Ta nić czarna… / Der schwarze Faden…

Przybywajcie, facet dobrze śpiewa, a zarzeka się, że nigdy więcej! Jedyna taka okazja w życiu!

Ale te linijki poniżej i w tytule to nie nasz muzyk, to …

Cyprian Kamil Norwid

MOJA PIOSNKA

 POL. – I’ll speak to him again.
What do you read, my lord?…
HAM. – Words, words, words!
Shakespeare

Źle, źle zawsze i wszędzie
Ta nić czarna się przędzie:
Ona za mną, przede mną i przy mnie,
Ona w każdym oddechu,
Ona w każdym uśmiechu,
Ona we łzie, w modlitwie i w hymnie…

Nie rozerwę, bo silna,
Może święta, choć mylna,
Może nie chcę rozerwać tej wstążki;
Ale wszędzie – o! wszędzie,
Gdzie ja będę, ta będzie:
Tu w otwarte zakłada się książki,
Tam u kwiatów zawiązką,
Owdzie stoczy się wąsko
By jesienne na łąkach przędziwo:
I rozmdleje stopniowo,
By ujednić na nowo,
I na nowo się zrośnie w ogniwo.

Lecz, nie kwiląc jak dziecię,
Raz wywalczę się przecie.
Niech mi puchar podadzą i wieniec!…
I włożyłem na czoło,
I wypiłem, a wkoło
Jeden mówi drugiemu: “Szaleniec!!”

Więc do serca, o radę,
Dłoń poniosłem i kładę,
Alić nagle zastygnie prawica:
Głośno śmieli się oni,
Jam pozostał bez dłoni,
Dłoń mi czarna obwiła pętlica.

Źle, źle zawsze i wszędzie
Ta nić czarna się przędzie:
Ona za mną, przede mną i przy mnie,
Ona w każdym oddechu,
Ona w każdym uśmiechu,
Ona we łzie, w modlitwie i w hymnie.

Lecz, nie kwiląc jak dziecię,
Raz wywalczę się przecie;
Złotostruna nie opuść mię lutni!
Czarnoleskiej ja rzeczy
Chcę – ta serce uleczy!
I zagrałem…
…i jeszcze mi smutniéj.

Polen! 2017! Frauenstreik geht weiter!

Heute!

Gastgeber: Regenbogenfabrik und labournet.tv

Donnerstag, 17. Mai 19:00 – 22:00

Kino Regenbogenfabrik
Lausitzer Straße 22, 10999 Berlin

50 min, polnisch mit dt. Untertiteln, 2018
in Anwesenheit der Filmemacherin (angefragt)

Film von Magda Malinowska über den Kampf von Frauen, die in kommunalen Kindertagesstätten in Poznań arbeiten. Ihr Kampf um existenzsichernde Löhne und bessere Arbeitsbedingungen begann 2011. Seitdem haben sie sich weiter organisiert und radikalisiert.

In dem Film wird herausgearbeitet, wie die Hungerlöhne für die Kindergärtnerinnen zusammen mit der Last der Hausarbeit und Betreuung der eigenen Kinder und Eltern, die vor allem auf den Schulter von Frauen liegt, deren Leben unerträglich macht.

Deshalb haben sie auch an der großen Demonstration gegen die Verschärfung des Abtreibungsverbots in Polen 2017 teilgenommen.

Irena-Sendler-Jahr 2018

Menschenleben retten ist Pflicht und keine Heldentat

Text und Fotos © Urszula Usakowska-Wolff

Besuch bei Irena Sendler am 26. 12. 2005 in Warschau: mit Anna Mieszkowska und Manfred Wolff.

Am 12. Mai 2008 starb in Warschau Irena Sendler, eine Frau, die heute weltweit als Heldin verehrt wird, deren Namen Schulen, Straßen und Parks tragen, eine Frau, die mit höchsten polnischen und israelischen Auszeichnungen bedacht und die 2007 und 2008 für den Friedensnobelpreis nominiert wurde.
An den Rollstuhl gefesselt – eine Folge ihrer Folterungen durch die Gestapo im berüchtigten Pawiak-Gefängnis im von den Deutschen besetzten Warschau im Herbst 1943 –, wurde ihr am Ende ihres Lebens, als sie ihr kleines Zimmer im Warschauer Pflegeheim der Barmherzigen Brüder nicht mehr verlassen, geschweige denn reisen konnte, das Interesse der Öffentlichkeit zuteil. Ihre Erlebnisse und ihre außerordentliche Haltung während des Zweiten Weltkriegs blieben lange Zeit im Verborgenen, denn sie habe nur ihre Pflicht getan und wollte darüber keine Worte verlieren. Dass ihre Geschichte, die Geschichte einer mutigen Frau, die zur Rettung von 2500 jüdischen Kindern und etlichen Erwachsenen aus dem Warschauer Ghetto beigetragen hatte, öffentlich bekannt wurde, verdankte sie vier Schülerinnen aus der 300-Seelen-Gemeinde Uniontown im amerikanischen Bundesstaat Kansas, die Ende der 90er Jahre im Rahmen einer Projektarbeit herausgefunden haben, dass sie während der Naziherrschaft doppelt so vielen Juden das Leben rettete als Oskar Schindler. Darüber verfassten sie den zehnminütigen Einakter „Life in a Jar“ (Das Leben im Glas), der sich bis heute großer
Popularität erfreut, vieltausendmal aufgeführt wurde und noch immer aufgeführt wird. Als sie erfuhren, dass ihre Heldin in Warschau lebt, besuchten sie sie dort zum ersten Mal 2001, was das Interesse der polnischen Medien auf die mutige Polin lenkte, sodass sie ihre Geschichte an die Öffentlichkeit brachten. 2003 lernte die polnische Theaterwissenschaftlerin und Autorin Anna Mieszkowska Irena Sendler kennen. Das war eine schicksalhafte Begegnung: Zehn Monate lang trafen sie sich fast jeden Tag und Irena erzählte Anna ihr Leben. 2004 wurde im Warschauer Verlag Muza das Buch „Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto“ veröffentlicht. Dank Anna Mieszkowska, deren Sendler-Biografie mein Mann Manfred Wolff und ich 2006 für die DVA ins Deutsche übersetzt hatten, lernten wir Irena kennen und konnten sie einige Male in Warschau besuchen. Anna Mieszkowska und ich hatten die Gelegenheit, das Leben und die Taten dieser außerordentlichen Frau Erwachsenen und Jugendlichen unter anderem in Leipzig, Detmold, Düsseldorf, Berlin, Unterwaltersdorf (Österreich), Wien, Nürnberg, München, Stuttgart, Stockholm, im
belgischen St. Vith, Kelmis, Eupen und Brüssel vorzustellen. Die über zwanzig Lesungen, zu denen Hunderte von Menschen erschienen, dauerten nicht selten über drei Stunden und könnten noch länger sein, denn das Interesse an dieser mutigen, bescheidenen Frau war ungebrochen. Am 19. April 2009 strahlte die CBS den Film „The Courageous Heart Of Irena Sendler“ aus, dem Mieszkowskas Buch zugrunde lag, den über acht Millionen Zuschauer in den Vereinigten Staaten sahen. Am 1. Mai 2009 wurde nach Irena Sendler eine vom Niederländer Jan Ligthart gezüchtete Tulpenart benannt, am 4. Mai 2009 wurde ihr in Berlin posthum der Audrey Hepburn Humanitarian Award verliehen. Und das
Jahr 2018 wurde vom polnischen Parlament in Gedenken an ihren zehnten Todestag zum IrenaSendler-Jahr erklärt.

Irena Sendler am 26.12. 2005 im Pflegeheim der Barmherzigen Brüder in Warschau.

