Reblog: Malerinnen!

Vom TIP-Berlin habe ich diese Information erhalten:

Medea Film Factory präsentiert

Die Renaissance der Malerinnen 
~ Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana 
und Artemisia Gentileschi 

von Hilka Sinning

Sie waren Heldinnen in der Kunstwelt des 16. und 17. Jahrhunderts: Vor mehr als 400 Jahren verzauberten die italienischen Malerinnen Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana und Artemisia Gentileschi ihre kunstliebenden Zeitgenossen. Dennoch waren sie für lange Zeit aus dem Gedächtnis der Kunstgeschichte verschwunden. Jetzt erleben die Alten Meisterinnen eine Renaissance: Sie werden in großen Ausstellungen gefeiert.


Selbstportraits – oben: Sofonisba Anguissola
unten: Artemisia Gentileschi

Continue reading “Reblog: Malerinnen!” →

Frauenblick: Milan Kundera

Monika Wrzosek-Müller

Wir alle haben seinen Roman „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ gelesen, darüber diskutiert und uns ereifert. Das Schicksal, das die Tschechoslowakei mit der gewaltsamen Beendigung des „Prager Frühlings“ erleiden musste, hat uns alle beeinflusst und bewegt. Alle, die aus Polen dann später in die Emigration gingen, aber auch alle, die in ihrem Land gegen den Kommunismus kämpften. Kunderas persönliches Schicksal spiegelte die Zerrissenheit der Menschen in jenen Zeiten in der Heimat und im Exil nur allzu genau wider.

Continue reading “Frauenblick: Milan Kundera” →

Mój Kreuzberg

Ewa Maria Slaska

Gedanken über Kreuzberg (1985 – 2023)

Berlin 1985. Ich landete hier als eine politische Emigrantin. Heutzutage nennt man uns Solidarność-Emigranten.

Zuerst eine vorsichtige Erkundung: Ich war doch gegen Kreuzberg als auch gegen Feminismus immun, weil ich aus Polen kam, aus dem Land, in dem Feministinnen wie die Linken ihre tiefste Niederlage erleben mussten. Damals. Ist es jetzt anders?

Nach sechs Monaten fanden wir eine große Wohnung am Chamissoplatz und unsere polnischen bekannten fragten uns, ob wir nicht Angst hätten, weil wir jetzt in Kreuzberg leben müssten, wo so viele Linken, Chaoten und Türken wohnen. Es sei gefährlich.

Continue reading “Mój Kreuzberg” →

KI / AI / SI (Reblog)

Vielen Dank an TJ, der mir diesen Wikipedia-Beitrag zum Lesen vorgeschlagen hat

Mira Murati

Mira Murati (geboren 1988 in Vlora, Albanien) ist eine in den Vereinigten Staaten lebende Ingenieurin. Sie ist Chief Technology Officer von OpenAI, dem Unternehmen, das ChatGPT, einen Chatbot mit künstlicher Intelligenz, sowie Dall-E – ein Computerprogramm, das Bilder aus Textbeschreibungen erstellt – entwickelt. Murati befürwortet eine bessere staatliche Regulierung der künstlichen Intelligenz.[1]

Continue reading “KI / AI / SI (Reblog)” →

Jan Buk (2)

Dr Lidia Głuchowska

English & Polski scroll down

FILM: Vernissage: „Hommage à Jan Buck (II): WIR HABEN DEN ORT GESEHEN”

Alte Segeltuchfabrik/Stara płachtowa gótnica,
Cottbus/Chóśebuz
| Chociebuż – 2.06.2023

Wir präsentieren einen Film, der sich auf die Eröffnung der Ausstellung in der ehemaligen Segeltuchfabrik in Cottbus/Chóśebuz | Choćebuz (2.06–27.08.2023) bezieht.

