My Polacy / Wir, Polen

Patrzą na nas naukowcy / Die Wissenschaftler schauen uns an

Ważna sprawa, napisała w mailu referentka: sytuacja najnowszych migracji z Polski do Niemiec! 

Poprosiłam ją o kilka słów od siebie o tym, co bada, czym się zajmuje, o czym pisze:

W wioskach i miastach, na obrzeżach, ale już coraz częściej w popularnych dzielnicach mieszkają Polki i Polacy. Mieszkają lub pomieszkują, jeżdżą w te i we wte albo nie jeżdżą już wcale do Polski właśnie, bo na jesieni długo się jedzie, pociągi się psują i łatwo spóźnić się do pracy w Niemczech.
A pracują wiele. Niemieckie statystyki podają, że najczęściej ponad 40 godzin tygodniowo, i w soboty też. Pracują w nowych formach zatrudnienia, czyli takich, które nie dają długotrwałego bezpieczeństwa socjalnego. Ale co tam. Wspaniale się zintegrowali. Pracują ładnie. Są zawzięci. Byle spłacić następny kredyt, byle posłać córkę na studia. A co z ich zaangażowaniem społecznym i politycznym? A co z równym traktowaniem? Czy mają równe prawa jako obywatele Unii Europejskiej? Kto się przejmuje ich losem, gdy nie mają na utrzymanie? Czy komuś zależy, żeby ich włączyć w społeczeństwo przyjmujące? Co to w ogóle oznacza? Czy niemiecka polityka ma odpowiedzi na potrzeby tych współczesnych podróżników pomiędzy dwoma krajami, których połączył w 1991 roku Traktat, co to teraz jednak niekiedy dzieli? O meandrach niemieckiej i polskiej oraz europejskiej polityki wobec polskich migrantów mowa będzie w następny wtorek w ramach Colloqium Klausa Zernacka.

Klaus Zernack Colloquium, 17. Oktober 2017

Vortragsreihe Migrationsprozesse und Kulturtransfer. Deutsche und polnische Kontexte

Prof. Dr. Michael G. Müller und Prof. Dr. Robert Traba laden gemeinsam mit Prof. Dr. Igor Kąkolewski ein
zum Vortrag von

Dr. Kamila Schöll-Mazurek
Integrations- und Poloniapolitik.  Erfüllen sie ihre Funktion für polnische Neuemigranten in Deutschland?

Kommentar:
Prof. Dr. Magdalena Nowicka (Berlin)

Dienstag, den 17. Oktober 2017, 19:00 Uhr

Bibliothek des Zentrums für Historische Forschung Berlin

der Polnischen Akademie der Wissenschaften

Majakowskiring 47

13156 Berlin-Pankow

783 085 polnische Immigranten leben derzeit in Deutschland, weitere suchen hier eine Perspektive. Gleichzeitig kamen viele Flüchtlinge nach Deutschland. Deshalb verschiebt sich der Fokus der deutschen Politik. Neben diesen aktuellen Herausforderungen bekommt die Integration der länger hier lebenden Migranten, vor allem aus der der Türkei und den nordafrikanischen Ländern, mehr Aufmerksamkeit. Die polnischen Zuwanderer werden auch als Strebermigranten oder unsichtbare Migranten bezeichnet, die sich hervorragend integriert haben. Was ist das eigentlich für eine Integration? Sind die Instrumente der Integrationspolitik für diese Gruppe angepasst? Wie ist diese Politik konstruiert und für wen?

In ihrem Vortrag stellt Dr. Kamila Schöll-Mazurek die Überzeugung infrage, dass die polnischen Immigranten in Deutschland hervorragend integriert sind. Sie zeigt, dass in einer Situation, wo die Politik auf viele Herausforderungen reagieren muss, die Grenze fließend ist.

Die Grenze zwischen Integration als Selbstläufer, wie sie sich in den Biografien zahlreicher polnischer Migranten zeigt, und einem verborgenen Scheitern, bei dem polnische Arbeitsnehmer zwar äußerlich integriert wirken, sich aber durch Schwarzarbeit um ihre Rente bringen, ihre Kinder bei den Großeltern aufwachsen lassen und durch ständiges Pendeln in beiden Gesellschaften den Anschluss verlieren.

Dr. Kamila Schöll-Mazurek forscht am Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien an Europa-Universität Viadrina. Sie promovierte 2010 über die rot-grüne deutsche Außenpolitik gegenüber Polen. 2017 erscheint ihre Monografie über die Situation der Neu-Immigranten aus Polen in Deutschland in ausgewählten Lebensbereichen (K. Schöll-Mazurek, Między polityką integracyjną a polityką polonijną. Status najnowszych polskich migrantów w Niemczech wybranych obszarach po 2011 roku, Księgarnia Akademicka, Kraków 2017).

Porady kulturalne / Kulturelle Ratschläge

Samstag / Sobota

Niemcy też mają długi weekend i jest on właśnie teraz. Zaczął się wczoraj, skończy 3 października wieczorem, w Dzień Jedności Niemieckiej. Wszyscy wyjechali, a ci co nie wyjechali pójdą w ten weekend co najmniej raz na jakiś event kulturalny. Wiele z nich jest za darmo. Tu poniżej podaję trzy z nich.

30. SEPTEMBER UM 17 UHR

Staatsoper für alle: Open-Air-Konzert und Live Übertragungen

Die Staatsoper ist zurück in ihrem Stammhaus Unter den Linden!

Nach mehr als sieben Jahren kehren das gesamte Ensemble, das Orchester, der Chor und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder an ihren angestammten Ort zurück. Das möchten wir mit euch allen feiern!

