Frauenblick: So will ich von dir singen

Monika Wrzosek-Müller

Litauen! Wie die Gesundheit bist du, mein Vaterland;
Wer dich noch nicht verloren,
der hat dich nicht erkannt.
In deiner ganzen Schönheit
Prangst du heut ‘vor mir,
So will ich von dir singen,
Denn mich verlangt nach dir!

Adam Mickiewicz, Pan Tadeusz

Die Invokation zu Adam Mickiewiczs Epos Herr Tadeus kennt jeder Pole; und es stimmt immer noch irgendwie: Litauen erscheint einem gesund und schön. Zwischen dem Polen-Mythos in den Städten Vilna und Kaunas und dem Ostpreußen-Mythos in Klaipeda (Memel) und auf der Kurischen Nehrung wächst eine Selbständigkeit, Leichtigkeit und ökologische Sauberkeit, die man sich auch hierzulande wünschen würde. Klar, alles ist leichter, wenn man nur 2,8 Millionen Einwohner hat, doch es ist auch schwieriger. Viele von den jungen Litauern gehen länger in den Westen, um Geld zu verdienen, denn mit 600 € Durchschnittslohn kommt man nicht allzu weit. Aufgrund der Migration sank die Einwohnerzahl auch so dramatisch; 1990 zählte Litauen noch 3,7 Millionen. Aber es sind natürlich auch noch die Russen, die das Land verlassen haben, freiwillig oder doch etwas gedrängt.

Auf jeden Fall werde ich dem Litauer in der pescheria in Orbetello in Italien sagen können: „Ihr Land ist wirklich wunderschön und vor allem so gut organisiert“. Manchmal fast überorganisiert; an der Kurischen Nehrung sind die vorwiegend menschenleeren Strände in einzelne Abschnitte unterteilt. Neben einem Strand für Familien gibt es Abschnitte für Raucher und für Männer, für Hunde auch für die Frauen getrennt, es existieren auch Strände für die Textilfreie; schwierig wird es wohl, wenn ein Raucher, alleinstehender Mann mit Hund textilfrei sonnenbaden will. Super füllt man sich allerdings als Fußgänger in den Städten, da alle Autos ausnahmslos an den Zebrastreifen halten und die Fußgänger vorlassen. Nun gibt es nicht so viele Fußgänger auf den Straßen der litauischen Großstädte, doch das Gefühl der totalen Sicherheit ist sehr angenehm. Alkohol kann man nach 19.00 Uhr in Klaipeda weder kaufen noch eigentlich trinken; die einzige Bar, die wir gegen 20.00 Uhr noch offen fanden, war in einem Vier-Sterne-Hotel und sehr teuer; es gibt zusätzlich irgendwelche extra Bestimmungen fürs Wochenende, aber spezielle Läden, wie die in Schweden, das sog.: Systembolaget, gibt es nicht. Doch man spürt allgemein einen starken Einfluss der skandinavischen Ländern: Volvos und alte Saab fahren überall herum, in den Appartements stehen hauptsächlich Elektrogeräte der Marke Elektrolux und die Möbel etc. sind von IKEA.

