Don Kichot in der neuen deutschen Regierung?

Echt, jetzt? Ist das wirklich wahr? Kann mich mal jemand kneifen, um zu wissen, ob dass der Realität entspricht?

Na ja, so behauptet es zumindest der Berliner Tagesspiegel.

Kampf gegen Vorbehalte der Union. Habecks Klimaplan für Deutschland – vom Winde verweht? Wirtschaftsminister Habeck tourt durch Deutschland und trommelt bei den Ministerpräsidenten für die Energiewende. Bei Söder in Bayern erhielt er am Donnerstag ordentlich Gegenwind.1

Er ist Deutschlands „grüner“ Wirtschafts- und Klimaminister (Bündnis 90/ Die Grünen) und er schmiedet einen großen Plan für Deutschland. Er meint, dass Deutschland in der Sache Klimaschutz gar nicht so fortschrittlich sei, wie wir seit Jahren geglaubt hatten.

Kaum zu glauben, oder? Ich erinnere noch sehr gut, als Angela Merkel plötzlich und ohne großen Konsultationen die Energiewende ankündigte und gleichfalls versprach, in 10 Jahren auf Atom gar zu verzichten.

Die ganze (zugegeben – nicht sonderlich große) „linke Bulb” in Polen, die seit Jahrzehnten ergebnislos gegen polnische Kohlenwirtschaft und für Windenergie kämpfte, war regelrecht außer Atem vor Bewunderung.

Wie kann man nur um Gottes Willen? – fragten wir uns.
Ich kann und will um jeden Willen – antwortete Deutschland.

Die zehn Jahre sind vorbei!

Am 1. Januar diesen Jahres ist es dazu gekommen – die ersten zwei von den zehn, deutschen Atomkraftwerken wurden angehalten. Merkels Versprechen trat in Kraft und …

Und alle waren unzufrieden. Vor allem die jungen Menschen, die aus heiterem Himmel entdeckten, dass es vielleicht mit Atom besser und schneller zur nachhaltigen Energiewende kommen würde, als mit all den anderen Energiegewinnformen allerseits.

Die ältere Generation ist wiederum dabei so baff, dass man kaum etwas murkst. Sie haben doch seit Jahrzehnten dafür gekämpft, dass man das Atom stoppt – ihre ganze Jugend wurde von diesem Kampf bestimmt. Man blockierte die Zugangswege zu den Kraftwerken, die deswegen wie mittelalterliche Festungen gebaut wurden, man blockierte die Atommülltransporte, jedes Jahr wieder gingen die Osternmarsche los. Die Grüne-Partei, die sich jetzt an der Macht beteiligt, verdankt gerade dieser zähen Anti-Atomstimmung ihre nachhaltige Profilierung.

Die Ironie der Geschichte ist, dass gerade die CDU-Kanzlerin dies entschieden hat, dass Deutschland auf Atom verzichte. Es war eine von diesen emotionalen Entscheidungen Merkels, die nach der Fukushima-Katastrophe ganz genau wusste, dass jetzt nur radikale Worte ihre Macht weiter tragen werden. So ist sie gewesen. Nette Mutti, die plötzlich zur Diktatorin wurde.

Schon zuvor hat sie genauso alleinhändig und emotional entschieden, dass man den Euro retten muss, koste es, was es wolle. Als Nebenwirkung wurde die Mitgliedschaft Griechenlands in der EU gerettet. Das dritte Mal kam sie mit ihrer Entscheidung während der Flüchtlings-Krise 2015 zum Wort. „Wir schaffen es“, sagte sie und ließ eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen.

Da man sich nie bei allen beliebt machen kann, wurde sie für all` diese drei Entscheidungen sowohl gelobt und geliebt, als auch gehasst und gebrandmarkt. Das Entscheidende ist, dass sie in allen drei Fällen gewonnen hat. Griechenland blieb in der EU und wir zahlen immer noch mit Euro. Die Flüchtlinge kamen in einem Massenandrang hier her und sie tun es immer noch, vielleicht nicht in solchen Massen, dafür aber stetig. Ah-ja, und auf Atom verzichten wir auch noch gerade.

Eine weitere Ironie der Geschichte ist es, dass wir uns Anfang 2022 in unglaublicher Energiekrise befinden und dass wir dies dem SPD-Kanzler, Gerhard Schröder zu verdanken haben. Klar, er war nicht der Erste, schon in Kohl-Zeiten wollte man Deutschland mit dem sowjetischen Gas verkuppeln. Das Siegel kam aber von Schröder, der ohne zu zögern, für eigenen Wohl ganz Deutschland in die Situation schubste, wo wir Russlands Gas lieben und Putins Gnade fürchten müssen. Wenn Putin es für nötig hält, zittern bald 80 Millionen Deutschlands Bewohner vor Kälte und unser ganzer Wohlstand binnen zwei Wochen stützt in ein schwarzes, kaltes Loch.
Ja und was will und was kann Habeck in dieser Situation noch tätigen? Was ist also sein Plan?

Wirklich schneller mehr Ökostrom herzustellen?
Tatsächlich neues “Wind-an-Land-Gesetz” einzuführen?
Ernsthaft die Solardachpflicht für Neubauten zu oktroyieren?
Sicher die Abschaffung der EEG-Umlage umzusetzen?
Und dazu noch die Maßnahmen zur finanziellen Unterstützung der Industrie zu unterstützen?

Das sind die Hauptbestandteile Habecks “Klimaschutz-Sofortprogramms”. Von dem russischen Gas und Putin selbst ist ja nicht die Rede. „Was uns in die Schnelle treibt“, meint unser Klimaminister, „sind Klima-Konferenzen-Ergebnisse: Verschärfter Klimaziele für 2030 und der angestrebten Klimaneutralität bis 2045.“2

Aha.

Aber egal. Die Namen sind Schall und Rauch, wie Goethe es sagt. Der Klimawandel ist wichtig. Und es soll schnell gehen. Aber schnell in der deutschen Politik soll es immer sein – und dann handelt es sich nur um ein paar Monate. Das weiß Merkel ganz genau und falls es wirklich schnell ging, war es ihr bewusst, dass sie auf alle Unterredungen und Verhandlungen verzichten und diese diktatorisch beschließen muss. Habeck ist jedoch nicht Merkel. Der erste Teil seiner geplanten Sofort-Maßnahmen sollen noch im April beschlossen werden. Gut zu wissen, dass “sofort” drei Monate bedeutet und “schnell” – ein Jahr: Der Rest des Programms soll bis zum Jahresende folgen und im kommenden Jahr in Kraft zu treten.

Bis zum Jahr 2030 sollen 80 % der Energie vom Wind und Sonne gewonnen werden. Dafür soll jedes Bundesland 2 % seiner Fläche für Energie-Anlagen zur Verfügung stellen. Die Windräder werden jetzt auch dichter zueinander stehen. Es werden Wälder und Förste der Windräder entstehen.
Die bürokratischen Hürden sollen verschwinden, damit jeder, der will, sofort seine eigene Windmühle bauen kann.

Na ja. Der einzige Knackpunkt, den Habeck vielleicht vergessen hat, ist, dass Deutschland eine Föderation ist – ein Bund. Manches, was er will, kann er überhaupt nicht entscheiden, da es den Länder-Befugnissen unterliegt. Es ist klar, dass wir es zügig brauchen, die Frage ist lediglich: Wie? Wie zwingt man 16 unabhängige und teils sehr autarke Länder, gemeinsam und schnell zu entscheiden?

Es ist aber noch härter. Es gibt nicht nur 16 Länder und 16 Länderchefs, die zum Teil gar nicht das wollen, was die Regierung will. Es gibt noch ein anderes Problem und zwar ca. 80 Millionen Deutsche, die zwar generell vielleicht für die Wende wären, wenn sie aber nicht direkt vor deren Tür stattfindet. Im Klartext bedeutet es: Der Habeck kann sich so viele Windräder und Solaranlagen bauen lassen, wie er will, nun bitte nicht in meinem Garten. Und die Solardächer, bitte sehr, überall, aber nicht bei uns. Nicht in unserem eigenen Heim. Zur Zeit heißt es, nur die wirtschaftliche Neubauten müssen Solardach erhalten, aber im Koalitionsvertrag steht es klip und klar: “Alle geeigneten Dachflächen sollen künftig für die Solarenergie genutzt werden”.

Das heißt im Klartext: Hier ist Solidarität von Nöten – und globale Verantwortung. Dies sind aber nicht die sozialen Eigenschaften, die momentan in Europa vorhanden sind. Wir sind ein Kontinent von 450 Millionen Individuen. Man hätte vielleicht Pflicht und gesetzlichen Zwang einführen müssen.

Aber Pflicht & Zwang – mit welchen Wörtern jonglieren wir hier überhaupt?

Soll wirklich eine Pflicht-Diskussion – über Pflicht-Impfung auf einmal reichen? Und wenn wir nicht auf unsere soziale Verantwortung zählen können, wenn es um unsere Gesundheit geht, wie können wir uns auf diese wage Emotion berufen in der abstrakten Sache der globalen Klima-Krise? Welche Krise?