Liebe, Demut und Toleranz

Die am 15. Februar 1910 in Warschau geborene Irena Krzyżanowska stammte aus einer
patriotischen, sozialdemokratischen polnischen Familie. Ihre Eltern brachten ihr bei, dass man die Menschen nur in gute und schlechte einteilt und dass Herkunft, Religion und Hautfarbe dabei keine Rolle spielen. „Einem Ertrinkenden muss man die Hand reichen“, lernte sie von ihrem Vater, der als Arzt vor allem Arme behandelte, sich von einem Patienten mit Typhus ansteckte und starb, als Irena sieben Jahre alt war. Liebe, Demut und Toleranz waren die drei Grundsätze, denen sie immer treu blieb. Irena Sendler war zeit ihres Lebens eine sozial engagierte Frau, die sich bereits im Vorkriegspolen – als Mitarbeiterin des Sozialamts im Warschauer Magistrat – für die Rechte alleinerziehender Müttern von unehelichen Kindern einsetzte. Gleich nach dem Ausbruch des Zweiten
Weltkriegs im September 1939 gründete sie mit anderen zehn Kolleginnen und einem Kollegen vom Warschauer Sozialamt eine Untergrundorganisation, die den Juden zu Hilfe eilte, obwohl die Deutschen in Polen, im Gegensatz zu den anderen besetzten Ländern, die kleinste, einem Juden geleistete Hilfe mit dem Tod bestraften. Angesichts des Elends der Kinder im Warschauer Ghetto, das von den deutschen Besatzungsbehörden im Herbst 1940 als „jüdischer Sperrbezirk“ errichtet wurde, in dem eine halbe Million Menschen, darunter viele Freundinnen und Freunde Irenas, unter unvorstellbaren Bedingungen zusammengepfercht leben mussten, begann sie unter dem Decknamen Schwester Jolanta und mit einem Passierschein, der ihr jederzeit freien Zutritt zum Ghetto ermöglichte, diese Kinder auf zum Teil abenteuerlichen Wegen – in Säcken und Kartons – auf die „arische Seite“ zu schleusen, um sie vor dem sicheren Tod im Vernichtungslager Treblinka zu retten. Die Kinder erhielten eine neue Identität und wurden in polnischen Familien, Waisenhäusern oder Klöstern untergebracht. Ihre Namen notierte sie auf dünnen Papierstreifen und versteckte sie in einem Einmachglas unter einem Apfelbaum im Garten. Das war Irena Sendlers Liste, jenes „Leben im Glas“, wo die Vergangenheit der geretteten Kinder bewahrt wurde, sodass sie sich nach dem Krieg wieder ihrer wahren Identität vergewissern und den Weg zu ihrer Angehörigen finden konnten.

Sean H. Ferrer (r.), Sohn von Audrey Hepburn, überreicht am 4. Mai. 2009 in Berlin dem Botschafter der Republik Polen, Dr. Marek Prawda, den Audrey Hepburn Humanitarian Award 2009 posthum für Irena Sendler

Im Herbst 1943 wurde Irena Sendler von der Gestapo verhaftet und zum Tod verurteilt. Trotz schrecklichster Folterungen gab sie keinen Namen preis, auch nicht, um ihr Leben zu retten. Durch Bestechung eines Gestapobeamten, der sie von der Liste der Todeskandidatinnen entfernte, kam sie frei und lebte bis zum Ende des Kriegs in verschiedenen Verstecken, da sie von den Deutschen gesucht wurde. Sie gab aber ihre Arbeit nicht auf und half als Leiterin des Kinderreferats des Judenhilferats Żegota in
Warschau, der Finanzmittel des polnischen Untergrundstaates an die verfolgten Juden verteilte, den jüdischen Kindern weiter.

Anna Mieszkowska, Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto, DVA, 2006

Beeindruckende Zivilcourage
„Die Rettung der jüdischen Kinder war meine Pflicht und keine Heldentat. Sie war die Berechtigung meiner Existenz. Mein Vater brachte mir nämlich bei, dass man den Schwachen und Gefährdeten helfen muss. Wenn sich damals deutsche Kinder in einer solchen Situation befänden wie die jüdischen Kinder, hätte ich ihnen auch geholfen“, sagte Irena Sendler. Sie war sehr darüber erfreut, dass ihre Biografie in Deutschland erschien und verfolgte mit Spannung die Resonanz darauf.
„Ständig höre ich das Echo, das der Inhalt des Buchs ‘Die Mutter der Holocaust-Kinder’ in
Deutschland hervorruft“, schrieb sie mir am 27. Februar 2008. „Mit Frau Mieszkowska sind wir zum Schluss gekommen, dass Ihre Übersetzung besser gefällt und mehr Interesse weckt, als das Buch in Polen.“ Und tatsächlich war das Interesse an Irena Sendler im deutschsprachigen Raum enorm. Vor allem Jugendliche waren von ihrer Zivilcourage beeindruckt. An den Lesungen, die in Deutschland, Österreich und in Belgien stattfanden, beteiligten sich Hunderte von Schülerinnen und Schülern, alleine an den Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens über 500! Daraus entwickelten sich langfristige Projekte, die von Jugendlichen initiiert und durchgeführt wurden. So geschehen an
der Robert-Jungk-Oberschule in Berlin, deren Lehrerinnen und Schülerinnen im Februar 2008 nach Warschau reisten, um Irena Sendler zu besuchen, und ihre Eindrücke in einer multimedialen Präsentation festhielten; die im Juli 2007 eingeweihte Irena-Sendler-Schule im bayerischen Hohenroth, die erste Irena-Sendler-Schule weltweit, deren Schülerinnen und Schüler zur Eröffnung eine große Ausstellung ihrer Patronin organisierten und deren Rektorinnen im September 2007 einen Apfelbaum im Park vor dem Ghetto-Denkmal in Warschau pflanzten; das Theaterstück „Tor zum Leben. Die Rettung von 2500 Kindern aus dem Warschauer Ghetto“, dargestellt von geistig
behinderten Schülern und Schülerinnen aus Deutschland (Bodelschwingh-Schule in Soest), Polen (Zespół Szkół im. Aleksandra Kamińskiego in Strzelce Opolskie) und Israel (Morasha School in Netanya) sowie die Projektarbeit „Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto“, an der drei Schulklassen des César-Franck-Athenäums in Kelmis in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens sieben Monate lang arbeiteten. Über 50 Schülerinnen und Schüler, darunter viele Muslime, beschrieben jede Straße und jede Person, die in diesem Buch vorkommen und versammelten die Ergebnisse ihrer Arbeit in einer beeindruckenden
Ausstellung, die bis Mitte Mai 2009 in ihrer Schule besichtigt werden konnte.
Im November 2010 wurden zwei weitere Schulen in Deutschland nach Irena Sendler benannt: in Hamburg-Wellingsbüttel und in Euskirchen.

Irena Sendler am 11. 09. 2007 im Pflegeheim der Barmherzigen Brüder in Warschau.