Natürlich ist Vilnius eine wunderschöne Stadt mit altem Kern und moderner Skyline – sie präsentiert sich vom Gediminas-Turm in ihrer ganzen Pracht. Der 360 ° Blick erlaubt aber auch die Sicht auf die zerfallenden, sozialistischen Wohnblocks, auch die aus der Chruschtschow Ära; es gibt sehr viele davon, manche scheinen unbewohnt. Doch gerade diese Überbleibsel der kommunistischen Zeiten ziehen sie magisch an, dazu zählen auch die ungeraden, unebenen und mit Löchern übersäten Trottoire, das gefühlt Heimische, Bekannte, alles Unperfekte, noch Verbesserungswürdige steigert das Gefühl, zu Hause zu sein. Richtung Altstadt stechen vor allem unheimlich viele Kirchtürme in die Augen, mit ganz verschiedenen Kreuzen. Manche sind so nah nebeneinander gebaut, dass sie zusammenwachsen; wie das Ensemble von zwei Kirchen, der St. Anna-Kirche und, etwas dahinter, der Bernhardiner-Kirche mit den angeschlossenen Klostergebäuden. Auf dem Gelände wurde später, im 19. Jh., der neugotische Turm gebaut. Von oben schauend hat man den Eindruck, als wurde kräftig um den ersten Platz gerungen – wer von den polnischen Magnaten des 17. oder 18. Jh.s wohl die schönste, prachtvollste Kirche gebaut hat. Die Zahl ist schier unendlich, die Innenräume gleichen sich oft sehr; die Kirchen sind meist im Barockstil erbaut worden, jetzt sind alle herausgeputzt, renoviert in allen Rosatönen. Von oben verströmt Vilnius eine milde, harmonische Atmosphäre, hinterlässt auf dem Betrachter durch die hellen, renovierten Fassaden den Eindruck einer fröhlichen, zufriedenen Stadt. Den Eindruck kann man auch eher schwer verifizieren, denn Litauisch ist eine unendlich schwierige Sprache und ähnelt eigentlich gar keiner europäischen Sprache und die Litauer sind eher wortkarg; auch wenn die jungen Leute das Englische allgemein verstehen, scheitern eigentlich alle Versuche, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ja, das Litauische; man sucht vergeblich irgendwelche Einflüsse des Slawischen, es ist angeblich eine der ältesten Sprachen in Europa und am ehesten an Sanskrit angelehnt.

Lange hat sie überlegt, wodurch sie Vilnius an Lemberg erinnert und warum für sie die beiden Städte sehr polnisch wirken. Natürlich steht die Geschichte der beiden Territorien dahinter, doch irgendwo im Stadtbild, in den melancholisch-pastellfarbenen, meistens barocken Bauten, den Kirchen steckt ein Stückchen alten Polens, das auch im jetzigen Polen selten zu finden ist. Sind das vielleicht die unierten, katholisch-orthodoxen Kirchen, die von außen so sehr an katholische Kirchen erinnern, doch im Innenraum, mit der riesigen Ikonostase einen mystischen Raum bilden? Meistens saßen alte Frauen in Kopftüchern darin und murmelten ihre Gebete; in Lviv zahlreicher als in Vilnius. Besonders in Lviv hat sie das sehr fasziniert, diese dunklen Räume, mit prächtigen Farben und Vergoldungen, mit all den Heiligen, die einen beobachten. Die Kirchen schienen ihr Leben zu leben, nicht als Baudenkmäler, sondern als Stätten der Begegnung. In Vilnius war die Zahl der Kirchen schier unendlich, einige wurden in Museen umgestaltet. Sie fotografierte unzählige Innenräume und dann konnte sie sie nicht mehr auseinander halten, so sehr glichen sie sich; fast alle entstanden in derselben Zeit. Sie fungierten auch unter dem Namen katholische Ostkirchen und die Mehrzahl gab es in der Ukraine, in den ehemaligen polnischen Gebieten. Sie wiesen sowohl Merkmale der katholischen als auch der orthodoxen Kirche auf.

Noch eine Sache hat sie in Litauen fasziniert; es war die Geschichte der langen Menschenkette, die, 650 km lang, von Vilnius über Riga bis nach Tallin fortgesetzt wurde. Sie nannten sie später den Baltischen Weg in die Freiheit. Über eine Million Menschen aus Litauen, Lettland und Estland nahmen daran teil, um am 23. August 1989 gegen die Sowjetmacht zu protestieren und für die Unabhängigkeit zu kämpfen. Die Fotos davon hat sie im Gediminas-Turm gesehen und sie haben sie sehr berührt; es war eine ähnliche Stimmung zu spüren wie die, die sie vom Kongress der Solidarność in Gdańsk 1981 kannte; Euphorie und Begeisterung gepaart mit Angst und Zweifeln. Zum Glück siegte die Begeisterung und die neu entstandenen Republiken konnten ohne Blutvergießen ihre Unabhängigkeit erlangen und leben.

