Eli kwietnik jesienny i jabłka Tibora

Ela Kargol

1
Lawendzieją zagony
fioletem barwione,
jeszcze latem pachnące,
jeszcze słońca łaknące,
a już nić babiego lata
za sobą ciągnące.

2
Skąd się wzięła tak nagle
ta nawłoć wszędobylska?
Ozłociła pola, rowy i ugory
i urządza finisaż letniej roku pory.

3
Sloneczniki van Gogha rosną w moim ogrodzie.
Radowałby się Vincent,
gdyby je zobaczył
wziąłby pędzel do ręki,
usiadł przy sztaludze
i na płótnie zatrzymał
ostatnie lata tchnienie
i te słoneczniki ze starości zgarbione,
ku zachodowi slońca się chylące.
i te ostatnie
te za późno kwitnące,
które już nie zdążą,
ptakom ziarnem sypnąć
I te co już nie zakwitną,

4
Petunia jak unia,
ciągnie ku jesieni
i pnie się w prawą stronę.
Choć kwiaty jeszcze w rozkwicie,
liście już przysuszone.
Może na wiosnę,
zmieni zdanie,
i piąć się na prawo
w końcu przestanie.

5
Widzę dalie w oddali
za daliami daleko
też dalie,
Dal się w daliach przegląda,
z oddalenia ogląda
barwy, stroje,
nadobność i czar,
elegancję bez miar.
Jesień minie,
zima minie,
wiosna minie
i znów późnym latem zakwitną…..
georginie.

6
Dąbki zdębiały,
bo dęby takie wielkie,
i zamiast kwiatów żołędzie rozdają.
A dąbki kwiaty tylko mają,
zimna się nie boją,
cmentarze ozdobią,
w wazonie postoją
i podziwiać będą okazałość dęba,
którego korona
aż do nieba sięga.

7
Rdest Auberta
trelem wróbli wypełniony,
obserwowany przez gołębie w locie,
pod autostradą na Szczecin
z powodu ocieplenia klimatu
zakwitł drugi raz.
Był październik
i nie był to kwitnięcia rdestu czas.


Tibor Jagielski

voll der äpfel
der runden speicher der sonnenenergie
und keiner gleicht dem anderen
manche haben rotbäckchen
die in der hand lachen
bis es kitzelt  zwischen den fingern

ein tag
voll von stillen sonnentropfen
gesammelt ausgebreitet
wie gedichte eines buches
genannt
wink des himmels
………………………………………………………………….
mein schrebergarten ist jetzt auf winter bereit
apfelwein ist angesetzt

Ich bin nicht tot / Nie umarłem / Nè son già morto

Einladung zum Besuch bei dem Grab von Prof. Brückner

Zapraszamy na wspólne odwiedziny przy grobie prof. Brücknera

Michelangelo Buonarroti  (1475-1564)

Qui vuol mie sorte c’anzi tempo i’ dorma:
Nè son già morto: e ben c’ albergo cangi,
resto in te vivo, c’ or mi vedi e piangi;
se l’un nell’ altro amante si trasforma.

Es sandte mir das Schicksal tiefen Schlaf.
Ich bin nicht tot, ich tauschte nur die Räume.
Ich leb in euch, ich geh in eure Träume,
da uns, die wir vereint, Verwandlung traf.

Los chciał, bym spał tu, nim moja wybije
Pora; nie zmarłem; po siedziby zmianie
W tobie płaczącym, żywy, mam mieszkanie,
Jeśli kochany w kochającym żyje.

Gesichter Berlins: Polnische Gräber in Berlin II
historische Führung auf den polnischen Spuren
Donnerstag, 1. November 2018 von 17:00 bis 20:00
Treffpunkt / Spotkanie: U-Bahnhof Ullsteinstraße (unten / na dole)
Ansprechpartnerin: Ewa Maria Slaska

Traditionell zum 1. November gehen wir mit Ewa Maria Slaska zum Grab von Prof. Brückner.
Über die polnische Persönlichkeit Berlins wird die Schriftstellerin und Bloggerin ausführlich berichten.
Unsere Wurzeln, unsere Geschichte in der Hauptstadt – lass uns mehr über uns selbst erfahren!

In Berlin gibt es 270 Friedhöfe, darunter ca. 30 sog. historische, die man also als Kulturdenkmal betrachtet und wiederum auch ca. 30, die, wie der Friedhof wo Prof. Brückner begraben liegt, aufgelöst werden. Wie man auf diesen Friedhöfen die polnische Gräber sucht, wie man sie identifiziert, obwohl die dort begrabenen manchmal deutschen Namen tragen und Polen sind, manchmal aber polnische Namen haben und die Familien ihre polnische Abstammung abstreiten. Welche Schicksale erzählen uns die Gräber, über die Menschen, aber auch über die Deutsch-Polnischen Beziehungen.

Abschliessend gehen wir Kaffee trinken und leckere Kuchen in der Ufa-Fabrik essen…


Bei der Führung könnte man das Buch von Ewa Maria Slaska und Michał Rembas kaufen: Ich bin nicht tot / Nie umarłem – ein kleines schönes Buch über polnische Gräber in Berlin und deutsche in Stettin.

Nur 5 €! Beim Versenden + 2,5 € für Verpackung und Versendung.

Reblog: Vampirengrab

Franziska Fleischer

Ausgrabungen in Italien: Archäologen legen “Vampirbegräbnis” frei

Auf dem “Friedhof der Babys” in Italien haben Archäologen ein sogenanntes “Vampirbegräbnis” entdeckt. Sie fanden das Skelett eines zehnjährigen Kindes, welches daran gehindert werden sollte, von den Toten wieder aufzuerstehen. Die Menschen hatten vermutlich Angst davor, dass es das Böse über die Lebenden bringt.

In der italienischen Gemeinde Lugnano in Teverina sind Archäologen auf ein sogenanntes “Vampirbegräbnis” gestoßen. Forscher der Universität von Arizona, der Stanford Universität und Archäologen aus Italien haben das Skelett eines zehn Jahre alten Kindes auf einem antiken römischen Friedhof gefunden. Das schreibt die Universität von Arizona auf ihrer Presseseite.

Das Alter des Schädels konnte anhand der Zahnentwicklung bestimmt werden, allerdings nicht das Geschlecht.

Im Mund des Kindes fanden die Archäologen einen Stein. Sie glauben, dass dieser bewusst dort hineingelegt wurde, um zu vermeiden, dass es von den Toten wieder aufersteht. Außerdem vermuten sie, dass das Kind womöglich mit Malaria infiziert war und das Ritual die Ausbreitung der Krankheit verhindern sollte.

Mitte des fünften Jahrhunderts starben viele Babys und kleine Kinder in der Region an Malaria. Deswegen heißt die Stätte auch “La Necropoli dei Bambini” – oder “Friedhof der Babys”.

“Ich habe so etwas vorher noch nie gesehen. Es ist extrem unheimlich und seltsam”, sagt der Archäologe David Soren auf der Seite der Universität von Arizona. Er beaufsichtigt seit 1987 Ausgrabungen in der Region. Sie nennen es den “Vampir von Lugnano”. Solche Bestattungen werden häufig als “Vampirbegräbnisse” und die Betroffenen als Vampire bezeichnet, weil sie mit dem Glauben in Verbindung gebracht werden, dass die Toten wieder auferstehen könnten.

Bei früheren Ausgrabungen waren die Archäologen bereits auf Kleinkinder und Säuglinge gestoßen, neben denen Gegenstände wie Rabenkrallen, Krötenknochen und Überreste von Hundewelpen gefunden wurden. Diese Dinge werden häufig mit Hexenkunst und Magie in Verbindung gebracht.

