Jaques Morelenbaum

Der Lob der kleinen unwichtigen Dinge, die nichts kosten oder das Ding an sich

Für Michał Krenz

Alle meine Leser wissen schon, dass ich sehr gern meinen Lesestoff auf der Strasse finde oder kostenlose Bücher vom Büchertisch hole. (Meine gelesene Bücher gebe ich gern weiter, auch wieder an den Büchertisch). Genauso gern kaufe ich meine Sachen in einem Second-Hand-Laden oder lasse mich beschenken (und die nicht mehr getragene gebe ich weiter).

Ab und zu frage ich mich selber: Wieso tue ich es? Aus Sparrsamkeit? Kaum. Klar, manchmal habe ich kein Geld, aber dann braucht man auch heutzutage, da wir alle so viele Klamoten haben, nichts zu kaufen. Das, was wir haben, hätte doch für Jahre gereicht.

Im Buch von  Olwen Hufton über die Frauen von der Renaissance bis zur Industrialisierung (fantastisches Buch! unbedingt lesen!) gibt es unter anderen die Geschichte der Kleider unter dem Aspekt der Frauenarbeit. Nach Hufton, sorgten Frauen mehrere Jahrhunderte dafür, dass die Bewohner Europas überhaupt was zu tragen hatten. Sie meint, dass es in dieser Zeit immer wieder diesselbe Stoffe waren, die uns kleideten, von Frauen geändert, angepasst, gestopft, geflickt, umgedreht, zusammen genäht, getrennt und gebunden. Das heisst, es hätte wohl sein können, dass eine schwindsüchtige kleine Weberin im Lyon im Jahre 1816 ein Kleid trug, dessen Stoff im XVI Jahrhundert für Diana von Poitiers (1500-1566), Mätresse Königs Heinrichs II von Frankreich gefertigt wurde.

Ich bin keine begabte oder leidenschaftliche Näherin und nicht destotrotz sehne ich mich an die Zeiten, als wir die Resourcen, die wir hatten mit Respekt benutzten, das heißt auch Socken stopften, Kleider verbesserten, mit Mama, Schwester und Freundin diesselbe Bluse zu feierlichen Anlässen trugen. Es ist nicht nur der ekologische Gedanke, der mich  leitet, weil ich es auch gesellschaftlich genauso wichtig finde. Reparieren, mit den anderen teilen, bescheiden sein, nicht protzen… Darüber schrieb der Henning Mankell eine wunderbare Textpassage, die ich schon mal zitierte.

Kurzum: ich lese gern gefundene Bücher, trage gern schon von jemanden anderen getragene Klamotten, gewahre gern den Unkraut Platz in meinem Balkon-Garten, dazu mag ich kein Fleisch und keine Milch, bin also eine Vegetarierin mit dem Hang zum Vegan. Pazifistin bin ich sowieso und für die andere Lebensoptionen offen und tolerant, mehr noch, sie sind mir so was von egal…

Alles wichtig, alles vorbildlich gar, aber ich glaube, hinter meiner Vorlieben steckt vielmehr mein individueller Charakter als pure Überzeugung. Die hat sich viel später herausgebildet. Der Aspekt, ich-tue-was-ich-mag ist mir wichtig, aber auch Vorliebe zu Finderei (nicht umsonst bin ich eine Archäologin) – die gefundene, bekommene, Zweite-Hand-gekauften Sachen haben ihre Geschichten. Jemand hatte etwas, was mir jetzt gehört, schon in der Hand gehalten, hat es getragen, oder gelesen, oder weggeworfen, die Dinge waren ihm wichtig oder unwichtig, egal, aber es gab gewisse Verhältnisse zwischen dem “Ding an sich” und dem Menschen, der es besass.

Und so weiter.

Und dies alles, um zu erklären, dass ich gern gefundene, gerettete Seiten lese… Vor ein paar Tagen bekam ich ein Geschenk aus Madeira. Eingepackt in eine gestreifte Papiertüte, umgewickelt in eine doppelte Zeitungseite. Ein Geschenk in Zeitungspapier! Wie schön! Wie die Sommerblumen, die wir damals in Polen auf dem Market kauften und sie in Zeitungspapier umgewickelt nach Hause trugen, die duftenden Platterbsen oder Levkojen.


Terça-feira, 18 de abril de 2017 / Dienstag und so weiter… Seite 13 Werbung für Agroalimentar na Economia Iberica (Agrar- und Ernährungsökonomik in Iberien), eine Initiative zur Förderung der lokalen Landwirtschaft. Diesmal Reis… Arroz.

Auf dem Schüsselchen ist eine Pflanze abgebildet, die das Wahrzeichen von Madeira ist. Ich vermute, es ist die Agapanthus praecox (Afrikanische Liebesblume), weiß jemand was anderes, bitte ums Korrigieren

Seite 14, Soziedade (Gesellschaft), Wetter und Ergebnisse der Lotto-Ziehung. Seite 27. Mundo – die Welt: Portugal é central no triangulo entre Europa, America Latina e Africa (Portugal übernimmt zentrale Position im Dreieck zwischen Europa, Lateinamerika und Afrika). Na ja… Soll haben. Seite 27, Artes… Jaques Morelenbaum, “A musica que nao fala a alma incomoda-me como um espinho”Die Musik, die  nicht von der Seele spricht, stört mich wie ein Dorn.

Interessant, ich kenne doch kein Portugiesisch, aber eigentlich verstehe ich den ganzen Artikel. Jaques Morelenbaum muss ein Jude sein, obwohl es nirgendwo gesagt wird, weder im Text selber noch später, als ich ihm in Wikipedia suche, aber ich bitte Sie, mein Herr, Jaques Morelenbaum!

Er ist ein brasilianischer Cellist, Komponist, Arrangeur, Dirigent und Musikproduzent. Geboren 1956, studierte in Sao Paolo und in den USA.

Seine musikalische Karriere begann in den 70er in der Progressive Rock-Band A Barca do Sol. Von 1984 bis 1994 spielte er in der Nova Banda mit Antônio Carlos Jobim. Nach seinem Tode gründete er gemeinsam mit seiner Frau Paula, Jobims Sohn Paulo (Gitarre und Gesang) und Paulos Sohn Daniel (Klavier und Gesang) das Quarteto Jobim-Morelenbaum. Er leitet auch Cello Samba Trio. Er macht auch Filmmusik, darunter für Central do Brasil, welcher 1998 den Goldenen Bären der Berlinale für den besten Film gewann und zu Oskar nommieniert wurde.

Jaques Morelenbaum wirkte bei  mehr als 700 Platten. Eigentlich waren es am Tag des Interviews für die Zeitung Diário de Notícias genau 748. Bei Wikipedia nennt man nur ca. 400 Discs.

Die aktuelle politische Lage in seinem Heimatland Brasilien macht ihn Sorgen.

Am Dienstag spielte Cello Samba Trio von Morelenbaum in Lisabon in Tivoli, am 20. in Conservatório de Música in Coimbra, am 21 in Cineteatro in Estarreja…

Wir hören hier eine von seiner Sambas…

Moje autorki i moi autorzy / Meine Autor*innen

Ewa Maria Slaska

Ich dachte mir, ich zeige euch, wie oft wir schon, als Autor*innen von diesem Blog, fürs Publikum gelesen haben. Vor allem aber ist dieser Beitrag ein Lob an Christine Ziegler, die all diese Lesungen organisierte, die Plakate entwarf und alle mögliche und umögliche Wünsche unserer Lesenden mit Ruhe, Würde und Gelassenheit erfüllt hat! Danke an Euch alle und Danke Christine!

Pomyślałam, że pokażę dziś kilka plakatów z wieczorów autorskich, które zorganizowałam dla moich Autorów i Autorek :-). Przy tej okazji chciałam też podziękować Christine Ziegler, która wszystkie te plakaty zaprojektowała, wszystkie te wieczory autorskie zorganizowała i była dla nas zawsze najmilszą gospodynią wieczoru, wypełniającą najdziwniejsze możliwe i niemożliwe życzenia osób występujących. Dziękuję Wam wszystkim i dziękuję Christine!