Doch eine Spur von Angst und eine totale Abhängigkeit vom Westen sind immer noch wahrnehmbar. Kein Wunder, denn wie die Hauptheldin, eine alte Bäuerin aus einem Buch über Litauen, das sie gerade gelesen hat, sagt: „Unser Litauen hat es am schwersten. Wir liegen auf diesem Punkt, wo es kritisch ist. Da will Moskau uns haben, da wollte der Deutsche uns haben. Da will der Pole uns haben. Alle reißen von uns.“1/ Die Bäuerin aus dem Buch von Ulla Lachauer erlebt alles, sie ist Deutsche, spricht aber litauisch, heiratet einen Litauer und gerät ins Visier des KGB, wird nach Sibirien verschleppt und überlebt. Dann irgendwann kehrt sie zurück und wird als Deutsche weiter schikaniert. Ein Leben zwischen vier Stühlen und doch mit Bravour gemeistert, eine Liebe zu ihrem Land, zu ihrer Memelregion prägt sie. Alle aus ihrer Jugend und jüngeren Jahren verschwinden, die meisten landen in Deutschland, manche aber auch in Australien oder Amerika, sie bleibt alleine und versucht ihr einfaches Bauernleben mit großen Optimismus weiterzuleben. Ein tolles Buch mit großer Sympathie für das Land Litauen geschrieben.

Eigentlich genauso, wie sie das Land erlebt hat, im Aufbruch zu neuer Identität, fleißig und offen.


1/ Ulla Lachauer, Paradiesstraße. Lebenserinnerungen der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit, Rowohlt 1996, S. 129

Obiad w kwadrans / Mittagsessen in 15 Minuten

Tibor Jagielski

Słownictwo, skojarzenia, dobór języka, słów i obrazów – Autor
Wortschatz, Anspielungen, Sprach-, Wort- und Bildauswahl – Autor

Zestawienie różnych nadesłanych rzeczy w jeden wpis – Adminka
Zusammensetzen diverser zugeschickten Items – Administratorin

Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.

Friedrich Schiller

Rotkelchen (rudzik) oder der Himmel in Flammen

żyjemy w szybkich i ciekawych czasach (n.p. pielęgniarz ma 15 min, aby umyć, ubrać i nakarmić pacjenta z demencją), dlatego chciałbym zaproponować posiłki, które można przyrządzić w ciągu kwadransa;
ostrzegam, że przepisy nie zawsze będą political correct.

dzisiaj:

gruszka miłosna

1  dużą cebulę obrać, posiekać, podsmażyć lekko na oliwie
posiekać
1 ostrą papryczkę (drobno, uwolnić od gniazda nasiennego)
1 gruszkę miłosnę (grubo, uwolnić od zdrewniałego końca)
dodać do cebuli, podsmażyć na dużym ogniu szybko mieszając
aby się nic nie przypaliło
zalać sokiem 1 cytryny
zdjąć z ognia, przykryć na parę minut
a w tym czasie
ugotować słynny uncle bens 2-minutes quinoa mexican style spicy
z tytki (patrz: zdjęcie)

gruszkę miłosną
jeszcze raz zamieszać i wg uznania dosmaczyć

podawać posypaną posiekaną pietruszką

przepis należy do serii:

***

PS od adminki: Ten ze wszech miar zamierzony bałagan we wpisie to wpływ nie tylko upałów i żar-ptaka (patrz ilustracja nr 1), ale również psa czyli Psiej Gwiazdy (patrz poniżej)

 

Barataria czyli nowy blog (reblog)

Pojawił się nowy blog poświęcony komiksom: Bare Comic Book Art. Gdy tworzyłam ten wpis, przyznaję – dwa tygodnie temu, było tam jeszcze niewiele treści, bo też i blog właśnie był powstał. W międzyczasie, gdy ja zażywałam wywczasów, Autor na pewno dodał mnóstwo nowych wpisów, ja siłą rzeczy poprzestanę na tym, co znalazłam tam 13 lipca o świcie.