Außerdem wurde vor einiger Zeit das Skelett eines drei Jahre alten Mädchens gefunden, welches in ihrem Grab an Händen und Füßen mit Steinen fixiert wurde. Eine Praxis, die die Verstorbenen in ihren Gräbern halten sollte. “Wir wissen, dass die Römer sogar zu Hexerei gegriffen hätten, um das Böse – was auch immer den Körper verunreinigt – daran zu hindern, heraus zu kommen”, so Soren.

Das “Böse” könnte in diesem Fall Malaria gewesen sein. DNA-Tests der ausgegrabenen Gebeine unterstützen diese Theorie. Die Knochen des zehnjährigen Kindes wurden bisher aber noch nicht auf Malaria untersucht.

Bisher waren die Archäologen davon ausgegangen, dass auf dem Friedhof vor allem Säuglinge, Kleinkinder und ungeborene Kinder beigesetzt wurden. 50 Gräber haben die Forscher bereits entdeckt. Der Fund des zehn Jahre alten Kindes zeigt, dass der Friedhof wohl auch für ältere Kinder benutzt wurde.

“Es gibt immer noch Abschnitte auf dem Friedhof, die wir noch nicht ausgegraben haben, also wissen wir nicht, ob wir noch andere ältere Kinder finden werden”, sagt Bioarchäologe Jordan Wilson, der die Skelettreste analysiert hat.

Entdeckungen wie diese können Forschern dabei helfen, mehr über die verheerende Malaria-Epidemie in der Region Umbrien vor beinahe 1.500 Jahren zu lernen – und wie die Menschen damit umgegangen sind. Die Archäologen werden im Sommer 2019 wieder an die Ausgrabungsstätte zurückkehren.

Verwendete Quellen:

Biblioteka jednego wiersza

Tibor Jagielski

… albo poczta butelkowa

płonące ptaki
(21 lipca 356 p.n.e.)

sukces
za wszelką cenę sukces
powtarza sobie herostrates
każdego dnia
i rozgląda się po okolicy

na rynku kupuje koguta
widziano go jak w bibliotece przglądał stare pergaminy
– bogobojny człowiek – mówi przekupka
– głodny wiedzy – kiwa głową pisarz
nie raz siedział w sali do zachodu słońca,
aż trzeba go było wypraszać –

wreszcie podejmuje decyzję
i podpala świątynię miłości
przypadkowo czy nie
tego samego dnia rodzi się wojna
która grzebie stary świat

ostatni dzień września
jeden po drugim zapalają się
klony
to wszystkie odcienie czerwieni maszerują na skraju lasu przed
zmrokiem
po raz ostatni biegnie chłopiec z latawcem
budzi
gwiazdy
septembers letzter tag
einer nach dem anderen fangen die ahorne zu glühen an
alle farbtöne der röte marschieren am rande des waldes vor der
dämmerung
ein letztes mal läuft ein junge mit dem drachen
er weckt
die sterne

11.10.

o duszy kobiety

ukryła się
w krysztale górskim
proroczo

Monika Maas

Kai liebste
schau mir zu
Ich schlüpfe grade in deine Rolle
erforsche so wie Du
ob Nächte wach sind
oder
wie man ohne Wissen fällt
oder
andere brückenlos mich
in ein Dunkel ohne Bilder
schicken
und in mein Inneres
mit Licht und Messer dringen
und mit Blicken
zutiefst ungehörig
Meine Seele
hatte sich
in Bergkristall verborgen
hellsichtig
Endoskopie
19.05.2010
Kai ukochany
spójrz na mnie
wskakuję właśnie w twoją rolę
badam jak ty
czy noce nie śpią
albo
jak upada się bezwiednie
albo
jak inni wysyłają mnie bezpośrednio
w ciemność bez obrazów
i wdzierają się w moje wnętrze
ze światłem i nożem
i spojrzeniami
najgłębiej bezwstydnie
Moja dusza
ukryła się
w krysztale górskim
proroczoendoskopia
19.05.2010


herbst 18

Barataria 87 Terry Gilliam oder Don Quixote

Der Mann, der Don Quijote getötet hat (2018)

Ein Film von Terry Gilliam mit Jonathan Pryce und Adam Driver
Kinostart: 27. September 2018, 132 Min., Abenteuer, Fantasy, Komödie

Die Geschichte eines verwirrten alten Mannes, der überzeugt davon ist, er sei Don Quijote, und den Werbefilmer Toby für seinen treuen Knappen Sancho Panza hält. Vor den beiden liegt eine bizarre Reise, wobei der Film in der Zeit hin- und herspringt, zwischen dem 21. Jahrhundert und einem magischen 17. Jahrhundert. Wie der berühmt-berüchtigte spanische Ritter selbst wird Toby nach und nach von der Scheinwelt verzehrt und kann seine Träume irgendwann nicht mehr von der Realität unterscheiden. Wenn er letztlich und aus Versehen Don Kichote getötet hat, wird er selber Don Kichote werden, der in die Welt geht…

Sancho Pansa trifft die Fürstin, die ihm im Buch seine Insel (Insel auf dem Land) Barataria geschenkt hatte; im Vorfilm, Lost in La Mancha, kam es lediglich einmal zu Wort, dass Sancho Pansa einen Preis bekommt – er soll ein König werden. Im neuen Film bekommt er gar nicht und niemand verpricht ihm auch was. Auch diese Szene gibt es nicht mehr.

Der Film bekam sehr schlechte Kritiken, ich muss aber sagen, mir gefiel er sehr gut. Er ist verrückt, springt stets in sieben Dreiecken, nichts ist hier logisch und gerade das Bizarre im Film fesselt Einem erbarmungslos.

***
Die Geschichte der Filmentstehung ist selbst Don Kichote würdig und Terry Gilliam kann man ohne weiteren Windmülenkämpfer nenen. Schon vor 30 Jahren wollte er einen Film über Don Quixote machen.

Josef Grübl

Es gibt jene Regisseure, die bekannt sind für das, was sie gemacht haben. Die sich ihr Lebenswerk auf silberne Scheiben gepresst ins Regal stellen können, feinsäuberlich nach Titel, Genre oder Entstehungsjahr geordnet. Und dann gibt es noch die anderen Regisseure. Die sind für Filme berühmt, die sie nicht gemacht haben, die auf halber Strecke verloren gegangen sind und es nie ins Kino geschafft haben, geschweige denn ins Regal.

Terry Gilliam gehört eher zur zweiten Kategorie, trotz seiner vielen großartigen Regiearbeiten: Brazil, Der König der Fischer oder Die Ritter der Kokosnuss sind moderne Klassiker, letzterer entstand gemeinsam mit seinen Kollegen von der legendären Komikergruppe Monty Python. Das Filmfest zeigt diese Werke, man hat ihren Regisseur eingeladen und ehrt ihn mit dem Cinemerit Award. Doch für Gilliam geht es nicht so sehr ums Preisabholen, er hat einen neuen Film gemacht, den er in Deutschland vorstellen will. Dieser galt etwa 20 Jahre lang als der berühmteste nicht verfilmte Film aller Zeiten. Die Entstehungsgeschichte von The Man Who Killed Don Quixote ist lang und hat etwas mit Düsenjägern, Regenstürmen, Bandscheibenvorfällen und wackligen Finanzierungskonzepten zu tun. Einzeln hätte man die Probleme vermutlich lösen können, in ihrer Gesamtheit führten sie aber dazu, dass die im Jahr 2000 begonnen Dreharbeiten abgebrochen werden mussten. In den Jahren darauf versuchte der Regisseur immer wieder, das Projekt wiederzubeleben, mit neuen Partnern, überarbeiteten Drehbüchern, anderen Schauspielern als den ursprünglich vorgesehenen Stars Jean Rochefort und Johnny Depp. Doch nichts klappte, es war ein sprichwörtlicher Kampf gegen die Windmühlen – den übrigens auch schon Gilliams Regiekollege Orson Welles verloren hatte, der zwölf Jahre lang an einem Don-Quixote-Film drehte, ihn aber nie vollenden konnte.

