Strümpfe stopfen

Do moich polskich Czytelników – we wpisie jest mowa o cytacie z powieści Henninga Mankella Piąta Kobieta. Cytat dotyczy cerowania skarpetek. To bardzo ważny cytat. Kiedyś znalazłam link do tego cytatu po polsku, ale niestety w międzyczasie zniknął.

Ewa Maria Slaska

Wallander, Die Fünfte Frau und das Stopfen der Strümpfe

Ich lese gerade den 5. Roman von Henning Mankell. Gestern fand ich dort einen wichtiger Absatz, der eigentlich mit der Handlug der Krimistory nichts zu tun hat, viel aber mit dem Stand der unseren Gesellschaft. Wallanders Worte über Strümpfestopfen. Ich fand es interesant, dass ein sensibler Mensch schon in den 90gern, schon in reichen Schweden dies gesehen hat, was wir erst 10, 15, 20 Jahre später bemerkt haben. Er wusste, dass wir uns erst am Anfang von etwas befinden, das sich noch verschlimmern wird. Und so war es. Und so ist es. Und es läßt sich nicht ändern. Nicht umkehren. Ich dachte, ich möchte darüber hier, in diesem Blog erzählen, weil es so wichtig ist. Und dann fand ich, dass ich nicht die Einzige bin, die die Wörte von Mankell bemerkenswert findet. Es sind im Internet mehrere, die es tun. Ich möchte hier einem von Ihnen zitieren: Pastor Max Toepffer. 2012 schrieb er in einem Pfarrbrief:

Ich bin ein großer Krimi-Fan und besonders angetan haben es mir Kriminalgeschichten aus Skandinavien. Vor einigen Jahren las ich in einem Buch des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell eine Passage, die mich sehr nachdenklich gestimmt hat. Da fragt Linda ihren Vater, den Kommissar Wallander, warum es so schwer sei, heute in Schweden zu leben:

„Manchmal stelle ich mir vor“, sagte Wallander, „dass es damit zu tun hat, dass wir aufgehört haben, unsere Strümpfe zu stopfen!“ Sie sah ihn verwundert an.„Ich meine das ernst“, sagte er. „Als ich groß wurde, war Schweden noch ein Land, in dem man seine Strümpfe stopfte. Ich habe es sogar noch in der Schule gelernt. Dann plötzlich eines Tages war Schluss damit. Kaputte Strümpfe wurden weggeworfen. Keiner stopfte mehr seine Wollsocken. Die ganze Gesellschaft veränderte sich. Verbrauchen und Wegwerfen wurde zur einzigen Regel, die wirklich alle vereinte. Es gab zwar Menschen, die darauf beharrten, ihre Sachen zu flicken, aber man sah und hörte sie nicht. Solange es nur die Strümpfe betraf, war diese Veränderung vielleicht nicht so gravierend. Aber das Prinzip griff um sich! Schließlich wurde es zu einer Art unsichtbarer, aber ständig gegenwärtiger Moral. Ich glaube, das hat unsere Auffassung von richtig und falsch verändert, von dem, was man anderen Menschen gegenüber tun durfte und was nicht. Alles ist so viel härter geworden. Immer mehr Menschen fühlen sich überflüssig oder sogar unwillkommen im eigenen Land. Und wie reagieren sie darauf? Mit Aggression und Verachtung! Am erschreckendsten aber ist, dass wir uns erst am Anfang von etwas befinden, das sich noch verschlimmern wird. Es wächst im Moment eine Generation heran, die mit noch größerer Aggressivität reagieren wird. Und die haben keine Erinnerung mehr daran, dass es tatsächlich einmal eine Zeit gegeben hat, wo wir unsere Wollsocken gestopft haben. Wo wir weder Wollsocken noch Menschen verbraucht und weggeworfen haben!“

Soweit Kurt Wallander im Roman „Die fünfte Frau“. Das, was Henning Mankell da für Schweden feststellt (Schweden 1996 – noch so eine schöne Zeit! – Anm. EMS), gilt genauso für Deutschland wie für alle Staaten der westlichen Welt. Das Wegwerfprinzip hat tatsächlich unser Leben, unsere Wertvorstellungen, unsere Moral nachhaltig verändert. Es hat unsere Auffassungen von richtig und falsch verändert, von dem, was man anderen Menschen gegenüber tun durfte und was nicht. Und es mündet (überspitzt formuliert) in die bittere Feststellung: Wo man alte Socken wegwirft, da wirft man am Ende auch Menschen weg?! (Heine? wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen – Anm. EMS) Oder was zählt denn heute ein Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt, wenn er die 50 überschritten hat? Was zählt ein Hartz IV-Empfänger? Was ist ein Mensch in unserer Gesellschaft wert, wenn er körperlich, wenn er psychisch beeinträchtigt ist? Zu was ist ein alter Mensch noch nütze? Was erfahren Menschen mit Migrationshintergrund an Ausgrenzung, an handfester Gewalt in Deutschland? Und warum gibt es so viele Menschen, die am Rand unserer Gesellschaft stehen? So viele Einsame und Einzelgänger? So viele Erwachsene und Kinder, die im Grenzbereich einer menschenunwürdigen Existenz leben müssen? Warum ist alles so viel härter geworden? Und warum gibt es so viele Menschen, die sich überflüssig oder sogar unwillkommen fühlen?

Wenn ich in die Bibel schaue, wird mir wieder bewusst, wie so ganz anders Jesus mit Menschen umgeht – mit Menschen in Grenzsituationen, mit Menschen am Rand der Gesellschaft. Da erlebe ich Hinwendung und Beachtung, da geschieht Heilung. Für Jesus gibt es kein „Das geht mich nichts an!“ oder gar „Was habe ich davon!“ Wenn ich in die Bibel schaue, erlebe ich immer wieder staunend, wie behutsam und liebevoll, wie verbindlich Jesus mit den Menschen umgeht. Er hat keine Berührungsängste vor Menschen mit Behinderungen, körperlichen oder seelischen Gebrechen, Krankheiten, auch nicht vor Menschen, die anders sind. Damit setzt Jesus Maßstäbe!

