Was kannst du mir, Herr, geben?

Was wirst du machen, Herr, wenn ich sterbe? (Foto: Konrad Kozaczek)

Ela Kargol und Ewa Maria Slaska, die sowohl den Blog ewamaria.blog als auch eine informelle Gruppe dreier Freudinnen vertreten (die eine Freundin – Krystyna Koziewicz – fuhr gerade zur Reha) möchten zu Ehren des 41. Geburtstags der Regenbogenfabrik ihre Zeit, ihre Gedanken und ihre Spaziergänge darstellen zu den Themen Pandemie, Lockdown, Krankheit, Verlust und Krieg.

Und trotz all dieser schweren Lasten zeigen, dass frau (versuchen) kann, ihren Optimismus, ihre Autoironie und, ja, auch Humor zu bewahren.

Es kommen Texte, Fotos, Plaudereien, Musik und Gedichte. Hier ein Gedicht:

Ela Kargol, Frühling in meinem Garten

Der Frühling in meinem Garten ein bisschen unbeholfen,
als ob es ihm verboten wäre, das Haus zu verlassen.
Nun, Knospen sind da und Gras vom letzten Jahr,
ein paar Gänseblümchen auf dem blassen Rasen.
Nur die Veilchen wollen sich vielleicht beeilen,
sie duften, sie violetten…
Die Eiche noch im Winterrock, nicht angezogen,
könnte doch noch keinen Lenzkleid kaufen,
zieht ihren Mantel nicht aus
klammert sich an den Zaun
streckt sich gelangeweilt aus.

Was blühen soll, wird blühen, aber bei dem Nachbarn
Bei uns fraßen Mäuse alles, worauf es ihnen pfiff.
Oder legten sich einen Vorrat an
Für unsichere Zeiten
Diese Unsicherheit
Auch im Frühling,
weiß nicht, was sie tun soll,
sie liest die Leitlinien nicht.

Die Bienen wählen bald ihre Queen
setzen ihr eine goldene Krone auf.
Nun, die Königin sieht mit einer Krone gut aus.
Andere werden sie gerne ausziehen,
Abdanken, zurückweisen,
sie verlassen das Königreich,
…keinen Frühling wollend.
Hinter einem Vorhang schauen sie nach,
ob die Sonne schon scheint, der Apfelbaum blüht,
oder der Flieder.

SprachCafé Polnisch & ewamaria.blog

präsentieren

FRIDAY, 18 MÄRZ 2022 FROM 19:00-21:00

Event by SprachCafé Polnisch e.V. – Polska Kafejka Językowa

Schulzestr. 1
13187 Berlin Pankow

Trzy berlinianki i szczecinianki z wyboru, zamiłowane czytelniczki i niestrudzone spacerowiczki, od kilku już lat eksplorują swoje miasta, opisują swoje spacery, poszukiwania i lektury na Facebooku i na blogu ewamaria.blog. Od marca 2022 roku zapraszają na comiesięczne spotkania do Polskiej Kafejki Językowej.

Obowiązują reguły 2G plus (centrum testowania znajduje się tuż koło stacji Wollankstr.)

Spotkanie odbędzie się w ramach projektu „SprachCafé 2.0″- FEIN-Pilotprojekt oraz “Od 10 lat razem” – przy wsparciu Urzędu Dzielnicowego Pankow.

Drei Wahlberlinerinnen und Wahlstettinerinnen, leidenschaftliche Leserinnen und unermüdliche Spaziergängerinnen erkunden seit einigen Jahren ihre Städte und berichten auf Facebook und im ewamaria.blog von ihren Spaziergängen, Recherchen und Lektüren. Ab März 2022 laden sie einmal im Monat zum Treffen im Sprachcafé Polnisch ein.
Seid dabei!
Es gelten aktuelle Covid-Regelungen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Projekte „SprachCafé 2.0″- FEIN-Pilotprojekt sowie “Seit 10 Jahren zusammen” statt – mit Unterstützung des Bezirksamtes Pankow.

Märztreffen

Serdecznie zapraszamy na spotkanie z nową książką wydaną przez Monikę Szymanik, „Dzieciństwo 1935–1949”. Autorką książki jest Christel Schubert (1935–2019), przedwojenna mieszkanka secesyjnej i reprezentacyjnej kamienicy przy ulicy Świętego Wojciecha 1 (dawnej Karkutschstrasse) w Szczecinie. Swoje wspomnienia spisała kilkadziesiąt lat po opuszczeniu Stettina. Monika Szymanik, która już w pierwszym swoim albumie „Kamienica w lesie” pokazuje nam stary kamieniczny Szczecin, spaceruje śladami małej Christel i jej wspomnień, zatrzymując w obiektywie komórki (tak, komórki!) te miejsca sprzed 80 lat, które nierzadko wyglądają już inaczej i są niemymi świadkami już innych historii.
W spotkaniu weźmie udział Siegmar Jonas, brat Christel Schubert.

Przy okazji rozmowy o dzieciństwie podczas tamtej wojny na pewno porozmawiamy też o tej wojnie, która dzieje się tu i teraz i dotyka, jak tamta, nie tylko żołnierzy, ale wszystkich, dzieci, kobiety, starych, chorych.

Wir möchten Sie herzlich zu einem Treffen mit dem neuen Buch von Monika Szymanik einladen – “Kindheit 1935–1949”. Die Autorin des Buches ist Christel Schubert (1935–2019), eine Vorkriegsbewohnerin eines repräsentativen Mietshauses in der Święty-Wojciech-Straße 1 (ehemalige Karkutschstraße) in Szczecin.
Christel hat ihre Erinnerungen mehrere Jahre nach ihrem Verlassen der Stadt in einem Tagebuch festgehalten. Monika Szymanik, die uns schon in ihrem ersten Fotoalbum “Altbauliebe einer Stettinerin” das alte Stettin im neuen Szczecin zeigt, wandelt auf den Spuren der kleinen Christel und ihrer Erinnerungen und fängt mit dem Objektiv ihres Handys (ja, Handy!) jene Orte von vor 80 Jahren ein, die heute oft anders aussehen und stumme Zeugen schon anderen Geschichten sind.
Am unser Treffen nimmt teil Siegmar Jonas, Bruder von Christel Schubert.