Dieser Teaser/Einblick ist ein Teil vom viel größeren Ganzen – ist keineswegs lediglich eine Dokumentation eines Ereignisses, sondern soll in erster Linie eine Vorstellung vom Forschungsaspekt des Projekts “Hommage à Jan Buck” (2022–2025) vermitteln. Die Anklänge an die „ästhetische Forschung“ werden durch die Aussagen der Künstler:innen vermittelt. Der Bezug zum wissenschaftlichen Teil wird hingegen durch visuelle und textliche Überblenden hergestellt, die sich u.a. auf die Reise der Projektteilnehmer in die Lausitz „Auf den Spuren von Jan Buck“ im Jahr 2022 beziehen.

Continue reading “Jan Buk (2)” →

Frauenblick. Tu zaszła zmiana.

Monika Wrzosek-Müller

Tu zaszła zmiana [Hier hat sich etwas geändert]

Da ich dieses Thema vorgeschlagen habe, fange ich mit dem Titel einer Erzählung von Maria Dąbrowska aus dem Jahr 1951 an. Der Text war in meiner Schule Pflichtlektüre und erinnere mich dunkel an die Beschreibung eines Blicks aus dem Fenster ihrer Wohnung – dessen, was da alles unten auf der Straße passierte. Sie lebte in Warschau 40 Jahre lang in derselben Wohnung und der Ausblick aus ihrem Fenster diente ihr als eine Art Brennglas, in dem sie die historischen Ereignisse betrachtete, vor allem die in Warschau aber auch in Polen insgesamt, hauptsächlich während des Krieges. War das nicht ein Stück Propaganda, was da nach dem Krieg nicht alles aufgebaut worden war…?

Continue reading “Frauenblick. Tu zaszła zmiana.” →

Salmon Rushdie via live stream

Samstag, 10. September 2023, 16.00 Uhr I Berliner Ensemble – Großes Haus, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin

Salman Rushdie zu Gast beim internationalen literaturfestival berlin

Wir freuen uns, dass Salman Rushdie im Herbst mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird! In der Begründung des Stiftungsrats heißt es:

Continue reading “Salmon Rushdie via live stream” →

Frauenblick: Arno Geiger

Monika Wrzosek-Müller

Das glückliche Geheimnis oder eher die Veränderungen in der Zeit

Meistens begleitet einen ein nicht so glückliches Geheimnis durchs Leben, doch wahrscheinlich jeder trägt eines mit sich; auf Polnisch sagt man auch: „Co chatka to zagadka“, was ungefähr so viel bedeutet wie: „In jedem Häuschen gibt es ein Geheimnis“.

Schön, dass der Schriftsteller Arno Geiger ein glückliches Geheimnis mit sich trägt und uns es auch mitteilt. Besonders für Menschen, die immer wieder schreiben, ist das Buch sehr empfehlenswert. Das eigene Geheimnis als Quelle für die Themen, die man dann bearbeitet, ist auch nicht zu verachten. Worum geht es? Der junge, aufstrebende Arno kommt auf die Idee, in Papiercontainern nach brauchbarem Material zu suchen. Einerseits bessert er seine damals noch bescheidenen Einkünfte als ewiger Student damit auf, dass er einige der unter dem Abfallpapier gefundenen Bücher und Postkarten auf Flohmärkten verkauft. Manchmal findet er auch richtige Schätze, die er entweder für seine Romane verwendet oder auch wirklich gewinnbringend verkauft. Denn immer wieder entledigen sich die Menschen ihrer Sammlungen nicht nur von Büchern, sondern auch von Briefen oder Tagebüchern, die ihrerseits dem angehenden Schriftsteller helfen, neue Themen, neue Geschichten zu finden. Er beschreibt auch die Aufarbeitung dieses Materials als die eigentliche Schule für seine Schriftstellerei; dabei lernt er, bescheiden und ehrlich mit sich und den Themen umzugehen, versteht, dass das geschriebene Wort wirklich das meint, was es besagt, dass da Vorgänge beschrieben werden, die es gegeben hat, Emotionen, Zustände, die die Menschen erlebt haben. Im Laufe der Zeit entwickeln sich seine Erkundungen, Suchen, die Runden, wie er es nennt, zu einem regelrechten Ritual. Er durchforstet bei seinen Fahrradtouren immer mehr Papiercontainer, seine Funde werden immer interessanter.

