Gedanken zu Weihnachten / Neujahr

Monika Wrzosek-Müller

Weihnachts- und Neujahrfest liegen zeitlich so nah beieinander, dass man fast immer im gleichen Zug die Wünsche ausspricht: Frohe Weihnachten und glückliches Neues Jahr, Wesołych Świąt i szczęśliwego Nowego Roku, Merry Christmas und a Happy New Year; und doch handelt es sich scheinbar um zwei verschiedene Anlässe. Nach längerem Nachdenken kommt aber die Einsicht, dass der ursprüngliche Ausgangspunkt in ähnlichen Bereichen liegt, nämlich in Naturereignissen. Denn es handelt sich um die Zeit der Wintersonnenwende; auf den 22. (manche sagen: den 25.) Dezember fällt der kürzeste Tag und somit die längste Nacht. Das bedeutet, dass danach die Dunkelheit wieder abnimmt und die Stunden des Lichts wieder mehr werden. Somit könnten wir Weihnachten als den Abschied von der Dunkelheit feiern; da wird das Christkind geboren und damit neue Hoffnung geweckt, auch auf Licht. Mit der Geburt begrüßen wir den Neuanfang, so wie wir das zu Neujahr auch feiern; dass die Feste so neben einander liegen, ist dann ganz verständlich. Sicher kein Zufall auch, dass auch in China zur gleichen Zeit die Wintersonnenwende gefeiert wird – mit dem Dongzhi-Fest am 22. Dezember (wie uns unsere Freunde Jia und Fu erzählt haben).

Continue reading “Gedanken zu Weihnachten / Neujahr”

Puccini – Il Trittico

Monika Wrzosek-Müller


Die letzten Tage waren wirklich alles andere als lichtvoll und optimistisch, auch wenn die Weihnachtsmärkte überall mit dampfendem Glühwein einladen. Noch wenn Schnee liegt, erscheint die Welt heller und sauberer, eben weiß, aber mit dem Dauerregen ist alles zwar gewaschen und nass, doch auch dunkel, feucht und unangenehm. So war die Flucht in die Opernwelt sehr angebracht und willkommen, zumal es eigentlich drei Oper in einer sind.

Triptychon assoziieren wir mehr mit einem Altargemälde, das aus drei Teilen besteht. In der Mitte meistens die wichtigste Szene, flankiert von zwei Darstellungen aus dem Leben eines Heiligen (es waren ja meist Kirchenaltäre und dargestellt wurden Szenen aus der Bibel). Meistens waren die Flügel beweglich, man konnte sie schließen, und so gab es noch mehr Fläche für die Darstellungen. Ich erinnere mich, wie ich als Kind, in der Marienkirche in Krakau darauf gewartet habe, dass der Altar geöffnet wurde; dabei handelt es sich um ein Pentaptychon, also mit fünf Teilen: der Mittelaltar und die beidseitig bemalten Flügel an den Seiten. Die Öffnung des Altars war immer ein besonderer Moment, meistens ertönte auch Orgelmusik und die Lichter gingen an.

Continue reading “Puccini – Il Trittico”

Eine Frau!

Brigitte von Ungern-Sternberg

Liebe Ewa, 

nochmals zur Andromeda.

In Bezug auf das Datum habe ich Unterschiedliches gelesen, ist ja auch eigentlich nicht wichtig. Im Beitrag des ‘Deutschland Funks’ war es im Oktober, jedenfalls war es im Jahr 1923.

In diesem Beitrag  ist zu hören, dass die Forschungen einer  F r a u  zu den ‚Cepheiden’ bedeutsam dafür waren, dass Hubble seine Entdeckung machte.
In Amerika konnte sie an der Harvard University studieren, ob sie das in Europa so ohne weiteres gekonnt hätte!?!

Nach Hubble wurde das berühmte Hubble Teleskop benannt, die Frau kennen nur die Spezialisten. Es war Henrietta Swan Leavitt. Nach ihr wurde ein Asteroid und ein Mondkrater benannt (1973 entdeckte Asteroid (5383) Leavitt & Mondkrater Leavitt)

Siehe auch einen WIKIPEDIA Artikel.
Oder Videos auf youtube Hubblecast 116: Henrietta Leavitt — ahead of her time

Herzlich
Brigitte

P.S.