Vorbild für viele Menschen

„Irena Sendler war eine Frau, die anderen das Leben rettete und nicht an sich selbst dachte“, fassten die Schülerinnen und Schüler des CFA Kelmis ihre Erkenntnisse, die sie während der Projektarbeit gewonnen haben, zusammen. „Irena Sendler wurde durch das Buch ‘Die Mutter der Holocaust-Kinder’ weltweit bekannt und einige gerettete Kinder erfuhren so, dass sie noch lebt. Es ist schade, dass sie erst so spät berühmt wurde. Wir kannten Irena Sendler vorher gar nicht. Wir wussten auch nicht, wie ein Ghetto aussieht und wie unmenschlich Menschen sich verhalten können. Irena Sendler hatte viele Helfer, die ihr bei der Kinderrettung halfen. Was Irena Sendler gemacht hat, war Zivilcourage.
Heutzutage gibt es auch viele sozial engagierte Menschen, die Menschen helfen, aber sie riskieren nicht ihr eigenes Leben. Uns hat dieses Projekt die Erfahrung gebracht, jeden Krieg vermeiden zu wollen. Wenn man Streit hat, soll man darüber reden oder sich gegenseitig ignorieren. Wir wissen jetzt auch viel mehr über den Krieg, Irena Sendler und die anderen Helfer. Irena Sendler kann stolz auf ihre menschliche Würde sein. Sie ist ein Vorbild für viele andere Menschen.“

Ja, das stimmt: Irena Sendler vertrat Werte, die sie dazu veranlassten, auch in Zeiten größter Menschenverachtung, die zur Menschenvernichtung führte, die Menschlichkeit zu bewahren und zu verteidigen. Irena Sendler hat mit ihrem ganzen Leben bewiesen, dass man auch in fürchterlichsten Zeiten Gutes tun muss, weil das die Pflicht eines jeden anständigen Menschen ist. Und das bleibt gültig – über ihren Tod hinaus.

Mehr Infos unter:
www.irenasendler.org (Englisch)
http://roksendlerowej.pl/ (Rok Ireny Sendlerowej)


Unsere Autorin, Urszula Usakowska-Wolff wird am 2. September Irena Sendler im Café Regenbogenfabrik vorstellen. Dazu schrieb sie:

Irena Sendler, die Retterin der Kinder aus dem Warschauer Ghetto

Vortrag von Urszula Usakowska-Wolff aus Anlass des Irena-Sendler-Jahres 2018

Am 12. Mai 2008 starb in Warschau im Alter von 98 Jahren Irena Sendler, eine Frau, die heute nicht nur in Polen als Heldin verehrt wir. Erst am Ende ihres Lebens wurde bekannt, dass sie unter dem Decknamen Schwester Jolanta zusammen mit einem von ihr gegründeten und vorwiegend aus Frauen bestehenden Netzwerk hunderte von jüdischen Kindern aus dem Warschauer Ghetto gerettet, mit falschen Papieren versorgt und in polnischen Familien, Waisenhäusern und Klöstern untergebracht hatte. Als die Gestapo sie im Herbst 1943 verhaftete und folterte, gab sie keinen Namen preis. Sie wurde zum Tode verurteilt, doch sie konnte unmittelbar vor der Vollstreckung der Todesstrafe fliehen. Irena Sendlers fast unbekannte Geschichte schrieb 2003 Anna Mieszkowska auf und veröffentliche sie in einem Warschauer Verlag. 2006 erschien ihre „Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto“ betitelte Biografie in der DVA. Die Übersetzer Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff lernten Irena Sendler 2005 kennen und besuchten sie mehrere Male in Warschau. Obwohl sie unter der Folgen der Gestapo-Folter zu leiden hatte und auf einen Rollstuhl angewiesen war, strahlte sie Wärme und Bescheidenheit aus. Ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür, welche Taten ein Mensch mit Zivilcourage auch in den schrecklichsten Zeiten vollbringen kann. „Die Rettung der jüdischen Kinder war meine Pflicht und keine Heldentat. Mein Vater brachte mir nämlich bei, dass man den Schwachen und Gefährdeten unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Religion helfen muss. Wenn sich damals deutsche Kinder in einer solchen Situation befänden wie die jüdischen Kinder, hätte ich ihnen auch geholfen“, betonte Irena Sendler.

***
Urszula Usakowska-Wolff, 1954 in Warschau geboren, studierte Germanistik an den Universität Bukarest und Warschau. Die Journalistin, Autorin und Kuratorin lebt seit 1986 in Deutschland, zuletzt in Berlin. Sie übersetzte zahlreiche Bücher aus dem Polnischen, darunter Lyrik von Erna Rosenstein, Geneowefa Jakubowska-Fijałkowska und Jan Goczoł sowie Prosa von Artur Sandauer. 2009 gab sie ihre Gedichte „Perverse Verse“ im Pop Verlag heraus.

Mehr Infos unter:
www.kunstdunst.com
https://urszulausakowskawolff.wordpress.com/

Karl Marx zum 200. Geburtstag

Christine Ziegler

“Frau Kapital trifft Dr. Marx”
vom Weber-Herzog-Musiktheater

Es war der Donnerstag vor genau einem Monat, 5.4.18 um 20 Uhr im RegenbogenKino.

Ein schwarzer Vorhang vor der Kinoleinwand, ein altes Klavier, ein Sofa und ein Lehnstuhl, viel mehr brauchen sie nicht, die Leute vom Weber-Herzog-Musiktheater, um die Thesen von Karl Marx aus dem ersten Band des Kapital in 100 Minuten auf die Bühne zu bringen. Wichtiger war ihre Geduld in unzähligen Diskussionen, die wichtigen Worte und Sätze herauszuschälen, auf die es ihnen ankommt. Hinwenden, herwenden, alles im Licht der Ereignisse der seitdem vergangenen Jahre betrachten, das hat das Distillat dann hervorgebracht.

Ein studierter Marx mit Hang zum Dozieren trifft auf eine feine, etwas exhaltierte Dame mit Lust am Rausch der Macht. Wer besucht hier wen auf wessen Geburtstagsparty?

Ausbeutung, Mehrwert, Öl als Droge und die Betrachtung, wie eigentlich alles anfing mit der Akkumulation, wir können mit Frau Kapital gemeinsam auf Reisen gehen und die Rolle des Kapitalismus als ökonomische Entwicklungsstufe wiedererkennen.

Wie wir das alles wieder loswerden können, das skizzieren sie notwendigerweise nur, denn die Aufgabe, die da vor uns liegt, ist natürlich ans Publikum zurückgegeben.

Wenn wir aber unsere Gesundheit und das Leben auf dem Planeten bewahren wollen, dann muss sich grundlegend was ändern.

Das würde ohne die tolle Musik dann doch an der einen oder anderen Stelle wie ein Seminar daherkommen. Nachdenken ist halt auch anstrengend. Mit Lust an der Zuspitzung und mit ganz verschiedenen Stilmitteln unterstützt die Musik den Erkenntnisprozess mit einem Couplet aus den zwanziger Jahren ebenso wie mit einem Choral.
Und immer wieder schaut auch Kurt Weil erfreut um die Ecke.

So kommen alle auf ihre Kosten, ganz sicher die, die sich ihren Marx selber erarbeitet haben, aber auch die, die keinen einzigen Kapitalkurs durchstehen wollten.

Es wirken mit:
Raiko Hannemann, Christof Herzog, Martin Orth und Christa Weber.

Produktionsleitung / Regieassistenz: Dennis Kupfer

Nochmal Gelegenheit, das selber zu sehen:
Di., 15.5.18 um 20 Uhr, wieder im RegenbogenKino
Lausitzer Straße 22
10999 Berlin

3. Mai – Tag der Pressefreiheit

Wortgewalten — Hans von Held                             Siła słowa — Hans von Held

Ein aufgeklärter Staatsdiener zwischen Preußen und Polen
Oświecony urzędnik między Polską a Prusami

Ausstellungseröffnung

Samstag, 5. Mai 2018, 15 Uhr
Schloss Caputh — Saal im Westlichen Erweiterungsflügel
Straße der Einheit 2, 14548 Schwielowsee

Die Verfolgung und Inhaftierung von Journalisten und Publizisten aufgrund kritischer Berichterstattung ist in vielen Ländern der Welt auch heute ein hochaktuelles Thema. An diese Problematik wird jährlich am 3. Mai mit dem Tag der Pressefreiheit erinnert.

