Frauenblick. Kapadokien.

Monika Wrzosek-Müller

Die Reise nach Kappadokien und Antalya

Die Reise liegt nun schon mehr als eine Woche zurück, trotzdem habe ich mich noch nicht wieder ganz hier in Berlin eingelebt. Es ist zu kühl, zu chaotisch und voll mit Problemen, die ich lösen sollte, einige schon vorher, oder solche, die man gar nicht angehen sollte. Eine Reise bedeutet doch ein bisschen Flucht vor dem überbordenden, routinierten Alltag, vor Verpflichtungen jeglicher Art, vor kleinen mühsamen Zusammenhängen, die einen einengen? Auf die Reise gehen, sich auf den Weg machen, aufbrechen, Neues erleben, aktiv sein, auf jeden Fall motiviert so eine Reise immer zu neuen Blickwinkeln, zu neuen Perspektiven, besonders wenn der Weg in Gebiete führt, die zu einem anderen Kulturkreis gehören.

Morgens, kurz vor Sonnenaufgang weckte mich meistens der Muezzin, nicht immer war mir das angenehm; doch wir sollten darauf achten, welchen Ton er anschlug: morgens, mittags und abends und noch zwischendurch, denn er ruft fünfmal am Tag; zweifellos war für mich der Ruf Adhan morgens am schönsten. Die immer gleichen paar Sätze: „Gott ist groß. Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah. Eilt zum Gebet. Eilt zur Seligkeit. Gott ist groß.“ wurden durch Lautsprecher hörbar. Angeblich gibt es noch einen Satz: „Das Gebet ist besser als Schlaf“, wird aber nur von Sunniten ausgerufen. In der Türkei Atatürks erfolgte der Ruf auf Türkisch, seit 1969 gab es wieder die arabische Variante und so ist es bis heute.

Der Flug nach Antalya mit „Sunexpress“ dauerte 3,5 Stunden und wäre an sich angenehm gewesen, nur wurde uns nichts zu Trinken angeboten, nicht einmal Wasser, das ich vergessen hatte zu kaufen. Die Gruppe, die sich nach der Ankunft zusammenfand, bestand aus eher ältlichen Teilnehmern aus Berlin und München. Die ein wenig Jüngeren konnten das Durchschnittsalter kaum senken. Der Graben zwischen Ost- und Westdeutschen hat sich, schien mir, noch vertieft, so war ich ganz selig und froh, dass ich ausgerechnet eine allein reisende Schwedin in der Gruppe traf.

Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in der Nähe von Antalya und dem Ort Manavgat sollten wir gleich in die Berge aufbrechen und bald ging es auch schon durch das Taurus Gebirge über viele Serpentinen bergauf, durch richtig viel Schnee, nach Kappadokien. Die Unterschiede bei Klima und Vegetation hätten nicht größer sein können, unten in der Antalya-Ebene blühten Orangen, Mandeln, Aprikosen, Zitronen auch Granatäpfel – ein blühendes, grünes Meer von Pflanzen, Früchten und Gemüse, aber auch Blumen mit unheimlich vielen Gewächshäusern lag auf beiden Seiten der sehr gut ausgebauten Schnellstraßen. Oben auf dem Pass, auf 1850 m, lag kniehoch Schnee, wir waren in den Wolken, es gab Tannen und Kiefern, aber auch riesige alte Zedern. Der Übergang zu der anderen Seite war weniger dramatisch, denn die Hochebene Richtung Konya liegt auf 1200 m. Kurz vor der Reise hatte ich auf ARTE eine Sendung über Pferdezüchter in der Mongolei gesehen und die weiten, breiten, hügeligen, wunderschönen Landschaften bewundert; das erlebte ich jetzt hier vor meinen Augen. Bevor die Steppe zu trocken, grau und steinig wird, gibt es einen Streifen wunderschöner Landschaft mit noch grünen Weiden und Hügeln im Hintergrund, menschenleer soweit das Auge reicht, diese Weite ist imposant, unendlich, überwältigend. An mehreren Stellen haben wir Projekte zur Aufforstung und Urbarmachung des Bodens gesehen; es ist eine Gegend, in der es kaum regnet. So sind riesige Anstrengungen nötig, um Wasser von den Bergen in die Hochebene zu leiten und die Pflanzungen zu bewässern. Bereits da unterwegs habe ich gespürt, dass die Türkei ein riesiges Land mit noch ungeahnten Möglichkeiten ist und dass sich unheimlich viel in dem Land getan hat seit meinem letzten Aufenthalt zu Ende 80er Jahre. Wir kamen dann hinter Konya in die Steppenregionen, die bedrückend leer und fast tot sind. Stundenlang graue Steppe, die auch zu dieser Jahreszeit (Frühling) ausgetrocknet ist. So, habe ich gedacht, musste die Steppe in Kasachstan ausgesehen haben, wohin meine Mutter 1940 mit ihrer Familie aus Lemberg von den Sowjets verschleppt wurden. Völlig menschenleer, ohne Tiere, aber auch ohne Bäume oder höhere Pflanzen, nichts war zu sehen, keine Dörfer, keine Häuser, stundenlang nichts. Wie hat man da überlebt, wie hat man das bewältigt, fragte ich mich immer wieder; die Steppe dort in Kasachstan war noch größer, noch leerer, noch hoffnungsloser, ohne Straßen, Zivilisation, ohne Fluchtmöglichkeiten. Von dort kamen die Nomadenvölker, die Seldschuken, die auch die Steppe in Anatolien bevölkert haben.