Marokko 1

Monika Wrzosek-Müller

Schon der Flughafen in Marrakesch erfüllte sie mit Bewunderung; gelungene moderne Architektur, die alte Traditionen der marokkanisch-andalusischen Architektur beinhaltete und sie neu interpretierte – mit Ornamenten, Intarsien, Keramik, Stein und Edelhölzern; luftig, geräumig und menschenfreundlich. Natürlich nervten die unendlichen Kontrollen und Schlangen, aber man fühlte sich sicher. Nach dem hässlichsten Flughafen der Welt in Berlin-Schönefeld eine reine Wonne.

Sie fühlte sich sehr als Tourist verschoben, durchorganisiert, aber es war eine Rundreise; die Vorteile lagen auf der Hand: alleine hätte sie diese Menge an Städten, unterschiedlichen Landesteilen und Informationen nicht bewältigt. Die Leute rundherum waren nett, nicht alle, aber das konnte sie auch nicht erwarten. Sie war auch nicht immer nett und wollte auch gar nicht sein.

Sie ließ sich auf diese für sie neue Welt aus den Märchen aus 1001 Nacht ein; ließ sich verführen und bezaubern. Es war bunt, ordentlich, sauber und organisiert. Das wunderte sie am meisten, diese Durchorganisiertheit, die ständige Präsenz der Polizei, bei Ein- und Ausfahrten aus den Städten, mal auch so unterwegs, Scharen von Putzleuten, die die Straßen sauber fegten, ganze Kolonnen von Gärtnern, die in den Grünanlagen arbeiteten; wirklich Armeen von Straßenfegern und Menschen, die sich um Grünanlagen kümmerten, Pflänzchen setzten und gossen, Bäume und Hecken zurechtschnitten, Palmen von ausgetrockneten Blättern befreiten, Rasen mähten, Blätter sammelten. Es war natürlich Frühling und die Arbeiten standen an. Sie sah neue Areale für frisch anwachsende Stadtviertel vorbereitet und eingerichtet, schon mit Straßen und Laternen und Elektro-Anschlusskästen in den Ecken; dort sollten die zukünftigen neuen Häuser entstehen. Es lag an der Jahreszeit, dass alles unheimlich grün und in buntesten Farben glänzte; die Bougainvilleas blühten in allen möglichen Nuancen von Pink, Rot und Gelb, es gab sogar weiße; die Hecken waren manchmal mit blauen, mal mit gelben Blüten gesprenkelt, dazwischen gab es Scharen von Vögeln, die unermüdlich zwitscherten. Die Sonne brannte noch nicht alles aus; vieles sah vielleicht deswegen friedlicher und freundlicher aus.

Natürlich wusste sie von der Existenz der Bidonvilles, Slumgürtel um Casablanca, von der Armut in den verlassenen Quartieren der alten jüdischen Viertel Mellah, von den Dörfern der Berber in den Bergen, wo der Analphabetismus nicht unter 70 % sinken wollte, auch wenn man sich bemühte und alle 20 km Schulen einrichten ließ und den Kindern, die in die Schule gingen, ein Fahrrad schenkte; doch das Allgemeinbild bot einen Aufschwung und Mut zu Projekten, zu neuen Möglichkeiten. Es wurde auch überall gebaut und ausgebessert, gemauert und geputzt.

Fast in jeder Stadt, die sie besichtigte gab es eine, oder auch mehrere Prachtstraßen, Prachtavenues, gesäumt von Palmen und ausgedachten Laternen in verschiedensten Formen, mal auch sehr kitschig, mal modern und viel Licht spendend. Die Avenues waren immer sehr breit, führten ein- und aus der Stadt, mit einem Streifen Grün in der Mitte, flankiert von Trottoirs, und wieder Streifen von Grünanlagen. Sie war erstaunt, erbaut und neugierig auf diese exotische und doch irgendwie bekannte Welt; hier traf Europa, das französische Europa hauptsächlich, auf den Orient und Schwarzafrika, die Mittelmeerkultur und die Beduinen, die Berber und die Nachkommen der schwarzen Sklaven, die Haratin, die arabischen Juden und schließlich die sunnitischen Araber. Hohe Berge wechselten mit langen Ebenen; Hügel waren auch dazwischen und dann kam die Vegetation – mal minimalistisch, fast steppenartig karg und dann, je nach Wassermenge, verwandelte sich die Erde in ein Paradies mit Apfel-, Mandel- Aprikosen-, Pfirsich-, Orangen und Zitronenbäumen, und natürlich gab es auch Olivenhaine kilometerweit. Ganze Landstriche wurden mit Olivenbäumen bepflanzt, man sah abwechselnd junge Bäumchen und alte tragende Olivenbäume, sie wurden auch nicht, wie in Italien beschnitten. Man sagte, dass das marokkanische Olivenöl in die europäischen Kooperativen floss, in die spanischen, aber auch die italienischen. Dazu kam auch der Anbau von Gemüse, und dazwischen leuchteten Erdbeeren auf, die schon jetzt reif zu sein schienen. Daneben gab es Getreide- und Maisfelder, es wurde auch Zuckerrohr angebaut. Die Vielfalt war enorm; fast zu vielfältig, dachte sie bei sich, sie konnte nicht alles richtig aufnehmen und verarbeiten.

Das größte Problem des Landes war Wasser; natürlich floss aus dem hohen Atlas viel durch die Schneeschmelze, aber es gab immer weniger Schnee; die Flüsse, Bäche, die zu dieser Jahreszeit reißend sein müssten, waren ausgetrocknet, man legte Stauseen an, die sog. Barrages, baute unterirdische Wasserwege zum Transport, zum Schutz gegen Verdunstung, aber es war nicht genug, besonders wenn man sich die vielen Golfanlagen und Hotels um Marrakesch anschaute, konnte es nicht genug sein. Deswegen plante man auch die Entsalzung des Meerwassers nach dem Vorbild Israels. So hätte man vielleicht die riesigen Plantagen von Olivenbäumen wirklich bewässern können.

Sie erinnerte sich an einen Strandverkäufer in Italien, an ihrem Hausstrand im Naturschutzgebiet von Feniglia, der ihnen erzählt hatte, er sei aus Marokko und würde sechs Monate in Italien Ware verkaufen und im Winter in die Heimat zurückgehen. Es sei ein wunderbares Land für Touristen, billig und schön: „müssen unbedingt hinfahren Signora“. Jetzt verstand sie seine Kalkulation: das Durchschnittseinkommen in Marokko liegt bei 120 € im Monat, mancher Lehrer verdient nicht mehr als 350 €, deswegen gehen viele weg, verdienen in einem halben Jahr im Ausland genug, um das ganze Jahr in Marokko zu leben, kehren eben aber gerne zurück. Wie auch die Juden, denen im Moment der König besondere Bedingungen anbietet und viele kommen zurück, gründen Hotelketten, Restaurants, besonders in Marrakesch ist das der Fall. Die einst mächtige jüdische Gemeinde in Marokko hatte sich nach der Entstehung von Israel sehr ausgedünnt. Jetzt wird sie vielleicht wieder stärker werden.

Und wenn man über Deutschland nach Roger Willemsen sagt: „Am schönsten ist das Land als Versprechen, weit weg.“ So kann man über Marokko sagen, es ist schöner als sein Ruf. (Ff)

Wernisaż Vernissage: Hermann Stöhr – Stanisław Kubicki

Stanisław Kubicki

Budowa wieży

PROJEKT SCENICZNY (FRAGMENTY)

W grudniu roku 1916 roku

I.

Scena przedstawia krajobraz odrażający nagością, aż po widnokrąg żółto-szary, pagórków kilka w oddali, wszędzie kamieniołomy i doły o glinie wybranej, ziemia dokoła porozrywana, niepłodna, poszarpana, bez roślinności. Jedyne drzewo po prawej o brzydkiej potarganej sylwetce potęguje jedynie bezna­dziejność miejsca. –

W dali – już za widnokręgiem – potworna wieża, olbrzym przerażający kształtem, jak zmora ciąży na kraju całym, niedokończeniem wstrętna i rusztowań siecią, dla oddalenia wielkiego gdzieniegdzie jedynie dostrzegalną. Nad wieżą wisi chmura kształtem kaptur grzyba przypominająca – wisi wiecznem przekleństwem. Całość budzi wstręt w patrzącym i strach chwilami paniczny. Czujesz, że wieża ta nie­zmierną jest zbrodnią i dziełem zła.