Als ein früher Vorläufer für den Kampf um Meinungsfreiheit, der für die gerechte Sache Strafversetzungen und selbst Festungshaft in Kauf nahm, kann der preußische Beamte Hans von Held (1764—1842) angesehen werden. Wegen seiner politischen Schriften zählte er in seiner Zeit zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Spätaufklärung in Preußen. Berüchtigt war er vor allem durch seine Anklagen gegen die preußische Staatsverwaltung Ende des 18. Jahrhunderts und seine öffentliche Kritik am preußischen Vorgehen nach der Zweiten und Dritten Teilung Polens (1793/1795).

Der in Schlesien geborene Hans von Held studierte an den Universitäten Frankfurt an der Oder, Halle an der Saale und Helmstedt Rechts- und Staatswissenschaften. Zunächst als Sekretär der niederschlesischen Akzise- und Zolldirektion in Glogau/Głogów und Küstrin/Kostrzyn tätig, wurde er 1793 nach Posen/Poznań versetzt, in das nach der Zweiten Teilung Polens zu Preußen geschlagene Gebiet.

Als Zollrat der neuen Provinz Südpreußen war er mit der Korruption unter hohen Beamten, der Bereicherung des Adels und Ausbeutung der Bevölkerung konfrontiert. Von der Gedankenwelt der Aufklärung beeinflusst und von den Ereignissen der Französischen Revolution beflügelt, setzte sich Held für Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit ein. Er machte die Missstände in einem schwarzgebundenen Buch publik, das als »Schwarzbuch« bekannt wurde.

Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und der polnischen Aufstände in den Teilungsgebieten war der preußische König bemüht, kritische Stimmen zu unterdrücken. Anstatt Helds Vorwürfe untersuchen zu lassen, ordnete er dessen Strafversetzung an. Helds publizistischer Kampf, den er von Brandenburg an der Havel und Berlin aus fortsetzte, endete schließlich mit Festungshaft in Kolberg, heute Kołobrzeg.

Neben dem Wirken von Hans von Held wird auch das konfliktreiche Verhältnis zwischen Preußen und Polen-Litauen sowie die Entwicklung in den neuen preußischen Provinzen dargestellt.

Die zweisprachige (deutsch-polnische) Wanderausstellung und ein dazugehöriges Begleitbuch vermitteln anhand der Lebensgeschichte von Hans von Held ein lebendiges Bild der Geschichte Ostmitteleuropas in den Jahrzehnten um 1800.

Die Ausstellung Wortgewalten. Hans von Held. Ein aufgeklärter Staatsdiener zwischen Preußen und Polen wurde von Anna Joisten und Prof. Dr. Joachim Bahlcke vom Historischen Institut der Universität Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa realisiert und wird vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Schloss Caputh gezeigt.

Musikalisch wird die Eröffnung von Meriel Price (Saxophon) umrahmt.

Zur Ausstellung ist eine gleichnamige Publikation erschienen.
Dauer der Ausstellung
6. Mai bis 15. Juli 2018

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17:30 Uhr

Frauenblick

Monika Wrzosek-Müller

Feiertage, Irving Penn Centennial, Der Jahrhundertfotograf

Ostern war und ist für mich eigentlich die Zeit der Ausflüge, der Unternehmungen, wenn es geht ins Freie und weg aus der Stadt. Doch wenn das Wetter nicht anders erlaubt auch in der Stadt; sich anschauen, was die Hauptstadt so anbietet. Es herrschte immer die Meinung, Berlin sei ein Hype, wenn es um Ausstellungen geht. Lange Zeit galt das auch für mich im Hinblick auf Berlin schon, doch seit circa zwei Jahren gab es keine so großen gelungenen Ausstellungen mehr, es wird viel renoviert und restauriert, gebaut und ausgebessert, dies und jenes ist vorübergehend geschlossen, noch nicht geöffnet, gerade in Planung… doch wir leben nur einmal, und alles was nach uns kommt, ist irgendwie für uns selbst irrelevant.

Desto mehr freute ich mich, als wir am Ostersonntag beim scheußlichsten Wetter aller Zeiten in die C/O Berlin gingen und uns eine wirklich gelungene Ausstellung ansahen. Der Name des Fotografen war schon ein Versprechen, doch die Zahl der Werke und ihre Gliederung übertraf meine Erwartungen. Sie wurde vom Metropolitan Museum of Art in Zusammenarbeit mit der Irving Penn Foundation verarbeitet; zugute kamen die Schenkungen von 180 Arbeiten oben genannter Stiftung an das Metropolitan Museum, so dass man in den Genuss von 240 Arbeiten des Fotografen kommt. Es sind Arbeiten aus verschiedensten Bereichen; das Einzige, was fehlt, sind Landschafts- und Architekturfotografien, Motive, die bei vielen anderen Fotografen als Hauptmotiv gelten. Penn hat sich eindeutig der lebendigen Dingen verschrieben: den Menschen. Wir erleben verschiedene Gattungen seiner Fotokunst – Akt-, Mode- und eben Porträtfotografie; das Gros der Arbeiten sind Porträts, die er auch neu definiert und oft die ganze Gestalt des Menschen zeigen. Seine Arbeiten sind immer auf das Wesentliche reduziert, zeigen berühmte Menschen eingezwängt in eine Ecke, oder sitzend auf einem Hocker, der nur mit einem grau-beigen Teppich bedeckt wurde. Übrigens ist auch der Teppich in der Ausstellung zu bewundern. Penn arbeitete seit seinen jungen Jahren als Coverfotograf für Vogue, er soll 166 Titelbilder für diese berühmte Modezeitschrift geliefert haben. Es gibt also in der Ausstellung wunderbare Fotos der Titelseiten mit den schicksten, elegantesten Frauen der Welt. Seine zweite Frau Lisa Fonssagrives-Penn wurde zum beliebtesten Objekt seiner Modefotografie; es sind Bilder, die exquisite Eleganz und eher kühle Weiblichkeit zur Perfektion bringen. Kein Wunder, dass ihn in den folgenden Jahren die Fotografen der jüngeren Generation wie Richard Avedon, Annie Leibowitz oder Helmut Newton versucht haben zu kopieren.

Penn selbst bleibt nicht nur bei der Modefotografie; er reist auch in ferne Länder, 1948 nach Peru, später in den sechziger Jahren nach Neuguinea und Marokko, überall fotografiert er Menschen in einfachen Studios ohne aufwändigen Hintergrund. Meistens mietet er das Atelier des dortigen Stadtfotografen und wartet auf dessen Kunden, die zum Fotografieren kommen. Interessant ist, dass er die Fotografien für die Zeitungen/Magazine farbig drucken lässt, doch für größere Formate und Ausstellungen zieht er die Bilder immer schwarz-weiß ab, auch alle Porträts sind schwarz-weiß, doch da spielen die Grautöne eine große Rolle. Seine Rolleiflex-Kamera war in der Ausstellung auch zu sehen. Sein Interesse an Menschen geht noch weiter und in der Serie The Small Trades (kleines Gewerbe) stellt er sie in ihrer Arbeitskleidung und mit den entsprechenden Requisiten dar. Es finden sich darunter: Bäcker und Kellner, Friseure und eine Ballonverkäuferin, Schornsteinfeger, Metzger etc… es gilt für ihn das Alltägliche ungeschönt mit der Kamera festzuhalten.