Inzwischen waren wir schon auf der Route der Seidenstraße und besichtigten in Aksaray, eine seldschukische Karawanserei, die es an Mächtigkeit mit einer Festung, einer Burg hätte aufnehmen können, auch hinsichtlich der unheimlichen Baukunst, mit schönen Steinmetzarbeiten an den Portalen. Man kann sich richtig vorstellen, wie die Karawanen mit ihren Waren und Transporttieren (Kamele, Esel, seltener Pferde) und die Menschen dort Unterschlupf fanden, also ein Nachtlager, Ruhe und vor allem Sicherheit. Entlang dieser Straße gab es alle 30 bis 50 km. eine solche Karawanserei, nicht alle waren so reich geschmückt und groß, doch alle wehrhaft und mit einem riesigen verschließbaren Tor versehen.

Die Hochebene von Kappadokien erstreckt sich zwischen zwei riesigen Vulkanen, Hasan Dagi (3268 m) und Erciyes Dagi (3916 m), die sich mit schneebedeckten Gipfeln in der klaren, durchsichtigen Luft sehr schön präsentierten und über die Ebene wachten. An den Hängen des Erciyes Dagi kann man angeblich sogar Skifahren; ich selbst habe abends einige junge Japaner mit Skiern in unserem Hotel unweit von Göreme gesehen. Auf jeden Fall sehen die Berge imposant aus, auch von der ohnehin schon auf ca. 1000 m gelegenen Hochebene. Tatsächlich ähneln sie für mich dem Fuji-Vulkan bei Tokio, meistens waren ihre Gipfel auch von den Wolken verhüllt.

Die Geschichte Kappadokiens begann schon in Urzeiten; seitdem zogen immer wieder viele verschiedene Nomadenvölker durch dieses erstaunliche Land. Mal blieben sie länger, mal zogen sie schnell weiter. Von den wichtigeren seien hier Hethiter, Phrygen und Perser zu nennen, auch Alexander der Große hat das Territorium besetzt. Dann gab es starke griechische Einflüsse, bis schließlich das Land zur römischen Provinz wurde. Doch gleichzeitig blühte das Christentum in Kappadokien auf, wovon auch die unzähligen Kirchen, Klöster und Abteien zeugen, die bis heute existieren. Zwischenzeitlich kamen die Araber mit dem Islam und die Kirchen wurden geschlossen, doch schon bald breiteten sich die Seldschuken aus, die die christliche Religion durchaus tolerierten. Erst danach übernahmen Osmanen die Herrschaft.

