Das Leben von Kobra Hanum

Persische Gattin

Aus den Erzählungen meiner Schwiegermutter (85 Jahre alt)

Das Leben von Kobra Hanum

Besmella el Rahmone Rachim – Im Namen des allmächtigen Gottes.

Kobra war ein kleines Kind, sie war sehr klein, 2 Jahre alt, da starb ihre Mutter, und sechs Monate danach ist ihr Vater gestorben. Sie waren vier Geschwister:  Laro, Kobra –  die Zweitälteste, Odrat und Atollah. Der Onkel von Kobra war Arzt und er hat sie zu sich genommen.  Dann wurde der Onkel alt und ist gestorben, seine Frau auch. Aber Kobra hat geschafft in dieser Zeit groß zu werden, 18 Jahre alt wurde sie. Sie kam nach Teheran zu ihrem Bruder. Aber das war nicht gut, weil sie sich mit der Frau des Bruders verstritten hat.  Und sie hat Kobra rausgeschmissen. Aber es war nicht so schlimm, da Kobra robust war. Und die iranischen Männer, du weißt selber wie sie sind, haben sie belästigt. Dann hat sie  um Erlaubnis in der Familie gebeten und einen davon geheiratet. Sie hat einen Christen geheiratet. Wir haben spekuliert, dass er Armenier ist, aber niemand wusste es mit Sicherheit. Was soll man tun, sie haben sich verliebt. Da ist es egal ob man Bahai, Zoroaster oder sonst was ist. Ein Junge und ein Mädchen verlieben sich halt, das ist kein Problem. Der Mann hieß Amir, aber er wollte dass man ihn Ghossem nennt. Ich bin Ghossem –  hat er erzählt und  hat seine Geburtsurkunde geändert. Aber Kobra hat von vorne herein kapiert, dass er Christ ist. Mein Mann, Agha Jun, meinte auch zu ihr – Mädel, der ist kein Moslem, weil er Hatne (Beschneidung) nicht gemacht hat. Sie meinte – was soll ich denn machen, er liebt mich, wir werden zusammen leben. 5 Jahre haben sie zusammen gelebt. Und es war sehr gut, da er Mechaniker war und hat gut verdient, aber dann hat sich herausgestellt, dass er eine andere Frau hat! Und drei Kinder. Kobra hat es herausgefunden, da er  ständig nach Kangavar ging. Aber sie haben trotzdem weiter zusammen gelebt.  Und Kobra wurde schwanger.

Amir faehrt wegAmir fährt weg

Als sie in fünften Monat war, ist er wieder verschwunden und Kobra ist außer sich durch den Schnee, es war so kalt, die Erde war gefroren, in unsere Straße gekommen und hat geklagt- mein Amir, wieso kommt er nicht? Dann sagte sie zu mir: ich werde das Kind nicht behalten, ich treibe es ab. Und so war es. Etwas später kam Amir zurück und wieder lebten sie zusammen, aber er ging oft zu der anderen Frau, er ging hin und zurück, hin und zurück. Und Amir hat gesagt:  ich will kein Kind mehr –  weil er ja schon drei Kinder hatte, mit der anderen Frau. Und er hat sein Röhrchen zugebunden, bei einem Arzt – das hat Kobra herausgefunden, und dadurch konnte sie nicht schwanger werden. Ein Mann muss in diesen Sachen schon sein Erlaubnis geben, eine Frau kann alleine nichts tun. Kobra hat kein Kind mehr bekommen, und war sehr traurig. Sie lebten noch etwas zusammen und dann ist Amir weggegangen. Und als er gegangen ist, kam er lange Zeit nicht wieder.

Er ging hin und zurueckEr ging hin und zurück, hin und zurück…

Kobra kam eines Tages  zu mir, wir haben im Hof eine Arbeit zusammen verrichtet und sie sagte zu mir: er ist gegangen und ist nicht zurückgekommen, ich weiß nicht mal, ob er schon tot ist, oder noch lebt, ich weiß gar nichts. Also ging Kobra zu den Behörden und hat die Ehe annulliert,  hat sich bescheinigen lassen, dass sie eine unverheiratete Frau ist, und hat den alten Namen wieder angenommen.

Kobra schaut ihm nachKobra schaut ihm nach…

Und bis jetzt hat Kobra keine Kinder. Auf weitere Kinder hat sie jetzt keine Lust. Sie hatte zwar zwei Freier, solche ohne Bedeutung. Daraus ist nichts geworden. Mit der Zeit  ist sie älter geworden und die Männer wollen eine junge Frau haben und nicht eine Alte, und vor allem nicht solche, die schon mit einem anderem Mann gelebt hat. Man muss ja Jungfrau sein. So wollen sie es haben und nicht anders. Wenn die Frau sagt-  ich bin nicht mehr ganz, und habe schon ein Loch, dann sagen sie: hau ab, geh weg von mir! Du bist jetzt verdorben, andere Männer haben dich angefasst. So ist es.

In einer Woche erzähle ich von Ehe und Hochzeit in Iran. Es wird auch demnächst wieder eine Erzählung von meiner Schwiegermutter Monavar geben!

Sine

Der erste Text kam am Montag.
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/03/04/kommunikationsmittel/
Ab heute aber sollen wir Beiträge der
Persischen Gattin regelmäßig zum Sonntag bekommen. “Frau zum Sonntag” so zu sagen.

Sine bedeutet Brust

Im Dezember sind in Iran alle sehr traurig und weinen ständig, weil in diesem Monat Imam Husain (626 – 680) ermordet wurde. Husain war der Enkel des Propheten Mohammed und ist eine Zentralfigur des schiitischen Glaubens (fast alle Iraner sind Schiiten). Seine Gegner haben Husain in der Schlacht bei Karbala ermordet, er hatte 33 Speerwunden, 34 Schwertwunden und unzählbare Pfeiltreffer erhalten.

Plac Imama HusainaMahnoz, die Frau des Cousins meines Mannes entscheidet sich, mich, eine polnische Katholikin, also eine Ungläubige, zu den religiösen Festivitäten mitzunehmen. Sie heißen Sine, was Brust bedeutet, weil sich die Frauen und Männer (getrennt natürlich) auf die Brust schlagen, um der Trauer Ausdruck zu verleihen.

Mahnoz ist eine attraktive, schlanke Frau in den Fünfzigern, und obwohl sie weder lesen noch schreiben kann und aus einem kleinen Dorf im Norden Irans stammt, ist sie immer sehr elegant und geschmacksvoll gekleidet. Jede Kudamm´er Elegantin könnte sich eine Scheibe von ihr abschneiden.

Und auch an diesem Morgen kommt sie in einer olivenfarbenen Hose, einem eleganten beigen Mantel und einem dazu passenden seidenen Kopftuch und vor allem nicht in Schwarz, der Farbe der Trauer. So ziehe ich auch helle Hose und einen hellen, leichten Mantel an. Und ich bin erleichtert, da mein schwarzer Wintermantel sehr warm ist, und aus Erfahrung weiß ich, dass ich den Mantel die ganze Zeit anbehalten muss. Obwohl man die Wohnungen in Iran im Winter, wie verrückt heizt, und die Temperatur in den Räumen oft fast 40 Grad übersteigt, behalten die Frauen in der Öffentlichkeit immer ihre Mäntel an, aus moralischen Gründen. Man kann sich leicht vorstellen, wie man dabei schwitzt.

uliczka do niego dochodzaca Der Cousin Agha Abbas kutschiert uns, und nach einer halben Stunde parken wir vor einem prachtvollen Haus in einer der meist angesagten Gegenden in Teheran. Das Haus ist vierstöckig und sieht, wie ein kleiner Palast aus. Vor gewaltigen Türen hat man riesige Vorhänge angebracht. So gelangen wir zuerst in eine Schleuse, eine Art Zwischenraum, wo die Frauen ihre Schuhe ausziehen und in dafür speziell vorbereitete Plastiktüten verstauen. Ich schaue mich nach Mahnoz um, und erkenne sie nicht wieder. Sie trägt nicht mehr ihren beigen Mantel, sondern einen  schwarzen Tschador. So ähnelt sie, all den Frauen, die das Gebäude stürmen und wie schwarze Krähen aussehen. Ich fühle mich unwohl in meiner hellen Kleidung, ich gehöre einfach nicht dazu!

Stragan przy placu Imama HusainaAber Mahnoz schubst mich nach vorne und so betreten wir den komplett mit Perser Teppichen ausgelegten Raum, von der Größe eines Fußballfeldes. Überall an die Wände angelehnt sitzen, etwa 200 Iranerinnen, Junge, Alte, kleine Mädchen, alle in Schwarz und alle flüsternd. Ein leiser Gemurmel erfüllt den Raum. Wir setzen uns in die Ecke auf dem Teppich und Mahnoz fängt sofort mir zuzuflüstern an: Die Gastgeberin ist eine Araberin aus dem Irak, und ihr Mann ist sehr reich, in den weiteren 4 Stockwerken wohnt die Familie. Sie sind unbeschreiblich reich.