“In meinem Garten ist das Wasser klar und das Gras grün.”

Zu guter Letzt bleibt ja noch die Sache der sozialen Gerechtigkeit. Die Wende darf nicht auf Kosten der Bevölkerung stattfinden und schon gar nicht deren armen Teil. Die Menschen benötigen also finanzielle Unterstützung. Wenn die Regierung es tut, wird es sehr viel kosten und immer noch und vor allem symbolische Bedeutung haben. Wenn wir die Angelegenheit ernst nehmen sollen, muss die Wirtschaft leiden und die Kosten der Klimawende auf eigenem Rücken tragen. Stattdessen erwägt man jetzt schon die finanzielle Unterstützung für die Industrie, die die klimaneutrale Energie anwenden wird.

Ahja, das war noch nicht alles – Die Sache mit dem Atom. Da war ja was.

Was ist, wenn doch das Atom die Zukunft bildet und nicht die Windräder und Solardächer? Die Jugend, die viel mehr Hoffnung in der künstlichen Intelligenz legt und überhaupt lieber an modernen Technologien glaubt als Versprechungen der “Alten” (und Habeck ist schon “der Alte”), hofft auf neue, kleine, effiziente Atomgewinnungsanlagen, die man in eigenem Auto nutzen und in eigener Tasche tragen wird.

Science fiction? Vielleicht.

Aber vieles, was wir jetzt für eine Selbstverständlichkeit halten, schien vor noch 10, 20 oder 50 Jahren, Hirngespinst zu sein.

Es scheint, die Energiewende sei ein schwieriges Unternehmen. Dazu noch sind alle Habecks Maßnahmen zu teuer,

zu wenig,

zu veraltet,

zu spät,

zu langsam.

Der Habeck, als Ritter einer sehr traurigen Gestalt, hat sehr viel zu tun, um seine Windmühlen allerseits zu verteidigen. So lässt sich sagen: Der moderne Don Quixote säet, der erntet aber nicht, sondern um seine Mühlen kämpft.

______________

1 https://plus.tagesspiegel.de/politik/kampf-gegen-vorbehalte-der-union-habecks-klimaplan-fur-deutschland–vom-winde-verweht-367501.html

2 https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_91453804/robert-habecks-klimaplan-das-sind-die-knackpunkte.html

Remembering Day / Dzień pamięci / Tag der Erinnerung

Yad Vashem: World Holocaust Center, Jerusalem 

„Ich möchte, dass sich jemand erinnern wird, dass einst ein Mensch gelebt hat, der David Berger hieß.”
Aus David Bergers letztem Brief, Vilna 1941

Heute, 81 Jahre nach der Ermordung von David Berger während des Holocaust, bitten wir Sie, unserer #IRemember Wall beizutreten und der Namen und Geschichten anderer Holocaust-Opfer zu gedenken.

Mit dem Beitritt unserer IRemember Wall wird Ihr Name automatisch mit dem Namen eines Holocaustopfers aus Yad Vashems Zentraler Datenbank verbunden. Mit diesem einzigartigen Projekt können Sie eines bestimmten Opfers gedenken, dessen Namen erfahren, seine Geschichte lesen und sein Bild sehen. Sie können dann die Geschichte des Opfers mit anderen teilen, um das Holocaust-Bewusstsein am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust zu unterstützen. Gemeinsam können wir sicherstellen, dass die Erinnerung an die 6 Millionen während des Holocaust ermordeten Juden niemals vergessen wird. Begehen Sie den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust 2022 (27. Januar) indem Sie der Millionen Holocaustopfer, wie David, gedenken.

Für mich ausgesuchter Name war Inge Kanthal, aus Achaffenburg in Deutschland:

Sie war die Tochter von Selma (Erna), geb. Rotshild und Willi Kanthal. Selma wurde 1906 geboren, Willi – 1901. Eltern und Kind sollten 1945 ermordet sein.

Die Angaben in Yad Vashem Kartei sind sparsam. Man notiert nur, dass alle drei durch eine Verwandte, Margaret S. Fletscher registriert wurden.

Mehr erfährt man aus einer Kartei der Stadt Aschaffenburg zum Thema Schicksale der lokalen Juden.

Inge Kanthal wurde 1934 in Frankfurt am Main geboren. Ihr Vater war Kaufmann. Der Name der Mutter war Selma und nicht Erna. Die Familie lebte in Aschaffenburg in Elisenstr. 16.

1942 wurden sie zuerst nach Würzburg, dann nach Ghetto Kraśniczyn und danach in benachbarten Ghetto Izbica in Polen deportiert.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Familie Kanthal in einer gut dokumentierten Transport aus Würzburg in den Raum Lublin kam. In deutschen Wikipedia zu Standorte Krasiczyn und Izbica findet sich folgender Eintrag an:

Am 25. April 1942 marschierten 852 Juden in Würzburg vom Platz’schen Garten zum Bahnhof Aumühle. Dort stand der Transportzug DA 49 zum Abtransport bereit. Um 13:00 Uhr dem Transportführer „ordnungsgemäß übergeben“, passierte der Zug um 15:20 Uhr den Würzburger Hauptbahnhof in Richtung Bamberg; hier wurden noch weitere 103 Juden aufgenommen. Über Lichtenfels, Kronach und Saalfeld, durch das nördliche Schlesien traf der Transport am 28. April 1942 um 2:00 Uhr in Lublin ein. Dort Anfahrt um 5:00 Uhr erreichte er den Zielbahnhof Krasnystaw um 8:45 Uhr. Die Würzburger Gestapo vermerkte: „Der Transport wurde vollzählig übergeben; Zwischenfälle haben sich nicht ereignet. Ein polizeiliches Einschreiten war nicht erforderlich.“ Die Deportierten wurden zu Fuß nach Kraśniczyn weitergeleitet. Mit ziemlicher Sicherheit wurden alle Überlebenden am 6. Juni ins Vernichtungslager Sobibór gebracht.

Ich habe mit Hilfe von Google eine Karte gefertigt. Vieleicht so fuhr Inge Kanthal in den Tod nach Sobibór. Heutzutage wären es mit dem Auto 14,5 Stunden. Mit dem Zug fuhren sie Tage.

Sobibór KL © United States Holocaust Memorial Museum (USHMM)

Inge war 8 Jahre alt.

Mucha Kierkegaarda 2

Poprawianie przeszłości

Ewa Maria Slaska

W zeszłym tygodniu zapytałam siebie i nas, czy Wielki Filozof, a miałam na myśli Sørena Kierkegaarda, o to, czy mucha…?

Więc co z tą muchą? Kierkegaard napisał o chłopcu, który dręczy muchę. Możliwe, że w innych pismach (szukałam, nie znalazłam) filozof odwoła to zdanie, w tym jednak, co zacytowałam, chłopiec dręczy muchę, bo nudzi się na lekcji, a autor nie uznaje tego za naganne.

Przez tę nieszczęsną muchę Kierkegaard będzie teraz czas jakiś patronował tej luźnej serii rozważań o etyce i współczesności.

Tak, o współczesności. Bo oto zacytowałam to zdanie Kierkegaarda z wyraźną intencją – nie podoba mi się, że filozof bezkrytycznie pozwala dręczyć muchę i chciałabym…

Po tym “i chciałabym…” pojawiają się różne możliwości.

Można by ten tekst sprzed prawie dwustu lat skomentować: w dzisiejszych czasach dręczenie muchy jest naganne.
Jest to reakcja autorytarna, zakłada, że dziś wiemy lepiej. Poza tym nuda i moralizowanie.

Można ten tekst usprawiedliwić. Takie były czasy.

Można też przeinterpretować: nie chciał tego powiedzieć, nie to miał na myśli, ba, on właściwie nawet nie krytykując, krytykuje.

Można ten tekst poprawić. Nie chce mi się nawet myśleć, jak, ale na pewno jakoś można ten tekst poprawić. Choć może ten akurat rzeczywiście nie da się poprawić, ale inne teksty, czy obrazy, miliony tekstów o przeszłości, które mówią o nas w przeszłości niedobre rzeczy, można zmienić.

Można wreszcie napisać wszystko od nowa. Pal diabli Kierkegaarda. Niech żyje minister Czarnek. Nie używamy słowa rodzice, piszemy ojciec i matka. To tylko jedna z wielu mądrości ministerialnych. W świecie poza Polską ten proces obywa się bez ministra Czarnka i został nazwany netfliksyzacją.

Gdy spojrzymy na rzeczywistość roku 2022, zobaczymy, że mucha Kierkegaarda jest okrutnym symbolem wszystkich naszych wysiłków etycznych. Cokolwiek robimy, głosimy, uznajemy za słuszne, jest po gombrowiczowsku podszyte ową muchą. Wciąż się z nią borykamy, wciąż się borykamy z przeszłością, wciąż przypinamy jej nowe gęby. Wciąż i bez przerwy.

