Reblog: “Eva, auch du wirst das Patriarchat hier in diesem Chaos nicht ändern können!”

Wie die Autorin arbeite auch ich in einem Flüchtlingswohnheim. Vieles, was sie hier beschreibt, scheint mir klischeehaft, vieles habe ich nie bemerkt, ist mir nicht passiert. Es ist mehr in diesem Text und zugleich zu wenig, viel zu wenig. Der Text ist kontrovers. Mehr noch, er hat mich irritiert. Aber ich finde es gut, dass es auch solche kontroverse Texte veröffentlicht werden, weil es tatsächlich viele Probleme gibt. Nicht nur unter und mit den Flüchtlingen, auch mit den Nutznießer und Profiteure der jetzigen Flüchtlingskrise, und das sind nicht nur reine kapitalistische Ausbeuter, weil es auch vermeintliche Gutmenschen sind oder diejenige, die sich angeblich für sie einsetzen sollen. Es bleiben noch viele Fragen, die hier nicht gestellt wurden, viele Beobachtungen, die stärker und präziser in die Gesellschaft geschickt werden müssen.

Ich sehe sie, bin aber durch unterschriebene Schweigepflichterklärung gebunden. Daher hier nur eine der vielen Fragen, eine, die mich seit Wochen um den Schlaf bringt.

In “meinem” Wohnheim zähle ich die Mädchen und Jungs, weil ich wissen möchte, wie viele Puppen und wie viele Autos vor Weihnachten zu kaufen gilt. Mit Schrecken stelle ich fest, dass bei uns ca. 60 Kinder wohnen, davon 45 sind Jungs und 15 – Mädchen! Statistisch unmöglich!  Ich frage rum herum, kein Mensch kennt die Antwort.

Wo sind die Mädchen?

Eva Quistorp

25.01.16

Mich nervt die sture Borniertheit vieler Männer

Wallraff-mäßig gehe sie vor, sagt die Autorin, die in einem Berliner Flüchtlingsheim arbeitet. Täglich muss sie mit den Männermassen klarkommen, ohne zu resignieren. Denn sie will Frauen helfen.

In der Kantine: ein Raum voller Männer, das ist eine europäische Frau nicht mehr gewohnt
Foto: E. Quistorp

Nein, ich bin nicht als sogenannter Gutmensch oder Vertreterin der euphorischen Willkommenskultur Ehrenamtliche geworden im Flüchtlingshaus in Berlin.

Ich ging nicht naiv in das Flüchtlingsheim, sondern eher wallraffmäßig auf feministisch, wusste, dass sexuelle Belästigung auch älterer Frauen durch die vielen jüngeren Männer kommen kann, dass sie Frauen ohne Schleier bedrängen könnten und auch die „eigenen“, falls sie allein geflohen sind. Ich wusste, dass einige Frauen auf der Flucht schon, wie Amnesty International jetzt bestätigt, vergewaltigt wurden. Ich wusste, dass die Väter dazu neigen, ihre Kinder zu schlagen, um die Kontrolle und Macht zu behalten.

Ich war schockiert, als ich merkte, wie wenige Familien und Männer direkt aus Syrien oder dem Krieg kommen, wie von Politik und Medien immer behauptet wurde.

Keine Frau spricht hier offen mit mir

Viele junge Männer sind aus Pakistan, aus dem Irak, aus dem Iran und die meisten aus Flüchtlingslagern in der Türkei oder dem Libanon, weshalb sie zu dem Haus, in dem sie jetzt in Zweier- oder Dreierzimmern wohnen, auch immer noch “Camp” sagen.

Ich kann den Frauen nicht einfach so Fragen nach sexueller Gewalt stellen. Wenn ich ihnen helfen will, muss ich behutsam sein. Ich muss viel Zeit und Geduld mitbringen, erst einmal Vertrauen und Stabilität einer Beziehung aufbauen.

Die Sozialarbeiterinnen und die Frauen im medizinischen Flüchtlingsdienst können zwar sichtbare Wunden feststellen, falls die Frauen überhaupt zu ihnen kommen. Doch die unsichtbaren Wunden sehen sie nicht.

Kaum eine Frau geht mit ihren Ehe- und Sexualitätsgewalterfahrungen zu einem Sozialarbeiter oder einer Ärztin hier. Schon viele Übersetzer sind Männer, die nicht gerade sensibel wirken. Die meisten Helfer bräuchten selbst erst einmal einen Sensibilisierungskursus!

Eva Quistorp mit einer großen Familie. Die Frauen haben, wenn sie älter als 27 sind, mindestens drei bis fünf Kinder. Die Mädchen müssen helfen, die Jungs dürfen spielen. Kennen wir das nicht auch von früher?
Foto: E. Quistorp

Schauen Sie sich doch die Security-Leute in den Heimen an. Viele sehen aus wie Türsteher vor Discos, nicht gerade wie Vertrauenspersonen, die man wegen Missbrauchs von Mädchen ansprechen kann.

Einer mit Salafistenbart wollte mich, breitbeinig dastehend, einmal nicht ins Haus lassen und behandelte mich, als sei ich eine Hexe. Inzwischen ist er zum Chef aufgestiegen und hat sich rasiert.

Nach dem täglichen Gang an den Sicherheitsmännern vorbei bin ich oft schon geschafft, weil ich es gar nicht mehr gewohnt bin, mich in einem so männerdominierten Milieu zu bewegen.

Als ich mir das erste Mal die lange Schlange von jungen Männern vor der Kantine ansah, wurde mir mulmig. Weniger, was sie mir antun könnten, sondern was sie wohl bei dem überstandenen Frust während der Flucht, bei dem Druck, unter dem sie stehen, Geld zu verdienen, denken.

Sie müssen lernen, mir die Hand zu geben

Was, wenn sie hier nicht klarkommen, die Welt nicht mehr verstehen und sich weiter durchschlagen in unserer Gesellschaft – wie auf einer ewigen Flucht? Die Männer aus der syrischen Mittelschicht, die öfter auch mit ihren Familien da sind, oder Studenten sind anders.

Ich gehe an der Menge der Männer vorbei, ohne den Blick zu senken, mit sicherem Schuhwerk, bunter Kleidung, meist mit offenem Haar. Ich lasse mir das laute Lachen, das Händeschütteln nicht nehmen, teste die Männer.

Sie lernen bei mir, einer deutschen Frau die Hand zu geben, auch zu fragen, wie es ihr geht. Einige Männer, aus Afghanistan meist, strecken mir nur ihren Arm mit Pullover hin. Die Hand zu geben ist wohl schon unrein und zu nah an der weiblichen Sexualität.

Doch gleichzeitig scheint es ein Doppelleben im Heim zu geben, wie Huerdem, die Sozialarbeiterin, die Türkisch und Arabisch spricht, mir sagte. “Abends und nachts brodelt hier das Liebes- und Sexleben. Es gibt neu Verliebte, was natürlich Spannung bringt.”

Kinder werden von ihren Vätern verprügelt

Die Männer wissen alle, wo die Frauen wohnen, die alleine geflohen sind. Zwei Frauen haben mich schon gefragt, wie sie abtreiben können. Sie lacht dabei, als ginge es um das freiheitliche Leben in Prenzlberg.

Seit Kurzem gibt es sogar Mädchen, die schon mit neun Jahren ein Kopftuch tragen, eines sogar schon mit vier Jahren, was eindeutig wahabitischer Einfluss ist.

Eine Afghanin hat mir aufgeregt erzählt, dass ein Vater sein Mädchen schlimm schlägt und es zwingt, darüber zu schweigen. Er drohe ihm mit Abschiebung und will es mit sieben Jahren zurückschicken, um es früh zu verheiraten. Was tun?

Der Kinderschutz reagierte wie ein Trampeltier, vollkommen ineffektiv kamen sie spät am Abend, brachten einen Teddybären mit und befragten in Anwesenheit des Vaters das Kind. Was soll das? So wird doch der schlagende Vater nur lernen, besser aufzupassen und den Nachbarn zu verbieten, irgendetwas zu sagen.

Seitdem ich das weiß, fühle ich mich auch von Männern, die mir nichts tun, irgendwie betrogen und bin angespannt, weil es ein Doppelleben zu geben scheint, das ich nicht durchschauen kann.

Die Frauenärztin wartet oft stundenlang umsonst auf Frauen und Mädchen. Einmal reichte es Huerdem, und sie klopfte an die Türen und rief mit drohender Stimme: “Ihr müsst jetzt alle sofort zur Frauenärztin kommen!” “Das ist die Sprache, die sie verstehen, Eva”, sagte sie mir.

Für die Kinder ein Spielzimmer, für die Frauen ein Frauenzimmer. Alleingänge und Trennungen haben manchmal Sinn
Foto: E. Quistorp

Ein Aufruf der Ministerin oder von Politikerinnen zu mehr Kinderbetreuung und zu mehr Schutz der Frauen ist wohlfeil. Ministerin Schwesig habe ich auf dem SPD-Parteitag Anfang Dezember letzten Jahres darauf aufmerksam zu machen versucht, jedes Heim brauche mindestens eine Sozialarbeiterin und Ärztin, die auf das Thema sexuelle Gewalt spezialisiert sind und entsprechende Übersetzerinnen haben müssten.

Alle Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen müssen zum Thema weitergebildet und auch geprüft werden. Es muss viel genauer hingeguckt werden, ob es auch unter Ehrenamtlichen und Besuchern Männer gibt, die ähnlich wie am Lageso an kleinen Kindern ein Missbrauchsinteresse haben. Da reichen polizeiliche Führungszeugnisse wirklich nicht.

Zettel auf Arabisch gegen Gewalt

Dass in Deutschland bestraft werden kann, wenn ein Mann seine Frau oder sein Kind schlägt, das hängt zwar als Zettel auf Arabisch an der Wand. Aber ich habe das noch niemanden lesen sehen, und selbst das Lesen würde ja nicht reichen.

Das muss zum Diskussionsthema in allen Deutsch- und Integrationskursen werden, mit Apps, Bildern und Rollenspielen und Comics ergänzt werden. Das müssen Autoritäten der Moscheen, der Schulen, der Sport- und Popwelt und eventuell eigene Fernsehprogramme beibringen.

“Beratung” und “Integration” sind große Worte. Haben sie den gleichen Klang auf Arabisch?
Foto: E. Quistorp

Die Erfahrungen, in der U-Bahn verfolgt und gierig angestarrt zu werden, habe ich zum Glück nicht gemacht. Auch schwere Belästigung von Ehrenamtlichen kamen bei uns im Haus, wo es kleine Zimmereinheiten gibt, bisher nicht vor. Eher sind Turnhallen und Zeltlager Brutstätten sexueller und anderer Gewalt.

Ob die Frauen, die zwar die Duschen abschließen können, aber sich in die Masse der jungen Männer begeben müssen, draußen angemacht worden sind, weiß ich nicht. Angst werden sie auf jeden Fall haben. Sie sollten einen eigenen Duschbereich bekommen, und allein flüchtende Frauen sollten ihre
Zimmer abschließen können.