Doch es ist ein Land geblieben, das von vielen Völkern/ Ethnien bewohnt war und ist, immer wieder auch überfallen wurde. Davon zeugen die unterirdischen Städte, die 150 unterirdischen Zufluchtsstätten, über 30 davon kann man als Städte bezeichnen. Sie erstreckten sich über mehrere Stockwerke und auch in die Breite, verfügten über sehr komplizierte, raffiniert konstruierte Systeme für die Wasserversorgung und die Luftzirkulation und über Vorratskammern. Die Bewohner dieser Städte konnten sich einige Monate dort versteckt halten. Die Eingänge wurden mit riesigen flachen Steinen blockiert; diese Torsteine waren aus einem anderen harten Stein gemeißelt, sie erinnerten an Mühlsteine und waren rundlich. Eindeutig erwiesen scheint die Tatsache, dass es sich vorwiegend um christliche Bevölkerung handelte, die dort Unterschlupf fand; davon zeugen die Kirchen und Kapellen, die man gefunden hat. Diese Städte sind wirklich unheimlich und riesige Gebiete besitzen solche Anlagen. Leider wurde mir bei der Besichtigung einer solchen Stadt schon im zweiten unterirdischen Stockwerk übel; ich bin also nicht ganz nach unten vorgedrungen, so habe ich sie nur aus Erzählungen und Beschreibungen erlebt. Ganz unten befanden sich offenbar Toiletten und Grabstätten; es war an alles gedacht. Die Temperaturen blieben das ganze Jahr niedrig, um 10 Grad, deshalb werden einige Räume heutzutage als Weinkeller genutzt. Die ländliche Bevölkerung lebte noch sehr lange in den unterirdischen Räumen, den Höhlen; als in den 60er Jahren endgültig Schluss damit sein sollte, kehrten im Sommer immer wieder Leute in ihre alten Behausungen zurück. Sie wussten, dass es derart frische Temperaturen auch in modernsten Appartements nicht gab.

Das alles ermöglicht der Tuffstein; die in früheren Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden aktiven Vulkane spien Asche und vulkanische Erde aus, es strömte Lava aus, in Jahrtausenden sind diese vulkanischen Aussonderungen versteinert. Jetzt präsentieren sie sich als Tuffstein mit bizarren, wirklich außergewöhnlichen Formationen. Der Tuffstein ist so weich, dass er sich relativ leicht formen lässt und macht das Aushöhlen für unterirdische Anlagen möglich, erst in Verbindung mit Sauerstoff, also an der Luft, verhärtet sich der Stein. Noch heutzutage entstehen Bauwerke in dieser Bauweise: wir haben ein Keramik-Museum in ausgehölten Grotten, sehr schönen Räumen, besichtigt. Die Arbeiten für dieses private Güray Müse in Avanos dauerten 6 Jahre, doch das Ergebnis beeindruckt durch die Präsentationsart und die Objekte, aber auch durch die moderne Verkaufsgalerie. Es gibt ein Café, man kann auch Führungen buchen; an den ausgestellten Objekten wird die kulturelle Vielfalt und das Alter dieser Kulturregion sichtbar.

Über meine Ballonfahrt und die „Feenkamine“ berichte ich das nächste Mal.

Frauenclub Begine. Projekt Irena Bobowska.

Sonntag, 07.05.2023 15:00 Uhr

Ausstellung, Diskussion, Performative Lesung und Buchvorstellung

Die Botschaft der Pol*innen lädt ein: zu einer Diskussion mit Anna Krenz, Ewa Maria Slaska und Monika Wrzosek-Müller über die Erinnerungskultur in den deutsch-polnischen Beziehungen aus feministischer Sicht, einer Ausstellung über Leben und Werk von Irena Bobowska, einer performativen Lesung ihrer Gedichte und einer Präsentation des Buches „Die fehlende Hälfte der Geschichte”.

Continue reading “Frauenclub Begine. Projekt Irena Bobowska.”