Wszystko co mówimy my (my, a nie nasi przeciwnicy) jest na zawsze słuszne! Tak słuszne, że nie wolno Wam z tym dyskutować. A jeśli dyskutujecie, zaprzeczacie słuszności naszych przekonań, a zatem opowiadacie się po stronie przemocy, gwałtu, rasizmu, opresji i niesprawiedliwości.

Czy nie jest tak?

Pozwólcie, że nie ustalając żadnej hierarchii, wymienię tu kilkanaście najważniejszych trendów nt. etyki z ostatnich kilku lat, tych które sięgają w przeszłość. W ciągu tych lat normy na szczęście się zmieniły. Ideałem, miarą i wzorcem przestał być stary biały dziad. Teraz tę funkcję może pełnić dziecko, młody człowiek, istota odrzucająca płeć, niehetoronormatywny. To bardzo dobrze, ale ja nie o tym. Poniższa chaotyczna lista pokazuje, że to, co aktualnie przyjęliśmy za normę, automatycznie przenosimy w świat sprzed 50, 100 czy dwustu lat. Jest oczywiste, że jesteśmy przeciwni niewolnictwu, czy paleniu czarownic. Już wiemy, że nie tylko Indianie, ale nawet kobiety i dzieci mają duszę i właśnie walczymy o uznanie, że zwierzęta też mają duszę, a już dążąc w przyszłość spieramy się o to, czy może być, iż duszę (świadomość) ma wszystko, a więc również Ziemia i ziemia, woda, kamień, roślina.

Ale uznając słuszność tego, co napisałam powyżej, musimy jednak pamiętać, że świat, który minął opierał się na innych przekonaniach, innych prawach i innych normach. Dziwimy się może, że ludzie się na nie zgadzali, możemy ocenić, że byli ignorując prawa innych, okrutni i bezwzględni, ale nie możemy oczekiwać, że tego nie było!

Bo było!

Przy okazji, prawie że mimochodem, opowiadamy się za dosłownym traktowaniem tego, co dotarło do nas z tamtego świata. Nie interesuje nas, co “było”, ani co “autor miał na myśli”. Metafora, ironia, satyra, symbolizm, groteska, przejaskrawienie – co nas obchodzi, że to chwyty artystyczne? Przekazują niesłuszne treści. Biada! Precz.

Tu więc moja chaotyczna lista spraw, w której okazujemy anachroniczne wymagania, żeby nie było tego, co było.

I uwierzcie mi, nie jestem przeciwna tym tezom, ale wścieka mnie zaprzeczanie faktom, że to, co zwalczamy BYŁO i mieściło się w normach społecznych i prawnych, a etyka, która, jak się okazuje, jest córką czasu, przyzwalała na to, żeby się działo, jak się działo. Czyli że można było dręczyć muchę!!!!!

# metoo (mężczyźni nie mają prawa wykorzystywać swojego stanowiska; właśnie zaczynamy im to wybijać z głowy, biada, jeśli, zanim zaczęłyśmy naszą krucjatę, robili to, bo myśleli, że tak jest ok. Biada, jeśli nie wiedzieli, że nie jest ok.)
# czarna kobieta jako James Bond (kolor skóry nie ma znaczenia, płeć nie ma znaczenia)
# zakaz wystawiania trzeciej części powieści Astrid Lindgren o Pippi w Kraju Taka Tuka (nie traktujemy egzotycznego świata patriarchalnie, nie patronujemy mu, przyznajemy mu prawa odrębności)
# krytyka pierwszej sceny Blaszanego bębenka Güntera Grassa (babka Anna Brońska, udziela młodemu uciekinierowi schronienia pod swoim spódnicami, a on ją wykorzystuje seksualnie; krytyka feministyczna nie zauważa, że jest to metafora i symbolizm)
# dyskusja o LGBT+ (dawniej nie rozróżnialiśmy tych liter? tym gorzej dla dawniej)
# biada jeśli nie umiesz rozróżnić tych liter i użyjesz nieodpowiednich zaimków, biada jeśli mówisz o kobietach a nie o osobach z macicą
# Humboldt Forum w Berlinie jest symbolem kolonizacji, bo mieści się w nim Muzeum Etnograficzne, a etnografia była instrumentem kolonizacji (czy nie mieszamy tu płaszczyzn rzeczywistości? co ma budynek to przeszłości kolonialnej?)
# Oczywiście należy tu też lista antysemickich patronów ulic, sporządzona przez pewnego berlińskiego profesora na zamówienie władz Berlina. Pisałam już o tym, tu więc tylko przypomnę, że antysemitą jest na tej liście również Byron.
# Ania z Zielonego Wzgórza w wersji dla Netflixa przyjaźni się z Indianką, a Gilbert Blythe oddaje swoje gospodarstwo czarnoskóremu Afroamerykaninowi (że takie rzeczy nie zdarzały się w XIX wieku? tym gorzej dla XIX wieku)
# Po poprawieniu produkcji muzycznych i filmowych netflixyzacja objęła właśnie gry wideo
# Brytyjskie uniwersytety ostrzegają studentów, że klasycy literatury mogli pisać rzeczy, które nie są kompatybilne z dzisiejszą (oficjalną!) wizją świata, a zatem głosić seksizm, rasizm, antysemityzm, antycyganizm, klasizm, lookizm, nietolerancję, pochwalać używanie narkotyków i alkoholu. I tak dalej.

Zastanawiam się nad tymi przykładami. Sztuka pokazywała do jakich podłości zdolny może być człowiek. Uczulała odbiorcę na Zło otaczającego go świata. Uczyła jak je rozpoznać i jak się chronić. Pokazywała, ilu podziałom podlegaliśmy i co nas ograniczało. Piętnowała intersekcjonalizm i mikroagresje. Zachęcała do samodzielnej oceny i osobistego przeciwstawienia się temu, co nas uciska i ogranicza. Prowadziła.

Teraz zamiast artystów będą nas prowadzili pracownicy “urzędu do spraw uczynienia świata na zawsze różowym”, a główną formą poznawania świata stanie się mem lub filmik na youtubie.

A teraz mnie zlinczujcie.

Reblog for an archeologist

greekreporter.com

Greek Necropolis Outside Naples to Open to Visitors for First Time Ever

By Patricia Claus


Medusa Greek Necropolis
A Medusa stares out from the wall, scaring away all those who might mean harm to the spirits of the people buried in the Greek necropolis near Naples. The sculpture has only been seen by a handful of people in the centuries between its abandonment in Roman times until now. Credit: Alessandra Calise Martuscelli /CC BY-SA 4.0

A spectacular Greek necropolis complex at Sanita, just outside Naples, will open to the public later this year, when the world will finally be able to see the stunning tombs that were carved into the volcanic tufa rock by the ancient Greeks who colonized the area.

Just outside the walls of Naples — originally named Nea polis, or New City, by the Greeks — the tombs were first discovered by accident in the 1700s. Since that time they have variously been forgotten, partially uncovered and then opened to a very small number of people who were friends of the aristocratic family who owned the palace that was built atop them.

Now, however, they are being systematically excavated and restored, thanks to a woman who married into the family, who petitioned for the site to be overseen by Italy’s Central Institute for Conservation (ICR).

Necropolis
A bed carved out of solid rock is part of a necropolis outside Naples, Italy that will open to the public this Summer. Credit: Screenshot/Youtube video/Discovery Campania

According to a report in Smithsonian Magazine, workers most likely discovered the tombs way back in the 1700s, when a hole they made in the Palace’s garden above destroyed the dividing wall between two of the necropolis’ chambers.

Lying forgotten again for another century, they were rediscovered in 1889, when Baron Giovanni di Donato, the ancestor of the current owner of the Palace, excavated his property to try to tap into a water source for his garden.

The necropolis had been used by the Romans after the time of the Greeks, but the area was subject to flooding and it was eventually buried in feet of sediment. The sarcophagi the Baron found in the 1800s lie 40 feet below street level now.

The spectacular necropolis contains dozens of rooms that are cut as one piece into the volcanic tufa — the same stone which the Roman catacombs were carved out of.

Two years ago, Luigi La Rocca took the reins at the Soprintendenza, a government department which oversees Naples’ archaeological and cultural heritage. The Greek necropolis was one of the first places he visited. From that time onward, he has made it his mission to open up the spectacular Greek necropolis to the public.

“The tombs are almost perfectly conserved, and it’s a direct, living testament to activities in the Greek era,” La Rocca adeclares, adding “It was one of the most important and most interesting sites that I thought the Soprintendenza needed to let people know about.”

Just as they did elsewhere, the Romans revered Greek culture to the point that they allowed the Greeks whose ancestors had settled the area to continue their lives and practice their culture in every way.

These Greeks built stunningly ornate family tombs, placing multiple bodies in each tomb, presumably all the individuals belonging to one family.

Archaeologists at the Soprintendenza believe that the necropolis was in use from the late fourth century BC to the early first century AD. With its discovery and restoration, La Rocca says that it is now “one of the most important” archaeological sites in Naples.

