Über die Zufälle: Ochsen und Zebu am Strand

Ewa Maria Slaska, Johanna Rubinroth, Tanja Krüger, Adam Soboczynski und…

Johanna und Tania waren in Indien. Das wissen wir, hier habe ich schon auf dem Blog mehrere Sontage ihre Fotos und Eindrücke veröffentlicht.

Aber ein Foto war nicht dabei. Ein Foto von einem Zebu am Strand. Dieses Foto habe ich analog als Geschenk bekommen.

Zebu wanderte zu den blauen Büchern…

Abends stand ich neben dem Zebu und suchte mir etwas zum lesen. Ich wahle meistens ziemlich wahllos. Das Buch lag schon lange unter den blauen Büchern und wartete drauf, dass ich es wahllos wähle. An dem Abend war es so weit. Ob der Zebu vom Foto etwas dabei mitgeholfen hat?

Sie sahen ziemlich ähnlich aus, der Hund und der Zebu. Und dann erst der Beginn des Buches…

Sieht ihr es? Seite 8, gerade Beginn des Buches. Der Maler Hans Weinling, der Protagonist des Buches ist, wurde berühmt durch sein Bild, das Ochsen am Strand zeigte. Und seitdem malte er nur Tiere an Strand…

Ochse, Zebu, Rind, Hund, Tier am Strand… Zufall? Sicher, aber welcher!

Ich schau in Impressum:

Umschlag: Anzinger / Wüschner / Rasp München
Unter Verwendung des Bildes “Beach Dog II” von Ben Schonzeit
1990. Private Collection / Lahr & Partners for Ben Schonzeit/
Bridgeman Art Library / Bridgeman Images

Ich suche den Schonzeit im Netz. Der Mensch malt imposant. Wirklich imposant. Sehet mal. Er malt viel und sehr verschieden, nicht nur Tiere am Strand.

“Beach dog” ist unter dem Begrif “realistic painting” zu finden:


A Beach Dog, 1986. Acrylic on Canvas, 32″ X 36″

Das Buch über den Maler, der nur die Tiere am Strand malt, ist gut (obowhl nicht SO gut, wie es sich ansagt, zum Ende verläuft sich alles irgendwie, obwol die Kritiker meinen, dass es sich in dem Moment gerade wunderbar zuspitzt), aber ich finde, dass die Malerei von Schonzeit noch besser ist. Daher so ein Vorschlag für Summer time… Buch, Hund, Zebu und Ochse mitnehmen und zum Strand!

Oder ein Bild kaufen?

Hazy Lake Placid II, 2008. Acrylic on Linen, 48″ X 48″

Frauenblick Lemberg I

Monika Wrzosek-Müller

Reise in die lebendige Vergangenheit – Lviv, Lwów, Lemberg

Das erste, was ihr wirklich und ganz lebendig auffiel, waren zwei große Käfige mit seltsam großen „Mäusen“, die auf dem um das ganze Hinterhaus gehenden Balkon standen. Diese Balkone waren das Merkmal der Stadt, sie dienten guter Kommunikation zwischen den Hausbewohnern. Am Anfang dachte sie, es wären vielleicht Ratten, doch es stellte sich schnell heraus, dass es sich um Chinchillas handelte. Chinchillas sind Nagetiere, die in freier Wildbahn in den Bergen Südamerikas leben. Sie werden sehr oft als Haustiere oder auch wegen des schönen, weichen und seidigen Felles in Farmen eben als Felllieferanten gezüchtet. Eine junge Ukrainerin hielt sich zwei Chinchillas als Schmusetierchen; das Weibchen war irgendwie unförmig und sehr unbeweglich. Sie machte sich Sorgen, dass es krank wäre. Am vierten Tag des Aufenthaltes in Lviv rief uns die Ukrainerin abends zu sich in ihre Wohnung und zeigte uns drei winzige Chinchillas, unheimlich beweglich und mit wunderbarem Fell. Sie war sehr stolz, dass gleich drei Tiere geboren worden waren, und klärte uns darüber auf, dass normalerweise zwei oder gar eins auf die Welt kämen.

Der Flughafen in Lvivwar modern und sauber, auf den Bus, der sie in die Stadt bringen sollte, warteten sie vierzig Minuten, dazwischen verschwanden fast alle Ukrainer in bestellten Taxis; sie blieben zusammen mit einem jungen Paar, vielleicht aus England, unbeirrt an der Bushaltestelle stehen. Als der Bus endlich kam, waren plötzlich doch viele Passagiere vorhanden, die in die Stadt mitfuhren. Schon beim Schauen durch das Busfenster spürte sie, dass es eine Reise in die eigene Vergangenheit, in ihre Jugend in Warschau, in Polen sein würde. Die Wohnblocks, typische Überbleibsel der Sowjetära, die die ganze post-sozialistische Welt verschandeln, die kaputten Bürgersteige, das Grau der Mauerwerke, alles erinnerte sie an die Vergangenheit, an ihre Jugend in Warschau.

Mit den älteren Häusern änderte sich doch etwas die Perspektive, die Stadt nahm Charakter und Gesicht an.  Sie stiegen bei dem Universitätsgebäude aus und versuchten verzweifelt, die Richtung zu ihrem Appartement zu finden. Natürlich dachten sie, man müsse sich auf Englisch verständigen, doch zu ihrer Verwunderung sprach fast jeder Polnisch. Das Sträßchen, in dem das Appartement lag, war offensichtlich unbekannt und so mussten sie ihren Vermieter kontaktieren und erst mit ihm um ein paar Ecken gehen. Das Appartement lag nah am Zentrum, aber sehr ruhig in einer Seitenstraße. Die Häuser waren allesamt alt und sehr heruntergekommen, die Straße noch wegen des Anstiegs und wahrscheinlich vielen Schnees mit Sand gestreut. Dieser viele Sand fiel ihr immer wieder auf. Er lag dick zwischen den Kopfsteinpflastern und drang manchmal in die Schuhe. Sie fanden ihr Appartement wunderbar, auch weil es drin eher kühl war im Vergleich zur Hitze draußen, später, als es kälter wurde und sogar regnete, stellten sie fest, es war sehr kühl und vielleicht feucht. Doch für ihre sieben Tage genau richtig.

Schon auf den ersten Blick schien ihr die Stadt wie eine Kreuzung zwischen Krakau und Wien nur dass sie viel kleiner war, aber doch eine Metropole, eine stattliche Stadt.

Während der Fahrt mit dem Bus sahen sie wunderbare alte, meistens ziemlich heruntergekommene Häuser, Villen, Bürgerhäuser. Die meisten stammten aus der Zeit um Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und sie waren seitdem kaum renoviert worden. Sie waren alle gräulich-beige und viele Balkone verschwanden in riesigen dunklen Plastikhüllen. Ziemlich schnell begriffen sie, dass es sich um den Schutz der Passanten und auch vielleicht der Balkonehandelte; die marode Substanz fiel einfach von den Fassaden ab. Ehrlich gesagt gefiel ihr dieses Heruntergekommene und Morbide sehr, es machte alles unheimlich melancholisch und sympathisch, zumal es das schönste Wetter mit frischem Maigrün, blühenden Fliederbüschen und Kastanienbäumen, noch letzten Tulpen und allerlei anderen Frühlingsblumen gab; und Lemberg ist eine grüne Stadt. Immer wieder gelangt man in Parks, manchmal kleine grüne Oasen, andermal riesige, fast waldähnliche Flächen, die sich in die umliegenden Hügel ausbreiten. Sie durchliefen den Ivan Franko-Park vor dem Universitätsgebäude und dann auch den riesigen Stryjski-Park, gelangten auf die Hügel um den Wysoki Zamek (Hohes Schloss), wollten unbedingt das Freilichtmuseum finden und bewältigten gewaltige Anstiege, um endlich festzustellen, dass sie gar keine Zeit mehr hatten in das Museum zu gehen, denn es wartete sie schon die Besichtigung der Lviver Oper und ein kleines Konzert dort.

