Geschichter Berlins

Polnische Gräber in Berlin
historische Stadtführung

16. September 2018, 15-19 Uhr
Treffpunkt Cafe Strauss um 15 Uhr
am Eingang des Friedrichswerderschen Friedhofs
Bergmannstr. 42
10961 Berlin–Kreuzberg

In Berlin gibt es 270 Friedhöfe, darunter ca. 30 sog. historische, die man also als Kulturdenkmal betrachtet und wiederum auch ca. 30, die, wie der Friedhof wo Prof. Brückner begraben liegt, aufgelöst werden. Wie man auf diesen Friedhöfen die polnische Gräber sucht, wie man sie identifiziert, obwohl die dort begrabenen manchmal deutschen Namen tragen und Polen sind, manchmal aber polnische Namen haben und die Familien ihre polnische Abstammung abstreiten. Welche Schicksale erzählen uns die Gräber, über die Menschen, aber auch über die Deutsch-Polnischen Beziehungen. Dies und mehr erzählt uns Ewa Maria Slaska bei unserem Spaziergang in den historischen Friedhöfen auf der Bergamnnstrasse iun Kreuzberg.

Abschliessend gehen wir Kaffee trinken und leckere Kuchen Essen im Café Strauss auf dem Friedrichwerderschen Friedhof.

Ewa Maria Slaska organisierte vor ein paar Jahren eine erfolgreiche Aktion zur Rettung des Grabes von Professor Aleksander Brückner (1856-1939) auf dem Tempelhofer Parkfriedhof in Berlin und seit 2011 organisiert sie immer am Tag der Allerheiligen die Treffen der Polonia und Sympathisanten bei dem Grab diesen berühmten Wissenschaftlers, Sprachhistorikers und Linguist, der an der Berliner Universität das Slawistik Institut gegründet und 44 Jahre geleitet hat.

Professor Brückner ist in einer deutschen Familie in Ukraina geboren, die im 18. Jahrhundert nach Polen ausgewandert ist. Obwohl die Familie den deutschen Namen beibehielt, hat sie sich gänzlich polonisiert und der junge Wissenschaftler der aus Russischpolen nach Breslau und danach na Berlin ausgewandert ist verstand sich als Pole in Deutschland. Man hat ihn in diesem Blog schon zig Mal getroffen.

Heiraten wie ein Kirgise

Über Zeitler schrieb ich vor einer Woche. Inzwischen finde ich Freude daran, seine Erinnerungen zu lesen.

Carl Ludwig Zeitler

Wie ich meine Ehefrau kennengelernt und geheiratet habe?

In der ruhigen Winterszeit 1863/64 besuchte ich zufällig ein Musik- und Ballfest, welches mir befreundete Familien veranstaltet hatten. Ich fand drei gleichmassig in weiss gekleidete, junge Damen mit grünen Besatz und Schärpen an ihren Kleidern. Zweien derselben, Kinder der Eos, war ich schon früher vorgestellt worden, der Dritten mit rundlichen Armen, kleinen blendend weissen Zähnen, wohlgeformten Kopfe, Ohren und Kinn wurde ich vorgestellt. Sie war die Schwestei einer Offiziersfrau, deren Mann, wie ich später hörte, ein Patenkind Kaiser Nicolaus wegen def überaus schlechten Karriere, zu langsamen Aufrüekens in Preussen, nach Petersburg gegangen war. Ich sah die Dame zum ersten Male. Sie wurde später meine Frau. Ich sah sie dann noch einige Male im Konzertsaal, verzichtete aber aus Furcht, meine Freiheit zu verlieren, auf ein Wiedersehen, die beginnennde Arbeit an den Neubauten vorschützend. Erst nach mehr als Jahresfrist sah ich sie wieder.

Ich hatte die Gewohnheit, meine Mitmenschen, wenn ich mit ihnen sprach, mehr noch wenn ich sie stillsitzend betrachten konnte, darauf hin anzusehen, ob und wie ihre Kopfform, der scheinbare Inhalt, das Fassungsvermögen des Schädels, ob die Ohren oval, die innere Rundung derselben mit dem Aussenrand gleichlaufend; ob die Zipfel angewachsen, freihängend oder schippenartig nach vorn oder nach hinten gerichtet, fleichig oder durchsichtig seien. Ob »und wieviel an der Nase und an den Augen symmetrisch oder mongoloid oder mandelförmig; ob die Nase grade oder adler- oder henkelartig sei, und wie das Verhältnis der geraden oder zurückfliehenden Stirnhöhe zur Nasen- und Oberlippenlänge und zum Kinn sei.
Menschen, die für einander bestimmt sind, haben ebenso wie die, welche lange bei und miteinander leben und gleiche Nahrung, gleiche Sorgen haben, eine Anzahl gleicher Gesichtszüge. Jeder hat, sei es beim Lachen oder Weinen, Sprechen oder Schweigen einen Gesichtszug, der den Gegenübersitzenden sympatisch oder abstossend erscheint. Menschen mit gleichem sympathischen Zug scheinen für einander vorher bestimmt zu sein.
Die Eltern der jungen Dame waren durch den 1857 von Amerika ausgehenden, in Deutschland an dem Uebermass der auf schwachen Füssen stehenden Neugründungen nach dem beendeten Krimkriege, reichliche Nahrung findenden Börsenkrach, verarmt. Die Mutter, schon einmal Witwe und ein zweites Mal geschieden, hatte in Magdeburg ein blühendes Bettfedern-Geschäft gehabt, welches zu der Beschãftigung ihres dritten Mannes, eines zwar begabten, aber nur seiner Musik lebenden, unpraktischen Musikers und Organisten durchaus nicht passte. Auch scheint die Verbindung ihrer Tochter aus zweiter Ehe mit einem armen Offizier der Familie zu viel gekostet zu haben, genug, das Geschäft wurde aufgelöst, das Haus verkauft, die Familie ging auseinander. Die jüngste Tochter musste die oberste Kiasse der höheren Tochterschule verlassen, ging mit Hilfe einer befreundeten Lehrerin auf das Lans, um auf einem Gute bei Brandenbburg die Wirtschaft zu erlernen und für sich selber zu sorgen. Sie hat für alle, welche ihr damals Hilfe leisteten, immer Anhänghchkeit und 0ffene Hand bewahrt. Sie hatte eine ausgezeichnete Altstimme, welche die Kirche und grösstenn Konzertsaal füllte, dabei feinstes musikalisches Gehör, Klavierfingerfertigkeit und war auch in Küche und Hausarbeit nicht bloss bewandert, sondern auch gern tätig. Ihre und später meine Wasche war nur von ihrer Hand genaht. Dasjenige, was der Mensch mit seiner Hand und mit Muhe selbst macht und erwirbt, wird vielmehr in acht genommen, als dasjenige, was er fertig gekauft oder gar als Geschenk erhalten hat.
Ich wünschte, dass meine Braut nichts von ihren Eltern erhielte. Wenn ein junger Kirgise heiraten will, verabredet er, wie man sagt, mit seinem Mädchen, dass es sich an der Türe des Zeltes ihres Vaters aufstelle, damit er sie von da rauben könne. Er darf sich natürlich nicht erwischen lassen. Nach einiger Zeit geht er zum Vater seiner Frau und fragt, wieviel er für das geraubte Eigentum zu zahlen habe; ich wollte nicht weniger als ein solcher Kirgise sein.
Es hat mich immer unheimlich berührt, dass Eltern ihre Töchter grossziehen und mit allen guten Eigenschaften des Geistes und des Gemütes ausstatten, bis sie 100 oder 120 Pfund und mehr schwer werden und nur zu dem Zwecke, dass ein fremder, junger Fant kommt, sich daran zu erfreuen. Er erhält dann noch mehr oder weniger Gold oder Werte dazu, je nach dem Vermögen der Eltern.

