Der süsse Donnerstag

Joasia Rubinroth

DER SÜSSE DONNERSTAG

SWEET THURSDAY

SŁODKI CZWARTEK

Bevor es in die Askese geht, schnell noch ein Lobgesang auf den Zucker!

ZUCKER IST etwas göttliches, Zucker ist etwas tröstliches, Zucker ist ein Sehnsuchtsort, Zucker bedeutet Wärme, Vertrauen, Geborgenheit, geradezu Glück. Der lang ersehnte Lolli, der rosa Kaugummi, die Schokolade die Tränen trocknet.

Marcel Proust, der sein ganzes Leben lang auf der Suche nach dem Geschmack der Madelaine war. Ein Geschmack aus der Kindheit, der wir unser Leben lang nachjagen.

Manche behaupten, jeder Mensch suche sein Leben lang seine eigene private Madelaine…

Angeblich kommen in der Bibel und im Koran kein Zucker vor. Der indische Gott Krishna hingegen ist vernarrt in die Süßigkeit Laddu, süss, buttrig, mit dem exotischen Geschmack von Kardamon:

(c) public domain

Wie unterschiedlich fällt der Vergleich des sinnlichen Happy Buddha der mit seinem dicken Bauch aussieht, als würde er von morgens bis abends kichernd süß, sweet und umami in sich reinstopfen, gegen den armen ausgemergelten Jesus aus…

Zucker bedeutet das Gegenteil von bitter, also von giftig, Zucker bedeutet Vertrauen. Das Gehirn hat die Erfahrung aus der Steinzeit noch gespeichert. Fruchtwasser und Muttermilch schmecken süß.

Mit Zucker verbinden wir Lob, Belohnung, Geselligkeit. Ein Geburtstag ohne Torte? Ein Namenstag? Eine Hochzeit? Weihnachten ohne Zimtstern und Ostern ohne Mazurki und Zuckerlamm?

In Zucker eingelegt wurden die ersten exotischen Obstsorten nach Europa gebracht und 1412 hat ein Kalif eine Moschee aus Zucker bauen lassen, die die Bettler verspeisen durften.

Und des Zuckers Formel, die chemische Formel von Saccharose, diese zwei sich an den Händchen lieblich haltenden Kügelchen!

Ach, Zucker, wenn er doch nicht diese verfluchte andere, finstere, Seite hätte… die Seite die zerstört, und manche von uns zu willenlosen Zombies verwandelt…

PS.

Vielleicht war Eva auch einfach nur von der Süße der Apfelfrucht angelockt, vielleicht ging es gar nicht um die Erkenntnis…

PPS.

Ein Lied, das mit Zucker lockt, in black & white.

White:

Black:

PPPS a propos black:

Das Gedicht von OGLALA LAKOTA:

“When I’m born I’m black, when I grow up I’m black, when I’m in the sun I’m black, when I’m sick I’m black, when I die I’m black, and you… when you’re born you’re pink, when you grow up you’re white, when you’re cold you’re blue, when you’re sick you’re blue, when you die you’re green and you dare call me colored”

Sweet Thursday

A tu po polsku

Von der Administratorin: Von heutigem Donnerstag her wird Joasia Rubinroth vom Zucker schreiben. Donnerstag und Zucker ergaben gemeinsam den von ihr vorgeschlagenen Titel der Reihe: Sweet Thursday. Ich freute mich sehr, als ich das hörte, weil ich das gleichnamige Buch von John Steinbeck sehr mag. Ich bin mir sogar sicher, dass wenn ich etwas an Amerika liebe, ich es eben diesen drei Steinbecks Büchern verdanke, die ich als junges Mädchen im Original las: Tortilla Flat, Cannery Row und eben Sweet Thursday.
Wonniger Donnerstag ist übrigens, laut John Steinbeck, der Tag nach dem lausigen Mittwoch (Lousy Wednesday).

Was ist aber Wonniger Donnerstag? Steinbeck beschreibt ihn im Kapitel 19.:

Schaut man zurück, so vermag man in der Regel den Tag festzustellen, an dem etwas angefangen hat, den Tag von Sarajewo, den Tag von München, den Zeitpunkt von Stalingrad oder Valley Forge. Man prägt sich Tag und Stunde mittels eines Vorfalls ein, der einem selbst zugestoßen ist. Man entsinnt sich genau, was man getan hat, als die Japaner Pearl Harbour bombardierten. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß an diesem Donnerstag sich in Cannery Row bestimmte Kräfte in Bewegung gesetzt hatten. Gewisse Ursachen und Zielrichtungen sind schon seit Generationen in Wirkung. Es gibt immer Leute, die behaupten, sie hätten deren Herannahen gespürt. Diejenigen, die sich dessen erinnern, sagen, es sei gewesen, als habe ein Erdbeben in der Luft gelegen. Es war ein Donnerstag und einer jener Tage in Monterey, an dem die Luft wie gewaschen und geputzt ist, daß man wie durch eine Linse die Häuser in Santa Cruz zwanzig Meilen über der Bucht drüben und die Rotholzbäume auf dem Berg über Watsonville sehen kann. Die Felsspitze des Frémont’s Peak jenseits Salinas hebt sich edel gegen den Osthimmel ab. Die Sonne schimmerte in goldenem Schein, und rote Geranien versengten gleichsam die sie umgebende Luft. Die Ritterspornblüten waren wie kleine Löcher im Himmel. Tage gleich diesem kommen nirgendwo viele vor. Die Menschen halten sie wert gleich seltenen Schätzen. Kleine Kinder geben grundlos Schreie wie aus Blechpfeifen von sich, und Geschäftsleute finden es plötzlich notwendig, eine Fahrt zu einem Grundstück hin zu unternehmen. Greise sitzen da, schauen in die Ferne und erinnern sich verschwommen daran, dass die sämtlichen Tage ihrer Jugendzeit so gewesen seien wie dieser. Pferde wälzen sich auf den Weiden an einem solchem Tag, und Hennen brechen in gräßliches Freudengegacker aus. Ein zauberischer Tag war dieser Donnerstag, ein Wundertag.

Eure Ewa Maria Slaska

***

Joasia Rubinroth

DER SÜSSE DONNERSTAG
SWEET THURSDAY
SŁODKI CZWARTEK

In seinem Video HOW DO I LOVE MYSELF (link s.u. im PS) spricht Thích Nhất Hạnh davon, was für ein WUNDER unser Körper ist, und wie wichtig es ist, dieses Wunder, dieses Meisterstück des Kosmos, zu würdigen, und sich dieses Wunders Bewusst zu sein.

Und so entschließe ich mich: um das Wunder meines Körpers, der ein Meisterstück des Kosmos ist, zu würdigen, starte ich ein 8 – Wochen – Zucker – Entwöhnungsprogramm.

Auch wenn Zucker so wunderschön sein kann, wie diese Süssigkeiten aus Vietnam, aus Hue, der Stadt, in der Thích Nhất Hạnh am 22.01.2022 gestorben ist:


Ich bin zuckersüchtig. Unfassbar zuckersüchtig.

Ich liege stundenlang auf dem Sofa, nicht irgendeinem Sofa, auch nicht der Psychoanalytikercouch sondern auf dem wunderschönen Riesenkolonialsofa namens Maharadscha und träume von Kuchen, Torten, Eis, Milchreis, Grießbrei, von Schüsseln voller Tiramisu, von Lastwagen voller Doughnuts, die ich nicht mal mag, aber es ist egal, HAUPTSACHE SÜSS WEIL AUS ZUCKER.

Übrigens: Kolonial-sofa, also überhaupt „Kolonialmöbel“ und „Kolonialstyl“ sollten vielleicht als Begriff ausdienen… wäre es nicht treffender zu sagen Unterwerfung-Rassismus-Mord-Möbel?

Zurück zum Zucker: Wer also seinen Körper wertschätzen will, kann ihn logischerweise nicht mit Zucker vollstopfen, nur für diesen kurzen Dopamin-Kick.

In Amerika baut ein Reverend in seine Predigt den berühmten Zucker-Coca-Cola-Vergleich ein: er stellt 33 Zuckerwürfel neben einer Cola-Dose auf, um aufzuklären, wieviel Zucker eine Cola enthält. Um dann, nach dem Begräbnis des Nächsten Diabetes-Toten mit der Gemeinde den Leichenschmaus bei Donuts und Riesen-Cola-Flaschen zu begehen.

In seinem Film „Voll verzuckert“ macht der Regisseur Damon Gemeau einen Selbstversuch: 60 Tage lang 40 Teelöffel Zucker täglich essen. (die WHO empfiehlt 6 Teelöffel pro Tag). Nach 60 Tagen ist er nicht nur 8 kg schwerer – er hat eine Fettleber.

Was wird mit mir in 8 Wochen geschehen? Wird es mir gelingen, den Wolf in mir zu bändigen? (((An dieser Stelle noch eine Buchempfehlung: DER WILDE! – der Wolf ist dem meinem sehr ähnlich…)) Und was alles wird mir zum Thema Zucker so einfallen?

PS. Thích Nhất Hạnh, er ruhe in Frieden
HOW DO I LOVE MYSELF?