Przypomnę, że jedna z gałęzi baratarystyki zajmuje się śledzeniem tropu Don Kichota i Sancho Pansy we współczesnej kulturze, a te nader często prowadzą do popkultury i komiksu, gdzie nierówne pary przyjaciół od ponad stu lat gwarantują dobrą rozrywkę. Jak zauważyła w jednym z komentarzy nasza autorka, Ela Kargol, takich par jest nieskończenie wiele – Flip i Flap, Bolek i Lolek, Żwirek i Muchomorek, Romek i Atomek (oczywiście, oczywiście, kolega komentator ma rację – TYTUS, Romek i Atomek), Robinson i Piętaszek, Dedal i Ikar… Autor bloga o komiksach podsunął mi wtedy sugestię, że również Kajko i Kokosz są naśladownictwem chudego Rycerza o Smętnym Obliczu i nieudacznego gubernatora Baratarii. Stało się to oczywiście pretekstem do stworzenia nowego wpisu, jednego z ostatnich numerowanych wywodów na temat baratarystyki.

Na blogu Bare Comic Book Art Kajko i Kokosz pojawiają się jako pierwszy post.

Uwaga – włączcie głośniki i słowniki, bo od tego momentu wpis składa się z krótkiego wprowadzenia, kilku obrazków i audycji radiowej. Tekst i audycja – po niemiecku, ale nawet Czytelnicy nie znający niemieckiego znajdą tu ciekawe materiały, bo w tle pojawiają się też oryginalne głosy po polsku. Zwracam uwagę na wypowiedź pięcioletniej Jagusi.

NEUE ABENTEUER VON KAJKO UND KOKOSZ
Nach 30 Jahren wird ein polnischer Kult-Comic wiederbelebt

Vor knapp dreißig Jahren ist der letzte Comic des polnischen Comic-Zeichner, Janusz Christa, erschienen. Seine Abenteuer über zwei slawische Krieger Kajko und Kokosz waren hier im Lande sehr begehrt. Nun ist vor einer Woche ein neues Heft mit einer aus dem Christa-Archiv herausgeholten Geschichte erschienen. Arkadiusz Łuba hat sie sich schon angeschaut und gelesen.
foto: Umschlagbild von „Die königliche Kavallerie“, (c) Egmont Polska.

Friedensangebot

Joanna Trümner

Ich stolpere und schimpfe – schon wieder liegt Spielzeug mitten im Wohnzimmer. Wie vor über fünfundzwanzig Jahren, als ich stundenlang auf dem Fussboden im Wohnzimmer mit den Zwillingen spielte. Als ich abends weder Kraft noch Lust hatte alles aufzusammeln und aufzuräumen. Als der Fernseher so gut wie nie angemacht wurde und ich nie das Gefühl hatte, alleine zu sein.

Auf dem Balkon steht genauso wie damals ein Planschbecken, teurer und von besserer Qualität als das damalige. Es ist schließlich nur ein Kind, das dort ab und zu planscht. Man muss nicht länger sparen, für die Enkelin kann man sich nur das Beste leisten. Ob die kleine Ela genauso viel Freude daran haben wird, auf dem unbequemen Balkonstuhl zu sitzen und das Gewitter vorbeiziehen zu sehen? Ob sie mir auch eines Tages sagt, dass sie sich dort, auf diesem nie aufgeräumten Balkon mit abblätternder Wandfarbe sicher gefühlt habe. „Wie zu Hause“, wie es einer der Zwillinge einmal sagte während es draußen donnerte und blitzte. Ich weiß nicht mehr, welche meiner Töchter es gesagt hat, ich weiß nur, dass ich das erste Mal seit Langem das Gefühl hatte, etwas im Leben doch richtig gemacht zu haben.

Die Nachbarin von Gegenüber, mit deren Tochter mal der eine mal der andere Zwilling befreundet war, erzählte mir einmal, dass sie in unser Wohnzimmer reinschauen kann. Das Gefühl, von dieser immer tratschenden und neugierigen Frau ständig beobachtet zu werden, führte zu einem Fehlkauf, einer fast blickdichten, potthässlichen Gardine, die zum Glück von der Katze kaputt gemacht wurde. Einer Katze, die ich eigentlich nie haben wollte und die „übrigblieb“ als der ältere Zwilling ausgezogen war. „Dann habt ihr etwas Abwechslung“, sagte meine Tochter schnippisch zum Abschied. Vielleicht wollte sie einfach ihr Gewissen beruhigen, das durch die Tatsache uns den neuen „Hausbewohner“ angedreht zu haben aus dem Gleichgewicht geriet? Vielleicht hielt sie unser Leben für komplett monoton und langweilig und wollte uns retten?