Another Greek funerary complex, at the nearby Greek colony of Posidonia — later called Paestum by the Romans — also features spectacular artwork, including the only known representational fresco to survive from the time of Ancient Greece, showing the deceased as a young man diving into the sea.

Of course, the area is also not far from the sites of Pompeii and Herculaneum, which were covered by feet of ash in the eruption of Mt. Vesuvius in 79 AD.

Medusa
The Gorgon Medusa is the only free-standing sculpture in the Greek necropolis in Sanita, outside Naples – everything else was sculpted out of the bedrock. Credit: Alessandra Calise Martuscelli –CC BY-SA 4.0

The Via dei Cristallini, the Neapolitan street on which the aristocratic di Donato family’s 19th-century palace was built, gives its name to the necropolis, which is referred to as the “Ipogeo dei Cristallini.”

Each tomb has an upper chamber, where funerary urns were placed in niches above benches that were carved into the rock for mourners. The bodies of the dead were placed in the lower burial chamber. But both chambers were richly decorated, with statues — which archaeologists believe may have been of ancestors — as well as sculpted eggs and pomegranates, which are both symbols of new life and resurrection.

Astonishingly, the names of the dead themselves may also be preserved on the walls of the tombs, with the ancient Greek writing still clearly visible.

“The incredible thing about this site is that it was all ‘scavato’ — excavated,” says Melina Pagano, one of the restorers of the necropolis. “They didn’t take the (stone) beds and put them there — they carved (the room and its contents) from the hillside.”

Perhaps most incredibly of all, the beds that the bodies once lay on had integral carved stone pillows that look completely lifelike, as if they are made of down.

Unlike the Roman catacombs, which were carved out of the tufa by ordinary people in an effort to make a suitable burial place for the early Christians, the tombs of the necropolis at Ipogeo dei Cristallini were expertly carved by skilled professionals and boast a wealth of colorful frescoed garlands, and even trompe l’oeil paintings.

One jaw-dropping view greets visitors to the necropolis when they enter one room, which is presided over by the Gorgon Medusa, whose job it is to scare off all the evil spirits who might disturb the souls of the deceased.

The survival of the necropolis complex is for the most part due to the care of the di Donato family, whose scion first had the necropolis excavated in the 1800s — at which time many of the objects found were removed and taken to the Museum National Archaeological Museum of Naples (MANN) and the Soprintendenza.

Numbering approximately 700, they have been displayed at the Museum ever since that time. Some other objects from the necropolis are also in the collection of the family as well.

It was the Baron who had the staircase built that takes visitors down into the necropolis; at the time, he invited local historians to survey the site and record descriptions of the tombs’ frescoes, which have tragically deteriorated since they were discovered.

This was also when the skeletons of the dead were removed from the necropolis — although there are pieces of bones there even today in some areas; these will undergo study before the remains are respectfully interred elsewhere.

After the flurry of activity in the 1800s, the ancient Greek necropolis once more became lost to the world outside of the sphere of the di Donato family; for 120 years they lay untouched behind a locked door in the Palace’s courtyard. No one from the general public ever knew about or was allowed to enter the area.

But that all changed, courtesy of Alessandra Calise Martuscelli, who married into the family.

“Twenty years ago,” she tells interviewers from the Smithsonian, “we went to the MANN to see ‘our’ room (where the Cristallini finds are exhibited), and I was overcome with emotion. It was clear that it was important to open it.”

Calise, who is a hotelier, and her husband Giampiero Martuscelli, an engineer, successfully applied for regional governmental funding and oversight for the necropolis in 2018. Federica Giacomini who supervised the ICR’s investigation into the site, is effusive regarding the priceless frescoes in the necropolis, stating “Ancient Greek painting is almost completely lost — even in Greece, there’s almost nothing left.

“Today we have architecture and sculpture as testimony of Greek art, but we know from sources that painting was equally important. Even though this is decorative, not figurative painting, it’s very refined. So it’s a very unusual context, a rarity, and very precious.”

Paolo Giulierini, the director of the MANN, who is also responsible for the priceless treasures at Pompeii, is keenly appreciative of the immeasurably important Greek cultural heritage of Neapolis as a whole. Despite the historical riches of Pompeii and Herculaneum he believes that Neapolis was “much more important” than they ever were, as a center of Hellenic culture that “stayed Greek until the second century CE.”

Moreover, the museum director believes that the Ipogeo dei Cristallini tomb complex compares only to the painted tombs that were found in Macedonia, the home of Philip II and Alexander the Great; he states that he believes they were “directly commissioned, probably from Macedonian masters, for the Neapolitan elite.

“The hypogeum teaches us that Naples was a top-ranking cultural city in the (ancient) Mediterranean,” Giulierini adds.

Tomb C is the most spectacular of all the four chambers which will open to the public this year. With fluted columns flanking its entrance, the steps leading down to its entrance are still painted red. Six sarcophagi, carved out of the bedrock in the shape of beds, feature “pillows” that still have their painted stripes, in hues of yellow, violet and turquoise; incredibly, the painter even added red “stitches” in the “seams” of the pillows.

The pigments used in these elegant sarcophagi are remarkable in themselves, says restoration expert Melina Pagano, pointing out the Egyptian blue and ocher used on the pillows, as well as the red and white painted floors and legs of the sarcophagi.

Pagano and her team at the ROMA Consorzio used a laser to clean small sections of the stone pillows.

While the only object not carved out of solid rock in the chambers is the life-sized head of Medusa, made from a dark rock, possibly limestone, and hung on a wall opposite the door, it is perhaps the most stunning individual object of them all in the necropolis, looking out on us today with a fearsome gaze across the millennia.

Unser Mauerbuch / Nasza książka o Murze Berlińskim

Ela Kargol / Krystyna Koziewicz / Ewa Maria Slaska

W piątek 21 stycznia o godzinie 18.30 w VHS Mitte na Antonstraße 37 (sala 207) zaprezentujemy nasze książki / Am Fr 21. Januar um 18.30 Uhr in der VHS Mitte Antonstraße 37 (Saal 207) werden wir unsere Bücher präsentieren.

Czyli dziś. / Dh. heute.

Czekają nas normalne aktualnie rygory pandemiczne – trzeba mieć dwa szczepienia plus test, albo być ozdrowieńcem plus test. Potrzebne są też oczywiście maski.

Es gelten übliche Anti-Covid-Bedingungen – man muss zwei Impfungen vorweisen oder genesen sein, dazu noch Test (also 2G+). Selbstverständlich muss man auch Masken haben.

Zastanawiałam się, co mam tu opublikować, żeby Was zachęcić do przyjścia na nasze dzisiejsze spotkanie i po dłuższym namyśle wybrałam wiersz o kościele wysadzonym w powietrze z powodu budowy Muru Berlińskiego. To piękny wiersz. Pisała o nim Ela Kargol – TU:

Milly Hilgenstock (1961)

Die Kirche steht leer und verlassen
Milly Hilgenstock /tłum. Ewa Maria Slaska (2019)

Cichy jest kościół, opuszczony
Es liegt an der Bernauer Straße
Inmitten der Stadt Berlin
Die Kirche, die jetzt verlassen,
Es steht eine Mauer darin.
Es mahnten so viele Stunden
Versöhnungsglocken die Stadt.
Sie klagten über die Wunden
Die Krieg uns geschlagen hat.
Nun sind die Glocken verklungen,
Vermauert die Kirchtür, das Tor.
Und wo Lieder gesungen
Schweigt jetzt Gemeinde und Chor.
Die Uhr am Kirchturm blieb stehen
Bevor es Mitternacht schlug.
Wohin Herr sollen wir gehen?
Wann ist des Wartens genug?
Was will der Zeiger uns sagen,
Der fünf vor 12 blieb stehn?
Die Mauer hat uns zerschlagen,
wir können uns nicht mehr sehn.
Wir grüßen drüben die Brüder,
Die jetzt durch die Mauer getrennt.
Wir wissen, wir sehen uns wieder,
Der Herr die Seinen doch kennt.
Die Kirche steht leer und verlassen,
Kein Licht, kein Orgelton mehr.
Und an der Bernauer Strasse
Die Steine klagen so schwer.
Die Zeit mag das Kreuz verhöhnen,
Es bleibt, wenn die Mauer zerfällt.
Dann wird uns wieder versöhnen
Gott über den Mauern der Welt.
Ulica Bernauer w Berlinie,
Linia co środkiem miasta bieży,
Cichy tu kościół, opuszczony
Mur, wieża i dzwony na wieży.
Te dzwony od tylu brzmiały lat
na cześć i chwałę pojednania
Obiecywały szczęśliwy świat,
I koiły wojenne rany.
Teraz przebrzmiały dzwonów tony,
Zamurowany kościół i drzwi.
A gdzie pieśnią dźwięczały dzwony
Milczy nawa i niemy jest chór.
Zatrzymał się zegar na wieży,
zanim północ wybiła w mroku.
Pokąd Panie trzeba nam wierzyć?
I czekania czas kiedy minie?
Co mówią wskazówki zegara,
Zatrzymane tuż przed północą?
Mur nam się spotkać nie zezwala
Mur nas wypędził na krawędź dnia.
Nasi bracia, siostry czekają,
martwy nas od nich mur oddzielił.
Wiemy, kiedyś się znów spotkamy,
Pan pozna swoich, nie traćmy nadziei.
Cichy jest kościół, opuszczony,
Nie ma blasku świec i organów.
Na ulicy wiodącej do Bernau
Płaczą kamienie i kraczą wrony.
Lecz przyjdzie czas, że krzyż urośnie,
Doczekamy, strwożeni, słabi.
Bóg pojedna nas z sobą radośnie
I niech moc znowu będzie z nami.