Eine Frau nähert sich mir, sie ist sehr groß, ihr Rücken breit, wie bei einem Holzfäller. Ihr Gesichtsausdruck, alles andere als freundlich. Na klar, denke ich mir, ich falle auf, wie ein Albinos-Rabe unter diesen schwarzen Krähen. –  Was suchst du hier, wer bist du und zu wem gehörst du? – fragt sie mich. Etwas eingeschüchtert, mit zitterigen Stimme antworte ich in meinem besten persisch.- Man Renata hastam, bo Mahnoz omadam (ich bin Renata und bin mit Mahnoz gekommen). Ich zeige auf meine Begleiterin, und die Gastgeberin lächelt versöhnlich. Uff atme ich erleichtet auf – kein Rauschmiss. Sie küsst Mahnoz und tauscht Höflichkeiten mit ihr, was sehr lange dauert, und so vergessen sie mich für eine Weile. Die reiche Gastgeberin spricht paar englische Worte, und erzählt mir, dass ihre beiden Söhne in Harvard studieren. Man bietet mir einen Glas Tee, köstliche Feigen mit Orangenstreifen gefüllt, begossen mit Schokolade. Kein Wunder, dass die meisten Perserinnen etwas kugelförmig sind. Plötzlich ein schallender Mikro-Geräusch, eine Frau fängt an zu singen, die Geschichten aus dem Märtyrer-Leben des Imam Husain´s, sehr orientalisch und rhythmisch.  Das Mikro ist so eingestellt, dass die Stimme der Sängerin, in dem Raum hallt, es klingt dramatisch und geheimnisvoll zugleich, und ein bisschen auch, wie bei einem Rock-Konzert. Ich schaue mich um, und alle Frauen, wie auf Befehl, fangen an sich gegen die Brüste zu schlagen – Bum, Bum, Bum und dazu zu skandieren – Jo Husain, Jo Husain! Und fast alle weinen, einige leise, und manche ganz laut. Mahnoz flüstert mir zu: wenn du nicht weinen kannst, stell dir vor, jemand aus der Familie ist gestorben, das hilft! Ich schaue mich verdutzt um, eine junge Schönheit, mit einer Haut, wie das Ebenholz, zerkratzt sich das Gesicht.  Die Tschadors fallen in dem ganzen Durcheinander. Die Kleider der Frauen sind zwar alle schwarz, aber oft tief ausgeschnitten, manche mit Glitzern und Pailletten versetzt, wie zur Silvester in einem polnischen Dorf. Na klar denke ich, wo sonst können sie ihre besten Stücke zeigen? Nur unter Frauen, auf einem Fest. Der Rhythmus der orientalischen Klänge  beschleunigt. Zwei alte Frauen, sitzen sich gegenüber – Gesicht ins Gesicht und verpassen sich Ohrfeigen, heftiger und heftiger, sie scheinen sich gegenseitig anzufeuern, welche am härtesten zuschlägt. Junge Frauen springen auf, reißen die Kopftücher von den Köpfen und fangen an zu tanzen. Dann springen sie nach vorne, und nach hinten, die langen schwarzen, roten und blondgefärbten Haare fliegen in die Luft. Und die Frauen springen noch schneller und werfen die Köpfe, wie bei einem Head-Banding während eines Heavy-Metall Konzerts. Sie tanzen bis zur Erschöpfung, mit roten Gesichter, wie Verschwörerinnen eines heidnischen Rituals, wie in einer Gemeinschaftshysterie. Und das alles, um die Trauer nach dem Tod des Imams zu zeigen. Ich stelle mich in die Ecke an der Tür, wo es kühler ist, da die Hitze im Raum, unerträglich wird. Mahnoz schubst mich in Richtung der Frauen – ich soll mit ihnen tanzen? Nein um Gottes Willen. Ich weiche erschrocken zurück. Plötzlich der Gesang bricht ab, die Lichter gehen an. Uff… ich bin gerettet, es ist zu Ende.

tez uliczkaDie Frauen hüllen in Tschadors ihre Körper. Sofre – ein längliches Tischtuch wird auf den Teppichen ausgebreitet, auf dem Sofre werden Getränke gestellt, persische 7Up´s und Colas, die etwas fad schmecken und deutlich übersüß sind. Das Essen – Reis und Lammfleisch – wird in Plastikbehälter serviert. Ich kann keinen Schluck unterkriegen, aber das macht nichts, denn alle Reste werden eingepackt und nach Hause mitgenommen.

Im Auto, auf dem Rückweg, noch etwas benebelt, denke ich über das Ganze nach. Und mir  fehlt ein, dass in Iran erst das Jahr 1391 ist, also ein tiefer Mittelalter. Der Islam ist rund 600 Jahre jünger, als Christentum. Und wenn man bedenkt, was in Europa sich im Jahre 1391 religionsmassig abgespielt hat…  da haben sich doch die Leute aus Buße Monate lang nicht gewaschen und gegeißelt, und Hexen wurden verbrannt… So gesehen ist Sine – das sich bisschen auf die Brust-Klopfen – nicht mehr so skurril.

Alle Fotos: Platz von Imam Husain und Umgebung in Teheran.

Nächste  Woche: Aus den Erzählungen meiner Schwiegermutter (85 Jahre alt) – Das Leben von Kobra Hanum.

Modenschau für Blinden

Ewa Maria Slaska

Es ist die Fortsetzung der Seite von Karsten Hein “Die Schönheit der Blinden” – mein Anteil am Gelingen seines Projekts. Ich machte schon früher solche Bilderbeschreibungen, für die Ausstellung habe ich mehrere Bilder beschrieben, wählte hier aber nur fünf. Sie wurden mir ganz zufällig zugeteilt. Für mich bildeten sie trotzdem eine in sich geschlossene Geschichte: Defragmentierung des Ichs.

Ausw  neu 07Ausw  neu 52Ausw  2 07Ausw  08IMG_0430

Drei Männer und eine Frau in einem undefinierbarem Innenraum, oben weiß getüncht und unter dunkelbraun. Ein Mann in weißem Hemd steht ganz vorne am rechten Rand des Bildes. Sein Gesicht ist abgeschnitten und verschwommen. Nicht desto trotz weißt man, dass er der wichtigste Protagonist der Szene ist. Er lächelt sehr breit. Zwei Männer hinter ihm, obwohl besser sichtbar, sind nur Zuschauer.  Einer mit geliertem nach oben gezupften Haar trägt eine schwarze Sonnenbrille. Der andere scheint ganz andächtig auf die Hände der Frau zu schauen, die links steht und sehr konzentriert etwas auf dem Rücken des Mannes in weißem Hemd zupft. Man sieht sie vom rechten Profil. Sie wirkt wie eine blasse Indianerin mit rot geschminkten Mund.

Ausw  neu 08Ausw  neu 53Ausw  2 08IMG_0396

Eine Frau in grauer schwarz gemusterten Bluse steht neben einen schlanken Mann in weißem Hemd. (Es sind wahrscheinlich dieselbe Menschen wie auf dem Bild Nr. 7, zumal man auch die zwei Zuschauer vom Vorhin vermutet – von einem, rechts vom Mann im Hemd, sieht man die Finger seiner linken Hand, von dem anderen – hinterm Hemdkragen der männlichen Hauptfigur ein Stückchen vom Stirn und Haare. ) Die Frau mit spitzen dunkel lackierten Fingernägel berührt mit ihrer rechten Hand das Hemd des Mannes, schaut aber nicht in seine Richtung, sondern nach unten. Sie wirkt wie eine Ärztin, die vielleicht  den Puls des Mannes abhört, indem sie seine Brust leicht berührt. Von dem Mann im Hemd, der eigentlich den Großteil des Bildes annimmt, sieht man nur das Hemd, Hals und Unterkiefer. Er lächelt ganz ganz leicht.

Ausw  neu 09Ausw  neu 54Ausw  2 09IMG_0420

Zwei Figuren auf dem Bild waren schon auf den Bildern 7 und 8 zu sehen – der Mann in weißem Hemd (jetzt sieht man, dass er auch eine weiße Hose trägt und schwarzen Gürtel mit metallener Schnalle), der ganz zentral im Bild steht und die schwarzhaarige Frau, die neben ihm kniet. Von ihr sieht man nur den Arm, rechtem Profil und rechte Hand mit bemalten Nägel, von ihm lediglich den mittleren Körperteil, vom Oberschenkel hin bis Stückchen über die Taille. Er steht zwar nicht steif, aber doch bewegungslos, mit beiden Armen nach unten, dem Stegreif entlang. Die Frau berührt ganz leicht den Hosenschlitz der weißen Hose, die mit kleinen roten Schrägstichen bestickt ist. Vor dem Mann im Weiß steht, unerklärlich  und fast bedrohlich nah, ein dunkel angezogener, kaum sichtbarer Mann, der in der linken Hand einen dünnen Stiel hält, von einem Mop vielleicht.

Ausw  neu 10Ausw  neu 55Ausw  2 10Ausw  10IMG_0501

Es ist ein Bild von dem weißen Mann von den Fotos 7,8 und 9, der hier aber nicht mehr zu erkennen ist. Er steht immer noch zentral im Bild. Man sieht nur ein Stückchen seiner Teille und des Hemdes, sowie ein Teil des rechten Ärmels. Um ihm herum drängeln sich fünf Hände, die drei oder gar vier Personen gehören, die allesamt etwas an dem weißen Hemd ziehen, zupfen oder betasten. Eine Person, neu in der bisherigen Konstellation, die sich am rechten Rand des Bildes befindet, wahrscheinlich eine weiß angezogene langhaarige Frau mit einem rosa Schal, ist die einzige, die den Mann mit aller Sicherheit  mit ihrer zwei Händen berührt, oder gar ankratzt und angreift. Sie unterscheidet sich somit von allen anderen, die vorhin entweder ganz unbeweglich da standen oder nur ganz leichte Berührungen betätigten. Die neue Person dagegen wirkt dominant und possesiv.

Ausw  neu 11Ausw  neu 56Ausw  2 11Ausw  12IMG_0525

Diesmal sieht man den Mann im Weiß von hinten, vom Po ab zu Schulterblätter. Er steht ganz still und hinter ihm stehen drei Personen, von denen man nur Hände sieht. Sie alle verbessern etwas am Hosensattel oder Hemd des Mannes. Die zwei Hände und nackte Unterarme im Hintergrund gehören wahrscheinlich einer Frau, die zwei in der Mitte – in den schwarzen Ärmeln, linke Hand mit einer dicken Uhr  und zwei massiven silbernen oder stahlernen Eheringen – einem Mann. Von der Person, die ganz vorne steht, kann man unmöglich sagen, ob ein Stückchen Hand, das man sieht, einem Man oder einer Frau gehört.