***

Die Zustimmung meines Vaters zu erlangen, den ich nicht fragen wollte, machte ich mir schwer. Ich hatte zu viel junge und schöne Damen, auch reiche und wirtschaftliche feingebildete Damen, auch unvermutet in der Häuslichkeit mit der Küchenschürze vor kennen gelernt. Mein Vater konnte nicht begreifen, warum ich ein so so leichtes Geschaft bei dem hunderflausend Taler spielend zu gewìnnen waren, nicht machen wolle. Er warnte mich, in eine Familie zu heiraten, deren Mitglieder ich nicht kenne; sie könnten mir später, wie auch  geschehen und noch geschieht, zur Last fallen. Solche Erwägungen nutzen bekanntlich selten. Nach der Militärzeit (…) hatte ich als meines Vaters Generalbevollmächtiger, ihm meinen gesamten Grundbesitz grundbuchlich übertragen, um ihn die Befürchtung zu überheben, mich möglicherweise beerben zu müssen und mit Dritten zu tun zu haben. Um jede Anfrage, jede Einwilligung zu vermeiden, schob ich die Verbbindung lange hinaus, auf die baldige Einführung der Zivil-Ehe hoffend. Erst durch das, zwei Stunden vor der Trauung meinem Vater gegeben Versprechen, dass ich das nächste, dritte Haus noch für Rechnung der Gesamtfamilie errichten wolle und nach dessen Vermietung erst zwischen ihm und mir geteilt werden solle, erhielt ich die Zusischerung, dass er mich zum Traualtar begleiten würde.

Der biblische Jakob habe nicht schwerer um seine Rahel arbeiten müssen. Nachher war mein Vater, wie schon vorher meine Mutter mit ihrere neuen Schwiegertochter sehr zufrieden. Er half mir noch bei dem Umzuge aus dem alten ins neue Haus.

Ein Mann, ein Werk, ein Grab (und die Frauen)

Ich gehe, o, Herr, in deine Hand zurück, schrieb man auf der Gruft-Mosaik über Eheleute Zeitler.

Carl Ludwig Zeitler und Agnes

Hand aufs Herz – nie gehört, oder?

Natürlich nicht, dabei bewirkten sie beiden so viel, das ich als Chronikarin gar nicht weiß, wo beginnen?

Auf dem Foto rechts ist es vielleicht nicht genug deutlich. Schauen wir genauer:

Stiftung für Weber und Wirker. Stiftung für Mathematiker und Naturkundestudierende. Stiftung für Theologen und Philologen. Aber auch: Stiftung für  Witwen und Weisen. Stiftung für Handwerker und Kunstschüler.

Zeitler war im Vorstand der heute so berühmten Urania. Für seine Studenten errichtete auf dem Studienhaus Friedenstraße/Büschingstraße eine Sternwarte mit Drehkuppel (im 2. Weltkrieg zerstört), im ersten Stockwerk einen Konzertsaal und im Untergeschoss eine Kochschule für Mädchen.

Klar. XIX Jahrhundert. Jahrhundert der Vereine und Stiftungen, der Philantropie, der sozialen Verantwortung. Aber auch ein Jahrhundert, in dem es noch keine Gesetze gab, die für Wohlergehen der Arbeiter, der Handwerker, der Bürger sorgten. Es herrschte wilder Kapitalismus, die Zeit der unglaublicher Armut und unvorstelbarer Ausbeutung. Zeit, dass manche halfen und die anderen für soziale Gerechtigkeit kämpften. Und die Reichen wurden immer reicher und die Armen immer ärmer.

Es war Zeit für Gutmenschen und Bösmenschen. Die Zeitler waren gut. Auf dem Mosaik trug sie ein Diadem, er einen Einstecker mit Edelweiß. Bevor ich im Google die Symbolik von Edelweiß finde, weiß ich schon, dass wenn etwas mit den Worten “edel” und “weiß” zu bezeichnen ist, muss es edelweiß sein, das edelste, was es gibt.

Ach, na ja, bevor ich in der Wikipedia zu der Pflanze komme, zeigt sie mir die militarische Edelweiß-Operation während des 2. Weltkrieges:
Es war der Deckname für den ab 23. Juli 1942 durchgeführten zweiten Teil der deutschen Sommeroffensive in Russland. Ziel der Operation war es, die Ölvorkommen in und um Baku zu sichern.

So ist es im Leben – nichts kann sich von dem Bösen retten, kein Symbol, kein Wort, keine Farbe. Denken wir nur an das Wort “Sicherheit”.

Die Blume aber, das Alpen-Edelweiß, ist eine der bekanntesten und symbolträchtigsten Blumen überhaupt.

Eine Polin in mir fragt sich, wie es sein kann, dass diesselbe Blume auf Polnisch – szarotka – etwas kleines, graues und belanglosen bedeuten kann?