Christinnen werden beleidigt und bedroht

Die Mädchen sollten nicht wegen der Faulheit der Eltern auf die Männertoiletten geschickt werden, die meist offen stehen und mit Papierabfällen verdreckt sind. Die meisten Kinder laufen unbeaufsichtigt herum. Da hilft auch kein Infozettel an der Wand.

Ich fürchte, dass es viel unsichtbare Gewalt und Belästigung gibt. Die Frauen werden aber erst dann reden, wenn sie den Asylstatus haben, eine Wohnung, wenn sie mit der deutschen Sprache auch gelernt haben, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen, sich sicher fühlen und wagen können, ihren Männern zu widersprechen.

Es gibt auch syrische Christinnen, die sich als extreme Minderheit im Heim bedroht fühlen, weil sie kein Kopftuch tragen. Eine Polizistin aus Bagdad wurde sogar mit dem “Hals ab”-Zeichen der Islamisten aus Algerien, Afghanistan und des IS-Terrors bedroht, wenn sie sich nicht endlich an die Muslime anpassen würde.

Die syrische Christin Boshra mit Sohn vor Multikulti-Werbung in Berlin. Sie zeigt Tatkraft, will, dass ihr Sohn zur Schule geht. Sie selbst war Chemielehrerin in Aleppo
Foto: E. Quistorp

Sie werden mit dem Abspielen von “Allah Akbar”-Rufen eingeschüchtert und erniedrigt. Auch die Christinnen aus Eritrea sind eher für Gespräche offen, doch auch sie haben zuallererst Überlebenssorgen um ihre Kinder, ihren Mann, eine Wohnung.

Wir müssen besser werden in den Beratungsformen, die Frauen den Weg weisen, über Tabus zu reden, die Angst zu verlieren, sich auf Hilfe zu verlassen, müssen endlich auch die Gewalt gegen Mädchen anzusprechen wagen, statt wegzugucken. Große Sprüche und Kampagnen helfen da nicht.

Extra Zimmer nur für Frauen, die “Frauenzimmer”, sind ein bescheidener Anfang, wo es nicht nur Nähmaschinen gibt, sondern auch Aufklärungsmaterial in allen nötigen Sprachen. Viele sollten Workshops mit dem in Präventionsarbeit gegen Salafisten erfahrenen Ahmed Mansour machen, der erst jetzt langsam in der deutschen Öffentlichkeit in all seiner Kostbarkeit wahrgenommen wird.

Wir werden den Flüchtlingen die Freiheit unserer Frauen erklären müssen, als Nächstes den Karneval. Doch nicht alles in diesem Lande können wir schönreden, indem wir sagen, das seien unsere guten Sitten, der Lebenslust geschuldet, der Ekstase gegen die Herrschaft des öden Arbeitsalltags, der katholischen Kirche oder des Militärs. Das Dschungelcamp und Werbung für Pornos und Prostitution insgesamt als Ausdruck von Freiheit zu verkaufen wird schwer werden.

Die Flüchtlinge geraten in schwere Identitätskonflikte, siehe auch die Karriere von Bin Laden, der vom Lebemann zum Terroristen mutierte. Viele sagen mir deutlich, dass sie fürchten, ihre Töchter würden hier zu selbstständig werden und eventuell nicht jungfräulich bleiben bis zur Ehe. Daher kapseln sie sich ab.

“Mama, wir machen Deutschland kaputt!”

Denn Aufklärung ist für viele Verunsicherung, Kontrollverlust der Väter, Mütter, Ehemänner. Die “taz” macht es sich da zu einfach, die bisherigen Hefte zur Sexualkunde zu nutzen, Sex voraussetzungslos als etwas ohne Eros, ohne Liebe, ohne Kultur, ohne Bindungen. Soll das etwa unsere Leitkultur sein?

Ich werde noch nicht aufgeben. Doch ich war auch schon nahe am Nervenzusammenbruch, denn es sind emotional enorme Belastungen, weil ich mich in diesem Sprachvakuum bewege und in einem Labyrinth undurchschaubarer Regeln. Die Arbeit ist ein Fass ohne Boden, da ständig neue große Gruppen an jungen Männern nachkommen.

Ich werde mehr Grenzen ziehen müssen, denn mich nerven Unzuverlässigkeit, zu hohe Erwartungen, mangelnder Respekt gegenüber meinem Engagement, meiner Zeit, die sture Borniertheit vieler Männer, die Heuchelei gegenüber dem Wunsch nach Sexualität, das Misstrauen gegenüber unseren Regeln der Freiheit.

Ein Afghane, den ich wegen Arthrose zum Arzt begleitete und der mich “Mama” nennt, meinte: “Eva, wenn das so weitergeht, werden wir Deutschland kaputt machen.” Die Gynäkologin im Heim, die ich noch aus der Frauenbewegung kenne, meinte letztens lapidar: “Eva, auch du wirst das Patriarchat hier in diesem Chaos nicht ändern können!”

Uciekinierzy refugees Flüchtlinge

List w sprawie patronatu / ein Brief über Patenschaften

Szanowni Państwo,

w związku z napływem dużej ilości uchodźców zainicjonowany został nowy program pomocy tzw. “Gemeinsam.Schaffen.Patenschaften für das WIR der Verschiedenen.” Poszukiwani są wolontariusze, którzy chcieliby pomóc uchodźcom w integracji i objąć ich swoim “patronatem”. Zainteresowane osoby proszone są o kontakt z Polską Radą Społeczną w Berlinie:

tel.030/6151717

mail: polskarada@polskarada.de

Event na facebooku

PSR_Flüchtlinge

Meine Damen und Herren,

wegen der großen Anzahl von Flüchtlingen wurde ein neues Förderprogramm mit dem Namen “Gemeinsam.Schaffen. Patenschaften für das WIR der Verschiedenen” ins Leben gerufen. Wir suchen nach Freiwilligen, die helfen wollen Flüchtlinge zu integrieren und sie zu unterstützen.Personen, die Interesse haben, können sich gern an den Polnischen Sozialrat wenden:

Tel.:030/6151717

E-Mail: polskarada@polskarada.de

Facebook-Event

z poważaniem
mit freundlichen Grüßen

Dorota Kot
&
Polnischer Sozialrat e.V.
Berlin-Kreuzberg
Städtepartner Stettin-Kreuzberg/Friedrichshain

Polnischer Sozialrat e.V.
Oranienstraße 34
10999 Berlin
Tel.: 0049 30 / 6151717
Fax: 0049 30 / 61659288
email: polskarada@polskarada.de
Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag
10.00 – 16.00

patronat-chlopaki

“Wir gehen zum Bowling” / Idziemy na kręgle
Unsere polnische Patin, Iwona, mit den syrischen Jungs aus einem der Flüchtlingswohnheime von AWO / Iwona, polska wolontariuszka, z syryjskimi chłopakami z jednego ze schronisk prowadzonych w Berlinie przez AWO (Arbeiterwohlfahrt)

***

Und noch eine kleine Bemerkung:

Ucieczka do Krainy Minionków

Auf Deutsch: wirschaffenes

Ewa Maria Slaska w imieniu Antona

Zabawy dziecięce

Tytuł pożyczyłam, oczywiście, od Pietera Bruegla Starszego. Rok był 1560. Od czasów starożytnych nikt nie malował dzieci. A on tak. Tak:

Dziś jednak historia całkiem współczesna o zabawach dziecięcych. Z zeszłego tygodnia. Bawimy się z wnukiem, co się odbywa według pewnego, od kilku miesięcy nie zmienianego schematu. Dostaję do ręki jakąś zabawkę wraz z informacją, czy jest ona „dobra” czy „zła”, i z pewną instrukcją wyjściową. Mam na przykład dwie pandy (pandy są “dobre”) i zadanie, by zbudować dla nich dom (to zabawa z tygodnia, gdy prasa podała, że zoo w Berlinie zakupi w Chinach nowe pandy; dla tych, co nie wiedzą informacja, że Berlin miał przez wiele lat dwie pandy, Yan Yan i Bao Bao, które kiedyś niestety zdechły – Yan Yan w roku 2007, Bao Bao w pięć lat później). Proponuję różne wersje domu, gaj bambusowy, namiot z koca, pudełko po butach, a pan reżyser decyduje, czy moje propozycje mu się podobają czy nie. Zaakceptowany domek dla pand okazał się pudełeczkiem-łóżeczkiem ustawionym koło doniczki z bambusami, a pod lampą, żeby misiom było ciepło. Wokół zamieszkały różne inne zwierzęta, krokodyle, delfiny, rekin, słoń, które przypłynęły do zoo arką…

Tym razem miałam wybudować dom z klocków lego. Potem drugi, potem trzeci. Jak się okazało domy stały na wyspie, a wokół reżyser ułożył morze z niebieskich szalików i kocyków. Do brzegu wyspy dobijały po kolei coraz to nowe amfibie. Mieliśmy naprawdę dużą flotę.

ucieczka6

W domach na wyspie zamieszkały różne ludziki lego. Wszystkie były „dobre”. Potem na wyspę napadli „źli”. Byli olbrzymi i pochodzili z innej kategorii lego, takiej, która pozwala konstruować potwory i roboty (dla znawców informacja: lego technics). Był zły zielony Sven (imię jest wspomnieniem po historyjkach o Wickim, małym wikińskim chłopcu), jego kolega – duży zły zielony Sven i jeszcze większy czerwony Sven, też zły.

ucieczka4 Złe Sveny napadły na wyspę i zaczęły burzyć domy. Reżyser zarządził, że „moje” ludziki muszą uciekać, ale niestety wciąż się okazywało, że każda amfibia, którą wzięłam do ręki, nie jest już nasza, bo zajęli ją “źli”. Wreszcie cudem jakimś udało mi się zbudować małą łódkę płaskodenną, zapakować na nią wszystkie moje ludziki i uciec z nimi na morze. Łódka płynęła bardzo niepewnie, było na niej tak ciasno, że wszystkie ludziki musiały stać.

ucieczka1

Dopłynęliśmy do tapczanu przykrytego białą narzutą. Były to Białe Góry, gdzie niestety też czaił się „Zły”. Przebrał się drań, wyglądał jak zwykły ludzik, ale tak naprawdę był „zły” i znowu trzeba było brać nogi za pas i wiosła w dulki. Na szczęście nasza łódka umiała fruwać i dolecieliśmy na szczyt wielkiej góry. „Zły” nas nie dogonił, ale i tak stało się niebezpiecznie, bo to był wulkan i po raz kolejny musieliśmy uciekać przez Białe Góry.

ucieczka3

Chciałam wracać na naszą wyspę, ale okazało się, że jest zrujnowana i nie ma dokąd wracać.

ucieczka5

Wreszcie zobaczyliśmy z daleka spokojny wesoły kraj. Był cały żółto-niebieski. Mieszkały tam minionki i jadły banany. Dopłynęliśmy ostatkiem sił i minionki powiedziały, że możemy zostać. Daliśmy ludzikom banany i położyliśmy je do łóżka.

ucieczka7

Co teraz, zapytałam? Nie wiadomo, odparł reżyser. Zawsze mogą się pojawić jacyś „źli” i zacząć strzelać. A jak trafią, to każdy „dobry” też stanie się „zły” (tak się zdarzyło w jednej z historyjek o smerfach). A co zrobić, żeby nie trafili? To zależy od Królowej.