Lemberg hat eine gute Größe, alles oder fast alles lässt sich zu Fuß erreichen; ist manchmal mit etwas Anstrengung verbunden, doch meistens waren sie sehr überrascht, dass man innerhalb von einer halben Stunde bereits an dem von ihnen angestrebten Ort war. Sie durchliefen Straßenzüge mit schönsten Fassaden und Eingängen, schauten in die Treppenhäuser und entdeckten immer wieder überraschend schöne Ecken. Es gab alte schwere hölzerne Eingangstüren und marmorne Treppen, verspiegelte Wände, manchmal bescheidener aus Gusseisen geformte Treppen und Geländer mit bunten Kacheln an den Wänden, oder ganz einfach mit Ölfarbe bis zur Hälfte angestrichene Wände und hölzerne Treppen; Das alles in unterschiedlichem Erhaltungsgrad. Von gut bis sehr gut erhalten bis verfallen, morsch, feucht unbegehbar…

Doch wenn sie jetzt, im Nachhinein, nachdenkt, erscheint es ihr sehr schade und empörend, dass diese Stadt einfach so zerfällt, dass vielleicht in baldiger Zukunft einige der Häuser ganz verschwinden könnten, denn sie sind wirklich wunderschön und sehenswert. Nur die Altstadt, das zum Weltkulturerbe zählende, ziemlich kleine Areal, wird ständig erneuert und restauriert. Für die rundum liegenden Häuser vom Ende des 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts reicht das Geld bei Weitem nicht aus. Man spürt, dass es an allen Ecken an Geld mangelt, aber die Menschen bemühen sich beharrlich, das auszugleichen; die Stadt ist sauber und mit Blumen bepflanzt, die Menschen sind sehr hilfsbereit; sie ist reich nicht an Geld aber an Flair, guter Luft, Höflichkeit und Schönheit, das entschädigt für Vieles.

Überhaupt sind die Menschen sehr freundlich, beweglich und kaufmännisch orientiert; es wird gestickt und gehäkelt, gestrickt und genäht, und alles dann zum Kaufen angeboten; lange Reihen von Buden mit den verschiedensten Souvenirs stehen nicht nur auf der Flaniermeile vor der Oper, sondern an verschiedenen Ecken der Altstadt.

Die Lviver sind sehr erfinderisch, die Cafékultur erlebt ihre Blühte. Es werden verschiedenste Kuchensorten, auch diejenigen aus der Vergangenheit (wie z.B. „Pischinger“, eine Art von Waffeln mit einer 5 Sorten Nussfüllung) serviert, durch ganze Sortimente von hervorragenden Kaffee- und Teesorten ergänzt, alles sehr freundlich und professionell. Die jungen Ukrainer lieben ihre Cafékultur und sitzen stundenlang bei einem Kaffee und unterhalten sich, so dass man sich nicht als blöder, reicher Tourist einsam in einem teuren Café fühlen muss. Es gibt immer genügend Einheimische um einen herum.

Die jungen Ukrainerinnen laufen oft mit den Blumenkränzen im Haaren à la Timoschenko und es sieht nicht kitschig aus, es ist sogar oft wunderschön. Viele tragen ihre Haarpracht in Zöpfen geflochten, tragen an die in Volkstracht angelehnte Kleider. Die Stadt, der Staat und seine Bürger suchen nach ihren Wurzeln nach Identität, was angesichts ihrer Geschichte selbstverständlich ist; diese identitätsbildende Kultur ist auch an vielen Ecken dieses großen Landes sehr unterschiedlich und sie zu verbinden wird ein echtes Kunststück sein.

Fussball und die Frauensache

Heute beginnt es, was uns allen sechs Wochen lang in Spannung versetzt. Ich schreibe bewusst “uns allen”, weil ich schon seit eh glaube, Fußball ist keine Männersache mehr, genauso wie er seit eh kein nationalistisches Thema ist. Daher plannte ich für heute lediglich ein bisschen über Fußball zu plappern, über Indianer, die es als erste gespielt haten und solches…

Und was essen wir dabei, was trinken?

Darüber habe schon ich vor Jahren etwas veröffentlicht, auf einem anderem Blog, und dann  Brygida Helbig hier auf diesem Blog: Ralf guckt Fußball. Ich auch.

Na eben, das meine ich. WIR gucken Fußball. In manchen Berliner Kneipen, in denen ich schon Fußball gekuckt habe, gab es gar mehr Frauen als Männer.

Vor ein paar Tagen fand ich aber im Internet, fand ich aber im…, fand ich aber… Wie soll ich es beschreiben, was soll ich darüber schreiben, fand ich also so was…

Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Ich dachte, es ist ein ironischer Streich von der Firma Dr.Oetker und Firma Love Cake. Ich dachte, es gab so eine Werbung in den 50. oder 60. und man bediente sich sie, um sie auszulachen und neu zu gestalten…

Aber es ist leider genauso möglich, dass man es… dass MANN es ernst gemeint hatte und dass es Nix Ironie ist.

Na ja. Ironie ist in Deutschland sowieso eine Waffe, mit der man Schwierigkeiten hat, um verstanden zu werden. Dies ist interessant übrigens, dass im Land, das Mal strikte und harte Regel für Konjunktiv erstellt hate, der Konjunktiv gerade im Sterben liegt und die alte gut Ironie gleich mit ihm in den Abgrund geht.

Ich kopierte also schnell das Bild, weil ich vermutete, Ironie hin oder her, dies Zeug wird so ein Shitstrom bekommen, dass an dem Tag, an dem ich meinen Beitrag veröffentliche, dh. heute, das Bild nur hier, auf meinem Blog, noch zu sehen bekommt.

Eine Frau soll also für ihren Liebsten einen Fußball-Kuchen backen und es an oetker.ch/lovecake schicken. Oder auf die Fanpage auf dem Facebook/ Instagramm stellen: #lovecakeOetker.

Zu gewinnen gibt es 50 Packete Backzutaten im Wert von 30,- CHF. Na ja, nicht die Welt… keine Traumreise (mit dem Liebsten selbstverständlich), kein dickes Auto…

Ausgeschrieben wurde der kleine Wettbewerb schon im Mai. Es gibt schon viele schöne Zusendungen. Aber nicht gerade das, was sich der Schirmherr des Werttbewerbs ausgedacht hate. Die Torten sind eigentlich allersamt Geburtstagstorten von Omas und Mamas für Söhne und Enkel.

Wie ich erwartet habe, gab es auch empörte Kommentare, aber, unter uns, nicht so schrecklich viele…

Unglaublich: ist das aus 1958 oder echt 2018? “Back deinen Mann glücklich” ???
Aus dem letzten Jahrhundert?

Seid Ihr über die 1950iger Jahre noch nicht hinweg gekommen?! Dieses rückschrittliche Frauenbild im Jahre 2018 – wollt Ihr AfD, FPÖ, konservative Christen und sonstige konservative Kräfte nun zum Backen von Fußballtorten bringen, damit sie sonst kein Unwesen mehr treiben? Dieser “Schuß” ist eindeutig ein Eigentor, weil ich werde in Zukunft angesichts dieser sexistischen Werbung sehr darauf bedacht sein, keine Produkte aus dem Hause Dr. Oetker mehr zu kaufen!

Was ist denn das für eine konservative und sexistische Werbung? Leute. Wir haben das Jahr 2018! Offensichtlich seid ihr in den 50er Jahren stecken geblieben. Von solch einer antiquierten Firma, die mich als Frau derart auf “hinter den Herd gehörend” darstellt bekommt keinen Cent meines hart erarbeiteten Geldes. Und gerne werde ich diese Meinung auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis kund tun.

Die können mich mal alle gaaanz gerne haben 😂. Macht weiter Werbung über Frauen, die so deppert sind, ihren Männern solchen Krampf zu backen und vielleicht auch noch das Bier zum Fernseher bringen 🤨. Wenn Fussball angesagt ist, geht mein mir angetrauter Ehemann zu seinem Spezl, schauen usw. Ich geh derweilen raus an den Weiher und sehe den Fischen zu, wie raushüpfen und nachsehen, wo die Angel ist. In diesem Sinne wünsche ich allen Medls eine stressfreie Zeit und den Prinzen eine gesegnete WM, Hauptsache, i hob mei Ruah

Die Kommentare führten dazu, dass sich der Slogan zwar nicht geändert hat, wohl aber das Bild – lovecakeOetker liess die Frau verschwinden.