Bekannt wurde die Pflanze zuerst als Symbol der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sissi). Ein 1865 gemaltes Porträt des Malers Franz Xaver Winterhalter zeigt die Kaiserin Elisabeth mit neun in ihr Haar geflochtenen künstlichen Edelweiß-Sternen. Der Schmuck aus Edelmetall und Diamanten wurde in den Jahren nach 1850 vom damaligen Hof- und Kammerjuwelier Alexander Emanuel Köchert entworfen und gestaltet. Um die alpine Pflanze ranken sich in der k. u. k Monarchie mit der zunehmenden Verehrung der Kaiserin Sissi immer mehr romantische Mythen. Nur verwegenen Kletterern gelänge es, ein Edelweiß zu pflücken. Es verkörpere Werte wie Mut, Treue und Gemeinschaft. Das Edelweiß solle gemäß solchen Mythen aus Tränen entstanden sein, welche die Eisjungfrau über die Untreue ihres geliebten Jägers vergoss. Vor ihrem Todessprung zauberte sie darauf Tränen in Form von Edelweißsternen an den dortigen Felsen. Jeder, der nach dem Edelweiß in den Felsen greife, solle fortan zu Tode kommen. Um ein Aussterben der symbolträchtigen Art zu verhindern, wurde sie schon früh unter Naturschutz gestellt. Bald wurde das Edelweiß als Symbol von zahlreichen alpinen Vereinen und Verbänden übernommen.

Und tatsächlich, auf Polnisch bedeutet die Blume gar nicht so viel, ausser, dass sie, wie in jedem Alpinen Gebiet, ein Motiv in Auszeichnungen und Souvenirs der Region ist. Aber immerhin schreibt man in Polnischer Wikipedia, dass die Blume in der Schweiz eine Nationalblume und Symbol der Unberürtheit und Reinheit ist.

Über Bedeutung des Grabesschmuck Zeitlers habe ich nirgendwo Antwort gefunden. Ich vermute, es ging um Mut, Treue und Gemeinschaft und nicht um Reinheit und Unberürtheit.

Der Baumeister und Architekt Carl Ludwig Zeitler (1835-1910), Sprössling einer zu großem Reichtum gekommenen Weberfamilie, betätigte sich gemeinsam mit seinen Brüdern Zeit seines Lebens als Förderer der Wissenschaften und Begründer verschiedener wohltätiger Stiftungen. Hierzu gehörten etwa eine Weberstiftung (1889), das Wilhelm-Zeitler-Frauenheim (1894) und ein Studienhaus mit Sternwarte und Konzertsaal (Ludwig-Zeitler-Studienhaus, 1901). Nach dem Tod ihres Vaters Johann Jakob Zeitler (1807-1871) ließen die Söhne nach eigenem Entwurf Carl Ludwig Zeitlers ein neugotisches, äußerlich in hohem Maße auch antiken Vorbildern folgendes Mausoleum errichten. Der granitverkleidete, hohe Gruftbau mit seitlichen, durch gotisierende Gusseisengitter abgegrenzten Gärtchen fällt besonders durch seine Fassadeninschriften auf, die die Familiengeschichte erhellen und an der linken Seitenwand – als kulturgeschichtliche Besonderheit – eine Art Bauurkunde enthalten. Diese berichtet in dreizehn Zeilen von den Veränderungen, die sich nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und während der Bauzeit der Grabanlage (1871-75) ereigneten: Detailliert wird auf Arbeitslöhne und Materialkosten hingewiesen sowie auf die einschneidende Umstellung der bislang üblichen Maßnormen (Länge, Volumen und Gewicht), beispielsweise wurden Ruthe, Fuß und Zoll vom Meter verdrängt. Ebenso wird die Einführung der neuen Gold(mark)-Währung erwähnt, die den Taler ablöste, sowie die Entstehung neuer Gesetze. Das Innere des Bauwerkes ist mit einem farbenprächtigen Mosaik geschmückt, das die Bildnisse des Erbauers und seiner Ehefrau zeigt, sowie mit einem gusseisernen Relief mit der Darstellung der drei Frauen am Grabe.

Im Jahr 2004 ließ die Arbeitsgemeinschaft für die historischen Friedhöfe und Kirchhöfe e.V. Erhaltungsmassnahmen und die Erneuerung der Inschriften an den Wänden des Mausoleums durchführen.
Der Innenraum des Mausoleums wurde in ihrem Auftrag 2018 restauriert. Die Arbeitsgemeinschaft veröffentlichte ausserdem im Oktober 2012 anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens die Memoiren von Carl Ludwig Zeitler. Und dies ist eine ausserordentlich interessante Lektüre. In einer Woche veröffentliche ich hier ein Fragment dieses Buches. Über Agnes…

Und die Frauen.

Zuerst natürlich Agnes, die Ehefrau von Carl Ludwig, die Frau im Edelweiß-Diadem.
Dann die Hanna Wilhelmine Zeitler mit Ihren drei Söhnen am Sarg des Johann Jakob Zeitler, der 1871 verstorben war und für den das Mausoleum errichtet wurde.


Aber  auch im 21. Jahrhundert sind es die Frauen, die sich um das Mausoleum kümmern. Man muss hier unbedingt Doris Tüsselmann erwähnen, die langjährige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für die historischen Friedhöfe und Kirchhöfe Berlins e.V. (auf dem Foto unten steht sie rechts).

Die Renovierungsarbeiten im Innenraum des Mausoleums übernahm mit ihren Mitarbeiterinnen die schöne Restauratorin, Joana Pomm.


Mausoleums Zeitler
Georgen-Parochial-Friedhof I, Greifswalder Straße 229 – 234
10405 Berlin-Prenzlauer Berg

Im Mausoleum sind beerdigt worden: Johann Jakob Zeitler (†1871) und seine Ehefrau Wilhelmine (1809–1893) – die Eltern von Carl Ludwig, sein Bruder Emil (1845–1891), sein Halbbruder Carl Ferdinand Gläser (1829–1883), Zeitlers Frau Agnes (1843–1901) und er selbst.

Der Friedhof – von einer der ältsten evangelischen Gemeinde Berlins auf einem früheren Weinberg angelegt – wurde 1814 eingeweiht, war bald belegt und wurde 1832 und 1842 erweitert.

Er wurde in klassischer Kreuzform mit Alleen entlang der Hauptwege auf einem Hang – früher ein Weinberg – angelegt. 1970 wurde er auf Beschluss des Magistrats geschlossen und erst nach der Wende 1991 wieder eröffnet. In der Zwischenzeit war der etwa 40 Hektar große Friedhof stark verwildert und verfallen, weshalb seit der Wiedereröffnung umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen vorgenommen wurden. Auf dem Friedhof ruhen einige Berliner Größen und schöpferische Persönlichkeiten: darunter der Komponist und Kapellmeister August Eduard Moritz Conrady (†1873), der Baumeister Carl Ludwig Zeitler (†1910), der Theaterintendant Franz Wallner (†1876) und der Gründer der ersten Blindenschule Deutschlands, Johann August Zeune (†1853).