Als Christen nehmen wir uns diese Maßstäbe zu Herzen! Wir versuchen, sie umzusetzen, zu leben. Das verlangt auch von uns ganz bewusst mehr Achtsamkeit und Behutsamkeit im Umgang mit anderen Menschen. Die Wegwerfgesellschaft darf uns nicht dazu verleiten, mit Menschen auch nach dem Prinzip: Verbrauchen und Entsorgen! zu verfahren. Jesus setzt Maßstäbe – und so ist für mich als Christ jeder Mensch, der an meinem Lebensweg steht, eine Aufgabe.

Ihr Max Toepffer

mankellskarpety

Uwolnić Asię Bibi / Freiheit für Asia Bibi

Für meine deutsche Leser – sieh’ in Wikipedia, wer Asia Bibi ist und was ihr droht


asiabibi1asiabibi2

Sekcja polska organizacji CitizenGo, która zajmuje się sprawą Asii Bibi, stworzyła film o Asii Bibii. Film znajduje się na płycie DVD dołączonej do kartki pocztowej, która ma dotrzeć do tych, którzy mają wpływ na uwolnienie kobiety.

Wysyłajmy i rozdawajmy kartki z filmem wszystkim ludziom sumienia.
Działamy międzynarodowo!

Nasza inicjatywa odbywa się jednocześnie we wszystkich krajach Europy.

***

23 lipca bliscy Asii Bibi poinformowali CitizenGO o wyniku rozprawy w Sądzie Najwyższym w Islamabadzie, który uchylił wyrok Sądu Apelacyjnego w Lahore z października zeszłego roku i przejął sprawę do rozpoznania. To oznacza, że Sąd Najwyższy zbada sprawę na nowo i że w tej chwili nie obowiązuje wyrok śmierci wydany na Asię Bibi. Ciągle jest oskarżona, lecz według pakistańskiego prawa – nie można jej teraz zamordować.

Asia Bibi mogłaby opuścić więzienie (ale nie kraj) do czasu kolejnej rozprawy w Sądzie Najwyższym (jej termin nie jest jeszcze znany), lecz wraz z rodziną i prawnikami zdecydowała się na pozostanie w więzieniu do ostatecznego wyroku, ponieważ tam jest bezpieczniejsza. Poza więzieniem mogłaby zostać natychmiast zamordowana (wyznaczono nawet nagrodę w wysokości ok. 5000 $ dla tego, kto ją zabije). Rodzina uznała, że życie Asii Bibi jest ważniejsze od bolesnej rozłąki…

Ciągle podpisujmy petycję, a jeśli już to zrobiliśmy, poprośmy znajomych o podpisanie!
Nasze podpisy mają sens. Pozwalają – choć trochę – równoważyć nacisk tych, którzy chcą Asię Bibi zamordować.

Podpisz petycję

Dziękuję
Magdalena Korzekwa

Dyrektor CitizenGO Polska

Pishka

Ewa Maria Slaska

Jedzenie po baszkirsku / Essen auf Baschkirisch

Oczywiście najpierw trzeba się zapytać, gdzie leży Baszkiria? / Natürlich muss man sich zunächst fragen, wo die Baschkiria liegt? Baschkiria das heißt Bashkortostan. /Baszkiria to Baszkortostan. Autonomiczna republika, wchodząca w skład Federacji Rosyjskiej, u podnóża Uralu. / Eine autonome Republik im östlichen Teil des europäischen Russlands, dicht an den Ural. Die Bevölkerung besteht zu über 90 % aus Russen, die Minderheiten sind die Tataren, Baschkiren, Kasachen, Ukrainer und Weißrussen. / W Baszkirii mieszkają głównie Rosjanie – mniejszości to Tatarzy, Baszkirzy, Kazachowie, Ukraińcy i Białorusini. Stolicą jest Kurgan. Tak podaje Wikipedia. Silja, właścicielka Pishki napisała mi jednak, że stolicą jest Ufa. Mapa Google by to potwierdzała. / Wikipedia meint, die Hauptstadt wäre Kurgan, aber Silja, Inhaberin von Pishka meint, es ist Ufa. Google-Map scheint es zu bestätigen.

baszkiria ***

Am 25. Juni eröffnete man ein baschkirisches Restaurant PISHKA in Kreuzberg. / 25 czerwca na Kreuzbergu otwarta została PISHKA, baszkirska restauracja. Poszłyśmy tam z koleżanką. Było świetnie. / Wir waren dort mit meiner Freundin. Es war wunderbar. Es gibt gutes hausgemachtes Essen und Wunderbares zum Trinken d.h. Kwas in vier Farben und Kompott, was keine Ähnlichkeit mit dem deutschen Kompott vorweist, ein Lieblingsgetränk aller aus dem Osten.

Personal ist unglaublich freundlich. Alle sind fröhlich, sie und wir. Super.

/ Do jedzenia są pierogi, wareniki, pielmieny, różne świetne pasztety, krokiety i pulpety, trzy zupy, w tym barszcz, do picia kwas w czterech kolorach i nasz swojski kompot. Przemiła obsługa. Wesoło.

pishka-scianka pishka1-menu pishka-dziewczyny  pishka-napoleonka

pishka-ruskaAlso – nichts wie hin. Eine Losung von Pishka ist: Esst mehr Piroggen Und so soll es sein! / Koniecznie trzeba iść. I podjeść pierogów, które smakują inaczej niż te nasze, a to zawszeć ciekawostka.

Ach und noch eine Preis-Frage – was bedeutet PISHKA? I jeszcze pytanko z nagrodą – co znaczy PISHKA?

Kreuzberg, Bergmannstr. 1, U-Bahn Mehringdamm.

Spreegöttin

Mittig-Abb-3Brigitte von Ungern-Sternberg

Eine Flussgöttin im Sockel des Nationaldenkmals

Berlin hat, wie jede große Stadt, unter den Straßen und Häusern seine vielfältigen ‘Unterwelten’. So stand auch das tonnenschwere ehemalige Nationaldenkmal vor dem Berliner Stadtschloss auf einem soliden Sockel mit einer Unterwelt. Den Sockel samt Unterwelt gibt es noch heute.