Die Empörung wuchs aber weiter. Der Slogan wurde geändert, dann verschwand das ganze Wetbewerb… Und dann meldete sich ein Mann zu Wort:

Soviel darf ich anmerken: Ihr spinnt alle miteinander, das ist schon krankhaft diese Paranoia vor etwaigen Rollenbildern. Vielleicht kommt euch einmal in den Sinn dass es Frauen gibt die das durchaus gerne machen, die ein anderes Frauenverständnis haben und dieses ganze feministische Emanzentum irrsinnig auf die Nerven geht, weil sie in ihrer Rolle u. a. auch als backendes Weibchen (so würdet ihr das bezeichnen) oder so der Rest der Welt es sieht, als liebendes, fürsorgliches weibliches Familienoberhaupt welches in ihrer Rolle voll und ganz aufgeht. Aber das vertragt ihr offensichtlich nicht, dass andere Menschen glücklich und zufrieden mit ihrem Familienleben sind obwohl es nicht eurer Weltanschauung entspricht. Also, wenn ihr euch von einer Produktwerbung nicht angesprochen fühlt, so kauft das Produkt eben nicht. Wenn es euch schmeckt und ihr jemanden habt der das für euch zubereitet, weil selber könnt ihr das ja nicht, weil ihr ja emanzipiert seid… dann kauft es. Aber belästigt nicht die Öffentlichkeit mit geistigen Rauchzeichen der minderen Art und erklärt anderen wie sie ihr Leben zu gestalten haben.

Ja, also, wie immer. Nix Neues.

Das ist die Tradition des Hauses Oetker, das sich als “kleiner Helfer” an der Seite der berufstätigen Frau positionierte und in der oben erwähnten Werbung daran anspielt:

Es hätte gereicht, wenn man Frau und Mann in der Küche gezeigt haben, die schnell gemeinsam etwas zaubern, bevor es pfeifft.

Und trotzdem denke ich mir, Hundert Jahre Frauenrechte, nicht nur bei uns, in Polen, sondern auch in Deutschland. Fünfzig Jahre verbissener Kampf der Frauen gegen alten Stereotypen. Und was? Und nix. Meine Freunde von Facebook meinen, dass die Marketingtypen zu jedem raffinierten Vorschlag fähig sind, um den Umsatz zu steigen. Ich finde aber, dass es einfach dumm ist und dass die Dummheit der Menschen, auch Marketingmenschen, grenzenlos ist.

Übrigens, ein Mann, der schon einmal bei mir publiziert hat und sich Tabor Regresywny (was schwierig zu übersetzen ist und bedeutet so etwas, dass die Ziegeuner mit ihren Wagen ziehen, aber immer weniger Vehickel mir sich führen) nennt, meint, die menschliche Dummheit ist ein wichtigster Argument dafür, dass es Gott gibt. Der Mensch musste von einem hehrem Wesen erdacht werden, in der Natur gibt es nämlich die Dummheit nicht…

Jagielski

Tibor Jagielski

Zeichnungen und Gedichte

Ungarische Metamorphosen

Im Frühling explodiere ich wie ein Kirschbaum
Und beherrscht vom Rhythmus fließe ich
Wie ein Blütengewitter
Ins fruchtbare Tal
Wo Stierblut dämmert im Krug
Und auf schwarzen Tellern
Warten Käse und Brot.

Erde
Meine Mutter
Ich komme zurück!
Doch lass jetzt mein Herz
Ein Vogel sein
Im Himmel.

III MMI

Ich bin ein Gedicht

Ich bin ein Gedicht
Aber niemand liest mich außer dir
So viele Gedichte
Jung und alt
Wandern durch die Zeit

Meine letzte Strophe hat noch nicht angefangen
Und weil du dich gerade in der Mitte befindest
Singe ich und tanze
Es ist Zeit der Freude

Doch ich weiß jedes Gedicht hat sein Ende
Schade
Du liest gerade meine letzte Zeile

T.J. 1992

gleisbett

muede
am samstagvormittag
nebligtrueb
moechte ich an der stelle einschlafen
ins bett
wiederfallen

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Am Samstagvormittag musste der U-Bahnverkehr der Linie U8 zwischen der Bernauer Straße und dem Kottbusser Tor unterbrochen werden.
Grund war ein Feuerwehreinsatz.  Wie ein Pressesprecher der Feuerwehr erklärte, wurden
Einsatzkräfte gegen 9.27 Uhr alarmiert,
weil sich eine Person im Gleisbett am U-Bahnhof Jannowitzbrücke befand.
Nach Angaben der Polizei hatte sie geschlafen.

Ta nić czarna… / Der schwarze Faden…

Przybywajcie, facet dobrze śpiewa, a zarzeka się, że nigdy więcej! Jedyna taka okazja w życiu!

Ale te linijki poniżej i w tytule to nie nasz muzyk, to …

Cyprian Kamil Norwid

MOJA PIOSNKA

 POL. – I’ll speak to him again.
What do you read, my lord?…
HAM. – Words, words, words!
Shakespeare

Źle, źle zawsze i wszędzie
Ta nić czarna się przędzie:
Ona za mną, przede mną i przy mnie,
Ona w każdym oddechu,
Ona w każdym uśmiechu,
Ona we łzie, w modlitwie i w hymnie…

Nie rozerwę, bo silna,
Może święta, choć mylna,
Może nie chcę rozerwać tej wstążki;
Ale wszędzie – o! wszędzie,
Gdzie ja będę, ta będzie:
Tu w otwarte zakłada się książki,
Tam u kwiatów zawiązką,
Owdzie stoczy się wąsko
By jesienne na łąkach przędziwo:
I rozmdleje stopniowo,
By ujednić na nowo,
I na nowo się zrośnie w ogniwo.

Lecz, nie kwiląc jak dziecię,
Raz wywalczę się przecie.
Niech mi puchar podadzą i wieniec!…
I włożyłem na czoło,
I wypiłem, a wkoło
Jeden mówi drugiemu: “Szaleniec!!”

Więc do serca, o radę,
Dłoń poniosłem i kładę,
Alić nagle zastygnie prawica:
Głośno śmieli się oni,
Jam pozostał bez dłoni,
Dłoń mi czarna obwiła pętlica.

Źle, źle zawsze i wszędzie
Ta nić czarna się przędzie:
Ona za mną, przede mną i przy mnie,
Ona w każdym oddechu,
Ona w każdym uśmiechu,
Ona we łzie, w modlitwie i w hymnie.

Lecz, nie kwiląc jak dziecię,
Raz wywalczę się przecie;
Złotostruna nie opuść mię lutni!
Czarnoleskiej ja rzeczy
Chcę – ta serce uleczy!
I zagrałem…
…i jeszcze mi smutniéj.

Sonntag und Montag in Berlin oder Demo und Dialog

AfD wollte gegen Islamisierung Berlins und Deutschlands protestieren. Es sollten 12 Tausend kommen. Im Endefekt kamen nur zwei Tausend.

In 13 Gegendemonstrationen und einfachen Zulauf einfacher Leute nahmen teil zig Tausende Demonstranten, die gegen Hass und Rassismus und für Demokratie und Toleranz auf die Strassen gingen. Bei den Gegendemos und den bis abend andauernden Parties und spontanen Strassenfeste nahmen ca. 100 Tausend teil. Well done, Berlin. ❤️ #StopptdenHass

Es ging um mehr als eine Demo. Die ganze Stadt war auf den Beinen. Sie feierten, tanzten, sangen, freuten sich und haben gesiegt!

Achtung: die Zahl 72. Tausend (an sich schon imponierend) war nur eine Zwischenbilanz. Soviele nahmen teil an der sechs größten Protestveranstaltungen in der Mitte; sie wurden um ca. 14 Uhr zusammengezählt.

Unten ein Bericht einer Demonstrantin unter Hunderttausend.