***
Wenn man all diese Bilder als eine Reihe sieht, kann man sagen, dass sich auf dem ersten Bild vier glückliche Menschen befinden, konkrete Personen, mit Gesichter und Namen, auch wenn wir sie nicht kennen. Diese vier Personen werden im Laufe dieser kurzen Geschichte immer stärker fragmentiert und depersonaliesiert, um auf dem letzten Fotos als laute Fragmente anonymer Menschen zu enden. Sehr befremdend.

Fotos: Karsten Hein. Mehr über das Projekt auf der Seite “Bilder für die Blinde”

Kommunikationsmittel

Aus den Erzählungen der Persischen Gattin:

Seit einigen Monaten bin ich mit einem echten Perser verheiratet und bin nun die persische Gattin geworden. Erstaunlich, was das Leben manchmal mit sich bringt… In kurzen Erzählungen werde ich verschiedene Aspekte meiner Besuche in Teheran beschreiben. Und damit ich nichts auslasse, unterteile ich meine Geschichten in thematische Kapitel.

Kapitel 1: Kommunikationsmittel

Flugzeug:

Etwa 6 Stunden dauert die Reise nach Teheran, und es gibt nichts außerordentliches daran, außer einer Sache:  kurz vor der Landung am Flughafen Imam Khomeini in Teheran weckt mich nicht die Ansage des Bordpersonals, sondern eine heftige Geräuschkulisse: ein aufdringliches Rascheln verschiedener Stoffe. Ich schaue mich noch verschlafen um, und sehe, dass alle Frauen im Flugzeug von irgendwo ein Schaal oder Halstuch hergezaubert haben, die sie jetzt synchronmassig, wie auf Befehl,  über die meist glänzendschwarze oder blondgefärbte Haare, die an das Fell eines Kamels erinnern, werfen. Mein Mann hält mir mein Halstuch hin und flüstert: es wird Zeit, zieh das an, sonst kommen die Revolutions-Wächter (meist alte Frauen in schwarze Tschadors gehüllt, die über das islamische Moral wachen) und holen dich ab. Obwohl mein Mann sich bemüht, dass es nicht bedrohlich klingt, weiß ich, dass dies keine leeren Worte sind.  Und ab diesem Zeitpunkt ist das violette Halstuch mein ständiger Begleiter. Ehrlich gesagt habe ich nichts gegen das Kopftuch, da die meisten  Hauptstadt-Perserinnen ihre Kopftücher so, wie die großen Stars in Cannes in einem Cabrio, oder zur Goldene-Palme Verleihung tragen, was sehr schick aussieht, wäre da nicht diese kleine Tatsache, dass ich echt schlecht höre. Die Stimmen drängen sich nun kaum durch den Stoff meines Kopftuches und ich fühle mich, als ob ich unterm Wasser wäre.

Bus:

Die Busse sind in Teheran sehr modern und in zwei Abteilungen geteilt. Die Frauenabteilung befindet sich vorne – unmittelbar hinter dem Busfahrer und beträgt etwa ein Fünftel der Busfläche. Die riesige Männerabteilung ist im hinteren Teil. Zwischen den Zonen gibt es eine Stange, die man aus moralischen Gründen nicht überschreiten darf. Der Frauenabteil wird sehr schnell brechend voll. Ich stehe wie eine Sardine in der Dose, zwischen den Perserinnen in schwarzen Tschadors, (die wir intern “Zelte” nennen,) oder der in bunten Mäntelchen, die unbedingt über das Popo reichen und es bedecken müssen, und bunten Kopftüchern. Ich schaue zu meinem Mann rüber, der sich bequem auf einem Sitz gemacht hat und staune, der Männerabteil ist fast leer! Ich muss ganz politisch unkorrekt an die Filme über das Warschauer-Ghetto denken, mit welchen die uns in Polen zur Kommunismus-Zeit in der Schule gefuttert haben. Da standen auch die Juden in den Straßenbahnen, zusammengequetscht und die Deutschen haben sich breit gemacht. Ich nehme mir vor, einen Brief an Ahmadinejad zu schreiben. Ja, ja das ist echt möglich, denn Ahmadinejad hat gesagt, dass jeder ihm einen Brief schreiben darf, wenn er etwas benötigt oder etwas ändern will. Mit den Änderungsvorschlägen da hat sich niemand getraut, aber die Iraner haben ihm durchaus geschrieben, dass sie einen Kühlschrank, oder Teppich, oder Monatsticket brauchen, und viele davon haben diese Sachen tatsächlich gekriegt. Plötzlich – eine Unruhe und Flüstern unter den Frauen, die haben es gecheckt, dass ich Ausländerin bin, schauen mich, wie ein UFO an und flüstern aufgeregt untereinander. Es ist mir etwas peinlich, aber ich kann es ihnen nicht übel nehmen, denn die Touristen sich so selten in Iran blicken lassen, wie Afrikaner in der 80. in Polen: Man sichtet uns Touristen zwar ab und zu auf den Teheraner Straßen, aber wir sind eine Rarität und ein Gesprächsstoff der Extra-Klasse bei dem Abendessen jeder iranischen Familie. Ratz Fatz wird für mich ein Platz frei gemacht und ein Höflichkeitsritual, der ” Tarof”  heißt, beginnt. Das Ganze ist sehr zeitaufwendig  und verläuft nach einem festen Muster, der ungefähr so aussieht: Eine Zelt-Frau erhebt sich und sagt zu mir: bitte liebe Frau, setzen sie sich, bitte, bitte. Daraufhin antworte ich ungefähr so: Ihre Hände sollen nicht weh tun, bleiben Sie doch bitte sitzen. Die Zelt-Frau staunt kurz, dass ich ihr auf Persisch antworte, aber sie sammelt sich schnell und fährt unbeirrt mit dem Tarof fort:  Aber nein, liebe Frau, setzen sie sich doch, ihre Hände sollen Ihnen nicht weh tun, ich würde mich für Sie opfern. Und daraufhin, bin ich gezwungen zu sagen: aber nein, danke schön, ich opfere mich für Sie, Ihre Hände sollen nicht weh tun… Und das ganze wiederholt man drei Mal! Und erst danach darf ich ihren Platz annehmen, sonst wäre ich für sie, wie jemand aus dem Busch, grob und komplett unerzogen.

U-Bahn:

Im Gegensatz zu Bus wird die U-Bahn nicht nach Geschlechtern zweigeteilt. Es gibt zwar zwei Waggons im vorderem und hinterem Teil des Zuges, die nur für Frauen bestimmt sind, aber der Rest ist koedukativ. Das wundert mich tierisch, weil es so unlogisch ist. In dem Bus muss alles nach dem Prophet gehen und in der U-Bahn nicht… hmmm, dann ist der Moral auch zweigeteilt. Ich frage meinen Mann wieso das so ist, der weißt es auch nicht.

Das Auto:

Es ist für die Iraner das beliebteste Kommunikationsmittel. Jeder hat ein Auto, oder strebt danach, eins zu haben. Und wenn man bedenkt, dass in Teheran inoffiziell 17 Millionen Menschen wohnen, kann man sich vorstellen, was auf den Straßen los ist. Stau ist ein normaler Zustand, man fährt Stange in Stange und kann buchstäblich unterwegs Blumen aus den Fenstern pflücken, oder von den Straßenhändler gemütlich gekochtes Rote-Bete oder Nun-Homei (persische Windbeutel) kaufen. Die Regierung kämpft mit dieser Lage und jeden zweiten Tag dürfen bis 18 Uhr nur Autos mit geraden oder ungeraden Zahlen in den Nummernschildern fahren. Trotzdem wegen der Pollution werden die Schulen oft, manchmal auch für eine Woche, zugemacht, damit Kinder zu Hause bleiben und den Smog nicht einatmen müssen. Was die Fahrkultur angeht, hat das mit der uns bekannten nichts zu tun. Man fährt über rot, hupend wie wild, biegt abrupt ab, ohne zu blinken, parkt auf dem Gehweg, laut lachend, wenn die Passanten, schreiend, wie ein verscheuchter Hühnerschar in alle Richtungen weglaufen.

Das Motorrad

Ein Motorrad in Teheran zu besitzen gleicht einem Todesurteil. Selber habe ich gesehen, wie bei einem Motorradunfall eine Zelt-Frau in die Luft flog und gegen den harten Straßen-Asphalt prallte. Die meisten Fahrer sind an ihr vorbeigefahren und nicht mal in diese Richtung geblickt.

Das Fahrrad

Das Fahrrad ist den Perser als Kommunikationsmittel komplett unbekannt. Es gibt zwar in Teheran Fahrradverleihe- schicke Häuschen aus Glas, platziert an den Rändern der größeren Teheraner Straßen,  voll mit ganz modernen, schönen, nagelneuen Fahrrädern – ein Geschenk der Regierung, das komplett in die Hose gegangen ist. Man schaut  sich  die Fahrräder an, bewundert sie, fährt aber nicht damit. Weder mein Mann noch ich haben in Teheran je einen Fahrradfahrer gesichtet.