PPS. In Vietnam wohnen die Toten oben im Himmel, in einer Parallelwelt, und die Verbliebenen verbrennen Papier-Motorräder, Papier-Visa-Karten, Papier-Lacoste-Hemden, Papier-Handys – in dem Glauben, dass der Rauch alles zu den Verstorbenen bringt – und diese es brauchen. Auch TNH?


Palermo 2021

Johanna Rubinroth

Ale ci bogowie tu nie mają fajnie, strasznie muszą się męczyć. / Aber diese Götter hier, die haben es nicht gut, sie leiden schrecklich. / But these gods here don’t have it nice, they are in terrible pain.

Szczęśliwym się człowiek staje wtedy, jak się nogę złamie. / Man wird glücklich, wenn man sich das Bein bricht. /One becomes happy when one’s leg is broken.

A poza tym to w Palermo jest tak: / Außerdem sieht es in Palermo so aus: / But never mind, Palermo is OK:

Drzewa w Palermo. / Bäume in Palermo. / Trees in Palermo.

I… / Und…/ And…

Johanna, Melina und das Patent

Liebe Ewa,

so eine schöne Nachricht können wir heute verkünden! Es ist soweit! 

Ein unfassbares Hurra. Unsere Serie in 8 Teilen ist fertig! DAS PATENT! 

Zweieinhalb Jahre haben wir das Erfinden erforscht und entdeckt. Wir haben Jahrhunderte durchreist und über Innovation nach Innovation gestaunt. Wir haben Laboratorien durchforstet und das Gehirn untersucht. Auf Entdeckungsreise zu den Erfindungen dieser Welt waren wir. Immer auf der Suche: wie geht es, dieses ominöse Erfinden?

AB DEM 10.10. IM RADIO UND ONLINE! 

Johanna & Tanja w Meksyku / in Mexiko 7

Auf dem Friedhöf / Na cmentarzu

In einem Land, wo so der Hauptplatz in einer Hauptstadt aussieht, sehen auch Friedhöfe wie Blumensträusse aus. /  W kraju,  gdzie tak wygląda główny plac stolicy, cmentarze też wyglądają jak bukiety kwiatów.

Manche werden gehäkelt / Niektóre kwiaty są zrobione szydełkiem

Es gibt auch Grabstätte, die für uns ausgesucht wurden. Für mich ein blaues Grab./ Wybrane też zostały groby dla nas. Dla mnie niebieski. Dla innych do koloru, do wyboru.

Wichtig sind auch die Kunstwerke. / Nie zapominajmy o tym, że na grobach powinny się znaleźć dzieła sztuki.
Kwiaty / Blumen

Und das man auf dem Friedhof essen und trinken sollte. / No i nie zapominajmy
o jedzeniu i piciu wspólnie z przodkami.

Johanna & Tanja w Meksyku / in Mexiko 4

Kupuj, jedz, tańcz… Kauf, tanze, esse…


Kräuter (oben) und Stickereien (unten) / Na górze zioła, na dole haftowane sukienki

Koktajle z kaktusa / Kakteen-Coctails


Iguanasuppe (oben) und Gürteltiersuppe (unten) / Zupa z iguany (u góry) i z pancernika (poniżej)

A na cmentarzu w niedzielę o 8 rano je się tacos z podrobami / Auf dem Friedhof
um 8 Uhr (früh!) ist man Tacos mit Innereien

 

 

Johanna & Tanja w Meksyku / in Mexiko 3

Nasze autorki / Unsere Autorinnen



Und Muxes (das dritte Geschlecht) / I muxy (trzecia płeć)

So: / Oto tak:
“Chitara es un personaje femenino, pero en ningún momento pensé que por esa elección yo era muxe (mu-she) o que el resto de los niños lo viera de esa forma. Simplemente era algo natural que no se cuestionaba”. Avendaño, un antropólogo y artista de Tehuantepec (Oaxaca), es parte de un grupo que forma parte importante de la población del Istmo de Tehuantepec, en el sureste mexicano.
Se les llama muxes. Los textos académicos y los artículos periodísticos definen a esta comunidad como “hombres que presentan características femeninas”, “travestis”, “mujeres transgénero o transexuales” o como un “tercer género”. Para Avendaño, es difícil encontrar una sola definición de muxe. “Aún tengo dudas sobre si se debe llamar un tercer género porque si un hombre adopta características femeninas no deja ser hombre, solo escapan de la heteronormatividad”, comenta. “Por otro lado, si una muxe aspira a ser mujer o se identifica como mujer, entonces no es un género distinto. En la muxeidad hay muchas capas y no todos se identifican o son identificados de la misma forma”.