Reblog: Marysia Kwaśniewska

Znalezione na Facebooku, u Anity Kucharskiej-Dziedzic

Zdjęcie z Hitlerem

Jest sierpień 1936 roku. Igrzyska olimpijskie w Berlinie. Na stadionie trwa właśnie konkurs oszczepniczek. Do rzutu przygotowuje się dwudziestotrzyletnia Polka, Marysia Kwaśniewska. Ciemnooka, zgrabna i śliczna. Staje na starcie, dmucha w grot oszczepu, jakby chcąc dodać mu lekkości, potem rozbieg, rzut i… świetnie! Oszczep wbija się w trawę ponad czterdzieści metrów dalej. Wynik jest znakomity, ale dwie Niemki rzucają jeszcze lepiej. Polka zdobywa brązowy medal.
W czasie dekoracji stoi na podium wyprostowana, w dresie z orłem na piersi, jak wycięta z innego świata, bo wszyscy wokół niej unoszą rękę w hitlerowskim pozdrowieniu. Na trybunach siedzi Adolf Hitler. Nikt z organizatorów nie miałby nic przeciwko temu, by to on dekorował najlepszych, na szczęście regulamin olimpijski tego zabrania. Natomiast Führer chce osobiście pogratulować medalistkom. Prowadzą je do loży honorowej. Wokół wodza cała nazistowska wierchuszka, jest Göring i Goebbels. Uśmiechnięty Hitler ściska dłonie dziewcząt, a do Marysi mówi:
– Gratuluję małej Polce.
Na to ona, niewiele myśląc: – Pan też niezbyt wysoki.
Wszyscy wybuchają śmiechem, ale potem Goebbels nieźle się namęczy, żeby do niemieckich gazet nie przedostała się błyskotliwa i odrobinę bezczelna riposta “małej Polki”. Usłużni pismacy będą donosić, że Führer gratulował małej Polsce, a nie Polce. Tak czy inaczej niewysoki wąsaty (165 cm) najwyraźniej bardzo chce mieć zdjęcie ze śliczną Polką (166 cm), którą wybrano Miss Olimpiady. Mocno zażenowany wąsacz, wyginający wargi w coś, co ma przypominać uśmiech, niezgrabnie pozuje do zdjęć z ładnymi medalistkami… Dziewczyny z 1936 roku pewno wybuchały śmiechem, patrząc na jego miny. Wtedy nikt nie przypuszczał, że już wkrótce za sprawą tego groteskowego Niemca cały świat stanie na głowie. Że od jednego jego słowa będzie zależało być albo nie być pojedynczych ludzi i całych narodów.
Kiedy Marysia wrzuca do walizki “zdjęcie z Hitlerem”, jako zabawną pamiątkę berlińskich igrzysk, nie ma pojęcia, że kiedyś ta fotografia pomoże jej ocalić życie setkom ludzi. Na razie to zwykła fotka, wspomnienie startu na berlińskiej olimpiadzie, który okazał się bardzo udany. Wiecie, że możemy go obejrzeć? Występ Polki zarejestrowała kamera Leni Riefenstahl, reżyserki hołubionej przez Führera, która nakręciła film pokazujący zmagania sportowców na igrzyskach.Dziwnie jest myśleć, że już za trzy lata ci młodzi ludzie ścigający się na stadionach będą do siebie strzelać. Jeszcze żyją tak, jakby mieli przed sobą całą dobrą przyszłość. Marysia myśli o następnej olimpiadzie. Za cztery lata, w 1940 r. mają spotkać się w Tokio. Kwaśniewska jest jedną z naszych największych sportowych nadziei, więc Polski Związek Lekkiej Atletyki daje jej stypendium i wysyła na południe Europy. Mieszka nad ciepłym morzem Lazurowego Wybrzeża, trenuje i cieszy się życiem, w którym wszystko co najlepsze dopiero przed nią.Gdy wybucha wojna, Maria jest wciąż na południu Europy. Ale w jednej chwili jest gotowa wracać do Polski. Namawiają ją, by została. Nie mogą zrozumieć, dlaczego rwie się tam, skąd wszyscy uciekają. No jak to dlaczego! Patriotyzm – a ona nie boi się tego słowa – to nie tylko olimpijskie podium. Pakuje się i 2 września rusza do domu. Wiele lat później w wywiadzie dla “Rzeczpospolitej” powie, że jechała pod prąd: “Na granicy w Zebrzydowicach patrzyli na mnie trochę jak na wariata. Tabuny ludzi wyjeżdżały z kraju, a ja wracałam do Warszawy, chociaż nie bardzo miałam czym i jak. Podróżowałam różnymi środkami lokomocji, wozami, pociągami. W końcu trafiłam”.
Jest młoda, silna, sprawna i sporo umie – przed wojną skończyła kurs sanitarny i samochodowy. W bombardowanej, płonącej Warszawie tacy ludzie są na wagę złota. Trafia do sanitarki przeciwlotniczej na Wybrzeżu Kościuszkowskim. Na ramionach wynosi żołnierzy z okopów znad Wisły, siada za kierownicą sanitarki (“kierowcę zabili, nie było komu jeździć, jeździłam ja”). Od prezydenta stolicy Stefana Starzyńskiego dostanie za to Krzyż Walecznych. Druga ważna próba przyjdzie pięć lat później, gdy w Warszawie wybuchnie powstanie.
Gdy zaczyna się powstanie, Maria mieszka w podwarszawskiej Podkowie Leśnej. W sąsiedniej gminie Niemcy już 5 sierpnia zakładają niesławnej pamięci Dulag 121 Pruszków, obóz przejściowy dla wypędzanej ludności Warszawy. Przez całe powstanie i później będą szły tam transporty. Ponad pół miliona warszawiaków. Po brutalnej segregacji i rozdzielaniu rodzin, młodszych i silnych wyślą na roboty do Rzeszy, starszych i słabszych – czesto do Auschwitz. W tym strasznym miejscu umrą tysiące ludzi, ale też blisko trzydzieści tysięcy uda się ocalić. Dla wielu przepustką do życia będzie marysine zdjęcie z Hitlerem.
Kiedy czytam, jak Maria Kwaśniewska opowiada o wyciąganiu ludzi z obozu, brzmi to tak, jakby wszystko było nieziemsko proste. “Był w tym obozie tzw. barak chorych. Z tego baraku wyprowadzało się ludzi po stu, stu pięćdziesięciu… Pokazywałam przy bramie tę moją fotografię z Hitlerem. Żandarmi traktowali ją jak ausweis. Bili w czapę i przepuszczali mi transport”. Jakoś nie dodaje, jak ryzykowne były to akcje. Wiele kończyło się aresztem, wysyłką do obozu, a nawet kulką w łeb, a nie żadnym “biciem w czapę”!
Ale jej się udaje. Teraz we własnym domu zakłada obóz przejściowy. Przez jej mieszkanie przewijają się całe tłumy ludzi, znanych i nieznanych, jednakowo ważnych – Ewa Szelburg-Zarembina, Stanisław Dygat i chłopiec z przestrzelonym płucem, który, jak Maria będzie wspominać później, “dziś ma 70 lat i nadal pisze do mnie kartki”. No, czy to nie piękne, że “małej Polce” znów udało się dać Hitlerowi przytyczka w nos?
Już niedługo wojna się skończy. Warszawiacy wrócą do swoich ruin i zaczną zmieniać je w dom. Pochowają zmarłych, przywitają ocalałych, posprzątają ulice, a zdjęcia Hitlera wyrzucą na śmietnik.
Maria Kwaśniewska dożyła sędziwego wieku 94 lat. Zmarła całkiem niedawno, w 2007 roku. Po wojnie pracowała w Polskim Komitecie Olimpijskim, objeżdżała kraj, aktywna do ostatnich dni, wspierając zwłaszcza małych sportowców. Tym, którzy mieli szczęście ją znać, zostawiła po sobie mnóstwo jasnych wspomnień, ale nikt nie zadał sobie trudu, by jej ciekawe życie zamknąć w książce. Zła jestem, że tak długo nie miałam pojęcia, że istniała.