Aus unseren Bücher suchte ich für Euch ein Gedicht, geschrieben als die Berliner Mauer errichtet wurde – 1961. Die polnische Übersetzung fertigte ich, als Ela Kargol mit Joanna Trümner auf diesem Blog über die Mauer schrieben; der Beitrag über Versohnungskapelle, in dem auch dieses Gedicht seinen Platz fand, wurde veröffentlicht am 13. August 2019 zum Jahrestag der Errichtung der Mauer.

VHS-Antonstr-Mauerbuch – pdf zum Öffnen

Polkopedia (pomożecie?)

Właściwie to jest na blogu stała strona na temat Polkopedii, taka, na którą można wejść z każdego miejsca i wpisu na blogu, ale niestety nic się z nią nie dzieje, a przecież liczę na Was, drogie Czytelniczki i drodzy Czytelnicy, liczę na to, że będziecie mieli pomysły, sugestie i ochotę, żeby przygotować do Polkopedii kolejne wpisy o Polkach…

A zatem postanowiłam zaprezentować tu mój / nasz nowy pomysł.

Polkopedia (Encyklopedia Polek Za Granicą)

Drodzy Czytelnicy i drogie Czytelniczki tego bloga,
od dłuższego czasu mnie i moje przyjaciółki i przyjaciół zajmuje problem pamięci społecznej o kobietach, Polkach, które od XVII wieku działały w Berlinie i które znikają w zapomnieniu. Nie tylko te, które żyły dawno, ale również te, które były naszymi koleżankami i odeszły kilka lat, a nawet kilka miesięcy temu.

Konrad Kozaczek przygotował platformę, którą poświęciliśmy upamiętnieniu Polek w Berlinie, a która docelowo będzie mogła rozszerzać swój zasięg terytorialny – liczymy na to, że kiedyś powstanie platforma nt. Polek za granicą; będziemy się zajmować kobietami, które już nie żyją, tymi, które miały osiągnięcia, zasługują na pamięć, ale nie są powszechnie znane.

Logo: Konrad Kozaczek

Nazwaliśmy tę platformę – Polkopedią. Ma, zresztą nie tylko nazwą, przypominać Wikipedię, ma też jej strukturę, ale na pewno w założeniu jest znacznie bardziej osobista. We wpisach na temat kolejnych naszych bohaterek znalazły się nie tylko udowodnione fakty, ale również wspomnienia, historie z życia, nasze odczucia.

A tu nasze pierwsze linki do Polkopedii.

Polkopedia

https://polkopedia.org/wiki/Irena_Bobowska
https://polkopedia.org/wiki/Helena_Bohle-Szacka
https://polkopedia.org/wiki/Maria_Kurecka
https://polkopedia.org/wiki/Ewa_Bielska
https://polkopedia.org/wiki/Maria_Ciechomska
https://polkopedia.org/wiki/Halina_Romecki
https://polkopedia.org/wiki/Posłanki_z_Berlina
https://polkopedia.org/wiki/Joanna_Trümner

A to napisaliśmy na pierwszej stronie Polkopedii:

Witaj na Polkopedii!

Chcemy tu stworzyć Encyklopedię Polek. Dodajmy od razu dwa ograniczenia – interesują nas Polki, które żyły i działały poza Polską, i – to widać już w gramatycznej formie tego zdania – te, które były i odeszły. Oczywiście nie oznacza to, że nie doceniamy Polek w Polsce ani na całym świecie tych, które szczęśliwie wciąż jeszcze żyją. Ale gdybyśmy nie wprowadzili takich ograniczeń, projekt okazałby się niemożliwy do zrealizowania. Przyznajmy się zresztą – być może i tak nas przerasta. Lecz cóż, Wieszcz miał rację, mierzmy siły na zamiary, a nie zamiar podług sił.

Zaplanowaliśmy Polkopedię jako stronę, która ma zbierać wiadomości o Polkach aktywnych za granicą, które jednak już odeszły na Łagodne Łąki. Zaczynamy od Berlina, ale mamy w planach rozszerzenie naszej encyklopedii na wszystkie miejsca, gdzie Polki zapisały się w pamięci powszechnej lub swoich lokalnych społeczności. Dlatego nie możemy prowadzić tej strony sami i musimy liczyć na współpracę z Wami. Zasadniczo chcemy zapisywać / zatrzymywać pamięć o kobietach mniej znanych, czyli przypominać będziemy raczej Ewę Bielską, tłumaczkę z Berlina, niż Polę Negri (Apolonię Chałupiec), aktorkę z Hollywood, ale ponieważ liczymy na to, że w przyszłości to Wy będziecie wspólnie z nami współtworzyli / ły tę encyklopedię, nie możemy dziś przewidzieć, jak się ta nasza współpraca rozwinie i w którym kierunku poprowadzą nas Wasze poszukiwania i Wasze wpisy.

Projekt jest naszą prywatną inicjatywą, nie mamy instytucjonalnego wsparcia i nikt nam nie płaci za to, co robimy, nie mamy też reklam ani zasobów finansowych. Nie zarabiamy pieniędzy i w związku z tym nie możemy też nikomu płacić.

To chyba wszystko, co na początku chcielibyśmy Wam powiedzieć i bardzo się ucieszymy jeśli się do nas zgłosicie – jako autorki i autorzy, ale też jako osoby, które chciałyby razem z nami redagować i ulepszać Polkopedię.

Zapraszamy

Ewa Maria Slaska, redaktorka i Konrad Kozaczek, administrator

Zaczynamy

TU przejdziesz na stronę, na której znajdziesz “nasze Polki”, czyli pierwsze hasła w Polkopedii (jeśli nie widać linka, podpowiemy – kliknij w słowo TU)

A tu jeszcze kilka informacji

Jeśli masz ochotę budować razem z nami Polkopedię, prosimy o przestrzeganie kilku prostych zasad

  1. Przysyłajcie nam mniej lub bardziej gotowy wpis, który potem można uzupełniać
  2. Pozwólcie, że w celu ujednolicenia Polkopedii będziemy dokonywali zmian gramatycznych, stylistycznych i in.; jeżeli będą on dotykały spraw istotnych – skonsultujemy się z Wami
  3. Nie wydawajcie nam poleceń, tylko zróbcie samodzielnie wszystko, co możecie – interesują nas wpisy oryginalne
  4. Nie przysyłajcie tekstów reklamowych ani kopii wpisów w Wikipedii lub innych źródeł – pamiętajcie, że w dzisiejszych czasach łatwo jest wyśledzić plagiat, a oskarżenie o plagiat może zniweczyć cały projekt
  5. Zaopatrzcie wpis w przypisy, linki i zdjęcia
  6. Ale nie zapominajcie też o osobistych odczuciach – w przeciwieństwie do Wikipedii – jesteśmy bardzo zainteresowani wspomnieniami i osobistą refleksją

Jeśli masz ochotę finansowo wesprzeć Polkopedię, też prosimy byś zechciał(a) zaakceptować nasze zasady

  1. Nie piszemy na zamówienie
  2. Jeśli ktoś ofiaruje Polkopedii wsparcie finansowe, nie może to decydować o treści wpisów
  3. Prosimy o wsparcie dla pomysłu, a nie dla reklamy konkretnej osoby, nawet najbardziej zasłużonej
  4. Nie reklamujemy sponsora, ale na życzenie umieścimy w odpowiedniej rubryce podziękowanie dla osoby lub instytucji
  5. Nawet 1 euro nas wesprze

Reblog (rbb): Wie ich mich auf Omikron einstelle

Aktuelle Studienlage – Wie ich mich auf Omikron einstelle

Eine biologisch-technische Assistentin bereitet PCR-Tests auf das Corona-Virus von Patienten im PCR-Labor vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) für die Analyse vor. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)
Bild: dpa/Julian Stratenschulte

Milder als vorherige Varianten – aber auch so ansteckend, dass womöglich alle sich anstecken werden. Haluka Maier-Borst hat die neuesten Erkenntnisse zur Omikron-Variante gesammelt und versucht, für seinen Alltag Schlüsse daraus zu ziehen.

A: “Was machen wir eigentlich, wenn einer von uns Omikron kriegt?”
H: “Dann haben wir es wohl sowieso alle. Was sollen wir dann zu dritt in Quarantäne machen?”
J: “Makrame-Schaukeln für unsere Pflanzen?”