Anne Schmidt

Demonstration am 27.5.2018 in Berlin
gegen die AfD

Die Gegendemonstration wurde so umfassend angekündigt, wie es früher immer vor Demonstrationen gegen Rechts der Fall war. Wahrscheinlich hat Ulrich Matthes mit seinem Interview in der Berliner Zeitung ein Glanzlicht für die “glänzende Demonstration” gesetzt, das die Medien zu einer breiten Publikation dieser Veranstaltung veranlasste. Sogar ein kleiner Routenplan war in der Berliner Zeitung abgedruckt, der mir zeigte, wie ich am einfachsten auf schattigen Wegen zu dem (Gegen)Zug stoßen könnte, der schon im Prenzlauer Berg beginnen sollte.
Ich, fußlahme alte Frau, stieg nichts ahnend in Tempelhof in die U6, freute mich über die frische Luft und viel Platz im Waggon, als drei Stationen weiter eine lärmende, sichtlich aufgekratzte Menge von Jugendlichen in die Wagen stürmte.
Aus den Fragen und suchenden Blicken auf handy-displays war zu schließen, dass sie nicht aus der Mitte Berlins kamen.
An der Friedrichstraße verließ ich die desorientierte Gruppe, die nicht meinen Ausgang zur Spree nahm, sondern sich offensichtlich lieber den Ravern an der Siegessäule als den Theaterleuten am Bertolt-Brecht-Platz anschließen wollte.
Noch herrschte Ruhe auf der Friedrichstraße und ich fragte mich, ob ich etwa zu spät gekommen war. Aber auf der kleinen Bühne neben dem Brecht-Denkmal klärte ein Organisator darüber auf, dass in der Lehrter Straße eine Bockade errichtet worden sei und kurze Parodien uns die Zeit bis zum Eintreffen des Zuges verkürzen sollten.
Meine Bank im Schatten musste ich nach kurzer Zeit aufgeben, weil auf der anderen Seite der Spree ein ohrenbetäubender Lärm einsetzte. Menschen mit goldenen oder silbernen Umhängen zogen am Tränenpalst vorbei und unter der S-Bahnbrücke durch in Richtung Luisenstraße, über die sich die AfDler vom Hauptbahnhof kommend nähern sollten.
In Sorge den glänzenden Zug zu verpassen, machte ich mich eilends auf den Weg an den vollbesetzten Restaurant-Terrassen vorbei zur S-Bahnbrücke an der Albrechtstraße. Es staute sich auf der Brücke und ich musste plötzlich an Duisberg denken. Aber bevor bei mir Panik einsetzen konnte, war ich schon am jenseitigen Ufer angekommen und suchte mir eine Lücke zur Aufstellung.
Eine zierliche ältere Dame (etwa in meinem Alter) machte mir bereitwillig Platz und tippte in ihrem Handy herum; sie hatte ihre Leute verloren, mit denen sie wegen der Demo mit der Bahn aus Hamburg gekommen war.
So gut die Lautstärke es zuließ, erzählte sie mir von ihrer Begegnung mit alten rechten Säcken im Hauptbahnhof, die mit ihrer angeblichen unteren Potenz geprahlt hätten. Wir ergötzten uns an dem Konter ihrer Freundin, das sie bei nächster Gelegenheit in einen Slogan verwandeln wollte.
Als sich die erste Freundin bei ihr meldete, fand ich endlich eine Lücke im nicht enden wollenden Zug der Glänzenden.
Der Schlagzeuger hatte unter der Brücke das Echo zu einem besonders langen Solo genutzt und die johlenden und pfeifenden Menschen übertönt. Ein kleines Stück weiter wurde der Zug am weiteren Geradeausgehen von der Polizei gehindert.
Alle versuchten einen Platz am Brückengeländer zu erhaschen, um die Boote, die unterhalb der Luisenstraße auf der Spree lagen, zu sehen und zu bewundern; sie sahen aus, wie Mark Twains Flöße vom Mississippi, hatten aber große Boxen an Bord, um die fahnenschwenkende Masse, die sich von der Charite her auf die Brücke zubewegte, zu übertönen.
Der Coup war gelungen, denn trotz Straßensperre konnten die Gegner der AfD deren Singsang und Rufe übertönen.
Vor dem Brandenburger Tor verhinderten Polizisten aus Dresden den Weitermarsch der ca. 10.000 Menschen, aber alle Demonstranten wussten, dass jenseits des Brandenburger Tores, auf der anderen Seite der AfD, die Raver auf der Straße des 17. Juni herantanzten und auf der Wiese vor dem Reichstag Parteien und Gewerkschaften den Ring um den kleinen braunen Haufen vervollständigten. Der braune Haufen war umzingelt und konnte nur sich selbst beweihräuchern. Ihre Hetzreden gingen unter in Slogans wie “Nazis raus”. Die Demonstranten, die lieber bunt, glänzend und hedonistisch sein wollten, hielten lange aus, trotz einiger Regentropfen. Es war die größte Demonstration Berlins seit langem und sie endete genauso friedlich wie sie begonnen hatte.
Der riesige Polizeieinsatz war völlig überpropotionalisiert. Am Bahnhof Friedrichstraße hätte ich beinahe rohe Gewalt angewendet, um in den U/S-Bahneingang zu kommen, aber da der bullige Typ, der mir den Durchgang verwehrte, sich nicht auskannte, mussten wir nur über die Straße gehen, um ungehindert unsere U-Bahn zu erreichen.

***

Die Strassen bebten, die Menschen jubelten die Freiheit. In jedweder Hinsicht. Eine fröhliche Mischung von alten Love Paraden, Christopher Street Day and Karneval der Kulturen.

Berlin zwischen Siegssäule und Brandenburger Tor


Ewa Maria Slaska

Am nächsten Tag gab es im Auswärtigen Amt eine Veranstaltung zum Thema Polen in Deutschland.

Eine ziemlich viel versprechende Veranstaltung – es kommen zwei Politiker, die für deutsch-polnische Beziehungen zuständig sind, sie reden ganz ganz kurz und danach dürfen wir, das Publikum, Fragen stellen oder uns zu Wort melden. Ich habe mich gemeldet, wurde nicht akzeptiert. Obwohl ich nicht glaube, dass man so eine “blaue Frau”, wie ich an dem Tag aussah, übersehen kann. Deshalb möchte ich hier schreiben, was ich am Montag nicht sagen konnte oder dürfte. Es war eine Antwort auf drei nacheinander gestellten agressiven Fragen, wieso Deutschen uns Polen belehren, wieso dürfe ein Volk, dass in letzten Hundert Jahren zwei Weltkriege entfacht hat, uns, polnischen Patrioten sagen, was wir tun sollen? Usw.

Die Fragenden, nur Männer, gaben sich als private Personen aus, waren aber, um Fragen zu stellen, abgeordnet.

Frau Szczęch und Herr Woidke antworteten mit ein paar beruhigenden Parolen, die um diese patriotische Brei sich ziemlich schüchtern herumschlichen. Daher wollte ich folgendes sagen:

Ja, Pytający Panowie Patrioci – tak, die fragenden Herren Patrioten! Ja, tak, Sie haben recht. Die Deutschen, die in letzten 104 Jahren zwei Weltkriege entfacht haben, dürfen uns nicht belehren. Die gibt es aber nicht mehr. Die Deutschen von heute haben wie kaum eine Nation der Welt ihre Verbrechen offen gestanden, sich für das getane Unrecht entschuldigt und ihre Schuld aufgearbeitet. Und dies können wir Polen wohl und gut lernen, um nicht als die Ewiggestrigen immer wieder gegen den Deutschen ins Feld zu ziehen.

Und sicher könnten wir am vergangenen Sonntag von den Deutschen lernen, wie man sich sowohl spontan als auch institutionell gegen Hass und Rassismus erhebt.Wie fröhlich die Offenheit und Toleranz und Liebe und Freiheit sind.

Ich finde es richtig schade, dass ich es nicht sagen dürfte. Daher werde ich einen Link zu diesem Beitrag an Herrn Woidke und Frau Szczęch schicken…

***

Übrigens war Frau Szczęch in ihrer Aussagen ziemlich mutig, wenn man bedenkt, was die PiS Regierung über deutsch-polnische Beziehungen denkt… Ich glaube, sie wird gehen… Viel Glück Frau Szczęch!