Immerhin hat ein Kollege Henrietta Swan Leavitt gewürdigt und sie für einen Nobelpreis vorgeschlagen. Wikipedia schreibt: 1921 starb Henrietta Swan Leavitt an Krebs. In Unkenntnis ihres Todes erwog der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler 1925, Leavitt für einen Nobelpreis vorzuschlagen. Da dieser jedoch nicht postum verliehen wird, ging sie letztlich leer aus. Nota bene Edwin Hubble teilte ein Schicksal mit Henrietta: Auch für ihn war es für einen Nobelpreis war zu spät!


***

Dirk Lorenzen in Deutschland Funk, 5. Oktober 2023

Hundert Jahre Andromeda-Galaxie

Historische Beobachtung 1923. Die Entdeckung der Andromeda-Galaxie

In der Nacht auf den 6. Oktober 1923 beobachtete der US-Astronom Edwin Hubble den Spiralnebel im Sternbild Andromeda. Diese Nacht veränderte unsere Kenntnis vom All – denn der vermeintliche Nebel ist eine riesige, weit entfernte Galaxie.


Seit 100 Jahren ist klar, dass M31 kein Nebelfleck in der Milchstraße ist, sondern eine eigene Galaxie. (Bill Schoening, Vanessa Harvey/REU program/NOIRLab/NSF/AURA)

7. Dezember 1923 – Andromeda tritt ein.

Brigitte von Ungern-Sternberg

Liebe Ewa,

eine ‚kleine‘ kosmische Exkursion zum Andromeda Nebel – als veritable Galaxie entdeckt erst vor 100 Jahren, am 7. Dezember 1923. 

Vor 1923 gab es die Vorstellung, dass unsere Milchstraße alles ist, was das ganze Universum ausmacht.  Mehr sei da nichts. 

Weit gefehlt! Der amerikanische Astronom Edwin Hubble belehrte uns eines besseren. Die Galaxie Andromeda ist unsere kosmische Nachbarin so imposant in ihrer Größe wie unsere Milchstraße selbst. Ihr Spektrum liegt im bläulichen Bereich, d.h. sie nähert sich unserer Galaxie.  So die Erkenntnis im Jahr 1923.

Continue reading “7. Dezember 1923 – Andromeda tritt ein.”

Wir und Elfriede Jelinek

Anne Schmidt & Ewa Maria Slaska

AS:

Ich setze auf einem bevorzugten Platz im Deutschen Theater und könnte mich ohrfeigen:  Ich habe meine Hörgeräte vergessen. Mir wird schnell bewusst, dass ich den Monolog der jungen Schauspielerin nur zu einem Bruchteil verstehen werde, obwohl ich vorn sitze und sie – ganz offensichtlich, aber nicht sichtbar – ein Mikrofon trägt.

Wortspiele, so wird mir trotz meiner Schwerhörigkeit schnell klar, sind auch ein bevorzugtes Stilmittel von Elfriede Jelinek, deren Stück  Angabe der Person  ich gerade konsumiere, ohne ihre Festplatte geklaut zu haben.

Continue reading “Wir und Elfriede Jelinek”

Turin – Porträt einer Stadt

Monika Wrzosek-Müller

Leider haben meine Corona-Erkrankung und der Service von Lufthansa, bei dem buchstäblich nichts gestimmt und funktioniert hat und ich deswegen drei Tage ohne meinen Koffer in Turin saß, die Erlebnisse in Turin etwas verblassen lassen. Ich höre jetzt von den Ärzten rundherum, das Fliegen sei am schlimmsten; da schnappten die meisten das Virus auf. Während der Pandemie hieß es doch immer, das Flugzeug sei das sicherste Verkehrsmittel, weil da Filter und Düsen alles einsaugen würden… egal, exakt auf dem Rückflug (zum Glück) habe ich die Krankheit bekommen.

Continue reading “Turin – Porträt einer Stadt”

Warum Deutschland?