In all den Jahren hörte Penn nicht auf zu zeichnen und zu malen, auch wenn er in diesem Kunstzweig keine Erfolge feierte, half ihm die Beschäftigung damit bei seiner Arbeit als Fotograf. Zu seinen Lieblingsmalern gehörten Surrealisten, darunter Giorgio de Chirico, dessen menschenleere Landschaften ihn faszinierten. Die Liebe zur Kunst ist besonders in späteren Jahren sichtbar, als er sich den Stillleben widmet. Da stellt er alle Details sehr bewusst zusammen, man hat das Gefühl es sind Gemälde, die im Spiel des Schattens und Lichts den Betrachter ansprechen. Manche der Arbeiten erinnern mich an die Bilder meines Lieblingsmalers Giorgio Morandi, bei denen es um Nähe und Entfernung geht. Es sind Stillleben zusammengestellt aus alten, gefundenen Stücken von Röhren in verschiedenen Größen. Wunderschön sind seine Fotos von Mohnblühten.

Es gibt auch eine Serie von weiblichen Aktfotos, die mir vielleicht am wenigsten zusagen. Es fällt auf, dass es ihm nicht um die Schönheit dieser Körper geht, sondern um die Form. Auch das Verfahren, wie er die Abzüge produziert, ist eine mühsame Arbeit an der Perfektion. Man spürt überall, in jedem Bild, dass er mit seinem Blick den Gegenstand der Fotografie veredelt, aufwertet, einmalig macht. Es sind auf keinen Fall Schnappschüsse.

In allen Genres wird seine unheimliche Faszination an der Arbeit als Fotograf sichtbar.

Eine Ausstellung, die man nicht verpassen sollte. Ist auch bis 1. Juli in C/O zu sehen.

8 kwietnia: Mury kontra Pożądanie

Auf Deutsch auf rot…

Kwiecień 2018 jest paranoidalnym wręcz miesiącem, jeśli chodzi o polskie ewenty. Skrzynka mailowa pęka od zaproszeń na wystawy, debaty imprezy, tańce, koncerty, polskie gotowanie po persku, polską ręczną domową produkcję kosmetyków, polskie wykłady o pielęgnacji metodą ayurvedy…

Na zrzucie ekranu umieszczonym obok widać, wcale nie wszystkie!, polskie berlińskie imprezy kwietniowe.

Czasem myślę, że Polacy w Berlinie robią więcej niż tej samej wielkości społeczności w Polsce. Jest nas w Berlinie podobno około 130 tysięcy, do końca nikt tego nie wie tak na pewno, bo zależy to między innymi od metod liczenia i przyjętych kryteriów, ale pomińmy ten szczegół. Sto tysięcy. Załóżmy, że jest nas sto tysięcy.

Zaglądam do internetu. W Polsce są 23 miasta, które mają ponad sto tysięcy mieszkańców. Chyba niewiele, ale w ogóle (czytam) jest w Polsce mniej niż tysiąc miast, a dominują małe miasta, o populacji nie przekraczającej dziesięciu tysięcy mieszkańców – takich miast jest aktualnie 514. Miast o populacji równej wielkością Polonii w Berlinie jest 23.  Legnica, Kalisz, Koszalin, Chorzów, Tarnów, Włocławek, Wałbrzych, Zielona Góra, Opole… Opole 120 tysięcy… Stop.

Spójrzmy na Opole, bo to mniej więcej podobne wielkości. Oferta na kwiecień 2018 – festiwal teatralny (wiele różnych terminów), koncert, kabaret, spotkanie poetyckie, bajki dla dzieci, wernisaż i finisaż. Owszem dużo. Dużo i ciekawie. Ale praktycznie nie przekracza to tego, co oferuje Berlin. A w Opolu kulturą zajmują się przecież odpowiednie instytucje, wydział kultury, miejski i wojewódzki, wojewódzki dom kultury, biblioteka publiczna… Tymczasem w Berlinie albo robimy takie rzeczy zupełnie sami, wydzierając fundacjom i instytucjom pieniądze na projekty, albo założyliśmy sami nasze własne instytucje kultury, albo w trakcie długich podchodów przekonaliśmy jakieś instytucje niemieckie, żeby się nami zajęły.

Z oferty na najbliższy weekend w Berlinie wybieram, jak u Szaniawskiego – dwa teatry.

Polska grupa teatralna w Berlinie, Teatr w Afekcie, wystawia komedię Jacka Getnera, pt. Pożądanie (oryginał: Pożądanie w cieniu pokrywki).
Zapraszamy w niedzielę, 8.04 o godzinie 19:00 do klubu kulturalnego Mastul na Weddingu, przy ulicy Liebenwalder Str. 33, 13347 Berlin. (Das polnische Theater aus Berlin präsentiert das Theaterstück Begierde, auf Polnisch zwar aber mit deutschen Untertiteln, oder sind es Übertiteln, egal, Hauptsache – polnisches Theater in Berlin auch auf Deutsch mit einem Lustspiel).

Twórczynie piszą o swoim teatrze i o spektaklu:

Berliński polonijny Teatr w Afekcie czwarty już raz zaprasza na spektakl komediowy Jacka Getnera “Pożądanie”. Jest to komedia traktująca o sile i jakości marzeń przeciętnego konsumenta. Okazuje się, że pod wpływem, na co dzień skrzętnie skrywanych pragnień, nawet sentymentalna wizyta w teatrze przeistoczyć może się w wojnę.

Występują: Jeremi Kozłowski, Agnieszka Winter i Katarzyna Willmann.
Spektakl grany jest po polsku z niemieckimi napisami.

Bilety w cenie 6 euro będzie można kupić na miejscu bezpośrednio przed spektaklem. Nie ma możliwości rezerwacji miejsc.

Terminy: 08.04. i 21.04.2018, godzina 19:00.

 

I jeszcze tekst Agnieszki Winter:

Oryginalny tytuł spektaklu to: „ Pożądanie w cieniu pokrywki“ i to wcale nie jest bez znaczenia. Wprawdzie już po Wielkanocy i gorączka gotowania minęła, jednak garnki przydają się cały rok, nie tylko od święta. A co robi się od święta? Od święta to można zrobić wyjątek we własnych postanowieniach np. dietetycznych (pozwalając sobie na dodatkowy kawałek tortu czekoladowego) czy moralnych (pozwalając sobie na jeszcze jeden kieliszek wódki). Można również od święta się do czegoś przemóc i np. być miłym dla nieprzyjaciela lub odstąpić od codziennej zgryźliwości albo tak jak ja, coś napisać. Jednak klasykiem odświętnym jest elegancka kreacja i … wyjście do teatru.

Kto ciekaw jest poznać prawdę o kobietach, ich najskrytszych marzeniach, pragnieniach i słabościach, niech zawita i obejrzy naszą sztukę.

Kultura czy figura? Ile warta jest sztuka? Na co skorzy jesteśmy wydać nasze z trudem ciułane pieniądze? Jak ma się wartość warzyw ze straganu do wartości biletu na spektakl?

Na te, i wiele innych pytań odpowiemy już w niedzielę na scenie klubu kulturalnego Mastul na Weddingu.

Zapraszamy na kilkadziesiąt minut dobrej zabawy i głębszej refleksji.

Foto: Marek Wiśniewski


06. – 08.04.18

Theaterperformance „Die Mauern von Hebron“ mit Texten von Andrzej Stasiuk

Der legendäre Debütroman „Die Mauern von Hebron“ (Mury Hebronu, 1992) von Andrzej Stasiuk wird erstmals auch in Berlin aufgeführt. Die Inszenierung von Elżbieta Bednarska ist an drei Terminen im April 2018 im ehemaligen Frauengefängnis Berlin-Lichterfelde zu sehen.
In dem Roman „Die Mauern von Hebron“ erzählt Andrzej Stasiuk über seine Erfahrungen im Gefängnis, wo er seine 1,5-jährige Militärstrafe wegen Desertion verbüßte. Ungeschönt und hemmungslos schildert er die dort herrschende Brutalität, Gewalt und Kälte. Stasiuk gerät dabei in eine Auseinandersetzung mit seinem eigenen menschlichen Dasein, die er mit seiner abstrakten und metaphysischen Sprache eindrucksvoll beschreibt. Mit dem Roman legte der Autor das Fundament für sein gesamtes weiteres Schaffen.
Elżbieta Bednarska inszeniert in ihrer Romanadaption die einzelnen schmerzhaften Stationen eines Gefangenen, dessen Existenz auf ein Minimum an Raum und Zeit beschränkt ist. Diese entmenschlichenden Bedingungen werfen die Frage nach der Menschlichkeit und nach der Würde des Insassen auf.