Der blaue Spuk im Auswärtigen Amt: Ich und Herr Woidke und unser Buch von Michał Rembas und mir; Foto Krystyna Koziewicz.

aus dem zyklus “tod im tegel”

Tibor Jagielski

johanssen

1,

seine größte stunde kam an einem samstag
punkt zwanzig uhr übertrug das fernsehen der ddr
ein kessel buntes aus dem friedrichstadtpalast
und er kniete auf der mitte der bühne
vor der mirelle mathieu

in seiner ückermarkischen geburtsstadt saß in diesem moment
vor jetwedem empfänger
fast jeder
nur ein zum fernsehverbot verdonnerter arrestierter der dortigen volkspolizeiwache
sowie das notaufnahmekollektiv
das brav auf kommando
– aber fluchend –
die zentrale und das schwarzweiss gerät
– wo gerade die grosse weite welt
in der vertretung der wunderbarsten beine des mikrokosmos
zu schwingen begann –
verlassen musste
(weil irgendein idiot einen unfall gebaut hat)
konnten es nicht
nein
hautnah erfahren:
dass johannsen
es geschafft hat

ja
er steppte in dieser stunde um sein leben
und warf seine tanzpartnerin fünf centimeter höher als gewöhnlich
und kaschierte einen schrittfehler von katja ebstein mit einem grandiosen spagat
(gleichzeitig sein hut so werfend, dass er in seine hand zurückkam…)
er spielte einfach hinreißend
bis seine mutter vor der mattscheibe zu weinen begann

was konnte ein stockschwuler von märkischer heide
damals
in dem land der arbeiter und bauern
mehr erreichen

dazu:
eigene wohnung in der hauptstadt
mal tournee durch feindliches ausland
schuhe von salamander
oder amerikanische jeans
vielleicht morgen eine datscha in der ruppiner schweiz
beziehungsweise an der usedomer riviera

doch es kam anders
2,

ein vierteljahrhundert später
lag seine verkohle leiche am bett
er wurde erdrosselt
die wohnung ausgeraubt und dann angezündet
von einem mann den er zu lieben glaubte

3,

als ich ihn zum ersten mal traf
war er schon unten
arbeitete als raumpfleger in einer sklavenfirma
und putzte vor meiner tür
my fair lady pfeifend
ständig auf der suche nach der entschwundener jugend
wie ein ton auf der sternleiter
der unermüdlichen begierde

19 08 11

XXV SEPTEMBER

zuletzt schleppte sich eitelberg auf das dach und sprang in die tiefe
er lebte im siebten stock und unter seiner loggia wuchsen die zwergkiefern
er wollte auf nummer sicher gehen, darum erklomm er
mit letzter kraft die sechs etagen und stürzte sich
auf die betonplatten; genau dort wo siebenhundert bewohner des hauses tagein tagaus
vorbeigehen; einen monat lang trat aus den poren des steines sein blut heraus
und färbte rostrot das grau, zwei handflächen gross.

neunundvierzig tage wollte ich an ihn denken.

manchmal legte ich eine wildrose, zog die mütze ab und blieb eine minute stehen,
doch meistens blieb es nur beim rose werfen und mütze ziehen(szybciej, franek, szybciej);
einmal wachte ich in der nacht auf, genau um die zeit als er sprang, und fragte mich: warum?
(ich suchte dann die brahmsplatte aus, weil bei ihm die träne, die von dem auge fällt
das herz erleichtert);
ein paar mal sprach ich für ihn das vaterunser (so wie ich es die ganze kindheit und jugend tat, wenn jemand starb);manchmal meditierte ich am seeufer oder dachte an ihn beim schwimmen; doch es gab auch tage wo ich eitelberg komplett vergaß;
es ging schnell – so reisst sich leben von dem tode weg und versucht zu fliehen.

es ging schnell: zuerst verschwand die leiche, dann die polizei, die gaffer und die reporter;reinigungsarbeiter schütteten den sand und kamen drei tage hintereinander mit den besen;keiner legte einen blumenstrauss oder zündete eine kerze – tschüss, erledigt;- eeyyy!!! läßt es liegen…- rief ich einmal so laut wie ich konnte,
als irgendwelche idioten meine blume zertraten (sie wurden plötzlich zehn zentimeter kleiner und bogen im rudel brav um die ecke), es war mitternacht und später, viel später, kurz vor dem sonnenaufgang,
flog das reiherpaar mit dem jungen am rostroten himmel vorbei und dahin.

am siebenunddreißigsten tag fing es zu regnen an; die wolken kamen aus dem westen
und brachten näße drei tage lang; dann fuhr ich weg auf die insel gepeitscht vom wind
und von zweifel; doch die ließen bald nach, als ich die wellen umarmte, sanddorn pflückte und schnitt ab den flundern die köpfe; es wurde stiller und stiller; bis die feuerquallen an den strand kamen und tanzten im seichten gewässer; sie waren rostrot;

doch ich ging am fünfzigsten tag
mit undine
in das blau
an ihnen vorbei.

2009

Polen! 2017! Frauenstreik geht weiter!

Heute!

Gastgeber: Regenbogenfabrik und labournet.tv

Donnerstag, 17. Mai 19:00 – 22:00

Kino Regenbogenfabrik
Lausitzer Straße 22, 10999 Berlin

50 min, polnisch mit dt. Untertiteln, 2018
in Anwesenheit der Filmemacherin (angefragt)

Film von Magda Malinowska über den Kampf von Frauen, die in kommunalen Kindertagesstätten in Poznań arbeiten. Ihr Kampf um existenzsichernde Löhne und bessere Arbeitsbedingungen begann 2011. Seitdem haben sie sich weiter organisiert und radikalisiert.

In dem Film wird herausgearbeitet, wie die Hungerlöhne für die Kindergärtnerinnen zusammen mit der Last der Hausarbeit und Betreuung der eigenen Kinder und Eltern, die vor allem auf den Schulter von Frauen liegt, deren Leben unerträglich macht.

Deshalb haben sie auch an der großen Demonstration gegen die Verschärfung des Abtreibungsverbots in Polen 2017 teilgenommen.

Irena-Sendler-Jahr 2018

Menschenleben retten ist Pflicht und keine Heldentat

Text und Fotos © Urszula Usakowska-Wolff

Besuch bei Irena Sendler am 26. 12. 2005 in Warschau: mit Anna Mieszkowska und Manfred Wolff.

Am 12. Mai 2008 starb in Warschau Irena Sendler, eine Frau, die heute weltweit als Heldin verehrt wird, deren Namen Schulen, Straßen und Parks tragen, eine Frau, die mit höchsten polnischen und israelischen Auszeichnungen bedacht und die 2007 und 2008 für den Friedensnobelpreis nominiert wurde.
An den Rollstuhl gefesselt – eine Folge ihrer Folterungen durch die Gestapo im berüchtigten Pawiak-Gefängnis im von den Deutschen besetzten Warschau im Herbst 1943 –, wurde ihr am Ende ihres Lebens, als sie ihr kleines Zimmer im Warschauer Pflegeheim der Barmherzigen Brüder nicht mehr verlassen, geschweige denn reisen konnte, das Interesse der Öffentlichkeit zuteil. Ihre Erlebnisse und ihre außerordentliche Haltung während des Zweiten Weltkriegs blieben lange Zeit im Verborgenen, denn sie habe nur ihre Pflicht getan und wollte darüber keine Worte verlieren. Dass ihre Geschichte, die Geschichte einer mutigen Frau, die zur Rettung von 2500 jüdischen Kindern und etlichen Erwachsenen aus dem Warschauer Ghetto beigetragen hatte, öffentlich bekannt wurde, verdankte sie vier Schülerinnen aus der 300-Seelen-Gemeinde Uniontown im amerikanischen Bundesstaat Kansas, die Ende der 90er Jahre im Rahmen einer Projektarbeit herausgefunden haben, dass sie während der Naziherrschaft doppelt so vielen Juden das Leben rettete als Oskar Schindler. Darüber verfassten sie den zehnminütigen Einakter „Life in a Jar“ (Das Leben im Glas), der sich bis heute großer
Popularität erfreut, vieltausendmal aufgeführt wurde und noch immer aufgeführt wird. Als sie erfuhren, dass ihre Heldin in Warschau lebt, besuchten sie sie dort zum ersten Mal 2001, was das Interesse der polnischen Medien auf die mutige Polin lenkte, sodass sie ihre Geschichte an die Öffentlichkeit brachten. 2003 lernte die polnische Theaterwissenschaftlerin und Autorin Anna Mieszkowska Irena Sendler kennen. Das war eine schicksalhafte Begegnung: Zehn Monate lang trafen sie sich fast jeden Tag und Irena erzählte Anna ihr Leben. 2004 wurde im Warschauer Verlag Muza das Buch „Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto“ veröffentlicht. Dank Anna Mieszkowska, deren Sendler-Biografie mein Mann Manfred Wolff und ich 2006 für die DVA ins Deutsche übersetzt hatten, lernten wir Irena kennen und konnten sie einige Male in Warschau besuchen. Anna Mieszkowska und ich hatten die Gelegenheit, das Leben und die Taten dieser außerordentlichen Frau Erwachsenen und Jugendlichen unter anderem in Leipzig, Detmold, Düsseldorf, Berlin, Unterwaltersdorf (Österreich), Wien, Nürnberg, München, Stuttgart, Stockholm, im
belgischen St. Vith, Kelmis, Eupen und Brüssel vorzustellen. Die über zwanzig Lesungen, zu denen Hunderte von Menschen erschienen, dauerten nicht selten über drei Stunden und könnten noch länger sein, denn das Interesse an dieser mutigen, bescheidenen Frau war ungebrochen. Am 19. April 2009 strahlte die CBS den Film „The Courageous Heart Of Irena Sendler“ aus, dem Mieszkowskas Buch zugrunde lag, den über acht Millionen Zuschauer in den Vereinigten Staaten sahen. Am 1. Mai 2009 wurde nach Irena Sendler eine vom Niederländer Jan Ligthart gezüchtete Tulpenart benannt, am 4. Mai 2009 wurde ihr in Berlin posthum der Audrey Hepburn Humanitarian Award verliehen. Und das
Jahr 2018 wurde vom polnischen Parlament in Gedenken an ihren zehnten Todestag zum IrenaSendler-Jahr erklärt.

