EMS: Reblog vom… Februar! (06.02.2022) Im Juni sind die Nächte am schönsten. Im Februar, na ja… Dort gehe ich heute hin!
Monika Wrzosek-Müller
Frauenblick: Norblin-Fabrik
Eigentlich hatte ich vor, in Warschau lange Spaziergänge zu meinen alten, aber auch den neuen Orten zu unternehmen. Doch die Tage sind zu kurz, auch es ist zu dunkel, das Wetter spielt manchmal völlig verrückt; es gibt Schneegewitter oder Hagelstürme, dann scheint plötzlich die Sonne und mich überfällt eine Lethargie, die ich erst einmal überwinden muss, bevor ich mich überhaupt in Bewegung setzten kann. Sich aus dem geschützten und noch sehr altmodischen Viertel Saska Kępa in die Großstadt zu bewegen, erfordert Mut; hier ist alles klein, bekannt, überschaubar; drei größere, vertikal verlaufende Straßen und etwas mehr horizontale. Natürlich findet man auch hier schöne alte Bauhaus-Häuser, noch nicht herausgeputzt, noch im Urzustand, die mich anlächeln. Manchmal verfehlen die allzu pingeligen Renovierungen ihr Ziel, sie lassen die alte Patina verschwinden, zusammen mit der Schönheit und Einfachheit, zu schade. Doch die große neue Welt befindet sich eindeutig außerhalb von diesem Viertel.
„Zornige Frauen“ von Maja Staśko Übersetzung ins Deutsche von Andreas Visser
Drei Schauspielerinnen erzählen von der Schlampe aus dem Plattenbau; der alten, hässlichen oder schwangeren Frau im Bus (wie man möchte); der Studentin, die sich kein Zimmer leisten kann. Frauen miteinander, gegeneinander, untereinander, übereinander; Foodtruck und Emanzipation; Barbie macht Karriere und Frauen machen Müll; Mütter, Töchter, Freundinnen, artig, fleißig, traurig, hochnäsig, lustig und belästigt. Die polnische Autorin und Frauenrechtsaktivistin Maja Staśko zeichnet in diesem Szenenreigen Frauen, denen wir täglich begegnen oder auch nicht oder wir begegnen uns selbst. Eine Show für drei Schauspielerinnen mit überbordender Spiellust – berührend, witzig und provakant.
Es spielen: Beo Yalçin, Celina Muza und Kati Thiemer
Regie: Andreas Visser Kostüme nach Entwürfen von Anna Molga
Ort: Acud Theater, Veteranenstraße 21, 10119 Berlin
Maja Staśko, polnische Autorin, Literaturkritikerin, Journalistin, und feministische und soziale Aktivistin. Publiziert in Krytyka Polityczna, Ha!art, Wakat, Codziennik Feministyczny und Gazeta Wyborcza. Für ihre publizistischen Arbeiten wurde sie 2019 für den Medienpreis „Feder der Hoffnung“ von Amnesty International Polen nominiert. An der Adam-Mickiewicz-Universität Posen promoviert sie am Institut für Polnische Philologie. Die Autorin veröffentlichte das Buch „Gwałt to przecież komplement – Czym jest kultura gwałtu (Die Vergewaltigung ist doch ein Kompliment – Was ist Vergewaltigungskultur)“ und fürs Theater die Stücke: „Zornige Frauen“ und„Amazon Burns“.
Ein szenischer Versuch über die Absurdität der menschlichen Existenz, die zwischen der Suche nach einem Sinn und dessen Ausbleiben besteht.
Hier trifft Beckett auf Tschechow, Absurdität auf Melancholie – und es entsteht eine sentimentale Groteske… ein groteskes Sentiment über den Schmerz des Menschen; über seine Einsamkeit, aber auch seine Liebe zum Leben und sein zuweilen hoffnungsloses Verlangen nach Glück.
Sartre sagte:
„Alles hat man herausgefunden, nur nicht, wie man lebt.“
Und bei Tschechow heißt es:
„Wozu wir leben, wozu wir leiden … wenn man es nur wüsste, wenn man es nur wüsste!“
(Olga, „Drei Schwestern“)
Namen und Zeit spielen hier nur bedingt oder gar keine Rolle. Es geht um die pure Wahrnehmung der Existenz, um menschliche Sehnsüchte und wie sie im Laufe des Lebens entstehen, sich verändern und schließlich vergehen. Die namenlosen Figuren nehmen im Laufe des Stückes verschiedene Identitäten an. Ganz gleich, ob man die literarische Provenienz der Figuren erkennt oder nicht, sie werden zu Archetypen, zu Urformen des Seins.
Vielleicht ist die Frage nach dem Sinn überflüssig… Vielleicht wird das Leben gerade durch das Stellen dieser Frage absurd…?
Premiere war am 14.03.2024.
Dauer: ca. 60 Minuten
Tickets: 15,- / 10,- (erm.)
Kommende Aufführungen: Freitag 28.06. & Samstag 29.06., jeweils um 20:00 Uhr
Es spielen: Bożena Baranowska, Justyna Pawlicka, Jacek Głaszcz
Off-Stimme: Christian Koerner, Katarzyna Makowska-Schumacher
Idee, Dramaturgie, Regie: Katarzyna Makowska-Schumacher
Bühne: Andre Putzmann
Musik: Bardo
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Ewa Maria Slaska
Byłyśmy na Beckecie z Elą Kargol już jakiś czas temu. Nie na premierze, ale wkrótce po. Ela napisała na FB:
„Becketts Beine“ (Nogi Becketta) w teatrze ACUD W Berlinie. O życiu, miłości, trwaniu i przemijaniu i o… czekaniu. Dziękuję aktorom, reżyserce, realizatorom i wszystkim, którzy przyczynili się do powstania spektaklu. Ponieważ temat „nogi“ jest ostatnio bardzo ważny dla mnie, tym bardziej zaintrygowały mnie nogi Becketta, a ich absurd w sztuce szalenie mnie rozbawił.