Der einsame Wolf

und seine Kunst…

Er hat mir eine Mail geschickt:

Liebe Freund*innen der Street-Art,
ich lade euch herzlichst zur Finissage am So.,19.08.2018  um 18:00 Uhr ein

Es erwartet euch ein Vortrag mit vielen Fotos
„Einblicke in die Street-Art-Welt Berlin“
erlebt, fotografiert und vorgetragen von Lupo

Fotoausstellung von Lupo Finto noch bis 23.08.2018
“Vielfältige Street-Art-Welt Berlin”
RegenbogenCafé, Berlin-Kreuzberg
Lausitzer Str. 22
So-Fr 9:00 – 17:00 Uhr, Eintritt frei

Liebe Grüße
Lupo Finto


Lupo präsentiert in seinem Vortrag „Einblicke in die Street-Art-Welt Berlin“ unter anderem ungewöhnliche und einzigartige Street-Art der letzten 10 Jahre. Wer kennt z.B. die “Galerie Bürknerstraße”? Oder was ist “Street-Art-Fake”? Lasst euch überraschen, wie Street-Art-Künstler*innen das Stadtbild verändern bzw. kurzzeitig bereichert haben.

Ja. Alles, was Lupo in der Haupstadt findet, ist schön und interessant, meine Katze aber ist natürlich die Schönste :-). Ich habe mir dieses Bild von Lupo als Eigengeschenk schon vor ein paar Jahren zum Geburtstag gekauft…

 

Ulice Berlina – Plac Hanne Sobka

Ewa Maria Slaska

Wielu z nas odjeżdża do Szczecina, a i dalej do Kołobrzegu, Gdańska, Olsztyna i Białegostoku z dworca Gesundbrunnen.

Z reguły nie mamy czasu na dworcu, wyskakujemy z metra i pędzimy na peron, może w biegu wskoczymy jeszcze po kawę to go, zwaną przez berlińczyków kawą Togo, i już, pach pach, jedziemy. Mało kto ma więc okazję, żeby w ogóle zauważyć, że na samym środku hali dworcowej stoi tablica informacyjna.

Ale jest lato 2o18 roku. W komunikacji miejskiej wciąż coś nawala. Kolejka miejska, która ostatnio nagminnie się spóźnia, spóźnia się i dziś, zanim dotrę na dworzec, pociąg o 8:05 dawno odjechał. Muszę czekać na następny. Tracę godzinę z pospiesznego życia mieszkańca metropolii, godzinę, która odbije się na napiętym harmonogramie całego dnia, godzinę, która okaże się jednak zyskiem. Na początku wcale to tak nie wygląda. Kawa wypita, pobliskie centrum handlowe jeszcze zamknięte, gazeta nudna, książki “się nie wzięło”, bo w pociągu “miało się” sprawdzić wymagający korekty tekst w komputerze. Nerd by w takiej sytuacji natychmiast otworzył laptopa, ale mnie się nie chce. Młodzi spędziliby taką godzinę z nosem w komórce, ale ja już jadąc tu sprawdziłam, co w poczcie i też mi się nie chce. Zarzucam torbę na ramię i wolnym krokiem obchodzę dworzec.

Widzę szereg mrówek niosących duże białe jajka. Idą przez halę dworcową, jakby to był ostęp leśny. Naprawdę, rację mają ci, którzy głoszą, że natura nas w ogóle nie zauważa i nic z nas sobie nie robi, że nie obchodzą jej nasze zniszczenia, bo nie zależy jej na poszczególnych gatunkach, lecz po prostu na życiu, a ono przetrwa wszystko.

Odrywam nos od ziemi i w ostatniej chwili udaje mi się nie wpaść na tablicę, która mi wyrosła dosłownie przed tymże nosem. Duża tablica informacyjna ze zdjęciami i tekstem. Dar z nieba, jest co czytać! Potem się dowiem, że tablicę odsłonięto niedawno, bo w czerwcu 2016 roku. Przedtem była tu przez lata jedna wielka budowa. Przy okazji nazwano plac przed dworcem imienniem Hanno Sobka: Hanne-Sobek-Platz.

To jemu poświęcono tablicę na dworcu. Piękna historia, piękny człowiek, nigdy o nim nie sałyszałam. Hanne Sobek był pierwszą prawdziwą gwiazdą niemieckiego futbolu, a może nawet europejskiego.

Tu na Weddingu, w pobliżu obecnego dworca, mieściła się główna siedziba berlińskiego klubu piłkarskiego Hertha i własny stadion klubu czyli Die Plumpe. Stadion, wciśniąty między budynek dworca a most, zwany Millionenbrücke, bo tyle kosztowała jego budowa.

Kapitanem drużyny był Hanne Sobek, jego żona prowadziła knajpę Lichtburg w pobliskim kinie i teatrze. Wedding był robotniczy i rewolucyjny, a Hertha była jego sercem. To były czasy! Nic z nich nie pozostało. Owszem, Hertha nadal istnieje, ale już dawno odcięła się od swych proletariackich korzeni. Sobek dostał plac przed dworcem i tablicę na dworcu…

Klub Hertha został założony 25 lipca 1892 roku nie tu, lecz troszkę dalej, na pewnej ławce na Placu Arkona. Pierwsza knajpa klubu mieściła się nieopodal na Oderberger Straße. Ławka (ale czy ta sama?) wciąż jeszcze jest, podobnie knajpa. Teraz to hipsterska dzielnica, nikt tu nie kopie w piłę, a w knajpie można zamówić bezglutenowe kluseczki z bezmięsnym gulaszem w bezlaktozowym sosie śmietanowym.