Continue reading “Frauenblick: Arno Geiger” →

Hommage à Jan Buck

Lidia Głuchowska

Please scroll down for English / Po relację w języku polskim proszę zjechać na dół

„Deutsch-sorbisch/wendisch-polnischer Festtag – Begegnung und Dialog”
„Alles ist eine Landschaft. Der sorbische Maler Jan Buck“
„Hommage à Jan Buck (II): Wir haben den Ort gesehen“

Nimsko-serbski-pólski swěźeń – zmakanje a dialog
„Wšykno jo krajina. Serbski mólaŕ Jan Buk“
„Hommage à Jan Buk (II): Wiźeli smy městno“

Cottbus/Chóśebuz | Choćebuz | Chociebuż, 2.06.2023


Deutsch-sorbisch/wendisch-polnische Festtage dieser Größenordnung gibt es viel zu selten, und leider ist das Bewusstsein über die gemeinsamen Verbindungen in der jüngeren Generation gering. Anlass für diese mit großem Elan und monatelanger Vorbereitung organisierte Veranstaltung ist der 100. Geburtstag des sorbischen Malers Jan Buk/Buck. Er gilt als Erneuerer der sorbischen Kunst, die sich bis dahin auf provinzielle Folklore beschränkte. Sein Studium in Breslau in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gab ihm den Anstoß, sie in die Umlaufbahn der europäischen Moderne zu lenken.

Der Festtag in der Hauptstadt der Niederlausitz war zugleich die feierliche Eröffnung der zweiten Teile der Ausstellungsreihen „Alles ist eine Landschaft. Der sorbische Maler Jan Buck“ und „Hommage à Jan Buck“. Die erstere wurde vom Sorbischen Museum in Bautzen (Serbski muzej, Budyšin, Direktorin: Christina Bogusz/Boguszowa) mit einem retrospektiven Überblick über das Werk des Künstlers initiiert. Das zweite Projekt – realisiert vom Institut für Visuelle Künste der Universität Zielona Góra unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Lidia Głuchowska – zielt darauf ab, die Bedeutung der internationalen Beziehungen im Grenzgebiet der Region, symbolisiert durch Leben und Werk von Jan Buk/Buck, hervorzuheben und einen damit verbundenen Diskurs über die Umwelt, postindustrielle Kultur, die politischen Bedingungen des künstlerischen Lebens und die Prozesse der Herausbildung individueller und kollektiver Identität auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze zu führen.

Continue reading “Hommage à Jan Buck” →

Reblog: Alli Neumann

Anselm Neft, Januar 2022, Porta Polonica

Alli Neumann – eigentlich Alina-Bianca Neumann – ist ein Phänomen. Schon früh lebte sie ihre Liebe zur Musik aus, brach als Dreizehnjährige dafür sogar vorübergehend die Schule ab und hat mit gerade mal 26 Jahren ihren Kindheitstraum bereits verwirklicht: Sie lebt von der eigenen Musik, tourt durch Deutschland und begeistert mit ihren alternativen aber eingängigen Songs, emanzipatorischen Texten und ihrer Bühnenpräsenz ein größer werdendes Publikum. Obendrein kann die junge Sängerin bereits auf Rollen in drei Spielfilmen zurückblicken. Dabei lief es für die in Solingen geborene Tochter einer polnischen Mutter und eines deutschen Vaters keineswegs immer rosig.

Alli Neuman bei dem Konzert Rocken am Brocken 2019, Foto Chris W. Braunschweiger

In ihrer Jugend sang Alli Neumann ihre Lieder auf Englisch. Wenn Freund:innen ihr sagten: „Sing doch mal auf Deutsch, das ist bestimmt noch geiler“, konnte sie das nicht nachvollziehen. Bis sie einmal spontan einen Songtext von sich ins Deutsch übersetze, um den Anderen zu zeigen, wie bescheuert das klang. Tat es aber nicht. Sie war selbst erstaunt darüber, wie die Worte nun eine viel direktere Wirkung erzielten.

Continue reading “Reblog: Alli Neumann” →