Okazało się, że musimy opowiedzieć Królowej bajki. Ja mam opowiedzieć „dobrą” bajkę, pan reżyser – „złą”. Jeśli królowej spodoba się moja bajka, to dobrze, ale jeśli wybierze „złą”…

Opowiedziałam w skrócie coś w rodzaju Królowej Śniegu, która mieszkała w Białych Górach, i porwała chłopczyka, dziewczynka go szukała i znalazła, a pomagały jej pszczoły i ptaki. Królowa  podziękowała dziewczynce, przeprosiła chłopczyka i… Chłopczyk natomiast opowiedział o wielkiej czarnej dziurze, gdzie mieszkały czarne wielkie dinozaury (widzieliśmy takiego przed tygodniem w Muzeum Historii Naturalnej, miał na imię Tristan – idźcie zobaczyć). Wielkie dinozaury zjadły wszystkie czarne wrony i wypluły piórka. Tak dużo, że świat stał się cały czarny (tak się zdarzyło w legendach królestwa Chima).

No i co, zapytałam. Którą bajkę wybrała Królowa? Twoją, odparł reżyser. Powiedziała, że ludziki mogą zostać i „damy radę”.

Tak powiedziała: “wir schaffen es”.

ucieczka2

und was nun?

johanna

tanja ist ein geburtstagsgeschenk kaufen gegangen.
hat ihr porte-monnaie vergessen.
ich habe ihr das porte-monnaie aus dem fenster runtergeworfen.
es ist im baum gelandet.
wir haben zwei besen zusammengeklebt – zu kurz.
wir haben zwei besen an eine leiter geklebt – zu kurz.
ich in die wohnung der russischen s-m-puffmutter
die wohnung wird gerade seit 4 monaten zu einem luxus-loft umgebaut.
ein mann kommt mit hoch guckt, versucht was, geht nicht.
“er muss nachdenken”.
5 min später kommt er wieder hoch und baut aus holzleisten ein 4meter-holz-teleskop und mit grossem geschick befreit er das porte-monnaie aus dem baum.
als dank will ich ihm einen sekt schenken.
er sagt nein danke.
wir sprechen ein mix aus polnisch und ukrainisch.
beim gehen schaut er zu dem sekt: “und wenn wir ihn zusammen trinken?”
höflich will ich sein, “vielleicht” sage ich. oder “vielleicht schenkt er ihn auch jemandem” füge ich vorsichtshalber hinzu.
er nimmt ihn. ich freue mich.
5 min später klingelt es an der tür.
herr alex ist da, steht im dunklen treppenhaus, gibt mir eine visitenkarte –
er sagt etwas was ich nicht verstehe, ich wiederhole, wiederhole, endlich verstehe ich:
ah! er würde sich sehr freuen! ich bedanke mich höflich.
er geht davon.
ich schaue auf die visitenkarte:
auf der hinterseite einer bau-unternehmer-adresse,
mit bleistift, sein name, handynummer, adresse,
und … “20:00”
nun blutet mir das herz wenn ich mir vorstelle, dass alex abakaev aus der ukraine, in einer kahlen wohnung in der see-strasse, heute abend um acht auf eine polin warten, die nie kommen wird…

Polskie ulice / Polnische Strassennamen

Viele Wochen sammelten Tomasz Fetzki und ich die polnischen Strassennamen in Berlin; dann gesellte sich noch der Hans-Jürgen Moder zu uns. Ursprünglich nahmen wir an, dass derjenige, der behauptet hatte, in Berlin gebe es 93 polnische Strassennamen, recht hat. Hat er nicht. Wir sind schon bei mehr als 150 und es ist sicher nicht das Ende der Geschichte. Sucht weiter und schickt die neuen Namen uns zu… Oder korrigiert das, was wir geschrieben / gefunden haben!

Achtung: Rote Strassennamen wurden von den Leser schon nach der Veröffentlichung dieses Beitrags  zugeschickt

Przez wiele tygodni Tomasz Fetzki i ja zbieraliśmy polskie nazwy ulic w Berlinie. Potem dołączył do nas jeszcze Hans-Jürgen Moder. Gdzieś znalazłam informację, że w Berlinie są 93 ulice z polskimi nazwami. Jest ich jednak znacznie więcej. Obecnie nasz rejestr obejmuje ponad 150 polskich nazw, a to na pewno nie koniec. Szukajcie i przysyłajcie… Ale poprawiajcie też błędy, bo na pewno nie wszystko spisaliśmy jak należy…

Uwaga: Czerwone nazwy ulic dosłali Czytelnicy już po publikacji tego wpisu 

Aktualnie / Momentan 158 Namen / nazw ulic

***
Städte / Miasta

BACHWITZER (BACHOWITZER) STRASSE / ULICA WIELOŁĘCKA

BAUERWITZER STRASSE / ULICA BABOROWSKA

BENTSCHENER WEG / ULICA ZBĄSZYŃSKA

BERUNER STRASSE / ULICA BIERUŃSKA (Bieruń Stary/Bieruń Nowy k. Katowic)

BICHOFSTALER STRASSE / ULICA UJAZDOWSKA (Ujazd Śląski)

BIRNBAUMER STRASSE / ULICA MIĘDZYCHODZKA

BISMARCKFELDER STRASSE / ULICA ŚWINIARSKA

BLÜTENAUER STRASSE / ULICA KWIECISZEWSKA

BOSCHPOLER PLATZ, STRASSE / ULICA BOŻOPOLSKA (Bożepole Wielkie, Bożepole Małe)

BRACHFELDER STRASSE / ULICA PANIGRÓDZKA

BRACHLINER STRASSE / ULICA ZBRACHLIŃSKA

BRANDORFER WEG / ULICA PRZYPROSTYŃSKA

BREITENFELDER STRASSE / ULICA PRZYBOROWSKA

BRESLAUER PLATZ/ PLAC WROCŁAWSKI 2 x

BRIESENER WEG /  ULICA WĄBRZEŹNIEŃSKA

BRODAUER STRASSE / ULICA BRODOWSKA

BUCHENHAINER STRASSE / ULICA BOGUNIEWSKA

BUDSINER STRASSE / ULICA BUDZYŃSKA

BÜTOWER STRASSE / ULICA BYTOWSKA

BUSCHINER STRASSE / ULICA BUŚNIEŃSKA

CROSSENER STRASSE / ULICA KROŚNIEŃSKA

CZARNIKAUER STRASSE / ULICA CZARNKOWSKA

DANZIGER STRASSE / ULICA GDAŃSKA

DAMERAUER ALLEE /ALEJA DĄBROWSKA (Dąbrowa k. Malborka)

DEBENZER STRASSE / ULICA DĘBIENIECKA

DIRSCHAUER STRASSE / ULICA TCZEWSKA 2x

DEUTSCHHOFFER ALLEE – ALEJA NAMYŚLACKA (Namyślaki)

DOLGIZERSTRASSE / ULICA DŁUŻKOWSKA

DOMNAUER STRASSE / ULICA DOMNOWSKA

DRAMBURGER STRASSE / ULICA DRAWSKA

DRAUSNITZER STRASSE / ULICA DROŹDZIENICKA

DRENZIGER ZEILE / ZAUŁEK DRZEŃSKI

DRIESENER STRASSE / ULICA DREZDENKOWSKA (Drezdenko)

DROSSENER STRASSE / ULICA OŚNIEŃSKA (Ośno Lubuskie)

DRUSCHIENER STRASSE / ULICA DRUŻYNIAŃSKA (Drużyny)

ERNSTRODER STRASSE / ULICA PIGŻAŃSKA

FEUERSTEINER STRASSE / ULICA KRZEMIENIEWSKA

FINKELWALDER WEG / ULICA ZDROJOWA (Szczecin-Zdroje)

FORDONER STRASSE / ULICA FORDOŃSKA

GEMBITZER STRASSE / ULICA GĘBICKA

GERZLOWER STRASSE / ULICA JAROSŁAWSKA

GLADAUER STRASSE / ULICA GŁODOWSKA

GLATZER STRASSE / ULICA KŁODZKA

GLEIWITZERSTRASSE/ ULICA GLIWICKA

GLOGAUER STRASSE / ULICA GŁOGOWSKA

GOLDAPER STRASSE / ULICA GOŁDAPSKA

GRAUDENZER STRASSE / ULICA GRUDZIĄDZKA

GROTTKAUER STRASSE / ULICA GRODKOWSKA (Grodków)

GÜLZOWER STRASSE / ULICA GOŁCZEWSKA

GRÜNBERGER STRASSE / ULICA ZIELONOGÓRSKA 2x

HEDWIGSKIRCHGASSE – ZAUŁEK KOŁO KATEDRY ŚW. JADWIGI ŚLĄSKIEJ

HEDWIGSTRASSE – ULICA ŚW. JADWIGI ŚLĄSKIEJ

HEDWIGSTRASSE – ULICA KSIĘŻNICZKI JADWIGI POLSKIEJ

HERTWIGSWALDER STEIG / DRÒŻKA DOBOSZOWICKA (Doboszowice, pow. Ząbkowice Śl.)

KADINER STRASSE / ULICA KADYŃSKA

KALISCHER STRASSE / ULICA KALISKA

KAMENZER DAMM / TRAKT KAMIENIECKI (Kamieniec Ząbkowicki)

KAMMINER STRASSE / ULICA KAMIEŃSKA (Kamień Pomorski)

KARWITZER PFAD /KARWICKA ŚCIEŻKA

KATTOWITZER STRASSE / ULICA KATOWICKA

KÖSLINER STRASSE / ULICA KOSZALIŃSKA

KOLBERGER STRASSE & PLATZ / ULICA KOŁOBRZESKA i PLAC 3x

KÖNIGSHÜTTER WEG / ULICA CHORZOWSKA

KONITZER STRASSE / ULICA CHOJNICKA

KUDOWASTRASSE & KOLONIE PAUSBORN-KUDOWA / ULICA KUDOWSKA & OGRÒDKI DZIAŁKOWE „PAUSBORN-KUDOWA”

KÜLZER STRASSE / ULICA KULICKA

KULMER STRASSE / ULICA CHEŁMNIŃSKA

KULMSEESTRASSE / ULICA JEZIORA CHEŁMŻAŃSKIEGO

LANDSBERGER STRASSE/ ULICA GORZOWSKA

LAPPINER PLATZ/STRASSE / ULICA ŁAPIŃSKA

LIEGNITZER STRASSE/ ULICA LEGNICKA

LISSAER STRASSE / ULICA LESZNIEŃSKA

MARIENBURGER STRASSE / ULICA MALBORSKA

MIELTSCHINER WEG/ ULICA MIELŻYŃSKA

MÜHLTALER STRASSE / ULICA SMUKAŁOWSKA (Bydgoszcz-Smukała)

MÜNSTERBERGER WEG / DROGA ZIĘBICKA (Ziębice, pow. Ząbkowice Śl.)