Michael Müller

(…)

Warum überhaupt hat Aleksander Brückner sich dafür entschieden, seinen wissenschaftlichen Weg in Deutschland zu gehen? Dass er sich sehr bewusst dafür entschieden hat, ist unbestreitbar. Seine akademische Heimat war eigentlich Lemberg/L’viv, danach Wien, wo er bei den damals führenden Slavisten weiter studierte und 1876 auch promoviert wurde. Es zog ihn dann jedoch weiter nach Leipzig und Berlin, und 1878 verfasste er, auf Deutsch, seine Studie über die slawischen Ortsnamen in der Altmark und im Magdeburgischen. Er reagierte damit auf die von der Leipziger Societas Jablonoviana damals zu eben diesem Problem ausgeschriebene wissenschaftliche Preisfrage, reichte die Studie aber zugleich als seine Habilitationsschrift ein, die er im selben Jahr in Wien verteidigte. Kurz kehrte er danach an die Universität L’viv zurück, um aber 1881 den Ruf als Professor für Slavistik an der Berliner Friedrich Wilhelms-Universität anzunehmen, zunächst als „außerordentlicher Professor“, seit 1892 dann als „Ordinarius“.

Continue reading “Warum Deutschland?”

Decolonize Human Rights!?!

Ewa Maria Slaska & Brigitte von Ungern-Sternberg

Ewa:
Heutzutage dekolonialisiert man alles. Vor einm Jahr oder so habe ich im Zeit Magazin gelesen, dass “2×2 = 4” auch ein Zeichen der patriarchalen Supremation der alten weißen Männern ist und “wir”, z.B. Transtanzende Transfrauen aus Transistria, ein anderes mathematischen Prinzip haben können, das für uns das A und O der Wissenschaft symbolisieren wird. Zum Beispiel transition probability. Wir sollen wissen, dass Beweise in der Wirklichkeit nicht existieren und nur imaginär sind, damit wir sie in allen unseren Beweisführungen als pure Behauptungen nutzen können. Saben Knaecke schreibt auf dem Quora Portal: Die Behauptung “2 x 2 = 4” sei “wahr”, beruht darauf, dass es eine Reihenfolge von Symbolen gibt, in der auf die “2” die “3” kommt und auf “die “3” die “4” . Nur DADURCH ist die Behauptung “2 x 2 = 4” wahr.
Der Mathematiker schreibt es so: 2=succ(1), 3=succ(2), 4=succ(3) usw. usf. Die Antwort sieht entsprechend aus.
Es gibt auch ein paar andere Antworten. Die lassen wir aber.

So. Und jetzt zur Fragen von Brigitte.

Continue reading “Decolonize Human Rights!?!”

Green Border / Grüne Grenze / Zielona granica

EMS: Fast zufällig nahm ich gestern teil an Sichtung des Films ZIELONA GRANICA / GREEN BORDER.

Dies ist der neue Kinofilm der dreifach Oscar®-nominierten polnischen Ausnahmeregisseurin Agnieszka Holland, der auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig sieben (!) Auszeichnungen erhielt, unter anderem den „Spezialpreis der Jury“, den „Cinema for UNICEF Award“ und den „Best Foreign Film Award“.

EMS: Der Film kommt am 1.2.2024 in die deutschen Kinos.

Continue reading “Green Border / Grüne Grenze / Zielona granica”

Nasz nowy projekt / Unser neues Projekt

Tytuł: 
Brakująca część historii – cz. 2. Kobiety w cieniu gilotyny – Polki stracone w kaźni Plötzensee w Berlinie

Auf Deutsch HIER

Druga część projektu “Brakująca połowa historii” jest próbą uzupełnienia historii polsko-niemieckiej poprzez przypomnienie kobiet – zapomnianych bohaterek wymazanych z kart historii, Polek, które 100 lat temu walczyły o swoje prawa razem z kobietami w Niemczech, a które później walczyły o wolność i stały się ofiarami wojny. Niektóre z nich działały lub zmarły w Berlinie.
W roku 2022 poświęciłyśmy nasz projekt na ten temat Irenie Bobowskiej, poetce, artystce, dziennikarce, która w wieku 22 lat została zamordowana przez hitlerowców w Berlinie. Dla nas była ona symbolem kobiet, które zostały zamordowane, umęczone lub wygnane w czasie wojny, a potem wygnane w niepamięć przez potomnych. Im właśnie, polskim konspiratorkom, straconym podczas wojny w Berlinie w m iejscu straceń Plötzensee, poświęcamy drugą część naszego projektu, który realizować będziemy dzięki wsparciu Fundacji EVZ na przełomie lat 2023/2024.

Continue reading “Nasz nowy projekt / Unser neues Projekt”