Ich konnte mit diesem zwar wunderschönen, dennoch komplett verzogenen Tier lange Zeit nichts anfangen. Die zerkratzte Gardine im Wohnzimmer bedeutete den Beginn unserer „Beziehung“, ein Friedensangebot, auf das ich eingegangen war. Komischerweise denke ich seit diesem „Kratzvorfall“ nicht länger daran, ständig beobachtet zu werden. Vielleicht auch, weil die neugierige Nachbarin von Gegenüber inzwischen weggezogen ist.

Das zerkratzte Sofa und Wände, Löcher in meinen Strumpfhosen erinnern mich ständig daran, dass diese „ungewollte“ Katze seit vier Jahren Teil unserer Lebensgeschichte geworden ist.

Jagielski. Lato 2015 / Sommer 2015 (wiersze 31)

Tibor Jagielski

ciężarówka

czterdzieści osiem
metrów sześciennych przestrzeni
siedemdziesiąt jeden
martwych ciał

lastwagen

achtundvierzig
kubikmeter raum
einundsiebzig
leblose körper


whats up

(piosenka a’la gangstarap;
co zdanie padają słowa niecenzuralne,
jak fuck you motherfucker
więc ich tutaj nie zamieszczam)

miliardy puszeczek pandory
o nazwie smartfon 24/7
włożonych do kolebki nowemu pokoleniu;
little sister is watching u;
facebook ist unser hirte,
a europa,
to ziemia obiecana
gdzie radykalna feministka i proboszcz (albo pastor, rabin, imam etc)
spotykają się na ukwieconym skwerze
i dyskutują, elegancja francja, o metodach zapładniania jak i przerywania ciąży,
a na koniec kiwają do siebie przyjaźnie
i rozchodzą się do swoich owieczek;
a na linii elektronicznego frontu harcuja hakerzy, spamerzy, hejterzy i ich przeciwnicy;
jak w jednym z filmów rolanda topora
transportujemy nasze agresje na inną planetę
alleluja i utopia!
to nie traktory a ajfony
zdobywają
niepewne jutro

Wiersze na lato 2019 (26). Jahnz.

Zapraszamy do Szczecina w Berlinie  (Wir laden ein, aber zuerst noch ein Gedicht. Zur Einladung bitte nach unten scrollen).

Najpierw wiersz, a zaproszenie poniżej.

Okazuje się, że Książnica Pomorska wpadła na ten sam pomysł co ja i publikuje jeden wiersz różnych szczecińskich poetów. Na szczęście ja już w międzyczasie przestałam liczyć na jeden wiersz i publikuję tyle, ile mi się przyśle, uważając, że nie ma to jak poezja latem.

A skoro jesteśmy w Szczecinie, to zapraszam(y) dziś na berlińską ulicę szczecińską…

Rund um den Stettiner Bahnhof: Geschichte der Verkehrswege Berlin-Stettin

Wann: 13. Juli 2019 um 16 Uhr
Ort: Gemeindesaal der Berliner Stadtmission
Stettiner Straße 45, 13357 Berlin

Die Stettiner Straße verdankt ihren Namen der Nähe zur Berlin-Stettiner Eisenbahn. Vor ungefähr 180 Jahren verliefen entlang der Straße die Eisenbahnschienen Richtung Stettin. Der Stettiner Bahnhof war einer der großen Berliner Kopfbahnhöfe und Ausgangspunkt der Bahnstrecke nach Stettin. Jetzt erinnern nur die alten, neu gestalteten Bahngleise mit den Namen der Zielorte daran. Bis heute ist lediglich der Stettiner Vorortsbahnhof, umgangssprachlich „Kleiner Stettiner“ genannt, erhalten geblieben.

Das und viel mehr erfahren Sie am 13. Juli 2019 um 16 Uhr in dem Gemeindesaal der Berliner Stadtmission, Stettiner Straße 45, 13357 Berlin. Der Vortrag „Rund um den Stettiner Bahnhof: Geschichte der Verkehrswege Berlin-Stettin” wird von Dr. Andreas Jüttemann, Autor und Stadthistoriker, gehalten.