Berlin_Nationaldenkmal_Kaiser_Wilhelm_mit_Schloss_1900Passiert man den Eingang zu dieser Unterwelt, so begegnet man einer Frau, die einen Fisch im Arm trägt. Ganz anders als ehedem der nationale Tumult über ihr, liegt ihr der Fisch am Herzen. Sie erscheint als Flussgöttin der Spree.

800px-Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal_-_Sockel_4800px-Berlin_-_Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal_-_Gewölbe_2

437px-Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal_-_Sockel_5Es ist lange Zeit sehr ruhig in dieser Unterwelt zugegangen und Wasserfledermäuse haben sich angesiedelt. Ob sie sich dort noch wohlfühlen werden, wenn über ihnen mit einigem Baulärm das Denkmal für die deutsche Einheit errichtet wird?

Vor einer Woche gab es HIER einen Beitrag von Brigitte über die Löwen von dem Kaisersdenkmal. Brigitte wird jetzt öfter über Berlin erzählen.

Die kleine große Welt (13)

Monika Wrzosek-Müller

Yoga Festival-Kladow

Wie jedes Jahr fuhr sie mit der Fähre nach Kladow; was wichtiger war: die Fahrt selbst oder das jährliche Event des Yoga-Festivals, wusste sie nicht. Leider war die Fähre modernisiert und die alte, die an ein Boot erinnerte – klein, mit ein paar Plätzen auf dem Dach – durch ein Monstrum aus geschlossenem Plexiglas ersetzt, das an eine breite S-Bahn erinnert. Vorbei damit, dass man den Wind spürte und auf dem Deck eng mit den anderen auf Yogamatten zusammen saß. Es war sauber, übersichtlich, mit Reihen von Sitzplätzen, wie im Kino, mit enorm viel Platz für wenige, die ihn nicht brauchten; doch sie fuhr damit.

Und wie immer war die Überfahrt ein Erlebnis für sich; sie war in ihrem Kopf noch Meilen von dem Yoga Event entfernt; schaute verträumt um sich herum, auf das Wasser, die vielen Boote, die bewaldeten Ufer des Wannsees; die schöne Seite von Berlin stimmte sie melancholisch. So lange kämpfte sie schon mit sich um ihren Platz in diesem Berlin und den Platz von Berlin in ihr; es war unendlich schwer das zu verbinden, sich zu finden als Mensch, als Ehefrau, als Mutter, als Fremde, als Germanistin, als Arbeitskraft, als Yogalehrerin, als Übersetzerin und als Deutschlehrerin. Immer wieder nagte das Gefühl an ihr, nicht dazu zu gehören, etwas verpasst zu haben; sich nicht einmischen zu wollen, das Leben von außen zu betrachten, nicht bemerkt zu werden und nicht das eigentliche Leben zu leben. Es lag an ihr, der langsame passive Gang ihres Lebens, sich vorwärts schaukeln, wie die Wellen nach vorne rollen und schnell wieder zurückkehren, sich zurücknehmen, was man schon erreicht hat, zerstören. Die Überfahrt war lang und doch kurz oder genau richtig, um nicht zu lange grübeln zu können.

Die jungen Leute um sie herum mit eingerollten Matten zogen sie an, gaben ihr den Vorwand, weiter zu machen, nicht stehen zu bleiben, lebendig zu sein. Und doch spürte sie, dass es für sie eine Außenseiterrolle im Leben war, sie war nicht drin, sondern verlor sich an den Rändern der gesellschaftlichen Aufgaben, auch um nicht allzu ernst genommen zu werden und sich nicht allzu ernst nehmen zu müssen. War das eine Art Flucht oder Ausweg aus ihrer immer wieder sich verknotenden Seele, aus der oft nicht stimmigen inneren und äußeren Welt? Mit diesen Gefühlen saß sie in der Fähre und ging dann den mit blühenden Linden gesäumten Weg zum Gutshaus Neukladow und den Park rundherum, den Abschnitt bewältigte sie mit schnellem und energischem Gang, um mit den jungen Leuten Schritt zu halten. Das Festival, fand sie, war stimmig für Yoga, für sie und für die jungen Leute mit ihren Rasta-Locken und bunten, langen Kleidern mit Tattoos, oft barfuß, aber immer nett und mit einem Lächeln auf den Lippen, es war ganz frei, ohne feste Vorgaben, wo wie und wie lange man bleiben, zuhören, mitmachen sollte. Jeder ging, übte mit, saß, sang, meditierte solange er wollte, konnte oder es ihm Spaß machte. Das fand sie gut, sogar sehr gut in der Welt der vielen Zwänge; meistens sprach sie mit völlig fremden Menschen über dieses und jenes, es waren selten die yogischen Themen, obwohl es irgendwo klar war, dass Yoga sie alle verband, als die Art, wie man das Leben verstand oder zu verstehen versuchte und sich ohne Druck im Leben voran bewegen mochte. Dieses ein bisschen verrückt sein gab ihr mehr Platz, mehr Raum und Freiheit, in der geordneten, sehr von außen gesteuerten Welt zu bestehen; sie verstand, warum so viele Immigranten Künstler waren, es blieb ihnen nichts anderes übrig, das war ihre Art mit der Außenwelt fertig zu werden, zu überleben, im Meer der Fremdheit zu schwimmen.

Sie lagen dann alle auf den bunten Matten auf der Wiese, mit ganz verschiedenen Meditationskissen oder ohne, die Reihen von Menschen, unheimlich viele: jung und älter und manchmal ganz alt, mit dem Wunsch und der Neugier sich zu bewegen oder zu spüren, wie es ist, bewegt zu sein, sich wahrzunehmen, bei sich zu bleiben. Manchen gelang das vielleicht, andere kämpften mühsam darum, entdeckten es gerade für sich; eine ganz andere Welt, emotional und sehr nah, körperlich und geistig, sehr anspruchsvoll aber für jeden erreichbar, tolerant und inspirierend. Sie beobachtete die anderen, wie weit gingen sie mit, was machten sie mit dem Atem, wie gut waren sie in den Stellungen. Es gab viele, die alle Übungen perfekt ausführen konnten, und einige, die gerade dabei waren sie zu erlernen; diejenigen schaute sie immer wieder neugierig an, heimlich aber fasziniert. An ihre Anfänge konnte sie sich nicht mehr erinnern; sie übte Yoga schon sehr lange, was nicht bedeutete, dass sie geübt war, wie immer fehlte ihr der Ehrgeiz perfekt zu sein.