Bei dem Gespräch über das Leben eines kleinen Mädchens während des 2. Weltkrieges kommen wir unausweislich auch an den aktuellen Krieg – den Putins gegen Ukraina, der, wie auch der Krieg damals, nicht nur den Soldaten gilt, sondern allen: Kindern, Frauen, Alten, Kranken.


Bo, czyli Bożenna

Widziałam się z nią pewnie 25 lat temu. Wyjechała, straciłam ją z oczu. Aż przysłała maila:

Dear All,
I am very happy to tell you that our film will have the North American premiere on February 25th.
Here is the article that appeared today in DEADLINE 🙂
Love,
Bo

A pod spodem mailowa wizytówka: Bo(zenna) Intrator
producer, writer

I’ll find you

Matt Grobar

Lech Mackiewicz, Małgorzata Kożuchowska, Connie Nielsen

Courtesy of Witold Baczyk

Gravitas Ventures has acquired North American rights to the WWII-era romantic drama I’ll Find You from director Martha Coolidge (Valley Girl, Real Genius). The Anthem Sports & Entertainment company plans to release the title starring Adelaide Clemens (To the Stars), Leo Suter (Sanditon, Beecham House), Stephen Dorff (Old Henry, Deputy), Connie Nielsen (Zack Snyder’s Justice League, Wonder Woman 1984) and Stellan Skarsgård (Dune, Chernobyl) in theaters and on demand on February 25.

Inspired by true stories of Polish musicians from the 1930s and 1940s, I’ll Find You centers on the tender, music-infused relationship between Robert (Suter) and Rachel (Clemens) that is forged when the pair meet as music school students – he, a promising singer and she, a violin prodigy. While Robert is torn away from Rachel following the German invasion of Poland, he vows to find her, no matter the cost.

David S. Ward (Flyboys, Sleepless in Seattle) and Bozenna Intrator (The Magic Stone, The Bait) penned the script for the film, which was shot on location in Poland and New York. Intrator also produced it alongside Lukasz Raczynski, Zbigniew John Raczynski and Fred Roos, with Alexander Roos exec producing.

“I’LL FIND YOU is a beautiful romance film set against the harsh background of World War II,” said Gravitas Ventures’ Manager of Acquisitions, Brett Rogalsky. “What director Martha Coolidge was able to do with these elements is truly impressive, and we’re excited to be able to bring this film to the public.”

“From the beginning I loved the theme in this film that music has an almost magical power to heal,” added Coolidge, “and that it can inspire and move all people even those at opposite ends of the ideological spectrum.”

Coolidge is an Emmy nominee and DGA Award winner who has previously directed films including Material Girls, The Prince and Me, Angie, Lost in Yonkers, Rambling Rose, Plain Clothes, Real Genius and Valley Girl, along with episodes of such series as Siren, Angie Tribeca, Madam Secretary, The Night Shift, Psych and Weeds.

Gravitas Ventures was founded in 2006 and sold to multi-platform media company Anthem Sports & Entertainment in November. Recent releases from the company include Michael Lembeck’s Queen Bees; Gabriela Cowperthwaite’s Our Friend, starring Casey Affleck, Dakota Johnson, and Jason Segel; Vanguard, directed by Stanley Tong and starring Jackie Chan; and Andy Tennant’s The Secret: Dare to Dream, starring Katie Holmes. Gravitas has also recently acquired titles including Adrian Martinez’s feature directorial debut iGilbert; the Kathy Bates drama Home, from writer-director Franka Potente; family adventure film The King’s Daughter, starring Pierce Brosnan; Jason Pollock’s doc Finding Kendrick Johnson; and The Accursed, a horror film marking the feature directorial debut of writer-directors Elizabeta Vidovic and Kathryn Michell.

Frauenblick: Norblin-Fabrik

Monika Wrzosek-Müller

Neue Räume in Warschau

Eigentlich hatte ich vor, in Warschau lange Spaziergänge zu meinen alten, aber auch den neuen Orten zu unternehmen. Doch die Tage sind zu kurz, auch es ist zu dunkel, das Wetter spielt manchmal völlig verrückt; es gibt Schneegewitter oder Hagelstürme, dann scheint plötzlich die Sonne und mich überfällt eine Lethargie, die ich erst einmal überwinden muss, bevor ich mich überhaupt in Bewegung setzten kann. Sich aus dem geschützten und noch sehr altmodischen Viertel Saska Kępa in die Großstadt zu bewegen, erfordert Mut; hier ist alles klein, bekannt, überschaubar; drei größere, vertikal verlaufende Straßen und etwas mehr horizontale. Natürlich findet man auch hier schöne alte Bauhaus-Häuser, noch nicht herausgeputzt, noch im Urzustand, die mich anlächeln. Manchmal verfehlen die allzu pingeligen Renovierungen ihr Ziel, sie lassen die alte Patina verschwinden, zusammen mit der Schönheit und Einfachheit, zu schade. Doch die große neue Welt befindet sich eindeutig außerhalb von diesem Viertel.

Vor ein paar Tagen habe ich mich dann doch rausgewagt und bin in andere Räume, Stadtteile von Warschau aufgebrochen, eigentlich ganz im Zentrum, wohin ich früher nie vorgedrungen war. Der Raum hinter dem Zentralbahnhof, hinter der Shoppingmall „Złote Tarasy“, voll von richtigen Wolkenkratzern, Hochhäusern und mit ganz breiten geraden Straßen, hat mich erstaunt. Es ist da so viel entstanden, ganz neue Viertel, die für mich eher nach einer Metropole in Amerika aussehen und dem mir unbekannten New York als nach dem mir bekannten Warschau. Umso mehr freute ich mich, als ich die alten, gerade renovierten Gebäude der Norblin-Fabrik von weitem sah. Sie bilden einen schönen Kontrast zu der übrigen Bebauung in der Gegend. Eigentlich müssten wir in Europa doch aufpassen, nicht überall dasselbe zu produzieren und zu reproduzieren, dieselben Glasfassaden mit den schnell sich bewegenden Liften draußen, alles hochmodern und zugleich eher unmenschlich, so dass das individuelle Gesicht einer Stadt völlig verschwindet. Am „Rondo ONZ“ wehte der Wind so stark, dass viele Leute ihre ursprüngliche Route aufgaben und umkehrten; ein Mann im Rollstuhl wäre fast auf die Straße geweht worden, wären da nicht zwei kräftige junge Männer gewesen, die ihm halfen.