MÜNSTERWALDER STRASSE / ULICA OPALENIEWSKA (Opalenie k. Kwidzyna)

MYSLOWITZER STRASSE / ULICA MYSŁOWICKA 2x

NEUDAMMER STRASSE / ULICA DĘBNIEŃSKA (Dębno koło Myśliborza)

NEUFAHRWASSERWEG / ULICZKA NOWY PORT

NITZWALDER STRASSE / ULICA NICWALDZKA

OHLAUERSTRASSE/ ULICA OŁAWSKA

OLIVAER PLATZ / PLAC OLIWSKI

OPPELNERSTRASSE/ ULICA OPOLSKA

PÖLITZER STRASSE / ULICA POLICKA (Police k. Szczecina)

POLLNOWER STRASSE / ULICA POLANOWSKA

PROSKAUERSTRASSE / ULICA PRÓSZKOWSKA

RATIBORSTRASSE/ ULICA RACIBORSKA

RIDBACHER STRASSE / ULICA RZECKA (Rzeck, gmina Mrągowo)

ROGAUER WEG / ULICA ROGOWSKA (Rogów Opolski)

RÜGENWALDER WEG /  DROGA DARŁOWSKA

SAGANERSTRASSE/ ULICA ŻAGAŃSKA

SANDOWITZER PLATZ / PLAC ZEDOWICKI

SCHLAWER STRASSE / ULICA SŁAWIEŃSKA

SCHLOCHAUER STRASSE / ULICA CZŁUCHOWSKA

SCHRODAER STRASSE / ULICA ŚREDZKA (Środa Wielkopolska)

SCHWIEBUSER STRASSE / ULICA ŚWIEBODZIŃSKA

SORAUERSTRASSE/ ULICA ŻARSKA

STADER STRASSE / ULICA WIELISTOWSKA

STEPNITZER WEG /  DROGA STEPNICKA (Stepnica, pow. Goleniów)

STETTINER BAHNHOF & STRASSE / DWORZEC SZCZECIŃSKI & ULICA

STREHLENER STRASSE / ULICA STRZELIŃSKA (Strzelin)

STRIEGAUER STRASSE / ULICA STRZEGOMSKA

THORNER STRASSE / ULICA TORUŃSKA

TYCHYER STRASSE / ULICA TYSKA

WALDENBURGER STRASSE / ULICA WAŁBRZYCHSKA

WAPLITZER STRASSE / ULICA WAPLEWSKA (Waplewo)

WARSCHAUERSTRASSE/ ULICA WARSZAWSKA

WEISSENHÖHER STRASSE / ULICA BIAŁOŚLIWIŃSKA

WILHELMSBRÜCKER STRASSE / ULICA PODZAMCZE (dzielnica Wieruszowa k. Kalisza)

WONGROWITZER WEG / ULICZKA WĄGROWIECKA

ZOPPOTTER STRASSE & ZOPPOTER WEG / ULICA SOPOCKA & DROGA SOPOCKA

ZÜLLICHAUER STRASSE / ULICA SULECHOWSKA

Doppelte Stadtnamen an der Grenze / Podwójne nazwy miast granicznych

GUBENER STRASSE / ULICA GUBIŃSKA /GUBEŃSKA

GÖRLITZER STRASSE / ULICA GÖRLICKA /ZGORZELECKA 3 x

KÜSTRINER STRASSE / ULICA KOSTRZYŃSKA / KUESTRIŃSKA 2 x

Landschaften, Berge, Flüsse / Krainy, góry, rzeki

BESKIDENSTRASSE / ULICA BESKIDZKA

BOBERSTRASSE / ULICA BOBRZAŃSKA

BORUSSIASTRASSE & KOLONIE BORUSSIA / ULICA PRUSKA i OGRÒDKI DZIAŁKOWE „PRUSY”

NEISSE STRASSE / ULICA NYSKA

NETZESTRASSE / ULICA NOTECKA

NOGATSTRASSE / ULICA NOGATU

ODERSTRASSE / ULICA ODRZAŃSKA

POMMERSCHE STRASSE / ULICA POMORSKA

SCHLESISCHESTRASSE – BRÜCKE – BUSCH – TOR/ ULICA – MOST – ZAGAJNIK – BRAMA ŚLĄSKA

VOR DEM SCHLESISCHEN TOR / PRZED BRAMĄ ŚLĄSKĄ

WARTHESTRASSE (PLATZ) / ULICA (PLAC) WARCIAŃSKA

WEICHSELSTRASSE / ULICA WIŚLANA

Menschen / Ludzie

AM BALTENRING / OBWODNICA BAŁTYCKA (Bałtowie)

CHOPIN STRASSE

CHODOWIECKI STRASSE / ULICA CHODOWIECKIEGO

GOTZKOWSKY STRASSE / ULICA GOCKOWSKIEGO 2x

MARIE-CURIE-ALLEE / ALEJA MARIE CURIE (SKŁODOWSKIEJ)

JABLONSKI STRASSE / ULICA JABŁOŃSKIEGO

JANUSZ KORCZAK STRASSE

KOPERNIKUSSTRASSE / ULICA KOPERNIKA 2x

POMMERNALLEE / ALEJA POMORZAN

ROSA-LUXEMBURG-PLATZ & STRASSE / ULICA & PLAC RÓŻY LUKSEMBURG 2x

OSTROWSKI STRASSE / ULICA OSTROWSKIEGO

Sonstiges / Inne

ESPERANTOPLATZ / PLAC ESPERANTO

Flüchtlinge – uciekinierzy

Tekstów o uciekinierach coraz więcej. Zgodnie z zapowiedzią będę je więc publikowała w każdą środę, a nie tak jak dotychczas – w co drugą.  Dziś dwugłos Monika Wrzosek-Müller i ja. Mój tekst – po polsku – pod tekstem Moniki. Oba zatroskane.

MonikaWrzosek-Müller

Die Jugendherberge und die jungen männlichen Flüchtlinge

Sie war erstaunt, dass jemand sich über eine so schöne Herberge noch beklagen konnte. Ein Zufall wollte, dass sie da mit ihrem Sohn vor Jahren an einem Vorbereitungskurs für seine Reise nach Kanada teilgenommen und er in der Herberge auch übernachtet hatte. Auf jeden Fall war die Unterkunft sehr schön gelegen, am Seeufer, fast im Wald, mit großem Essraum und allen denkbaren hygienischen Einrichtungen.

Die Jungs, die jetzt dort wohnten, kamen hauptsächlich aus Afghanistan, Syrien, dem Libanon und dem Irak; es gab vereinzelt welche aus Afrika: Ghana und Eritrea. Sie gaben an, unter 18 zu sein, doch sie vermutete bei vielen, dass sie diese magische Grenze schon überschritten hatten. Auf die Frage: „Wie alt bist du?“ kam meistens eine Zahl, die mit dem Gesicht nicht korrespondierte: 15, 16 – und die Gesichter waren eher die von Männern über 20. So einigte man sich auf eine ärztliche Untersuchung, die jetzt das ungefähre Alter feststellen soll. Eigentlich wusste sie nicht, wie man das feststellen konnte; wenn jemand ganz schlimme Erlebnisse hatte, würde er auch älter aussehen. Sie würde, wäre sie Ärztin, diese Aufgabe nur sehr ungern übernehmen.

Die ersten Wochen waren die Sprachgruppen national fast homogen, erstaunlich wie die einzelnen Nationen zusammen hielten; später wurden sie nach Grad und Fähigkeit Deutsch zu lernen eingeteilt. Es kam eine bunt gemischte Gruppe heraus. Eigentlich waren sie lernwillig, manche lernten auch wirklich schnell und konzentriert, aber es gab auch solche, die die ganze Zeit redeten und sich vielleicht gar nicht konzentrieren konnten. Es gab auch großen Bedarf an Alphabetisierung; viele kannten das lateinische Alphabet nicht, bei einigen wenigen hatte sie den Eindruck, dass sie überhaupt lernungewohnt waren.

Es gab viele Lehrer; die Jungs wurden in vier Gruppen eingeteilt und es wurde an allen fünf Tagen der Woche unterrichtet. Nachmittags organisierten die Sozialarbeiter für sie Ausflüge oder Heimkino, sie hatten auch Monatskarten, um mit der BVG zu fahren. Es war schon ein gut durchdachtes und funktionierendes System bei allen, die sich für die Jungs einsetzten. Sie dachte auch, dass es gerade für so junge Leute leichter sein müsse, sich an das Land und die Sitten zu gewöhnen. Bei einigen musste man dann auch hart durchgreifen, damit sie das machten, was von ihnen verlangt wurde. Allgemein waren sie aber eher fröhlich und zuversichtlich – sie dachte: vielleicht doch irgendwie aus besseren Verhältnissen.

Das wichtigste Accessoire war natürlich das omnipräsente Handy mit blinkender Oberfläche, je größer desto besser. Und natürlich versuchten sie am Anfang auch während des Unterrichts am Handy zu fummeln. Dann machte sie die Ansage, dass sie im Flugzeug wären und für die Flugzeit würde das Handy auf Flugmodus gestellt; das kapierten sie erstaunlich schnell und die Handyslagen unberührt; doch kurz vor dem Schluss des Unterrichts rief immer ein digitaler Muezzin sie per Handy zum Gebet und dann war Ende mit der Ruhe und der Schule; wie in ihren Heimatländern die Disziplin in den Schulen gehandhabt wurde, konnte sie sich nicht vorstellen.

Die Weihnachtsparty, die die Deutschlehrer organisiert hatten, war ein voller Erfolg. Die Jungen sangen aus vollen Herzen, sprangen herum und tanzten, führten auch ihre Lieder vor: den Afghan-Rap, die Lieder aus ihren Ländern. Manchmal dachte sie, als sie ganz wild herumtanzten und johlten, das ist jetzt aber zu viel, wir werden es nicht schaffen sie zu beruhigen, und doch endete alles erstaunlich ruhig und gesittet, aufgeräumt und still. Das Bingo-Spiel wurde mit großer Freude mitgespielt, die Lehrer hatten wirklich ein schönes Programm angeboten, mit Weihnachtsgebäck und Früchten und Getränken… die Jungs fühlten sich wohl und mit Aufmerksamkeit bedacht.

Einige wenige gingen schon in die Willkommensklassen, die lernten natürlich am schnellsten, hatten auch in den Pausen Kontakt zu anderen deutschen Jugendlichen. Es war wirklich der beste Weg sie zu integrieren, zusammen mit den anderen lernen, spielen, zusammen sein; sonst waren sie ausgegrenzt und im Ausnahmezustand, das sah man ihnen an. Viele waren apathisch oder sehr nervös und gereizt. Sie stürmten plötzlich aus der Klasse wegen angeblichen oder doch existierenden Durchfall, Nasenbluten etc… Sie versuchte dahinterzukommen: waren das wirkliche Symptome, oder wollten sie gerade aus der Gemeinschaft, aus dem Unterricht raus. Es war sehr wichtig, ihnen Aufgaben zu stellen, bei denen sie auch nachdenken mussten; zusammenzählen, etwas erfinden, mit abstrakten Dialogen und Situationen taten sie sich schwer; aber vielleicht taten sich alle Jugendlichen damit schwer.

Sie wollte zu dem Café-Treffen der Ehrenamtlichen gehen und fragen, wohin die Jungendlichen denn ab Ende Februar verlegt werden würden, was mit ihnen geschehen würde, denn die Betreiber der Herberge wollten für den Frühling keine Flüchtlinge mehr haben. Das war das Mindeste, was sie für sie weiter tun konnte, auch wenn sich nicht nur Erfreuliches im Unterricht ereignete.