2irankiwokularach

Nächste Woche erzähle ich, wie ich an exklusiven, persischen, religiösen Festivitäten teilgenommen habe. Zusätzlich kommt der 1. Teil aus den Erzählungen meiner geliebten und glorreichen Schwiegermutter –  Monavar (Monavar, rechts im Bild, daneben ihre Schwester, Yazd, Iran 2013)

Die Schönheit der Blinden

zaproszenie2 Karsten Hein
Modenschau und Ausstellung

Hände tasten über einen schimmernden Stoff, dann über einen flauschigen, dann über feine und glatte und grobe und rauhe; staunende und konzentrierte Gesichter, rätselhafte Blicke.
Fotografien einer Modenschau von Blinden für Blinde. Blinde Models und ein blindes Publikum, eine Modenschau zum Anfassen.

Ausgangssituation

Es gibt heute viele selbstbewußte Blinde, die im Berufsleben stehen und eine Rolle in der Gesellschaft spielen, denen es wichtig ist, dem allgemeinen Bild der Blinden eine selbstbewußte Wendung zu geben. Die Welt der Blinden ist anders als die der Sehenden – sie ist nicht per se schlechter, geschweige denn bemitleidenswert.
Unser Projekt zielt auf ein postives Bild von Blindheit – die Schönheit der Blinden.

zaproszenie2str2Die Modenschau

Zur gleichen Zeit, als ich vor drei Jahren Blinde für meine Fotografie entdeckte, taten sich mehrere blinde Frauen zusammen, um in zwei Büchern über das Thema „Blindheit und Schönheit“ zu reflektieren und aus ihrer Perspektive über ihre Wahrnehmung des Gesehenwerdens, über ihr Bedürfnis nach Wahrgenommensein zu schreiben.

Gemeinsam möchten wir dieses Projekt realisieren.

Veranstaltungsort wird die Aula des BfW Halle sein. Die Kleider werden von drei bis vier Modedesignern stammen, teilweise von Modestudenten der Kunsthochschule Halle.
Besonders wichtig ist die Vielfalt der Oberflächenstruktur der benutzten Stoffe und sonstigen Materialien; dessen was die Blinden mit ihren Händen “sehen” können.

Die Bilder

Die Veranstaltung wird nicht vor sehendem Publikum stattfinden. Sie wird nur in Gestalt ihrer fotografischen Dokumentation, in einer Ausstellung und einer Website und ggfs einem Katalog veröffentlicht werden.

Die Fotografien bieten sozusagen einen Blick in eine geschlossene Gesellschaft: Blinde haben etwas, das Ihr Sehenden nicht habt! Die Blinden sind schön und ihre Welt, in die die tastenden Hände hineinführen, ist es ebenfalls.

Meine Entdeckung beim Fotografieren war, daß viele Blinde sich nicht nur sehr gut fotografieren lassen, sondern unter den richtigen Voraussetzungen dabei sogar zu ganz besonderem Ausdruck fähig sind. Ich muß nur mein Vorgehen ein wenig anpassen. Das Fotografieren mit Blinden ist ein langes ruhiges Gespräch, untermalt von sporadischem Klicken. Dies vorausgesetzt läßt sich bei manchen Blinden ein reinerer Ausdruck, eine unverstelltere Mimik finden als bei vielen Sehenden.

Fast ebenso wichtig wie die Gesichter sind bei unserem Projekt die Hände der Abgebildeten.

Ohnehin sind Hände ein wertvoller Bestandteil bei Portraits, da sie viel über den Portraitierten erzählen. Zudem können sie Bildern sowohl Intimität als auch Dynamik verleihen. Jede Handbewegung zum Körper hin ist ein Zeigen – es schafft Beziehungen.

Das gilt umso mehr für die Hände von Blinden beim Tasten. Wenn Blinde etwas ertasten, sieht es ganz anders aus, als wenn Sehende das versuchen.

Eben als ob – was ja der Fall ist – jede ihrer Bewegungen einen Sinn hätte. Es wirkt auch viel eleganter als die Bewegungen Sehender, gerade auch auf Fotos.

Damit die tastenden Hände in der Ausstellung sozusagen ein Ziel haben, werden die Kleider mit Texten in Punktschrift versehen sein. Wir haben eine Kunststickerin gefunden, die die unseres Wissens erste Technik entwickelt hat, mit der Kleidung wirklich gut tastbar mit Punktschrift bestickt werden kann. (Das könnte übrigens auch einen praktischen Nutzen haben: Man könnte damit zB die Farbe des Kleidungsstücks und die Waschanweisungen auf den Saum sticken.)

Die Ausstellung

In der Ausstellung werden dann parallel zu den Bildern die Erlebnisberichte und Reflexionen der Blinden hörbar gemacht. Die Models und die Besucher werden aus ihrer Perspektive die Veranstaltung und die Kleider beschreiben.

Die Texte und einige O-Töne werden aufgenommen werden, so daß sie in der Ausstellung auf verschiedene Weise wiedergegeben werden können. Teils zum Hören, teils auf Tafeln gedruckt, in Punkt- und in “Schwarz”-Schrift.

Für blinde Ausstellungsbesucher wiederum werden die Fotos von unseren Bildbeschreibern  beschrieben. Auf diesem Feld haben wir durch unseren Bildbeschreibungsblog „Bilder für die Blinden“ bereits Erfahrung. Es ist übrigens das erste Projekt seiner Art und kommt in der Blindenszene sehr gut an. Gegründet habe ich den Blog als Grundlage für meine Arbeit mit blinden Darstellern, um mich mit ihnen über unsere gemeinsame Arbeit austauschen zu können.

the soundtrack to mein herz

Alexander Gumz

                           tłumaczyła ©Karolina Golimowska

THE SOUNDTRACK TO MEIN HERZ

ist das meer, natürlich. eine abfolge von irrfahrten.
wissen die krebse, wer sie über die felsen schleift?

vielleicht ist es ihnen egal. wie ihren scheren egal ist,
wer sich an ihnen schneidet. dumme sache das.

wie zu behaupten, dass die fenster früher, als wir
nicht hinschauten, kinder bekamen.

daher die vielen paläste, daher die wolkenkratzer
am strand. ist es das, was im sommer

zwischen unsern knien zu flattern beginnt?
wenn das salz sie kitzelt, öffnen sie sich,

ein zucken und knirschen. mein herz ist der song,
den wir hören, solang wir ratlos

auf dem grund liegen. wir haben vergessen
wie man die brandung abstellt.

***

SOUNDTRACK DO MOJEGO SERCA

to morze oczywiście. kolejność tułaczek.
czy raki wiedzą, kto każe wlec się im po skałach?

może jest im wszystko jedno. tak, jak ich szczypcom wszystko
jest jedno, kto się o nie skaleczy. głupia sprawa to.

to tak, jakby przypuszczać, że okna, wcześniej,
kiedy nie patrzyliśmy, rodziły dzieci.

stąd te liczne pałace, stąd drapacze chmur
na plaży. czy to jest to, co latem

zaczyna łopotać między naszymi kolanami?
gdy połaskocze je sól, otwierają się,

drżą i skrzypią. piosenka, której słuchamy,
to moje serce, tak długo, jak bezradnie

leżymy na dnie. zapomnieliśmy już
jak wyłącza się morskie fale.

***

DAS WUNDVERZEICHNIS, BRUDER

einschmelzen die geschlechter, überziehen
mit einer spröden glasur. stich für stich
die glieder zurückbinden. ausgepumpt.

das kinn erhoben. eine lange nadel
läuft ins unsichtbare. jede nacht
zwischen auferstehung und klogang.

eine röhre um den schmalen schmerz,
acht monate zusammen stolpern
durch all die verpassten momente.

einmal springen übers viel zu straffe netz.

(für meinen vater)

***
INDEKS RAN, BRACIE

stopić płcie, powlec je
kruchą polewą. ukłucie za ukłuciem
ponownie związać ze sobą członki. wycieńczone.

uniesiony podbródek. długa igła
prowadzi w otchłań. każdej nocy
między zmartwychwstaniem i wyprawą do ubikacji.

rura wokół wąskiego bólu,
osiem miesięcy wspólnego potykania się
o wszystkie przegapione chwile.

przeskoczyć raz przez za mocno napiętą siatkę.

(dla mojego ojca)


Gedichte auf deutsch erschienen in: / Wiersze (po niemiecku) ukazały się:

Alexander Gumz: ausrücken mit modellen. Gedichte.
kookbooks, Berlin 2011
mit einem Nachwort von Antje Rávic Strubel, gestaltet von Andreas Töpfer
ISBN 9783937445441

 

Grenze / Granica

2010 hat Dorota Cygan diesen Text in beiden Sprachversionen zugleich geschrieben. Er wurde auf Deutsch und Polnisch in der Bibliothekenzeitschrift “Pro libris” in Zielona Góra veröffentlicht. Den Text gibt es in beiden Sprachen im Internet, daher hier nur zwei Fragmente, damit man auf den Geschmack kommt.
Achtung: Die Fragmente ergänzen sich.

Dorota Cygan napisała ten tekst w roku 2010. Został on po polsku i po niemiecku opublikowany w czasopiśmie biblioteki w Zielonej Górze “Pro libris”. Ponieważ można go przeczytać w obu językach w internecie, przedrukuję tu tylko dwa fragmenty, zachęcając gości tego blogu do przeczytania całego artykułu w sieci.
Uwaga – fragmenty się uzupełniają.

Dorota Cygan

(…)

Eine Region – zwei Heimat(-)

Der Weg zurück nach Berlin vom Dolmetscheinsatz führt durch ein Dorf im Kreis Lubań/Lauban. Für diesen Beitrag müssen dramatis personae der längst vergessenen Kriegszeit nicht anonymisiert werden – die noch leben, würden vielleicht gern selbst Zeugnis ablegen und ihre Befindlichkeit über all die Jahre schildern. Der Zeitgeist will es aber, dass alle Akte der dramatischen Handlung hinter sich gelassen werden, denn der vollständige szenische Dialog wäre eh nicht mehr zu rekonstruieren – durch den Exitus der ältesten Figur.