Endlich aber war ich doch bei der Norblin-Fabrik, Gebrüder Buch und T. Werner, angelangt und bewunderte erst einmal von außen das sehr schöne Objekt, das sich über mehrere alte Fabrikgebäude erstreckt mit den integrierten Bürotowern dazwischen. Von weiten sieht man schon ein nicht allzu buntes Murale von Pola Dwurnik, das die Fabrik darstellt und im Stil ihres berühmten Vaters, einen Maler, gehalten ist. Die Wahl der Materialien bei der Instandsetzung der Fabrik hat mich begeistert, neben edlen Holzarten gibt es Rosteisen [oxidierten Stahl], schöne Steinfußböden mit eingelassenen alten Schienenresten, die schöne Muster auf dem Boden bilden. Alles ist sehr elegant, präzise und in guter Harmonie zwischen der alten und modernen Struktur eingerichtet. Revitalisiert wurden insgesamt 9 alte Gebäude, die auch Baudenkmäler sind, sowie 50 Maschinen aus dem alten Maschinenpark, die im ganzen Gelände ausgestellt stehen, z.B. eine hydraulische Presse, die 50 Tonnen wiegt. Manche der Maschinenteile wurden ihrer ursprünglichen Funktion enthoben und fungieren z.B. als Untersätze für die Glastische, für die Bänke. Manche von den Gebäuden wurden komplett neu, aber in historischer Gestalt wiederaufgebaut.

Die Geschichte der Familie ist bemerkenswert: der Sohn eines Zeichners und Malers Warschauer Motive, des Franzosen Jean Pierre Norblin de la Gourdine, Aleksander Jan Konstanty Norblin, genannt John, geboren 1777, wurde nach langer Ausbildung in Paris zum Metallgießer (Bronze) nach Warschau angeworben und gründete dort 1820 die Norblin-Fabriken, damals „Warszawska Fabryka Bronzów“ (Warschauer Bronze-Fabriken) genannt. Sie produzierten hauptsächlich künstlerische Objekte in Bronze, z.B. große Leuchter für Kirchen, Epitaphien, auch Büsten. Er arbeitete viel für die Familie Czartoryski, fertigte eine Büste des Fürsten, auch Figuren und Ornamente für die Gräber der ganzen Familie. Erst später begann die Fabrik, auch Alltagsgegenstände wie Besteck etc. herzustellen. Die Fabrik wurde immer größer, fertigte auch die Samoware für russische Adelige; die Nachfrage nach den schönen, edlen Gegenständen stieg ständig, so wundert die Größe des Terrains, das die Fabrik einnahm, nicht. Auf dem Gelände befindet sich jetzt auch ein Museum, das die Firmengeschichte dokumentiert.

Noch sind nicht alle Räume in der Fabrik fertig und belegt, das Gelände wurde erst Ende September 2021 eröffnet; doch jetzt schon kann man sehen, dass es eine gelungene Mischung von Kunst bietet: zwei Galerien, Kultur, ein sehr luxuriöses Kino, „Kinogram“, mit einer noch moderneren Bar, mit mehreren Kinosälen, ein Bereich für eine Bio-Markthalle, „Biobazar“, wo man frische Bioprodukte kaufen und auch essen kann, und ein ganz großer Bereich für eine Food Town mit 23 gastronomischen Konzepten aus Europa, und anderen Teilen der Welt, wo man in geräumigen Fabrikhallen gut essen kann. Hier ist auch eine wunderschöne Piano-Bar untergebracht mit einer Bühne für die live-Musik und Tanzflächen.

Ich schlenderte langsam durch das ganze Gelände, das noch nicht überlaufen ist, und irgendwann gelangte ich in den ersten Stock mit einer wunderschönen Ausstellung in geräumigen, sehr gut designten Vitrinen, die aus den alten historischen Wagen der Fabrik gefertigt sind: die ganze Produktion der Fabrik von silbernen und versilberten Objekten; wir sehen Vasen, Platten, Besteck, Kelche, Kannen, Unterteller, Silberringe, Zuckerdosen, überhaupt Dosen etc… Großer Beliebtheit erfreuten sich kleine Tischbürsten mit ebenso kleinen, schön verzierten Schaufelchen. Ich erinnere mich an die alten, halb „aufgegessenen“ Löffel, die meine Oma in ihrer winzigen Wohnung in Mokotów noch benutzte und die sie über die Verbannung nach Kasachstan bewahrt und dann mit zurückgebracht hatte. Mit den Löffeln konnte man nichts mehr essen, die Versilberung war gesprungen, sie kratzten und man konnte sie nicht mehr richtig reinigen. Das meiste Silber war natürlich da, in der Verbannung, verkauft oder in Essbares eingetauscht worden; geblieben waren für uns Enkelkinder Erinnerungen wie: „das war doch echtes Norblin, oder eher Fraget“. Meine Oma schätzte die Erzeugnisse dieser polnischen Fabriken sehr und sie erzählte mir, dass in dem Flügel, den sie in ihrer Wohnung in Lemberg hatten zurücklassen müssen, drei Komplette von je 24 Besteckteilen für jede ihrer drei Töchter eingelagert waren; sie konnten nicht so viel in die Verbannung mitnehmen. Als ich vor ein paar Jahren in Lemberg war, auch in ihrer Wohnung, zwar verkleinert, denn da wohnten nun drei Familien, konnte ich keinen Flügel ausfindig machen, geschweige denn die Besteckkomplette für die Mädchen.