Frauenblick auf Frauenliteratur und Frauenleben

Monika Wrzosek-Müller

Tove Ditlevsen

Drei schmale Bändchen und so viel Erfahrung, so viel Wissen über das Leben von Menschen, über sich selbst, so viel Erlebtes darin, aber vor allem so viel Sensibilität und Gefühl für Worte, Sätze, Sprache. Und ein Leben voller Brüche, Wendungen, Leid und Hoffnung. Erstaunlich, erstaunlich, dass wir/ich sie nicht schon längst entdeckt haben. „Kindheit“, „Jugend“ und „Abhängigkeit“, so die Titel der drei Bände, erschienen zuerst 1967, dazu noch der Roman „Gesichter“, 1968 auch in Kopenhagen veröffentlicht.

Autofiktionales Schreiben, oder ist das eher biografisches Schreiben? Auf jeden Fall bringt Ditlevsen Erlebtes und Erfundenes zusammen, die Fakten, auch die sehr intimen, sind mit Fantasiesträngen durchflochten. War denn ihre Kindheit in wirklich sehr ärmlichen Verhältnissen daran schuld, dass sie psychisch labil geworden war und daran zerbrach, oder war ihr dritter Ehemann der eigentlich Schuldige? Schon als kleines Mädchen lebte sie immer in ihrer eigenen Welt, stellte sich ganz viel vor, schrieb auch ganz früh Gedichte. Sie las auch viel, doch ihren Wunsch, Schriftstellerin, Dichterin zu werden, musste sie geheim halten. Sie fragte ihren Vater: “´Was bedeutet Kummer, Vater´? Ich war bei Gorki auf dieses Wort gestoßen und liebte es. Er überlegte lange, während er über seine gezwirbelten Schnurrbartenden strich. ´Das ist ein russischer Ausdruck´, antwortete er dann. ´Es bedeutet Schmerz, Elend, Trauer. Gorki war ein großer Dichter`. Ich sagte fröhlich: ´Ich möchte auch Dichter werden`! Er runzelte die Stirn und erwiderte: ´Bild dir bloß nichts ein. Ein Mädchen kann nicht Dichter werden´. Ich zog mich gekränkt und betrübt wieder in mich selbst zurück, während meine Mutter und Edvin über meinen abstrusen Einfall lachten. Ich schwor mir, nie wieder jemand anderem meine Träume zu verraten und hielt mich meine ganze Kindheit daran.“ Doch sie kämpfte ihr Leben lang dafür und bekam auch ihren Platz in der dänischen Literaturgeschichte, im Kanon der Schullektüre.

Apropos Lesekanon: Nebenbei habe ich das gut recherchierte Buch von Nicole Seifert über den unpassenden Begriff Frauenliteratur gelesen. Erstaunlich für mich, was sie über Deutschland berichtet; nur Droste-Hülshoff hat es in den Kanon der Schullektüre geschafft, es gibt keine anderen „vorzeigbaren und würdigen“ Autorinnen. Da könnte Deutschland von seinem Nachbarland Polen viel lernen; ich bin mit so vielen Schriftstellerinnen aufgewachsen, dass ich sie gar nicht aufzählen kann. Hier nur die wichtigsten: Konopnicka, Orzeszkowa, Zapolska, Łuszczewska und natürlich die Königin der Trivialliteratur Rodziewiczówna, dann Pawlikowska-Jasnorzewska, Nałkowska. Folglich ist es wenig verwunderlich, dass gerade zwei Polinnen, Szymborska und Tokarczuk, in letzter Zeit den Nobelpreis bekommen haben.