Premiere: 06.04.2018 um 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 07.04.2018 und 08.04.2018 jeweils um 20 Uhr
Ort: SOEHT.7: Ehemaliges Frauengefängnis, Söhtstr. 7 12203 Berlin-Lichterfelde

Weitere Informationen zum Stück sowie zur Kartenvorbestellung finden Sie hier.
05.04.2018 – http://oder-partnerschaft.eu/veranstaltungen/2018/10828

Dzień kobiet & Frauentag

8 marca staje się z roku na rok coraz bardziej popularny. To postpeerelowskie święto, przez dobre ćwierć wieku pogardzane i odrzucane, jest AD 2018 naszym ważnym Dniem Kobiet.

Z tej okazji zaproszenie na jedną z wielu imprez organizowanych w Berlinie oraz wiersz Eli, napisany w pociągu po obejrzeniu w Poznaniu wystawy Polki, patriotki, rebeliantki, towarzyszącej XI Kongresowi Kobiet. Czyli był wrzesień 2017…

Elżbieta Kargol

Polki, patriotki, rebeliantki….

Poznanianki, szczecinianki, warszawianki,
matki, siostry i kochanki,
czułe babcie i prababcie,
hrabiny, gaździny, matrony,
kochające i kochane żony,
księżniczki i żebraczki,
prostytutki, krawcowe i tkaczki,
zapłakane, roześmiane, rozebrane,
siksy, trzpiotki i podlotki,
małolatki, nastolatki,
stare, młode, grube, chude,
głupie, mądre, duże, małe,
siwe, czarne, blond i rude,
w uczuciach nie zawsze stałe,
chrześcijanki, muzułmanki,
ateistki, altruistki, sufrażystki, aktywistki,
rowerzystki, gitarzystki, traktorzystki,
kuzynki, stryjenki, siostrzenice,
ciotki, wujenki, bratanice,
bezrobotne i robotne,
pracowite i leniwe,
wesolutkie i markotne,
milczki i te gadatliwe,
zniewolone i te wolne,
z miasta, ze wsi, małorolne,
Dziewice Orleańskie i te z Koziej Wólki,
porzucone narzeczone,
niewierne i te zdradzone
i inne niechciane, co budzą się same nad ranem,
ekspedientki, malkontentki, elokwentki,
agnostyczki, kosmetyczki, bojowniczki,
pesymistki, optymistki i artystki,
aptekarki, pielęgniarki i pisarki,
piosenkarki, alpinistki i kwiaciarki,
panny z mokrą głową, panny na wydaniu,
panny już wydane, jeszcze zakochane
panienki z okienka,
w tiulach i sukienkach,
koleżanki, uczennice,
rozmodlone zakonnice,
czarownice, wiedźmy, anielice,
zielonookie, skośnookie okularnice,
Anie z Zielonych Wzgórz i Anny Kareniny,
dziewczynki z zapałkami i z perłą dziewczyny,
Dziewczęta z Nowolipek, i Panny z Wilka,
jest jeszcze innych kilka,
Balladyny i Aliny,
Kasie, Zosie Marty i Marysie, .
Janki, Ele, Jole i Gabrysie,
Zdzisie, Krysie, Ewy, Hanki,
Halinki, Helenki i Danki.
Klaudie i Wiolety,
my: KOBIETY.


Zapraszamy / Wir laden ein

Poster: Christine Ziegler / Posterfoto: Maciej Soja/ Fotos: Elżbieta Kargol

68. Berlinale

Polinnen (und Polen) bei der Berlinale

Es ist nicht der wichtigste Filmfestival der Welt, aber er ist groß und wichtig genug, um alles inne zu haben. Unter den 400 Produktionen und Events des diesjährigen Festivals gibt es sowohl Noam Chomsky in der Reihe “Kulinarisches Kino” als auch Ai Wei Wei’s Doku-Film über Flüchtlinge Human Flows. Wie seit Jahren schon gibt es jede Menge Polen bei der Berlinale, bei dem Wettbewerb, bei verschiedenen Reihen, bei mehreren sehr interessanten Koproduktionen, von denen eine  (Dovlatov) auch im Wettbewerb läuft. Mich jedoch interessierten vor allem zwei junge Frauen, die von unserer Generation, den sog. Solidarność-Flüchtlingen als Kinder aus Polen weggeführt und nach Deutschland “gebracht” wurden.  Über diese Kinder eben schrieb Emilia Smechowski in ihrem 2017 erschienen Buch, dass sie “Strebermigranten” sind. Der Name ist nicht gerade schmeichelhaft, aber hat vielleicht was Wahres an sich. Und Schönes!

Wettbewerb
Twarz | Mug (Weltpremiere)
von
Małgorzata Szumowska

Jacek liebt Heavy Metal und seinen Hund. Die Feldwege vor der Haustür funktioniert er zur Rennstrecke um, die er mit seinem kleinen Auto entlangbrettert. Wenn er mit Freundin Dagmara die Tanzfläche betritt, gehen alle anderen sofort in Deckung. Er genießt das Dasein als cooler Außenseiter in einem ansonsten eher spießigen Umfeld. Die Muskeln trainiert er bei seiner Arbeit auf einer Großbaustelle nahe der polnisch-deutschen Grenze, wo die größte Jesusstatue der Welt entstehen soll. Doch ein schwerer Arbeitsunfall lässt sein Leben aus dem Groove geraten. Vollkommen entstellt, wird an Jacek unter reger Anteilnahme der polnischen Öffentlichkeit die erste Gesichtstransplantation im Land vollzogen. Als Nationalheld und Märtyrer gefeiert, erkennt er sich im Spiegel selbst nicht wieder. Die Jesusstatue aber wird immer höher und höher. Während sich die Ereignisse rund um Jacek überschlagen, behält der Film die Übersicht und scheint das Kameraobjektiv noch schärfer zu stellen. In Form einer bösen Farce reflektiert Twarz polnische Zustände, erkundet das Leben in der Provinz und zeigt ein Land, das seinen Glauben in Stein meißeln lässt.


Panorama
Wieża. Jasny dzień. | Tower. A Bright Day.
von
Jagoda Szelc

Frühsommer, die Natur leuchtet in sattem Grün. Mulas Tochter Nina wird ihre Erstkommunion feiern und die Verwandten reisen an. Unter ihnen auch Mulas Schwester Kaja, Ninas biologische Mutter, die sechs Jahre verschwunden war. Ihre Rückkehr löst bei Mula Verlustängste aus. Misstrauisch beäugt sie jede Annäherung der beiden. Die Kamera bewegt sich agil, wie ein weiteres Familienmitglied in einem Beziehungsdrama in schicker Landhauskulisse. Doch immer wieder laufen kleine Erschütterungen durch den Film, wie seismische Wellen, die von einem größeren Beben künden. Auf der Tonspur, durch jähe, blitzartige Schnitte und seltsame Vorkommnisse. Vielleicht sind die überraschende Genesung der Großmutter, der stammelnde Priester, der den Gebetstext vergisst, die Geräusche in der Wand Vorboten? Nur sind alle zu beschäftigt, um sie zu erkennen. Als Ereignisse aus der Zukunft beschreibt ein Zwischentitel den Film. Aus einer Zukunft, in der zunächst alles beim Alten ist, aber nicht bleibt. Sprengen die dezenten Genreelemente, die sich in der sommerlichen Idylle bemerkbar machen, einfach nur die Grenze zwischen Beziehungsdrama und Psychothriller, oder hat Kaja vielleicht eine ganz andere Mission?