Nach fast zwei Jahren Pandemie hat sich in meiner WG die Erschöpfung und der Fatalismus breit gemacht. Wieder ein Winter, in dem die Zahlen steigen. Wieder ein Winter, in dem Clubs zu sind und Konzerte ausfallen. Dazu die Aussicht, dass es noch schwieriger wird, das Virus aus den eigenen vier Wänden zu halten. So geht es uns, aber auch vielen anderen.

Vielleicht reicht es darum nicht, nur den Stand der Forschung zusammenzufassen. Vielleicht ist es wichtig, mögliche Schlüsse für den eigenen Alltag zu skizzieren. Weil aber Überschriften wie “Was Sie jetzt beachten sollten” manchen schnell zu lehrerhaft vorkommen und teilweise regelrecht triggern, funktioniert dieser Text anders. Es sind schlicht meine Schlüsse für die nächsten Wochen, basierend auf den aktuellen Studien. Sie sind sicher nicht perfekt. Sie sind nur eine erste Idee.

Es ist klar: Die Chance, dass ich Omikron bekomme, ist hoch

Die nahezu senkrecht steigenden Kurven für Großbritannien, Dänemark, Australien, die USA, Kongo, Angola… all das zeigt, dass die Omikron-Variante viel mehr Menschen ansteckt als zuvor. Das zeigt eindrücklich diese Sammlung an Grafiken des britischen Datenjournalisten John Burn-Murdoch [twitter.com].

Nichts deutet darauf hin, dass uns in Deutschland das erspart bleiben könnte. Im Gegenteil. Inzwischen zeichnet sich dieser Trend auch in Berlin ab, nachdem sich die Meldelücke der Feiertage langsam geschlossen hat. Und das wird sich wahrscheinlich weiter verschärfen.

In England war in der ersten Jahreswoche schätzungsweise eine von 15 Personen positiv [ons.gov.uk]. In London war es gar eine von zehn. Wir als WG stellen uns inzwischen auch darauf ein, dass es uns erwischen könnte. Heißt: Der Kühlschrank ist voll und fiebersenkende Medikamente sind zur Hand.

Aber die Chance auf einen schweren Verlauf ist geringer als vor einem Jahr

In meinem konkreten Fall (31 Jahre alt, keine bekannten Vorerkrankungen) sprach aber schon am Anfang der Pandemie eher wenig für einen schweren Verlauf, ganz unabhängig vom Impfstatus. Und bei Omikron scheint es so zu sein, dass grundsätzlich die Infektion weniger schwer die Lunge angreift [spektrum.de]. Auch das Risiko auf einen schweren Verlauf selbst bei Ungeimpften ist wohl um etwa ein Viertel geringer als bei Delta [imperial.ac.uk]. Allerdings muss man dabei mehrere Dinge beachten.

– Auch ein leichter Verlauf könnte immer noch bedeuten, dass ich ins Krankenhaus muss, nur eben ohne Beatmung.
– Auch nach leichtem Verlauf kann man mitunter noch lange oder gar dauerhaft unter Atemnot und dergleichen leiden.
– Nach wie vor ist bei Geimpften das Risiko auf einen Krankenhausaufenthalt nochmal deutlich mehr verringert als bei den Ungeimpften.

Wenn ich aber ins Krankenhaus muss, könnte meine Versorgung schlechter sein als vor einem Jahr

Das wirkt auf den ersten Blick verwirrend. Trotz Rekord-Inzidenzen sterben deutlich weniger Menschen an Covid als vor einem Jahr. Die neue Variante scheint zudem milder zu verlaufen.
Wieso sollte ich also in der Klinik eine schlechtere Situation vorfinden? Der Grund dafür ist, dass durch die höhere Übertragbarkeit mehr Menschen gleichzeitig das Virus haben werden, wenn es so weiter geht. Die Belastung für das System als Ganzes ist damit höher.

Nimmt man mal für ein simples Rechenbeispiel an, dass bei 1.000 Infektionen mit Delta 100 davon ins Krankenhaus müssen und es bei Omikron 75 sind, Omikron sich aber doppelt so schnell verbreitet wie Delta. Dann wären es bei einer im Fall von Delta unter Kontrolle stehenden Entwicklung so, dass auch in der nächsten Woche sich wieder 1.000 Menschen neu infizieren und davon 100 schwer. Bei Omikron dagegen sind es in der folgenden Woche schon 2.000 und 150. In der dritten Woche sind es dann schon bei 4.000 Neuinfektionen 300 neue schwere Fälle. Sprich das Gesundheitssystem würde selbst bei derselben Kapazität schneller an seine Grenze stoßen. Erkrankte würden potenziell schlechter versorgt.

Hinzukommt aber noch, dass – ausgebrannt durch die früheren Wellen – weniger Personal in den Kliniken zur Verfügung steht und von diesem Personal sich auch einige anstecken und in Quarantäne gehen müssen. Kurzum: Wer in den nächsten Wochen auf die Intensivstation muss, könnte noch mehr in Konkurrenz zu anderen Fällen stehen. Entsprechend hat es Sinn, das eigene und das Risiko anderer vor einem schweren Verlauf möglichst gering zu halten. Und das geht mit bekannten Mitteln.

Was hilft: Boostern – oder, wenn noch nicht geschehen, erste Impfung abholen.

Die Studienlage zu den Booster-Impfungen hat sich in den vergangenen Wochen deutlich gefestigt. Relativ klar ist, dass ein Booster mit den mRNA-Impfstoffen wirkt und auch Infektionen mit Omikron verhindern kann. Konkret liegt die Wirksamkeit gegen symptomatische Infektionen wohl laut britischen Daten irgendwo zwischen 65 und 75 Prozent [gov.uk]. Eine andere frühere Studie hatte ähnliche Werte gefunden [khub.net.]. Das ist nicht so gut wie gegen den Wildtyp oder auch Delta, wo kurz nach der Impfung der Wert bei rund 90 Prozent lag. Aber es ist auch deutlich besser als die Mindestmarke von 50 Prozent, die für eine Zulassung für Impfstoffe angesetzt wurde.

Überhaupt hat es mir geholfen, gewisse Sachen noch mal in verschiedene Verhältnisse zu setzen und auch durchzurechnen. So zeigte zum Beispiel diese dänische Studie, dass Geboosterte sich bei Omikron drei Mal häufiger anstecken als bei Delta [medrxiv.org]. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass also gegen Omikron-Infektionen die Impfstoffe gar keinen Schutz bieten. Das stimmt aber nicht.

Nehmen wir mal die Zahlen zur Wirksamkeit aus Großbritannien. So bedeutet die Wirksamkeit von 65 Prozent Folgendes: Von 100 Menschen, die sich ganz ohne Impfung mit Omikron angesteckt hätten, stecken sich trotz drei Impfungen dann 35 immer noch an. Bei Delta waren es dagegen von den besagten 100 nur etwa 10. 35 durch 10, das ergibt 3,5 und ist in etwa der Wert der dänischen Studie. Es heißt aber eben auch, dass etwa zwei Drittel derer, die ohne Impfung sich angesteckt hätten, geschützt sind. Dieser Wert sieht gewissermaßen nur so schlecht aus, weil gegen Delta die Booster-Impfung hervorragend gewirkt hat.

Außerdem ist inzwischen auch klar, wie gut die Wirksamkeit gegen Krankenhausaufenthalte ist. Hier reden wir sogar vor einer Wirksamkeit von ungefähr 90 Prozent. Selbst die Spätentschlossenen mit momentan nur einer Impfung oder mit zwei Impfungen, die aber mehr als sechs Monate zurück liegen, haben schon einen gewissen Schutz. Das Risiko auf einen schweren Verlauf mit Klinikbehandlung ist bei ihnen halb so groß wie ohne Impfung. Selbst wenn man sich also geimpft anstecken kann, sind die Folgen vollkommen andere.

Insgesamt muss ich darum sagen: Wenn mir kurz nach der ersten Welle jemand einen Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 65 Prozent versprochen hätte, wäre ich heilfroh gewesen. Klar, ein an Omikron angepasster Impfstoff wäre noch besser, aber das eigene Risiko minimiert sich dramatisch mit der Impfung.

Auch imperfekte Tests können das Risiko minimieren

Immer wieder wird berichtet, dass die Schnelltests nicht anschlagen. Wir haben unter Kollegen und Kolleginnen oft auch darüber gesprochen. Gleichzeitig haben immer wieder Forscherinnen und Forscher berichtet, dass in Labortests sehr wohl die Antigen-Tests auf Omikron anschlagen. Was ist also das Problem?

Omikron ist ansteckender, auch weil wohl weniger Virusmenge nötig ist, um eine Person zu infizieren. Die meisten Schnelltests schlagen aber erst bei einer großen Virusmenge positiv aus. Das heißt: Eine Person kann mit Omikron infiziert und womöglich ansteckend sein, ohne dass der Schnelltest ausschlägt. Das Problem bestand schon bei der Delta-Variante des Coronavirus, hat sich durch Omikron aber verschärft.