In der legendären britischen Komikergruppe Monty Python war er der einzige Amerikaner

Doch Terry Gilliam gab nicht auf, er ist nicht nur kreativer Bilderstürmer, sondern auch unermüdlicher Kämpfer. Und so konnte er im Juni 2017 auf seiner Facebook-Seite den Abschluss der Dreharbeiten zu The Man Who Killed Don Quixote bekannt geben – fast 30 Jahre nach der ersten Idee zu diesem Film. Die Dreharbeiten verliefen angeblich ohne größere Komplikationen, doch ganz ohne Katastrophe ging es auch dieses Mal nicht: Kurz vor der Premiere bei den Filmfestspielen Cannes im Mai 2018 klagte ein portugiesischer Produzent auf Urheberrechtsverletzung, er war vor Jahren an dem Film beteiligt und wollte die Aufführung verhindern. Es hätte also gut sein können, dass Gilliams Herzensprojekt auf den letzten Metern doch noch gestoppt worden wäre – und so ganz in trockenen Tüchern ist es wohl immer noch nicht. Hinter den Kulissen tobt immer noch eine Anwaltsschlacht, die selbst ihm zu viel wurde. Wenige Tage vor Cannes erlitt er einen Schwächeanfall und musste ins Krankenhaus. Britische Medien spekulierten sogar über einen Schlaganfall des 77-Jährigen, was sich glücklicherweise nicht bestätigte. Und so konnte er doch noch nach Cannes, der Film wurde aufgeführt, der Regisseur zeigte sich gut gelaunt auf dem roten Teppich.

Sein Monty-Python-Kollege Terry Jones sagte einmal, dass Gilliam nur arbeiten könne, wenn er einen Gegner hätte. Erst dann laufe er zu großer Form auf. An Gegnern hat es ihm nie gemangelt, davon zeugen auch die Filme, die er nicht machen konnte: Er war J. K. Rowlings erste Wahl für den ersten Harry Potter-Film, auch Charlie und die Schokoladenfabrik oder die Comicverfilmung Watchmen sollten unter seiner Regie entstehen. Doch den jeweiligen Produzenten erschien Gilliams überbordende Fantasie als unkontrollierbar. Im Jahr 1993 arbeitete er an einem Hollywoodfilm namens The Defective Detective, Nicolas Cage und Robin Williams wollten die Hauptrollen spielen, es sah ziemlich lange ziemlich gut aus – doch irgendwann zog das Studio den Stecker. Genauso lief es bei der Dickens-Verfilmung A Tale of Two Cities mit Mel Gibson, danach hatte Terry Gilliam von Amerika die Nase voll.

Es war nicht das erste Mal in seinem Leben: 1940 im amerikanischen Minneapolis geboren, arbeitete er nach einem Studium in Los Angeles als Zeichner für ein New Yorker Satiremagazin. Ein junger Engländer, den er dort kennenlernte, vermittelte ihm einen Job bei der BBC. Sein Name lautete John Cleese, gemeinsam mit anderen Komikern gründeten sie Monty Python. Terry Gilliam war der einzige Amerikaner in der Gruppe, er kümmerte sich vor allem um die schrägen Animationen, die die Sketche in ihrer Fernsehserie Monty Python’s Flying Circus zusammenhielten. Im Jahr 1975 kam Die Ritter der Kokosnuss ins Kino, es war der erste Spielfilm der Pythons, Gilliam führte gemeinsam mit Terry Jones Regie. In den Jahren darauf arbeitete er neben den Monty-Python-Projekten auch schon an eigenen Filmen.

Die Liste an Leuten, die sich an dem Tischlersohn aus Minnesota aufgerieben haben, ist lang, sein Verhältnis zu John Cleese ist schwierig. 1988 brachte er den deutschen Produzenten Thomas Schühly mit gewaltigen Budgetüberschreitungen bei Die Abenteuer des Baron Münchhausen in finanzielle Schieflage, im Jahr 2005 legte er sich mit dem mächtigen Harvey Weinstein an: Dessen ständiges Einmischen habe den Film Brothers Grimm verhunzt, behauptete Gilliam später. Der längst in England sesshaft gewordene Regisseur war schon öfter in München zu Gast, 2009 eröffnete er mit Das Kabinett des Doktor Parnassus sogar das Filmfest. Auch bei diesem Film gab es große Probleme, Hauptdarsteller Heath Ledger starb während der Dreharbeiten – und Gilliam musste kämpfen. Wieder einmal.

Ledgers noch fehlende Szenen übernahmen die Hollywoodstars Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law. Das funktionierte wider Erwarten sogar, dementsprechend erleichtert zeigte sich der Regisseur am Eröffnungsabend. Er brachte sogar seine Produzentin mit, die Zusammenarbeit mit ihr sei einfach großartig gewesen, schwärmte er. Ein Zeichen von Altersmilde? Nicht wirklich: Amy Gilliam ist seine Tochter, sie war auch jetzt beim Don-Quixote-Projekt beteiligt. Die beiden wissen vermutlich sehr genau, was sie aneinander haben.

Ryszard Ka schrieb Fogendes für allocine:

Pour moi décidément le meilleur film de Gilliam après Brazil. Une aventure de deux heures que je n’ai pas vu passer. Une histoire ficelée de main de maitre qui sillonne la limite de l imaginaire et de la réalité. Celles ci s’entremelant a chaque séquences au gré de la folie du personnage avec plusieurs couches de lecture possible.. Mise en scene d un Don Quichote dans ce monde moderne aussi impitoyable que le moyen âge le plus sombre auquel le rêve fou d un idéal est le seul echapatoire. Le Don de Terry est aussi touchant que le personnage de Cervantes. Loin d etre un auto portrait, le réalisateur s’amuse à coller des épisodes de sa galère de 25ans pour produire ce qui a mon avis restera le film le plus complexe qu il a réalisé. J espère que le film aura son succès,il le mérite amplement.

Wieder eine Buchseite auf der Strasse

…am Tag der Deutschen Einheit in Berlin gefunden. Eine Seite auf der Strasse direkt vor meinem Haus liegend. Ich kann nicht umhin, jetzt muss ich einfach all diese aus den Büchren rausgerissenen Seiten IMMER aufheben und entdecken, was für ein Buch es ist. Es ist inzwischen eine Sucht geworden…

Ich bin schon geübt, ich weiss schon, was ich aus dem sorgfältig gelesenem text als Keywords herauspicken muss, um das Buch im Google zu identifizieren. Diesmal schrieb ich die Reihe nach alle Namen, die auf den beiden Seiten auftauchen in die Suchspalte: Travis Amy Leiche David George Frankie Craig. Die Antwort kam prompt:

Craig Morgenstern is a total scaredy cat, even with his reputation as such being well known amongst everyone. But as of late, things are looking up for Craig! He has moved to a new town and even saved a baby from being hurt in a car accident. Everyone is then considering Craig to now be very brave for what he did. Despite him falling off of his bike and nearly getting hit by the careening car. Not to mention, accidentally getting inside of it and managing to stop it. The car slows to a stop in front of his new school on his first day of classes, branding him a hero to the entire student body, save a few skeptical students. The mother of the baby rushes over to thank him, having accidentally left the car for just a moment while the baby was still inside.