Zu Mittag aß sie Falafel, seit vier Jahren an denselben Stand, mit wenig Soße, und trank dazu ihren Mango-Lassi; es schmeckte und stärkte wunderbar. Nebenan saßen zwei ältere Inder in ihren weißen Dhotis und Kurtas sehr yogisch und sehr indisch; sie erzählten, dass bei ihnen zu Hause, in der großen indischen Welt immer Männer zum Yoga kämen, sie würden lange sitzen und Pranayama üben und einige Mantras singen, manchmal meditieren, doch hier würden sie nur Frauen vor sich haben, die alle auf diese gymnastische Übungen aus wären und gar nicht zuhören wollten und ganz bestimmt nicht lange unbeweglich sitzen. Das wäre hier eine ganz andere Welt und das Yoga hätte ein ganz anderes Gesicht; und sie mischte sich ein: dass man auch hier in dieser Welt Mantras singen und zu meditieren versuchen würde, doch viele würden eben dem Körperlichen mehr Platz einräumen. Und sie waren ganz erfreut das zu hören und sagten: Yes madam, you are welcome in our class, please come and join us. Und so gingen sie in ein ganz kleines Zelt der kleinen Yoga Welt in Kladow und übten ihre Pranayama und tönten Om und kehrten irgendwann alle zufrieden nach Hause zurück.

Metropolinnen zwischen Polen und Kudamm

Reńka & Aśka

Unser Kuckuck

REŃKA: Weil das war so:

AŚKA: Reńka, abgerackert wie der Dorfhund und erhitzt wie der Wasserkessel vor Wut, nach diesem ihren Job – der nur zum Geldverdienen da ist, und sonst zu gar nichts –

REŃKA: wo der mir schon durch die Ohren rauskommt

AŚKA: schleppt sich ins Haus, und die Pfoten schleifen ihr auf dem Boden.

REŃKA: Und Aśka, in diese ihre rosa Decke gewickelt, sitzt vor diesem ebay und das in dieser Spielzeugabteilung, als wäre sie, normal, eineinhalb.

AŚKA: Reńka, komm her, aber schnell, und guck, ich bestell uns grad eine fliegende Kuh, dass sie uns durch unsere psychodelische Küche saust. Aber Reńka platzt schwer auf das Bett, nicht mal die Schuhe zieht sie aus.

REŃKA: Aśka, du bist wohl noch in der Kita, und denkst, das Geld kommt raus aus der Wand. Wann hat dein Konto das letzte Mal Kasse gesehen, wenigstens einen mageren Cent? Du denkst wohl, du gibst nichts aus, wenn das Geld ist aus Plastik oder digital.

AŚKA: Weil Reńka sagt, ich bin eine Solipsistin, was ich nicht sehe, das gibt es nicht.

REŃKA: Und überhaupt, Aśka, worauf sitzt du da? Was versteckst du da vor mir? Ich rieche den Schweiß von Beamten, die strafende Hand der Staatsgewalt. Zeig mal, das ist doch wieder eine Rechnung, eine Mahnung, ich sehe die Schrift von dem Amt. Und Aśka,

AŚKA: mit der Miene wie ein geschlagener Hund,

REŃKA: zieht von unter ihrem Arsch,

AŚKA: einen besudelten Umschlag.

REŃKA: Das sind doch garantiert deine post-edukativen Schulden, einer von diesen deinen drei Krediten, los, mach das auf!

AŚKA: Du Reńka, du mach mir keine Angst, weil wenn ich Angst haben will, guck ich einen Horrorfilm.

REŃKA: Und Aśka glotzt auf den Umschlag, als wäre es eine Briefbombe oder radioaktiver Müll aus Tschernobyl.

AŚKA: Du Reńka, nimm das weit weg von mir und leg es auf das silberne Tablett unter den Barock-Spiegel, damit es sich nicht verliert, wenn ich mich dran gewöhnt hab, öffne ich das.

REŃKA: Aśka, guck endlich der Realität in ihr aufgedunsenes Gesicht! Das ist doch ein hyper-offizieller Brief. Und wenn du nicht zahlst, schicken die uns den Kuckuck ins Haus!

AŚKA: Du Reńka, gleich explodiere ich von innen. Selber nur „und“ und „aber“ verstehst du doch von diesem ihrem Steuerbrief.

REŃKA: Und Aśka fliegt durchs Internet als hätte sie eine dritte Hand, und bestellt

AŚKA: eine Trockenhaube und eine Kabeltrommel gleich dazu,

REŃKA: weil Aśkas Fön hat sich verloren,

AŚKA: und seit fünf Jahren schon niemand ihn gesichtet hat.

REŃKA: Aber irgendwie juckt sie Aśka doch, diese amtliche Schrift, und man sieht, wie sie denkt, normal, wie die Synapsen ihr im Gehirn glühen, und eine neue Idee in ihrem Kopf sich gebiert.

AŚKA: Komm wir schreiben, wie damals an die Polizei, wo ich über das rote Licht gefahren bin, dass ich so Durchfall hatte, dass ich mich beeilt hab zu diesem Klo in unserem Haus. Und damit hängen wir sie ab.

REŃKA: Du Aśka, mit dieser Nummer kommst du nicht mehr durch. Solche Nudeln um die Ohren kannst du wickeln der Polizei, aber nicht diesem ihren Amt.

AŚKA: Dann nehme ich einen Spaten, wir graben ein Loch im Hof, richten aus ein Begräbnis und begraben diesen Brief. Ich mach das auch mit grosser Facon, mit allen Schikanen, auf top-katholisch, extra für dich.

Aber Reńkas Augenlid zittert,

REŃKA: weil wenn ich mich nerve habe ich so ein Tick.