Od przodu sceny wgłąb aż do wieży biegnie droga bardzo szeroka, której okropność potęguje bezwzględna prostość i bezczelność dążenia do wieży. Ludzie idący drogą tą kroczą pod przymusem z nakazu czyjegoś. Chwilami strach ich porywa przed pustką, że przystają nagle przerażeni; lecz niema moc gna ich, że biegną ku wieży. Truchlejesz, gdy widzisz, że zimne słowo rozkazu ujęło ludzi tych w kleszcze obojętne na ludzkość ich i pochodzenie z ducha.

Zasłona unosi się. W szarym świetle powstającego dnia roboczego tysiące ludzi narzędziem budowlanem obarczonych wloką się ku wieży. Ubiór szary krojem przypominający starorzymskie bluzy niewolnicze. Śpiewają głupią zupełnie piosnkę uliczną. Twarze ich tępe, znudzone, po większej części głupie. Tutaj znaki najjaskrawsze dynastji wychowującej sobie poddanych. Pomimo zgrozy budzącej się tu i tam każdy posłusznie przykłada rękę do dzieła złego niepomny bladych słów napomnienia kiedyś zasły­sza­nych. Kapłani uczą po świątyniach posłuszeństwa i do wypełnienia namawiają “obowiązku”, sami potęgą przejęci zła najlitościwiej nam panującego. Chytrze i skrzętnie starty z powierzchni ziemi wizerunek boży.

II.

Wieża huczy i tętni pracą: zgrzytem żelaza, uderzeniami młotów, krzykiem i nawoływaniem, syrenami i świstem pary. Widzisz jak ssa soki wszystkie kraju i wysiłek ramion ludzkich gnanych bez pardonu w jarzmo.

Na potwór wieży pada złote światło słońca. Ślepniesz. Ogrom pracy zorganizowanej podziw wywołuje dla potęgi ludzkiej łamiącej przeszkody. Większość podziwem przewiązane ma oczy. Większości niedopisuje pamięć, że są ludźmi. Większość obałamucona widowiskiem i porwana zimnem słowem-nakazem z entuzjazmem nieomal rwie się do pracy. Nie czuje kłamstwa haseł i wierzeń dnia. A jednakowoż musi już istnieć gdzieś widz­ą­cy, który zbiera siły swe do krzyku rozpaczy, muszą się otwierać gdzieś oczy na brzydotę usiłowań ludzkich wzrokiem patrzące przerażonym, musi bić gdzieś serce bolesną ku bratu miłością, muszą cisnąć się słowa kurczowym tłumione szlochaniem. I myśl czyjaś wierci gdzieś opokę, by źródłem rozlać się na świat.

Wieża stoi tymczasem w świetle. Zuchwalstwem wyda ci się myśl, że mogłaby runąć. Boisz się wiary w jutro lepsze: wiary prześladowanej prawem i domem karnym, której miano jadynie za wyzwisko użytem być może. Wiesz, że rozpacz zawsze wiary takie rodziła, które później zwyciężały – lecz tutaj, w tym właśnie kraju nie chcesz wiedzieć ni wierzyć!

Droga prowadząca ku wieży zdaje się być bez wyjścia – tłumiąca nadzieję wszelką – a wszystko tak nastawione na funkcję szatańską budowy, że miejsca nie znajdujesz na myśl inną. Zresztą jako widz nie wiesz co się dzieje za kulisami.

A uśmiechniesz się gdy wyprowadzą teraz na scenę pustą zupełnie człowieka W ubraniu biednem, wytartem, o suchej, głodem wycieńczonej twarzy, zapadłych oczach, językiem swoim nie mówiącego poprawnie. Człowiek ten zaciśnie pięści i krzyczeć będzie słowa w twarz (nieobecnym) panującym i ministrom i wszystkim, którzy mają władzę. Wyjęczy krzywdę na nim i braciach jego dokonaną. – I o sprawiedli­wość wołać pocznie.

I znajdą się, którzy uśmiechem i wzdryganiem ramion pozbędą się błazna. I tacy, którzy oburzeni śmiałością jego wyzwiskiem odpowiedzą na skargi i żądanie sprawiedliwości. I tacy, którzy wołać będą o policję i dom karny.

III.

Na scenę pada światło przeraźliwie białe, ostre. Brzydota okolicy ujawniona w najdrobniejszym szczególe, że nawet krótkowidzący ujrzeć musi złość poczynań ludzkich i znaki jej w drobiazgu chociażby najlichszym. Na tle czarnego nieba stoi wieża jaszczurowo zielona w jadowitem świetle. Cisza. Nagle słychać ciężki daleki huk jakoby podziemny i trzask przytłumiony oddaleniem. Z przerażeniem widz widzi, że wieża się zatrzęsła, kurczowo, w posadach swych. Stoi jeszcze. Każdy wie teraz, że wewnętrzna zapadła się struktura potworu, – stoją jeszcze ściany zewnętrzne.

Znów cisza.

A oto chwila, że każdy wie co się stało:

Rozmowy potajemne i narady; prześladowania tysiączne i ucieczki nocne wśród tłumów; gorączkowa praca podziemna; tłumione krzyki rozpaczy; stokroć rozpędzane tłumy nieprzeliczone; krok pospieszny przywódców na estradzie; sale ogromne ludzkiem nabite ciałem drżącem, ledwie oddychającem w oczeki­waniu; ruch gorączkowy osób kilku wysuniętych na czele tłumu: ciche narady na dalekiej estradzie; po­chody szaremi ulicami olbrzymiego miasta…

Otóż wszystko to szerokim lawy plastrem buchnęło na światło słoneczne.

*

Od strony wieży w popłochu biegną gromady ludzi. Twarze przerażone. Krzykiem rozdarte. Rozbiegają się na wszystkie strony.

Chwila chaosu i zamięszania. Ludzie, którzy nagle (za nagle) przejrzeli i dowiedzieli się o grzechu własnej czynności. Krzycząc katów swoich szukają i winowajców – tych wszystkich, których głową po­wstawała budowa gniotąca sromotą świat cały.

I chwila jeszcze a wyłoni się z masy skłębionej pochód poważny z wysoko na szyldzie drewnianym wyniesionym hasłem sprawiedliwości. Słowa nie­zręczną ręką robotnika malowane, litery koszlawe i nie­równe, a w nich zawarta cała ludzkości wola.

Napotkasz ich, widzu, kroczących przez wszystkie place miast wielkich, idących wszystkimi ulicami w słońce wschodzące jutra.

Pierwodruk w: Zdrój VI , 1919, Nr. 2, s. 49–50.

Pierwodruk wersji niemieckiej w: Lidia Głuchowska, Roger Loewig – Stanislaw Kubicki. Wyspy człowieczeństwa/ Inseln der Menschlichkeit, tłum. Lidia Głuchowska, Roeger Loewig Gesellschaft / WIR e.V., Berlin 2003, S. 7779.

Linolschnitt „Der Turmbau zu Babel“ von Stanislaw Kubicki aus dem Jahr 1917. Fotos: Stadtmuseum Dresden (1), Holger Jakobi (1)

Stanisław Kubicki

Der Turmbau. Bühnenentwurf (Fragmente)

         Im Dezember des Jahres 1916

Die Szene stellt eine durch ihre Nacktheit abstoßende Landschaft dar, bis auf den gelb-grauen Horizont, einige Hügel in der Ferne, überall Steinbrüche und Gruben ausgegrabenen Lehms, die Erde herum – zerrissen, unfruchtbar, zerstört, ohne Pflanzen. Der einzige Baum rechts, mit zerrissener Silhouette steigert nur die Hoffnungslosigkeit des Ortes. –

In der Ferne – schon hinter dem Horizont – ein ungeheuerer Turm, ein Gigant, entsetzlich in seiner Form, wie ein Albtraum, lastet über dem ganzen Land durch seine abscheuliche Unfertigkeit und das Netz des Gerüstes, das wegen der Entfernung nur stellenweise bemerkbar ist. Über dem Turm hängt eine Wolke, die mit ihrer Form an die Kapuze eines großen Pilzes erinnert – sie hängt da wie ein ewiger Fluch. Das Ganze erregt in dem Beobachter Widerwillen und Ängste – zuweilen Panik. Man fühlt, daß der Turm ein unermeßliches Verbrechen und ein Werk des Bösen ist.