Craig’s good fortune continues to escalate even higher! He befriended the cutest girl in school, Amy. Who is very impressed with his bravery. Unfortunately, her best friends Travis and Brad happen to be Craig’s harshest critics. They refuse to be won by the boys charms, even after he saves a bird’s nest. Other random lucky streaks happen to strike Craig also. Such as screaming in horror during a scary movie, which Amy agrees that it is fun to scream along with characters in films.

But jealous of all the attention Craig receives, Travis becomes obsessed with trying to prove that Craig is a scaredy cat. He then talks with a cousin, who happens to know about Scaredy Cat Craig from his previous town/school. So Travis shows up with a jar full of spiders and dares Craig to stick his hand in the jar for five minutes. Craig is goaded on by Amy and does so, only to be bitten so many times that he can’t even remove his swollen hand after five minutes are up. So Amy talks Travis into going double-or-nothing and Craig has to keep his hand submerged twice as long.

Travis pledges to go double or nothing again the following day. The bravery challenge this time will be to kiss a poisonous snake on the lips, but really what one boy does it pluck out a single eyeball of his own and shove it into Craig’s mouth. Craig comes out of this one looking brave by spitting out the eyeball and nobody is really surprised when they find it is a fake gag eyeball. They do not think this is enough to prove how brave Craig is however and Travis reveals that his father works at a funeral parlor. So now the newest bravery test involves Craig sneaking into the funeral home and sitting in a coffin.

But unfortunately for him, the coffin he chooses is occupied. His “friends” egg him on anyways, as a truly brave person would sit in a corpse-filled coffin no problem. The corpse then comes to life and tries to choke Craig, but Craig allows himself to be choked by the “corpse”. This shocks Travis, who had been the corpse in hopes of outing him. But then Amy challenges Travis to let Craig repeat the challenge again the next day. At some point, Craig comes clean with Amy, but Amy just thinks he is not only brave but sweet to not want to take Travis’ money by pretending to be afraid.

Sometime after then, Craig accidentally beats up Brad’s older brother! Once again everyone is at the funeral home when all of the corpses rise and begin to attack! Everyone runs away, but Craig stays to bravely defend those who abandoned him. Proving to them all that he really was brave all along.

It turns out that the corpses were all set up by Craig, with some help from Brad. Who felt bad about how devoted Travis was to proving Craig’s bravery. The zombies were actually Brad’s older brother (the one Craig “beat up”) and his friends. Brad’s brother walks in and apologizes for his friends not being able to make it to the cemetery, which results in Brad racing away to vomit in horror.

It turns out Brad’s brother just said that to get back at Brad! Craig walks home and remarks to the reader on how it turns out he really is brave… even if he is still afraid of the dark.

Otto Müller Ausstellung & Buch / Wystawa & książka

Tekst po polsku na dole

 

MALER. MENTOR. MAGIER.

Otto Mueller
und sein Netzwerk
in Breslau

Der Expressionist Otto Mueller (1874–1930) ist als Mitglied der Künstlergruppe Brücke international bekannt. Kaum jemand weiß jedoch um seine über zehn Jahre andauernde
Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau.
Vor allem in den 20er-Jahren beflügelte diese – aufgrund ihrer liberalen und weltoffenen
Atmosphäre – innovative Ideen in der Malerei. Besonders Otto Mueller genoss
enormen Einfluss in einem weitgespannten Netzwerk aus befreundeten Kunst- und
Kulturschaffenden. Zu seinem Kreis zählten Künstler und Künstlerinnen, Architekten,
Kunstkritiker, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Sammlerinnen und Sammler
sowie seine Studierenden.
Das Buch macht es sich zur Aufgabe, Muellers dreifache Rolle als Maler, Mentor und Magier aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Es ist das Ergebnis eines
deutsch-polnischen Ausstellungs- und Forschungsprojektes.


Otto Mueller, Selbstbildnis mit Pentagramm, um 1924 (Detail) © Von der Heydt-Museum Wuppertal / Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal

MALER. MENTOR. MAGIER.
Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau

12.10.2018 bis 03.03.2019
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Die Ausstellung „MALER. MENTOR. MAGIER.“ stellt erstmalig den enormen Einfluss des ehemaligen Brücke-Künstlers und Expressionisten Otto Mueller (1874–1930) in den Mittelpunkt: Der Maler lehrte länger als zehn Jahre an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau, die seinerzeit zu den fortschrittlichsten Kunstschulen in Europa zählte. Vor allem seit den 1920er Jahren – durch die zahlreichen Neuberufungen des damaligen Direktors Oskar Moll – genoss die Breslauer Akademie den Ruf von Weltoffenheit und Liberalität. Hier standen gleichberechtigt die vielfältigen Strömungen der modernen Malerei nebeneinander: der Expressionismus mit Otto Mueller, die französische Peinture der Académie Matisse mit Oskar Moll, die Neue Sachlichkeit mit Alexander Kanoldt und Carlo Mense sowie das Bauhaus mit Oskar Schlemmer, Georg Muche oder Johannes Molzahn.

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung gilt der Malerei der Moderne: Otto Mueller und sein Netzwerk erlebten in Breslau eine schöpferische Phase, die sie angeregt durch Austausch und gegenseitige Einflussnahme als höchst produktiv beschrieben. Ersichtlich wird diese Beeinflussung der Maler-Kollegen untereinander durch thematische Übereinstimmungen und andere Querverweise: in Gemälden, Arbeiten auf Papier, schriftlichen Äußerungen oder Fotografien. Vor allem der charismatische, von Sehnsucht und Freiheitsdrang getriebene Otto Mueller hatte maßgeblichen Einfluss auf die Breslauer Kunstszene. Ein „Romantiker“ und sogar ein „Magier“ soll Otto Mueller nach Aussagen seines unmittelbaren Umfeldes, darunter auch Kunstkritiker und Schriftsteller, gewesen sein. Carl Hauptmann setzte ihm bereits in der Künstlerbiografie „Einhart der Lächler“ (1907) ein Denkmal – damit leistete der Dichter seinen entscheidenden Beitrag für die Grundsteinlegung eines „Künstler-Mythos“.

Muellers auffällige Erscheinung und sein unbürgerlicher Lebenswandel übten eine enorme Faszination auf seine Schüler und Schülerinnen an der Akademie aus. Sie schätzten dessen vollkommene Hingabe an die Kunst, dessen unkonventionelle Lehrmethode und Humor. Einige seiner Schüler – wie Alexander Camaro oder Horst Strempel – gingen von Breslau aus nach Berlin und erlebten hier den Höhepunkt ihrer Maler-Karrieren.

Eine Besonderheit des kuratorischen Konzeptes von „MALER. MENTOR. MAGIER.“ ist das Prinzip des „Gastes“: gemeint sind hiermit ausgewählte Bilder, durch die spotlightartig, epochenübergreifend und interkulturell, insbesondere im deutsch-polnischen Kontext, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede verwiesen werden kann. Das Einbeziehen „Polnischer Expressionisten“ ermöglicht einmalige Sehvergleiche und neue Zusammenhänge, zugleich verschränken sie die deutsch-polnische Ausrichtung dieser Ausstellung.