Eine von den Deutschlehrerinnen wollte mit den Jungs in ein Supermarkt gehen, um die Sachen konkret beim Namen zu nennen, schauen was sie interessiert, was sie einkaufen, ihnen helfen sich zu orientieren und ihnen erklären, was die Sachen in der Verpackung sind. Sie hat jedem 2,50 € geben wollen, damit sie sich eine Kleinigkeit kaufen könnten. Natürlich hat sie das von ihrem Geld gespendet, wollte nur eine Quittung haben, vielleicht wegen der Steuererklärung… sie hatte das Geld schon einigen ausgegeben, als zwei Jugendliche sie überfielen und ihr den Beutel mit dem übrigen Kleingeld wegrissen und wegrannten. Die anderen rannten ihnen hinterher, es entwickelte sich eine Schlägerei, in der einige verletzt wurden. Sie war völlig entsetzt und meinte, so was wird sie nicht noch Mal versuchen.

Sie dachte bei sich, man soll auf alle Möglichkeiten vorbereitet sein; sie kannte nicht einmal deutsche Jugendliche gut und wusste nicht, wie die in einer Gruppe funktionieren. Die Flüchtlinge, nach ihren Erlebnissen in der Heimat und auf dem Weg, und in völlig fremder Umgebung sind natürlich überfordert. Und dann dachte sie weiter: die Aufgaben, die auf uns warten, sind unendlich schwer – damit sie wirklich integriert werden und in Frieden mit sich und mit der Umgebung leben könnten.

Ewa Maria Slaska

Sylwester

Drugą część tego tekstu napisałam przed Sylwestrem. Rzeczywistość mnie jednak dopadła, zanim zdążyłam podzielić się z Wami myślą, że uchodźców wcale nie widać na ulicy. Bo niestety w Sylwestra było ich widać i to w sposób groźny.

Dla kobiety gwałt jest jedną z najbardziej przerażających wizji tego, co je może spotkać. Na szczęście kultura zachodnia od lat tępiła i potępiała gwałty, tak w sferze prywatnej jak i publicznej. Kobiety w Niemczech czy w Europie nie liczą się już z tym, że jest to realna codzienna groźba. Sylwester 2015 pokazał, że może stać się znowu realna i może stać się zjawiskiem społecznym.

Gdy wiadomości o tym dotarły do mediów, w pierwszym odruchu pomyślałam, że to nieprawda, że to prawicowa prowokacja wewnątrzniemiecka wymierzona w rząd Angeli Merkel. Im bardziej jednak doniesienia się mnożyły, tym bardziej, nie wiem zresztą dlaczego, prowokacja prawicowa wydawała mi się mniej realna.

Gdzieś zgwałcona została kobieta w średnim wieku – miała, jak podała prasa, 58 lat. Oczywiście, może jest to pani, która znakomicie wygląda, tak też może być, ale jeśli jest to jednak starsza pani, to znaczyłoby, że był to gwałt wojenny, który nie jest zaspokojeniem potrzeby seksualnej, tylko metodą poniżenia wroga przez poniżenie zadane jego kobietom. Tak gwałciła zwycięska Armia Czerwona tryumfalnie wkraczająca na tereny padających na kolana Niemiec, a jej ideologiem był Ilja Erenburg…

A wtedy mogłoby to oznaczać, że była to prowokacja, ale nie ze strony skrajnej prawicy niemieckiej czy europejskiej, lecz ze strony państwa islamskiego. I że znajdujemy się w stanie wojny. I że rzeczywiście są tu ONi i jesteśmy MY.

I tę myśl zapisałam kilka dnie temu, a następnego dnia również policja niemiecka, wychodząc zresztą nie z przesłanek lecz poszlak i dowodów, doszła do wniosku, że była to zorganizowana akcja ISIS.

Stale powtarzam, przede wszystkim trzeba myśleć.

Czy uchodźców widać na ulicy?

Ludzie z Polski wciąż pytają, czy uchodźców widać na ulicy? A moja odpowiedź, wprawdzie trochę niepewna, brzmi – nie, nie widać. Widać i słychać cudzoziemców, niewątpliwie, i to zarówno tych, którzy mieszkają tu na stałe, jak i turystów. Przede wszystkim zresztą Włochów i Hiszpanów. Ale uchodźców niemal nie widać. Mieszkam naprzeciwko nieczynnego lotniska Tempelhof, oddzielonego od ulic Tempelhofer Damm i Columbiadamm wielkim prawie stuletnim budynkiem, kiedyś najdłuższym budynkiem na świecie. Teraz podobno jest jakiś dłuższy.


Ja mieszkam po drugiej stronie ulicy, na samym prawym końcu tego gmaszydła. W tym budynku ulokowano w listopadzie kilka tysięcy uchodźców, głównie samotnych mężczyzn, czekających na przeniesienie do jakiegoś bardziej przychylnego ludziom miejsca. Pewnej soboty miały tu miejsce bójki, o których donosiła prasa na całym świecie. A ja co? A ja, choć mieszkam od nich o rzut beretem, początkowo nawet ich nie widziałam. Oni wchodzą do siebie głównym wejściem, wysiadają więc przystanek wcześniej niż ja – bo wejście główne i boczne oddziela odległość całej stacji metra. Moja jest dziś całkiem niepozorna, ale w latach 20 wysiadali tu robotnicy budujący lotnisko. Były ich tysiące. Szli do pracy 17 tunelami!

Oni i ja korzystamy z tej samej linii metra, a jednak początkowo w metrze też ich nie było. Raz, gdy szłam na dworzec o 4 w nocy, spotkałam jednego zbłąkanego, szukał drogi do najbliższego szpitala, którego adres ktoś mu nieporadnie zapisał na świstku.

Teraz w budynku ulokowano ponad dwa tysiące uchodźców, w przyszłości ma ich być nawet siedem tysięcy. Jest ich teraz, po kilku tygodniach, może troszeczkę więcej w metrze. Widocznie się oswoili i otarli, dostali bilety na komunikację miejską, odważają się więc, wychodzą ze schroniska, zbaczają z utartych tras prowadzących do urzędów. Ale nadal widzę ich niewielu. Nawet w pobliskim sklepie, który zasadniczo jest i ich, i mój, ich nie ma. Jak się czasem spotka jakichś cudzoziemców, to najdalej przy kasie okazuje się, że mówią dobrze po niemiecku i są na pewno berlińczykami od dawna.

Pracuję z uciekinierami, pracowałam z nimi wiele lat, między innymi  w ogromnym schronisku dla tysiąca ludzi, ale nawet ja nie umiem sobie wyobrazić, jak może wyglądać taki moloch, gdzie zakwaterowano dwa, trzy, cztery, pięć tysięcy osób. Oczywiście – w ogromnym pustym gmachu jest dość miejsca, aby pomieścić tysiące ludzi. Ale jak ich karmić, jak mają się kąpać, jak załatwiać potrzeby fizjologiczne? Jak sprzątać? I co mają robić? To chyba główne pytanie – co mają robić, żeby nie zwariować w tym natłoku cudzej obecności i niedoborze sensownego zajęcia?

To niesamowite – tylu ich jest wśród nas, a my ich nie widzimy. Z jednej strony zaskakujące, z drugiej pocieszające. Najwyraźniej taki organizm miejski jak wielokulturowy Berlin, z jego prawie czterema milionami mieszkańców, jest w stanie bez śladu wchłonąć sto tysięcy przybyszów.

Kosmopolen oder Bevor man ein Verein gründet

Emanuela Danielewicz

Aller Anfang ist leicht, wenn man den Humor nicht verliert
oder das
was am Anfang über Polen im Ruhrgebiet in aller Anstandskürze erzählt werden sollte und die Gründung der Kosmopolen Künstlerinitiative nicht verhinderte

Bevor man ein Verein gründet, muss man etwas erlebt haben, was einen dazu bewegt. Meistens ist es ein Mangel. Bei mir war es eigentlich umgekehrt. Ich habe so viel nicht gesehen und so viel nicht erlebt, aber viel geträumt, beobachtet, gehört, gefühlt, verstanden, dass sich der Wunsch, Ideen auch zu verwirklichen vergrößerte. Und ich habe eine Weite an Möglichkeiten dafür gesucht und hier entdeckt.

Im Ruhrgebiet, höflich in der hiesigen Umgangssprache Ruhrpott genannt, um zu betonen, dass wir hier alle im selben Topf stecken, ist die Vereinsstruktur seit Jahrzehnten alltäglich. Ständig werden hier Vereine gegründet, die sehr konkret die Stadt mitgestalten. Hier kann man sich auf die Kumpels-Kultur und SPD Führung verlassen. Jeder hier engagiert sich und manche in sehr vielen Vereinen gleichzeitig. So ist es auch was ganz selbstverständliches ein Vorstand zu sein, oder Präsident und man bindet es anderen nicht sofort auf die Nase, wann man sich zum ersten Mal begegnet.

Die Stadt Bochum war als Ort für die Gründung von Kosmopolen von Anfang an perfekt. Die Geschichte um die ersten drei polnischen Vereinigungen um 1920 (mit dabei mein Großonkel Jan im Vorstand, wie ich viel später erfuhr) trugen dazu bei, dass ich persönlich als “Polin, die aktiv ist” wahrgenommen, schnell städtische Unterstützung fand. Die Politik, die auf Strukturwandel setzt und dabei die lokale sowie  internationale Kulturarbeit die Hauptrolle spielt, hilft. Der “Zeitgeist” lebt heute zeitgleich und fordert Mehrsprachiges, fördert Selbstorganisation, unterstützt alles mit Geschichte und liebt gute Kunst und Diskussionen.

Naiv dachte ich, dass das Interesse an einem neuem “Deutsch-Polnischem” Verein, dass ausnahmsweise künstlerisch-kulturelle Ausrichtung hätte, schnell wachsen könnte. Immerhin wird behauptet, jeder dritte hier im Ruhrgebiet stamme aus Polen. Also nahm ich an, es müsse doch an der Polnischen Kultur auch etwas Interesse geben bzw. am Osten allgemein. Doch es kam anders. Künstler tun sich schwer Ihre eigene Interessen organisierter zu gestalten und zu pflegen, erst Recht Mitglied im weiteren Verein zu werden. Die Deutschen… pardon: Biodeutschen…  haben weiterhin Panik in einem solchen Verein zu oft mit der Vergangenheit beschäftigt zu sein und sind trotz Hochkultur dem Künstler als mündige Person eher skeptisch gegenüber…  Die Polen bzw. die aus den heutigen polnischen Gebieten stammende Arbeitsmigranten und Emigranten sind mit der eigenen  oft sehr persönlichen Repräsentation und Identifikation so sehr beschäftigt, dass die Frage: Was ist eigentlich Polnisch? dominant aufkreuzt und sie an Aktivitäten außerhalb der katholischen Gemeinden stoppt.