Mit 14 Jahren kommt sie als Landarbeiterin aus Südpolen hierher. Zwangsarbeit wäre ausgerechnet in diesem Fall nicht das richtige Wort, denn sie meldet sich – der nationalsozialistischen Werbepropaganda folgend – freiwillig, um dem Hunger zu entkommen, und gibt dazu ein falsches Geburtsdatum an, um als älter eingestuft zu werden. Kurz vor Kriegsende bringt sie ein Kind zur Welt und wird niemandem je verraten, wer der Vater ist. Mit gutem Grund. Denn nach Kriegsende geht sie zu ihren Verwandten zurück, wird zur Heirat gezwungen, lässt für ihre Tochter eine neue Geburtsurkunde ausstellen und muss zu allen Umständen ihres 18-jährigen Lebens einen gehörigen Abstand gewinnen. Es geht niemanden etwas an, das private Drama. Im Mai 1945 muss sie keine Grenze mehr passieren, da ist jetzt Polen.

Es gibt aber auch noch die andere Geschichte. Auf der deutschen Seite hat der Ausgang des Zweiten Weltkrieges und der Epilog der beschriebenen Geschichte eine andere Dramatik und einen anderen Kommentar – die Verdrängung der Vertreibung. Im Falle der in tiefen Westen ziehenden Flüchtlinge wird er gar manchmal politisch instrumentalisiert. Aber hier ist die DDR, und die duldet keine Ressentiments. Notfalls werden sie einem aberzogen. Man thematisiert den Verlust und den erzwungenen Grenzgang allenfalls in Familienkreisen. All das geht die politischen Instanzen nicht viel an. Immerhin können die Umsiedler das Zielort ihres Umzugs wählen – und so erfolgt die Umsiedlung dieser Bauernfamilie um nur 30 km weiter westlich. Ihr neuer Wohnort liegt auf derselben Autobahnstrecke, die jetzt die Dolmetscherin auf dem Weg nach Berlin ansteuert. Der Blick von oben würde den neuen Wohnort derselben Region zuordnen, und das ist geografisch zweifellos korrekt.

Der Epilog des privaten Dramas von deutschen Bauersleuten und der polnischen Landarbeiterin enthält keine spektakulären Momente: Man arrangiert sich mit der Vergangenheit, hält Kontakt zueinander, schickt Weihnachtsgrüße und Päckchen, kann sich beim Besuch selbst nach vielen Jahren noch einigermaßen verständigen, wohnt relativ nahe voneinander, im schlesischen Raum. Bei der Befragung ist von keinem der Akteure zu hören, dass sie bei diesen Treffen ein besonderes Unbehagen empfanden. Sie haben das Wissen um diese Zeiten – eines, das keiner historischen Korrektur und auch keiner Ergänzung bedarf.

Jeden region – dwie małe ojczyzny

Stan duchowy mieszkańców obszaru, na którym po 1945 roku osiedliło się przypuszczalnie wiele niemieckich rodzin – tak blisko, że z nowego domostwa prawie można by dotknąć swojej starej stodoły – jest jako model tożsamościowy trudny do uchwycenia. Zbiorowa tożsamość Wschodnich Niemców nałożyła się na tę indywidualną lub ją wyparła. Kiedy po zjednoczeniu chcieli nawiązać do dyskursu wypędzenia, toczącego się przed laty w społeczeństwie zachodnioniemieckim, reagowano na to uśmiechem zmęczenia – jak na „wiecznie wczorajszych”. Z problemem tym zostali sami. Przystąpienie Polski do Unii po raz pierwszy dało realną szansę zaangażowania się na rzecz regionu i regionalizacji – ze świadomością, że poza dyskursem historycznym chodzi tu o realne współdziałanie, z którego obie strony mogą czerpać korzyści, nie tylko tzw. interkulturowe, ale i realne.

Krajobrazowa jednorodność regionu ma swój odpowiednik w słabości strukturalnej. Nierówności jednak bardziej rzucają się w oczy niż elementy wspólne, i to one określają strategię przy realizacji unijnych programów kooperacji. Już same różnice w rozwoju infrastruktury drogowej sprawiają, że Polacy są bardziej zainteresowani projektami budowlanymi niż wymianą idei i doświadczeń. Nieubłagana statystyka usprawiedliwia rozmijanie się w dyskusji. Polacy zgodni są co do tego, że najpierw trzeba pokonać nierówność w rozwoju gospodarczo-technicznym. Dopiero potem równie chętnie przyjmą projekty na rzecz innowacji technicznych, budujące społeczeństwo informacyjne, jak i studia wykonalności czy regionalne prognozy rozwoju. Te atrakcyjne są dla Niemiec, których zapotrzebowanie na obiekty i projekty infrastrukturalne zostały już, można uznać, zaspokojone, gdyż główna fala modernizacji po zjednoczeniu przyniosła wyrównanie różnic strukturalnych do poziomu standardów zachodnich. O sukcesie będzie więc można mówić wówczas, gdy niemiecka gotowość do dialogu i wspólnej realizacji projektów napotka u Polaków na pełną gotowość do kooperacji, bez automatycznych roszczeń, by trwałość oznaczała to, iż po projekcie pozostaną konkretne obiekty budowlane lub sprzęt techniczny. To deficytami natury materialnej tłumaczyć trzeba fakt, że gotowość do współpracy jest częściowo asymetryczna. Z jednej strony niepokój, że projekty unijne służą sąsiadowi wyłącznie do usunięcia zacofania cywilizacyjnego, a niemiecki partner jest jedynie pretekstem. Po drugiej stronie zaś zachodzą obawy, że występuje się w roli biednego krewnego, który musi się wstydzić za deficyty materialne i dać się zawsze pouczać. Zachodniego sąsiada zdaje się nie obchodzić ta cywilizacyjna nierównoczesność. Jest ona powszechnie znana. Pragmatycznie myślący Niemiec dziwi się raczej temu, jak różne są w obu krajach kultury dyskusji, jak nikły poziom zaufania między konkurującymi regionami Polski – podczas gdy w powiatach i gminach niemieckich regionalizm, struktury federalne i dążenie do konsensusu wręcz tworzą tożsamość zbiorową. Budowanie transgranicznych struktur regionalnych okazuje się więc większym wyzwaniem niż zakładano. Po żmudnych rozmowach nawet polscy uczestnicy pertraktacji sami zastanawiają się, czy my Polacy potrafimy ze sobą kooperować. Praca nad integracją regionu jest pracą u podstaw i nie bez powodu rodzi pytanie, jak to jest ze zdolnością regionów Polski do współtworzenia Europy. Odpowiedź brzmi tak: Tam, gdzie po stronie niemieckiej nie ma konkurenta, a jest – z definicji – partner, polskie regiony konkurują ze sobą niekiedy do tego stopnia, że nawzajem niweczą swoje szanse rozwojowe. Nawet w obrębie Śląska podział interesów jest niekiedy taki, że Wrocław jako stolica Dolnego Śląska mniej zainteresowany jest wspieraniem okolicznych miejscowości – choćby przez wspieranie turystyki wiejskiej – niż administracja komunalna graniczących tu z Polską obszarów Saksonii. Decyzja o tym, czy popierać turystykę w ogóle czy turystykę wiejską w szczególności, zapada w tym wypadku nie w kontekście narodowym, lecz zależy od cech strukturalnych kooperujących regionów. Siła przebicia większej jednostki, np. większego miasta, może w pewnych okolicznościach prowadzić do nowych aliansów, niezależnie od przynależności narodowej. I dobrze, że tak jest. Konkurencja wewnątrz Unii ma właśnie rozluźniać istniejące zależności, by tworzyć efekt synergii. Nowe osie kooperacji mogą równie dobrze nazywać się Wroclaw-Drezno-Berlin-Praga jak i Lubań-Löbau-Jablonec. Obojętnie, czy są to warsztaty, wspólne akcje policyjne czy działania na rzecz poprawy wizerunku regionu – tzw. „miękkie“ kontakty w sferze gospodarczej i społecznej umacniają się dzięki temu, że ludzie zwiększają zasięg swej działalności, bez konieczności szczególnych uzasadnień. Proces orientowania się w tych oczywistych realiach jest niekiedy najtrudniejszym etapem przedsięwzięcia, którego przebieg mamy przywilej obserwować. Największym przywilejem jest przy tym szansa redefinicji pewnych struktur. Fakt, że aktywność obywateli jest pożądana, stanowi zasadę unijną, a jednak tam, gdzie ich mobilność wymyka się spod kontroli państw narodowych, brak nagle ponadgranicznego związku z Europą. Czy zatem trzeba z powodu zwiększonej mobilności redefiniować zbiorową tożsamość? Nazwać ją ogólnoeuropejską osobowością transgraniczną“, która funkcjonuje w zintegrowanym europejskim życiu publicznym?


O komunikacji międzyludzkiej.
Wiele lat temu pracowałam w schronisku dla uciekinierów politycznych jako opiekunka. Schronisko było wielkie, na stanowiskach opiekunów pracowało kilkanaście osób. Mieliśmy na co dzień do czynienia z tysiącami ludzi i wieloma narodowościami. Naszym zadaniem było pomaganie tym ludziom w kontaktach z instytucjami, co oczywiście oznaczało, że najpierw trzeba było zrozumieć, czego potrzebują. Aby temu sprostać, uczyliśmy się podstawowych słów i zdań w każdym języku, ale trzeba przyznać, że i nasi podopieczni starali się przedstawić swój problem jak najbardziej zrozumiale.
Ale nie zawsze naprawdę rozumieliśmy, o co chodzi. Przez dłuższy czas lekkim niepokojem napawał nas fakt, że Arabowie i Arabki po wejściu do biura kilkakrotnie uderzali kantem lewej dłoni w nadgarstek prawej. W opisie brzmi to może niegroźnie, ale naprawdę miało się poczucie, że jakby co, to odrąbią ci dłoń, a może nawet obie. Kiedyś zrozumieliśmy wreszcie, że mamy im coś napisać. Ulżyło nam, ale nie do końca, bo napisać, OK, ale to odrąbywanie rąk?
Dopiero po wielu latach zobaczyłam na filmie, jak uliczny pisarz w Marrakeszu strzepuje z pióra, takiego staroświeckiego, obsadka ze stalówką, a więc – jak strzepuje z pióra nadmiar atramentu, postukując lekko obsadką w nadgarstek.