Irena Sendler am 26.12. 2005 im Pflegeheim der Barmherzigen Brüder in Warschau.

Liebe, Demut und Toleranz

Die am 15. Februar 1910 in Warschau geborene Irena Krzyżanowska stammte aus einer
patriotischen, sozialdemokratischen polnischen Familie. Ihre Eltern brachten ihr bei, dass man die Menschen nur in gute und schlechte einteilt und dass Herkunft, Religion und Hautfarbe dabei keine Rolle spielen. „Einem Ertrinkenden muss man die Hand reichen“, lernte sie von ihrem Vater, der als Arzt vor allem Arme behandelte, sich von einem Patienten mit Typhus ansteckte und starb, als Irena sieben Jahre alt war. Liebe, Demut und Toleranz waren die drei Grundsätze, denen sie immer treu blieb. Irena Sendler war zeit ihres Lebens eine sozial engagierte Frau, die sich bereits im Vorkriegspolen – als Mitarbeiterin des Sozialamts im Warschauer Magistrat – für die Rechte alleinerziehender Müttern von unehelichen Kindern einsetzte. Gleich nach dem Ausbruch des Zweiten
Weltkriegs im September 1939 gründete sie mit anderen zehn Kolleginnen und einem Kollegen vom Warschauer Sozialamt eine Untergrundorganisation, die den Juden zu Hilfe eilte, obwohl die Deutschen in Polen, im Gegensatz zu den anderen besetzten Ländern, die kleinste, einem Juden geleistete Hilfe mit dem Tod bestraften. Angesichts des Elends der Kinder im Warschauer Ghetto, das von den deutschen Besatzungsbehörden im Herbst 1940 als „jüdischer Sperrbezirk“ errichtet wurde, in dem eine halbe Million Menschen, darunter viele Freundinnen und Freunde Irenas, unter unvorstellbaren Bedingungen zusammengepfercht leben mussten, begann sie unter dem Decknamen Schwester Jolanta und mit einem Passierschein, der ihr jederzeit freien Zutritt zum Ghetto ermöglichte, diese Kinder auf zum Teil abenteuerlichen Wegen – in Säcken und Kartons – auf die „arische Seite“ zu schleusen, um sie vor dem sicheren Tod im Vernichtungslager Treblinka zu retten. Die Kinder erhielten eine neue Identität und wurden in polnischen Familien, Waisenhäusern oder Klöstern untergebracht. Ihre Namen notierte sie auf dünnen Papierstreifen und versteckte sie in einem Einmachglas unter einem Apfelbaum im Garten. Das war Irena Sendlers Liste, jenes „Leben im Glas“, wo die Vergangenheit der geretteten Kinder bewahrt wurde, sodass sie sich nach dem Krieg wieder ihrer wahren Identität vergewissern und den Weg zu ihrer Angehörigen finden konnten.

Sean H. Ferrer (r.), Sohn von Audrey Hepburn, überreicht am 4. Mai. 2009 in Berlin dem Botschafter der Republik Polen, Dr. Marek Prawda, den Audrey Hepburn Humanitarian Award 2009 posthum für Irena Sendler

Im Herbst 1943 wurde Irena Sendler von der Gestapo verhaftet und zum Tod verurteilt. Trotz schrecklichster Folterungen gab sie keinen Namen preis, auch nicht, um ihr Leben zu retten. Durch Bestechung eines Gestapobeamten, der sie von der Liste der Todeskandidatinnen entfernte, kam sie frei und lebte bis zum Ende des Kriegs in verschiedenen Verstecken, da sie von den Deutschen gesucht wurde. Sie gab aber ihre Arbeit nicht auf und half als Leiterin des Kinderreferats des Judenhilferats Żegota in
Warschau, der Finanzmittel des polnischen Untergrundstaates an die verfolgten Juden verteilte, den jüdischen Kindern weiter.

Anna Mieszkowska, Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto, DVA, 2006

Beeindruckende Zivilcourage
„Die Rettung der jüdischen Kinder war meine Pflicht und keine Heldentat. Sie war die Berechtigung meiner Existenz. Mein Vater brachte mir nämlich bei, dass man den Schwachen und Gefährdeten helfen muss. Wenn sich damals deutsche Kinder in einer solchen Situation befänden wie die jüdischen Kinder, hätte ich ihnen auch geholfen“, sagte Irena Sendler. Sie war sehr darüber erfreut, dass ihre Biografie in Deutschland erschien und verfolgte mit Spannung die Resonanz darauf.
„Ständig höre ich das Echo, das der Inhalt des Buchs ‘Die Mutter der Holocaust-Kinder’ in
Deutschland hervorruft“, schrieb sie mir am 27. Februar 2008. „Mit Frau Mieszkowska sind wir zum Schluss gekommen, dass Ihre Übersetzung besser gefällt und mehr Interesse weckt, als das Buch in Polen.“ Und tatsächlich war das Interesse an Irena Sendler im deutschsprachigen Raum enorm. Vor allem Jugendliche waren von ihrer Zivilcourage beeindruckt. An den Lesungen, die in Deutschland, Österreich und in Belgien stattfanden, beteiligten sich Hunderte von Schülerinnen und Schülern, alleine an den Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens über 500! Daraus entwickelten sich langfristige Projekte, die von Jugendlichen initiiert und durchgeführt wurden. So geschehen an
der Robert-Jungk-Oberschule in Berlin, deren Lehrerinnen und Schülerinnen im Februar 2008 nach Warschau reisten, um Irena Sendler zu besuchen, und ihre Eindrücke in einer multimedialen Präsentation festhielten; die im Juli 2007 eingeweihte Irena-Sendler-Schule im bayerischen Hohenroth, die erste Irena-Sendler-Schule weltweit, deren Schülerinnen und Schüler zur Eröffnung eine große Ausstellung ihrer Patronin organisierten und deren Rektorinnen im September 2007 einen Apfelbaum im Park vor dem Ghetto-Denkmal in Warschau pflanzten; das Theaterstück „Tor zum Leben. Die Rettung von 2500 Kindern aus dem Warschauer Ghetto“, dargestellt von geistig
behinderten Schülern und Schülerinnen aus Deutschland (Bodelschwingh-Schule in Soest), Polen (Zespół Szkół im. Aleksandra Kamińskiego in Strzelce Opolskie) und Israel (Morasha School in Netanya) sowie die Projektarbeit „Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto“, an der drei Schulklassen des César-Franck-Athenäums in Kelmis in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens sieben Monate lang arbeiteten. Über 50 Schülerinnen und Schüler, darunter viele Muslime, beschrieben jede Straße und jede Person, die in diesem Buch vorkommen und versammelten die Ergebnisse ihrer Arbeit in einer beeindruckenden
Ausstellung, die bis Mitte Mai 2009 in ihrer Schule besichtigt werden konnte.
Im November 2010 wurden zwei weitere Schulen in Deutschland nach Irena Sendler benannt: in Hamburg-Wellingsbüttel und in Euskirchen.