Sześć razy pod rząd Hertha prowadzona przez Sobka weszła stąd, ze stadionu Plumpe na Gesundbrunnen, do finałów mistrzostw Niemiec. Cztery razy przegrała, dwa razy wygrała. Zdobycie tytułu w roku 1931 wywołało prawdziwą euforię. Po rozegranym w Kolonii meczu, gdzie Hertha wygrała 3:2 z 1860 München, 15 czerwca 1931 roku na dworcu Friedrichstraße tysiące berlińczyków czekały na drużynę i odprowadziły ją w tryumfalnym pochodzie do  Gesundbrunnen.

Johannes Sobek, zawsze nazywany ‘Hanne’, urodził się 18 marca 1900 roku, w Mirow w Meklemburgii. Od dzieciństwa kochał piłkę nożną, w latach 1920 – 1925 grał w drużynie Alemannia 90. On sam 10 razy grał w mistrzostwach Niemiec, po raz pierwszy właśnie w Alemanii. W roku 1925 został napastnikiem w berlińskiej drużynie Hertha BSC i współtworzył jej legendę, legendę Biało-Niebieskich. W roku 1930 Hertha wygrała 5:4 z  Holsztynem Kilonią, a w roku 1931 z Monachium. W obu  meczach Sobek strzelił po dwie bramki. Po wojnie Sobek był trenerem piłkarskim.

Berliński autor Oliver Ohmann, który napisał książkę o Sobku, pisze: “Hanne Sobek był cudem, na który od dawna czekali początkujący piłkarze – charyzmatyczny, pełen pasji, genialny.” Jeden z kolegów piłkarzy ujął to prościej “Hanne Sobek był według mnie największym berlińskim piłkarzem.”

Sobek zmarł 17 lutego 1989 roku w Berlinie. W roku 1999 jego imieniem nazwano zespół sportowy przy placu Louise Schröder, w roku 2006 Sobek został patronem placu przed dworcem Gesundbrunnen.

Wird der “große Text” in der Ära der Blogs überleben?

Wer will, kann noch Einiges aus dem Programm miterleben…

Julia Kissina

Eine Rede zum URBAN DICTIONARY BERLIN_NEW YORK LITERATUR FESTIVAL 2018

Worüber sprechen wir, wenn wir über Literatur sprechen? Sprechen wir über Unterhaltung? Ist Literatur ein Rohstoff für Massenkultur oder eine Grauzone zwischen Philosophie, Politik und Emotionen?

Spielt die Literatur noch eine Rolle bei der Meinungsbildung?

Was ist für uns wichtiger: Politik oder Poesie?

Welche Art von Lesen wird uns von den Verlagen und der Presse aufgezwungen?

Wessen Urteil über Bücher kann man vertrauen?

Es gibt eine neue Ethik. Es gibt neue Spielregeln: politische Korrektheit, Diversity, Gleichheit der Geschlechter und so weiter. Kann politische Korrektheit die Literatur töten?

Was ist der literarische Underground heute?

Was ist eine unabhängige Presse?

Ob die “Creative Writing” die Seele frisst? Weder Cervantes noch Dostojewski noch Rimbaud haben jemals solche Creative Writing Kurse besucht.

Im Laufe unseres Lebens haben sich die Grenzen unserer Wahrnehmung verändert. Jetzt reden wir über den Mangel an Aufmerksamkeit, den Mangel von Zeit, wir reden über Blogs. Wird der “große Text” in der Ära der Blogs überleben?

Wozu braucht man Verlage im Internetzeitalter?

Brauchen wir veröffentlicht sein? Homer veröffentlichte keine Bücher.

Das Konzept des kulturellen Gedächtnisses hat sich verändert. Wo ist die Grenze zwischen Literatur und Journalismus? Gibt es wirklich einen Unterschied zwischen Fiktion und Dokument?

Wie wird Literatur zur Ware? Zur Zeit des Aristoteles gab es nur drei Hauptgenres der Literatur; Komödie, Tragödie und Drama. Heute habe ich in der deutschen Wikipedia 226 aufgezählt, darunter solche mysteriöse, wie Elf-Punk, Eco-Horror und andere – das ist pure Marktwirtschaft.

Was wollen wir lesen?

Warum New York und Berlin?

Man sagt, dass die Amerikaner nichts über uns wissen. Stimmt das?

Was wissen wir über New York? Ich glaube: gar nichts.

Diese und viele andere Themen werden wir im Rahmen von Urban Dictionary diskutieren.

Die Landkarte der Kultur und die Landkarte der Literatur haben sich verändert. Es wurde offensichtlich, dass es keine einzelne, allgemien-gültige Karte der Literatur gibt, da es keine universelle Geschichte und kein gemeinsames Gedächtnis gibt. Heute reden wir nicht über Literatur, sondern über Literaturen. Jedes Land hat seine eigene Vorstellung von Sprache, Wort und Mythos. Wir sprechen nicht über die Literatur der Nationen, wir sprechen über Literatur in tongues, im weitesten Sinne sprechen wir über Grammatik. Jedes Land hat seine eigenen hundert Romane, die jeder in dem jeweiligen Land lesen muss. Die hundert Romane eines Landes sind radikal anders als die hundert eines anderen.

So unterscheiden sie sich ebenfalls in zwei Epizentren der Kultur: Nordamerika und Europa, Berlin und New York.

Um sich zu definieren, um unseren Platz zu finden, um zu verstehen, was wir lesen, müssen wir eine neue Literatur-Karte zeichnen.

Mit dem Berlin New York Festival schaffen wir den Rahmen, die Bedingungen, eine Plattform, einen Arbeitstisch, um diese neue Karte zu zeichnen.

Nicht nur die Lesungen unserer Autoren, sondern auch Seminare zu folgenden Themen finden statt:

Metaphysik versus Politik ist eine Spannungszone zwischen Poesie und Prosa, zwischen Poesie und der Verteidigung nationaler und sozialer Interessen.

Die unabhängigen Verlage werden uns von ihren Überlebensstrategien erzählen.

Darüber hinaus werden wir diskutieren, was gewöhnlich und bequem ist, und über das Vertaute und das Fremde sprechen, und jedem, der das Wort “Exotic” verwendet, die Zunge abschneiden.

Lato…

Wyginam

Tak się czuję, nie mam siły na więcej… Dorota Kot – dziękuję, że to znalazłaś!