Von der vorderen Szene bis zum Turm verläuft ein sehr breiter Weg, dessen ungeheure Schlichtheit durch das rücksichtslose und unverschämte Streben des Turmes gesteigert wird. Menschen, die diesen Weg begehen, schreiten unter jemandes Befehl. Zuweilen ergreift sie Angst von der Leere, so daß sie plötzlich entsetzt innehalten; doch eine stumme Macht treibt sie dem Turm entgegen. Man erschrickt, wenn man sieht, wie das kalte Wort des Befehls diese Wesen in ihrer Menschlichkeit und ihrer Herkunft aus dem Geiste gleichgültig mit unempfindlichen Zangen gefaßt hat.

Der Vorhang hebt sich. Im grauen Licht des aufgehenden Tages schleppen sich Tausende von Menschen, mit Werkzeug beladen, dem Turm entgegen. Ihre graue Kleidung erinnert an altrömische Sklavenblusen. Sie singen ein dummes Straßenlied. Ihre stumpfe Gesichter, gelangweit, zum großen Teil dumm. Es sind die grellsten Zeichen der Dynastie, die sich die Untertanen erzieht. Trotz des Grauens, das hie und da erwacht, trägt jeder zum bösen Werk bei, ungeachtet irgendeines Wortes der Ermahnung. Die Priester lehren in den Tempeln den Gehorsam und überreden zur „Pflicht“, selbst von der Macht ergriffen, die uns gnädig beherrscht. Das Gottesbild ist schlau und geschäftig von der Oberfläche der Erde weggewischt.

II

Der Turm dröhnt und pulsiert von der Arbeit: vom Eisenknirschen, vom Schreien und dem Rufen, von den Sirenen und Dampfpfiff. Man sieht, wie alle Säfte des Landes ausgesaugt werden und die Anstrengung menschlicher Arme gnadenlos ins Joch getrieben werden.

Auf das Monstrum Turm fällt goldenes Sonnenlicht. Man erblindet. Das Immense der organisierten Arbeit erregt Bewunderung für die Hindernisse brechende menschliche Macht. Die meisten verbinden sich vor Bewunderung die Augen. Den meisten versagt das Gedächtnis dafür, daß sie Menschen sind. Die meisten, verwirrt von der Schau und getragen vom kalten Befehl stürzen sich mit Enthusiasmus auf die Arbeit. Sie spüren nicht die Lüge der Parolen und des Tages. Doch irgendwo muß schon der Sehende sein, der seine Kräfte zum Verzweiflungsschrei sammelt, irgendwo müssen sich die Augen öffnen, die mit erschrockenem Blick die Scheußlichkeit menschlicher Bemühungen ansehen, irgendwo muß ein Herz schmerzlicher Liebe zum Bruder schlagen, müssen sich die von verkrampftem Schluchzen unterdrückten Worte hervordrängen. Und irgendwo bohrt jemandes Gedanke einen Fels, um eine Quelle über die Welt auszugießen.

Der Turm steht einstweilen im Licht. Der Gedanke, daß er einbrechen könnte, scheint dir vermessen. Du hast Angst vor dem Glauben an ein besseres Morgen: des mit dem Recht und Gefängnis verfolgten Glaubens, dessen Name einzig als Schimpfwort benutzt werden kann. Du weißt, daß die Verzweiflung immer solchen Glauben gebar, der später gewann – doch hier, gerade in diesem Land willst du es weder wissen noch glauben!

Der zum Turm führende Weg scheint ausweglos zu sein – jede Hoffnung verdrängend – und alles ist so auf die teuflische Funktion des Baus eingestellt, daß du keinen Platz für andere Gedanken findest. Im übrigen, als Zuschauer, weißt du nicht, was hinter der Kulisse abläuft.

Und du wirst lächeln, wenn sie auf die leere Szene einen Menschen in ärmlicher, schäbiger Kleidung führen werden, mit hagerem, vom Hunger erschöpften Gesicht, eingestürzten Augen, der die eigene Sprache nicht korrekt beherrscht. Dieser Mensch wird die Fäuste geballt haben und den abwesenden Herrschern und Ministern und allen, die Macht haben, ins Gesicht schreien. Er wird das Unrecht an sich und seinen Brüdern bejammern. – Und er beginnt, die Gerechtigkeit anzurufen.

Und es finden sich solche, die den Narren mit Lächeln und Armeschütteln los werden. Und solche, die von seiner Kühnheit empört mit Schimpf auf seine Klagen und Forderung nach Gerechtigkeit antworten werden, und solche, die nach Polizei und Gefängnis rufen werden.

III.

Auf die Szene fällt erschreckendes weißes, grelles Licht. Die Häßlichkeit der Gegend offenbart bis ins kleinste Detail, bis in die schäbigsten Einzelheiten, daß sogar Kurzsichtige die Bosheit der menschlichen Handlungen und ihre Zeichen bemerken müssen. Auf dem Hintergrund des schwarzen Himmels steht der echsengrüne Turm im giftigen Licht. Stille. Plötzlich hört man fern scheinendes unterirdisches Dröhnen und einen durch die Entfernung gedämpften Knall. Erschrocken sieht der Zuschauer, daß der Turm krampfhaft in seinem Fundament erzittert. Noch steht er. Jeder weiß jetzt, daß die Struktur des Monstrums in sich zusammengefallen ist, – es stehen nur noch die Außenwände.

Wieder Stille.

Und hier ist nun der Augenblick, in dem jeder weiß, was geschah:

Geheime Gespräche und Besprechungen; tausend Verfolgungen und Fluchten im Gedränge; fieberhafte Untergrundarbeit; gedämpfte Verzweiflungsschreie; hundertmal auseinandergetriebene unzählige Massen; der eilige Schritt der Führer auf der Bühne; die riesigen Säle mit zitternden menschlichen Körpern gefüllt, die in der Erwartung kaum noch atmen; die fieberhafte Bewegung einiger, auf dem Hirn der Masse stehender Personen: leise Beratungen auf der entfernten Bühne; Züge durch die grauen Straßen der riesigen Stadt…

Nun ergießt sich alles auf das breiten Pflaster wie Lava ins Sonnenlicht.

*

Vom Turm her rennen in Panik Scharen entsetzter Menschen – vom Schrei verzerrte Gesichter. Sie laufen in alle Richtungen auseinander.

Ein Moment von Chaos und Verwirrung. Die Menschen, die plötzlich verstanden und von der Sünde ihrer eigenen Tat erfuhren. Schreiend suchen sie die Henker und Schuldigen – alle, durch deren Kopf der Bau erfunden wurde, der mit Schande die ganze Welt unterdrückt hat.

Und noch ein Augenblick, da taucht aus der Masse der ernsthafte Zug auf mit dem hoch auf dem Schild gehaltenen Aufruf nach Gerechtigkeit. Die Worte, mit ungeschickter Arbeiterhand gemalt, die Buchstaben krumm und uneben, und in ihnen ist der ganze Menschheitswille.

Du, Zuschauer, triffst auf sie, wenn sie alle Plätze der großen Städte beschreiten, auf allen Straßen marschieren, hin zur aufgehenden Sonne von morgen.

übersetzt von Lidia Głuchowska

Erstveröffentlichung der deutschen Fassung in: Lidia Głuchowska, Roger Loewig – Stnislaw Kubicki. Wyspy człowieczeństwa/ Inseln der Menschlichkeit, Roeger Loewig Gesellschaft / WIR e.V., Berlin 2003, S. 7779.

Polnische Erstveröffentlichung:
Zdrój (Posen/Poznań) VI, 1919, Nr. 2, S. 4950

Nasz rok leśmianowski 5

Wpis przygotowany na wczoraj przez Marię Szewczyk i Ewę Marię Slaską. Ustąpiłyśmy miejsca naszemu nowemu autorowi (TU) i oby nam więcej takich tekstów pisał, jak ten wczorajszy! W naszym wpisie – stosowne wszak dla Berlina – przesłanie zza muru.