Irena Sendler am 11. 09. 2007 im Pflegeheim der Barmherzigen Brüder in Warschau.

Vorbild für viele Menschen

„Irena Sendler war eine Frau, die anderen das Leben rettete und nicht an sich selbst dachte“, fassten die Schülerinnen und Schüler des CFA Kelmis ihre Erkenntnisse, die sie während der Projektarbeit gewonnen haben, zusammen. „Irena Sendler wurde durch das Buch ‘Die Mutter der Holocaust-Kinder’ weltweit bekannt und einige gerettete Kinder erfuhren so, dass sie noch lebt. Es ist schade, dass sie erst so spät berühmt wurde. Wir kannten Irena Sendler vorher gar nicht. Wir wussten auch nicht, wie ein Ghetto aussieht und wie unmenschlich Menschen sich verhalten können. Irena Sendler hatte viele Helfer, die ihr bei der Kinderrettung halfen. Was Irena Sendler gemacht hat, war Zivilcourage.
Heutzutage gibt es auch viele sozial engagierte Menschen, die Menschen helfen, aber sie riskieren nicht ihr eigenes Leben. Uns hat dieses Projekt die Erfahrung gebracht, jeden Krieg vermeiden zu wollen. Wenn man Streit hat, soll man darüber reden oder sich gegenseitig ignorieren. Wir wissen jetzt auch viel mehr über den Krieg, Irena Sendler und die anderen Helfer. Irena Sendler kann stolz auf ihre menschliche Würde sein. Sie ist ein Vorbild für viele andere Menschen.“

Ja, das stimmt: Irena Sendler vertrat Werte, die sie dazu veranlassten, auch in Zeiten größter Menschenverachtung, die zur Menschenvernichtung führte, die Menschlichkeit zu bewahren und zu verteidigen. Irena Sendler hat mit ihrem ganzen Leben bewiesen, dass man auch in fürchterlichsten Zeiten Gutes tun muss, weil das die Pflicht eines jeden anständigen Menschen ist. Und das bleibt gültig – über ihren Tod hinaus.

Mehr Infos unter:
www.irenasendler.org (Englisch)
http://roksendlerowej.pl/ (Rok Ireny Sendlerowej)


Unsere Autorin, Urszula Usakowska-Wolff wird am 2. September Irena Sendler im Café Regenbogenfabrik vorstellen. Dazu schrieb sie:

Irena Sendler, die Retterin der Kinder aus dem Warschauer Ghetto

Vortrag von Urszula Usakowska-Wolff aus Anlass des Irena-Sendler-Jahres 2018

Am 12. Mai 2008 starb in Warschau im Alter von 98 Jahren Irena Sendler, eine Frau, die heute nicht nur in Polen als Heldin verehrt wir. Erst am Ende ihres Lebens wurde bekannt, dass sie unter dem Decknamen Schwester Jolanta zusammen mit einem von ihr gegründeten und vorwiegend aus Frauen bestehenden Netzwerk hunderte von jüdischen Kindern aus dem Warschauer Ghetto gerettet, mit falschen Papieren versorgt und in polnischen Familien, Waisenhäusern und Klöstern untergebracht hatte. Als die Gestapo sie im Herbst 1943 verhaftete und folterte, gab sie keinen Namen preis. Sie wurde zum Tode verurteilt, doch sie konnte unmittelbar vor der Vollstreckung der Todesstrafe fliehen. Irena Sendlers fast unbekannte Geschichte schrieb 2003 Anna Mieszkowska auf und veröffentliche sie in einem Warschauer Verlag. 2006 erschien ihre „Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto“ betitelte Biografie in der DVA. Die Übersetzer Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff lernten Irena Sendler 2005 kennen und besuchten sie mehrere Male in Warschau. Obwohl sie unter der Folgen der Gestapo-Folter zu leiden hatte und auf einen Rollstuhl angewiesen war, strahlte sie Wärme und Bescheidenheit aus. Ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür, welche Taten ein Mensch mit Zivilcourage auch in den schrecklichsten Zeiten vollbringen kann. „Die Rettung der jüdischen Kinder war meine Pflicht und keine Heldentat. Mein Vater brachte mir nämlich bei, dass man den Schwachen und Gefährdeten unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Religion helfen muss. Wenn sich damals deutsche Kinder in einer solchen Situation befänden wie die jüdischen Kinder, hätte ich ihnen auch geholfen“, betonte Irena Sendler.

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Urszula Usakowska-Wolff, 1954 in Warschau geboren, studierte Germanistik an den Universität Bukarest und Warschau. Die Journalistin, Autorin und Kuratorin lebt seit 1986 in Deutschland, zuletzt in Berlin. Sie übersetzte zahlreiche Bücher aus dem Polnischen, darunter Lyrik von Erna Rosenstein, Geneowefa Jakubowska-Fijałkowska und Jan Goczoł sowie Prosa von Artur Sandauer. 2009 gab sie ihre Gedichte „Perverse Verse“ im Pop Verlag heraus.

Mehr Infos unter:
www.kunstdunst.com
https://urszulausakowskawolff.wordpress.com/

Berlin. Kolejką wokół miasta / Abgesang in der Ringbahn

Annett Gröschner  Abgesang in der Ringbahn2010
Tłumaczyła na polski: Ewa Maria Slaska