Die Norblin-Fabrik scheint mir eine Mischung aus Zukunft und fortgesetzter Vergangenheit in diesem während des Zweiten Weltkrieges wirklich total zerstörten Warschau zu sein. Im Sommer wird sich der Ort bestimmt mit Tausenden von Besuchern füllen.

Unser Mauerbuch / Nasza książka o Murze Berlińskim

Ela Kargol / Krystyna Koziewicz / Ewa Maria Slaska

W piątek 21 stycznia o godzinie 18.30 w VHS Mitte na Antonstraße 37 (sala 207) zaprezentujemy nasze książki / Am Fr 21. Januar um 18.30 Uhr in der VHS Mitte Antonstraße 37 (Saal 207) werden wir unsere Bücher präsentieren.

Czyli dziś. / Dh. heute.

Czekają nas normalne aktualnie rygory pandemiczne – trzeba mieć dwa szczepienia plus test, albo być ozdrowieńcem plus test. Potrzebne są też oczywiście maski.

Es gelten übliche Anti-Covid-Bedingungen – man muss zwei Impfungen vorweisen oder genesen sein, dazu noch Test (also 2G+). Selbstverständlich muss man auch Masken haben.

Zastanawiałam się, co mam tu opublikować, żeby Was zachęcić do przyjścia na nasze dzisiejsze spotkanie i po dłuższym namyśle wybrałam wiersz o kościele wysadzonym w powietrze z powodu budowy Muru Berlińskiego. To piękny wiersz. Pisała o nim Ela Kargol – TU:

Milly Hilgenstock (1961)

Die Kirche steht leer und verlassen
Milly Hilgenstock /tłum. Ewa Maria Slaska (2019)

Cichy jest kościół, opuszczony
Es liegt an der Bernauer Straße
Inmitten der Stadt Berlin
Die Kirche, die jetzt verlassen,
Es steht eine Mauer darin.
Es mahnten so viele Stunden
Versöhnungsglocken die Stadt.
Sie klagten über die Wunden
Die Krieg uns geschlagen hat.
Nun sind die Glocken verklungen,
Vermauert die Kirchtür, das Tor.
Und wo Lieder gesungen
Schweigt jetzt Gemeinde und Chor.
Die Uhr am Kirchturm blieb stehen
Bevor es Mitternacht schlug.
Wohin Herr sollen wir gehen?
Wann ist des Wartens genug?
Was will der Zeiger uns sagen,
Der fünf vor 12 blieb stehn?
Die Mauer hat uns zerschlagen,
wir können uns nicht mehr sehn.
Wir grüßen drüben die Brüder,
Die jetzt durch die Mauer getrennt.
Wir wissen, wir sehen uns wieder,
Der Herr die Seinen doch kennt.
Die Kirche steht leer und verlassen,
Kein Licht, kein Orgelton mehr.
Und an der Bernauer Strasse
Die Steine klagen so schwer.
Die Zeit mag das Kreuz verhöhnen,
Es bleibt, wenn die Mauer zerfällt.
Dann wird uns wieder versöhnen
Gott über den Mauern der Welt.
Ulica Bernauer w Berlinie,
Linia co środkiem miasta bieży,
Cichy tu kościół, opuszczony
Mur, wieża i dzwony na wieży.
Te dzwony od tylu brzmiały lat
na cześć i chwałę pojednania
Obiecywały szczęśliwy świat,
I koiły wojenne rany.
Teraz przebrzmiały dzwonów tony,
Zamurowany kościół i drzwi.
A gdzie pieśnią dźwięczały dzwony
Milczy nawa i niemy jest chór.
Zatrzymał się zegar na wieży,
zanim północ wybiła w mroku.
Pokąd Panie trzeba nam wierzyć?
I czekania czas kiedy minie?
Co mówią wskazówki zegara,
Zatrzymane tuż przed północą?
Mur nam się spotkać nie zezwala
Mur nas wypędził na krawędź dnia.
Nasi bracia, siostry czekają,
martwy nas od nich mur oddzielił.
Wiemy, kiedyś się znów spotkamy,
Pan pozna swoich, nie traćmy nadziei.
Cichy jest kościół, opuszczony,
Nie ma blasku świec i organów.
Na ulicy wiodącej do Bernau
Płaczą kamienie i kraczą wrony.
Lecz przyjdzie czas, że krzyż urośnie,
Doczekamy, strwożeni, słabi.
Bóg pojedna nas z sobą radośnie
I niech moc znowu będzie z nami.

Aus unseren Bücher suchte ich für Euch ein Gedicht, geschrieben als die Berliner Mauer errichtet wurde – 1961. Die polnische Übersetzung fertigte ich, als Ela Kargol mit Joanna Trümner auf diesem Blog über die Mauer schrieben; der Beitrag über Versohnungskapelle, in dem auch dieses Gedicht seinen Platz fand, wurde veröffentlicht am 13. August 2019 zum Jahrestag der Errichtung der Mauer.

VHS-Antonstr-Mauerbuch – pdf zum Öffnen

Frauenblick. Andrzej Stasiuk.

Monika Wrzosek-Müller

Andrzej Stasiuk – nach Jahren

Vor Jahren, als ich ganz kurz im Polnischen Kulturinstitut die Spalte: Kultur, Politik, Literatur leitete, habe ich u.a. Andrzej Stasiuk zu einer literarischen Soiree eingeladen. Schon damals fiel mir auf, wie gutaussehend und erzählbegabt der Schriftsteller war, ein Typ mit Esprit, mit Lebens- und Durchsetzungskraft. Bei dem Abend war auch sein Übersetzer Olaf Kühn anwesend, das Gespräch stützte sich vor allem auf die Erzählungen aus dem Leben des Schriftstellers, das für mehrere Romane den Stoff liefern könnte; er gab auch etwas später das Buch Jak zostałem pisarzem [Wie ich Schriftsteller wurde. Versuch einer intellektuellen Autobiographie] heraus. Irgendwie erinnerte mich seine Erzählweise und der
Versuch sich selbst zu positionieren an Lessico famigliare [Mein Familien-Lexikon], 1965, und die kurze Erzählung Il mio mestiere aus Le piccole virtú von Natalia Ginzburg. Ob er ihr Werk kannte, scheint mir eher unwahrscheinlich. Damals habe ich ihn nicht danach gefragt. Stasiuk selbst beruft sich in einem Gespräch auf seine Vorbilder wie Thomas Dylan, Joseph Brodsky oder Czesław Miłosz. Es sind also eher Dichter als Prosautoren, die ihn inspirieren. Das Poetische bleibt also ein Markenzeichen in der Stasiuks Prosa erhalten.

