso número de versos (seis, siete y ocho). Es una obra en versos libres, entonces, también el numero de las sílabas varía de cinco hasta once. El texto no está privado de rimas, aunque las encontramos dispersadas en orden irregular.

El tema del poema está relacionado con el rezo Kadish, que crea un elemento importante de varios oficios religiosos en la religión judia. También es una parte de las oraciones fúnebres. La poetisa se refiere a este motivo para subrayar el ambiente dramático y apocalíptico del poema. En las dos primeras estrofas se nos presenta el paisaje de guerra en Polonia. Todo está destruido y en estado de descomposición, en todas partes observamos las huellas de la muerte. Las madres no están en condiciones de cuidar a sus hijos que sufren hambre. Aún en la naturaleza se manifiesta la ansia de la guerra: las amapolas tienen el color de sangre, los pájaros están muertos, las piedras están llorando. Los árboles levantan sus ramas en el gesto de desesperación, pero también de oración; parecen los rabíes con las manos arriba. En la tercera estrofa el sujeto lírico pregunta por los muertos ¿que ocurrirá con ellos? Solo los árboles se han quedado para rezar por ellos, no lo pueden hacer otras personas. Ojalá, sus vocez lleguen al Dios, que los está tachando de la lista de los vivos.

En la traducción polaca del poema Kaddisch se refleja muy claramente el tono dramático y lúgubre. La traductora mantiene la estructura del poema, aunque con una pequeña exepción, o sea, divide el último verso de la primera estrofa en dos partes: “Die Kinder weinen: Brot.”; “Dzieci wołają z płaczem/ O chleb.” No es un cambio muy significativo, porque en la versión alemana hay dos puntos, un signo de puntuación que requiere una pausa en el momento de leerlo. La traductora lo cambia por dos versos, para que el lector haga la pausa necesaria y para acentuar la realidad del hambre. Asimismo, Bogucka pretende inventar las rimas. No siempre se encuentran exactamente en los mismos versos que en el texto original, sin embargo, su cantidad es silimar. Los versos son más largos de los en la versión original, esto procede de la particularidad del alemán, es decir, de los sustantivos, adjetivos incluso verbos formados de dos palabras: “blutgetränkte, Hunderttausenden, Lebensbuch; krwią nasiąkłe, setkom tysięcy, Księga Życia”. La traductora decide también extender algunas expresiones para que sean más transparentes para los lectores polacos, p.ej.: “Rot schreit der Mohn; Krwawy krzyk wznoszą maki”, “In Polens schwarzen Wäldern; W czerni leśnych ostępów Polski”, “schweigen; żaden nie śpiewa”, “Wer wird in diesem Jahr den Schofar blasen; Kto w tym roku dąć będzie w szofar, jak każe prawo”. En el último ejemplo vemos una parte adicional que no está en el texto original, la traductora la añadió para que se rimen los versos primero y segundo.

En general, en la traducción polaca sentimos muy intensivamente que la traductora comparte los sentimientos y experiencias de la autora del texto. Esto no nos extraña al darnos cuenta que ambas mujeres habían tenido que ser testigos de la guerra.

Irena Kuran-Bogucka Xilografía del ciclo “Lorca Romancero”, 1958