Die immense Wertschätzung von Otto Muellers Wirken – aus der Perspektive seines Künstlernetzwerks – reicht bis in die Nachkriegsmoderne: Ein wichtiges Kapitel deutsch-polnischer Kunstgeschichte wird unter besonderer Berücksichtigung der Wechselbeziehung zwischen den Städten Berlin und Breslau/Wrocław neu erzählt.

Denn auch die Beziehungen zwischen der Nationalgalerie in Berlin und dem ehemaligen Schlesischen Museum der bildenden Künste in Breslau (heute Muzeum Narodowe in Wrocław) waren durch intensiven Austausch und Zusammenarbeit charakterisiert. Paradigmatisch ist die Otto-Mueller-Gedächtnisausstellung, die 1931 – kurz nach dem Tod des bedeutenden Expressionisten – durch Direktor Erich Wiese in Breslau initiiert und noch im gleichen Jahr von Ludwig Justi, Direktor der Nationalgalerie, als Gedenk-Ausstellung nach Berlin übernommen wurde.

Die aktuelle Schau „MALER. MENTOR. MAGIER.“ nimmt den umgekehrten Weg. Erarbeitet in Berlin, wird sie danach in modifizierter Form in Breslau/Wrocław zu sehen sein. In Berlin setzt die Ausstellung die Folge von Präsentationen zur Klassischen Moderne fort, die während der Sanierung der Neuen Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin gezeigt wurden: „Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945“, „Ernst Ludwig Kirchner. Hieroglyphen“ und „Rudolf Belling. Skulpturen und Architekturen“.

Künstler*innenliste: Jankel Adler, Alexander Archipenko, Isidor Aschheim, Henryk Berlewi, Alexander Camaro, Johnny Friedlaender, Grete Jahr-Queißer, Alexander Kanoldt, Ernst Ludwig Kirchner, Ludwig Peter Kowalski, Margarete Kubicka, Stanisław Kubicki, Wilhelm Lehmbruck, Carlo Mense, Oskar Moll, Marg Moll, Johannes Molzahn, Georg Muche, Otto Mueller, Żdzisław Nitka, Oskar Schlemmer, Willy Schmidt, Horst Strempel, Heinrich Tischler, Witkacy, u.a.

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger, umfangreicher Katalog im Kehrer Verlag, der von deutschen und polnischen Wissenschaftler*innen erarbeitet wurde. Herausgegeben von Dagmar Schmengler, Agnes Kern und Lidia Głuchowska. Zwei separate Sprachausgaben (deutsch und polnisch) sind ab Oktober 2018 erhältlich. Der Katalog wird realisiert durch: ZEIT-Stiftung, Ernst von Siemens-Kunststiftung

1. Station
12.10.2018-3.3.2019, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
2. Station
8.4.2019-30.6.2019, Nationalmuseum Wrocław, Breslau

Eine Ausstellung der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, in Zusammenarbeit mit der Alexander und Renata Camaro Stiftung und dem Muzeum Narodowe we Wrocławiu.

Die Ausstellung wird gefördert durch: Freunde der Nationalgalerie, Hauptstadtkulturfonds, Kulturstiftung der Länder, Ernst von Siemens-Kunststiftung, Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Stiftung Preußische Seehandlung

Im Rahmen von 100 Jahre Bauhaus.
Neue Galerie

Die Neue Galerie im Hamburger Bahnhof fungiert als Dependance für die Neue Nationalgalerie während der Dauer ihrer Sanierung. In wechselnden Präsentationen werden hier Ausschnitte aus der Sammlung zur Kunst des frühen 20. Jahrhunderts vorgestellt. Ganz bewusst und vor dem Hintergrund der Planungen für einen Neubau am Kulturforum dient die Neue Galerie dabei der Erprobung neuartiger Sichtweisen auf die „klassisch” gewordene Moderne.

Inhalt-Otto-Mueller

Otto Mueller, Zwei Mädchen, um 1925, Leimfarbe auf Rupfen (Detail) © bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jörg P. Anders

MALARZ. MENTOR. MAG.
Otto Mueller a środowisko artystyczne Wrocławia

Od 12 października 2018 do 13 marca 2019
Wystawa w Hamburger Bahnhof w Berlinie

Jest to pierwsza wystawa, która skupia się na ogromnej sile oddziaływania Ottona Muellera (1874–1930), ekspresjonisty i artysty grupy Die Brücke. Przez ponad dziesięć lat był on wykładowcą w Państwowej Akademii Sztuki i Rzemiosła Artystycznego we Wrocławiu, która za jego czasów należała do najbardziej postępowych uczelni artystycznych w Europie. Od lat 20 ubiegłego wieku ówczesny dyrektor szkoły, Oskar Moll, sprowadzał tu licznych wykładowców, co sprawiło, że Wrocławska Akademia Sztuki cieszyła się opinią uczelni liberalnej i otwartej na świat. Na równi stały tam ze sobą różnorodne prądy współczesnego malarstwa: ekspresjonizm, reprezentowany przez Ottona Muellera, francuskie malarstwo Académie Matisse – przez Oskara Molla, Nowa Rzeczowość – przez Alexandra Kanoldta i Carlo Mensego oraz Bauhaus – przez Oskara Schlemmera, Georga Muchego i Johannesa Molzahna.

Wystawa poświęcona jest przede wszystkim malarstwu modernistycznemu. Otto Mueller przeszedł we Wrocławiu wraz ze swoim środowiskiem przez etap twórczości opisywany przez nich jako niezwykle produktywny, zainspirowany wymianą i wzajemnym oddziaływaniem. To, jak pracujący ze sobą malarze wpływali na siebie nawzajem pod względem artystycznym, ujawnia się w obrazach, pracach na papierze, w wypowiedziach pisemnych i na fotografiach. To właśnie charyzmatyczna, przepełniona tęsknotą i pragnieniem wolności postać Ottona Muellera miała największy wpływ na wrocławską scenę artystyczną. Był on „romantykiem” a nawet „magiem”, jak wynika z przekazów jego najbliższego otoczenia, do którego należeli również krytycy sztuki i pisarze. Carl Hauptmann już w 1907 r. upamiętnił malarza w biografii artystycznej „Einhart der Lächler” – przyczyniając się w znacznym stopniu do powstania „mitu artysty”.

Niezwykła powierzchowność Muellera i jego wolny od konwenansów styl życia budziły ogromną fascynację w jego uczniach i uczennicach na Akademii. Cenili oni jego całkowite oddanie sztuce, niekonwencjonalne metody nauczania i poczucie humoru. Niektórzy spośród jego uczniów – tacy jak Alexander Camaro czy Horst Strempel – z Wrocławia udali się do Berlina, gdzie ich kariera malarska sięgnęła szczytu.

Cechą szczególną kuratorskiej koncepcji wystawy MALARZ. MENTOR. MAG. jest wybranie obrazów wiodących, pozwalających dostrzec istotne podobieństwa i różnice, a także kontekst ponadepokowy i międzykulturowy, w tym polsko-niemiecki. Włączenie „polskich ekspresjonistów” daje wyjątkową szansę dokonania porównań i odkrywania nowych związków, a jednocześnie pozwala połączyć ze sobą polskie i niemieckie motywy przewodnie wystawy.

Ogromne uznanie dla twórczości Ottona Muellera – z perspektywy jego środowiska artystycznego – sięga aż do modernizmu powojennego, gdy ten ważny rozdział w polsko-niemieckiej historii sztuki napisano na nowo z uwzględnieniem wzajemnych powiązań między Berlinem a Wrocławiem, niegdyś Breslau.