AŚKA: Und Reńka schmiert zum Kühlschrank, weil sie ist doch so dünn, dass auf Stress sie essen muss, macht die Tür auf, und dort:

REŃKA: Leere, nur Licht. Ein Stück verreckter Käse und Butter, aber nicht zum Brot – sondern Aśkas Body-Creme, damit sie länger bleibt wie ein Babyarsch glatt.
Soll ich uns jetzt Suppe kochen aus deiner fliegenden Kuh aus dem Plastik-Land? Oder sollen wir in der Badewanne alte Brötchen aufweichen und essen den ganzen Monat lang?

AŚKA: Und Reńka nervt sich, aber wie, auf maximal.

REŃKA: Hör zu, die Schutzzeit für Esel ist vorbei: es gibt doch Arbeitskraftmangel in diesem deutschen Land, in einem Büro gleich stellst du dich ein, da gibt es viele bunte Klebezettel, in rosa, gelb, und sogar leuchtend grün, die die du so magst, und wenn wer anruft kannst du erotisch ins Telefon säuseln

AŚKA: „Hallo“.

REŃKA: Dann kommt kein Kuckuck mehr ins Haus, und du kannst alles kaufen, das ganze Ebayland!

REŃKA: Aber Aśka weiß Bescheid:

AŚKA: Ich kenne dieses ihr Spiel, da spiele ich nicht mit, du schuftest 40h die Woche, und leisten kannst du dir ein Brötchen mit Senf, und damit du dir zu dem Brötchen ein Würstchen kaufen kannst, muss dir dazuzahlen dieses ihre soziale Amt. Und Reńka zerhackts,

REŃKA: weil, da ist doch was dran.

AŚKA: Und Reńka will sich einrollen und schlafen wie ein Bär unter dem nächsten Baum. Und Aśka liest in Reńkas Gesicht, was in ihm steht mit Druckbuchstaben: KRISE. Auf einmal klopft es an die Tür, aber wie, als würde jemand in die Trommel schlagen. Und auf Reńka fällt die blasse Angst.

REŃKA: Aśka, das ist garantiert der nächste Brief von dieser ihrer Gerechtigkeit. Und Aśka rennt in ihr Schmuddelbett und brüllt:

AŚKA: Reńka, mach nicht auf, das ist der Kuckuck, er kommt uns ins Haus. Aber Reńka will nicht leben

REŃKA: an so einem Gesellschaftsrand,

AŚKA: und macht, mit geschlossenen Augen, die Tür auf.

REŃKA: Und dort – ein unschädlicher Postmann, bringt die fliegende Kuh aus diesem Aśkas liebsten-ebay-Land. Und Aśka rauscht aus ihrem Zimmer

AŚKA: und schon fliegt eine Kuh durch unsere psychodelische Küche,

REŃKA: normal, ein Schwergewicht auf Flügeln, als wäre es eine Taube oder ein Storch.

AŚKA: Und Reńka glotzt und auf einmal sperrt sie den Mund auf,

REŃKA: weil ich hab eine Idee, aber was für eine!

AŚKA: als wäre Reńka persönlich dieser Einstein.

REŃKA: Aśka, ab sofort werden wir schreiben: wie dieser Reich-Reinicki-Papst, über dieses mein Leben hier mit dir, ein Lied, ein Gedicht, ein Roman und ein Hörspiel obendrauf. In allen Formaten, jpg, doc, tiff, und sogar rtv, auf Papier und digital. Weil, Aśka, wenn eine Kuh fliegen kann, dann aus so einer laufenden Katastrophe wie dir kann ich doch schlagen dieses Kapital!

AŚKA: Weil Reńka die hat ein Schäden, einfach extraorbital, und ohne Reńka wäre ich verloren wie ein Kind im Nebel.

REŃKA: Und ich, Aśka, ohne dich, wie eine Polin in diesem deutschen Land.

ENDE
Das ist z. Z. die letzte Geschichte von, mit und über Metropolinnen. Schade.

Reblog: Heine Polinnen / Polki

Wpis zawdzięczam Agnieszce, bo to ona przypomniała mi, że przecież Heine pisał o Polkach (tekst polski niżej, pod tekstem niemieckim, niemiecki pierwszy – w końcu to oryginał) / Ich bedanke mich bei Agnieszka, die mich daran erinnerte, dass Heine über Polinnen schrieb.

Heinrich Heine, “Über Polen” (Fragment), 1822

Jetzt aber knien Sie nieder, oder wenigstens ziehen Sie den Hut ab – ich spreche von Polens Weibern. Mein Geist schweift an den Ufern des Ganges und sucht die zartesten und lieblichsten Blumen, um sie damit zu vergleichen. Aber was sind gegen diese Holden alle Reize der Mallika, der Kuwalaja, der Oschadhi, der Nagakesarblüten, der heiligen Lotosblumen, und wie sie alle heißen mögen – Kamalata, Pedma, Kamala, Tamala, Sirischa usw.!! Hätte ich den Pinsel Raffaels, die Melodien Mozarts und die Sprache Calderons, so gelänge es mir vielleicht, Ihnen ein Gefühl in die Brust zu zaubern, das Sie empfinden würden, wenn eine wahre Polin, eine Weichselaphrodite, vor Ihren hochbegnadigten Augen leibhaftig erschiene. Aber was sind Raffaelsche Farbenkleckse gegen diese Altarbilder der Schönheit, die der lebendige Gott in seinen heitersten Stunden fröhlich hingezeichnet! Was sind Mozartsche Klimpereien gegen die Worte, die gefüllten Bonbons für die Seele, die aus den Rosenlippen dieser Süßen hervorquellen! Was sind alle Calderonischen Sterne der Erde und Blumen des Himmels gegen diese Holden, die ich ebenfalls, auf gut calderonisch, Engel der Erde benamse, weil ich die Engel selbst Polinnen des Himmels nenne! Ja, mein Lieber, wer in ihre Gazellenaugen blickt, glaubt an den Himmel, und wenn er der eifrigste Anhänger des Baron Holbach war…

Weiter

Maryla Wereszczakówna, wielka miłość wieszcza Adama – w roku 1822 napisał na jej cześć słynny wiersz Do M*** / sie war die große Liebe des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz; 1822 schrieb er ein Gedicht Do M*** über sie