PCR-Tests müssen wohl ebenfalls ein wenig mit Vorsicht interpretiert werden. Auch sie schlagen womöglich am ersten Tag einer Omikron-Infektion nicht sofort an, weil noch nicht genügend Viren und damit genügend Virus-Erbgut da ist, damit der Test anschlägt, wenngleich PCR-Tests um ein Vielfaches sensibler sind als Schnelltests.

Der Epidemiologe Michael Mina aus Boston fasst die Sachlage darum mit folgendem Fazit zusammen [twitter.com]: “Wenn Sie Symptome haben, gehen Sie erstmal davon aus, dass Sie positiv sind – egal was der Test sagt. Aber seien Sie sich auch sicher: Die Tests können Omikron finden – nur nicht unbedingt an Tag 1.” Entsprechend haben wir ein paar Tests zu Hause, lassen uns regelmäßig bei der örtlichen Apotheke in der Nase bohren und wissen auch, wo die öffentliche PCR-Teststelle in der Gegend ist.

Für alles Weitere gilt: Abwägen

Ja, es gibt die Einzelberichte von Menschen [cnn.com], die sich in der Quarantäne womöglich über einen Hotelflur hinweg mit Omikron angesteckt haben. Und es wird sicher auch Menschen geben, die sich selbst umgeben von Erkrankten in einem gut besetzten Auto nicht angesteckt haben. Am Ende ist alles Biologie. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Aber eben mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten.

Der Wissenschaftsjournalist Lars Fischer hat das schon vor einer Weile ganz gut zusammengefasst, nämlich mit einem Vergleich der Infektion zum Würfeln einer bestimmten Zahl. Das eine ist das Risiko der einzelnen Situation, in der man anderen Menschen begegnet. Das ist gewissermaßen die Anzahl an Seiten, die der Würfel hat. Je weniger Seiten der Würfel hat, desto eher würfelt man eine Eins und infiziert sich. Das andere ist die Frage, wie oft man sich trifft beziehungsweise würfelt. Je häufiger man würfelt, desto eher erwischt man eine Eins. Und dann ist da noch der Effekt der Impfung, die Fischer gewissermaßen mit einem Extrawurf vergleicht. Sprich nur wenn man bei einem Wurf eine Eins gewürfelt hat und dann auch beim Extrawurf der Impfung eine Eins hat, ist man angesteckt.

Doch klar ist auch: Das Leben ist nicht nur ein Infektionsrisiko. Wir brauchen andere Menschen, wir brauchen Gemeinschaft. Entsprechend verstehe ich die, die sich mit ihren Freunden treffen wollen, und noch mehr die Eltern, die ihre Kinder nicht wieder im Distanzunterricht sehen wollen. Aber beim einen ist vor allem die Frage, wie oft man würfelt (muss ich drei Mal die Woche in die Kneipe mit den Kumpels?). Und beim anderen, wie man das Risiko der einzelnen Situation mindert (Könnte man mit Tests, Lüfter, Masken im Unterricht, kürzeren Unterrichtsstunden entgegenwirken?). Kompromisse zu schließen, kann das Infektionsrisiko senken und gleichzeitig dafür sorgen, dass man in diesem zweiten Corona-Winter nicht vor Einsamkeit eingeht.

Und vor allem wichtig: nicht an einfache Gewissheiten klammern

Eine letzte Sache ist vielleicht aber am wichtigsten in der Pandemie – und die hat wenig mit Impfstoffen, Tests und Masken zu tun. Es ist die Art zu denken.

Da ist zum einen das Akzeptieren der Tatsache, dass es keine einfachen Gewissheiten und Lösungen gibt. Ja, es stimmt: Mehr Kinder, mehr Erwachsene waren 2021 von Depressionen betroffen als in Vorjahren. Das ist eine Tragödie. Aber die Alternative ist eben nicht ein normaler Berufs- und Schulalltag ohne Maßnahmen, wie wir ihn vor Corona kannten.

Zu glauben, dass zum Beispiel Kinder glücklich sind, während eine Pandemie durchs Land schwappt, solange sie nur in die Schule können, ist für mich eine absurde Idee. Die Frage ist eher, wie man angesichts dieser Umstände am besten so etwas wie Normalität etabliert. Wie man testet, schützt und Menschen in Krisen psychisch unterstützt. Wie man körperliche und geistige Gesundheit von allen in der Gesellschaft so gut es geht austariert.

Gleiches gilt auch für den Umgang mit Prognosen, Modellen, Szenarien. Nur weil sie nicht eins zu eins eintreten, heißt das nicht, dass da lauter Ahnungslose am Werk sind, so wie es gerne ein paar meinungsstarke Lautsprecher erklären. Es zeigt vielmehr, dass es verdammt schwierig ist, das Verhalten eines neuen Erregers bei Millionen von Menschen mit unterschiedlichem Impfstatus, verschiedenem Verhalten und unterschiedlichen Einflussfaktoren abzuschätzen. Und trotzdem kann die grobe Abschätzung, was als nächstes kommt, dabei helfen, richtig zu reagieren.

Der andere Teil dieses “pandemischen Denkens” ist aber der Wille, sich zu korrigieren und zu lernen. Als die ersten Fälle in Bayern auftauchten, waren einige von der Akribie der Ärzte vor Ort beeindruckt. Man hatte nachvollzogen, dass Patient Null den anderen einen Salzstreuer gegeben hatte und vermutete, das er darüber diese angesteckt hatte [reuters.com].

Zwei Jahre später wirkt das natürlich geradezu absurd, Man weiß inzwischen, dass sich der Erreger über die Luft überträgt. Wer welchen Salzstreuer in der Hand hielt, ist vollkommen egal. Nur das heißt eben nicht, dass die Leute vor zwei Jahren dumm waren. Sie wussten es nicht besser – und das ist ein feiner Unterschied.

Ich habe vor ein paar Wochen geschrieben, dass man eher auf Dänemark als auf Großbritannien schauen sollte, wenn es um die Pandemiebekämpfung geht. Rückblickend war das zu einfach formuliert. Denn ja, die Informationspolitik der Dänen war sicher besser als hierzulande. Aber das Fallenlassen von allen Maßnahmen war zu früh. Eine Pandemie endet nicht von einen auf den anderen Tag. Man erreicht nicht die Herdenimmunität und dann endet der Spuk schlagartig.

Selbst die besten Forscherinnen und Forscher, die besten Politiker und Politikerinnen haben sich geirrt und werden sich irren, selbst wenn sie sich so gut es geht informieren und ihre Arbeit so gut es geht tun. Das größere Misstrauen sollte man nach zwei Jahren Corona-Achterbahn gegenüber denen haben, die sich kein einziges Mal korrigiert haben.

Reblog: Interview mit Barrie Kosky

berliner-zeitung.de

Susanne Lenz

Mir soll keiner Nicht-Jude sagen, was Antisemitismus ist

Im Dezember hat der Berliner Antisemitismus-Beauftragte Samuel Salzborn ein Dossier (PDF-Dokument) vorgelegt, das 290 Straßennamen mit antisemitischen Bezügen auflistet. Angefertigt hat es in Salzborns Auftrag ein Historiker, dieser schlägt bei rund 100 Namen eine Umbenennung vor. Getilgt werden soll etwa der Name Martin Luther, aber auch der des Komponisten Richard Wagner. Barrie Kosky, der Intendant der Komischen Oper Berlin, ist Jude. Was sagt er zu der Debatte?

Wer ist Richard Wagner für Sie?

Richard Wagner ist einer der wichtigsten Künstler aller Zeiten, das ist keine Frage. Er ist genauso bedeutend wie Bach. Er hat die Musik revolutioniert. Gleichzeitig ist der Mann unerträglich und seine Stücke sind hochkomplex und widersprüchlich. Das macht ihn so interessant. Ich werde von Wagner angezogen wie eine Motte vom Licht.

Er war auch Antisemit. Ist diese Haltung in seine Musik eingeflossen?

Ja, auch wenn es Leute gibt, die sagen, seine Opern stünden für sich. Die sagen, c-Moll könne nicht antisemitisch sein. Ich sage: c-Moll kann antisemitisch sein. Und Wagner hat ja nicht nur Musik geschrieben, sondern Musiktheater. Das heißt, es gibt Text, Worte. Und diese Worte haben Kontext. Man muss schon komplett die Realität verleugnen, wenn man nicht sehen will, dass es antisemitische Elemente und Tendenzen in seinen Opern gibt.

Trotzdem haben Sie 2017 die „Meistersinger“ in Bayreuth inszeniert, als erster jüdischer Regisseur.

Ich sage ja auch nicht, dass man diese Opern wegschmeißen soll, weil Wagner Antisemit war. Absolut nicht! Aber meine erste Antwort an Katharina Wagner war nein. Dann hat sie mir ein halbes Jahr Zeit gegeben. Und wenn ich Wagners Blut rieche, fällt es mir tatsächlich sehr schwer, das nicht zu machen. Die einzige Möglichkeit war, in die Tiefe dieses Stücks zu gehen, einen kritischen Blick darauf zu werfen, aber es auch zu zelebrieren, mit Humor, Ironie und ein paar provokativen Momenten, in denen man Salz in die Wunde gibt. Ich kann die Zuschauer nicht sechs Stunden da sitzen lassen und ihnen die ganze Zeit zeigen, wie furchtbar Richard Wagner ist.