Kolejką wokół Berlina. Koda

Siedzę w kolejce i jadę wokół miasta. 37 kilometrów torów oddziela Śródmieście od dzielnic wokół. Wokół miasto przemyka za oknami, ale jest też w środku. Dobre miejsce do czytania grubych książek, całowania się bez pamięci, prowadzenia nie przeznaczonych dla obcych rozmów w obcych językach, przezimowania, jeśli nie możesz spędzić zimy w domu. Mogę dokonać zdecydowanego cięcia w tym, co robię, nie przecinając jednak niczego, bo kolejka jedzie bez przerwy wokół i wokół, a po godzinie dociera dokładnie tam, gdzie się wsiadło. Ale nie. Nigdy przecież nie wraca się dokładnie do punktu wyjścia. Z każdym okrążeniem wokół Berlina miasto się zmienia, widzi się je zatem inaczej.
Kolejka okrężna wiąże wokół Wschód z Zachodem, krzyżuje wokół Północ z Południem. Gdy w roku 1961 miasto otoczył Mur, przerwał okrąg w dwóch miejscach, między Sonnenallee i parkiem Treptow i między Gesundbrunnen a Schönhauser Allee. Dziś miasto dzielą tylko brukowe wydania gazet. Pomiędzy Schönhauser Allee a Parkiem Treptow czyta się Kurier Berliński, po drugiej stronie – BZ czyli Gazetę Berlińską. Dopiero w czerwcu 2002 roku zamknął się okrąg kolei wokół miasta, dopiero wtedy Berlin się naprawdę zjednoczył. Tak uważam.
Czytam moją ulubioną książkę
o moim ulubionym mieście
Berlin und die Berliner. Berlin i berlińczycy.
Z roku 1905.
Na końcu pytanie:
Dlaczego kochamy Berlin? Można to dokładnie przebadać. A, B, C. Jak zadanie arytmetyczne i co było do okazania. Pomyślmy jednak,
do czego może się przyczepić każdy globtrotter taki jak ty, wtedy wiesz, że Berlin powinien się wykazać z nawiązką, aby cię powstrzymać. Postaraj się określić tę nawiązkę.
Tu pierwsza próba jej sformułowania.
Czego by mi brakowało, gdyby trzeba było mieszkać gdzie indziej (ohydna myśl):
xxxBerlina jako takiego, w ogóle i w szczegółach;
xxxstarych pijaków u Breescha i Latschenpaula i we wszystkich innych starych knajpach berlińskich;
xxxgracji na Kastanienallee i dziwek na Oranienburger,
xxxwysztafirowanych panienek w kolejce do Berghainu;
xxxdomu ze spiczastym dziobem przy dworcu Ostkreuz;
xxxpoetki Elke Erb jeżdżącej na rowerze po Weddingu;
xxxdziesiątków tysięcy ludzi dopingujących swoją drużynę czyli Union;
xxxpunków na Aleksie, nie licząc psów;
xxxjeziora Müggelsee po sezonie i widoku na jezioro Wannsee z poddasza Literarisches Colloquium pod koniec kwietnia, gdy jachty po raz pierwszy po zimie wciągają żagle;
xxxCentrum Studiów Berlińskich i wszystkich innych archiwów;
xxxkrzaków czarnego bzu nad kanałem Friedrichsgracht i dziedzińca zamkowego bez zamku;
xxxskaterów przy pomniku Polaków;
xxxkina na Friedrichshainie po ostatnim seansie filmowym;
xxxlotniska Tegel o bladym świcie widzianego z porannego samolotu z Nowego Jorku;
xxxporannego pociągu z Królewca, kończącego bieg na dworc Lichtenberg;
xxxrozgwieżdżonego nieba latem nad jeziorem Weissen See i miękkiej ciepłej wody w jeziorze;
xxxsamolotów kłębiących się jak ryby na niebie;
xxxzapachu lasu koło więzienia Tegel;
xxxmrukliwego kierowcy w nocnym autobusie numer 22;
xxxGerda i Elisabeth na ulicy Kurta Tucholskiego, Robinsona w tramwaju, który krzyczy głódgłódgłód i Feixa zblazowanego artysty na cmentarzu, który nawet leżąc już w grobie, jeszcze obrzucał turystów obelgami;
xxxwieczoru 26 grudnia na Ku’dammie;
xxxmostu górnokładowego czyli Oberbaumbrücke dniem i nocą;
xxxzaspanego pasażera w niebieskim kombinezonie o czwartej nad ranem w poniedziałek w kolejce wokół miasta;
xxxchłopców arabskich dyskutujących o jebaniu w dupę o czwartej nad ranem w niedzielę w kolejce wokół miasta;
xxxkolejki okrążającej miasto wokół w kierunku przeciwnym do ruchu wskazówek zegara;
xxxi wokół, zgodnie z ruchem wskazówek zegara;
xxxpizzy w Brot and Rosen, falafla w Maroush, Chicken Curry w Asia Tiger i Palak Panir w Hufeland;
xxxtajemniczej parceli Immanuelkirchstraße 14, gdzie pochowano cztery trupy i po bombardowaniu miasta nigdy ich nie znaleziono;
xxxdzielnicy bud zwanej Scheunenviertel, kiedy wyglądała, jakby wojna się dopiero skończyła, i gdzie na fasadach kamienic wciąż widać było ślady jej dawnych mieszkańców;
xxxgruzów Bunkerbergu w parku Friedrichshain;
xxxciszy między fasadami starych domów tuż przed Bożym Narodzeniem, kiedy nowi berlińczycy pojechali do siebie, żeby odwiedzić mamę;
xxxzapachu ostatnich pieców węglowych;
xxxstoiska z przyprawami na targu nad kanałem Landwehry;
xxxknajpy Babel o czwartej nad ranem, kiedy porządni ludzie śpią i popiół wysypuje się z przepełnionych popielniczek;
xxxrestauracji Walden podczas koncertu Bolszewickiej Orkiestry Dętej;
xxxknajp takich jak Koepi, Knaack, Franz i nie zapomnijmy też o SO36;
xxxkina na świeżym powietrzu przed Galeriami Narodowymi, tą starą, i tą nową;
xxxmostu Fryderyka w piątek o 9 zanim zacznie się najazd turystów, i mostu Admirała, gdzie gra muzyka;
xxxzmęczonych ludzi czekających przed Urzędem Pracy na Westendzie;
xxxświatła na berlińskich obrazach Konrada Knebla;
xxxbzów na cmentarzu komunalnym na Gotlindestrasse;
xxxtarasu na dachu w Teatrze an der Parkaue czyli na parkowej polanie;
xxxkolorowych liści na podwórkach jesienią;
xxxkasztanów, wiązów i innych zagrożonych roślin;
xxxplacu Savigny‘ego o szóstej rano, kiedy spacerują tam lisy;
xxxoddechu kolejki miejskiej i metra, wydech, wdech;
xxxOranienstrasse na całej długości i z całym inwentarzem;
xxxrosyjskiego supermarketu na Landsberger Allee, gdzie na zakupy przychodzą kobiety ubrane w futra z norek;
xxxdzielnicy Prenzlauer Berg bez snobów i straszydeł;
xxxtramwaju M10 niezależnie od pory dnia i nocy i wszystko jedno gdzie;
xxxstoiska z lukrecją na targu na placu Käthe Kollwitz i tylko tego;
xxxgazomierza na Schönebergu;
xxxDworca Głównego czyli Hauptbahnhof z daleka;
xxxbulwaru nad Szprewą w dzielnicy rządowej latem;
xxxplacu Magdeburskiego w niedzielne popołudnie;
xxxReichstagu, który wciąż jeszcze jest zapakowany;
xxxprawdziwych wschodnich bułek na placu Arnswaldskim;
xxxwróbli w Tierparku i lemurów trójpalczastych w Zoo;
xxxcypla na końcu półwyspu Stralau z widokiem na Wyspę Miłości i elektrownię;
xxxcałkowicie zarośniętego diabelskiego młyna i dinozaurów w nieczynnym parku rozrywki Plänterwald;
xxxelektrowni Klingenberg w jasne zimowe popołudnie;
xxxzamarzniętej zatoki Rummelsburg z łyżwiarzami,
xxxBerlina, który nie chce być Nowym Jorkiem, Paryżem i Monachium;
xxxplanu miasta, planu metra i planu kanalizacji;
xxxOgrodu Wypędzonych w Muzeum Żydowskim, gdzie wydaje się, że człowiek traci grunt pod nogami;
xxxbasenu Oderberg wypełnionego wodą;
xxxwielkiego zbiornika wodnego bez wody;
xxxśladów po Murze, bez muru, bez zabudowy;
xxxBerlina, który nie chce być hipsterski i ma dupie locations;
xxxBerlina, który jest kreatywny i nie meczy o tym jak koza na każdym rogu;
xxxBerlina, który całkiem dobrze sobie radzi bez złotego łańcuszka i bez kasy;
xxxwidoku Wieży Telewizyjnej z północnego odcinka kolejki;
xxxzachodu słońca w biotopie, jakim były dworce Anhalt i Gleisdreieck;
xxxPlacu Poczdamskiego przed tym, zanim go zabudowano;
xxxprywatnego klubu na Kreuzbergu w piątek;
xxxdoniczki amarylisa w zniszczonych pracą rękach małej Wietnamki na Greifswaldskiej;
xxxRixdorfu w Boże Narodzenie i starego miasta w Kopanicy wczesną jesienią;
xxxwsi Lübars w stojącym letnim powietrzu;
xxxulicy Owocowej, gdy nazywała się jeszcze Owocowa a nie Komuny Paryskiej;
xxxśladów po pociskach na tynku narożnego domu nad Kanałem Miedzianym;
xxxwspomnień emigrantów o Berlinie mieście świateł i długich nagich nóg;
xxxstawu na osiedlu Podkowy czyli Hufeisensiedlung w Britzu;
xxxwidoku na północ z góry Kreuzberg;
xxxnabrzeży Szprewy, jeszcze nie zabudowanych;
xxxcmentarza miejskiego Dorotheenstädtische Friedhof wieczorem po zamknięciu;
xxxBerlina widzianego ze statku;
xxxwietnamskiego targu Dong Xuan na Lichtenbergu czyli Jasnej Górze;
xxxruin ambasady greckiej w Tiergarten;
xxxbliźniąt syjamskich w formalinie w Muzeum Medycyny;
xxxschodów w Nowym Muzeum;
xxxwidoku na Oberbaumbrücke ze statku kąpielowego na Szprewie rano o ósmej;
xxxwidoku ośnieżonej kolonii ogródków działkowych Raj;
xxxi wszystkiego, o czym zapomniałam.

Annett Gröschner czyta wiersz Abgesang in der Ringbahn podczas spotkania autorskiego Wahlverwandschaften zorganizowanego w Kesselhaus przez Berlińską Akcję Literacką w dniu 17 kwietnia 2018 roku