Stosunki między Nationalgalerie w Berlinie a dawnym Śląskim Muzeum Sztuk Pięknych w Breslau [obecnie Muzeum Narodowe we Wrocławiu] charakteryzowały się bowiem również intensywną wymianą i współpracą. Najlepszym przykładem jest retrospektywa Ottona Muellera, zorganizowana przez dyrektora Muzeum we Wrocławiu, Ericha Wiese, w 1931 r., tuż po śmierci wybitnego ekspresjonisty, która jeszcze w tym samym roku została przeniesiona przez Ludwiga Justiego, dyrektora Nationalgalerie do Berlina.

Obecna wystawa MALARZ. MENTOR. MAG. podąża w odwrotnym kierunku. Opracowana w Berlinie, zostanie następnie pokazana w zmodyfikowanej formie we Wrocławiu.
W Berlinie wystawa stanowi kontynuację serii prezentacji na temat klasycznego modernizmu, które podczas renowacji Neue Nationalgalerie zostały pokazane w Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart: „Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945” [Mroczne lata. Opowieści z kolekcji. 1933–1945], „Ernst Ludwig Kirchner. Hieroglyphen” [Ernst Ludwig Kirchner. Hieroglify] i „Rudolf Belling. Skulpturen und Architekturen” [Rudolf Belling. Rzeźby i architektury].

Lista artystów: Jankel Adler, Alexander Archipenko, Isidor Aschheim, Henryk Berlewi, Alexander Camaro, Johnny Friedlaender, Grete Jahr-Queißer, Alexander Kanoldt, Ernst Ludwig Kirchner, Ludwig Peter Kowalski, Margarete Kubicka, Stanisław Kubicki, Wilhelm Lehmbruck, Carlo Mense, Oskar Moll, Marg Moll, Johannes Molzahn, Georg Muche, Otto Mueller, Zdzisław Nitka, Oskar Schlemmer, Willy Schmidt, Horst Strempel, Heinrich Tischler, Witkacy i inni.

Wystawie towarzyszy obszerny katalog pod tym samym tytułem, opracowany przez polskich i niemieckich naukowców, wydany przez wydawnictwo Kehrer Verlag pod redakcją Dagmar Schmengler, Agnes Kern i Lidii Głuchowskiej. Katalog zrealizowany dzięki wsparciu: ZEIT-Stiftung, Ernst von Siemens-Kunststiftung

Wystawa Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin we współpracy z Alexander und Renata Camaro Stiftung i Muzeum Narodowym we Wrocławiu.

Sponsorzy wystawy: Freunde der Nationalgalerie, Hauptstadtkulturfonds, Kulturstiftung der Länder, Ernst von Siemens-Kunststiftung, Fundacja Współpracy Polsko-Niemieckiej, Stiftung Preußische Seehandlung

Sela 5/3

For Iwona Schweizer
Remember? We visited the opening of their 2nd exhibition one year ago 🙂

Gruppenausstellung Sela5

– Galerie Kungerkiez, 12435 Berlin-Treptow, Karl-Kunger-Straße 15

  1. Oktober – 25. November 2018

Eröffnung: 6. Oktober / 19 Uhr

KünstlerInnen-Gruppe „Sela5“

2018 mit:

Kermit Berg (San Francisco/Berlin)

Joachim Froese (Brisbane/Australien)

Karsten Hein (Berlin)

Hiroko Inoue (Nara/Japan)

Sonia Klausen (Berlin)

Rainer Komers (Mülheim/Ruhr)

Jörg Möller (Berlin)

Fyodor Moon (Ukraine)

Matthias Ring (Hamburg)

André Schmidt (Berlin)

Ingrid Völlmeke (Hamburg)

Micha Winkler (Berlin/Brandenburg)

Fotografen sind normalerweise Einzelkämpfer. Die Leute von Sela5 bevorzugen das Miteinander und den gegenseitigen Austausch und arbeiten projektweise und in wechselnden Konstellationen immer wieder zusammen.

Sela5 ist ein gemeinschaftlicher Fotoblog, in dem sich Fotograf/innen zusammengefunden haben, die alle eine leise, nicht spektakuläre Fotografie praktizieren, die den Betrachter nicht „anspringt“ und langsam ihre Wirkung entfaltet.

Dies ist unsere dritte Ausstellung.

Im Showroom der Galerie Kunkerkiez zeigen wir Porträts, inszenierte, Dokumentar- und Straßenfotografie, Stillleben und Landschaftsaufnahmen in wie gehabt sehr unterschiedlichen künstlerischen Sprachen in wilder „Petersburger Hängung“. Im Vordergrund steht das Ausloten unterschiedlicher fotografischer Möglichkeiten und Positionen. Die Bilder haben sehr unterschiedliche Formate und nutzen verschiedene Techniken, so wie sie auch in Sela5 zusammenkommen: Analog und digital, Farbe und Schwarzweiß, Plot und individuelle Drucktechniken. Die Bilder sind in unserer Hängung so in Bezug gesetzt, dass sich ein Gesamteindruck, eine Gesamt-Stimmung ergibt. Das Bild der Ausstellung ist die Gesamtheit aller Bilder an der Wand – eine mehrstimmige Erzählung.

„Every time I get back into the editing room, I feel the wonder of it. One image is joined with another image, and a third phantom event happens in the mind’s eye – perhaps an image, perhaps a thought, perhaps a sensation. Something occurs, something absolutely unique to this particular combination or collision of moving images.” (Martin Scorsese)

Was Scorsese beschreibt, bzw. was daran die Überschneidung zu dieser Ausstellung darstellt ist, wie er es im Schneideraum immer wieder als Wunder empfindet, wie zwischen den einzelnen, konkreten Filmbildern, die Vorstellungsbilder (phantom events) entstehen, der eigentliche Film, der im Kopf stattfindet. Und sogar noch größeres Wunder, nicht nur in seinem Kopf, dem des Machers, sondern auch in den Köpfen der Zuschauer. Diese Zwischenbilder, diese Plätze zwischen den Rahmen, will die Ausstellung erforschen.

 

Stanisław Kubicki und Hermann Stöhr

Stanisław Kubicki, geboren 1889, gestorben (ermordet) 1943, war ein polnischer Maler, Graphiker und Dichter, aber auch ein politisch engagierter Mensch, der den grössten Teil seines Lebens in Deutschland lebte und und somit als Vermittler zwischen den Deutschen und Polen aktiv war. Er diente als Soldat während des 1. WK. Studierte Kunst auf der Königlichen Kunstakademie in Berlin. Kubicki machte sich als origineller Graphiker und Maler einen Namen. Er war ein wichtiger Vertreter der modernen Avantgarde Europas. Er verfasste utopische Manifeste,  zT in der Gedichtform und naturphilosophische Abhandlungen.


Während des 2. WK schloss sich Kubicki dem polnischen Widerstand. Als Kurier brachte er Informationen aus Polen zur Berliner Botschaft von Mandschukao, die von dort weiter nach London gelangten. Auf dem Rückweg schmuggelte er Geld für den Widerstand nach Polen. Mitte 1941 wurde er verhaftet. Ein genaues Todesdatum ist unbekannt. Sein letzter Brief aus dem Pawiak-Gefängnis in Warschau wurde am 14. Januar 1942 gestempelt.

Hermann Stöhr, geboren 1898, gestorben (hingerichtet) 1940, war ein deutscher Schriftsteller, Publizist, Verleger und Doktor der Staatswissenschaften, tätig in Stettin und Berlin.

Auch er diente als Soldat während des 1. WK.  1919 bis 1922 studierte Stöhr Volkswirtschaft, öffentliches Recht und Sozialpolitik; er promovierte 1922. Er lebte in Berlin wo er bei verschiedenen evangelischen Friedens- und Sozialorganisationen tätig war, wie zB. Sozialen Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost. Er kümmerte sich um arbeitslose Jugendliche, die sich rund um Ostbahnhof, aufhielten. Als Publizist schrieb er über die Notwendigkeit der Aussöhnung mit Polen. Dafür verlor er seine Arbeit und kehrte in seine Geburtsstadt Stettin zurück. Dort gründete er 1936 den Ökumenischen Verlag. Er war Mitglied der Bekennenden Kirche.

Im Frühjahr 1939 wurde er zur Armee einberufen – verweigerte aus Gewissensgründen den Kriegsdienst. Am 31. August 1939 wurde er verhaftet  und zum Tode verurteilt. Er starb am 21. Juni 1940 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee.

***

In ihrer Biographien gibt es wichtige Gemeinsamkeiten
– fast dieselbe Lebens- und Wirkenzeit
– tiefe soziale Prägung, Engagement für arme, sozial benachteiligte Menschen
– tiefer Pazifismus
– tiefes Christentum
– beide engagierten sich gegen das Naziregime und zahlten dafür mit ihrem Leben

Sie sind beide Vorreiter der deutsch-polnischen Versöhnung und Symbolfiguren der modernen deutsch-polnischen Beziehungen


Beiträge über Stanisław Kubicki und Hermann Stöhr. Texte auf Deutsch/Polnisch/Englisch (manchmal nur eine Sprache, manchmal in 2 oder 3 Sprachen)

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2016/10/28/hermann-stohr-i-stanislaw-kubicki/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2017/04/21/hermann-stohr-stanislaw-kubicki-1/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2017/05/02/wernisaz-vernissage-hermann-stohr-stanislaw-kubicki/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2017/05/27/finissaz-finissage/

Bericht Stöhr – Kubicki 2017 

http://staedtepartner-stettin.org/language/de/aus-unserer-veranstaltungsreihe/

http://staedtepartner-stettin.org/wp-content/uploads/2015/07/2016-Bericht-Compatibility-Mode.pdf

http://staedtepartner-stettin.org/language/de/hermann-stohr-und-stanislaw-kubicki/

http://staedtepartner-stettin.org/language/pl/stanislaw-kubicki-i-hermann-stohr/

http://staedtepartner-stettin.org/wp-content/uploads/2015/07/2016-Bericht-Compatibility-Mode.pdf;15 KUBICKI Stoehr UZ

http://staedtepartner-stettin.org/language/pl/w-starej-rzezni-o-hermannie-stohrze-i-stanislawie-kubickim/


Andere Beiträge über Stanisław Kubicki (und Avantgarde & Bunt):

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2017/05/20/der-turmbau-zu-babel/ 

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/11/26/exhibition-bunt-expressionism-

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/07/01/nie-dziela-nasze-sa-wazne-lecz-zycie/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/12/10/17526/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2014/04/23/kubicki-und-hufeisensiedlung/ 

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/11/17/poezja-poesie-stanislaw-kubicki/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2014/07/31/hulewicz-kraft-kubicki/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2014/04/29/dwa-pomniki/ 

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/08/26/zdroj/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/04/29/artifex-doctus/ 

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/04/02/der-brennende-dornbusch/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/04/01/mojzesz/


Beiträge über Kubicki und seiner Frau Margarete

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/12/03/bilder-von-margarete-kubicka-in-der-hufeisensiedlung/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2017/05/19/artpieces-by-the-kubickis/


Beiträge über Schenkung Professors Stanislaw K. Kubicki an polnische Museen 2015

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/12/11/bunt-und-bunt-and-also-the-revolt/

transborder-avant-garde-in-wroclaw/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/11/07/finissage/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/10/03/bunt-und-die-gegenwartskunst/ 

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/09/30/bunt-3-filme/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/09/04/es-ist-bunt-in-dresden/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/07/15/15640/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/05/31/15095/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/05/15/noc-muzeow-ulotka/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/04/19/powrot-grafik-ruckkehr-der-praphiken/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2015/04/17/bunt-ekspresjonizm-transgraniczna-awangarda/

Beiträge von Stanislaw Karol Kubicki (Professor) über seine Kindheitsaufenthalte in Polen

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/09/02/immer-montags-der-polnische-adel/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/09/09/immer-montags-der-polnische-adel-2/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/09/16/immer-montags-der-polnische-adel-3/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/09/23/immer-montags-der-polnische-adel-4/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/09/30/immer-montags-der-polnische-adel-5/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/10/07/immer-montags-der-polnische-adel-6/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/10/14/immer-montags-der-polnische-adel-7/

https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/10/28/immer-montags-der-polnische-adel-8/

Otto Müller Einladung / Zaproszenie

Ab 12. Oktober im Hamburger Bahnhof / am 11. Oktober Vernissage

Tekst po polsku: otto-mueller-wstep-pl

Otto Mueller Exhibition – Flyer

Zum Buch, das die Ausstellung begleitet

MALER. MENTOR. MAGIER.

Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau

Beides ist zugleich das Resultat eines deutsch-polnischen Forschungsprojektes. Erstmalig findet der enorme Einfluss des ehemaligen Brücke-Künstlers und Expressionisten Otto Mueller während seiner Lehrtätigkeit in Breslau tiefergehende Berücksichtigung: Dort lehrte der Maler von 1919 bis zu seinem frühen Tod 1930 an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe, die damals zu den fortschrittlichsten Kunstschulen in Europa zählte. Der Schwerpunkt liegt auf der modernen Malerei. Vor allem der charismatische, von Sehnsucht und Freiheitsdrang getriebene Otto Mueller hatte maßgeblichen Einfluss auf die Breslauer Kunstentwicklung. So entstand die Idee, ihn zur zentralen Figur werden zu lassen: An seiner Person und an seinem Werk entlang entfaltet sich das Konzept von Ausstellung und Katalogbuch.

Vor allem seit 1925 – begünstigt durch die zahlreichen Neuberufungen von Professoren durch den amtierenden Direktor Oskar Moll – genoss die Breslauer Akademie den Ruf von Weltoffenheit und Liberalität. Die vielfältigen Strömungen der Moderne standen hier gleichberechtigt nebeneinander: der Expressionismus mit Otto Mueller, die französische Peinture der Académie Matisse mit Oskar Moll, die Neue Sachlichkeit mit Alexander Kanoldt und Carlo Mense sowie das Bauhaus und dessen Umfeld mit Oskar Schlemmer, Georg Muche und Johannes Molzahn.
Otto Mueller und sein Netzwerk: hierzu gehören vor allem seine unmittelbaren Malerkollegen sowie seine Schüler und Schülerinnen – die alle durchweg in Breslau eine schöpferische, höchst produktive Phase erlebten, angeregt durch wechselseitige Inspiration und Austausch. Die Freundschaften zu eigenständigen und kunstsinnigen Frauen spielten im Leben des Breslauer Akademieprofessors eine nicht zu unterschätzende Rolle: An erster Stelle standen Muellers Partnerinnen, allen voran seine erste Ehefrau Maschka Mueller. In sein Netzwerk gehörten aber auch Künstlerinnen und Intellektuelle wie die Bildhauerin und Grafikerin Marg Moll oder die Schriftstellerin Ilse Molzahn. Ersichtlich wird der Austausch und die gegenseitige Beeinflussung der Breslauer Malerprofessoren untereinander durch thematische und motivische Anleihen oder technische Übereinstimmungen der Malmittel: z. B. in der Farbgebung als Medium zur Ausdruckssteigerung, in den sich entwickelnden Tendenzen der Abstraktion oder in der Angleichung der Bildträger. Gemälde, Arbeiten auf Papier, schriftliche Äußerungen oder Fotografien dienen als Querverweise, die in deutsch-polnischer Zusammenarbeit zusammengetragen und ausgewertet wurden – geleitet von folgenden Aspekten:

*
das engmaschige Netz aus Kunst- und Kulturschaffenden im Zeitraum von 1919 bis 1932 mit besonderem Fokus auf der Malerei der Moderne zu durchleuchten, in dem die Wechselbeziehung zwischen den Städten Berlin und Breslau – Breslau und Berlin sichtbar ist

*
den Schaffensdrang und die kreativen Impulse im Umfeld der Breslauer Akademie und ihre spezifische Atmosphäre im Hinblick auf die Malerei der Moderne zu untersuchen und

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schließlich den Einfluss des Malers und der Lehrpersönlichkeit Otto Mueller herauszustellen.

Unter diesem Blickwinkel entstand ein Ausstellungsparcours entlang der Leitfigur Otto Mueller, der eine persönliche Geschichte in einem lebendigen Breslau der 1920er-Jahre – parallel zur Darstellung der sich dort entfaltenden Kunst – erzählt. Dadurch ist es möglich, für die Besucherinnen und Besucher unterschiedliche Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen, für besondere Tendenzen der dortigen künstlerischen Entwicklung zu sensibilisieren und letztlich auch Trends der musealen Sammlungspolitik und Forschung zu berücksichtigen: Neben großen Namen aus dem Netzwerk der klassischen Moderne werden auch weniger bekannte Künstler und Künstlerinnen der Folgegeneration vorgestellt.

Nachhaltigen Eindruck hinterließ der liberale Lehrer Otto Mueller gerade auch bei seinen nicht wenigen Schülerinnen: seine Aktzeichenkurse waren die ersten überhaupt, die auch Studentinnen wie Grete Jahr-Queißer oder Margarete Schultz offen standen. Einige seiner ehemaligen Schüler wie Alexander Camaro oder Horst Strempel gingen später von Breslau aus nach Berlin und erlebten in der unmittelbaren Nachkriegszeit den Höhepunkt ihrer Malerkarrieren.

1932 wurde die Breslauer Akademie geschlossen, ein Jahr später erfolgte die nationalsozialistische Machtergreifung. Diesen Umständen ist es geschuldet, dass diese Maler und Malerinnen die sog. „verschollene Generation“ vertreten: Ihre Karrieren begannen zunächst vielversprechend. Zu Beginn des Faschismus standen sie noch am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn, viele wurden zur Flucht und zu einem Leben im Exil gezwungen, andere überlebten die Verfolgungen und den Holocaust nicht.

Ihnen gemeinsam aber sind ihre künstlerischen Anfänge an der Breslauer Akademie im Allgemeinen und bei Otto Mueller im Besonderen. Vertiefte Recherchen ermöglichten es, Arbeiten und Dokumente zusammenzutragen, die zumindest einen Eindruck des künstlerischen Erbes von Otto Mueller am Beispiel von Breslauer Studierenden demonstrieren – selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Für die Charakterisierung des Kunst- und Kulturlebens in der niederschlesischen Hauptstadt der 1920er-Jahre spielte die engagierte jüdische Bevölkerung eine tragende Rolle: Breslau besaß zu dieser Zeit neben Berlin und Frankfurt am Main die drittgrößte jüdische Gemeinde im Deutschen Reich.

In Bezug auf Otto Mueller macht ein neuer Ansatz der Forschung deutlich, wie anziehend dieser Maler auf die jüngere Generationjüdischer Künstler und Künstlerinnen in Breslau wirkte: u. a. seine ihm nachgesagte Beschäftigung mit Magie und Mystik verband sich hervorragend mit deren künstlerischen Positionen und zentralen Fragestellungen nach der eigenen Identität.

Eine Besonderheit im kuratorischen Konzept ist das Prinzip des „Gastes“: gemeint sind hiermit ausgewählte Werke, durch die spotlightartig, epochenübergreifend und interkulturell auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede verwiesen werden kann. In Deutschland kaum bekannt ist, dass viele Künstler und Künstlerinnen der polnischen Avantgarde beide Sprachen beherrschten: Deutsch und Polnisch, so Stanisław Kubicki, Margarete Kubicka, Jerzy Hulewicz oder Henryk Berlewi. Vor allem das Einbeziehen des polnischen Expressionismus und Neo-Expressionismus ermöglicht einmalige Sehvergleiche und neue Zusammenhänge, zugleich verschränken diese Erscheinungsformen die deutsch-polnische

Ausrichtung des Projekts. Diesen Ansatz begünstigte die intensive Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die auch grenzübergreifende Perspektiven zuließ.

Unser besonderer Dank gilt Teresa Laudert, Stipendiatin der Camaro Stiftung, für ihre tatkräftige Unterstützung. Wir danken sehr unseren Autorinnen und Autoren. Weiterer Dank gebührt der Übersetzungsleistung durch Simon von Kleist und seinem Team sowie allen, die unser Projekt durch ihr Interesse und mit Anerkennung und Zuversicht begleitet haben.

Wir bedanken uns besonders bei dem Direktor der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Udo Kittelmann für die Aufnahme dieser Ausstellung in das Programm des Hamburger Bahnhofs – Museum für Gegenwart – Berlin. Großer Dank gilt dem Direktor des Muzeum Narodowe in Wrocław, Piotr Oszczanowski, der bereit ist, Teile dieser Ausstellung nach Polen zu übernehmen. Herzlich danken wir dem Vorstand der Camaro Stiftung, besonders dem Vorstandsvorsitzenden Theodor Gentner, für das große Vertrauen in unsere Arbeit und die Bereitschaft, unsere Initiative in diesem umfänglichen Projekt zu unterstützen.

Zur praktischen Handhabe dieses Buches sei schließlich noch angemerkt:

Wir bemühen uns um geschlechtergerechte Sprache. Frauen sind in der Kunst- und Kulturgeschichte nach wie vor unterrepräsentiert. Selbstverständlich spielten in den 1920er-Jahren im Breslauer Kunstgeschehen talentierte und einflussreiche Künstlerinnen, Sammlerinnen, weibliche Intellektuelle und Kulturschaffende eine Rolle.

Auf sie hinzuweisen, sie sichtbar zu machen, ist uns ein Anliegen. Der Katalog erscheint in einer deutschen und polnischen Sprachausgabe. Zu betonen ist an dieser Stelle, dass dieses Grundlagenwerk keinen Anspruch auf Geschlossenheit verfolgt, sondern beabsichtigt, Anregungen zu liefern für weitere Forschung. Für die deutsche Sprachausgabe haben wir uns bewusst auf die Verwendung des deutschen Namens Breslau bis 1945 geeinigt. Dafür sind die historischen Fakten geltend zu machen:

Breslau war der wichtigste Wirtschafts- und Kulturmittelpunkt des deutschen Ostens. Erinnert werden soll daran, dass Breslau Hauptstadt der damals deutschen Provinz Niederschlesien war. Mit dieser Tatsache verbunden ist auch die Kontinuität der kulturellen Wechselbeziehung der Städte Berlin – Breslau. 1945 wurden Breslau und Schlesien Polen angeschlossen. Deshalb gebrauchen wir explizit den Städtenamen Wrocław für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und verwenden die aktuellen polnischen Namen von Ortschaften, Museen und Institutionen.

Die Herausgeberinnen

Dagmar Schmengler, Agnes Kern und Lidia Głuchowska