Deutsch (aber was anderes als auf Polnisch) – siehe unten

Bolesław Leśmian

DZIEWCZYNA

Władysławowi Jaroszewiczowi,
Jego entuzjastycznym zapałom
dla dzieł twórczych i szczerym
wyczuciom czarów poetyckich

Dwunastu braci, wierząc w sny, zbadało mur od marzeń strony,
A poza murem płakał głos, dziewczęcy głos zaprzepaszczony.

I pokochali głosu dźwięk i chętny domysł o Dziewczynie,
I zgadywali kształty ust po tym, jak śpiew od żalu ginie…

Mówili o niej: “Łka, więc jest!” – I nic innego nie mówili,
I przeżegnali cały świat – i świat zadumał się w tej chwili…

Porwali młoty w twardą dłoń i jęli w mury tłuc z łoskotem!
I nie wiedziała ślepa noc, kto jest człowiekiem, a kto młotem?

“O, prędzej skruszmy zimny głaz, nim śmierć Dziewczynę rdzą powlecze!” –
Tak, waląc w mur, dwunasty brat do jedenastu innych rzecze.

Ale daremny był ich trud, daremny ramion sprzęg i usił!
Oddali ciała swe na strwon owemu snowi, co ich kusił!

Łamią się piersi, trzeszczy kość, próchnieją dłonie, twarze bledną…
I wszyscy w jednym zmarli dniu i noc wieczystą mieli jedną!

Lecz cienie zmarłych – Boże mój! – nie wypuściły młotów z dłoni!
I tylko inny płynie czas – i tylko młot inaczej dzwoni…

I dzwoni w przód! I dzwoni wspak! I wzwyż za każdym grzmi nawrotem!
I nie wiedziała ślepa noc, kto tu jest cieniem, a kto młotem?

“O, prędzej skruszmy zimny głaz, nim śmierć Dziewczynę rdzą powlecze!” –
Tak, waląc w mur, dwunasty cień do jedenastu innych rzecze.

Lecz cieniom zbrakło nagle sił, a cień się mrokom nie opiera!
I powymarły jeszcze raz, bo nigdy dość się nie umiera…

I nigdy dość, i nigdy tak, jak pragnie tego ów, co kona!…
I znikła treść – i zginął ślad – i powieść o nich już skończona!

Lecz dzielne młoty – Boże mój – mdłej nie poddały się żałobie!
I same przez się biły w mur, huczały śpiżem same w sobie!

Huczały w mrok, huczały w blask i ociekały ludzkim potem!
I nie wiedziała ślepa noc, czym bywa młot, gdy nie jest młotem?

“O, prędzej skruszmy zimny głaz, nim śmierć Dziewczynę rdzą powlecze!” –
Tak, waląc w mur, dwunasty młot do jedenastu innych rzecze.

I runął mur, tysiącem ech wstrząsając wzgórza i doliny!
Lecz poza murem – nic i nic! Ni żywej duszy, ni Dziewczyny!

Niczyich oczu ani ust! I niczyjego w kwiatach losu!
Bo to był głos i tylko – głos, i nic nie było oprócz głosu!

Nic – tylko płacz i żal i mrok i niewiadomość i zatrata!
Takiż to świat! Niedobry świat! Czemuż innego nie ma świata?

Wobec kłamliwych jawnie snów, wobec zmarniałych w nicość cudów,
Potężne młoty legły w rząd, na znak spełnionych godnie trudów.

I była zgroza nagłych cisz. I była próżnia w całym niebie!
A ty z tej próżni czemu drwisz, kiedy ta próżnia nie drwi z ciebie?

***

In durch Regierung PiS entzweiten Polen gibt es viele Kontroversen, die um den Dichter und Notar Bolesław Leśmian (eigentlich Bolesław Lesman) ist eine davon. Ofiziell wurde er 1877 geboren, was eventuell ein Grund wäre, das Jahr 2017 zum “seinen” Jahr zu ernennen, zumal er in Polen viel gelesen ist, man kann sogar wagen, zu behaupten, dass wir ihn lieben. Die PiS-Regierung wollte es jedoch nicht zu anerkennen. Dadurch haben viele Personen und institutionen erklärt, “wir feiern selber des Dichters Jahr”, man braucht die Regierung dazu nicht. Wozu auch? Dieser Blog macht es auch.

Die Debatte um Leśmian-Jahr führte dazu, dass jetzt kaum jemand zu erwähnen wagt, dass es eigentlich nicht klar ist, wann Leśmian geboren wurde. In Wikipedia steht ein simpler Satz darüber: Das Geburtsjahr ist umstritten, in der Abschrift seiner Geburtsurkunde steht 1877, er selbst nannte das Jahr 1878 und auf seinem Grabstein steht 1879.

Leśmian ist in Deutschland wenig bekannt. In Wikipedia wird kein Gedichtband auf Deutsch genannt und alle Links führen zu polnischen Seiten mit seiner Poesie. Es gab seine Gedichte in ein paar Anthologien und gar im Internet fand ich nur diese eine Internetseite mit diesem einem Gedicht und ein Buchobiekt herausgegeben 1988 von dem man sagt, es sind Leśmians Gedichte übersetzt und herausgegeben von Karl Dedecius in 150 numerierte Exemplare (Handpresse Verlag: Reicheneck, Aldus-Presse).

Bolesław Leśmian (1877-1937)

(In der Übersetzung von Lorenz Scherlag 1881-1941) 

Umwerbung / Zaloty

Ein armer Krüppel ohn’ Füße, befestigt am Wagen,
Gleich einem Gewächs, von beweglichem Erdstück getragen,
Der Graus der bleichen Straßler, der Schreck der Gasse,
Bedienend seines Leibes plumpige Masse,
Dreht ruhlos die Kurbel – wie bei Regenschauer
An einem Leierkasten, gelehnt an die Mauer –
Und schleppt sich, polternd, längs der Straßengraben,
Drin graue Wolken ihren Spiegel haben,
Er schleppt zur Dirne sich im Hofe drüben,
Zu ihren nackten Füßen. Verlangend sich schieben
Aus Kleiderfetzen seiner Hände Krallen
Zu ihren Zähnen, so weiß . . . Seine Worte lallen:
– “Ich liebe den Saum deiner kotigen Kleiderfetzen
Und deinen lauten Atem. Nichts könnt mich ergötzen
Und wäre wie du so wert meinem dürstenden Munde.
Ich weiß, daß meine Sehnsucht, gleich einer Wunde,
Mich weiter schleppend, wird nur Krüppel zeugen.
Doch dies mein Triumph: ich kann mich mühlos beugen
Vor deinen Reizen. Her die Zärtlichkeiten!
Ein Krüppel fleht dich drum! Ich bin auf Freiten!
Sollst nackt und schamlos mir ins Elend ragen
Und kosend mein Gebrechen mir zernagen!”

Sie will von dannen gehen,
Doch ruhlos lallt sein Flehen:
– “Es muß doch wer lieben, was einmal schon geschehen. –
Und diesen Marterwagen, die Kurbel zum Drehen,
Die Gier in Leibesresten, kaum angefangen,
Dies Menschenkind, das lockend will verlangen!
Befrei den Zauber, den Häßlichkeiten hüllen!
Wie blind oder tot, sei meiner Hand zuwillen!
Ich kann auch unabwehrbar sein wie die Sünde,
Und voller Kraft eines listigen Krüppels finde
Ich süße Zärtlichkeiten, den Trauben zu gleichen,
Die keiner im Traume sogar je könnt erreichen!”

Sie will von dannen gehen,
Doch ruhlos lallt sein Flehen:
– “Ist wenig dir ein halber Mensch zum Bunde?
Dein treuer Buckel ich sei, deine teure Wunde!
Daß Weh und Liebe und meines Irrwegs Entsetzen
Das Fehlen meiner Beine nicht können ersetzen!
Ein Lachen will so schmerzlich mich umkrampfen!
O, könnt ich die Erde mit festen Füßen stampfen
Und sie zertreten von meinen Tritten sehen!
Ins Uferlose will ich eilig gehen,
Dem ekellos mein Leid zum Opfer soll fallen.
Und irgend sind Hände mir willig und Lippen-Korallen,
Die, zärtlich liebkosend, leise gleiten sollen
Zu Füßen, die nicht vorhanden. Es möge rollen
Mein Wagen dahin, irgend, wo fern mir im Garten
Wer immer, Tier oder Wurm, meine Liebe erwarten!”