Andrzej Stasiuk reiht sich für viele Polen in eine Figur des gepflegten Außenseiters, der gegen vieles rebelliert und sich dem „normalen“ Leben eines Intellektuellen Schriftstellers entzieht. Schon sein Lebenslauf mit der abgebrochenen Schulbildung, einem Aufenthalt im Gefängnis wegen der Rebellion gegen den Drill und unmenschliche Behandlung während des Militärdienstes, dann der Wohnortwechsel aufs noch tiefere Land (damals noch völlig unüblich…) in das Dorf Czarne in den Niederen Beskiden klingen nach einem extravaganten, selbstbestimmten Leben, das er wie ich neulich erfahren habe, fortsetzt. Später heiratete er Monika Sznajderman und zusammen gründen sie den Verlag Czarne, der bis heute existiert und sehr gute Literatur (vor allem die aus dem sog. Mittelosteuropa und Reiseliteratur) herausbringt.

Natürlich denkt man bei Stasiuk an seine wunderschön herausgegebenen Bücher wie Dukla schon im Verlag Czarne [Die Welt hinter Dukla] in der schönen Übersetzung von Olaf Kühn, oder Kruk [Der weiße Rabe]. Später folgen viele Titel, viele gute Romane, fast jedes Jahr einer, die sehr oft weiterhin von Olaf Kühn ins Deutsche übertragen werden. Er schrieb auch über seine Lesereise in Deutschland das Buch unter dem Titel Dojczland, das mit demselben Titel in Suhrkamp 2008 erschienen war. Irgendwann wurden seine Bücher eher von Renate Schmidgall übersetzt. Der letzte Titel, der mir in Erinnerung geblieben ist, hieß Wschód [Der Osten]. Stasiuk schien sehr viel zu reisen, schien auf einem poetischen, Selbstfindungsweg zu sein. Der Osten, weite Steppen, die Wüste, menschenleere Räume, unberührt und manchmal doch grausam, die Ukraine faszinierten ihn; da suchte er seine Wurzeln und sein Verständnis der Ereignisse. Er entzog sich weiterhin dem „modernen“ Leben, benutzte kein Handy, war in keinen Netzwerken unterwegs.

Fast nebenbei, oder doch erst später fing er auch an, sich für Musik, für Jazz zu interessieren und dieses Interesse verfolgt er bis heute. Schon 2007 gab er zusammen mit Mikołaj Trzaska und anderen Musikern einen Album Kantry heraus, in dem er von der Reise über das ehemalige Jugoslawien berichtet. Bei langsamen Klängen, jazzartig werden die Szenen untermalt, kommen die Erlebnisse der Reise noch besser zur Geltung; z.B. die Stücke Istrianna und Sarajewska. Zugegeben Stasiuk verfügt über eine sehr angenehme, tiefe, melodische Stimme, fast priesterliche, ohne belehrend zu klingen.

2020 erschienen weitere zwei CD mit Trzaska Grochów głosem [Grochow (Stadtviertel von Warschau) mit der Stimme] liest Stasiuk seine frühen Texte über die Gegend (die auch teilweise in Tygodnik Powszechny veröffentlicht wurden) und wird wiederholt von den Musikern begleitet. Für die Fans dieser rechtsseitigen Weichsel Warschau ein Muss. Er beschreibt noch die erhaltenen Holzhäuser und das ärmliche, meistens Arbeiterleben und den Stolz der Bewohner, die für ihren Viertel zwar leidend doch gradestehen. Die Musik ist wirklich minimalistisch, so dass die Texte gut hörbar und nachvollziehbar sind. Dabei kommt es sehr gut heraus, worum es Stasiuk wie auch in seinen Prosawerken geht, mit vielen Beschreibungen der Natur hebt er das Poetische, Erlebte, die Landschaften, Orte nach oben; er erlebt das sehr intensiv und hautnah, dadurch wirkt alles sehr authentisch und keineswegs snobistisch und überzogen.

Später gibt es noch eine CD mit der Gruppe Haydamaken, eine sogar schon 2018 unter dem Titel: Mogiły Haremu und jetzt 2021 eine neue, in der er die Gedichte von Mickiewicz vorträgt.

Der eigentliche Anlass, warum ich über Stasiuk jetzt gerade schreibe, ist sein neues Album Opla Stasiuk Trzaska. Es ist eine Improvisation um die polnische Religiosität und Gewalttätigkeit. Stasiuk selbst hebt die Musik hervor, seine Rezitation beschränkt sich hier aufs Beten, das Beten an die heilige Maria, das Gemurmel. Das Album wurde mit großer Aufmerksamkeit in den polnischen Medien aufgenommen, es gab viele Interviews mit dem Schriftsteller; in einem sagt er sehr deutlich und unverblümt, worum es ihm geht: „Ich sage: ‘jetzt wird es über Polen und die Heilige Maria gehen’ und die Zuschauer und Zuhörer flüstern: ‘jetzt wird er PIS und die Religion mit Scheiße bewerfen.’ Wie groß war dann die Überraschung, dass ich einfach ein Gebet gesprochen hatte“. Stasiuk berührt schon interessante Seite der polnischen Religiosität, er spricht von einem fast heidnischen Kult der Maria und dazu kommt von der Musikerseite der Rhythmus von Oberek. Oberek ist ein polnischer Drehtanz, in dem sehr bewegten und raschen Tanzschritten drehen sich die Paare, immer schneller und immer wieder, man denkt fast an die Derwische, an ihre Drehfiguren und das Magische, Mystische, das dabei entsteht. Das findet auch Stasiuk, Oberek symbolisiert für ihn gut polnische Wirklichkeit, es drehe sich alles im Kreis ständig und wiederholt, und irgendwann versuche man sich loszureißen, manchmal per Zufall scheint es, als würde es für eine Weile gelingen und dann gleich danach kommt die Bauchlandung. So bleibt nach einem Fest, nach einer Hochzeit nur Kater. Die Gruppe hat diese Musik, die ganze CD den Sommer über probiert, aufgenommen, auch immer wieder aufs Neue versucht, die richtige Stimmung, den richtigen Rhythmus zu treffen.