A tu po polsku

Heinrich Heine, “O Polsce” (fragment), 1822

Lecz teraz proszę uklęknąć, lub chociaż zdjąć kapelusz – będzie mowa o polskich niewiastach. Mój duch wędruje brzegami Gangesu w poszukiwaniu najdelikatniejszych i najsłodszych kwiatów, by je z nimi porównać. Ale czymże są wobec tych piękności wszystkie powaby Malliki, Kawalaji, Oshadhi, kwiatów Nagakesar, świętych Lotosów i jakby się tam jeszcze one nie zwały – Kamalata, Pedma, Kamala, Tamala, Sirisha, itd.!! Mając pędzel Rafaela, Melodie Mozarta i mowę Calderona udałoby mi się może tchnąć w pierś twą uczucie, którego byś doświadczył, gdyby prawdziwa Polka, nadwiślańska Afrodyta, przed oczami twemi łaskawymi we własnej osobie stanęła. Czymże są jednak Rafaela kleksy wobec tych piękna malowideł, które sam Bóg wcielony w swej najweselszej godzinie nakreślił! Czym są Mozarta brzdękolenia wobec słów, dla duszy łakoci, które z tych słodkości ust różanych tryskają! Czym są wszystkie kalderońskie Ziemi gwiazdy oraz Nieba kwiaty naprzeciw tych panien nadobnych, które ja, po kalderońsku, aniołami Ziemi mianuję, gdyż aniołów samych Polkami Nieba nazywam! Tak, mój kochany, kto w ich oczy gazele spojrzy, ten w Niebo uwierzy, choćby nawet najzagorzalszym zwolennikiem barona Holbacha był…

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Ein Ausflug ins Grüne

Wir waren im Tierpark. Wir, die Mitglieder des Vereins Städtepartner Stettin, und unsere Gäste aus Stettin. Wir haben Flamingos und Elephanten gesehen, aber auch…

Brigitte von Ungern-Sternberg

Wie kommen vier Löwenskulpturen in den Tierpark Berlin-Karlshorst?

Reinhold Begas  Löwen im Tierpark

800px-KaiserWilhelmLoewen1Beide Fotos: Wikipedia Common

Überlebensgroß, ungebändigt und wild blicken sie auf die Betrachter. Sie stehen vor den Käfigen der Raubtiere, furchterregend anzusehen. Es gibt keinen Hinweis auf sie im Übersichtsplan, den man am Eingang des Tierparks ausgehändigt bekommt. Keine Tafel an den Skulpturen gibt Auskunft, wer sie geschaffen hat, woher sie kommen.

Tatsächlich befanden sich die Löwen früher zu Füßen eines Kaisers hoch zu Ross und dieser stand vor dem Stadtschloss mitten im Herzen von Berlin. Das opulente, figurenreiche Nationaldenkmal wurde auf Veranlassung von Kaiser Wilhelm II errichtet als Denkmal für seinen Großvater Kaiser Wilhelm I. In dessen Regierungszeit entstand ein vereintes Deutschland unter einer preußischen Herrscherdynastie, das zweite Reich. Das Denkmal war geprägt vom ‚Wilhelminismus‘, eine Stilrichtung, die den Geschmack des Kaisers kennzeichnet. Am 22. März 1897 wurde das Denkmal feierlich eingeweiht, es strahlte Macht und Selbstgewissheit aus. Und die Löwen? Sie würden jeden anspringen und zu Tode beißen, der dem Kaiser auf dem Ross zu nahe käme.

Ein Stadtschloss? Ein Nationaldenkmal? Das passte nicht ins Weltbild eines jungen sozialistischen Staats ‚auferstanden aus Ruinen‘. Im Winter 1949/50 ließ die DDR das Denkmal bis auf den Sockel abtragen, die unzähligen Bronzefiguren wurden eingeschmolzen – übrig blieben die vier Löwen, die wurden in den Tierpark nach Karlshorst abtransportiert. Das im Krieg schwer beschädigte Schloss wurde bald danach gesprengt. Lange war der Schlossplatz leer und kahl, diente Aufmärschen und Großereignissen. In den 70er Jahren erstand dort wieder ein neuer Palast, der Palast der Republik mit der Volkskammer. Den gibt es jetzt auch nicht mehr.

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berlin-wiese-schlossplatz-mitteschlossfreiheit-sed-plakate_02Entworfen hat das Nationaldenkmal Reinhold Begas, ein von Kaiser Wilhelm II sehr geschätzter Bildhauer. Reinhold Begas hat die meisten Bronzeskulpturen für das Denkmal geschaffen – nicht aber die Löwen zu Füßen des Kaisers. Die sind das Werk der Bildhauer August Gaul und August Krause.

kaiserzurossFoto: http://www.judgmentofparis.com/gallery/berlin/076.jpg

Berlin_Nationaldenkmal_Kaiser_Wilhelm_mit_Schloss_1900Berliner Schloß – Foto: Wikipedia
Es kamen neue Zeiten und das Denkmal wurde abgetragen

begas-abriss-wilhem-DW-Kultur-OviedoFotografie vom Abriss des Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I., 1950, aufgenommen von Rudolf Kessler (Landesarchiv Berlin)

Und die Löwen.

Löwenbändiger am Werk. Die Löwen vor dem Berliner Schloß werden zerlegt und abtransportiert. 80 Zentner wiegt das zähnefletschende Bronzetier, das mit einem Kran von seinem Sockel gehoben wird. Aufn.: Illus-Köhler 5316-50 str-8.2.50
Löwenbändiger am Werk. Die Löwen vor dem Berliner Schloß werden zerlegt und abtransportiert. 80 Zentner wiegt das zähnefletschende Bronzetier, das mit einem Kran von seinem Sockel gehoben wird. Aufn.: Illus-Köhler 5316-50 str-8.2.50
Zentralbild /Fuchs 3.1.1964 Die Löwen ... von Reinhold Begas finden vor dem Alfred-Brehm-Haus im Berliner Tierpark eine neue Heimstatt. Gegenwärtig werden sie hier aufgebaut.
Zentralbild /Fuchs
3.1.1964
Die Löwen … von Reinhold Begas finden vor dem Alfred-Brehm-Haus im Berliner Tierpark eine neue Heimstatt. Gegenwärtig werden sie hier aufgebaut.