Polen außerdem haben auch einen zwiespältigen Ruf. Das Warum kann man z.B. täglich vor der Christuskirche Bochum hören, oder vor der Stadtbücherei. Dort trifft sich eine Gruppe der noch nicht eingetragenen Biertrinkerpartei und schreit sich vollprozentig laut an, polnisch selbstverständlich. Wenn man Polen als Polin kennenlernt, wollen sie schnell etwas von einem. Der letzte z.B. ein Jacek mit einem neuen Job, wollte von mir gleich eine neue Wohnung und auch Hilfe beim Möbelkauf. Nein penetrant wurden seine Wünsche nicht geäußert, sondern ganz leise, wie zur Mutter, die immer zuhört und sofort reagiert.
Es gibt kein Polnisches Café in Bochum. Das Kalinka Cafe, gegenüber meinem alten berühmten 10 Meter Balkon, wo auch Kosmopolen eV gegründet wurde (11 Künstler im Hellweg 18 am 19. Mai 2008) klingt russisch, ist aber von der NEW German Generation of NEW Vegans geführt. Es gibt noch an verschiedenen Locations auftauchende Polonia Diskothek, heute unter einer türkischen Führung, vor deren Tür kaum ein Taxi halten möchte und wirklich jeder Taxifahrer haarsträubende Geschichten erzählt.

Was Polen können, ist Drama und wie weit sie damit gehen, zeigt die letzte Wahl in Polen.

Beinahe vergessen hätte ich das sogenannte Polnische Haus am Kortländer, über das vor acht Wochen beim Symposium des Nationalkomites aus Stuttgart “Charta von Venedig”  für ein größeres Publikum, doch ohne Publikum (weil es keine Interessierten zu diesem Thema gab) fachmännisch u.a. auch mit mir debattiert wurde, ob es sich um ein Haus handelt, das einen deutschen Denkmalschutz überhaupt erhalten sollte. Bis heute kann man dort historisch wertvolle “Schätze” finden und ein Namensschild verrät, dass Bund der Polen, einer der ersten polnischen Vereine, hier seinen Raum hat. Angeblich treffen sich dort die Älteren noch. Angeblich schreiben Damen noch Protokolle. Das Haus daneben ist schöner. Es war zur gleichen Zeit ein Bordell, das nächste Haus eine Polnische Arbeiterbank, deren Schriftzug man noch irgendwie lesen kann und das mich zu Phantasien inspiriert, in mir Fragen hervorruft: “Ob eine Arbeiterbank wirklich andere Finanzpolitik steuerte?”

Das Haus der Polen selbst ist marode, hässlich und alt. Daher wäre ich dafür es abzureißen und etwas Neues für heutige Zwecke Nützlicheres zu gestalten und aufzubauen. So ist es dem großen Kloster unweit dieser Straße ergangen. Große Schlesisch-Deutsch- Polnische Gemeinde hat den Abriss dieses Klosters mit extrem interessanter Geschichte 1971 nicht verhindern können. Heute wachsen noch die Bäume und auf dem Platz ist ein moderner Wohnbau für Weisenkinder entstanden, das St. Vincenz.
Kann man aber die letzten Steine der “Zeit der Ruhrpolen” überhaupt abreißen?  Es gibt doch seit wenigen Jahren ein neues vom BUND Unterstützes Projekt: das digitale Archiv der Polen genannt Porta Polonica, Leitung Herr Dr. Jacek Barski, auf deren Webseiten die nächsten Jahre personenbetonter die Geschichte der Polen in ganz Deutschland neu zusammengetragen und attraktiv dargestellt wird. Zum Teil werde auch ich mit einigen Portraitarbeiten beitragen können.

Was mich bei diesem ganzen Thema anfing zu interessierten war, ähnlich meines persönlichen Dilemmas keiner eindeutigen Kultur, Nation und Sprache anzugehören: die Tragik der Schlesier hier im Ruhrgebiet. Sie kamen in Ihrem Selbstverständnis als Deutsche nach Deutschland und wurden zu Ruhrpolen und das zu einer Zeit in der Polen seit 100 Jahren auf der Landkarte Europas nicht existierte.  Sie fühlten nationale Zugehörigkeit zu Deutschen, wurden aber als Polen wahrgenommen. Die Folge ist nun, dass hier jeder fast Pole ist. Auch das erschwert irgendeine vernünftige Abgrenzung, zum Glück. Kann es sein, dass wir nicht von Organisationen oder kultiviertem Bewusstsein, sondern einfach durch die klimatische Lage mehr beeinflusst werden? Sehr logisch wurde daher der Zusammenhang und Vortrag des Museumsleiters der Zeche Hannover Dietmar Osses  betitelt: “Von den Ruhrpolen zu den Kosmopolen” und erinnert auch uns indirekt, dass die Geschichten sich wiederholen können. Ich selbst komme aus Poznań, lebte über zwölf Jahren in Berlin, schlesische Kultur kenne ich nicht, habe aber Verständnis dafür, dass  die Liebe zu einem besonderen Flecken Erde durch Kultur und in Erinnerung länger gelebt, geschmeckt, gehört und erzählt werden möchte. Artur Beckers masurische Geschichten sprechen Bände. Auch er träumt von Kosmopolen, wenn er sich meditativ entspannen möchte.

Man muss wissen, dass vor 150 Jahren kaum jemand hier im Ruhrgebiet lebte. Alle waren Migranten, die hierher kamen. Auch das ist beste Voraussetzung gerade hier Kosmopolen zu gründen und den polnischen Aspekt der Geschichte in Form von etwas aufgefrischter europäischer Interkultur anzubieten, denn gemeinsame Geschichte ist immer auch ein Geschenk der gemeinsamen Lebenserfahrung und dass sollte man meiner Meinung sehr feinsinnig pflegen, statt Geschichte dramatisch und aggressiv den anderen gegenüber umzudeuten versuchen.

Wir haben Kosmopolen gegründet, um eben aus dem Deutsch Polnischem Dilemma auszutreten, einen dritten Weg vorzuschlagen, dem Kosmopolitischen auch Ausdruck zugeben, was aber am Wort Polen bei manchen hängen bleibt und manchmal einen Kontext aufdrängt, der für uns längst überwunden ist.
Man kann daher Kosmopolen als ein Tor begreifen von etwas nach?… vom Nationalen raus ins Inhaltliche… Basil Kerski, Chefredakteur der Zeitschrift Dialog und der Geschäftsführer vom Europäischen Kulturzentrum Solidarność in Gdansk,  meinte in den 90er Jahren dazu Andrzej Bobkowski mitzitierend, dass Kosmopole ein Mensch ist der scheinbar Widersprüchliches sich widersetzendes in sich vereint.

Ich begreife Kosmopolen eV als etwas Komplexes: Grenzenlose Offenheit im Begriff (Kosmos größer als ein Ich, Polen als Plural, nicht Singular!) und exklusive Geschlossenheit durch das Naturgesetz der Bipolarität zugleich. (Nord und Südpol als Beispiel der Bipolarität sowie gemeinsamer Einheit, in Deutsch an den Polen bedeutet an den Erdpolen, Verein als Struktur der möglichen Exklusivität und Inklusion)
Man kann sich nicht verlieren, weil es zugleich auch Halt gibt.

Wonach klingt das für Sie? Es gibt viele Antworten, daher werde ich die meinen hier nicht alle verraten. Ich bin ein Freund der gemeinsamen Diskussion, kitzel’ gerne und hoffe durch die Publikation dieses Textes auf der Webseite der Autorin Ewa Maria Slaska neue Freunde zu finden und zu motivieren, sich in diesem Rahmen mal mitzubewegen. Die nächste Aktion ist ein No Budget Neujahreskonzert am Donnerstag, den 21.01.2016.

Und was wir in diesen acht Jahren geschafft haben? Hier eine kleine Zusammenfassung:

Über sechs kleine Festivals, neue Produktionen u.a. auch für Kinder, neues Publikum für Polnische Kultur gefunden, Partner in ganz Ruhrgebiet bis Köln, die an Kosmopolen Aktionen Interesse haben, Familienkonzerte, neue Jazzreihen, Literaturreihen, neue etwas nettere Vorurteile gegenüber Polen… wir gewannen eine Goldene Eule in Wien, ein Zukunftswettbewerb, öffneten paar Herzen und bekamen gute Förderungen, so dass alle Teilnehmer normal honoriert wurden (auch dafür engagiere ich mich persönlich)… wir sind heute 14 deutschlandweit, haben zwar mehr Freunde, suchen aber neue Unterstützer und Mitglieder vor Ort im gewichtigen Jahr “25 Jahre Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag” und in der prickelnden neuen politischen Situation jetzt in Polen.

Zu viele ungesehene, ungehörte, hoch talentierte, sensible und einsame weil eher introvertierte Menschen begegne ich und tue beruflich mein Möglichstes, um deren Dasein, deren Leben und Schaffen lauter zu kommunizieren, erst Recht im extrovertiertem technischem Zeitalter. Jeder ist seines Glückes Schmied, sagt man im Westen. Das stimmt im Fall der Kunst nicht ganz, denn Kunst ist tot und hat ohne Zuschauer, Zuhörer kaum irgendein Sinn. Kultur machen wir selbst. Ich mag Kunst, Musik, Fotografie, Literatur und dafür habe ich mit ein paar anderen Zeitgenossen aus verschiedenen Ländern Raum erkämpfen und schaffen dürfen.

Kosmopolen als Verein raubt mir viel Zeit, manchmal zum Glück auch den Verstand, nie die Geduld, aber am 21.01.2016 wird der vieldimensionale Sinn der ganzen Unternehmung zu hören und zu finden sein. Meine Herzliche Einladung nach Bochum ins Planetarium:

emanuelaplakatKOSMOPOLEN NEUJAHRESKONZERT 
Donnerstag, der 21.01.2016 – 20.00h
Konzert unter Sternen

es spielen:
Robert Kusiolek / Akkordeon
Elena Chekanova / Elektronik

ORT: Zeiss Planetarium Bochum
Castroper Straße 67 – 44791 Bochum
Eintritt: VVK 10,–/AK 12,–
Infos & VVK: www.planetarium-bochum.de
www.kosmopolen.de

X

P.S.
Zum Schluss eine kleine Anekdote. Seit nun vier Jahren suche ich neue Räume, vielleicht Galerie tauglich und für Organisatorisches von Kosmopolen nützlich.
Mein neuer Vermieter hat mir nach zwei Jahren Versprechungen beinahe den Schlüssel dazu in die Hände gegeben. Er, der stolze Besitzer vom ehemaligen Bunker, den er innerhalb von drei Jahren phänomenal umbaute und mit genügend Räumen bestückt, hat auch das zweite Mal Kosmopolen eV keinen Raum gegeben, als sich die Möglichkeit ergab. Alle Bitten halfen nichts. Der Bunker wäre mir gegenüber, im Raum war vorher eine Künstleragentur. Kosmopolen darf nicht rein, aber im selben Raum leuchtet es heute Violett und Damen leichtbekleidet lernen an der Stage Poledance.
Geistige Kunst und Kultur ist offensichtlich “gefährlicher” als Sex. In diesem Sinne: lass es uns 2016 krachen und diese Energie nützen 🙂

Kosmopolen Aktionen – in Planung 2016
Wir bekommen wieder die große Bühne in der Stadt Bochum!
Konzerte: NEW Polish Tunes 2016 in Essen, Bochum und Dortmund
Lesungen und Diskussionen: Die Kunst der Übersetzungen / Sztuka Tłumaczeń
Kinderaktionen und Polnische Weihnachten im mondo mio Dortmund auf Wunsch Vermittlung  bzw. Empfehlungen von Programmen, Konzerten…

KONTAKT:
Kosmopolen eV
Klarastrasse 6
44793 Bochum
Germany

www.kosmopolen.de          info@kosmopolen.de
Tel: +49 6872 9965
Mówimy po polsku

Wie kann ich Kosmopolen eV unterstützen?