A tu impresje fotograficzne Eli i Gosi Cieśli:
Scena:
Aktorzy:
Ewa i Beckett (Jacek Głaszcz); na prawym zdjęciu również Gosia.
Ela (ja jej towarzyszę, ale ja tu nie jestem w ogóle ważna, ważna jest tylko Ela) na scenie (po spektaklu) wymachuje kulami z radości, że mimo wszystko nie tylko dotarłyśmy do teatru (daleko), ale i weszła na 17 piętro ( no może trochę niżej, ale wysoko):
Samstag 15. Juni, 18:00 Uhr Vernissage und Texte von Tibor Jagielski Sobota, 15 czerwca o godzinie 18 – wernisaż i spotkanie autorskie z Tiborem Jagielskim
Ich weiß nicht, was Tibor morgen zeigen wird und was er uns vorliest . Ich habe hier (ganz / fast) zufällig etwas ausgesucht, um Euch überzeugen, dass man / frau morgen unbedingt ins polnische Sprachcafé kommen soll.
Nie wiem, co Tibor jutro będzie czytał i co pokaże. Wybrałam coś z jego ogromnego dorobku, który tu prezentowałam, po to, żeby zachęcić Was do przyjścia jutro do Polskiej Kafejki Językowej.
Schulzestraße 1, 13187 Berlin S-Bahn Wollankstraße
Tell me a photo: ABC of War, Berlin, 2024 Rathaus Lichtenberg Kooperative Photoproject Projekt seit 2022 ununterbrochen; Ausstellung: 4 June – 2 August 2024 Projektleitung: Masha Pryven
Meine treuen Leser:Innen wissen, dass ich es liebe, die auf der Straßen gefundenen Buchseiten aufzulesen und deren Autorin / den Autor zu entdecken. Vor Jahren, aber schon in den Zeiten, dass dieser Blog funktionierte, war es wirklich eine akribische Aufgabe, die Autorin oder den Autor zuerst in Kritiken zu finden, oder mindestens vermuten, wer es sein kann und was für ein Werk es ist. Meistens ging ich am Ende in die Bibliothek oder kaufte ich das Buch. Jetzt ist es viel viel einfacher. Man sucht sich eine Zeile, gibt sie dem Google und schon ist des Pudelsrätsel gelöst, wie bei Goethe: Das also war des Pudels Kern!
Das ist eigentlich die Geschichte einer gefühlten Fremdheit, oder einer Leidenschaft, und deren Stationen im Leben von Menschen, die sich für die intensive, wirkliche und alltägliche Verständigung zwischen den Mitmenschen, vielleicht aber doch speziell zwischen Polen und Deutschen einsetzen und eingesetzt haben.
Auf jeden Fall durchbricht diese Freifläche bei Berlin Global, die am Freitag eröffnet und mächtig gefeiert wurde, die gewaltige steinerne Fassade des Kolosses Humboldt-Forum, eines Riesen, der immer noch nicht seinen Platz und seine Aufgabe gefunden hat. Die Ausstellung macht den Ort lebendig. Zur Eröffnung strömen vor allem junge Polen aus allen Richtungen, aber auch ein paar Veteranen der deutsch-polnischen Verständigung, ein paar Deutsche Freunde, Interessierte, Verlorene. Sie alle lassen sich das Konzept erklären, sind von der Farbigkeit und der gelungenen Inszenierung fasziniert. Sie lassen sich die Orte in Berlin vorführen, die mit Polen, der polnischen Geschichte, den polnischen Menschen verbunden sind, die Videos auf großen Bildschirmen mit Gesprächen, Aussagen von mehrheitlich Polen zu den Themen wie: Fremdheit, gefühlte, erlebte, Eingewöhnung, deutsch-polnische Beziehungen, Solidarność versus Solidarität im Leben, seit dem Krieg in der Ukraine und auch vorher…
Jeden Morgen ging sie mit dem Hund aus dem Haus und je nach Wetter bog sie links oder rechts ab. War es sehr sonnig und heiß ging sie nach links, da war es vormittags schattig und oft windig. Sie ging dann zwischen kunstvoll angelegten Parkflächen, die eben keine reinen Grasflächen waren; da sind diverse Bodendecker eingepflanzt, manche blühten schon, andere kamen später, auch verschiedene Blumen wie Iris und niedrig wachsende Rosenarten, aber auch Hortensien, Sommerflieder, Lavendelbüsche, verschiedene Arten von Storchenschnabel, Immergrün und vieles mehr. Diejenigen, die länger im Schatten lagen, gediehen eindeutig besser, sie wurden nicht von der Sonne verbrannt. Nach rechts lief sie, wenn im Winter, Frühjahr oder späten Herbst Licht- und Sonnenstunden weniger wurden. Eigentlich war die Bepflanzung ähnlich, wie auf der anderen Seite, die Sonneneinstrahlung setzte aber den Pflanzen oft so stark zu, dass sie manchmal schon in Juni ausgetrocknet und mickrig waren und es viele nackte Stellen gab.