Begleitend zu dem Thema wird noch ein Spaziergang zu der Infotafel “Grünzug auf dem Gelände der ehemaligen Stettiner Eisenbahn” angeboten.

Sommer 2019. Gedichte (25). Dębska

Agnieszka Dębska

mit tauwetter steigt die lawinengefahr 

während österreich auf schneemassen verweist
wird auf teilen des neckars die schifffahrt versenkt
große abflussmengen
steigende temperaturen
nichts vergleichbares seit nineteen ninety nine

mögliche aktivitäten erwarten großes kino
manche stecken fest, andere klettern, hallen
von den bergen, zermattet
in atlantis wird billard gespielt
das tourismusbüro tröstet die gäste

+++

ameisen und fliegen 

mit starrem hals der

echse folgen
die gegen-bewegung nicht vergessen

mehrmals täglich die sirene
der ordnungs- oder lebenshüter
weiter unten die großen touristen-anlagen
der strand ist schwarz
ein meer in der nacht

solo una persona
sagt die reinigungsfrau
auf der liege nebenan
eine tote fliege
wie zur mahnung
all die tage

Sportnachrichten. Wiersze na lato 2019 (24). Jagielski

Tibor Jagielski

sportnachrichten

im kampf der minarette und nordmanntannen
versus grotten mit feuchtgebieten
stellen wir augenblicklich ein unentschieden fest
peitsche als devotionalie einer vergangener epoche hängt an der wand
heute ist die zeit der elekronischen fussfesseln
und digitalen scheiterhaufen
jetzt kämpfen die avatare die schlachten für uns
auch liebe und hass werden virtuell
und nur noch
per knopfdruck

2013

Urlaubsbriefe / Listy z wakacji

Moin allerseits!

Was erwarten wir, zwei brave Helgoland-Reisende denn wohl, wenn wir zum x-ten Mal auf das sturmumtoste Eiland fahren?

Richtig: Eine Felskante, prall gefüllt mit Basstölpeln (Bilder 01 und 02), Trottellummen (Bild 03 – in der Bildmitte zwei Küken kurz vorm Lummensprung) und Möwen, die im Juni gefälligst mit ihrer Brut für Lärm sorgen.

Und jeder geneigte 7-Tage-Helgoländer weiß: Die viel bewunderten Sonnenuntergänge (Bilder 04 und 05) sind auch nicht zu verachten.

Ein glückliches Zusammentreffen ist es natürlich, wenn (Möwen-)Küken und Sonnenuntergang in einem Augenblick vereint sind (Bild 06).

Mit diesen sechs heftigst komprimierten Helgoland-Happen grüßen gewohnt fröhlich vom unerwartet warmen bis heißen Roten Felsen

Dagmar und Dieter

Hallo Wam Wszystkim!

Czego oczekuje człowiek, który po raz tysiąc siedemnasty udał się na wakacje na owianą wiatrami wyspę Helgoland?

O tak: spodziewamy się skalnej krawędzi, pełnej głuptaków (zdjęcia 01 i 02), nurzyków (zdjęcie 03 – pośrodku wylęgają się właśnie dwa pisklaki) i mew, które w czerwcu posiadają już potomstwo i dbają o odpowiednio hałaśliwą oprawę muzyczną.

Spodziewamy się też słynnych zachodów słońca (zdjęcia 04 i 05), które doprawdy są nie do pogardzenia.

Czasem szczęśliwy traf może zdarzyć, że trafi nam się i pisklę (mewy) i zachód słońca jednocześnie (zdjęcie 06).

Tak oto w sześciu skondensowanych kąskach przedstawiamy Wam Helgoland, przesyłając nadzwyczaj gorące życzenia z Czerwonej Skały.

Dagmar i Dieter

Lotte Laserstein und die Katzen

Ewa Maria Slaska

In der Berlinischen Galerie gibt es bis 12. August 2019 eine Ausstellung von Lotte Laserstein, eine von vielen vergessenen Künstlerinnen, die sich vor dem Kriege eine interessante Karriere aufgebaut haben, der die Hitlers Herrschaft, Krieg, Vernichtung und die dem Krieg folgende Teilung der Welt in Ost und West ein jähes Ende setzten.