„Schreiben heißt, sich selbst auszuliefern“, sagte Ditlevsen in einem Gespräch, “sonst ist es keine Kunst. Man kann das verschleiern, aber letzten Endes schreibt man doch immer über sich selbst.“ All die kleinen aber feinen Momente aus ihrer „Seelenbibliothek“ schrieb sie irgendwann auf, zuerst in ihr Poesiealbum, später in ihr Tagebuch; da standen alle ihre Gedichte, Gedanken und Reflexionen, die sie fleißig notierte. Sie durfte nicht aufs Gymnasium, musste eine Stelle annehmen, obwohl sie sehr gerne weiter gelernt hätte. Trotz der vielen Widerstände beharrte sie darauf, ihren Weg zu gehen, zu schreiben. Darum hat sie auch ihren ersten Mann geheiratet, der zwei Jahre älter als ihre Mutter und dreißig Jahre älter als sie selbst war – um überhaupt einmal veröffentlicht zu werden und um mehr Bildung und an etwas mehr Wohlstand zu kommen. Irgendwann wollte sie auch ein Zimmer für sich allein, zum Schreiben haben; es hätte auch eine Dachkammer ohne Heizung gewesen sein können. „´Denk immer daran, dass es Schoffeur heißt´, sagt er, ´nicht Schafför, Französisch, nicht Kopenhagenerisch´. Die Bemerkung verletzt mich, und ich gerate in Wut auf meine Herkunft, meine Unwissenheit, meine Sprache, meinen völligen Mangel an Bildung und Kultur, diese Wörter, die ich kaum kenne.“

Tove Ditlevsen wurde 1917 in Kopenhagen geboren, starb 1976, erlebte schlimme Phasen der Alkohol-, und Medikamentenabhängigkeit. Sie nahm Drogen, wozu ihr dritter Mann sie verführt hatte. Er war Arzt und gab ihr Spritzen mit Pethidin, um sie an sich zu binden. Dabei war sie zu dieser Zeit eigentlich schon eine gestandene Schriftstellerin, die viel veröffentlichte und gut davon alleine hätte leben können. Doch die Wirkung der Drogen, die sie bekam, war für sie so entlastend, sie verlor sich in Träumereien, musste an nichts mehr denken, nichts mehr machen. Die Zustände nach den Drogeninjektionen versetzten sie in ein anderes Leben, sie hatte keine Schmerzen, keine Verantwortung, keine Verpflichtungen, sie beschrieb es so: „Schlapp und fern und selig sah ich zu, wie er Kaffee trank und Helle ihren Haferbrei zubereitete. Dann verabschiedete ich ihn ebenso dösig und glücklich, doch tief in meinem vernebelten Gehirn nagte eine leise Angst“. Sie wurde vollständig drogenabhängig und landete irgendwann in der Psychiatrie, im Krankenhaus. Dort eine Entwöhnungskur, die sie sehr ehrlich beschreibt. Das Buch endet positiv, sie trennt sich von dem Mann, findet einen neuen: „Ich war von meiner jahrelangen Abhängigkeit geheilt, aber noch heute erwacht die alte Sehnsucht manchmal ganz leise in mir, wenn ich mir Blut abnehmen lasse oder an der Apotheke vorbeigehe. Sie stirbt nie ganz, solange ich lebe“.

Im wirklichen Leben verlief das etwas anders, bereits neun Jahre nach Erscheinen der autobiografischen Romane starb sie an einer Überdosis an Schlaftabletten, doch schon zwei Jahre vorher hat sie einen Suizidversuch gemacht. Die Beziehung zu ihrem letzten, ihrem vierten Mann Victor Andreasen scheint die beste und glücklichste gewesen zu sein. Trotzdem war der Mangel an Geborgenheit und Sicherheit, die unendliche Einsamkeit seit der Kindheit stärker als ihr Erfolg, der Mangel führte zu Depressionen, zur Schlaflosigkeit, sie versuchte damit zu kämpfen, indem sie immer mehr Tabletten konsumierte, immer mehr Alkohol trank und letztlich Drogen nahm; geholfen hat ihr das alles nicht. In ihren Aufzeichnungen finden wir aufschlussreiche Sätze: „Mit niemanden kann man seine heimlichsten Gedanken teilen. Mit dem Wichtigsten auf der Welt ist man allein. Es ist eine ewige Bürde und eine leise Freude, dass dich niemand dort erreicht und du niemanden hereinlässt.“

Sie fand in den Kanon der Schullektüre in Dänemark, wird auch gelesen und von jungen Leuten besprochen. Inzwischen gilt sie als Wegbereiterin für viele Autorinnen und Autoren, so für Anni Ernaux, für viele englische, aber auch deutsche Schriftstellerinnen und ihr autofiktionales Schreiben. Inwieweit das Schreiben sie befreit hat, denn sie schrieb offen und direkt über ihr Leben; was die Ursache für ihren frühzeitigen Tod war, werden wir nicht erfahren.