Zettelwirtschaft…

Dorota Cygan

Zettelwirtschaft, Arno Schmidt i moja prababka. Czyli Ty także.

Trzeba przyznać, że tak daleko jak Arno Schmidt nie zaszła. Dokładnie rzecz biorąc, nawet jej do tego trochę brakowało – oprócz skłonności do autokreacji i pomysłu na Selbstvermarktung pewnie paru innych rzeczy, np. talentu.  Zajść mogla zaledwie do kiosku z gazetami w małej mieścinie i do biblioteki miejskiej, gdzie czytała po kolei wszystko z braku lepszego zajęcia (bo klientów przychodziło pewnie kilku na tydzień). Pozostało więc po mojej prababce – oprócz zapisu głosu na przypadkowej taśmie magnetofonowej – trochę zettelków i wycinków z gazet.

Za to miała szczęście. Bo Arno Schmidt na trwale podniósł tę manię zapisywania, wycinania i segregowania, tę nieszkodliwą nerwicę wprawiającą potomnych w niemałe zakłopotanie, do rangi surówki literackiej, z której może powstać tekst dający pole do popisu germanistom, oczywiście pod warunkiem, że surówkę tę weźmie  w ręce pisarz. Kto kiedyś widział malunki na sklepieniu w kościele w Bargfeld oraz tropił inne ślady życiorysu Arno Schmidta w jego dziele, musiał poczuć, jak wielka jest potęga wyobraźni, oraz że nie tak wielki w gruncie rzeczy jest dystans między  otoczeniem życiowym Arno Schmidta i  naszych prababek. Nie rozstrzygając arbitralnie kwestii, czy w małej polskiej mieścinie mógłby teoretycznie powstać jakiś równoległy Zettels Traum II, i ile by ważył, zauważmy bezsporną paralelę, że moja prababka i Arno Schmidt byli niemal równolatkami urodzonymi około 1910 r. Zostawiając również nierozstrzygniętą kwestię różnic interkulturowych, czy dzieło o takim charakterze i takiej objętości mogło powstać tylko w kraju takim jak Niemcy, zdecydowanie mniej doceniającym biesiadę, żywy kontakt między ludźmi  i – powiedzmy łagodnie – poetykę pogłoski i plotki (cenione u nas), a za to dowartościowującym pracę archiwisty, pastora i uczonego, popatrzmy na to, co zostaje po nas. I w jakiej formie. Czyli na kwestię spuścizny.

Niemiecki rozróżnia tutaj terminy Nachlass i Vorlass – czyli to, co po nas zostaje po oraz jeszcze przed zejściem śmiertelnym. I ta akurat kwestia jakoś tam powoli może nam być bliska. Wzruszenie, jakie nas ogarnia na widok fragmentu wiersza zanotowanego na rachunku z restauracji (którego to pisarza?), jest może bardziej podniosłe niż pozdrowienia wysmarowane starą ręką babki na pocztówce miesiąc przed śmiercią. To jednak, że takie rzeczy zostały po ludziach starego rocznika, a nie po nas, świadczy o ostatecznym końcu epoki mieszczańskich i inteligenckich starań o uratowanie od zapomnienia. Czy jakieś nasze wnuki będą miały po nas w szufladzie stare maile z okazji swoich 10 urodzin?

Gdy pomysleć, że w Archiwum Literatury w Marbach jest 11 tysięcy spuścizn po pisarzach, ileś tam kompletnych bibliotek, w których zachowano nawet rozkład książek na półkach, ustawiając je w archiwum w identycznej konstelacji jak w domu, tak aby nie wpuszczać badaczy w ślepą uliczkę i nie zmieniać niechcący rozwoju myśli naukowej, to nie można nie zadać sobie jednego banalnego pytania: A co może zostać po nas dzisiaj, w epoce komputerowej? Dodajmy też: w epoce tanich przedmiotów, które nie tylko nie przeżyją nas, ale nawet  i następnej mody lansowanej przez IKEA.

Już Nachlässe, które napływają po pisarzach nam współczesnych, sprowadzają się do mniej lub bardziej czystych rękopisów, najwyżej w kilku wersjach, częstokroć w formie wydruku. Wzruszajace skądinąd ślady potknięć, skreśleń, kompromitujących notatek z Wikipedii, bazgrołów na brzegu kartki powstałych w fazie koncentrowania się,  ba nawet błędów ortograficznych już nie uświadczysz ani na lekarstwo, nie mówiąc o wspaniałych rymach częstochowskich składanych naprędce z okazji imienin cioci.  Cała przyjemność kontaktu z materiałem, haptyczna radość, a nawet krytyczne rejestrowanie pomyłek, wygnieceń, plam, wymazań gumką ustępuje sterylnej doskonałości produktu finalnego. A pytanie standardowo zadawane na wieczorach autorskich, „czy pisze pan/pani swoje teksty odręcznie czy na komputerze?” już w zasadzie nie pada nigdy, bo wiadomo, że pisarz nie czerpie wody ze studni i nie jeździ na osiołku, więc i ma komputer, nawet jeśli pisze na nim dwoma palcami.

Nie będę może oczekiwać od nikogo, żeby z pietyzmem traktował moją karteczkę na zakupy w Aldim. Raczej nikt za nią nie zapłaci tyle, ile kosztowały kilkulinijkowe paski zawierające rozprawy historyczne Schillera, sprzedawane pojedynczo przez sprytną wdowę. Chyba że stanę się sławna jako najbardziej niepisząca osoba na świecie. Ale żeby tak nic nie zostało? Tak zupełnie nic? Zero – przecinek – zero? Może by zaproponować światu wynalazców rozwiązanie poroblemu, co zrobić, żeby Nachlass naszej generacji (a i Vorlass także)  otrzymał jakąś godną formę, która będzie odpowiadać duchowi naszych czasów i nie będzie iść na siłę pod prąd wygodnej digitalizacji? A jednak miałby jakąś formę materialną? Bo inaczej dojdzie do pięknego paradoksu, że młodzi ludzie będą mieli pamiątki po prababkach (np. szafki, stoliki itp.), ale kompletnie nic im nie zostanie po rodzicach. (He, he, w sumie to by było najradykalniejsze rozwiązanie konfliktu pokoleń – bezkrwawe wymazanie pośredniego pokolenia;)

Wiec co, godzimy się, że nic po nas  nie zostanie? To może chociaż jakieś karteczki?

Wygląda na to, że nie będzie lekko. Że pozostaje nam tylko spuścizna twórcza, czy tego chcemy czy nie. Tylko myśl upięta w słowo nas uratuje, wszystko inne zniknie. A o to, co się stanie z tą myślą, niech już głowa boli Ewę, w końcu to ona wymyśliła ten blog. I bierze tę surówkę paraliteracką w swoje ręce. Czy zarchiwizuje to potem u siebie w szufladzie, czy każe wyryć nasze teksty na płytce miedzianej, wyprodukuje wklęsłodruki i je następnie ozłoci, to już jej biznes. Ale nasza sprawa to dostarczenie jej tekstów. Inaczej – powiedzmy brutalnie za Herbertem – „to co po nas zostanie / będzie jak płacz kochanków / w małym brudnym hotelu / kiedy świtają tapety”.  Do roboty koledzy i koleżanki blogowcy. Bo inaczej po cichu osobiście zarchiwizuje Wasze zettelki z Aldi i podaruje kiedyś Waszym wnukom.

Interessierte lesen bitte: Robert Gernhardt: Wörtersee, 1981
http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Gernhardt

Was nicht im Lebenslauf steht

Dorota Cygan stellte uns wieder einen ihrer Texte zur Verfügung, der zwar auch, wie die anderen, schon im Jahrbuch des Internationalen Studienzentrums Berlin (ISB), diesmal 2002, veröffentlicht wurde, den man aber auch im Netz nirgendwo findet.