Das, was mir bei Stasiuk gefällt, er bleibt sich selbst treu, läuft nicht mit, kritisiert auch gezielt, immer seinen Standpunkt bewahrend.

Inzwischen ist auch ein neuer Roman Przewóz [Flussfähre, Flussüberfahrt] von ihm erschienen, ein Buch über die Normalität des Krieges, das Alltagsleben unter widrigen Umständen, mit Gerüchen, Stimmungen und Atmosphäre.

Auf jeden Fall ein Schriftsteller, den man beobachten soll.

Don Quijote macht Striptease

Ela Kargol (Fotos) & Ewa Maria Slaska (Text)

Beginnen wir damit: Es ist ein fantastischer Don Quijote, der Mitte Dezember für ein paar Tage aus Potsdam kam. Heute noch kann man ihn um 18 Uhr in Berlin sehen, im Theaterforum Kreuzberg, sonst in Potsdam, wo er auch zum Jahresende aufgeführt wird, am 29., 30. und 31. Dezember.
Gastspiel Neues Globe Theater.

Es ist eine moderne Version von Don Quijote, für das Deutsche Theater Berlin nach Cervantes von Jakob Nolte verfasst. Kurz, bündig, an moderne Zeiten angepasst.

Also, was ist Barataria? Der Schauspieler wußte es nicht, woher sofort klar wurde, dass man im Stück von der Insel erzählen wird (dies lässt sich nicht vermeiden), der treue Knappe bekommt sie aber nicht.

Im Theaterflugblatt schrieb man von Don Quijote: Er unterliegt einem letzten Kampf gegen sein eigenes Spiegelbield und sich selbst in Unsinnigkeit seiner Handlungen eingestehen muss.

Es kling düster, tragisch, traurig. Man denkt, na ja, klar, armer Don Quijote, er war doch der Ritter von Traurigen Gestallt, erzwungenermasse wird also ein Stück, das von ihm handelt, unendlich düster. Und dann kommt man ins Theater, entsprechend in trauriger Gedanken versunken und trifft an fulminante Komödie, mit zwei fantastischer Schauspieler und einem unglaublichen Gitarristen un Komponisten, Rüdiger Krause, der mit eigenen und eigens dafür komponierten Werke bravourös das Geschehen auf der Bühne begleitet und ergänzt. Anachronistisch, ironisch, zielsicher und vortrefflich treffend treffen wir auf der Bühne zwei, die uns und unsere Zeiten durchs Kakao ziehen: Laurenz Wiegand als Don Quijote und Andreas Erfurth als Sancho Panza.

Gitarrist, Sancho Panza und Don Quijote. Nicht der Ritter, sondern der Knappe, so wird im Stück gemunkelt, wäre der geheime Hauptheld diese Geschichte. Der wahre Held. Hinter Don Quijote sieht man seine Ritterschuhe, ausgefertigt aus karierten Hauslatschen und getragen auf zwei verschieden farbenen Socken.

Passend zu Don Quijotes karierten Hausschuhen fungiert ebenfalls karierter Geschirrtuch in den Händen von Sancho Pansa. Man hätte nie vermutet, was so ein Geschirrtuch, weiß-rot kariert und gar etwas schmutzig, was solch ein Tuch also alles machen kann. Er ist Wappe und Waffe, Hut und Matratze (Luftmatratze!), Schild und Wand, manchmal Waschlappen und manchmal Handtuch.

So behaupten sich die beiden, eigentlich ohne Requisiten und ohne Szenenbild. Es kommen keine Prinzessinnen und keine Zauberer, keine Schafe und keine Dulcinea, und trotzdem sehen wir all das gespielt und erzählt von den beiden Protagonisten und musikalisch untermalt und betont von der Gitarre. Nur kampfen tun sie ganz sichtbar.
Die Liebe müssen wir uns vorstellen und die Freiheit. Den Ritt auf der mageren Stutte und die Windmühlen. Es gibt nicht, nur das Wort, Bewegung und Musik.

Und mittendurch – ein Striptease. Das sehr wohl bis zur nackten Gipfel zu bewundern ist.

Liebe Leser:innen, fährt nach Potsdam! Undbedingt!

Advenukka

Advenukka ist Advent und Chanukka zugleich. Und das ist eben heute!!! Wie schön!

All was fake! Sorry! Die Veranstaltung fand nicht statt!

Ich habe hier zu einer Advenukka-Feier eingeladen. We were there, me and my friends from Israel. And we kissed the pawl. Byłam tam z moimi przyjaciółkami z Izrela i pocałowałyśmy klamkę. Miało być pięknie, oryginalnie, wesoło, w duchu integracji religijnej, a wyszło jak zawsze. Wir hofften auf ein wunderbares Koexistenz-Fest und fanden Nix. Nicht Mal einen Infozettel, dass man die Veranstaltung abpfeiffen muss. Aus welchen Grund auch immer. Schade Cymes und Delishkes 😦

Foto: Monika Wrzosek-Müller
SUNDAY, 28 NOVEMBER 2021
FROM 14:00-21:00
LATKES treffen GLÜHWEIN
in CYMES UN DELISHKES

Tauroggener Str. 42, 10589 Berlin

Machine Hallucinations: Nature Dream

Refik Anadol in König Galerie

6.11.2021 – 17.12.2021

KÖNIG GALERIE presents MACHINE HALLUCINATIONS: NATURE DREAMS, Refik Anadol’s second large-scale solo exhibition in Germany. Almost two years after his site-specific installation LATENT BEING, the artist returns to Berlin to reveal the aesthetic outcomes of his research into the intersection of human consciousness, archives of nature, and machine intelligence.