Eintritt frei! Dank BMW Niederlassung Berlin

Open-Air-Konzert STAATSOPER FÜR ALLE
30. Sep 17.00 Uhr Bebelplatz

Dirigent: Daniel Barenboim
Sopran: Diana Damrau
Mezzosopran: Okka von der Damerau
Tenor: Burkhard Fritz
Bass: René Pape
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Live-Übertragungen STAATSOPER FÜR ALLE
3. – 7. Okt. Bebelplatz

Im Rahmen von STAATSOPER FÜR ALLE werden alle Vorstellungen des PRÄLUDIUMS zur Wiedereröffnung der Staatsoper live aus dem Großen Saal übertragen: Die Eröffnungspremiere »Zum Augenblicke sagen: Verweile doch!« mit Schumanns »Szenen aus Goethes Faust« in der Inszenierung von Jürgen Flimm (3.10., 20 Uhr, auch am 6.10., 18 Uhr) das Konzert am 4.10., 19:30 Uhr (Daniel Barenboim, Maurizio Pollini, Staatskapelle Berlin) sowie das Konzert am 7.10.,18 Uhr mit den Wiener Philharmonikern und Zubin Mehta am Pult . Kommt vorbei!

Alle Termine zu STAATSOPER FÜR ALLE Unter den Linden unter: http://bit.ly/2gQ2eUg

Quena Tapia lädt zur Peña:

100 Jahre Violeta Parra

Sa., 30.9.17 | 20 Uhr | RegenbogenKino

Violeta Parra war Folk-Musikerin und bildende Künstlerin.
Vor fast 100 Jahren wurde Violeta del Carmen Parra Sandoval in Chile geboren.

Peña bedeutet Fels, aber auch Stammtisch und steht in ganz Chile für kulturell-politische Gemeindefeiern, bei denen Gesangswettbewerbe aller Generationen solo und als Chor, mit und ohne instrumentale Begleitung häufig im Mittelpunkt stehen.
Heute gibt es viele Peñas in Chile, Lateinamerika, Nordamerika, Europa und Australien, die sich aufgrund der Chilenen, die nach Augusto Pinochets Putsch ins Ausland flohen, ausgebreitet haben.

Ab 1952 begann Parra Folkloremusik aus den ländlichen Zonen aufzunehmen und zusammenzustellen. Diese Sammlung entdeckte die Poesie und das Volkslied aus den ziemlich verschiedenen Regionen Chiles. Diese Arbeit förderte den enormen verborgenen Reichtum der Traditionen zu Tage, die zur chilenischen Kultur verschmolzen waren. Von hier begann sie ihren Kampf gegen die stereotype ausländische Musik und transformierte bzw. gewann die authentische Volkskultur wieder zurück. Sie komponierte Lieder, Décimas und Instrumentalmusik, wurde zur Malerin, Bildhauerin, Stickerin, Töpferin.

Violeta Parra schuf die Basis für La Nueva Canción Chilena, die Neue Gesangsbewegung Chiles, die die chilenische Folkloremusik erneuerte. Diese Bewegung breitete sich in den sechziger und siebziger Jahren in Chile aus. Da sie folkloristische Musikelemente mit religiösen Formen und Inhalten der Protestbewegung und Sozialkritik der sechziger Jahre vereinte, wurde sie der Kopf einer mächtigen kulturellen Strömung und erfasste das ganze Land. Sie wurde auch nach dem Putsch in Chile 1973 für viele ein Synonym für das unter der Militärdiktatur leidende und kämpfende Chile, das seine Rückkehr zur Demokratie erreichte.

Eugenia Tapia (Quena Tapia)
Cantante / compositora / Guitarra

Eugenia Tapia wurde als Tochter Chilenischer Musiker in Rüdersdorf geboren, daher die Freude an Ethno-Einflüssen.
Sie studierte 2 Jahre Komposition an der Universität Arsis-Chile (SCD) und Gesang dazu. Danach Gitarrenstudium im Conservatorium – Badalona.
Eugenia startet ihr Musikerinnenleben mit verschiedenen Bands: teils in Chile, Barcelona und seit 2011 auch in Berlin.
Nicht nur live kann mensch sich an Eugenias Kunst erfreuen, sie hat auch einen Lullabye Song aufgenommen: “Tu mi Mariposa” (E.Tapia /P. v. Rothkirch). 2011 CD -Heart & Toes – Lullabies from Around the world.

Eintritt frei – Spenden willkommen

Gute Nacht


Guten Morgen

01. OCTOBER UM 14 UHR


Gallion-Bild der Ausstellung: Neavenezia 2015/17, was natürlich Berlin ist

In der Komunalen Galerie Berlin  auf dem Hohenzollern Damm 176 gibt es noch bis 29. Oktober eine Ausstellung von Matthias Koeppel

Experiment und Methode

Matthias Koeppel zum 80. Geburtstag

Fotografie, Zeichnung, Grafik, Gedichte, Komposition, Malerei

Während der Ausstellung wird sich der Künstler drei Mal mit seinem Publikum treffen und es durch die Ausstellung führen. Ein Termin ist schon vorbei, zwei bleiben noch, davon ein – morgen:

Führungen mit Matthias Koeppel

Sonntag, 10.09.2017 | 14 Uhr

Sonntag, 01.10.2017 | 14 Uhr

Sonntag, 15.10.2017 | 14 Uh

Leider nicht in der Ausstellung, auch als Plakat nicht: Matthias Koeppel ‘Requiem für Luise’, Plakat zur 750-Jahr-Feier Berlins

Auf dem Blog Café Deutschland liest man: Abgebildet sind die Humpe-Sisters: Annette und Inga Humpe gehörten zu den Schaumkronen der Neuen Deutschen Welle. Annettes Blaue Augen (1981) und Ingas Ich düse im Sauseschritt (1983) haben noch heute großen Wiedererkennungswert. Zwischen 1985 und 1987 hatten sie als Humpe & Humpe eine gemeinsame Band.