Foto Wikipedia

Und das Schloss?  Es wird gerade wieder aufgebaut und heißt jetzt Humboldtforum. Es wird kein Herrscher darin wohnen, sondern als Museum die Kunst der Völker dieser Erde zeigen. Vor wenigen Wochen wurde das Richtfest gefeiert.

Richtfest  HumbodtforumMöglicherweise kehrt der Neptunbrunnen, der vor dem Roten Rathaus steht, an seinen alten Platz vor dem Schloss zurück. Auch er ist ein Werk von Reinhold Begas.

Und die Löwen? Kehren sie zurück?

Wohl kaum! Denn auf dem Sockel des früheren Nationaldenkmals soll einmal ein neues Nationaldenkmal stehen – das ‘Denkmal der Einheit‘ für das am 3. Oktober 1990 wiedervereinigte Deutschland, kein Reich mehr, sondern die Bundesrepublik Deutschland.

02_einheitsdenkmalFoto: http://www.rbb-online.de

Metropolinnen zwischen Rassismus und Küche

Aśka & Reńka

UNSER AUSLANDSMANN

REŃKA: Weil das war so:

AŚKA: Reńka fällt ins Haus verzwitschert wie der Kanarienvogel im Frühling.

REŃKA: Du Aśka, hock dich hin, sonst der Kiefer fällt dir gleich bis zum Knie, weil ich hab getroffen, normal, meine zweite Hälfte, einen echten Typen, auf maximal, aus 1001 Nacht, und dazu noch fliegt er mit Flugzeugen, und wenn mir die Füsse wehtun, auf den Händen trägt er mich.

REŃKA: Aber Aśka sitzt in diesem unserem Schrank in der Wand,

AŚKA: die Decke über dem Kopf,

REŃKA: und an meinem Glück partizipiert sie nicht.

AŚKA: Du Reńka, weil mich hat so eine Lust überfallen, in diesem Fernseher was anzugucken und wir haben doch keinen, also sofort ging ich in diese U-bahn, weil die haben da welche, und in jedem Waggon sogar zwei. Und da: dieser Sarrazzin, von dieser ihrer Bank, und der, normal, hat ein Buch geschrieben: DASS DER EINWANDERER DEUTSCHLAND DUMM MACHT. Also greif ich zu einem alten Spiegel,

REŃKA: – diesem ihren Nachrichten-Magazin –

AŚKA: den ein Deutscher liegen liess, um mein Bildungsniveau zu heben, gegen diesen Sarrazin. Und Reńka, weißt du, was da geschreiben steht? Die haben diesen Schädel gefunden, den von diesem Hitler.

REŃKA: Den, wo die ganzen KGBs, CIAs und STASIs suchen schon seit dem Krieg? AŚKA: Du wirst schon sehen, jetzt nehmen die diese DNA, klonen diesen Hitler, und wieder wird es diesen Nazismus geben, und dann weißt du, was wir machen können, normal, emigrieren auf die Antarktis zu den Pinguins.

REŃKA: Aśka, dich hats zerkloppt, aber wie: auf die Antarktis fahre ich nicht, weil ich in diesem deutschen Land bezahle die GASAG, und billig ist das nicht. Und dazu hab ich jetzt wichtigeres, weil ich bin doch verknallt wie der Specht.

AŚKA: Reńka, begreif doch – hast du vergessen, wer ich bin? Ich bin doch diese Jüdin und mit meinem Look, wenn es nicht verboten wäre, hätte ich garantiert die Hauptrolle in Jud Süss. Und dazu noch mein unehelicher Mann, den ich hab lieb von hier bis zum Kosmos, der ist doch so schwarz wie meine Haare und wie die sternlose Nacht. Und damit er nicht ins Maul kriegt, schläft er doch jetzt schon mit einem Stock, der immer mich in den Rücken drückt. Wenn er hört, dass die diesen Hitler restaurieren, gehen wir gar nicht mehr raus aus dem Haus.

REŃKA: Aśka, wieder machst du aus dem Löffel einen Elefanten, du überschätzt die plastische Chirurgie: als sie das Schaf Dolly geklont haben, ist die ihnen gleich krepiert. Aber Aśka heult wie das Maultier:

AŚKA: Reńka, du kapierst gar nichts, auf den ersten Augenwurf sieht man schon, dass mein Freund kein Spross ist von den Wickingern. Und sogar, wenn ihm die deutsche Eisenbahn einen Gratis-Fahrschein spendiert, nach Dresden fährt er im Leben nicht. Da muß er ja durch die Kanäle gehen, weil die da jetzt doch laufen diesen ihren nazistischen Trauermarsch, und das wo?

REŃKA: auf dem jüdischen Umschlag-Platz, wo sie die Juden versammelten, um sie zu verschicken, direkt ins KZ.

AŚKA: Und sogar auf Facebook kannst du schon diesen Hitler zu deinen Freunden hinzufügen. Der hat da schon 2802 Fans und ein Profil. Und Reńka wird weiss wie das unbenutzte Kleenex vor Angst:

REŃKA: Du Aśka, guck was du sagst, weil doch dieser mein geliebter Prinz, statt zu Mekka zu beten, rasiert er sich drei Mal am Tag das Kinn, sonst denken alle sofort „Taliban.“ Der ist doch ein 100%-er Perser, direkt aus Teheran und mit der germanischen Rasse hat er soviel zu schaffen, wie der Putzlappen mit deiner Hand.

AŚKA: Und jetzt kommt dieser ihr Hitler wieder und dazu noch dieser Sarrazzin, und der hat doch auch schon geschrieben, dass ich irgend so ein Gen habe, weil ich doch Jüdin bin.

REŃKA: Oh Aśka, für uns gibt es kein Leben mehr in diesem deutschen Land.

AŚKA: Und Reńka ins Geheul, aber wie, unmittelbar.

REŃKA: Und Aśka verstopft es und durch den gepressten Hals sagt sie, und eine Stimme hat sie, als sässe sie schon in diesem Güterzug von der Deutschen Bahn.

AŚKA: Komm Reńka, wir gehen aus, heute abend nach Neukölln, da sind immer viele Ausländer, in der Gruppe ist man munter.