Dorota Cygan

Was nicht im Lebenslauf steht
Eine Glosse zum Fragebogen-Unwesen im Dritten Reich

In vielem war das Dritte Reich kaum zu überbieten, doch die Maßnahmen zur Disziplinierung und Gewissensprüfung des Subjekts bildeten hinsichtlich ihrer Zahl  sicherlich den absoluten Gipfel. Von den „harten“ Maßnahmen ganz abgesehen, waren die „weichen” Mittel, Einzelne für das Regime zu gewinnen, recht vielfältig und raffiniert. Unter vielen sei hier eine genannt, die die gesamte Nation umfasste: der Fragebogen. In Tausenden von Varianten entworfen, umspannte er wie ein engmaschiges Netz auf vielfache Weise die ganze Nation, weil die erwünschten Informationen von unterschiedlichen (miteinander aber eng verflochtenen) Stellen erhoben wurden. Doch was für widerspenstige Geister zur Qual oder sogar Falle werden konnte, hat bei manchen linientreuen Schriftstellern einen gewissen Selbstbestätigungseffekt erzeugt: Der eigene literarische Erfolg, vielfach in den Fragebogen (etwa der Reichsschrifttumskammer)* zu Protokoll gegeben, hat manchen bestätigt, wenn nicht sogar beflügelt. Und er hat manch einen dazu angeregt, den eigenen Werdegang und Schaffensweg nicht in langweiligen Lebensdaten und Auflagenzahlen auszudrücken, sondern zumindest in Form einer literarisierten Autobiografie dem Volke zu schenken. So haben in vielen Fällen die nach dem damaligen Verständnis „politisch korrekten” Schriftsteller ihren Leistungen einen vergoldeten Rahmen gegeben und ganze Ketten hochtrabender Sinnsprüche mit den schillernden Diamanten ihrer schriftstellerischen Erfolge besetzt. In diesen unzähligen Lebensgeschichten und Lebensbildern fanden sich Angaben über Auszeichnungen, Ehrungen, Abzeichen, Preise, Filmprojekte und Rundfunksendungen, vor allem aber Lebensweisheiten, die zu einer Devise für die Leser werden konnten. Diese erfüllten vorzüglich ihre Vorbildfunktion und dienten unterschwellig der Selbstbeweihräucherung – freilich mit der fatalen Folge für das Bewusstsein, dass der auf den Sockel gestellte Schriftsteller tatsächlich begann, sich selbst für ein Monument zu halten. Es ist aus heutiger sicht nicht sehr schade darum, dass etwa in den biografischen Zeugnissen des führenden Schriftstellers und Dramaturgen des Dritten Reiches Gerhard Schumann beispielsweise irgendeine gewöhnliche Lohnabrechnung nicht erwähnt oder eine 1941 erlittene Verwundung nicht präzisiert wird als Granatsplitter im Gesäß. Schade nur für den Betroffenen, dass in all den selbst verfassten und selbstbezogenen Lobhudeleien sein Sinn für das Normale verloren ging. So zeigt es sich manchmal, dass ihm sein Ruhm schwer zu schaffen machte: “Dichtertöchter” habe er laut seinen eigenen Worten gezeugt und nicht gewöhnliche Töchter.
schumann-dokumenty

Auf das Überzeitliche und Ewige bedacht, versetzte Schumann in seinem Schaffen das politische Drama mit sittlichem Pathos und war bemüht, dem Ganzen eine gleichnishafte Deutung und klare Botschaft zu verleihen. Dieser Kunstgriff wäre ihm wohl so wie vielen seinen regimetreuen Zeitgenossen auch in Bezug auf die eigene Biografie beinahe geglückt, und wir hätten heute nichts als makellose, glatte Konstrukte aus beschönigten Fakten und Wunschbildern, wenn nicht (Ironie der Geschichte?) ausgerechnet die um den Ruhm ihrer Dichter bemühten nationalsozialistischen Kulturbeamten selbst alle Dokumente und ihren ganzen Schriftverkehr aufs penibelste archiviert hätten. Und wenn dieses Material, von allen Kriegswirren verschont, nicht in den Beständen des Bundesarchivs gelandet wäre, sehr zum Leidwesen der einstigen Größen. Über den hoch gefeierten Schriftsteiler Gerhard Schumann, Gauleiter der NSDAP Württemberg, Chefdramaturg des Württembergischen Staatstheaters und schließlich SS-Untersturmführer, haben sich dank der Pedanterie der Beamten u.a. Fragmente eines interessanten Schriftwechsels erhalten, der an dieser Stelle herangezogen sei. Im Februar 1939 wandte sich nämlich Schumann, nachdem er, wohl ein wenig verdutzt, seinen Namen unter einem unbekannten Gedicht abgedruckt vorfand, an den Hauptschriftleiter der Zeitschrift ,,Der Sturm” mit der Bitte um Aufklärung, wer der Autor des Gedichts sein möge, denn es handle sich sichtbar um ein Plagiat: Diese Verse stammten mit Sicherheit nicht von ihm, Schumann. Den Ernst der Lage   eingeschätzt, wandte sich daraufhin die Schriftleitung dieser Zeitschrift ihrerseits gleichzeitig an den Autor und an die Reichsschrifttumskammer. Diese, da sie Chaos und Willkür nicht duldete, forderte umgehend den ominösen Autor des Gedichts mit größtem Nachdruck auf, unverzüglich der Reichsschrifttumskammer beizutreten und überdies zu dem Vorfall Stellung zu nehmen. Dessen Antwort kam prompt und versetzte alle Beteiligten in Staunen. Der Aufgeforderte schrieb nämlich folgendes:

„An die Reichsschrifttumskammer!

Ich erhielt lhr Schreiben vom 25. Februar 1939 und möchte Ihnen mitteilen, dass ich erst 16 Jahre alt bin. Als eifriger Leser des ,,Sturms” kam ich auf den Gedanken, das Gedicht „Regeln für Theaterbesucher” an die Redaktion desselben zu senden. Ich fand das Gedicht in einem alten Notizbuch meines Vaters, wo er auch selbst seine selbstverfassten Gedichte hinein schrieb, und war fest überzeugt, dass er das selber verfasste. Hatte ja auch keine Ahnung, dass es mir vom ,,Sturm” honoriert würde und habe das Honorar umgehend zurückgesandt. – Da ich wirklich nicht wusste, dass das Einsenden von Schriftsachen zum Eintritt in die Schrifttumskammer verpflichtet, bitte ich Sie herzlich, es mir nicht anrechnen zu wollen. Ich bin noch Schüler und so vollständig meinen Eltern abhängig. Es wäre mir daher schrecklich, wenn sie durch mich in Unannehmlichkeiten gerieten. – lch werde bestimmt nie wieder nicht von mir verfasste Artikel einsenden und bitte nochmals um gütiges Nachsehen. Heil Hitler! Gerhard Schumann”.

Im Post Scriptum desselben Briefes deutete aber der junge Schumann vorsichtig die nächste Publikationsabsicht an:

lch habe einen Artikel über die moderne Magie verfasst, den ich gern drucken lassen möchte. Da ich mich schon jahrelang damit befasse, ist er bestimmt fachmännisch. Bitte teilen Sie mir mit, ob dies zum Eintritt in die Reichsschrifttumskammer verpflichtet oder wie hoch die Befreiungsgebühr sein müsste. Muss man in der Reichsschrifttumskammer Beitrag zahlen und wie hoch ist dieser?

schumannDie Plagiatangelegenheit hätte sich leicht aufklären lassen, aber die „moderne Magie” wurde für die Reichsschrifttumskammer schon ein wenig zu heikel, schließlich stand der gute Ruf des führenden NS-Schriftstellers Gerhard Schumann auf dem Spiel. Kein geringerer als der Landesleiter der Reichsschrifttumskammer höchstpersönlich sollte folglich für die Belehrung des Jungen zuständig sein, und in der Begründung hieß es: „Es wäre ein unerträglicher Gedanke, etwa den Staatspreisträger Gerhard Schumann mit einem Artikel über die moderne Magie belastet zu sehen. Gez. Dr. Buhl“. Andere Stellen fanden den Vorfall ebenfalls bedauerlich, es hätte ja zur Verwechslung kommen können, und sie griffen zu dem weitaus bewährtesten Mittel: Sie ließen den etwas problematischen jungen Autor – was denn sonst – den Fragebogen der Reichsschrifttumskammer ausfüllen. Von nun an solle er nicht nur datentechnisch erfasst werden, sondern zur leichteren Unterscheidung auch den Zusatznamen ,,Riesa” tragen.

Die Angelegenheit hat also dank dem Einsatz mehrerer Ermittler und Abteilungen der gefürchteten Institution innerhalb eines Monats geklärt werden können, ohne dass einer der Sachbearbeiter  darüber einfach lieber beiläufig die Achseln gezuckt hätte oder die Akten in der Ablage hätte verschwinden lassen.

Was also in keiner der zahlreichen autobiografischen Aufzeichnungen Schumanns je gestanden hatte, ist nun heute zum allgemein zugänglichen Bestand des Bundesarchivs geworden und stellt den umworbenen und gefeierten Autor mit seinen kleinlichen Ängsten um Imageschädigung bloß: Der Nationaldichter Schumann bangt um seinen Ruf und mobilisiert einen ganzen Stab von Beamten, um nicht der Autorschaft eines Aufsatzes über die Magie bezichtigt zu werden. Dabei erscheint er so authentisch, wie ihn die Hochstilisierung zur Dichtergröße durch die Nationalsozialisten niemals zu zeigen vermochte.

Diese unscheinbare Anekdote vermag aber mehr auszusagen als nur den akkuraten Lebenslauf eines vorbildlichen Nationalsozialisten zu korrigieren. Sie sagt nämlich etwas über die Tätigkeit einer Institution aus, die als wichtiges Instrument der nationalsozialistischen Lenkung im Kulturbereich von den Akteuren des Kulturlebens gemeinhin gefürchtet wurde. Sie zeigt vielleicht, dass unter vielen weltanschaulich motivierten und für die einzelnen Betroffenen oft folgenschweren Entscheidungen der Reichsschrifttumskammer – etwa bei Publikationsgenehmigungen oder Berufsverboten – nicht nur unendlich viel verwaltungsnotwendiger Kleinkram stecke, sondern auch – im Kontrast zu dem institutionellen Ernst – manch ein Jux sich verbarg, wie etwa die Geschichte über einen 16-jährigen Plagiator. Bei der Durchsicht derartiger Dokumente fokussieren wir heute, nach über 60 Jahren, unseren Blick auf eher unscheinbare Momente und Angelegenheiten und können über manch einen Fund rätseln oder uns mit schmunzeln an ihm erfreuen. Die nicht hoch genug einzuschätzenden Fragebögen des Dritten Reiches sind ein gutes Gegengift gegen den hochdosierten Ernst der gelackten Schriftstellerbiografien aus dem Dritten Reich. Solche und ähnliche Schriftzeugnisse der Verwaltungspoesie sind eine Quelle für Erforscher der Alltagsgeschichte, die der üblichen groß angelegten Ideengeschichte misstrauen und verschmitzt hinter die offizielle Fassade bzw. in den Keller gucken wollen. Was ist denn authentischer als Menschen mit ihren Rivalitäten, Eifersüchteleien, Scharmützelkriegen um Anerkennung, Einflussbereiche und finanzielle Vorteile?  Umso mehr, als sie in der am stärksten dämonisierten und ideologisierten Epoche der deutschen Geschichte, im Dritten Reich, gelebt hatten. Wir gewinnen – freilich in einem ganz schmalen Spektrum – Einblicke in die Welt der mitwissenden Zeitgenossen und rekonstruieren aus den Fragmenten das Ganze. Auf diese Weise geben wir unserer indiskreten Schnüffelarbeit eine plausible Rechtfertigung… und profilieren uns als Forscher.