Unbeholfene Übersetzung für deutsche Leser:
Was tust du?
Aussterben.
Ich bitte die Puristen, das, was oben steht, nicht zu korrigieren.
Es soll so sein: Was tust du? Aussterben (tue ich).
Ich hab’ fertig!
(Auf Polnisch ist es wirklich lustig :-))


Poza tym… / Ausserdem

ComicInvasionBerlin am 16./17. und 23./24. Juni 2018

Tag der Architektur

48 Stunden Neukölln

Es gibt dabei durchaus auch polnische Akzente, obwohl man sie auf den ersten Blick nicht sofort erkennt.

Dimensionen

Fiszbach und Hartmann zeigen Zeichnungen und Fotos von Leuten ohne Namen.
Sa 16:00 bis 22:00

Mehr umsonst / Więcej za darmo

Und wenn es kosten darf (Achtung: ab 60 Euro, aber Tickets für Rolling Stones, als ich sie last minute gestern kaufen wollte, begannen ab 105 euro… Es war Konzert Ü70, aber Jungs waren in Form und Olympiastadion voll. Als Zugabe gab es „Satisfaction“ mit Feuerwerk – ein passender Schlusspunkt, schreibt Meike Schulz in Berliner Zeitung)

Fast & Furious in der Mercedes Benz Arena


Und sonst, ein Schönes Wochenend

HIER / TU

Ta nić czarna… / Der schwarze Faden…

Przybywajcie, facet dobrze śpiewa, a zarzeka się, że nigdy więcej! Jedyna taka okazja w życiu!

Ale te linijki poniżej i w tytule to nie nasz muzyk, to …

Cyprian Kamil Norwid

MOJA PIOSNKA

 POL. – I’ll speak to him again.
What do you read, my lord?…
HAM. – Words, words, words!
Shakespeare

Źle, źle zawsze i wszędzie
Ta nić czarna się przędzie:
Ona za mną, przede mną i przy mnie,
Ona w każdym oddechu,
Ona w każdym uśmiechu,
Ona we łzie, w modlitwie i w hymnie…

Nie rozerwę, bo silna,
Może święta, choć mylna,
Może nie chcę rozerwać tej wstążki;
Ale wszędzie – o! wszędzie,
Gdzie ja będę, ta będzie:
Tu w otwarte zakłada się książki,
Tam u kwiatów zawiązką,
Owdzie stoczy się wąsko
By jesienne na łąkach przędziwo:
I rozmdleje stopniowo,
By ujednić na nowo,
I na nowo się zrośnie w ogniwo.

Lecz, nie kwiląc jak dziecię,
Raz wywalczę się przecie.
Niech mi puchar podadzą i wieniec!…
I włożyłem na czoło,
I wypiłem, a wkoło
Jeden mówi drugiemu: “Szaleniec!!”

Więc do serca, o radę,
Dłoń poniosłem i kładę,
Alić nagle zastygnie prawica:
Głośno śmieli się oni,
Jam pozostał bez dłoni,
Dłoń mi czarna obwiła pętlica.

Źle, źle zawsze i wszędzie
Ta nić czarna się przędzie:
Ona za mną, przede mną i przy mnie,
Ona w każdym oddechu,
Ona w każdym uśmiechu,
Ona we łzie, w modlitwie i w hymnie.

Lecz, nie kwiląc jak dziecię,
Raz wywalczę się przecie;
Złotostruna nie opuść mię lutni!
Czarnoleskiej ja rzeczy
Chcę – ta serce uleczy!
I zagrałem…
…i jeszcze mi smutniéj.

Sonntag und Montag in Berlin oder Demo und Dialog

AfD wollte gegen Islamisierung Berlins und Deutschlands protestieren. Es sollten 12 Tausend kommen. Im Endefekt kamen nur zwei Tausend.

In 13 Gegendemonstrationen und einfachen Zulauf einfacher Leute nahmen teil zig Tausende Demonstranten, die gegen Hass und Rassismus und für Demokratie und Toleranz auf die Strassen gingen. Bei den Gegendemos und den bis abend andauernden Parties und spontanen Strassenfeste nahmen ca. 100 Tausend teil. Well done, Berlin. ❤️ #StopptdenHass

Es ging um mehr als eine Demo. Die ganze Stadt war auf den Beinen. Sie feierten, tanzten, sangen, freuten sich und haben gesiegt!

Achtung: die Zahl 72. Tausend (an sich schon imponierend) war nur eine Zwischenbilanz. Soviele nahmen teil an der sechs größten Protestveranstaltungen in der Mitte; sie wurden um ca. 14 Uhr zusammengezählt.

Unten ein Bericht einer Demonstrantin unter Hunderttausend.