I Bóg stworzył kobietę

Tabor Regresywny

Bóg stworzył kobietę, by była mężczyźnie pomocą. Wokół tej sprawy narosło wiele nieporozumień. Najwyższy czas sprawę wyjaśnić.

W pierwszej kolejności chodziło o jabłko. Gdyby nie pomoc kobiety mężczyźni do dziś by się zastanawiali, zerwać czy nie zerwać. A tak, dzięki kobiecie, mamy sprawę za sobą i dumnie kroczymy drogą postępu cywilizacyjnego, nie zdając sobie sprawy, że bez pomocy kobiet już dawno byśmy spoczęli na laurach.

Wymyśl coś, bo już nie mam siły nosić tych tobołków. I mężczyzna wymyślił koło.

Kolumb szybko by zawrócił i nie odkrył Ameryki gdyby nie awantura w domu.

Dziś, gdy widać wyraźnie, że nauka służy technice, a technika służy miernotom do inwigilowania, manipulowania i w końcu, okradania nas w majestacie prawa, czas na radykalną zmianę.

Coś mi są zdaje, że bez pomocy kobiet, bez ich determinacji a może i zbawiennej niefrasobliwości nie wyjdziemy z tej matni. Pozostanie nam tylko odpowiedzieć sobie na pytanie – po co nam to było?

Ogłoszenie:

Zatrudnię cztery kobiety, młode w każdym wieku.
Wynagrodzenie: 50% tego, co znajdziemy w drodze (bez szukania) + 50% tego, co ludzie dadzą (bez proszenia).

Chodzi o to, że Idea Marszu dla Odry w celu przyznania rzece osobowości prawnej jest bardzo konkretna, ale mogą wystąpić trudności. Nad organami wymiaru sprawiedliwości „Baratarii” ciąży klątwa, co czyni je niezdatnymi do użycia. Widać to gołym okiem.


Tak się złożyło, że Ewa Maria znalazła trzy pesos kubańskie i tradycyjnie przeznaczyła je dla mnie na honorarium autorskie Czując się odpowiedzialny za klątwę która wisi nad organami (Marek Włodarczak Klątwa) postanowiłem przeznaczyć to honorarium na realizację celów Marszu dla Odry.

Banknot o nominale trzy pesos kubańskie nie przedstawia jakiejś istotnej wartości nominalnej, ale ma potencjalną wartość magiczną. No i właśnie tę wartość magiczną chciałem przeznaczyć na cele marszu. Dobrze by było jeszcze podnieść tę wartość magiczną. Na notowania walut można wpłynąć spekulacjami. Podobnie jest z wartościami magicznymi, też można je podnosić spekulacjami.

Umówiliśmy się z Ewą Marią, że przekazanie honorarium nastąpi na jednym z mostów na Odrze między Brandenburgią a Ziemią Lubuską. By jeszcze bardziej podkręcić wartość, chciałbym tam przywędrować Taborem Regresywnym. Obecnie na Tabor Regresywny składają się trzy wozy. Sam ich nie uciągnę. I właśnie po to chcę zatrudnić cztery kobiety młode w każdym wieku. Zakwaterowanie po dwie w każdym wozie. WC, prysznic i kuchnia polowa jadą z nami. A przy sprzyjających wiatrach będzie się działo.


PS od Adminki:

Pierwsze enuncjacje na temat tego, co to jest Tabor Regresywny znalazły się na tym blogu TU. Zainteresowanych zachęcam jednak do poczytania – kolejno lub na chybił trafił – również innych wpisów Marka Włodarczaka, który wytępuje tu również jako właśnie Tabor Regresywny. Są więc dwa tabory – tabor ksywka i tabor wozy-łodzie, wędrujące po Europie, a poruszane siłą mięśni człowieka, często samego Marka. Ale są też i inne osoby, które prowadziły tabor z domu w świat i ze świata do domu.