Sie singen / śpiewają
HIER/TU

La Dama de las Letras singt in Verzweiflung und Trauer ; es ist eine Geschichte, die gerade jetzt passiert ist / Jedna z nich śpiewa o żałobie i rozpaczy; o historii, która się właśnie zdarzyła, o śmierci jednej z muxe z Oaxaca – Muxe, meksykański mężczyzna, który czuje się kobietą, który jest kobietą; w Oaxaca mają ważny ośrodek swego ruchu, i właśnie jedną z nich zamordowano…

https://www.facebook.com/plugins/video.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F132792627571182%2Fvideos%2F605832463211229%2F&show_text=0&width=266

AY OSCAR, CAYUU’BA LADXIDUA’
(ay oscar, me duele el corazón)

No puedo evitar las lágrimas al escribirte y recordarte mi gran amigo muxe’, la más grande, como te decíamos tus contemporáneos…
Me duele el corazón, por no estar contigo en ésta, tu despedida, no pude darte un ultimo abrazo… un ultimo beso de amigos muxes, pero guardo y guardaré en mi memoria nuestras conversaciones y tus consejos que fueron fundamentos en mi aceptación… mis lágrimas siguen cayendo, por la impotencia, por rabia, por estar tan lejos, sin poder mirarte…
No debo enojarme con dios, aunque sé que aún no era la hora de llamarte a cuentas, pero soy católica como lo eras tú y acepto sus designios… vé con dios corazón, entre nosotros no queda nada pendiente, te admiré y te respeté como la más grande…
Éstas lágrimas van por ti, son muestras de dolor, porque talvez, nunca leas estas letras, pero siempre y por siempre serás para mí y para muchos: LA MÀS GRANDE…

Oh Oscar, es tut mir das Herz weh

Ich kann die Tränen nicht vermeiden, indem ich dir schreibe meinen großer Freund, der größte, wir werden uns an dich erinnern…
Mein Herz tut weh, weil ich nicht bei dir war, um Abschied zu nehmen, ich konnte dir meine letzte Umarmung nicht geben… Einen letzten Kuss von Freunden, aber ich behalte dich in meinem Gedächtnis, ich behalte unsere Gespräche und was du mir gesagt hast… Meine Tränen fallen immer noch, durch Ohnmacht, durch Wut, weil ich so weit weg bin, ohne dich sehen zu können…
Ich sollte nicht wütend auf Gott sein, obwohl ich weiß, dass es noch nicht an der Zeit war, dich nach oben zu rufen, aber ich bin katholisch, wie du es warst und ich akzeptiere Gottes Absichten…
Geh mit Gottes Herzen, unter uns ist nichts übrig, ich habe dich bewundert und respektiert, du warst die größte…
Diese Tränen sind für dich, sie kommen von meinem Schmerzen, vielleicht liest du diese Buchstaben Mal, aber immer und für immer wirst du für mich und für viele sein: die größte…

Och Oskar, serce mnie boli…

Nie mogę powstrzymać łez wspominając Cię, mój wspaniały przyjacielu, pisząc o tobie, mój Muxe, moja Muxe, największa, tak mówiliśmy o Tobie, my twoi przyjaciele… Serce mnie boli, bo nie byłam tam z wami, nie mogłam Cię pożegnać, nie mogłam Cię uściskać po raz ostatni, po raz ostatni pocałować, mój przyjacilu Muxo, ale na zawsze zapamiętam nasze rozmowy, twoje rady, które stały się fundamentem tego, że mogłam zaakceptować siebie… Płaczę z niemocy, z gniewu, płaczę, bo jestem tak daleko, bo już cię nie zobaczę... Nie bądę się gniewać na Boga, chociaż wiem, że to nie był jeszcze czas, by wezwać cię do, by kazać ci się rozliczyć, ale jestem katoliczką, tak jak ty nią byłeś i muszę się pogodzić z twoimi planami, o serce Boże.
Podziwiałem cię, s
zanowałem, byłaś największa… Te łzy są dla Ciebie, to mój ból, zapewne nigdy nie przeczytasz tych słów, ale zawsze i na zawsze będziesz dla mnie i dla wielu: NAJWIĘKSZY…

Muxa Oskar został zabity w lutym 2019 roku / Muxe Oskar wurde getötet in Februar 2019

Johanna & Tanja w Meksyku / in Mexiko 2

Tęcza / Regenbogen

Taniec / Der Tanz

Pod opieką świętych / Unter dem Schutz der Heiligen

Co robić w wypadku trzęsienia ziemi i pożaru? Pierwsza ikonka w obu instrukcjach oznacza: Zachować spokój!
Was tun beim Erdbeben und Feuer? Erste antwort: Bleib ruhig!

Business as usual



Kleine Wege, kleine Häuser und Reste eines Erdbebens / Małe domki, małe drogi i resztki trzęsienia ziemi

Und eine Kirche mit den Erdbebenspuren / I kościół po trzęsieniu ziemi