Anne Schmidt

Demonstration am 27.5.2018 in Berlin
gegen die AfD

Die Gegendemonstration wurde so umfassend angekündigt, wie es früher immer vor Demonstrationen gegen Rechts der Fall war. Wahrscheinlich hat Ulrich Matthes mit seinem Interview in der Berliner Zeitung ein Glanzlicht für die “glänzende Demonstration” gesetzt, das die Medien zu einer breiten Publikation dieser Veranstaltung veranlasste. Sogar ein kleiner Routenplan war in der Berliner Zeitung abgedruckt, der mir zeigte, wie ich am einfachsten auf schattigen Wegen zu dem (Gegen)Zug stoßen könnte, der schon im Prenzlauer Berg beginnen sollte.
Ich, fußlahme alte Frau, stieg nichts ahnend in Tempelhof in die U6, freute mich über die frische Luft und viel Platz im Waggon, als drei Stationen weiter eine lärmende, sichtlich aufgekratzte Menge von Jugendlichen in die Wagen stürmte.
Aus den Fragen und suchenden Blicken auf handy-displays war zu schließen, dass sie nicht aus der Mitte Berlins kamen.
An der Friedrichstraße verließ ich die desorientierte Gruppe, die nicht meinen Ausgang zur Spree nahm, sondern sich offensichtlich lieber den Ravern an der Siegessäule als den Theaterleuten am Bertolt-Brecht-Platz anschließen wollte.
Noch herrschte Ruhe auf der Friedrichstraße und ich fragte mich, ob ich etwa zu spät gekommen war. Aber auf der kleinen Bühne neben dem Brecht-Denkmal klärte ein Organisator darüber auf, dass in der Lehrter Straße eine Bockade errichtet worden sei und kurze Parodien uns die Zeit bis zum Eintreffen des Zuges verkürzen sollten.
Meine Bank im Schatten musste ich nach kurzer Zeit aufgeben, weil auf der anderen Seite der Spree ein ohrenbetäubender Lärm einsetzte. Menschen mit goldenen oder silbernen Umhängen zogen am Tränenpalst vorbei und unter der S-Bahnbrücke durch in Richtung Luisenstraße, über die sich die AfDler vom Hauptbahnhof kommend nähern sollten.
In Sorge den glänzenden Zug zu verpassen, machte ich mich eilends auf den Weg an den vollbesetzten Restaurant-Terrassen vorbei zur S-Bahnbrücke an der Albrechtstraße. Es staute sich auf der Brücke und ich musste plötzlich an Duisberg denken. Aber bevor bei mir Panik einsetzen konnte, war ich schon am jenseitigen Ufer angekommen und suchte mir eine Lücke zur Aufstellung.
Eine zierliche ältere Dame (etwa in meinem Alter) machte mir bereitwillig Platz und tippte in ihrem Handy herum; sie hatte ihre Leute verloren, mit denen sie wegen der Demo mit der Bahn aus Hamburg gekommen war.
So gut die Lautstärke es zuließ, erzählte sie mir von ihrer Begegnung mit alten rechten Säcken im Hauptbahnhof, die mit ihrer angeblichen unteren Potenz geprahlt hätten. Wir ergötzten uns an dem Konter ihrer Freundin, das sie bei nächster Gelegenheit in einen Slogan verwandeln wollte.
Als sich die erste Freundin bei ihr meldete, fand ich endlich eine Lücke im nicht enden wollenden Zug der Glänzenden.
Der Schlagzeuger hatte unter der Brücke das Echo zu einem besonders langen Solo genutzt und die johlenden und pfeifenden Menschen übertönt. Ein kleines Stück weiter wurde der Zug am weiteren Geradeausgehen von der Polizei gehindert.
Alle versuchten einen Platz am Brückengeländer zu erhaschen, um die Boote, die unterhalb der Luisenstraße auf der Spree lagen, zu sehen und zu bewundern; sie sahen aus, wie Mark Twains Flöße vom Mississippi, hatten aber große Boxen an Bord, um die fahnenschwenkende Masse, die sich von der Charite her auf die Brücke zubewegte, zu übertönen.
Der Coup war gelungen, denn trotz Straßensperre konnten die Gegner der AfD deren Singsang und Rufe übertönen.
Vor dem Brandenburger Tor verhinderten Polizisten aus Dresden den Weitermarsch der ca. 10.000 Menschen, aber alle Demonstranten wussten, dass jenseits des Brandenburger Tores, auf der anderen Seite der AfD, die Raver auf der Straße des 17. Juni herantanzten und auf der Wiese vor dem Reichstag Parteien und Gewerkschaften den Ring um den kleinen braunen Haufen vervollständigten. Der braune Haufen war umzingelt und konnte nur sich selbst beweihräuchern. Ihre Hetzreden gingen unter in Slogans wie “Nazis raus”. Die Demonstranten, die lieber bunt, glänzend und hedonistisch sein wollten, hielten lange aus, trotz einiger Regentropfen. Es war die größte Demonstration Berlins seit langem und sie endete genauso friedlich wie sie begonnen hatte.
Der riesige Polizeieinsatz war völlig überpropotionalisiert. Am Bahnhof Friedrichstraße hätte ich beinahe rohe Gewalt angewendet, um in den U/S-Bahneingang zu kommen, aber da der bullige Typ, der mir den Durchgang verwehrte, sich nicht auskannte, mussten wir nur über die Straße gehen, um ungehindert unsere U-Bahn zu erreichen.

***

Die Strassen bebten, die Menschen jubelten die Freiheit. In jedweder Hinsicht. Eine fröhliche Mischung von alten Love Paraden, Christopher Street Day and Karneval der Kulturen.

Berlin zwischen Siegssäule und Brandenburger Tor


Ewa Maria Slaska

Am nächsten Tag gab es im Auswärtigen Amt eine Veranstaltung zum Thema Polen in Deutschland.

Eine ziemlich viel versprechende Veranstaltung – es kommen zwei Politiker, die für deutsch-polnische Beziehungen zuständig sind, sie reden ganz ganz kurz und danach dürfen wir, das Publikum, Fragen stellen oder uns zu Wort melden. Ich habe mich gemeldet, wurde nicht akzeptiert. Obwohl ich nicht glaube, dass man so eine “blaue Frau”, wie ich an dem Tag aussah, übersehen kann. Deshalb möchte ich hier schreiben, was ich am Montag nicht sagen konnte oder dürfte. Es war eine Antwort auf drei nacheinander gestellten agressiven Fragen, wieso Deutschen uns Polen belehren, wieso dürfe ein Volk, dass in letzten Hundert Jahren zwei Weltkriege entfacht hat, uns, polnischen Patrioten sagen, was wir tun sollen? Usw.

Die Fragenden, nur Männer, gaben sich als private Personen aus, waren aber, um Fragen zu stellen, abgeordnet.

Frau Szczęch und Herr Woidke antworteten mit ein paar beruhigenden Parolen, die um diese patriotische Brei sich ziemlich schüchtern herumschlichen. Daher wollte ich folgendes sagen:

Ja, Pytający Panowie Patrioci – tak, die fragenden Herren Patrioten! Ja, tak, Sie haben recht. Die Deutschen, die in letzten 104 Jahren zwei Weltkriege entfacht haben, dürfen uns nicht belehren. Die gibt es aber nicht mehr. Die Deutschen von heute haben wie kaum eine Nation der Welt ihre Verbrechen offen gestanden, sich für das getane Unrecht entschuldigt und ihre Schuld aufgearbeitet. Und dies können wir Polen wohl und gut lernen, um nicht als die Ewiggestrigen immer wieder gegen den Deutschen ins Feld zu ziehen.

Und sicher könnten wir am vergangenen Sonntag von den Deutschen lernen, wie man sich sowohl spontan als auch institutionell gegen Hass und Rassismus erhebt.Wie fröhlich die Offenheit und Toleranz und Liebe und Freiheit sind.

Ich finde es richtig schade, dass ich es nicht sagen dürfte. Daher werde ich einen Link zu diesem Beitrag an Herrn Woidke und Frau Szczęch schicken…

***

Übrigens war Frau Szczęch in ihrer Aussagen ziemlich mutig, wenn man bedenkt, was die PiS Regierung über deutsch-polnische Beziehungen denkt… Ich glaube, sie wird gehen… Viel Glück Frau Szczęch!

Der blaue Spuk im Auswärtigen Amt: Ich und Herr Woidke und unser Buch von Michał Rembas und mir; Foto Krystyna Koziewicz.