Reblog: Nachts am Meer

Andreas M. Völker

Der Dünen Grau vom Monde matt versilbert,
Der Bäume kahle Äste fahle steh’n,
Durch dürre Blätter raschelnd Winde gehen,
Vom Meeresrauschen zart und weich gefiltert.

Der Wogen Klang, ihr ewigliches Singen
Von Ferne und von Sehnsucht, Liebesschmerz,
Dringt sich in nächtlich’ Strandwandernden Herz,
Und wird in Träumen ewig weiter klingen.

Wie Finger streichen, fast als ob sie tasten,
Des Leuchtturms Strahlen durch die Dunkelheit,
So wie der Mond blassweiß vom Himmel scheint,
Und wie der Mond sie niemals wirklich rasten.

Des Tages Licht kommt schleiergleich geflogen,
Des Mondes Silber Gold nun weichen muss,
Und wie zu einem letzten Abschiedskuss
Berührt der Mond die fernsten Meereswogen.


Dieses Gedicht entstand aus einer Laune heraus abends am Strand. Ich habe es später noch einmal bearbeitet und in eine klare und strukturierte Form gebracht.


Das Gedicht wurde veröffentlicht am 20. Januar 2012 auf der Seite deviantart.


PS von Ewa Maria Slaska

Angeblich trifft man sich immer zweimal. So war es auch mit dem Autor dieses Gedichts und mir. Das erste Mal trafen wir uns 2012 auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Das zweite Mal – vor ein paar Tagen, bei dem Grab von Prof. Brückner. Ich habe ihn nicht erkannt, er mich aber schon.

Es war das Jahr 2012. Meine Freundin Kinga und ich gingen den sog. Portugesischen Weg, aus Porto. Für mich war es schon das zweite Mal, dass ich nach Santiago ging, das erste war 2007.
Andreas und seine Freunde gingen den ganzen Weg in mittelalterlichen Kleider.


Fotos (auch unten) Kinga

Die letzte Strecke, am 1. August, gingen wir nur zu dritt, Andreas, Kinga und ich. Wir gingen schnell, Andreas aber wollte es noch schneller, damit er um 12 Uhr im Dom der Heiligen Messe beiwohne. Kinga verewigte den Moment, als er sich von uns beiden löste und vorwärts ging.

Wir sahen uns zwar noch einmal am nächsten Tag, als auch wir die Pilgermesse besuchten, aber das war auch der letzte Tag.

Es sind sechs Jahre vergangen. Andreas wohnt inzwischen in Berlin. Er besuchte hier Jemandem für ein Wochenende und blieb. So passiert es oft in Berlin.

Am 1. November 2018 organisierte ich, wie schon seit Jahren, gemeinsames Ausgehen zum Grab vom Professor Brückner. So trafen wir uns wieder.

Foto Krystyna Koziewicz

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