In einem von dem Berliner Antisemitismus-Beauftragten Samuel Salzborn in Auftrag gegeben Gutachten zu Straßennamen mit antisemitischen Bezügen wird empfohlen, den Namen Richard Wagners von Plätzen und Straßen zu tilgen. Was halten Sie davon?

Ich finde es lächerlich. Meine erste Reaktion war wirklich schallendes Gelächter. Das kommt mir vor, als sei das aus einem Film von Mel Brooks darüber, wie der Deutsche im 21. Jahrhundert mit Richard Wagner und Antisemitismus umgehen soll. Meine zweite Reaktion war Wut.

Es gibt ja eine ganze Liste von Namen, die aus dem Straßenbild getilgt werden sollen, etwa 100.

Ich finde es grauenhaft, dass jemand im Deutschland des 21. Jahrhunderts Listen macht. Wir haben im 20. Jahrhundert genug von deutschen Listen gesehen. Nicht nur in der Nazi-Zeit, sondern auch in der DDR. Im Deutschland des 21. Jahrhunderts sollte es ein Listenverbot geben. Listen sind gefährlich. Künstlerisch, politisch und gesellschaftlich. Und diese Liste ist nicht wirklich wissenschaftlich, sie ist eine dilettantische Provokation.

Ein Historiker hat sie im Auftrag Salzborns angefertigt.

Ja, natürlich. Und ich meine auch nicht, dass er als Historiker dilettantisch ist. Ich denke, dass er das Herz am rechten Fleck hat. Aber diese Liste ist dilettantisch. Man sagt nicht: Hier ist eine Liste und jetzt lasst uns diskutieren. Die Debatte muss zuerst kommen, und dann guckt man, was dabei herauskommt. Diese Liste differenziert nicht zwischen einem Politiker, einem Künstler, einem Autor. Es gibt keine Grauzone. Es kommt mir vor, als basiere diese Liste auf einer Wikipedia- und Google-Recherche, um diese Namen zu finden. Wenn man Samuel Salzborns fragwürdigen Ansatz zu Ende denkt, müsste man eigentlich alle Kirchen schließen.

Warum?

Wagner hat den Juden in Deutschland viel weniger Probleme gemacht als die katholische und protestantische Kirche 2000 Jahre lang. Die Kirchen haben mehr jüdisches Blut an den Händen als all die 300 Menschen auf der Liste zusammen. Ich kenne Herrn Salzborn nicht, aber ich möchte nicht schon wieder von einem nicht-jüdischen Mann hören, was antisemitisch ist. Ich glaube, viele Juden in Deutschland haben genug davon. Deutsche Juden, Juden aus Israel. Genug ist genug!

Zurück zu Richard Wagner. Was macht Sie so wütend?

Dass jemand sagt, der Richard-Wagner-Platz muss weg. Auch wenn er antisemitische Sachen geschrieben hat – damit geht man durch eine Tür, durch die man nicht zurückkommen kann.

Was sollte man stattdessen tun?

In Salzburg gibt es einen Karl-Böhm-Saal. Es hat zunächst einen Aufruhr gegeben, dass nach Karl Böhm mit seiner Nazi-Vergangenheit ein Saal benannt wird. Deshalb gibt es nun neben seinem Namensschild ein zweites Schild mit dem historischen Kontext. Genauso könnte man am Richard-Wagner-Platz einen Kontext geben. Den Namen einfach zu tilgen, hilft niemandem und rettet kein einziges jüdisches Leben. Stellen wir uns vor, dass Herr Salzborn Erfolg hat: Richard Wagner wird gestrichen, es kommt Giacomo Meyerbeer dorthin. Und es gibt keinen Dialog mehr, keine Auseinandersetzung über Wagner. Das finde ich hochproblematisch.

Andere Straßen in Berlin werden ja auch umbenannt. Die Mohrenstraße zum Beispiel.

Das ist ein ganz anderer Fall. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die gegen die Umbenennung der Mohrenstraße sind, die behaupten, der Name habe nichts mit Rassismus zu tun und weise nur darauf hin, dass hier einmal schwarze Menschen gewohnt haben. Aber der Name diente als Warnung: Aufpassen, hier wohnen keine deutschen Menschen. Ganz genau wie bei den Judengassen in deutschen Städten. Die dienten nicht dazu, jüdische Kultur zu zelebrieren. Es war eine Warnung, dass hier schmutzige, dreckige Juden wohnen. Das Gespräch über Hautfarbe, Sklaverei, Kolonialismus ist anders als ein Gespräch über einen Künstler oder einen Schriftsteller. Ganz anders. Und wichtiger, viel wichtiger! Und noch etwas: Sollte es einen Goebbels-Platz geben? Nein! Sollte es einen Göring-Platz geben? Nein! Politiker sind wieder etwas ganz anderes.

Inwiefern?

Ein Politiker, der furchtbare Dinge getan oder gesagt hat, hat einen ganz anderen Einfluss und eine ganz andere Verantwortung als Richard Wagner. Und ich finde es wirklich interessant, fast grotesk, dass ich eine flammende Rede für den Erhalt des Richard-Wagner-Platzes halte. Dass ich jetzt auf einem Podium stehe und rufe: Save our Richard-Wagner-Platz.

Gut, dass Sie auf diese Absurdität hinweisen.

Es ist total absurd. Mir ist sehr bewusst, dass ein Antisemitismus-Beauftragter eine schwierige Position hat. Dieser Mann muss seinen Job machen, also erstellt er eine Liste mit 300 Namen und alle reden über ihn. Das ist keine ernsthafte Debatte, it’s marketing. Ich nehme es jedenfalls nicht ernst. Und ich denke, ein Großteil der Bevölkerung rollt ebenfalls mit den Augen. Aber es gibt natürlich etwas, worüber diskutiert werden muss.

Worüber denn?

Zum Beispiel über das Humboldt-Forum. Diese Katastrophe! Das Kreuz! Die Inschrift! Was das bedeutet. Da muss es einen richtigen Dialog geben, eine Lösung für die Konfusion an historischen und kulturellen Fragestellungen. Das Humboldt-Forum ist für mich eine Metapher für den schrägen Diskurs über diese Themen in Deutschland. Ich sage auch nicht, dass alle Namen auf der Liste unproblematisch sind. Überhaupt nicht. Aber lasst uns das mit den Mitteln der Bildung und des Dialogs angehen. Und nicht, indem man sagt: Alles weg. Discussion, not denial!

Salzborn hat die Liste als Diskussionsgrundlage bezeichnet.

Ja, aber er legt mit der Veröffentlichung der Liste doch schon das Vorgehen fest. Wir müssen auf die Liste reagieren und können nicht in einen offenen Dialog treten. Menschen wie Samuel Salzborn und Felix Klein führen dieses Gespräch in einer Form, die die Debatte über wirklich wichtige Themen schwächt und alles schwarz-weiß macht. Sie lassen gar nicht die Möglichkeit, unterschiedliche Meinungen zu haben. Das ist sehr gefährlich. Kein deutscher Politiker und keine deutsche Institution kann politisch etwas gegen Israel sagen. Wir sind in der absurden Situation, dass Samuel Salzborn und Felix Klein (Antisemitismus-Beauftragter der Bundesregierung, Anm. d. Redaktion) deutsche und israelische Juden kritisieren, wenn sie etwas machen oder sagen, das nicht in ihre politische Agenda passt. Aber man muss Judentum und Israel trennen. Und man kann und sollte politische Entscheidungen Israels als problematisch bezeichnen können. Israels Politik zu kritisieren hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Aber in Salzborns und Felix Kleins Augen schon.

Denken Sie dabei auch an die BDS-Resolution des Bundestags? *

Genau. Und ich sage: Aufpassen, Deutschland! Natürlich hat das Land eine besondere Verantwortung für jüdische Kultur und Juden und Israel. Das alles steht in einer hochkomplexen Beziehung zueinander. Aber unter guten Freunden muss man es sagen können, wenn etwas falsch läuft. Angesichts von zwei Millionen Menschen in dem Gefängnis Gaza, muss man den Mut haben, zu sagen, das geht nicht! – Und zwar ohne als Antisemit abgestempelt zu werden. Das Israel-Palästina-Problem zu lösen, ist viel wichtiger, als zu sagen, der Richard-Wagner-Platz muss weg.

___

* BDS steht für Boycott, Divestment und Sanktionen – Bewegung (Boykott des Staats Israel). Bundestag sprach sich aus gegen diese politische Strömung. Mehr zu lesen hier: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw20-de-bds-642892

* Dossier mit 290 verpönten Namen mit “antisemitischen Bezügen” ist hier: