Decolonize Human Rights!?!

Ewa Maria Slaska & Brigitte von Ungern-Sternberg

Ewa:
Heutzutage dekolonialisiert man alles. Vor einm Jahr oder so habe ich im Zeit Magazin gelesen, dass “2×2 = 4” auch ein Zeichen der patriarchalen Supremation der alten weißen Männern ist und “wir”, z.B. Transtanzende Transfrauen aus Transistria, ein anderes mathematischen Prinzip haben können, das für uns das A und O der Wissenschaft symbolisieren wird. Zum Beispiel transition probability. Wir sollen wissen, dass Beweise in der Wirklichkeit nicht existieren und nur imaginär sind, damit wir sie in allen unseren Beweisführungen als pure Behauptungen nutzen können. Saben Knaecke schreibt auf dem Quora Portal: Die Behauptung “2 x 2 = 4” sei “wahr”, beruht darauf, dass es eine Reihenfolge von Symbolen gibt, in der auf die “2” die “3” kommt und auf “die “3” die “4” . Nur DADURCH ist die Behauptung “2 x 2 = 4” wahr.
Der Mathematiker schreibt es so: 2=succ(1), 3=succ(2), 4=succ(3) usw. usf. Die Antwort sieht entsprechend aus.
Es gibt auch ein paar andere Antworten. Die lassen wir aber.

So. Und jetzt zur Fragen von Brigitte.

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Gedanken zum Tag der Einheit

Brigitte von Ungern-Sternberg

Geschrieben am Tag der Einheit, 3. Oktober 2023:

Ich habe vor kurzem auf youtube die vierteilige Serie ‚Deutsche und Polen‘ (Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg, 2002) wiedergesehen – in allen Teilen eine sehr sehenswerte, wertvolle Fernsehproduktion!

Der letzte Teil betitelt ‘Vertreibung, Erstarrung, Versöhnung‘  hat mich am meisten bewegt.  Es geht um die Geschichte einer Nachbarschaft in der langen Phase der Nachkriegszeit, in der ich aufgewachsen bin in den Jahrzehnten des ‚eisernen Vorhangs‘,  des Fallen dieses ‚Vorhangs‘  1989 und den Folgejahren darnach. 

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Imperien – Imperialismus – Russland heute

Brigitte von Ungern-Sternberg

Es jährt sich der russische Überfall auf die Ukraine, der Kriegszustand ist ein dauerhafter geworden mit allen Begleiterscheinungen weit über die Ukraine hinaus.

Im gedanklichen Austausch mit einem ‚Putinversteher‘ habe ich angefangen, ein paar Überlegungen anzustellen, die sich mit weiter zurück liegenden geschichtlichen Entwicklungen befassen.  

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Krieg und Panik

Der Beitrag wurde von Brigitte von Ungern-Sternberg zusammengestellt.

Deutschland liefert endlich Mal etwas mehr als alte Helme in die Ukraine. Dh. Panik wächst.

Liebe Ewa,  liebe Ela, (gemeint ist Ela Kargol – Anm.d.R.)

es gibt eine interessante ARTE Doku darüber, wie die Anrainerstaaten der Ostsee aufrüsten, um Putin ‚klare Kante‘ zu zeigen. Ihr habt sie ja vielleicht schon gesehen. 

Ich denke, Putin wird der Appetit auf weitere ‚militärische Aktionen‘ inzwischen vergangen sein, solange er sich mit der Ukraine abarbeitet. Aber man kann nie wissen.

Aus Estland bekam ich Fotos von Sandskulpturen mit aktuellem Thema, die im Sommer entstanden sind, zwei davon im Anhang.

Mit allen guten Wünschen für 2023, hoffentlich hört der Krieg bald auf!!!

Brigitte

Spaziergänge in Berlin – Mitte

Brigitte von Ungern-Sternberg

Berliner ‚Schlossfreiheit‘ und Bauakademie

Seit 1976 ist Berlin mein Wohnort und inzwischen Heimat. Wie oft war ich in Ostberlin vor der ‚Wende‘? Nicht oft: Ich besuchte das Pergamonmuseum, speiste beim ‚Gastmahl des Meeres‘ und kaufte in einer Buchhandlung Unter den Linden Bücher und Platten. Nach diesem Anfangsprogramm fiel mir zu Ostberlin nicht mehr viel ein. Dorthin fahren mit der umständlichen Voranmeldung über das Besucherbüro und dem Zwangsumtausch – wofür? Ich hatte weder Verwandte noch Freunde in Ostberlin. Auf der westlichen Seite dagegen gab es viel zu erkunden. In der Stadtmitte verblasst inzwischen allmählich das Erscheinungsbild der früheren Hauptstadt der DDR. Es wird gebaut, rekonstruiert, repariert …. es ist auch die Suche nach einer neuen Identität. Wieviel DDR darf dabei sein? Wieviel Repräsentanz von früheren geschichtlichen Orten und Gebäuden?

Das Schloss/Humboldtforum steht. Ich habe dort vor kurzem die Ausstellungsräume mit Kulturgegenständen aus Asien, Afrika und Ozeanien besichtigt in überwältigender Fülle und Qualität. Es war kein Problem, eine Eintrittskarte zu bekommen: stehen in einer kurzen Schlange vor den Ticketschaltern, eine halbe Stunde warten, keinerlei Voranmeldung im Internet. Jetzt weiß ich, was im Schloss ‚drin‘ ist und auch, dass man mehrfach hingehen muss, um die Sammlungen gebührend zu betrachten und zu bewundern.


In der unmittelbaren Nachbarschaft des Schlosses wird jetzt der Wiederaufbau der Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel in Angriff genommen. Es wurde 1836 fertig und Schinkel bezog dort eine Dienstwohnung. Die Bauakademie war außen wie innen ein überaus nobler Bau und gleichzeitig ‚progressiv‘, insofern als es ein Prototyp war für unzählige nichtkirchliche Ziegelbauten in Berlin, z.B. Schulen. Auf dem Gemälde von Friedrich Wilhelm Klose sieht man die Bauakademie am Spreekanal mit einem äußerst niedrigen Wasserstand – es war wohl ein besonders trockener Sommer. Auf der anderen Seite des Kanals befinden sich die Gebäude der ‚Schlossfreiheit‘, sie verdecken die Sicht auf das Stadtschloss dahinter. Diese ‚Schlossfreiheit‘ samt Flussbad im Spreekanal wurde abgeräumt, um dem Nationaldenkmal von Kaiser Wilhelm II Platz zu machen. Es wurde errichtet in den Jahren 1895 – 97. Die Bürgernähe der früheren preußischen Könige verschwand, es gab um das Schloss herum nunmehr kaiserlichen Abstand. Die Bauakademie hat es mit Würde ertragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bauakademie eine Ruine, das Schloss wurde gesprengt und das Nationaldenkmal abgetragen.

Auf einem Foto von 1952 steht auf dem Ort des Nationaldenkmals eine Art Galerie gekrönt von einer Taube, der Platz ist offenbar dem Frieden gewidmet. Eine neue Sinngebung für den Standort. Die Galerie samt Taube ist irgendwann wieder verschwunden. Auf der anderen Seite des Kanals sieht man auf dem Foto die Ruine der Bauakademie. Die stand noch bis in die50er Jahre, man hätte sie wieder instandsetzen können so wie die Schlossruine auch. Es gab sogar einen Plan dafür. Daraus wurde nichts, die Ruine wurde abgetragen und das Außenministerium der DDR auf dem Grundstück gebaut. Basta!

Derzeit wird eifrig auf dem Baugrund der Schlossfreiheit/ Nationaldenkmal/ DDR Friedensgalerie an dem Fundament für das ‚Einheitsdenkmal‘ gebaut. Es entsteht wieder ein Gedenkort: für das wiedervereinigte Deutschland. Und die Bauakademie? Einen Investor für ihren Wiederaufbau hat man gesucht und nicht gefunden. Auf dem Grundstück findet derzeit eine archäologische Grabung statt. Eine Bundesstiftung hat die Aufgabe für den Wiederaufbau übernommen.

Wir dürfen gespannt sein!

Angela

Brigitte von Ungern-Sternberg

Angela Merkel beschäftigt mich immer noch. Ich nahm mir ein Interview vor, das Günter Gaus mit ihr 1991 geführt hat. Da war sie noch Helmut Kohls ‚Mädchen‘. 
Dieses ‚Mädchen’ hat ihm später die Stirn geboten und aus dem Amt gejagt. Nach den Regierungsjahren mit Kanzler Schröder, ist Angela Merkel an ihren männlichen Konkurrenten vorbei ins Kanzleramt gezogen und hat dort 16 Jahre lang residiert. Sie wurde immer wieder im Amt bestätigt. Schon bemerkenswert!
Ihr Mienenspiel ist interessant und manchmal interessanter als das, was sie sagt.  Anbei eine kleine Auswahl.


Angela Merkel war eine Ossifrau im höchsten Regierungsamt. Man könnte meinen, die Ex-DDRler hätte das mit Stolz erfüllen können. Mitnichten! Die wählen lieber die AFD, wenn sie ‚konservativ‘ wählen wollen. Da steht die SPD inzwischen besser da. 
Nun ist ihre Zeit vorbei, mal sehen wie unsere nächste Regierung sein wird!?!

Großberlin und wir

Quelle: Internet

Ewa Maria Slaska

Es ist ein von meinen Lieblings-Jahrestagen: 101. Jahrestag des Entstehens / Konzipierens / Zusammenklebens von Großberlin. Das Ungetüm ist am 1. Oktober 1920 ins Leben gerufen werden. So ein Frankenstein, zusammengeklebt aus 8 Städte, 59 Dorfgemeinden und 27 Guts.
Immer benutzte ich das Entstehens des Grossstadt Berlin als Erklärung, weshalb es in Berlin 270 Friedhöfe gibt, ich glaube, es sind mehr als in jeder anderen Großstadt der Welt. Jetzt sehe ich, dass auch marode Schulen und chaotische Wahlumstände auf dieses Ereignis zurück zu führen sind. Sehr interessant.

Lese weiter: https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F-Berlin

Brigitte von Ungern-Sternberg

Zur Wahl gehen in Berlin, das war für viele Berliner*innen  kürzlich ein Erlebnis ganz besonderer Art. 
Ich ging zu einem Wahllokal, in dem ich zuvor noch nie gewählt hatte. Nach über einer halben Stunde Warten in der Schlange kam ich in ein Winzzimmer mit zwei Kabinen. So etwas hatte ich zuvor noch nie erlebt. 
Wie ich hinterher erfuhr, kam ich damit noch ziemlich glimpflich davon. Eine Freundin wartete in einem Wahllokal in der Nähe 1,5 Stunden darauf, ihre diversen Stimmen abzugeben. 
Insgesamt herrschte das wahre Chaos in ganz Berlin.

In der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG gibt es dazu einen ausführlichen Kommentar, siehe beigefügter PDF.
Vorab ein kleiner Auszug, der mir gefallen hat, weil in ihm Berliner Schulen als „einstürzende Schulbauten“ beschrieben werden. Nur allzu wahr, wie ich aus eigener Anschauung bestätigen kann.

…Vor mehr als 100 Jahren entstand Groß-Berlin als Zusammenschluss von vielen selbstbewussten Orten, die einander eher skeptisch beäugten. Das hatte die Folge, dass man in Berlin bis heute meh- rere Städte zum Preis von einer bekommt, je nachdem, ob man in Köpenick, Wedding, Spandau, Pankow oder Kreuzberg unterwegs ist. Aber es hat zusammen mit vielen historischen Brüchen auch dazu geführt, dass sich viele Bezirke, der Senat und die Berliner Landesregierung die Verantwortung teilen. Eine Schule zum Beispiel: Für das, was drinnen passiert, die Lerninhalte, ist der Berliner Senat zuständig, für das, was drumherum passiert, der jeweilige Bezirk. Wenn dann die Gebäude, die in Berlin gerne “einstürzende Schulbauten” genannt werden, saniert werden sollen, sind zwölf Bezirke, drei Senatsverwaltungen und vier kommunale Schulsanierungs-GmbHs am Werk, die sich ungern dreinreden lassen. Man muss nicht Franz Kafka heißen, um sich vorzustellen, wie gut ein solcher Apparat vorankommt…

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