MACHINE HALLUCINATIONS: NATURE DREAMS, designed specifically for KÖNIG GALERIE, comprises three novel aesthetic approaches to a vast photographic dataset of nature: A giant data sculpture displaying machine-generated, dynamic pigments of nature titled NATURE DREAMS, four new series of data paintings, and WINDS OF BERLIN, a site-specific, public art projection on the tower of ST. AGNES which will be created based on environmental real-time data collected from the city.

Anadol is a pioneer in the world of rare digital art and crypto collectibles, minting the first fully immersive digital artwork NFT in September 2021. For KÖNIG GALERIE he creates unique NFT options: the AI data sculpture NATURE DREAMS, and his public projection, WINDS OF BERLIN, which will mark the first time a generative public artwork in Berlin to be offered in NFT form.

An architectural exhibition of synesthetic reality experiments based on GAN algorithms developed by artificial intelligence and inspired by fluid dynamics, NATURE DREAMS turns datasets into latent multi-sensory experiences to commemorate the beauty of the earth we share.

“I am very excited to be back in Berlin to transform the façade of the iconic ST. AGNES church into a data sculpture and showcase our most cutting-edge AI data paintings from the MACHINE HALLUCINATION series. Our studio’s exploration of digital pigmentation and light through fluid solver algorithms draws inspiration from nature-themed datasets, using the most innovative methods available to AI-based media artists.

Refik Anadol

MACHINE HALLUCINATIONS is an ongoing exploration of data aesthetics based on collective visual memories of space, nature, and urban environments. Since the inception of the project during his 2016 during Google AMI Residency, Anadol has been utilizing machine intelligence as a collaborator to human consciousness, specifically DCGAN, PGAN and StyleGAN algorithms trained on these vast datasets to reveal unrecognized layers of our external realities.

Anadol and his team collect data from digital archives and publicly available resources, then process the millions of photographic memories with machine learning classification models. The sorted image datasets are then clustered into thematic categories to better understand the semantic context of the data universe. This expanding data universe not only represents the interpolation of data as synthesis, but also becomes a latent cosmos in which hallucinative potential is the main channel of artistic creativity. As a thoroughly curated multi-channel experience, MACHINE HALLUCINATIONS offers a new form of sensational autonomy via cybernetic serendipity.

Refik Anadol is a media artist and pioneer in the aesthetics of machine intelligence, and the director of Refik Anadol Studio in Los Angeles. Since 2008, his works have explored the space among digital and physical entities by creating a symbiotic relationship between architecture, science, technology, and media arts. As an artist and a spatial thinker, he addresses the challenges, and the possibilities, that ubiquitous computing has imposed on humanity, and what it means to be a human in the age of AI.

Coining the terms “data painting” and “latent cinema”, Anadol has invited his audience to imagine alternative and dynamic realities by re-defining the functionalities of both interior and exterior architectural elements. He tackles this by moving beyond the integration of media into built forms and translating the logic of a new media technology into spatial design. Anadol’s site-specific three-dimensional data sculptures, liveaudio/visual performances, and immersive installations take many virtual and physical forms. Entire buildings come to life, floors, walls, and ceilings disappear into infinity, vivid aesthetics take shape from large swaths of data, and what was once invisible to the human eye becomes visible.

REFIK ANADOL STUDIO consists of artists, architects, data scientists, and researchers from diverse professional and personal backgrounds, embracing principles of inclusion and equity throughout every stage of production. While the studio is located in Los Angeles, its members originate from 10 different countries and are collectively fluent in 14 languages. Since 2014, REFIK ANADOL STUDIO’s site-specific public art projects comprised vast and multidimensional urban typologies, inspiring participation, interaction, and appreciation of art in diverse communities around the world. The members share Anadol’s vision of blurring the boundaries between art, science, and technology with a focus on creating new public spaces and screens by augmenting existing architectural elements and buildings facades.

Ela Kargol, Krystyna Koziewicz & Ewa Maria Slaska in front of church tower
25th of Nov 2021 at 18:00

BIO

Refik Anadol’s (b. 1985, Istanbul, Turkey) work has been shown worldwide in numerous institutional exhibitions including the Venice Architecture Biennale (2021); the National Gallery of Victoria 2020 Triennal, Melbourne (2020); MUTEK, Montreal (2020); Centre Pompidou, Paris (2020); National Museum of China, Beijing (2019); Fotografiska, Stockholm (2019); ZKM, Karlsruhe (2019, 2018); the Istanbul Biennal, Istanbul (2015); Marta Herford Museum, Herford (2010); the Contemporary Art Center – sentralistanbul, Istanbul (2008). Public audio-visual performances took place in locations throughout the world such as the Walt Disney Concert Hall, Los Angeles (2018, 2014); Ars Electronica, Linz (2017, 2011, 2010); the Arc de Triomf, Barcelona (2011); the European Capital of Culture, Essen (2010) and many others. The artist has been honoured with the Lorenzo il Magnifico Lifetime Achievement Award for New Media Art (2019); the German Design Award (2017); the Microsoft Research’s Best Vision Award (2013), amongst others.

Wer möchte mitmachen? Who would like to participate?

Worldwide Screening: »The Dissident« von Bryan Fogel am 10. Dezember 2021

The international literature festival berlin [ilb] invites individuals, schools, universities, the media, and cultural institutions to participate in a Worldwide Screening of »The Dissident« by Bryan Fogel on 10 December 2021, the anniversary of the Universal Declaration of Human Rights proclaimed by the United Nations in Paris in 1948.

The documentary reconstructs the background of the murder of the Saudi Washington Post journalist and regime critic Jamal Khashoggi in 2018 and illuminates the geopolitical and power-strategic context of the case.

With the worldwide screening of Bryan Fogel’s film, we want to commemorate Jamal Khashoggi’s struggle for human rights and freedom of press and make sure that his commitment to an open, pluralistic Saudi Arabia is not forgotten.