Generation 14plus (Zeichentrickfilm)
Na zdrowie! | Bless You!
von
Paulina Ziółkowska

Vorsicht, Ansteckungsgefahr! Im urbanen Getümmel fliegen die Keime bunt umher. Einmal neben der falschen Nase gestanden, und schon ist es passiert. Auch beim Flirt mit dem schönen Gegenüber bekommt man eine Ladung ab. Und was, wenn man sich selbst ansteckt, wieder und wieder? Mit expressionistischer Farbigkeit und surrealen Formen und Figuren spielend, stellt die Animation Fragen an unseren Umgang miteinander.


Mitarbeit /Koproduktion:

Hommage an Willem Dafoe
Antichrist
von
Lars von Trier

Dänemark / Deutschland / Frankreich / Schweden / Italien / Polen 2009

Nach dem Unfalltod ihres kleinen Sohnes zieht sich ein Ehepaar in die Einsamkeit einer abgelegenen Waldhütte zurück. Während die Frau eine Mitschuld an dem Unglück empfindet, versucht ihr Mann, ein Psychotherapeut, die Angstpsychose, die sich bei ihr entwickelt hat, durch Gespräche und Übungen abzubauen. Doch anstatt ihre Trauer und ihren Schmerz zu lindern, steigert dies nur ihre Verzweiflung. Ihre zunächst autoaggressiven Schübe wenden sich schließlich mit aller Vehemenz gegen ihren Therapeuten … In Lars von Triers dunklem Psychohorror, in dem sich ein Ehepaar buchstäblich selbst zerfleischt, gelingt Willem Dafoe die intensive Darstellung eines liebevollen Ehemannes, der seine Emotionen nur schwer mit jener Rationalität in den Griff bekommen kann, die für einen behandelnden Therapeuten geboten wäre. Dabei spiegelt sein markantes Gesicht die Sorge über seine von Zwangsvorstellungen heimgesuchte Frau ebenso glaubwürdig wider wie sein Entsetzen über deren Verwandlung in eine rasende Furie. Nicht weniger bravourös meistert Willem Dafoe auch die hohen physischen Anforderungen seiner Rolle – die eines schließlich schrecklich gemarterten Mannes.


Panorama

Koly padayut dereva | When the Trees Fall (Weltpremiere)
von
Marysia Nikitiuk
Ukraine / Polen / Mazedonien 2018

Es sind Sommerferien, und 40 Tage sind vergangen, seit Larysas Vater gestorben ist. In einer märchenhaften Sequenz durchquert die junge Frau ein Sumpfgebiet, in dem sich eine Gruppe von Paaren ihren sexuellen Begierden hingibt. Larysas Freund Scar, ein schöner Krimineller, steckt in einer Spirale des Verbrechens, in die er sich im Laufe der Erzählung immer weiter und radikaler hineinbegibt. Seine Welt sind die postsowjetischen Plattenbauten, Larysas Welt ist die trügerische Idylle einer dörflichen Gemeinde irgendwo in der Ukraine. Ihr Verhältnis wird Larysa zum Verhängnis, denn es dauert nicht lange, bis familiäre Sanktionen gegen die Beziehung in Gewalt umschlagen. Auch das kleine Mädchen Vitka will sich nicht anpassen, rebelliert gegen seine Großmutter und deren Regelwerk und träumt sich immer weiter in eine Fantasiewelt aus surrealen Bildern.
Die Welt in Marysia Nikitiuks Langfilmdebüt scheint wie unter Strom, brutal in ihrer Wirklichkeit und betörend, sobald sie ins Fantastische umschlägt. Die Regisseurin und Autorin gilt als wilde neue Hoffnung des ukrainischen Films und gewann für das Drehbuch zu Koly padayut dereva bereits den ScripTeast Award in Cannes.


Perspektive Deutsches Kino

Whatever Happens Next (Weltpremiere)
von
Julian Pörksen
Deutschland / Polen 2018

Klar, gehen könnte man immer. Jetzt. Sofort. Man könnte aus dem Auto, dem Zug, vom Fahrrad steigen und einfach weg sein. Diesem Gedanken, den man normalerweise rasch verdrängt, gibt der 43-jährige Paul Zeise eines Tages nach und lässt alles zurück: Frau, Beruf, die gesamte bürgerliche Existenz. Fortan gondelt er als freundlicher Taugenichts, Schnorrer und Hochstapler durchs Land. Ungebeten setzt er sich in fremde Autos, ebenso ungebeten taucht er auf Partys und Beerdigungen auf, macht gemeinsame Sache mit einer dementen Großmutter und versetzt unabsichtlich eine Kleinfamilie in Angst und Schrecken, weil er sich schamlos in deren Leben drängt. Von einem Studenten nach Polen mitgenommen, irrt er dort als Wohnungsloser durch die Straßen, zieht zwischenzeitlich ins Krankenhaus ein und verliebt sich schließlich in die etwas durchgeknallte Nele (29), die ihn ihrerseits ins Wunderland ihres Lebens hineinzieht. Dass ihm inzwischen ein von seiner Frau beauftragter Privatdetektiv auf den Fersen ist, ahnt Paul nicht. Julian Pörksens Film ist ein ebenso komischer wie melancholischer Streifzug durch unsere Gesellschaft, eine von schönen, dubiosen und verirrten Charakteren bevölkerte Welt.


Wettbewerb
Dovlatov (Weltpremiere)
von
Alexey German Jr.
Kamera
Łukasz Żal
Russische Föderation / Polen / Serbien 2018

Leningrad, November 1971. Die Stadt liegt im Nebel. Wieder wird der Jahrestag der Revolution gefeiert, doch das Land tritt auf der Stelle: politisch, ökonomisch, kulturell. Sergei spürt es am eigenen Leib. Die Manuskripte des jungen Autors werden von den offiziellen Medien regelmäßig abgelehnt, seine Sicht auf Dinge und Menschen ist nicht gewollt. Anderen ergeht es ähnlich, auch seinem Freund Joseph Brodsky, den die Staatsmacht ins Exil zwingt. Sergei aber will bleiben, ein normales Leben führen, mit seiner Frau Lena und Tochter Katya. Und er will über die Entdeckung der Wirklichkeit schreiben, über die Arbeiter der Werft oder den Bau der Metro, wo eines Tages dreißig Kinderleichen aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden.
In großen Tableaus und langen Kamerafahrten porträtiert Alexey German Jr. den russisch-jüdischen Schriftsteller Sergei Dovlatov (1941–1990), dessen brillante ironische Texte in der Sowjetunion der Breschnew-Zeit nicht gedruckt werden durften. Aus einem tragikomischen Reigen aus Rebellion und Anpassung, Schmerz und Müdigkeit entsteht ein Zeitbild der Stagnation und ihrer zerstörerischen Wirkung.