Wiosenne przebudzenie

Teresa Rudolf

***

Kwiaty prawie już otwarte
na razie ślepe,
wciąż w pąkach, boją się
pokazać światu…

…człowiek czyha 
na ich piękno, 
by kraść im 
zapach
kolor…

…i zdobić
się nimi.

***

Jeżyk mały
świeci nagością,
bezbronny na dotyk
nim obronią go kolce.  

Nie pozna 
nigdy pieszczoty
przytulenia,
ale też i bólu?

***

Źrebak stoi już
na świeżo urodzonych,
do galopu silnych nogach,
niecierpliwie wyczekanych…

… o medalach
dużym biznesie,
marzy “stwórca” koni.

***

***

Słychać krzyk
przyjścia na świat
człowieczego dziecka, 

ach, ach, ach,

będzie lekarzem 
księdzem, piłkarzem
adwokatem, piosenkarzem…

…każdym.

Świat czeka na niego,
a on ciekawy świata,

zrobi ze sobą i z nim
co zechce…

…jest wolny 
do codziennego 


…błysku,
samoobrony…
też i…
zagłady…

i samozagłady.

***

Już wiosna,
opętana zapachem
odurza, obiecuje,

uwodzi grzechem
zapominania
o odejściu.

I odejdzie
jak przyszła, 
(wybije jej dzwon)

rozrzucąjąc 
obietnice zmian
jak liście…

zmuszone
umrzeć 
dla jesieni.

Albatros

Anna Dobrzyńska

Nad wielkim, spokojnym bez fal oceanem
Słoneczko się budzi i świeci nad ranem
Odbija się, błyska w kropelkach i w toni
Powoli czas płynie, nie nagli, nie goni

Na wodzie – pływa albatros ospale
I choć lataniem nie zmęczył się wcale
Podziwia widnokrąg i niebo w tej przerwie
Gdy wiatr znów zawieje do lotu się zerwie

Nagle – horyzont gwałtownie się chmurzy
Chyba już dawno nie było tu burzy…
Szarawo się robi i ciemno dokoła
Albatros spokojny, on burzy podoła

Fale wzrastają, obłędnie kołyszą
Wiatr hula a ptaki to czują i słyszą
Dla albatrosa to czas by w przestworza
Wzbić się leciutko, oderwać od morza

Prostuje swe skrzydła olbrzymie, strzeliste
I z góry spogląda na wody faliste
Przy mocnej nawale i silnym podmuchu
On leci bez trudu, zastygły w bezruchu

Gdy wieje, albatros się czuje wspaniale
I dziobem się wbija pod ogromną falę
Swym żółtym i mocnym, jak hak zgiętym dziobem
Kalmara w lot chwyta, wypływa nad wodę

Albatros w locie oczy przymyka
Zasypia w powietrzu, kalmara połyka
Dla niego podniebie to wolność i życie
Usiądzie na wodzie gdy znów będzie ciszej

Gender in der Kirche

Für alle in und aus Polen, die wissen, was die Polnische Katholische Kirche aus diesem Wort macht, nämlich Sünde und Schande, wird dieser Text hier reprinted, um zu ziegen, dass selbst Katholische Kirche mit dem Thema anders umgehen Kann: Offen!

Sera Renée Zentiks

Was bedeutet Gender überhaupt?

Die Begriffe Gender bzw. Gender Studies werden immer öfter gehört und gelesen, aber was bedeuten diese Begriffe überhaupt?