With the film screening, we would also like to bring into focus the human rights violations in Saudi Arabia, especially the right to freedom of expression and freedom of the press. Saudi Arabia ranks fifth among countries that control the internet through spying techniques, censors and trolls. Dozens of journalists are currently imprisoned or beeing persecuted. Women and queer people who stand up for their rights are also imprisoned and tortured. In 2019, 184 people were executed in Saudi Arabia, more than ever before.

»The Dissident«: American documentary filmmaker and Academy Award winner Bryan Fogel spent two years researching for the film. The two-hour documentary analyses the course of events at the consulate in Istanbul and also sheds light on how those in power in Saudi Arabia suppress freedom of the press and manipulate public opinion with trolls and bots. Turkish investigators, journalists and opposition members in exile, Khashoggi’s fiancée Hatice Cengiz and the former CIA director John Brennan have their say.

Jamal Khashoggi (*1958 in Medina, Saudi Arabia) was the director of the Saudi daily newspaper Al-Watan. As of 2017, he was living in the USA. In his texts, he openly criticised the Saudi Arabian government and was a member of an oppositional Twitter network.

With the Worldwide Screening, the ilb continues the series of Worldwide Readings it has been organising since 2006 on various topics, mainly related to human rights, as well as the first two Worldwide Screenings from 2020.

We are calling for participation in the Worldwide Screening of »The Dissident«. This can be done privately in a cinema, in a cultural centre or theatre, a small circle or in a school. The film »The Dissident« is available as video on demand from various streaming providers in English and German and from August 2021 also as DVD in bookshops. Screening rights must be clarified individually with the distributor – we are happy to provide information about distributors.

Institutions and individuals who would like to participate with a screening on 10 December 2021 are asked to send us the following information by 15 November 2021: Organisers, venue, time, participating actors, event language, link to your website if applicable. The email address is: worldwidescreening@literaturfestival.com. The ilb will announce the events on the website and on social media. More
Weltweite Filmvorführung: »The Dissident« von Bryan Fogel Das internationale literaturfestival berlin (ilb) ruft Kinos, Schulen, Universitäten, Fernsehsender, Medien, kulturelle Institutionen und Individuen zu einer weltweiten Filmvorführung von »The Dissident« von Bryan Fogel am 10. Dezember 2021 auf, dem Jahrestag der durch die Vereinten Nationen im Jahr 1948 in Paris verkündeten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
Der Film rekonstruiert die Hintergründe der Ermordung des saudischen Washington Post Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi und beleuchtet die geopolitischen und machtstrategischen Zusammenhänge des Falls. Khashoggi wurde am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem 15-köpfigen saudischen Geheimdienstkommando getötet, als er dort Papiere für seine bevorstehende Hochzeit abholen wollte.Mit der weltweiten Vorführung des Films von Bryan Fogel erinnern wir an Jamal Khashoggis Kampf für Menschenreche und Pressefreiheit und möchten einen Beitrag dazu leisten, dass sein Einsatz für ein offenes, pluralistisches Saudi-Arabien nicht vergessen wird.

Mit der Filmvorführung wollen wir zudem die Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien, besonders das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit, in den Fokus rücken. Saudi-Arabien steht auf Platz fünf jener Länder, die mittels Spionagetechnik, Zensoren und Trollen das Internet kontrollieren. Dutzende Journalist*innen befinden sich aktuell in Gefangenschaft oder werden verfolgt. Auch Frauen und queere Personen, die sich für Ihre Rechte einsetzten, werden inhaftiert und gefoltert. 2019 wurden in Saudi-Arabien 184 Menschen hingerichtet, so viele wie nie zuvor.

»The Dissident«: Der amerikanische Dokumentarfilmer und Oscarpreisträger Bryan Fogel hat für den Film zwei Jahre recherchiert. Die zweistündige Dokumentation analysiert den Tathergang im Konsulat in Istanbul und beleuchtet daneben, wie Machthaber in Saudi-Arabien die Pressefreiheit unterdrücken und die öffentliche Meinung mit Trollen und Bots manipulieren. Zu Wort kommen türkische Ermittler*innen, Journalist*innen und Oppositionelle im Exil, die Verlobte Khashoggis Hatice Cengiz und auch der ehemalige CIA-Direktor John Brennan.

Jamal Khashoggi (*1958 in Medina, Saudi-Arabien) war Direktor der saudi-arabischen Tageszeitung Al-Watan. Ab 2017 lebte er in den USA. In seinen Texten kritisierte er offen die saudi-arabische Regierung und war Mitglied in einem oppositionellen Twitter-Netzwerk.

Das ilb knüpft mit dem Worldwide Screening an die Serie der weltweiten Lesungen an, die es seit 2006 zu verschiedenen Themen, vor allem auf Menschenrechte bezogen, veranstaltet sowie an die ersten beiden Worldwide Screenings aus dem Jahr 2020.Wir rufen zur Beteiligung an der weltweiten Filmvorführung von The Dissident auf. Dies kann privat in einem Kino, in einem Kulturzentrum oder Theater, einem kleinen Kreis oder in einer Schule erfolgen. Der Film »The Dissident« ist als Video on Demand bei verschiedenen Streaming-Anbietern auf Englisch und Deutsch und seit August 2021 auch als DVD im Buchhandel erhältlich. Die Vorführrechte sind individuell mit dem Verleih zu klären – gerne geben wir Auskunft über die Distributoren.

Institutionen und Personen, die sich mit einer Vorführung am 10. Dezember 2021 beteiligen möchten, werden gebeten, uns folgende Informationen bis zum 15. November 2021 zukommen zu lassen: Organisator*innen, Veranstaltungsort, Uhrzeit, teilnehmende Akteure, Veranstaltungssprache, ggf. Link zu Ihrer Webseite.

Die E-Mail-Adresse lautet: worldwidescreening@literaturfestival.com. Das ilb wird die Veranstaltungen auf der Webseite und in sozialen Medien ankündigen. Mehr
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