Das ‘Requiem für Luise’ ist mein Lieblingsbild von Koeppe – ironische Nachahmung der berühmten Skulptur von Prinzessinnen Luise und Frederike Hohenzollern von Johann Gotlieb Schadow aus den Jahren 1795-7. Darüber schrieb ich schon HIER: https://ewamaria.blog/2020/02/08/dwie-siostry/

Die beste aller Welten / Najlepszy z możliwych światów

Morgen startet den Film / Jutro premiera filmu: Die beste aller Welten

Idźcie koniecznie! / Geht hin! Und zwar unbedingt. Denn: Wenn ihr nicht in der ersten Woche hingeht, verschwindet der Film von der Leinwandoberfläche der deutschen Kinos… So sind die Regeln der unsichtbaren Hand des Marktes.

Dorota Cygan i Ewa Maria Slaska

Film, na który nigdy byśmy nie poszli i byłaby to strata niepowetowana
Zum Film, den wir uns wohl kaum angeschaut hätten – was aber sehr schade wäre …

Obejrzałyśmy ten film, bo wybrali go do preview redaktorzy berlińskiej gazety miejskiej TIP. Poszłyśmy, bo w międzyczasie nauczyłyśmy się, że jeśli ta grupka krytyków wybrała jakiś film, to znaczy, że jest on naprawdę warty uwagi. Dzięki nim obejrzałyśmy przed rokiem Manchester by the sea i wyszłyśmy naprawdę pod wrażeniem siły i autentyczności tego obrazu, a potem, ale dopiero potem dostał on Oskara. Do kogoś trzeba mieć w życiu zaufanie, my pokładamy je w tych kobietach i mężczyznach. Sie schrieben für uns auch, wovon der Film handelt:

Wir haben uns den Film angeschaut, weil er von der Redaktion der Stadtzeitung TIP für ein Preview empfohlen wurde. Mittlerweile haben wir ja auch gelernt, dass Filme, die von den Filmkritikern der TIP ausgewählt wurden, wirklich sehenswert sind. So verdanken wir ihnen, vor einem Jahr Manchester by the sea gesehen zu haben: Wir waren zutiefst beeindruckt, als wir den Kinosaal verließen, und zwar von der Kraft und Authentizität des Dargestellten.Der Film bekam (später!) auch den Oskar. Auf etwas muss man sich verlassen können – etwa auf das Urteil des Redaktionsteams, das uns im Falle von Die beste aller Welten folgendes von der Handlung verrät:

Der kleine Adrian stellt sich seinen Alltag immer wieder als grandioses Abenteuer vor. Und er hat auch allen Grund dazu, denn seine Mutter hat ein Riesenproblem: Sie steckt tief im Salzburger Drogenmilieu fest, und versucht verzweifelt, dem Sohn mit fantasievollen ­Geschichten über die bittere Wirklichkeit hinwegzuhelfen. Adrian Goigingers „Die beste aller Welten“ ist ein gelungener Versuch über die Schutzfunktion der Fantasie und über die Risse, die jede Lügengeschichte irgendwann bekommt. Die kindliche Perspektive lässt „Die beste aller Welten“ zu einem schmerzhaften Psycho­thriller werden. Der Salzburger Dialekt trägt viel zur besonderen Atmosphäre dieses Films bei.  

Am Ende des Previews könnten wir Fragen an die Hauptprotagonistin und einen der Nebendarsteller, den sog. Griechen, stellen. Wir traffen sie auch in der Kinobar.

Adminka z główną aktorką filmu, foto: Dorota Cygan

Uwaga, jest coś, czego gremium redaktorów nie napisało (i chwała im za to) i co się okazuje dopiero, jeśli się uważnie i ze zrozumieniem przeczytało końcowe napisy. Nie psujcie sobie i innym napięcia, z jakim ogląda się ten film, nie szukajcie tej informacji (bo na pewno gdzieś jest), nie zdradzajcie jej innym, ale nie wychodźcie z kina zanim film się naprawdę nie skończy i obsługa zgasi światła na sali… Bo ominie was efekt całkowitego zaskoczenia.

Aufgepasst: Das Redaktionsgremium hat eines nicht verraten (vielen Dank dafür!). Dies erschließt sich einem erst, wenn man den Abspann aufmerksam (und verstehend:-)) verfolgt hat. Sucht diese (sicherlich irgendwo versteckte) Info nicht im Vorfeld – seid nicht eure eigenen Spielverderber, bringt euch nicht um den Spaß und die Spannung, mit der ihr den Film sehen könnt. Und bitte plaudert auf keinen Fall etwas aus. Verlasst den Kinosaal nicht, bevor der Film zu Ende ist und die Lichter ausgehen. So lasst Ihr Euch nicht etwas entgehen, was Euch komplett überrascht.

Kiedyś to było oczywiste, że podobnie jak pierwsze sceny tak i ostatnie napisy są częścią filmu i nikt się nie ruszał z kina przed czasem. Była przecież wciąż jeszcze muzyka, ważne informacje, czasem nawet pojawiała się jakaś najostatniejsza scena. W Berlinie jednak jest obyczajem powszechnym wychodzenie z kina natychmiast, praktykują to również mieszkający w Berlinie Polacy, obawiam się więc, że ten plebejski zwyczaj dotarł już i do Polski.

Früher mal war es für die Zuschauer selbstverständlich, dass der Abspann genauso zum Film gehört wie der Vorspann oder die erste Szene. Daher hat niemand den Kinosaal vorzeitig verlassen, schließlich lief noch die Musik und es konnte gut sein, dass ganz zum Schluss noch die allerletzte Szene oder die allerwichtigste Information kam. In Berlin hat sich allerdings der Brauch durchgesetzt, das Kino sofort zu verlassen. Davon sind auch die Berliner Polen nicht ausgeschlossen, daher nehme ich an, dass der plebejische Brauch mittlerweile in Polen angekommen ist.


Jeden z bohaterów filmu, tzw. Grieche / Grek w foyer berlińskiego kina

Nasz rok Leśmianowski (16) / Unser Leśmian-Jahr (16)

Maria Szewczyk

informuje / informiert:

heute dzisiaj heute dzisiaj heute dzisiaj

Freitag 22.09.2017 um 18.30 Uhr entgeltfrei
VHS, Antonstr. 37
Raum 207

Leśmian – Lust und Lyrik / Leśmian – Rozkosz poezji!

Die polnische Autorin und Literaturwissenschaftlerin, Prof. Dr. Brigida Helbig wird uns in das Leben und die Poesie des polnischen Poeten der Spät-Moderne, Boleslaw Leśmian (1877 – 1937), einführen. In seinem doppeltem Jubiläums-Jahr lassen wir uns von der Magie der Poesie verzaubern.

Administratorin des Blogs fügt dazu: Leśmian ist bis heute, 80 Jahre nach seinem Tode, in Polen einer der meist gelesenen polnischen Dichter. 2016 stellten mehrere Kultureinrichtungen Polens einen Antrag an den polnischen Sejm, das Jahr 2017 zu dem Leśmian-Jahr zu berufen. Der Antrag wurde von der  polnischen PiS-Regierung abgelehnt. Infolge dessen feiern verschiedene kulturelle Einrichtungen in Polen sowie Polen im Ausland, unabhängig von offiziellen Feierlichkeiten oder deren Nicht-Existenz, diesen magischen Dichter. Auch auf diesem Blog gab es schon mehrere Beiträge über Leśmian und es wird noch mehrere geben.

Polska pisarka, poetka i literaturoznawczyni, prof. dr Brigida Helbig, zaprasza na spotkanie z poezją Bolesława Leśmiana. Wykładowczyni i organizatorka przypominsają, że rok 2017 jest prokiem podwójnie jubileuszowym, Leśmian urodził się bowiem w roku 1877 i zmarł w roku 1937.


Dazu noch ein Gedicht in der Maniere von Leśmian, geschrieben von Julian Tuwim (1894 – 1953), einen anderen wichtigen Dichter der polnischen Moderne. Er war berühmt aber auch berüchtigt für seine bissige Ironie. 1931 verfasste er eine Reihe der Parodien, die alle Vermutungen anstellten, wie der eine oder andere zeitgenössiche polnische Dichter das allgegenwärtiges Kinderliedchen “Wlazł kotek na płotek” (“Bestieg eine Katze einen Zaun”) geschrieben hätte. Auf polnisch kann man all diese Parodien HIER lesen. Das Liedchen war (und ist bis heute) sehr populär so etwa wie “Alle meine Entchen” im deutschen Sprachraum.

Wlazł kotek na płotek                          Die Katze bestieg den Zaun
i mruga,                                               und blinzelt,
ładna to piosenka,                               es ist ein schönes Liedchen,
nie długa.                                             nicht lang.
Nie długa, nie krótka,                          Nicht zu lang, nicht zu kurz,
lecz w sam raz,                                    nur richtig,
zaśpiewaj koteczku,                            singe mir, mein Kätzchen,
jeszcze raz.                                          noch einmal.

Leider sind wir nicht imstande, die Tuwims kunstvolle Parodie des kunstvollen Stils von Leśmian zu übersetzen.

Jak Bolesław Leśmian napisałby wierszyk „Wlazł kotek na płotek”

Na płot, co własnym swoim płoctwem przerażony,
Wyziorne szczerzy dziury w sen o niedopłocie,
Kot, kocurzak miauczurny, wlazł w psocie-łaskocie
I podwójnym niekotem ściga cień zielony.

A ty płotem, kociugo, chwiej,
A ty kotem, płociugo, hej!

Bezślepia, których nie ma, mrużąc w nieistowia
Wikłające się w plątwie śpiewnego mruczywa,
Dziewczynę-rozbiodrzynę pod pierzynę wzywa
Na bezdosyt całunków i mękę ustowia.

A ty płotem, kociugo, chwiej,
A ty kotem, płociugo, hej!

Fête de la Musique

Zapowiedź po polsku poniżej

oder

Das sollten sie nicht verpassen

Am Mittwoch, den 21. Juni, genau zu Sommeranfang, wird Berlin zur Konzertbühne – in der ganzen Stadt wird draußen musiziert. Die Fête de la Musique steigt allerorten. Das ist ein nicht kommerzielle Musikfestival – seit 1982 in Paris und seit 1995 in Berlin. Um 16 Uhr geht es los – bis 22 Uhr wird unter freiem Himmel musiziert – unverstärkt, ohne Strom und kostenlos!

Das komplette Programm gibt’s unter fetedelamusique.de

Fête de la Musique 2017: Alles in einer Karte

Und wir sind natürlich auch dabei. Wo? In der Regenbogenfabrik! Um 20:00 Uhr tritt dort die Stettiner Band SKLEP Z PTASIMI PIÒRAMI!

Eine Veranstaltung im organisiert in Zusammenarbeit der Regenbogenfabrik mit dem Verein Städtepartner Stettin e.V. im Rahmen des vereinseigenen Eventsformats OstEuropaTage.

Z zachwytem informujemy, że dziś w ramach Międzynarodowego Festiwalu Muzyki Fête de la Musique w Berlinie wystąpi również szczeciński zespół Sklep z ptasimi piórami. Pisaliśmy już o tym w marcu, a dziś przypominamy:

Regenbogenfabrik
Im Hof
Lausitzer Str. 22
10999 Berlin-Kreuzberg
Dojazd do stacji metra Kottbusser Tor albo Görlitzer Bahnhof

Program od godziny 16:00, Sklep… o godzinie 20:00.

Na stronie zespołu znajdzie się znacznie więcej utworów, w tym również poezji śpiewanej, tu tylko dla zachęty jedna z piosenek:

Poniżej jeszcze, przygotowany na warsztat translatorski, wiersz Marka Maja, Wiem jak nie jest i nie wiem jak jest. Podczas koncertu usłyszymy ten wiersz w wykonaniu Sklepu…, podczas warsztatu wiersz ten (i kilka innych) zostanie przetłumaczony na niemiecki. Wraz z wierszami Marka Maja weźmiemy też na warsztat piękne opowiadanie warszawskiej pisarki Joanny Rudniańskiej XY, prozę rosyjskiego pisarza Alexandra Kazaka oraz prozę i poezję Ireny Ivanovej z Bułgarii. Translator Workshop odbywa się 8 i 9 lipca od godziny 12 w Lettretage na Kreuzbergu. Jeśli macie ochotę powalczyć z trudnymi a niekiedy bardzo trudnymi tekstami z Europy Wschodniej, proszę zgłaszajcie się TU. Znajomość języków słowiańskich nie jest wymagana – na warsztat przygotowaliśmy surowe tłumaczenia tekstów na niemiecki.

Marek Maj

Wiem jak nie jest

Wiem jak nie jest i nie wiem jak jest…
Są głośniejsi co lepiej się znają,
Lecz gdy światłem podziałać wśród rzęs
Dojrzysz świat, co sam sobą się zajął.
Wiem jak nie jest i nie wiem jak jest,
A ta wiedza z najskrytszych doświadczeń,
A z niewiedzy pokornie jak pies
Patrzę w bezmiar, i patrzę, i patrzę…

Mam na imię… na drugie już nie,
Bo kalendarz miał braki na wiosnę –
Dwuimienne ze stworzeń są te,
Co są dumne i te, co są proste.
Mam na imię – na prąd czasem nie;
Trzeba wiedzieć, że trzeba chcieć więcej
I nie wiedzieć – jak głaz – o tym, że
Niemożliwy jest kaktus na ręce.

Wiem tak cicho, jak cichy jest szmer
Prawybuchu i praw dynamicznych;
Nie wiem głośno – szukając wśród sfer
Złud potocznych i kłamstw fantastycznych.
Wzrok w krzywizny ekliptyk się wplótł,
Więc w lekkości się ćwiczę po trosze,
I łopotań bezskrzydłych znam trud
I o lotność zabiegam i proszę…

Von Berlin nach Breslau, von Breslau nach Berlin

Do. 22.06.2017 um 19.00 Uhr
im Sitz der Alexander und Renata Camaro Stiftung

Camaro Haus, Potsdamer Str. 98A, 10785 Berlin
Präsentation des Ausstellungsprojektes

Sehnsucht und Freiheit

Otto Mueller und die Malerei der Moderne zwischen Berlin und Breslau

Davor, um 18.15 Uhr: Führung durch die aktuelle Ausstellung „Tribute to Iris Barbura“ – eine Würdigung der rumänischen Tänzerin der Moderne (1912-1969)

Anmeldung erforderlich: deutsches@kulturforum.info

***

Die Ausstellung über Otto Müller und die Breslauer Kunstakademie wird in Berlin und Wrocław gezeigt:

28. September 2018 bis 3. März 2019 Neue Galerie im Hamburger Bahnhof – Museum der Gegenwart – Berlin

Vorauss. April bis Juni 2019 Nationalmuseum Wrocław

Die Beratung zum polnischen Teil dieses internationalen Ausstellungsprojekts übernahm aufgrund Ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit auf diesem Gebiet Dr. Lidia Głuchowska, die im Rahmen eines regelmäßigen Austausches in Übereinstimmung mit den involvierten Projektpartnern die deutsche Projektleiterin Dr. Dagmar Schmengler und ihre Assistentin MA Agnes Kern von polnischer Seite mit Expertise begleitet.

Eine Besonderheit des kuratorischen Konzeptes ist das Prinzip des ‚Gastes’: das heißt Bilder, durch die spotlightartig, epochenübergreifend und/oder interkulturell, insbesondere im deutsch-polnischen Kontext, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede verwiesen werden kann: das Einbeziehen Polnischer Expressionisten (z.B. Witkacy, Stanisław Kubicki, Jerzy von Hulewicz) ermöglicht einmalige Sehvergleiche und neue Zusammenhänge, zugleich verschränken sie die deutsch-polnische Ausrichtung dieses Projektes.

Stanisław Kubicki, Der Heilige und die Tiere, Öl auf Leinwand, 1932, Privatbesitz Berlin

Mehr zum Programm der Projektvorstellung entnehmen Sie bitte dem Flyer:

 

Reblog: Pełnia lata i inne wiersze / Der Hochsommer und andere Gedichte

Das SprachCafè Polnisch e.V. in Pankow
STZ Pankow, Schönholzer Str. 10, 13187 Berlin
02.06.2017 – 31.08.2017

2 czerwca – wieczór poezji i wernisaż / 2. Juni – Poesieabend & Vernissage
18:00

Agata Koch

A skąd się biorą te wszystkie myśli?
Przychodzą do nas z kosmosu?

Te duże i małe,
te szare i barwne,
te nowe i dawne,
te zimowe i te z lata,
te smaczne i bez smaku,
te pachnące i te bez zapachu,
te górnolotne i te codzienne,
te ważne i te nie tak bardzo…
te lekkie i te ciężkie,
te rozbiegane i te spokojne,
przezroczyste i gęste,
miękkie i nie do zgryzienia,
te moje i te mi obce,
te proste i te nie do zrozumienia,
te widoczne i te…
te jasne…

…i jakie jeszcze będą?
Teraz już sama nie wiem –
spójrz na nie ze mną…

Danke…

Wo kommen all diese Gedanken her?
Aus dem großen All von überall?

Die großen und die kleinen,
die grauen und die farbigen,
die neuen und die von früher,
die winterlichen und die vom sommer,
die leckeren und die ohne geschmack,
die duftenden und die geruchlosen,
die abgehobenen und die alltäglichen,
die wichtigen und die nicht ganz so,
die leichten und die schweren,
die hektischen und die ruhigen,
die durchsichtigen und die dicken,
die weichen und die nicht zu knacken sind,
die von mir und die mir fremden,
die einfachen und die unfassbaren,
die sichtbaren und die…,
die klaren…

…wie sind sie denn noch?
Gleich weiß ich selber nicht mehr,
schaue Du jetzt mit hoch…

Pełnia lata

myślom pozwolić odpłynąć
obłoki zwiewne na nieba jasnego błękicie
musnąć bezwiednie wzrokiem
wziąć do ręki
kalejdoskop pasteli
spojrzeniem zdradzającym
liczne szczegóły całego dnia gości na plaży
tak! Światło to sztukmistrz!
i to w swych największch rolach
całego roku
czas – bezczas
jakby zastygł w bursztynie
po którym pozostaje wspomnienie dobre
i tęskonta zimą
a powietrze rozległe pachnie
(zmieniają się tylko niuanse)
raz wiatrem, raz jabłek leżących pod drzewem winną słodyczą
czy trawą i lasem?
delikatnie obwiewa ciepłem słońca policzek
potem dłoń

zamknij oczy…
szum wód orzeźwiających
i cisza nocy gwieździstej
dawno juz zapomniana

i pokój duszy
– błogosławiony czas lata

Der Hochsommer

Gedanken gehen lassen
leichte Wölkchen am hellblauen Himmel
ungewollt mit einem Blick berührten
einen Kaleidoskop der Pastellfarben in die Hand nehmen
der mit seiner Perspektive die vielen Einzelheiten eines Tages der Strandgäste verrät
ja! Das Licht ist der Meister!
und das in seinen größten Rollen
des ganzen Jahres
die Zeit – die zeitlose
wie in einem Bernstein erstarrt
von der eine gute Erinnerung bleibt
und die Sehnsucht im Winter
die Luft riecht weitläufig
(nur Nuancen ändern sich)
mal nach dem Wind, mal nach Äpfeln, die unterm Baum liegen, nach ihrer Wein-Süße
oder auch nach dem Grass und Wäldern?
ganz sanft umweht sie mit der Wärme der Sonne
die Wangen, dann auch die Hand

schließe die Augen…
Geräusche erfrischender Gewässer
und die Stille der Sternennacht
der längst vergessenen

und der Frieden der Seele
– die gesegnete Zeit des Sommers!

Rzeczy
które mamy
posiadamy
pragniemy
rzeczy
o które się tak staramy
których potrzebujemy
które są nieodzowne
lub tylko tak wydaje się nam

rzeczy
które lubimy
które są piękne i modne
nam towarzyszą i otuchy dodają
wiele umożliwiają i ułatwiają

rzeczy
przypominają
nasz smak opisują
i przynależność wyrażają
oraz prestiż

dzielimy się rzeczami z innymi
dzielimy się z rzeczami
sprawami duchowymi…

rzeczy
zbieramy
przekładamy
rzeczy
które leżą
spoczywają i się nudzą
zakurzone
pod swym ciężarem
– rzeczy zmęczone…
– – –

Sachen
die wir haben
besitzen
nach denen wir streben
um die wir uns so Mühe geben
Sachen, die wir brauchen
die unentbehrlich sind
oder uns nur so vorkommen
mögen

Sachen
die schön sind und in
Sachen, die wir mögen
die uns begleiten und es gemütlich gestalten
vieles ermöglichen und leichter machen

Sachen
die uns an was Bestimmtes erinnern
die unseren Geschmack beschreiben
und Zugehörigkeit
sowie Prestige zeigen

wir teilen Sachen mit anderen
wir teilen mit Sachen
auch Seelen…

Sachen
die wir sammeln
leihen, umräumen
Sachen
sind liegengeblieben
sie ruhen und langweilen sich
verstaubt
unter ihrer Last
– müde…

…bo najważniejsze jest
to
między chwilami
w nawale spraw
pędzie dnia codziennego
milionów detali jego
głębię oddechu poczuć
i lekkość
nagłą i piękną
spojrzeć na
to
jak na czarne na białym
czy
białe na czarnym?
klarowne
cudowne
To

…denn das Wichtigste ist
das
zwischen den Augenblicken
in der Menge der Dinge
und der Schnelligkeit des Alltags
in Milionen seiner Details
die Tiefe des Atems zu erspühren
und seine Leichtigkeit
die plötzlich eintritt und schön ist
das
zu erblicken
wie Schwarz auf Weiss
oder
Weiss auf Schwarz?
ein klares
wunderderbares
Das

Obrazy / Bilder

W rozmowie / Im Gespräch, Collage, Barbara Konieczna

Co nas porusza – wystawa zbiorowa artystek*artystów z berlińskiej dzielnicy Pankow/ Was uns bewegt? – Gemeinschaftsausstellung der Pankower Künstler*innen

Wystawiają / Es stellen aus:
Agata Koch, Aleksandra Gajda, Barbara Konieczna, Bianca Monroy, Estrella Betancor, Gabriele Klier, Grażyna Zarębska, JP Bouzac, Justyna Stokłosa, Sabine Renault,  Silviya Zdravkova, Susanne Kiene

Spotkanie w ramach cyklu prezentacji autorów bloga
Ein Treffen im Rahmen des Vorstellens der Autor*innen vom Blog
ewamaria2013
&

Fotoausstellung des UMBRUCH Bildarchivs

Respekt!
Solidarische Begegnungen

20.5.17 – 24.8.17 im RegenbogenCafé

Eine Fotoausstellung des Umbruch Bildarchivs in Zusammenarbeit mit der Regenbogenfabrik als Kontrapunkt zu Fake-News, Hasstiraden und destruktiver Stimmungsmache in den sozialen Medien.

Mit Fotos von: Andrea Linss, Jutta Matthess, Christina Palitzsch, Monika v. Wegerer, Oliver Feldhaus, Peter Homann, Michael Hughes, Adrienne Gerhäuser, Nicholas Ganz, Merchi, Jan, Omer Fadl und Hermann Bach.

Für kurze Zeit öffneten sich in Deutschland Grenzen:
“Welcome Refugees” stand für eine gesellschaftliche Offenheit und Solidarität, die auf das Sterben in Syrien und die Toten im Mittelmeer antwortete.
Diese Stimmung begann nach wenigen Monaten durch eine aggressive Berichterstattung der Medien zu kippen, Brandanschläge und Angriffe auf Geflüchtete nahmen ein entsetzliches Ausmaß an. In diesen Attacken und der Flut der Fake-News und Hasstiraden auf Geflüchtete und Nicht-Deutsche scheint der reale gesellschaftliche Rassismus auf der Straße und in den sozialen Medien auf.
Ob sich hier gesellschaftliche Mehrheiten widerspiegeln oder nur scheinbare Mehrheiten virtuell erzeugt werden, ist nicht leicht zu erkennen.

Die Ausstellung setzt der virtuellen Hetze eine andere Welt entgegen. Statt der Aus- und Abgrenzung von Menschen zeigt sie solidarische Begegnungen voller gegenseitigem Respekt: Menschen, die sich mit Offenheit, Freundlichkeit und ohne Vorurteile begegnen. Virtualisierten Feindbildern und Hass stellt sie die Wirklichkeit alltäglichen Widerstands entgegen. Die Ausstellung versucht, die Subjektivitäten aller Menschen wie auch das allen Gemeinsame durch die fotografische Linse zu sehen, zu erkennen und zu respektieren.

Ein Versuch, der im alltäglichen und im perspektivischen Zusammenleben unverzichtbar ist.

Öffnungszeiten:
Mo. 13-20h, sonst 10-20h

Die Fotos hat für uns Christine Ziegler ausgesucht

Werke Kubickis in der Berlinischen Galerie

Vortrag in der Berlinischen Galerie, Sonntag, 21.05.2017, 12.00 Uhr

Bitte Eintrittskarten selber kaufen

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung Stanisław Kubicki (1889–1942) – „Nicht unsere Werke sind wichtig, sondern das Leben”/ „Nie dzieła nasze są ważne, lecz życie” (Rathaus Kreuzberg, 2-23.05.2017) findet

ein Vortrag von Dr. Lidia Głuchowska statt.

Die Assistenz bei der anschließenden Präsentation übernehmen Studierende der Kunstfakultät Universität Zielona Góra: Katarzyna Smugarzewska, Marta Olejnik sowie Tri Minh Ngutyen und Sinh Truong Nguyen – Teilnehmer des Austauschprogramms Erasmus aus Vietnam am Institut für Visuelle Künste.

Im Zentrum der Betrachtung befinden sich drei von fünf in der Berlinischen Galerie befindlichen Kunstwerke des deutsch-polnischen Avantgardekünstlerpaares Margarete und Stanisław Kubicki: Kirche vor Aufgehender Sonne und Ekstase Kubickis und die Aquarellreihe Kubickas zum Roman Alfred Döblins Die drei Sprünge des Wang Luns.

Weiterhin besitzt das Berliner Museum für Moderne Kunst zwei Pastelle Kubickis, die jedoch derzeit nicht ausgestellt werden: Das Blühen III (1928) und Mutter mit totem Kind (1926).                                  

Dazu ein paar einleitende Worte von Dr. Lidia Głuchowska:

Kirche vor aufgehender Sonne (1919) Kubickis gehört, neben Ekstase zu den zwei bis heute erhaltenen Gemälden Kubickis, die 1919/1920 in der berühmtesten Galerie der Avantgarde – Der Sturm Herwarth Waldens – ausgestellt wurden. Dort wurden sie von Fritz Karsen erworben. Das Motiv geht auf die ersten expressionistischen Darstellungen im Werk der polnischen Künstlergruppe Bunt (Revolte, 19181922) zurück, die Kubicki 1916/1917 im schlesischen Schömberg (heute Chełmsko Śląskie) geschaffen hat. Diese haben ihr Ursprung in den naturalistischen Skizzen der dortigen Landschaft und Architektur, welche immer noch mit den Gegenwartsfotografien davon identifizierbar sind. Synthetisiert wurden sie danach zu expressionistischen Linolschnitten, die sich durch die prägnanten schwarz-weiss Kontrasten auszeichnen und 1917 in Posen/Poznań ironisch als „drei Kuben Kubickis“ (nach dem Motto nomen est omen) mitbezeichnet wurden.
Die weitere Transformation des Motivs erfolgte ca. drei Jahre später. Deren Ergebnis waren – eine elegante Tuschezeichnung, ein verschollenes Aquarell sowie eine Kreidezeichnung. Die Vollendung des Gestaltungsprozesses bildet das in der Berlinischen Galerie befindliches Gemälde, welches zu den am häufigsten ausgestellten Werke des Künstlers zählt.