Gender Studies analysieren das Geschlechterverhältnis respektive die Geschlechterverhältnisse als strukturierte wie strukturierende Bedingungen menschlicher Gemeinschaften und Gesellschaften. Dabei unterscheiden sie zwischen dem biologischen Geschlecht (sex) und dem gesellschaftlich-Kulturell konstruierten Geschlecht (gender).
Der Fokus liegt auf Fragen nach der Geschlechterhierarchie, das heißt der Ungleichheit der Geschlechter oder der Geschlechterdifferenz, der Geschlechterrollen und -stereotypen, mithin der Geschlechtsidentität(en), wie sie sich unter verschiedenen soziokulturellen und historischen Bedingungen ausformen oder eben ‚konstruieren‘. Gender Studies betrachten also nicht allein die Rolle der Frau bzw. von Frauen in der patriarchalen Gemeinschaften/Gesellschaften, sondern untersuchen die Rollen beider Geschlechter in dem jeweils vorherschenden Normensystem. das die unterschiedlichen Rollen, Positionen, Młglichkeiten und die Macht bestimmt, die jedem Geschlecht zuerkannt wird. Mittels der Sozialisation werden verschiedene Rollen und Normen eingeübt und verinnerlicht. Durch gesellschaftliche Praktiken (z.B. Verhaltensweisen, Gewonheiten) werden die Geschlechtsidentitäten und Geschlechtszugehörigkeiten immer wieder hergestellt.

Continue reading “Gender in der Kirche”

Migawki losu człowieka 

Teresa Rudolf

***

Jedna ręka w chmurach,
druga w dalekiej pamięci,
jedna noga już w marszu,
druga wciąż na progu domu.

***

Czymż jest tęsknota?
Co i ile w sobie mieści?
Zbliża, czy może oddala?
A do kogo, za czym, po co?

***

Odwracasz się wstecz, 
widzisz ślady własnych stóp,
a  gdy do przodu patrzysz, 
gęstą jak jogurt grecki mgłę.

***

Wiosna 
wpada na chwilę,
szeleści zieloną 
suknią
budząc cieniutką 
nadzieję, 
przez byle wiatr 
dziurawą.

***

Jutro znów
porankiem
się otworzy,

godzinami
wystukane

ciemnym
wieczorem
zamknie.

Słychać już
przesuwanie
paciorków

liczydła
życia…

na…
wczoraj.

Do you ear me?

Or how to meet your themes on metro?

Ewa Maria Slaska

I saw her in metro. She had flowers in a paper matching her jacket.

We started to speak with each other. We had only three minutes. I had to go out on the next stop. She show me her feministic earings.

I am doing it. It is me. I am from Paris. Living now in Berlin. Do you know any shop interested in selling it? I am on Instagram.

https://www.doyouearme.fr/ https://www.instagram.com/doyouearme_fr/

Well. Me too.

It is very easy.

So, do I know any shop interested in selling / buying feministic earings?

Spotkania ze sobą

Teresa Rudolf

Kiedy sobie siedzę na takiej ławeczce, nad rzeką płynącą spokojnie, wtedy my obie wiemy, że bywa też inaczej; może się nagle wszystko zmienić; ona może wyjść z brzegów, lub odwrotnie może też całkiem zniknąć, wysuszona na kamień.

A człowiek?
Podobnie, też ma swoje brzegi, lub okresy suszy…
Musi się bronić, lub poddać walkowerem.
I tak oto obie sobie płyniemy…

Piękny kwiat potrafi udekorować 
nawet najbardziej surowe podłoże;
stare mury, stare domy, skały, brzegi rzek, kamienie, piasek…
Rzadko przebije się  jednak przez betony miast… Smutne.

Natura wie instynktownie wszystko
o pięknie koloru, formy, zapachu…
Wie i chętnie dzieli się…
Jest absolutnie bezkonkurencyjnie
“wielowymiarowa” i wielkoduszna.

Cienie na niektórych zdjęciach,
to jakby sytuacyjnie towarzyszące “duszki”,
pozostawiające po sobie 
zniekształcone, ale piękne  odciski.

Każdy przypadkowo “napotkany” dom
otoczony ogrodami, drzewami, sezonową przyrodą,
może być dla kogoś równie przypadkowego inspiracją
do napisania bajki, powieści (romansu, lub kryminału), wiersza
lub do namalowania obrazu. 

Obcość tego objektu może być
fascynującą tajemnicą, zachwytem, czasem wzruszeniem, różnie… 
Połączenie dzieła jednego człowieka, z fantazją innego.

Ach, tymi schodkami prosto przez góry, do nieba!
A kiedyś dawno temu, przypomina mi się,
że  pojechał ktoś “windą do nieba”…