REŃKA: Und da: Fete volle Pulle,

AŚKA: bäuchige Roma-Männer blasen in die Trompeten,

REŃKA: wie damals in Jericho, der Wodka fliesst aus Springbrunnen

AŚKA: und alle tanzen wie auf der türkischen Hochzeit.

REŃKA: Und natürlich was?

AŚKA: Die einzige Deutsche von der Fete,

REŃKA: so ein eingenähtes Modell,

AŚKA: driftet zu uns,

REŃKA: in diesen ihren High-Heels,

AŚKA: dass Reńka nicht einen Schritt damit macht,

REŃKA: und Aśka tut selbst vom Gucken schon weh der Rücken.

AŚKA: Und die heult uns die Brüste voll,

REŃKA: weil doch diese Schwarze Sarah gewonnen hat in diesem ihrem Next-Model-Programm, und weil sowas wird jetzt tip-top-trend, und nur solche Sarahs haben jetzt Aussichten auf die Karriere, und das ist doch eine Schande für die BundesRepublik.

AŚKA: Und wir schleichen raus, eine Miene haben wir,

REŃKA: als hätte uns eine Taube auf den Kopf geschissen.

AŚKA: Komm Reńka, wir fahren via Ostbahnhof, direkt zurück nach Polen.

REŃKA: Dich hats wohl zerschossen, sind wir wie dieser ihr Heidegger, der seine Hannah im tiefsten Nazismus zurück lässt und selber nach Amerika fährt?

AŚKA: Reńka, wir sind doch keine Kanaillen. Unsere Typen nehmen wir doch mit.

REŃKA: Aha. Nach Polen willst du, wo dort doch regiert dieses katholische Radio,

AŚKA: das Mutter Maria heisst, mit seinen alten Weibern,

REŃKA: diesen Renterinnen, wo ihr Erkennungszeichen sind die Baskenmützen aus Mohär, und 15mal am Tag beten sie, nicht vor einem Altar, nein zu diesem Radio, das schimpft, dass sogar Donald Duck ist ein Jude und Satanist. Und wenn die uns da aufspüren, mit unseren geliebten Exoten, spucken die über die linke Schulter, du avancierst gleich zur Afro-Dirne und als 7. Frau vom Maharadscha beschimpfen die mich. Und du wirst dich noch freuen, wenn die auf uns schmeissen mit einem verwesten Ei und nicht mit einem Pflasterstein.

AŚKA: Und wir schleppen uns in diese U-Bahn,

REŃKA: die Diskriminierung schielt auf uns aus jeder Ecke,

AŚKA: die Leber verfault uns davon.

REŃKA: Und in der U-Bahn, Sodom und Gomorrah,

AŚKA: dicht, dass du nicht eine Nadel reinsteckst,

REŃKA: normal, Paradies für Frottierer, und Onanierer,

AŚKA: wie zur Rush-hour in Tokyo,

REŃKA: Mensch an Mensch:

AŚKA: aus dem Orient,

REŃKA: Ex-Jugoslavien,

AŚKA: Afrika, Istanbul

REŃKA: und sogar aus Fidel-Castros Kuba-Land. Und ist hier ein Deutscher, versteckt er sich gut.

AŚKA: Und Reńka weiss sofort Bescheid, weil die kennt sich doch aus.

REŃKA: Siehst du, Aśka, diese Politiker in dem deutschen Lande, die sind so pc, und locken uns alle her, küssen Füsschen und Händchen am Anfang, um zu schlagen dieses ihr politisches Kapital und vor allem vor diesen Wahlen, und dann selbst dieser Sarrazzin von dieser sozialen Partei, der sagt dass alle Anhänger von Mohammed in diesem Deutschen Lande kleine Kopftuchmädchen produzieren und schmarotzen nur auf diesem Staat.

REŃKA: Und auf einmal auf Aśka fällt die Offenbarung.

AŚKA: Reńka, heiliges Recht hat er, wir machen’s einfach, wie er sagt. Ab sofort bepflanze ich ganz Deutschland mit kleinen beschnittenen Schokobabys, und du nimm dich an die Arbeit und zacki-zacki, produziere wie am Laufband, kleine islamische Prinzessinen, normal, zwei volle Fussballmannschaften.

REŃKA: In ganz Deutschland soll es werden wie bei diesem UnoTreff.

REŃKA UND AŚKA:

UND SO HABEN REŃKA UND AŚKA DEM SARAZZIN SEIN
POLITISCHES KONZEPT GEKLAUT.

Ein schöner Sommersamstag in Berlin

Guten Tag. Am Samstag gibt es keinen Morgen. Der Berliner muss sich ausschlafen. Der Tag beginnt spät.

Sommer auf dem Balkon. Foto Michał Krenz

balkonmichalSommer im Auto oder eh ein Auto im Sommer. Foto Michał Krenz.

autkomichaFür diejenigen, die es nicht erkennen – es ist ein Volvo P1800, ein Auto wie in der TV Serie Simon Templar (The Saint) mit Roger Moore.

Foto oben aus Wikipedia. Alle andere Fotos – ich.

Ein anderes Auto.

auto2Ein Vertrauenbeweis.

vertrauen1Wir lieben Ordnung und Sauberkeit.

ordnungNimm dir ein Buch.

nimmeinbuchnimmeinbuch2Das Buch, das ich genommen habe.

meinbuchEin anderer Vertrauenbeweis.

vertrauen2Linie Eins. Ein Geiger in der U-Bahn. Er spielte so schön. Ich weiß nicht, was es war. Palestrina vielleicht. Wieso musste ich die ganze Zeit an Warschauer Ghetto denken?

geigerLinie Nummer 6. Wartend auf die U-Bahn. Der Junggesellenabschied oder ein Polterabend. Der Bräutigam las vom IPod ein Gedicht über Hämorrhoiden. Ein bißchen geschmacklos, aber, was soll es? Es ist, halt, Berlin.

hemoroidyEr wird Lisa Lukaschewitsch heiraten.

lisalukaschewitschNo comments.

no commentsNacht auf dem Balkon.

nachtaufdembalkonNacht. Der Himmel über Berlin.

gutenacht