Monika Wrzosek-Müller
Weihnachts- und Neujahrfest liegen zeitlich so nah beieinander, dass man fast immer im gleichen Zug die Wünsche ausspricht: Frohe Weihnachten und glückliches Neues Jahr, Wesołych Świąt i szczęśliwego Nowego Roku, Merry Christmas und a Happy New Year; und doch handelt es sich scheinbar um zwei verschiedene Anlässe. Nach längerem Nachdenken kommt aber die Einsicht, dass der ursprüngliche Ausgangspunkt in ähnlichen Bereichen liegt, nämlich in Naturereignissen. Denn es handelt sich um die Zeit der Wintersonnenwende; auf den 22. (manche sagen: den 25.) Dezember fällt der kürzeste Tag und somit die längste Nacht. Das bedeutet, dass danach die Dunkelheit wieder abnimmt und die Stunden des Lichts wieder mehr werden. Somit könnten wir Weihnachten als den Abschied von der Dunkelheit feiern; da wird das Christkind geboren und damit neue Hoffnung geweckt, auch auf Licht. Mit der Geburt begrüßen wir den Neuanfang, so wie wir das zu Neujahr auch feiern; dass die Feste so neben einander liegen, ist dann ganz verständlich. Sicher kein Zufall auch, dass auch in China zur gleichen Zeit die Wintersonnenwende gefeiert wird – mit dem Dongzhi-Fest am 22. Dezember (wie uns unsere Freunde Jia und Fu erzählt haben).
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