Sie will von dannen gehen,
Er träumt von fernen Höhen.
Ernüchternd und schmerzlich ihre Reize nagen.
Er schaut, ohne Schauen, und dreht die Kurbel am Wagen
Und fährt von dannen – von dannen – ziellos, in Eile,
So hilflos und komisch polternd jede Weile
Und sucht, erbärmlich krüppelnd, von allen gemieden,
Das Land der Liebe, ohne Halt und Frieden.

Aus: Moderne polnische Lyrik
Eine Anthologie deutscher Übertragungen
Herausgegeben von Lorenz Scherlag
Amalthea Verlag Zürich Leipzig Wien 1923 (S. 103-105)

Hi stranger

Hi stranger ist ein Kunstprojekt von Kerstin Lepore, amerikanischer Filmanimatorin, wurde schon von 1,5 Milionen Zuschauer angeklickt. Das geschlechtlose Knetwesen von Lepore sieht wie ein Wurm aus. Ist es ekelhaft oder androgyn modern?

Hi stranger to projekt artystyczny amerykańskiej autorki filmów animowanych Kerstin Lepore. Biała bezpłciowa istota z modeliny wygląda jak blada gąsienica i jest (chyba) odrażająca, ale może raczej wyraża nasze marzenia o androgynicznej ponadpłciowej równości. W każdym razie film obejrzało już 1,5 miliona widzów.

Der Kurator (und die Kurator*innen)

tip und Zitty Jubiläum – Fotogalerie von der Eröffnungsfeier

Am 1. April hat man die Geburtstage von tip und ZITTY in der Galerie Neurotitan gefeiert. Die Eröffnung der Ausstellung „Berlin.Stadt.Magazin“ kuratiert von Jacek Slaski, war unglaublich gut besucht! Alle, die die Ausstellung noch nicht gesehen haben oder sie sich noch einmal in Ruhe anschauen wollen: Die Galerie Neurotitan ist von Montag bis Samstag zwischen 12 und 20 Uhr geöffnet. Eingang durch den Shop.

Fotografin F. Anthea Schaap war dabei. Hier geht es zur Fotogalerie von dem großen Prima-Aprilis-Event. Unten – ausgewählte persönliche Lieblingsstücke:

Mein Sohn, der Kurator

Sein Sohn (der zukünftige Kurator?)

Anna Krenz, die Ehefrau des Kurators, die Mutter des zukunftigen Kurators, selber immer wieder Kuratorin (mit blondem Zopf, gesehen leider nur von der Seite; kein besseres Foto gefunden); von vorne gesehen Dorota Kot, eigentlich eine Projektleiterin, aber immer wieder auch eine Kuratorin.

Ich (ab und zu auch Kuratorin) mit dem zukunftigen Kurator, meinem Enkeln; die von uns studierte Comickunst passt zur Ausstellung. Beide tragen wir die gelben Schue – so ein zufälliger Partner-Look:

Die Redaktion vom Tip, ein Werk (nach Leonardo da Vinci) von Anna Krenz, die u.a. eine Graphikerin ist.

Ich neben dem Kurator, auf der anderer Seite von ihm Anina und Michał (Cousin des Kurators), beide Graphiker und Kuratoren:

Die Geburtstagstorte vom Tip (der ältere Bruder, 45 J.) und Zitty (die jüngere Schwester, 40). Was für ein schöner Alter!

Drei meine Lieblingsexponate von der Ausstellung:

Wien im März 2017 / Wiedeń marzec 2017

Ewa Maria Slaska

Groby i muzyka / Gräber und Musik

für Deutsch bitte Bissl nach unten skrollen oder einfach die Blaueschrift verfolgen

Nie znałam tej piosenki, w życiu nie słyszałam o Wolfgangu Ambrosie, muzyka w Wiedniu to byli zmarły tajemniczą śmiercią Mozart, Haydn, stary i głuchy geniusz -Beethoven, mój ulubiony Franz Schubert, może jeszcze Johann Strauss, którego każdy zna, nawet jak nie lubi operetki, no i oczywiście Falco, którego akurat teraz wszyscy w Wiedniu przypominają, bo w lutym przyszłego roku minie 20 lat od jego tragicznej śmierci w wypadku samochodowym.

Tymczasem jednak opowieść o umarłych muzykach z Wiednia zaczynam od Wolfganga Ambrosa, a dlatego że świetny piosenkarz berliński, Andrzej Klukowski czyli Andy Klukos, podsunął mi na Facebooku linka do tej piosenki. Samym Andrzejem zajmę się kiedy indziej, tu tylko powiem, że jest autorem inteligentnych piosenek antyrządowych. Podczas protestu kobiet 23 października zeszłego roku na Warschauer Brücke Andrzej śpiewał Kto się boi czarnej baby, ale posłuchajcie też takich piosenek jak Ballada o Lechu, Mam dość czy Tu przyjdą za nami miliony.

Ich war in Wien auf dem Zentralfriedhof (endlich… seit Jahren wollte ich und immer kam etwas dazwischen) und schaute mir die Musikergräber an. Passend dazu beginne ich mit dem Lied von Wolfgang Ambros, Es lebe der Zentralfriedhof. Lustiges Lied… Ambros widmete es tatsäschlich dem Friedhof zu seinem 100. Geburtstag. Es war das Jahr 1975.

Es lebe der Zentralfriedhof, und olle seine Toten.
Der Eintritt is’ für Lebende heit’ ausnahmslos verboten,
weü da Tod a Fest heit’ gibt die gonze lange Nocht,
und von die Gäst’ ka anziger a Eintrittskort’n braucht.
Wann’s Nocht wird über Simmering, kummt Leben in die Toten,
und drüb’n beim Krematorium tan’s Knochenmork ohbrot’n.
Dort hinten bei der Marmorgruft, durt stengan zwa Skelette,
die stess’n mit zwa Urnen on und saufen um die Wette.
Am Zentralfriedhof is’ Stimmung, wia’s sei Lebtoch no net wor,
weu olle Tot’n feiern heite seine erscht’n hundert Johr’.
Es lebe der Zentralfriedhof, und seine Jubilare.
Sie lieg’n und sie verfeul’n scho durt seit über hundert Jahre.
Drauß’t is’ koit und drunt’ is’ worm,
nur monchmol a bissel feucht,

A-wann ma so drunt’ liegt, freut man sich, wenn’s Grablaternderl leucht’.
Es lebe der Zentralfriedhof, die Szene wirkt makaber.
Die Pforrer tanz’n mit die Hur’n, und Juden mit Araber.
Heit san olle wieder lustich, heit lebt ollas auf,
im Mausoleum spü’t a Band,
die hot an Wohnsinnshammer d’rauf.

Am Zentralfriedhof is’ Stimmung, wia’s sei Lebtoch no net wor,
weu olle Tot’n feiern heite seine erscht’n hundert Johr’.
Es lebe der Zentralfriedhof, auf amoi mocht’s an Schnoiza,
da Moser singt’s Fiakerliad,
und die Schrammeln spü’n an Woiza.

Auf amoi is’ die Musi stü, und olle Augen glänz’n,
weu dort drü’m steht da Knoch’nmonn
und winkt mit seiner Sens’n.

Am Zentralfriedhof is’ Stimmung, wia’s sei Lebtoch no net wor,
weu olle Tot’n feiern heite seine erscht’n hundert Johr’.

Der Wiener Zentralfriedhof wurde 1874 eröffnet und zählt mit einer Fläche von fast 2,5 km² und rund 330.000 Grabstellen zu den größten Friedhofsanlagen Europas. Er gehört aufgrund seiner vielen Ehrengräber, der Jugendstil-Bauwerke und des weitläufigen Areals zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien.

Allerseelen 1903, Friedhofsbesucher auf der Simmeringer Hauptstraße auf dem Weg zum Zentralfriedhof

Wikipedia, von der ich die obigen Zeilen geliehen habe, berichtet noch dazu, dass zu seiner Geburtsstunde der Zentralfriedhof häufig kritisiert wurde und bei der Bevölkerung nicht sehr beliebt war. Es wurde die Trostlosigkeit des Areals bekrittelt, da im Vergleich zu heute nur eine karge Vegetation vorherrschte, außerdem verzögerte sich die Errichtung der dazugehörigen Bauwerke. Friedhofsbesucher mussten eine lange und mitunter beschwerliche Anreise auf sich nehmen, da es zu dieser Zeit noch keine direkte Bahnverbindung zum Friedhofsgelände gab. Im Oktober 1874 fasste eine Wiener Zeitung diese Stimmung in der Frage zusammen: „Eine Stunde Fahrzeit, zwischen Schlachthäusern und Heide und Bauern, und wofür?“

Heute ist der Friedhof verkehrs-technisch sehr gut erschlossen, vor allem mit der berühmten Strassenbahn Nummer 71, und bietet dem Besucher ein einmaliges Erlebnis, einen Spaziergang durch ein groszügig angelegtes Areal mit den interessanten Bauwerke, üppigem Grün und faszinierender Geschichte der hier Begrabenen.

A więc groby muzyków (na więcej nie starczyło czasu)
Also die Musikergräber (fürs mehr reichte die Zeit nicht)

Oto lista, na pewno niekompletna / Hier die Liste, ohne den Vollständigkeitsanspruch

Ludwig van Beethoven 1770–1827
Johannes Brahms 1833–1897
György Ligeti 1923–2006
Arnold Schönberg 1874–1951
Franz Schubert 1797–1828
Robert Stolz 1880–1975
Johann Strauß (Vater) 1804–1849
Johann Strauß (Sohn) 1825–1899
Franz von Suppé 1819–1895
Hugo Wiener 1904–1993
Hugo Wolf 1860–1903
Joe Zawinul 1932–2007
Falco (Johann Hölzel) 1957–1998
Fatty George 1927–1982
Hans Gillesberger 1909–1986
Ferdinand Grossmann 1887–1970
Hermann Leopoldi 1888–1959
Peter Wehle 1914–1986
Carl Zeller 1842–1898

Oczywiście na wszystkich muzyków też nie starczyło czasu, a częstokroć i wiedzy; poza tym i tak pokażę tu tylko tych, których muzykę lubię.

Natürlich die Zeit reichte gar für alle Musiker nicht, dazumal auch nicht immer das nötige Wissen vorhanden war; und sowieso zeige ich hier nur die, die ich mag.

Falco, ein Grab mit den Titeln seiner Hits wie Vienna calling, Komissar, Ganz Vien und Rock me Amadeus / Na płycie nagrobnej tytuły jego największych przebojów (koniecznie posłuchajcie! pierwszy porządny europejski rap!)

Pomnik Wolfganga Amadeusa Mozarta (grobu, jak wiemy nie ma) – do posłuchania Aria Królowej Nocy w wykonaniu Bogny Sokorskiej / Mozarts Denkmal (das Grab gibt es, wie wir wissen, nicht) – zum hinhören die Arie der Königin der Nacht

Franz Schubert – zapewne powinnam tu przywołać Pstrąga, ale zdecydowałam się jednak na Śmierć i dziewczynę. Pstrąg zaraz potem. / Das berühmteste Lied von Schubert ist zweifelsohne Die Forelle; ich entschied mich aber dafür, hier das Lied Der Tod und das Mädchen zu zittieren. Die Forelle folgt…

Johannes Brahms Wieges Lied / Kołysanka / Lullaby – najsłynniejsza melodia Brahmsa i jedna z najbardziej rozpoznawalnych melodii na świecie. Mój wnuk zaraz po urodzeniu dostał kaczuszkę, która grała mu tę właśnie kołysankę.

Ludwig van Beethoven

Cóż nie ma wyjścia, bo sprawa jest polityczna – Hymn Europy jako super Flash Mob (Oda do radości / Ode an die Freude). Łatwo się wzruszam, więc zawsze płaczę jak tego słucham… / Europa Hymne. TU słowa po polsku w przekładzie Konstantego Ildefonsa Gałczyńskiego / HIER der Text auf Deutsch

PS dla dociekliwych: Beethoven, Schubert, Strauss (ojciec) i inni umarli zanim powstał Cmentarz Centralny i ich groby zostały przeniesione /Beethoven, Schubert, Strauss (Vater) sind gestorben bevor der Zentralfriedhof gegründet wurde; deren Gräber wurden umgebettet.

Reblog: Magdalena Wosinska auf Instagram

Magdalena Wosinska zeigt auf ihren Reisefoto alles – auch von sich selbst

reblog

Aktualisiert am 31. März 2017, 16:01 Uhr / rebbloged am 31. März 2017, 17:37 Uhr

Magdalena Wosinskas liebt das raue Meer, einsame Wüstenlandschaften und hohe Berge. Sie ist gefühlt nur im Urlaub und macht die wohl ungewöhnlichsten Reisefotos auf Instagram. Denn auf denen zeigt sie einfach alles – auch von sich selbst.

Fotografin Magdalena Wosinska ist ein ganz besonderer Instagram-Star. Denn die gebürtige Polin ist nicht wie andere Influencer durch lustige Videos oder gar tolle Outfits berühmt geworden. Wosinska postet zwar immer wunderschöne Selbstportraits von traumhaften Urlaubsdestinationen. Der Grund für die Bekanntheit ihrer Bilder dürfte aber ein anderer sein, der kaum zu übersehen ist:

Auf jedem ihrer Fotos ist die junge Frau vollkommen nackt. Im Interview mit dem Magazin “Foam” erklärte die talentierte Schönheit, dass ihre Bilder “durchdacht, kunstvoll zusammengestellt und aufwändig” seien. Tatsächlich ist der künstliche Aspekt bei allen Aufnahmen sichtbar. Deutlich.

Doch auch wenn die 32-Jährige in ihren Fotos fast alles von sich zeigt, bleibt eine Sache dabei stets versteckt: ihr Gesicht. Damit erschafft sie einen kleinen Mythos um ihre Person, was die Bilder nur noch interessanter macht.

Übrigens fotografiert Magdalena Wosinska nicht nur sich selbst: Sie hat schon Werbekampagnen für große Kunden wie Urban Outfitters oder Converse geschossen und sogar eine Fotostrecke für die “Vogue” geshootet. © spot on news

Frauenblick 13

Monika Wrzosek-Müller

Hier bin ich, Jonathan Safran Foer
Kiepenheuer&Witsch, 2016 1. Auflage

Schon wieder ein dickes Buch, kann man bei 683 Seiten wohl sagen; die Bücher werden immer dicker (Paul Auster „4321“, 1259 S., Nino Haratischwili, Das achte Leben (Für Brilka), 1275 S. Christoph Hein Glückskind mit Vater, 526 S. etc…). Liegt das am immer leichteren Zugang zu all den Informationen oder an dem Profitfaktor, der sich doch irgendwie pro Seite errechnen lässt: dicke Bücher sind auch teurer…
Aber vielleicht haben die Autoren auch so viel zu sagen und wir dann so viel zu lesen.
Jonathan Safran Foer hat auf jeden Fall immer viel und witzig zu sagen und zu erzählen. Sein erstes Buch, das er mit 23 Jahren schrieb „Alles ist erleuchtet“ wurde von der Kritik und den Lesern enthusiastisch aufgenommen. Darin begab er (der Held) sich auf die Suche nach einer Frau in der Ukraine, die mehreren Mitgliedern seiner Familie das Überleben während der Nazizeit ermöglicht hatte. Das Buch las sich wie man die Bilder von Chagall betrachtet, in all dem Grauen märchenhaft und poetisch; der Text verzauberte und zeigte, dass es unmöglich ist, sich der damaligen Wahrheit wirklich zu nähern, man kann sie vielleicht nur erspüren lernen. Das Buch war witzig, ironisch, heiter und schilderte, warum die dritte Generation der jüdischen Überlebenden immer wieder mit der Vergangenheit ringt und sie für sich aufzuklären, sich ihr zu nähern versucht. Es hatte auf jeden Fall etwas mit Foers eigner Biografie zu tun.
Sein neuester Roman, nach einer längeren Pause entstanden, steht wieder mitten in seinem eigenen Leben. Die Geschichte eines jüdischen Paars in Washington D.C., das sich, angetrieben von seiner Individualität, auseinanderlebt und letztlich auch trennt, erinnert sehr an seine eigene. Doch das eigentliche Thema des Buches ist das Jüdisch-Sein in Amerika und in Israel, sich dazu bekennen, stolz sein, die Traditionen zu leben und an die Kinder weiter zu geben. Auch wenn die Kinder sich gegen die Bar Mizwa wehren, ist für alle selbstverständlich, dass sie diese durchlaufen müssen, um in das Erwachsenenalter aufgenommen zu werden. Das Jüdisch-Sein nimmt ganz viel Platz in dem Buch ein, ohne dass das viel mit Religion zu tun hätte. Es ist einfach die Art, wie man lebt, was wichtig ist, wo man isst, was man unternimmt, wie man diskutiert und redet. Vielleicht ist Jüdisch-Sein eine Bereicherung, vielleicht aber erdrückt es einen.
Es gibt eine Ebene im Roman, die das alles verbindet: die Sprache, es geht um den Gebrauch der Sprache und folglich um die Kommunikation: Dialoge und Reden, auch Beschreibungen der Zustände. Sie erinnern mich an die Filme von Woody Allen, wo immer und lange geredet wird, jeder um eine eigene Pointe bemüht und nicht müde werdend, sie auch zur Geltung zu bringen. Auch hier haben wir den Eindruck, jedes Mitglied der Familie ist eigentlich ein Virtuose der Sprache, sogar der jüngste Sohn Benjy (wohlgemerkt 4 Jahre alt) kann seine Unsicherheit und alle möglichen emotionalen Zustände erstaunlich treffend zum Ausdruck bringen. Durch die Sprache leben sie alle, bewältigen ihre anwachsende Katastrophe in einer sich zerstörenden Welt, die Kommunikation darüber und das auf den Punkt bringen, rettet manchmal das Leben, verhindert das Scheitern. Es steckt darin viel, vielleicht auch unbewusste Weisheit, denn ein Roman, ein Schriftsteller leben sowieso von der Sprache, vom geschriebenen Wort. Doch so wie Foer sie einsetzt, bekommt sie eigenen Wert, die Dialoge sind manchmal Schlachten, manchmal dienen sie der Entspannung, um der Krise zu entkommen.
Jacob ging auf die Knie und nahm Benjys Hände.
„Schlecht geträumt, Kumpel?
„Sterben ist okay“, sagte Benjy.
„Was?“
„Sterben ist okay.“
„Ja, findest du?“
„Wenn alle anderen mit mir sterben, finde ich das Sterben okay. Ich habe nur Angst, wenn die anderen nicht mit mir sterben.“
„Hattest du einen Alptraum?“
„Nein. Ihr habt euch gestritten.“
„Wir haben uns nicht gestritten. Wir…“
„Ich habe gehört, wie Glas kaputtgegangen ist.“
„Wir haben gestritten“, sagte Julia. “Menschen haben Gefühle, manchmal sehr schwierige. Aber jetzt ist alles wieder gut. Geh zu Bett.“[…]
Jacob deckte Benjy zu und strich ihm über das Haar.
„Dad?“
„Ja?“
„Du hast recht damit, dass es wahrscheinlich keinen Himmel gibt.“
„Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur gesagt, dass man das nicht wissen kann und es deshalb nicht sehr klug ist, sein Leben darauf auszurichten.“
„Ja, genau damit hast du recht.“
Wenn er selbst auf Trost verzichtete, konnte er sich das verzeihen, aber warum sollte er ihn auch allen anderen vorenthalten? Warum sollte sich ein Kindergarten-Kind nicht in einer gerechten, schönen und unwirklichen Welt glücklich und geborgen fühlen?
„Und worauf sollen wir unser Leben ausrichten?“, fragte Benjy.
„Die Familie?“
„Ja, finde ich auch.“
„Gute Nacht, Kumpel.“
Jacob ging zur Tür, entfernte sich aber nicht.
Nach einigen langen Momenten der Stille rief Benjy: “Dad? Ich brauche dich!“
„Ich bin hier.“
„Eichhörnchen haben buschige Schwänze, warum?“
„Um das Gleichgewicht zu halten? Um sich zu wärmen? Zeit zu schlafen.“
„Wir googeln das morgen früh.“
„Gut. Aber schlaf jetzt.“
„Dad?“
„Ja. Hier.“
„Gibt es Fossilien von Fossilien, wenn die Welt lange genug existiert?“
„Oh, Benjy. Gute Frage. Wir reden morgen darüber.“
„Ja, ich brauche meinen Schlaf.“
„Genau.“
„Dad?“
Jacob begann die Geduld zu verlieren: “Benjy.“
„Dad?“
„Ich bin da.“
Wir erleben die Familie in einer Situation, die einer Katharsis ähnelt; die innere Spannung und Unzufriedenheit spitzt sich immer weiter zu, bis die Eltern auseinandergehen, sich trennen; und die äußere Situation in Israel wird durch ein fiktives Erdbeben und den Angriff islamischer Staaten nochmal zugespitzt. Diese Zuspitzung empfinde ich als befremdlich, denn das Leben in Israel fühlt sich sowieso für einen Europäer an wie auf dem Vulkan. Im Roman geht es darum, wenn ich richtig verstanden habe, eine Zuspitzung zu schaffen, um sich zum Judentum bewusst bekennen zu müssen, endgültig sich zu erklären und festzustellen, wieviel Raum doch diese andere Heimat im eigenen Leben einnimmt. Man stellt mit Erstaunen fest, dass dieses Israel und Jüdisch-Sein ganz viel Platz im Leben vieler amerikanischen Juden einnimmt.
„Was bedeutete ihm Israel? Was die Israelis? Sie waren seine aggressiveren, unangenehmeren, verrückten, haarigeren, muskulöseren Brüder… da drüben. Sie waren grotesk, aber sie waren die Seinen. Sie waren tapfer, schöner, schweinischer und wahrhafter, weniger gehemmt, draufgängerischer, mehr sie selbst. Drüben. Dort waren die Leute so. Und sie waren die seinen.
Nach der Beinah-Zerstörung waren sie immer noch dort drüben, aber sie waren nicht mehr die Seinen.
Jacob hatte sich bemüht, jede Maßnahme Israels vernünftig zu begründen – zu verteidigen oder wenigstens zu entschuldigen. Und er hatte jedes Mal geglaubt, was er sagte. […] War es richtig, Menschen in der gleichen Notlage eine medizinische Versorgung vorzuenthalten? Ja, denn es gewährleistete die Versorgung der eigenen Bürger, die sich im Gegensatz zu den arabischen Nachbarn an niemand anderen wenden könnten. […] Und dennoch führten all diese gerechtfertigten oder wenigstens entschuldbaren Maßnahmen dazu, dass Israel dringend benötigte Hilfsmittel zurückhielt, das heikelste muslimische Territorium auf Erden eroberte und Müttern von Kindern, die nicht zwangsläufig hätten sterben müssen, zwang, an geschlossene Krankenhaustüren zu hämmern. Vielleicht gab es keine andere Möglichkeit, doch es hätte eine geben müssen.“
Nachdem der Präsident von Israel nach dem Erdbeben und dem Angriff alle Juden in der ganzen Welt aufruft, die Heimat zu verteidigen, kehren viele aus der Diaspora zurück. Interessant ist nur, dass der Hauptheld, der Vater Jacob, gegen alle erklärten Absichten doch nicht nach Israel zurückkehrt, um zu kämpfen; offenbar sieht er ein, dass er vor Ort zu nichts nütze gewesen wäre, aber auch, dass man auch Zweifel an Israels guter Sache haben konnte.
Der Titel „Hier bin ich“ hebräisch hineni steht für den Autor; es geht um die Klärung wofür man steht oder besser für wen man steht, bedingungslos und immer bereit, aufrichtig und präsent. Diese Frage prägt unsere Identität besonders in der jetzigen Welt mit all ihrem Freiheitsdrang, auch wenn sie oft nicht mehr religiös bedingt ist.