Motiv der Schömberger Kirche vor aufgehender Sonne
Werke Stanisław Kubickis, 1917-1919, Foto Marek Kubicki,1997,
aus: Lidia Głuchowska, Avantgarde und Liebe, Berlin 2007

Die Ekstase (1919), der noch ein Originalzettel der Sturm-Galerie beigefügt ist (Kat. Nr. 60, Lagernr. 83), entstand beinahe parallel zur letzten Version von Kirche… Vom ausgewiesenen polnische Expressionismuskenner, Jerzy Malinowski, wurde das Gemälde zu den drei ersten abstrakten Werken der polnischen Kunst zugerechnet.

Im Zentrum dieser Komposition – die obere Partie ist gelblich, die untere grau-blau gehalten – befindet sich eine nur skizzenhaft angedeutete, entmaterialisierte, geometrisch aufgefasste menschliche Silhouette. Ihre Hände sind nach oben geworfen, ihre Beine angeknickt, und der Kopf ist nach unten gebeugt. Gesichtszüge und jegliche andere individuelle Merkmalle sind eingespart. Die ganze Gestalt scheint im Raum hoch über dem Boden zu schweben. Sie erinnert an einen Vogel, der im Flug innehält. So visualisiert Kubicki den vom Menschen erträumten Zustand der endgültigen Befreiung vom geistigen und körperlichen Schmerz, den Zustand der buddhistischen Nirwana oder vielleicht des höchsten erotischen Glücks.

In Kubickis Linolschnittfassung von Ekstase bestimmen parallele schwarze Flächen und Linien, die Spannung erzeugen und diese betonen, das Charakteristische des Dargestellten. Dieses Bild wirkt jedoch noch viel abstrakter als die oben besprochene Ölfassung aus der Berlinischen Galerie.

Es existieren noch vier weitere Kompositionen Kubickis in diesem Stil gehalten, die ebenfalls Versuche künstlerischer Visualisierung abstrakter Begriffe darstellen. Alle gehen zwar von der alltäglichen Wahrnehmung konkreter Objekte aus, wie z.B. eines musizierenden oder im Gebet knienden Menschen oder auch der den Kopf stützenden Hand – pars pro toto eines Denkers, sowie einer im Balletttanz vibrierenden Frau, doch sind diese realen Motive in den Linolschnitten Baßgeigenspieler, Demut, La pensée und Tänzerin kaum erkennbar. Diese Werke hatte wohl vor Augen der Gründungsdirektor der Berlinischen Galerie, Eberhardt Roters als er feststellte:

Stanislaw Kubicki, ein Deutsch-Pole, malt im Stil eines dynamischen Kubo-Expressionismus, der in Verbindung mit der Berechnung der Bildkomposition aus pythagoreischen Zahlenfigurationen, später immer deutlicher einen metaphysischen Gedankengrund zu erkennen lässt.

Abstrakte Linolschnitte Stanisław Kubickis, 1918-1919
Ekstase, Der Eintretende, Demut, Maternité, Hockende Frau, Tänzerin, La pensée

aus: Lidia Głuchowska, Avantgarde und Liebe, Berlin 2007

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Ihre 12-teilige Aquarellfolge Die drei Sprünge des Wang Lun (1925) inspiriert vom gleichnamigen Roman Alfreds Döblins, stellte Margarete Kubicka (1895-1984) zeit ihres Lebens mindestens acht Mal aus, was darauf hinweist, welche Gewichtigkeit die Künstlerin ihr beigemessen hat. Dieser hat sie auch ihr melancholisches, verschlüsseltes Selbstbildnis beigefügt. Die Folge widerspiegelt ihre Auseinandersetzung mit dem Buch, die wohl die ganze Künstlergeneration prägte und eine Abrechnung mit der Revolution und zugleich einen Ausgleich zwischen den Idealen der vita activa und vita contemplativa schildert.

Vier Werke Margarete Kubickas aus ihrer 12-teiligen Aquarellenfolge Die drei Sprünge von Wan Lun (1925)  nach dem Roman Alfred Döblins sowie ihr dieser Folge angeschlossenes Selbstbildnis
aus: Lidia Głuchowska, Avantgarde und Liebe, Berlin 2007

Die Gestaltung der Figuren in der Aquarellfolge weist Verwandtschaften mit Umberto Boccionis futuristischen Einmaligen Form des Kontinuität im Raum von 1913 auf, am deutlichsten wohl in ihrem Bild Unaufhörlich gellte Wang. Die Bildfläche wirkt in Werken Kubickas lichtdurschienen und transparent. In ihrer Gestaltungsmethode schlugen sich die Entdeckungen der Photokinetik und der Röntgenbilder nieder, was besonders in Bezug auf die Darstellung menschlicher Figuren zum Ausdruck kommt.

Die futuristisch-transparent-figürlichen Werke Margarete Kubickas sind den zumeist statisch-kubistisch-abstrakten Werken ihres Mannes gegenüberzustellen, was ihre künstlerische Eigenständigkeit deutlich bezeugt.

Kubicka äußerte sich in Aquarell(-enfolgen) häufig. Schnell zu gestalten – sie musste ja als Zeichenlehrerin allein den Unterhalt der 4-köpfigen Familie meistern – waren sie gewissermaßen ihr Tagebuch.

Zu den wichtigsten Aquarellreihen, die sie geschaffen hat, zählten – außer den Drei Sprüngen des Wang Lun, solche Visualisierungen des menschlichen Lebens in der Geschichte wie wohl die schönsten – Tode (1927/1928), Frauen (1943) sowie im autobiografischen Werk 1945. Doch eine absolute Sonderstellung in ihrem Oeuvre hat die ihrem Mann glorifizierende Folge Hommage à Kubicki (1924), die ihn als Avantgardekünstler fortschrittlicher sozialen Ansichten in unterschiedlichen Aktivitäten des modernen Lebens darstellt, von denen keineparadoxerweise – mit Malen oder Schreiben gleichgesetzt wird…