Klicke regelmäßig: www.kosmopolen.de – die Klickzahlen werden gezählt

Unterstütze den Verein, Künstler, Kunst, Deutsch Polnische Kultur im Ruhrgebiet mit Deiner Fördermitgliedschaft   (€ 5,-/Monat, ab € 30,-/Jahr möglich)

Persönliches von Emanuela Danielewicz
Fotografin, Dipl. Kommunikationsdesignerin
und seit Oktober 2015 Studentin von Kulturreflexionen & Philosophie – Uni Witten Herdecke
www.danielewicz.de

Poezja / Poesie / Poezie

Zdenek Svoboda

Poesie der Weihnacht

Poesie der Weihnacht
Viel Poesie der Weihnacht
Zuviel Poesie der Weihnacht

so daß wir gänzlich vergessen haben:
Ein blaugefrorenes Menschenkind
hat sich in die Hände einer Welt gelegt,
die kalt ist
wie der steinerne
feuchte
Boden des Stalles

Nachdichtung aus dem Tschechischen von Joachim Dachsel

***
Kazimiera Iłłakowiczówna

Eiapopeia

In einem Kleid, wie Wasser so blau,
durch ödes, froststarres Gelände
geht im Mondlicht Unsere Liebe Frau
und ringt und ringt die Hände.

Unterm Winterhimmel auf kahlen Wiesen
drehn flinke Winde sich barfuß im Kreis;
von Geschossen, von Feuerkugeln fielen
Kirchen und Kreuzen reihenweis.

Sie hat es gebettet unter der Schleh,
sie machte ihm eine Wiege aus Schnee.
Eiapopeia, Jesus mein…
Dem Graben hat sie es anvertraut
zwischen leeren Stauden und dürrem Kraut.
Eiapopeia, Kindelein…

Grabhügel wölben sich auf den Feldern
wie kleine Särge überall.
Die Dörfer brannten, den Himmelskönig
schützt nicht einmal ein ärmlicher Stall!

Sie hat es gebettet unter der Schleh,
sie machte ihm eine Wiege aus Schnee.
Eiapopeia, Jesus mein…
Den Winden hat sie es anvertraut
auf dem Schneekissen dort im dürren Kraut.
Eiapopeia, Kindelein…

In einem Kleid, wie Wasser so blau,
durch ödes, froststarres Gelände
geht sorgenschwer Unsere Liebe Frau
und ringt und ringt die Hände.

Nachdichtung aus dem Polnischen von Annemarie Bostroem

***

Beide Gedichte wurden von Hans-Jürgen Moder ausgewählt; aus: Da kam an der Menschen Licht | Ein Buch zur Weihnacht | Union-Verlag Berlin 1983

Weihnachten

Monika Wrzosek-Müller

Weihnachten war und ist für sie ein Fest der Harmonie, Liebe und Zuversicht; verständlich es wurde ein göttliches Kind geboren, alles bewegt sich, richtet sich in die Zukunft aus. Das kann mitunter in Kitsch ausarten, im äußeren und mentalen Kitsch, mit Liedern, sich Verbrüdern, mit Lichterketten und Weihnachtsmärkten, Glühwein, Essen ohne Ende; oder ist es das, was wir im Leben brauchen: ein bisschen Kitsch, damit die Wirklichkeit zu ertragen ist.

Als sie klein war, noch in Warschau, in Polen, konnte sie eine Woche vor Weihnachten nicht baden, oder sie ging zu Bekannten, um dort zu duschen, denn in ihrer Badewanne schwammen immer zwei gesunde, große Karpfen. Sie wollte sie nie essen, weder in Gelee, noch gebraten, noch in Gemüse oder auf griechische Art mit Tomaten. Immer schmeckte sie das sumpfige, morastige heraus und die Gräten machten ihr auch zu schaffen. Als sie da im Bad schwammen, hatte sie die Karpfen mit Brot gefüttert; sie bekamen auch Namen, leider hörten sie auf ihre Namen nicht, schwammen ihre Runden in dem kleinen Becken der Badewanne. Doch Karpfen gehörten zum Weihnachten ihrer Kindheit; vieles gehörte zu Weihnachten, sie erinnerte sich an das wohlige Gefühl und Vorfreude in den Tagen vorher, an viele Vorbereitungen und an das Horten von Lebensmitteln, ausrollen vom Teig für Pirogen und an Kutja mit Mohn, unendlich oft durch den Fleischwolf mit einem entsprechenden Aufsatz gedreht, es durfte ja gar nichts am Tisch fehlen. Und an den Moment als die Lichter am Tannenbaum brannten und die ewigen Streitereien aufhörten, als der Tisch gedeckt war, die Oblate auf ein bisschen Heu in der Mitte des Tisches lag und man mit den Wünschen begann. Als Kind versank sie förmlich in der Sicherheit zwischen Oma und Tante und vielen Geschenken und gesungenen Weihnachtsliedern. Es gab so etwas wie heilige Momente der glücklichen Leere und Wunschlosigkeit.

Später im Erwachsenenleben sollte sie die Sicherheit weitergeben, die Bräuche erhalten und sie kultivieren und diese Gefühle wiederherstellen für ihren Mann und Sohn, für Leute die mit ihr waren.

Sie erinnerte sich an eine lange Reise, noch in den achtziger Jahren, durch ganz Frankreich von Nancy über die Loire Schlösser in die Bretagne, in der vorweihnachtlichen Zeit, und wie sie über die Fülle und Verschiedenheit der angebotenen Waren staunte: es gab unendlich viele Sorten von Käse, von Gemüse, Obst und Meeresfrüchten, selbst von Austern die verschiedensten Formen und angeblich Geschmäcker und dann die ganze Vielfalt der Muscheln. In den Regalen lagen reihenweise, gestapelte Weinflaschen und es wurde lange gesucht, mehrere Läden aufgesucht, ausgewählt, probiert. Die Art der Einkäufe, die als Selbstbeschäftigung verstanden werden und an die angenehme Seite des Lebens erinnern sollte, die sie gar nicht kannte. Einkäufe waren in ihrer Welt immer lästig.

Die grande Fête du Noël fand immer am ersten Weihnachtstag statt und es war das große Essen, meistens doch im Restaurant. Es wurde im Kreis der Familie in ausgesuchtem, vorbestelltem Restaurant lange gespeist. Die riesigen Menüs mit 7 bis 9 Gängen wurden an festlich dekorierten Tischen sehr professionell serviert und verschwanden nach und nach, von den Tischen, Tellern in den Bäuchen; sie wunderte sich jedes Mal, wie man das alles aufessen konnte, aß aber selbst kräftig mit.

Später kamen dann die Weihnachten in Italien, die mit Krippenbauen, Tannenbaum suchen und Besuchen von Familie und Freunden verliefen. Zu Natale ging man Kirchen besuchen, um sich die mehr oder weniger kunstvollen Krippen anzuschauen, auch die Leute zu bestaunen, die unabhängig vom Wetter ihre teuren Pelze und die ganze Winterausstattung trugen. In kleinen Ortschaften stellte jedes Haus eine Krippe vor der Tür aus, es gab regelrecht Wettbewerbe für die schönste, witzigste oder ausgefallenste Krippe; sie erinnerte sich an eine Krippe bei den Carabinieri in San Miniato, die in einem Aquarium hergerichtet war. Weihnachten war die Zeit der Geschenke, kunstvoll verpackte Tüten mit Kleinigkeiten in Seidenpapier eingewickelt, alles wunderschön arrangiert. Und dann die Kartons mit panettone, sie suchten immer die einfachsten, traditionellsten aus, und Vin Santo mit cantuccini. Oft wurden die Reste der Trüffel zum ersten Weihnachtstag verspeist, die Küche war einfach aber aromatisch; die italienische Reihenfolge hielten sie nicht ein, aßen sich nicht durch die antipasti, primi mit Pasta oder und Risotto, secondi mit Fisch und Fleisch und dolci durch. Was sie am meisten genossen, war das Wetter, dass man oft viel Zeit draußen verbringen konnte und es für ihre Begriffe sehr warm war.

Die Städte waren aber nicht so opulent mit Lichtern geschmückt, es hingen manchmal rote Kokarden an den Eingangstüren und ein paar Lichterketten, eher ohne ganzheitliche Inszenierung, ohne große allgemeine Wirkung. Die blieb den Städten und Regionen im Norden vorbehalten.

Jedes Jahr kriegte Berlin ein neues Kleid aus Tausenden Lichterketten; manche glanzvoll und wirklich kunstvoll arrangiert, andere etwas kitschig, bunt, schrill, blinkend; den Möglichkeiten wurden keine Grenzen gesetzt. Das fing schon im Oktober mit dem Fest des Lichts an, als bestimmte Baudenkmäler in vielen Farben beleuchtet wurden. Später kamen dann die Weihnachtsbeleuchtung, die Weihnachtsmärkte und große Tannenbäume mit Lichterketten. Jedes Viertel hatte eigene Konzepte für die vorweihnachtliche Beleuchtung auch mit kleinen Eisbahnen für die Kinder; die schönste Weihnachtsdekoration war natürlich immer am Kudamm oder Unter den Linden, wo die Silhouetten der Bäume mit Tausenden von winzigen Lämpchen nachgezeichnet wurden, manchmal bewunderte sie die kunstvoll arrangierten Fensterläden. Sie fand diese Flut der Lichter ermutigend und aufbauend in der tristen Jahreszeit, auch wenn sie viel Strom verbrauchten. Eher wenig konnte sie mit den vielen Weihnachtsmärkten anfangen, sie mochte die ganz kleinen, künstlerischen, wo man ausgefallene Sachen kaufen konnte und sich aber meistens doch zurückhielt wegen der Preise. Es gab einen Ranking unter den Berliner Weihnachtsmärkten; die größten waren gar nicht die besten. Manchmal hatte man den Eindruck, dass seit Anfang Dezember die Berliner sich an Weihnachtsmärkten ernährten, an manchen war es immer eng und voll.

Es gab noch ein Neujahrsfest außerhalb jeder bekannten Tradition auf einer kleinen Insel, an den Backwaters, in Südindien. Da das Management des Hotels wusste, dass wir aus Europa kamen, gab es unendlich viele Plastikweihnachtsbäume mit blinkenden und pulsierenden Lichterketten und opulenten, sehr farbigen Weihnachtsschmuck, dazu auch indischen Tanz und Musik. Auf einen Weihnachtsbaum versuchte sich immer wieder ein ganz dicker, großer und bunter Vogel draufsetzen, so dass der Baum gleich umkippte zur Erheiterung der Allgemeinheit. Als Feuerwerk wurden die Wunderkerzen angezündet, die leider wegen der Feuchtigkeit gleich wieder ausgingen. So wurde ihr dann auch bewusst, dass der Gebrauch von so viel Plastikzeug und elektrischen Lichterketten eine Not war, alle Kerzen würden sowieso ausgehen, wegen der Feuchte und wegen des Windes. Doch es war ein schönes, buntes Fest.