Lotte Laserstein ist eine von denen, glücklicher als die anderen, als Julia Wolfthorn zum Beispiel, weil sie überlebt hat, aber, zugleich eine, die, wie viele Andere, wie Dodo, wie Jeanne Mammen oder Margarete Kubicki, oder gar Hannah Höch, in Unwichtigkeit oder gar Vergessenheit geraten waren. Welche Mühe, sie alle jetzt dem kunstinteressierten Publikum wieder zu präsentieren.

Lotte Laserstein (*1898 in Preußisch Holland im ostpreußischen Oberland; †1993 in Kalmar, Schweden) war eine deutsch-schwedische Malerin. Sie gilt als bedeutende Vertreterin der gegenständlichen Malerei der Weimarer Republik. 1937 emigrierte sie  nach Schweden. In Schweden war sie bis zu ihrem Tod als Porträtistin und Landschaftsmalerin tätig. Die in den 1920er und 1930er Jahren in Deutschland entstandenen Bilder stehen der Neuen Sachlichkeit nahe und gelten als der Höhepunkt ihres umfangreichen Schaffens. In Schweden war Lotte zwar immer noch als Malerin tätig, ihren Ruhm, den sie eine kurze Zeit in Berlin genossen hat, erlangte sie nie wieder.

Sie wird zwar der Neuen Sachlichkeit zugerechnet und tatsächlich war sie, was die Themen betrifft, eine moderne, emanzipierte Frau, aber in ihrem Schaffen war sie eine Traditionalistin. Sie war unglaublich stolz auf ihre künstlerische Bildung. Darauf, dass sie schon als junges Mädchen eine Kunstschülerin war. Sie und ihre Familie lebten in Danzig, wo Lottes Tante, Else Birenbaum eine Kunstschule leitete und selber dort lehrte. Lotte war als sehr junges Mädchen in der Ausbildung bei ihrer Tante und deshalb, wie uns unsere Kunstführerin erzähle, seit eh wusste, dass in der Kunst eine Frau einem Mann gleichberechtigt ist und sie die Kunst sowohl lehren als auch lernen kann. Als sie nach Berlin kam, war sie eine der ersten Studentinnen, die in der Königlichen Hochschule der Künste lernen dürfte. Mehr noch – sie dürfte gar die Aktmalerei studieren, darunter auch die Männerakte malen!

Lotte widmete sich der Staffelmalerei, dem Porträt und der Landschaft, und hielt nicht von der Moderne. In bester rembrandtschen Maniere malte sie verschiedene Stoffe so, dass man in einem Leinenkittel jede Falte sieht und in einem Katzenfell jedes Haar. So wie hier, in ihr Selbstbildnis mit einer Katze.

Das Bild ist exemplarisch für das Œuvre von Lotte Laserstein. Sie malte gern Porträts und darunter auch mehrere Selbstporträts. Sie schilderte sich oft als Künstlerin, als eine Malerin, die ihr Können gern zur Schau stellt, mit Attributen ihrer Zunft, was vor Kurzem nur den Männern erlaubt war. Sie liebte die Porträts mit dem Fensterblick im Hintergrund, wo man die Stadthäuser sehr genau wahrnahm. Und sogar die Katze war ein Beweis, dass sie alles kann, was sie sich vornimmt, weil die Katze musste doch sehr lange unbeweglich sitzen, wie jedes Modell auch (man munkelt, dass die Katze jeweils vor der Sitzung von einem guten Schluck Brandy betäubt wurde, aber ob es stimmt?)

Lotte wusste sehr geschickt, wie sie sich positionieren soll, wie sie ihre Kunst selber fördern kann. Sie engagierte sich im Frauenbund, sie schickte ihre Bilder zu Wettbewerben und Ausstellungen. Sie gründete auch eine Malschule für Studenten der Akademie der Künste, die an ihrem Abschluss-Portofolio gearbeitet haben. Mit ihrer StudentInnen fuhr sie unter anderen nach Worpswede, wo eine der berühmten deutschen Künstlerkolonie entstanden ist. Dort ist ihre Bilderreihe Dorfkinder entstanden. Ob diese Katze wohl auch betäubt werden müsste, darüber schweigt man.


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