Lola at Berlinale
Der Hauptmann | The Captain
von
Robert Schwentke
Deutschland / Frankreich / Polen 2017

Das Ende des zweiten Weltkriegs ist abzusehen, die soziale Ordnung in Deutschland liegt in Trümmern. Mit der Moral der Wehrmacht geht es bergab, die Truppe zerfällt. Die Anzahl der Fahnenflüchtigen steigt dramatisch, versprengte Soldaten werden automatisch als Deserteure erschossen. Statt Recht regiert Gesetzlosigkeit. Eine Gruppe betrunkener Hauptmänner macht erbarmungslos Jagd auf einen 19-jährigen Gefreiten – mehr aus mörderischem Spaß denn aus Pflicht. Der Gefreite, Willi Herold hetzt durchs Gehölz. Verzweifelt, am Ende. Wie durch ein Wunder entgeht Herold seinen Jägern und irrt nun – verfolgt von Bauern, die er bestiehlt um zu überleben und der eigenen Truppe, die ihn für einen Deserteur halt – durch die unerträgliche Einöde des Emslandes. Durchnässt, verschlissen, halb verhungert und kurz vor dem Erfrierungstod, macht Herold einen folgenschweren Fund: Eine Hauptmannsuniform.


Und die zwei, schon angesagten Filme, die “die Streber-Migrantinnen” schon für ihre neue Heimat gemacht haben, Alexandra Wesolowski und Alina Skrzeszewska.

Perspektive Deutsches Kino
Impreza – Das Fest | Impreza – The Celebration
von
Alexandra Wesolowski

Sommer 2016, in Polen regiert seit etwa einem Jahr die rechtskonservative PIS. Die Matriarchin Danuta bereitet das Programm für ihre Goldene Hochzeit vor und nimmt dabei ihre ganze Familie in die Pflicht. Danutas Enkelkinder sind es gewohnt, die kreativen Eskapaden ihrer Großmutter mitzutragen, und fügen sich ihrem Schicksal. Für dieses Jahr hat Danuta eine Modenschau geplant, bei der die Mädchen die Lieblingskleider ihrer Großmutter aus den vergangenen Jahrzehnten präsentieren sollen. Die Grande Dame will dazu aus ihrem Leben plaudern, Anekdoten zum Besten geben, die sie in den modischen Kreationen erleben durfte. Einige Tage vor dem großen Ereignis reist Alexandra, die deutsche Nichte, in Warschau an und will bei den Vorbereitungen helfen. Aber kaum sitzt sie am Tisch, dominiert Politik jedes Gespräch nicht nur mit Danuta, auch mit allen anderen Mitgliedern des Clans. Alexandra merkt, dass sie mit ihren liberalen Ansichten alleine dasteht und dass die Frauen in ihrer Familie sich kein bisschen mit Zielen wie Emanzipation, Frauenrechten oder offenen Grenzen identifizieren. Sie möchte herausfinden, wie der ideologische Graben zwischen ihr und ihrer Familie so groß werden konnte.


Panorama Dokumente
Game Girls
von
Alina Skrzeszewska
Frankreich / Deutschland 2018

Die Gegend Skid Row in L.A. ist bekannt als „Hauptstadt der Obdachlosen“ der USA. Dort zu überleben ist ein hartes Spiel, in dessen Regeln uns die Geschichten der porträtierten Frauen Teri und Tiahna einführen. Das Leben des lesbischen Paares spielt sich zwischen Gefängnis, Alkoholsucht und Drogenverkauf, aber auch Hoffnung ab, ihr Schicksal ist paradigmatisch für das Leben afroamerikanischer Frauen an den Rändern der amerikanischen Gesellschaft. In einem von der Filmemacherin initiierten Workshop für Frauen aus der Community verarbeiten sie ihre Erinnerungen und Traumata und beginnen einen Transformationsprozess, in dessen Verlauf sie nicht als Opfer, sondern als selbstermächtigte Subjekte sichtbar werden. Soziale Proteste gegen Obdachlosigkeit in der Nachbarschaft oder die Black-Lives-Matter-Bewegung sind genauso Teil ihres Lebens wie die Selbstverständlichkeit, mit der sie ihre Homosexualität leben, oder der hartnäckige Kampf mit den Behörden um die eigenen vier Wände.
Mit einer beobachtenden, intimen Kamera erzählt der Film die Geschichte zweier Frauen, die es schaffen, der Skid Row zu entkommen, und dennoch in den Grenzen ihrer Lebensumstände gefangen sind.

 

 

Ich bin ein aufgehörter Schriftsteller

Gedenkveranstaltung zum Internationalen Holocaust-Gedenktag


Bild: Projekt: Wir waren Nachbarn

Im Mittelpunkt:
Kurt Tucholsky − „Ich bin ein aufgehörter Schriftsteller“

 Sonntag, 21. Januar 2018, 17 Uhr
 Rückert-Gymnasium, Aula, Mettestr. 8, 10825 Berlin
Neben dem ehemaligen Rias-Gebäude am Stadtpark,
Parkplätze vorhanden
U 4 Innsbrucker Platz, Bus 248

2005 wurde der 27. Januar, zur Erinnerung an den Tag der Befreiung von Auschwitz, von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. Seither führen das Ausstellungsprojekt WIR WAREN NACHBARN, das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ Berlin) und die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG Berlin) eine gemeinsame Gedenkveranstaltung durch.

Programm

Begrüßung

Dr. Jörg Balke, Schulleiter
Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin
Jutta Kaddatz, Bezirksstadträtin Bildung, Kultur und Soziales

Grußworte

Jael Botsch-Fitterling (GCJZ Berlin)
Dr. Nikoline Hansen (DIG Berlin)
Zum Auftakt des Jahresschwerpunkts 2018 „Unerhörte Stimmen“:

Kurt Tucholsky − „Ich bin ein aufgehörter Schriftsteller“
Heinrich Rolfing trägt Texte und Briefe von Kurt Tucholsky vor

Musik

„Siebzehn Augenblicke des Frühlings“ (Mikael Tariwerdijew):
Maxime Parmentier (Schüler)
Lieder von Kurt Tucholsky, Peter Fischer und Peter Janssens
sowie Hildebrandt/Schneyder und Robert Opratko:
Andreas Kling (Musiklehrer),
Klavier: Bendict Goebel (Musiklehrer)

Moderation

Andreas Kling

An diesem Abend bleibt die Ausstellung in der Ausstellungshalle im Rathaus Schöneberg bis 20 Uhr geöffnet.


Kurt Tucholsky (1890-1935) war einer der bekanntesten und vielseitigsten Publizisten und Gesellschaftskritiker seiner Zeit. Er schrieb zahlreiche satirische Gedichte, zeit- und sozialkritische Glossen, Buch- und Theaterkritiken, Romane und Chansons. Er fürchtete den Niedergang der Weimarer Republik und schrieb unermüdlich dagegen an. In der renommierten Wochenschrift „Die Weltbühne“ erschienen unter seinen verschiedenen Pseudonymen oft mehrere Beiträge in einem Heft, deren Ton zunehmend schärfer wurde. Nach einem ersten Prozess gegen den Herausgeber Carl von Ossietzky, verlegte Tucholsky
seinen Wohnsitz nach Hindås in Schweden. Zutiefst enttäuscht von der politischen Entwicklung und der geringen Wirkungsmacht seiner, wie der politischen Aufklärungsarbeit überhaupt, verstummte er ab 1931 publizistisch zunehmend und unterzeichnete seine Briefe fortan mit „aufgehörter Schriftsteller“ oder „aufgehörter Deutscher“.
Erich Kästner charakterisierte ihn 1946 als „kleinen dicken Berliner, der mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten wollte“.

Heinrich Rolfing
Der Berliner Schauspieler und Regisseur Heinrich Rolfing (*1958) hat in zahlreichen Theater- und Filmproduktionen mitgewirkt, regelmäßig trägt er bei unterschiedlichen Lesungen literarische Texte vor.


Und zum Schluss ein der bekanntesten gedichte Tuchoskys, allerdings vorgetragen von Bernhard Scheller: