Christine Ziegler
Wir sind zurück aus Baden-Württemberg und haben eine echte Melange erlebt. Wir begannen in Bad Schönborn, mir bis dahin völlig unbekannt. Doch meine Tante ist inzwischen dorthin gezogen.
Weiter ging es nach zu Freunden nach Tübingen und heute sind wir aus Langenburg zurückgekehrt, wo unser alter Mitbewohner John seine Zelte aufgeschlagen hat. Schön war es überall auf seine Art, doch einen so schnellen Ortswechsel werde ich so schnell nicht wieder machen.
Bad Schönborn, Bad Langenbrücken, Kronau, Bad Mingolsheim, name it, wir gingen erst mal bei den verschiedenen Bahnhöfen verloren. Gebietsreform, und Bahnhöfe, die nicht alle angefahren werden…
Auf dieser Seite des Rheins hatte ich mich bislang wenig getummelt. Es nennt sich auch das Tor zum Kraichgauer Hügelland, nu denn, sowas steht manchmal auch als Label am Weinregal. Aber das hat mir auch nicht geholfen, diesen Ort zu lokalisieren.
Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts hat mal jemand tief gebohrt und schwefliges Wasser gefunden. Doch so richtig ging der Bäderbetrieb noch nicht los. Erst 1970 führten noch tiefere Bohrungen zur Entdeckung einer Thermalquelle und so begründete man Thermarium, Kliniken und Bäder aller Art. Trotz allem Betrieb ein sehr dörfliches Städtchen.
Und ach ja, da war noch was! Bertha Benz hat dort bei ihrer ersten Spritztour in einer Apotheke nachgetankt: „Im Jahre 1888 konnte Erfinder-Gattin Bertha Benz auf der „ersten Automobil-Fernfahrt der Welt“ von Mannheim nach Pforzheim an der ehemaligen „großherzoglichen Curapotheke“ in Langenbrücken den Tank des Patent-Motorwagens mit Ligroin, das damals in den Apotheken als Waschbenzin erhältlich war, auffüllen. Ohne diesen Tankstopp in Bad Langenbrücken wäre ihre Pionierfahrt wohl zu Ende gewesen. Damit können wir – nach der Stadtapotheke Wiesloch – auf die „zweite Tankstelle für das erste Automobil der Welt“ verweisen.“
Tja, von Langenbrücken haben wir keine Bilder, wir haben immer Kaffee getrunken und von früher erzählt. Wir haben aber auch einen Ausflug zum Heidelberger Schloss gemacht und davon diese zwei tierischen Bewohner mitgebracht …


Wir zogen mit dem Zug durchs Autoland weiter nach Tübingen und statteten nicht nur unseren Freund:innen, sondern auch Hölderlin in seinem Turm einen Besuch ab. Tübingens Altstadt ist schon ein Hingucker, doch ich hab mich auch in die fast einen Kilometer lange Insel im Neckar verliebt, die mit großen Platanen viel Schatten spendet. Und ich habe schon lange nicht so viele Genossenschaften mit schicken Neubauten auf einem Haufen gesehen. Natürlich mit Solaranlage auf dem Dach, das gehört sich so in Tübingen. Und vielen Experimenten in Sachen Wohnformen, Clusterwohnen zum Beispiel. Und natürlich wunderbare Ausflugslokale.




Dem Necker wieder folgend ging es über Heilbronn und dann östlich über Schwäbisch Hall ins Hohenlohische. Da wird es schon fränkisch. Langenburg, mit 1.800 Einwohnern die kleinste Stadt in Baden-Württemberg, ist heute nur noch kompliziert mit dem Bus erreichbar. Ein Hoch dem Fahrer, der uns dann in trotz Verspätung und herumirrend noch aufgelesen und bequem den Berg hochgebracht hat.
Langenburg liegt an der Jagst und in dessen Tal und dem des Kocher scheint es einiges zu entdecken zu geben zu Rad oder zu Fuß.
Bei dir als Freundin von Skansen-Museen ist es vielleicht Eulen nach Athen tragen, wenn wir beginnen vom Hohenloher Freilichtmuseum vorschwärmen. Es ist mit über 75 historischen Gebäuden das größte Freilichtmuseum Baden-Württembergs. Wir hatten das Vergnügen, eine Zeitreise ins Jahr 1947 angeboten zu bekommen.



Die Langenburg, ein Landvermesser und eine Steigenstation, die im Rollenspiel zum US-Quartier mutierte.
Jetzt chillen wir in Schwarz. Was für ein Name in einer Gegend, in der die Orte sonst mit -ow enden wie Mirow, Zirtow, Leussow, Starsow.
Doch dieses Abenteuer beginnt erst, da gibt es erst ein Foto von unserer Unterkunft.

Liebe Grüße
Christine