In Berlin ging sie auch oft in Konzerte in den Kirchen, das Angebot an vorweihnachtlichen Aktivitäten war immens und man verpasste immer das meiste und alle fanden das toll, sie aber sehnte sich doch nach der Helligkeit der italienischen Sonne.

Weihnachtsgeschichte

Johanna & Melina

Die Drei Damen

Am Stadtrand, in einem schönen Stadthaus schlafen, streiten, schnabulieren, sprich residieren: Drei Damen.

Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa lebt in einem pinkfarbenen Traum mit Himmelbett und Holunder Sekt. Im Mondschein und im Sonnenlicht flaniert sie durch ihre sieben Salons.
In ihrer Freizeit befasst sie sich mit Poesie, Rodin und Rachmaninoff.

Gisela Gelb hat ihre Gemächer zu Küche, Küche, Küche und Vorratsschrank umorganisiert. In Öfen, Pfannen und auf Bunsenbrennern backt, brät und brutzelt sie unaufhörlich Weihnachtsgebäck. Sogar im Mai. Die Plätzchen stapelt sie in Scheiten, Schränken, Schubladen. Und sogar in Briefumschlägen.

Bella Blau bewohnt den Bauwagen und bestellt den Garten. Sie summt das hohe C und pfeift das tiefe G. Ihre Latzhose liebt sie so sehr, dass sie sie jeden Tag anzieht – 365 Mal im Jahr. Blaubeeren, Blaukraut alles blüht. Bloß das Ziehen der blauen Zucchini zieht sich hin. Vielleicht mit Pflaumen kreuzen?

So leben sie friedlich, Woche um Woche:
Montags erzählen sie sich Märchen, dienstags denken sie zusammen nach, mittwochs malen sie, donnerstags drehen sie Däumchen, freitags spielen sie Frisbee, samstags schießen sie scharf am Schießstand und am Sonntag liegen sie in der Sonne.

Nur an manchen Tagen kommt es anders:
Wenn Bella Blau den Wochentag verwechselt, und vergisst, dass sie am Freitag Frisbee spielen und gedankenverloren stundenlang am Schießstand träumt bis es schließlich zum draußen spielen zu dunkel ist…
Dann bekommt Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa, einen Jähzornsanfall: sie strampelt, schreit und zerschmettert Porzellan, Plasmabildschirm und sogar Pfirsiche.
Um den Frieden wiederherzustellen kommt Gisela Gelb angeschlittert und stopft der weinenden Bella und der wütenden Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa, Spinnenbeine, Speck und Spiegelei in den Mund. Tja, das sind sie halt – die Zutaten ihrer Lieblingsplätzchen. Und sogar Spülmittel.

An einem Donnerstag; sie drehten gerade Däumchen – wie immer donnerstags – schwebte sanft ein silberner Luftballon direkt in den Garten.
Und in jedem Kopf (*pling!*) ging etwas anderes vor:
Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa, sprühte ihn in Gedanken rosa, und stellte ihn auf einen Sockel.
Gisela Gelb zog in Betracht ihn zu destillieren, ins feinste zu zerkochen und zu den Makronen hinzuzufügen.
Bella Blau dachte vor sich hin: Vielleicht mit schwarzer Johannisbeere kreuzen?

Unnötig gedacht.
Unnötig gesprüht.
Unnötig in Betracht gezogen.

An dem Ballon hing eine Botschaft:

Von ganz weit oben wird bestimmt
Dass eine Eisdiele gewinnt
Wer weit und breit das schönste Fest
Zum Weihnachtstag erstrahlen lässt.

Es schien als interessiere sich keine unserer Damen für einen Wettkampf.
Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa, schlenderte in ihre Salons
Gisela Gelb ging ganz gerade in ihre Küche-Küche.
Bella Blau balancierte pfeifend in ihren Garten.

Und kaum wähnten sie sich ungesehen –
Wurden:
Listen erstellt,
Recherchen betrieben,
Lexika gewälzt,
Bilder interpretiert,
Schränke durchwühlt – Ecken und Schubladen
Gedichte erörtert
Erinnerungen hervorgeholt
Träume analysiert
Das Innerste wurde nach außen gekehrt um raus zu finden:
Was ist das allerbeste am Weihnachtsfeste?

Am Ende war es jeder klar:

Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa raste zum Kudamm ins KDW und kaufte alles leer:
22 neon-pink-farbene glitzernde Weihnachtsbäume
7777 funkelnde Weihnachtskugeln,
111 Beutel lila Lametta,
44 glänzende Glasuräpfel
66 Flaschen von dem stärksten, schönsten besten Champagner,
und Kaviar.
Für Gisela ließ sie Ohrringe aus Saphir und Rubin anfertigen: für links ein Nudelhölzchen und für rechts einen winzigen Schneebesen.
Und für Bella entwarf sie bei ihrer Lieblings-Schneiderin ein haute-couture-Kleid mit blauen Zucchini drauf.

Gisela Gelb spurtete in ihre Küche-Küche und übte:
sie wog Knödel ab,
rührte den Rotkohl schaumig,
knetete Gänsebraten,
stach Kartoffelsalat aus
und verzierte Würstchen.
Für ihre Freundinnen buk sie zwei Lebkuchen Herzen:
Auf das eine malte sie:
Ruth Weißglut
Rita Pita
Reiner Mülleimer
Rosalinde Brotrinde
Und auf das andere:
Bella Mozarella

Bella Blau beeilte sich: zog Bienenwachskerzen und übte Weihnachtslieder. Für Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa dichtete sie eine Ballade über Bella Bartók und für Gisela probte sie „backe, backe Kuchen“ auf ihrer Balalaika.

So bereiteten sie sich vor: heimlich, unauffällig und diskret.

Doch Tonnen von Weihnachtstand lassen sich nicht unbemerkt ins Haus transportieren, Gänsebratenduft ist intensiv und dringt durch alle Ritzen, und Weihnachtslieder können nun mal nicht geflüstert werden…

Das unvermeidliche geschah. Es wurde belauscht, beschattet und spioniert.
Ohren wurden gespitzt,
Observationen angestellt
und sogar elektronische Überwachung installiert.

Bald war es jeder klar, dass die anderen auch die Eisdiele gewinnen wollten.

Die drei Damen dachten nach und kamen zu dem gleichen Schluss:
Keine wollte es der anderen gönnen!
Ein furchtbarer Unfrieden legte sich über das Stadthaus.
Böse Worte fielen, Flüche und Verwünschungen
Es folgten Ohrfeigen, Backpfeifen und Kopfnüsse.

Nach einer Stunde waren die drei Damen nur noch ein raufendes Knäuel, aus dem Schreie und Schlachtrufe drangen, und das sich durch den Flur in den Garten wälzte.
Bis in den Teich hinein…
Klatschnass, zerfetzt und ramponiert gingen sie auseinander.
Nun erst recht angestachelt stürzte sich jede der Damen in den Wettkampf.
Und in jedem Kopf (*peng!*) ging das gleiche vor:
Erster!
Sieger!
Ich!

Und dann war er da, der große Tag!

Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa saß stolz wie ein Pfau in ihrem Festsaal, der ausstaffiert war, wie für die Hochzeit einer orientalischen Prinzessin mit einem amerikanischen Filmstar.
Alles um sie herum funkelte und Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa dachte: „Nur schade eigentlich, dass Gisela und Bella nur noch Luft für mich sind.“
Bei Gisela Gelb lief alles wie sie es sich besser nicht hätte wünschen können: die Plätzchen lagen, ordentlich hergerichtet, auf bunten Tellern. Und alle 33 Gänge mussten nur noch serviert werden.

Die Küche-Küche duftete und Gisela Gelb dachte: „Jammerschade eigentlich, dass ich Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde und Bella nicht einmal ein winziges Krümelchen, von meinen Köstlichkeiten abgeben würde.“

Bella Blau stimmte die Balalaika, summte und besah überglücklich die duftenden Kerzen, die nur noch darauf warteten angezündet zu werden. Und Bella dachte: „Ach, schade, dass ich mir lieber den Mund mit Seife ausspülen würde als diesen blöden debilen Dumpfbacken meine Lieder vorzuspielen!“
Und so saßen sie… und saßen… und saßen…
Die eine aß das Lametta vor lauter Langeweile.
Die andere goss die Bratensauce zu einem See, staute ihn mit den Knödeln und spielte mit den Plätzchen Flitzesteine.
Und die dritte baute sich Freunde aus Tränen und Spucke-Bläschen.
So verging Stund´ um Stund´… Der Gedanke an die Eisdiele rückte in die Ferne und verblasste …

Und wenn nicht irgendjemand Silvester mit Weihnachten verwechselt hätte, wären die drei Damen wohl nie in den Garten gerannt, hätten nie gemeinsamen das herrliche Feuerwerk am Himmel bewundert und wären nicht, um sich aufzuwärmen im Bauwagen gelandet.

Da saßen sie nun, im goldenen Schein, eng aneinander gekuschelt, schmausend und schmatzend, kichernd und prustend, trinkend und glucksend:
Ruth-Rita-Reiner-Rosalinde Rosa hatte noch rasch einen Weihnachtsbaum in den Bauwagen gezerrt.
Gisela Gelb hatte geschwind drei der Gerichte serviert.
Und Bella Blau hatte eben noch alle Kerzen entzündet.
Ach, was waren sie froh!

Und dann wurde beschert. Jubelrufe, Freudenschreie, Jauchzer und Lachsalven klangen aus dem Bauwagen.
Dieses Glück wollten sie teilen.
Sie trippelten kichernd in die Küche-Küche, packten und schnürten und schickten die leckersten Fresspakete an die, die es nicht so gut hatten wie sie.
Danach überkam sie Ausflugs Laune und sie trampelten im Marschschritt in den Festsaal.
Dort entdeckten sie, dass Champagnerflaschen sich hervorragend zum Jonglieren eignen, Bowling mit Weihnachtskugeln am besten geht und dass es enorm spaßig ist, sich Glasuräpfel vom Kopf zu schießen…

… und im Morgengrauen, Lebkuchenherzen mit Kaviar knabbernd, schliefen sie müde aber glücklich ein.

Als sie am nächsten Morgen aufwachten, stand, als wäre es nie anders gewesen, eine Eisdiele im Garten.
Die Tür war rosa, die Fensterrahmen gelb und das Dach blau.
Und im nächsten Frühjahr, pünktlich mit dem ersten Schneeglöckchen, eröffneten die drei Damen die Eisdiele.

Montags und dienstags gab es quietsch-pinkene Eis-Kreationen mit Schlagsahne, Liebesperlen und Holundersauce.
Mittwochs und donnerstags gab es Eis mit Zimtstern-, Speck- und Spiegelei-Geschmack.
Freitags und samstags gab es Blaubeereis, das merkwürdigerweise nach blauer Zucchini schmeckte.
Und sonntags tanzten die drei Damen Bauchtanz…