Ist das nicht schön?


* Reichsschrifttumskammer (kurz RSK) war ein obligatorischer Berufsverband fur diejenigen Schreibenden, die vom schreiben lebten bzw. viel publizierten. Alle anderen waren vor jeder beabsichtigten Publikation gezwungen, eine Befreiung von der Mitgliedschaft zu beantragen – diese wrde in der Regel auch erteilt. Die RSK verpflitete alle ihre Mitglieder, jedes Jahr einen Fragebogen über schrifistellerische Tätigkeit, Einnahmen. Zugehörigkeit zu den Berufsorganisationen und Parteizugehörigkeit auszufüllen.


Die Autorin ist sich natürlich sicher, dass jeder Sterbliche weiß, wer Gerhard Schumann war. Für diejenige, die es jedoch vielleicht nicht so ganz genau wissen, hier ein Link.

Zu sehen ist “…nur noch Niedertracht und Undank rings”, schrieb Gerhard Schumann über die Zeit seit dem Ende des Dritten Reiches.
Mehr

BWPWAP

Jacek Slaski

Wstecz ku przyszłości

Wykłady, warsztaty, performanse, nagrania filmowe i trzyczęściowa wystawa wchodzą w skład tegorocznego festiwalu sztuki medialnej transmediale, który jest zaproszeniem skierowanym do artystów, zaangażowanych uczestników i naukowców, aby wzięli udział w dyskursie o zmianach kulturalnych i społecznych wywołanych przez nowe technologie, co z kolei cofnie ich do czasów, gdy Pluton wciąż jeszcze był planetą.

Nieograniczony dostęp do praktycznie nieograniczonej ilości informacji, możliwość komunikacji z całym światem oraz zanik porządku chronologiczno-przestrzennego na rzecz nieustannej obecności online – to może nie wszystkie, ale na pewno niektóre z najważniejszych cech współczesnego nasycania codzienności techniką cyfrową. Cechy te ogłaszają koniec świata, który znaliśmy  – wszystko dzieje się coraz szybciej i wszędzie jednocześnie. A jeszcze trzeba dodać do tego strach przed kryzysem gospodarczym, ekstremizmem religijnym i katastrofą klimatyczną. To z tej materii rodzi się kulturalna świadomość początków XXI wieku i to ją właśnie podda analizie transmediale, festiwal, który już dawno awansował do roli think tanku, gdzie artyści, naukowcy i informatycy, teoretycy i hackerzy, projektanci, nerdy i aktywiści mogą wymieniać opinie i doświadczenia. Tu spotykają się poglądy polityczne, najnowsze technologie, trendy artystyczne i wywrotowe strategie, wpływają na siebie nawzajem, przenikają się, aby uzyskać konsens o tym, jaka jest ta współczesność, tak naznaczona technologią medialną.

Kristoffer Gansing, młody Szwed, od ubiegłego roku kurator festiwalu, postanowił dokonać oceny współczesności sięgając w przeszłość, cofając się do czasów, gdy Pluton wciąż jeszcze był planetą. BWPWAP – tak brzmi tytuł festiwalu – to literowiec ułożony ze zdania „Back When Pluto Was a Planet“. Nazwa została zaczerpnięta ze slangu internautów i oznacza to wszystko, co się w ostatnim czasie zmieniło w przyspieszonym tempie, kierując uwagę do czasów minionych i lepszych, chociażby dlatego, że prostszych. Wyjaśnijmy: Pluton, najpóźniej odkryta, najmniejsza, dziewiąta planeta naszego układu słonecznego, straciła status planety w roku 2006 podczas konferencji International Astronomical Union. Od tego czasu, ku niezadowoleniu wielu astronomów hobbystów, uważany jest za planetę karłowatą, co oznacza, że układ słoneczny znowu składa się z 8 planet, tak jak to było do odkrycia Plutona w roku 1930.

Spojrzenie w przeszłość jest bez wątpienia również pełne nostalgii, co zresztą w dzisiejszych czasach wcale nie dziwi, nawet w odniesieniu do imprezy tak zorientowanej ku przyszłości jak transmediale – nostalgia to jeden z motorów globalnej produkcji kulturalnej. Teoretyk kultury pop, Simon Reynolds, analizuje ten fenomen w swej słynnej książce „Retromania“ i dochodzi do wniosku, że fetyszyzacja przeszłości w muzyce, filmie czy telewizji, widoczna w  revivalach i modach retro, w ogóle wszystko, co można sklasyfikować jako tęsknotę za rzekomymi „złotymi czasami“, ma niezwykły wręcz wpływ na teraźniejszość. Oto pożywka ideologiczna, nawet jeśli przesunięta w dziedziny sztuki i teorii medialnej, w jakiej porusza się intelektualnie program BWPWAP.

Ale bywa przecież i tak, że trzeba się niekiedy cofnąć, aby lepiej zobaczyć to, co dopiero nadejdzie. Wstecz ku przyszłości! Oto motto przyświecające retrofuturystycznym performansom Felixa Kubina, Vanessy Ramos-Velasquez czy A Guy Called Gerald, ale też spotkaniu z legendarnym reżyserem Alejandro Jodorovskym, autorem projektu Science Fiction, wykreowanym w roku 1970 wspólnie z autorem komiksów Moebiusem.

BWPWAP to tymczasowy Hyde Park, gdzie można jeszcze raz pomyśleć o tym, co jest i skonfrontować się z nową interpretacją tego, co było. Całość została ułożona wzdłuż czterech osi – „Users“, „Networks“, „Paper“ i „Desire“, a kurator ma nadzieję, iż podczas festiwalu to, co było, połączy się z tym, co jest i będzie.

W konferencjach biorą między innymi udział rosyjska artystka internetowa Olia Lialina oraz szwedzki performer i poeta awangardowy Pär Thörn, analizujący pozycję jednostki i jej organizację w Sieci. W segmentach „User“ i „Network“ pojawi się jako motyw przewodni koncepcja ery po-cyfrowej, po- czy postdigitalnej. To pojęcie, które początkowo odnosiło się tylko do muzyki elektronicznej, oznacza obecnie moment historyczny, który nastąpi już po rewolucji komputerowej, kiedy to technologia komputerowa stanie się praktycznie rzecz biorąc niewidzialna poprzez swą wszechobecność we wszystkich aspektach życia i właściwie tylko wtedy będzie zwracała uwagę, gdy jej nie będzie. A więc stanie się czynnikiem o tak elementarnym znaczeniu jak woda czy powietrze.

W segmencie „Paper“ transmediale zajmie się przede wszystkim – tak w workshopach jak prezentacjach – materiałem, który kiedyś był podstawową materią przekazu, a dziś coraz bardziej traci na znaczeniu, co widać choćby w obecnym „kryzysie druku“ – gazety znikają, wydawnictwa drżą o swą przyszłość. Książki artystyczne, Mail Art w NRD, poezja konkretna, publikacje DIY, ale też nowe techniki druku – wciąż jeszcze możliwości zastosowania papieru są przeogromne, ale jego rola nieuchronnie bądzie się zmieniać w epoce postdigitalnej.

Trzyczęściowa wystawa „The Miseducation of Anya Major“ zwraca uwagę na nie do końca określoną rolę sztuki medialnej, która dla szerokiej publiczność jest z reguły zbyt hermetyczna lub zbyt skomplikowana. Wystawa zadaje pytanie o jej potencjał w kontekście nauki, uczenia się i edukacji. Jedna z jej części została nazwana „Tools Of Distorted Creativity“ – 13 artystów próbuje rewolucyjnie podejść do Hard&Software, używając ich niezgodnie z przeznaczeniem. Z kolei wystawa indywidualna „Imaging with Machine Process“ to niezwykłe spotkanie z artystką z USA, Sonią Landy Sheridan, której sztuka dosłownie powala. Sheridan już od roku 1970 propaguje kreatywny i opierający się na grze stosunek do nowatorskich technologii. Ta Grande Dame sztuki medialnej ma dziś 87 lat. Kiedyś eksperymentowała z faksem i kopiarką, dziś robi użytek z błędów w oprogramowaniu, uzyskując za pomocą techniki niespodziewane wymiary, demontujące aurę nieomylności, która otacza nowoczesne maszyny.

Strategią tegorocznego transmediale jest przywołanie takich koncepcji jak nadzieja czy wiara w przyszłość, które mogłyby może być obecne i w epoce postdigitalnej, niezależnie od tego czy jakaś odległa bryła kosmiczna jest wciąż jeszcze planetą, czy już nią nie jest.

transmediale 2013 BWPWAP – Back When Pluto Was a Planet
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin Tiergarten
29.1.-3.2.2013
www.transmediale.de
Artykuł został opublikowany po niemiecku w berlińskiej gazecie „Tip“

http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit-kunst-und-museen/transmediale-2013-im-haus-der-kulturen-der-welt

haters gonna hate
Poster Transmediale 2013