Monika Wrzosek-Müller
Meine Ukrainerin
In der Ukraine naht der dritte Kriegswinter. Was das für die Menschen dort bedeutet, erfahren wir gelegentlich aus den guten Reportagen von Korrespondenten vor Ort, bei der ARD von Vassili Golod und beim ZDF von Katrin Eigendorf. Wirklich vorstellen können wir uns nicht, was es bedeutet, jeden Tag ums Überleben zu kämpfen. Immer wieder von Drohnen- und Raketenangriffen bedroht zu sein und bei jedem Luftalarm Stunden im Bunker, in U-Bahnstationen oder Kellern verbringen zu müssen, immer wieder aufs Neue zu fürchten, dass die nächste Rakete auch auf das eigene Haus treffen könnte. Dazu die Engpässe bei der Stromversorgung, bei Lebensmitteln, Medikamenten und vieles andere mehr…Vielleicht am ehesten können das die Palästinenser oder im Moment auch die Spanier aus der Region Valencia nachvollziehen. Dass wir im Westen doch so wenig Empathie aufbringen, wundert mich sehr, dass wir die Ukraine immer noch so halbherzig unterstützen, mit zwei Schritten nach vorn und drei zurück. Dass auf den Friedensplan von Zelensky so nüchtern reagiert und der Ukraine keine Hoffnung auf den Beitritt zur NATO gegeben wurde, empfinde ich als beschämend, und dass gerade Deutschland es gestoppt hat, treibt mir die Röte ins Gesicht.
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