90 lat / 90 Jahre / 90 лет / 90 წლის

Bułat Okudżawa / Bulat Okudschawa / Булат Окуджава / ბულატ ოკუჯავა

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9.05.1924 – 12.06.1997

Простите пехоте, что так неразумна бывает она:
Всегда мы уходим когда над землею бушует весна,´
И шагом неверным – по лестничке шаткой, спасения нет;
Лишь белые вербы, как белые сестры глядят тебе вслед.

Не верьте погоде, когда проливные дожди она льет,
Не верьте пехоте, когда она бравые песни поет,
Не верьте, не верьте, когда по садам закричат соловьи:
У жизни и смерти еще не окончены счеты свои.

Нас время учило: живи по-привальному, дверь отворя.
Товарищ мужчина, а все же заманчива доля твоя:
Весь век ты в походе, и только одно отрывает от сна:
Чего ж мы уходим, когда над землею бушует весна?

Wybaczcie piechocie
Że tak nierozumna czasami bez tchu
My zawsze w pochodzie
Gdy wiosna nad ziemią szaleje od bzu

Jak długo tak można?
Bezdroża, mokradła i błoto i piach
I wierzba przydrożna
Jak siostra pobladła zostaje we łzach

Nie wierzcie pogodzie,
gdy deszcze trzydniowe zaciągnie wśród drzew,
Nie wierzcie piechocie,
gdy w pieśni bojowej odwaga i gniew.

Nie wierzcie, nie wierzcie,
gdy w sadach słowiki zakrzyczą co sił –
wy jeszcze nie wiecie,
co komu pisane i kto będzie żył.

Uczyłaś ojczyzno,
że żyć trzeba umieć słyszeć twój gos…
Kolego mężczyzno,
a jednak niezgorszy przypada ci los.

My zawsze w pochodzie
i tylko to jedno nie zrywa ze snu;
dlaczego w pochodzie,
gdy wiosna nad ziemią szaleje od bzu?
Dlaczego w odwrocie,
gdy wiosna nad ziemią szaleje od bzu?…

Go down, Moses…

barbe1
Moses – Ein Experiment
von
Barbe Maria Linke

Was für ein Roman! Man mag es nicht glauben, dass die in Berlin lebende Autorin Barbe Maria Linke – 1944 in Köslin/Pommern geboren, in der DDR aufgewachsen, Theologiestudium an der Humboldt-Universität Berlin, oppositionelle Arbeit in der DDR, Mitbegründerin der Gruppe ‚Frauen für Frieden‘, 1983 Ausreise nach Westberlin, Arbeit in der Klinikseelsorge und in der politischen Bildung, seit 1993 freiberuflich arbeitend, Gedichte, Essays, Erzählungen verfasst, mit Moses ihren Debütroman vorlegt. Ein Roman, der sprachlich und gestalterisch die Grenzen des literarisch Alltäglichen sprengt, inhaltlich eine hochintellektuelle und doch für jeden Leser nachvollziehbare Auseinandersetzung um die „Frage von Zuneigung und Wahrhaftigkeit, von der Erfahrung menschlicher Grenzen und von der Umkehrung des Gesetzes in Liebe“, wie die Autorin es selbstformuliert.
Zentraler Protagonist des Romans ist zum einen Moses, der aus seiner dreieinhalbtausend Jahre alten Geschichte, die im Roman in Episoden immer wieder eingewoben ist, hinauskatapultiert wird und sich plötzlich in einem Flugzeug Richtung Schweiz wiederfindet.
„Ein Traum im Traum, gibt es das?“ Er drückt den Kopf an die Lehne, grinst seine Nachbarin an. „Sie sind ja ein Poet“, sagt sie und lächelt. „Wer soll ich sein?“ Genau das weiß er nicht mehr. Das ist ja das Erregende an diesem Experiment. Das also die Ausgangssituation. Ein Experiment, bei dem der Betroffene nicht weiß, was die Absicht des Experiments ist, warum Jahwe ihn von seiner Aufgabe der Herausführung seines Volkes aus Ägypten plötzlich in eine andere Zeit hineinversetzt.
Moses trifft im Flugzeug bereits auf die zweite Protagonistin des Romans, Kati, Theologiestudentin und Redakteurin aus Bern, die ihn zu sich nach Hause einlädt. Beide entdecken ihre Zuneigung füreinander. Moses unterliegt rasch der Versuchung, die neue Lebenssituation für das gelobte Land zu halten. Er reißt die Arme hoch, was für ein Leben! Tag für Tag musste ich für andere da sein. Was sag ich? Jahr für Jahr. Unzählbare Jahre. Jahrzehnte, in denen er unterwegs war, ohne das Ziel zu erreichen. Nicht weniger Kati, die sich fasziniert zeigt von der gelebten Moses-Gestalt. Wozu habe ich Theologie studiert? War es Neugier, Wissbegier? Im Grunde hoffte ich, hinter die Buchstaben vorzudringen. Es ist mir nicht geglückt. Nichts habe ich von dem Mythos begriffen, den der ausstrahlt, der in weißem Hemd und dunklen Jeans vor mir steht.
Doch Moses täuscht sich, als ihn seine Zuneigung zu Kati und seiner neuen Lebenssituation zu der Aussage treiben lässt: Es gibt kein Davor, kein Danach, weiß er, als wäre eine Tür aufgesprungen. Es gibt nur diesen Augenblick. Nur er ist wirklich.
Doch ihrer beider Geschichte und Realität ermöglicht vorerst keine tiefe Lebensgemeinschaft. Sie gehen auf Distanz zueinander, erfahren Geschichte und Realität auf neue Art und Weise. Moses erfährt über Simon, den Schmied, über die unfassbaren Verbrechen im Holocaust. Kati gerät über die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit ihres Vaters sogar in eine Identitätskrise.
In einem Gespräch schlussfolgert Moses: „Das Böse besitzt Macht über uns, und gleichzeitig ist es ein Teil von uns. Es geht darum, das zu erkennen.“ Moses weiß, wovon er redet, ist er doch in seiner eigenen Vergangenheit zum Mörder geworden.
Im Roman spitzt sich das Geschehen dramatisierend zu. Kati stürzt während einer Feier in Berlin, wohin sie mittlerweile gegangen ist, von einem Balkon, wird aufgrund ihrer psychischen Verfassung in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Moses findet sie nach einer verzweifelten Suche schließlich in einer Reha-Klinik. Gemeinsam kehren sie in die Schweiz zurück. Kati befreit sich von ihrer Identitätskrise durch einen Brief an den Vater. Erst danach steht der Verbindung der beiden nichts mehr im Weg.
„Dann feiern wir ein Fest, wie du es dir wünschst. Wichtig sind nicht der Ort, nicht das Land in dem wir leben werden. Wichtig ist, dass du geborgen und ohne Angst bist.“
Ein Roman, dessen komplexe, mehrschichtige Handlung und bis ins letzte sprachliche Detail durchkomponierte Gestaltung faszinieren – selbst Randfiguren sind feinfühlig und empfindsam dargestellt – führt jeden Leser an die Fragen eigener Verantwortung gegenüber sich, gegenüber dem Partner/der Partnerin, gegenüber der Gesellschaft, dem historischen und aktuellen Geschehen, ohne dabei das faszinierende Handlungsgeschehen des Romans aus den Augen zu verlieren.
Bleibt die abschließende Frage: Was ist es nun für ein Experiment, das uns gezeigt wird? Vielleicht ein theologisch-philosophisches Experiment zur Bewusstwerdung von wirklicher Humanität – der eines Moses, de reiner Kati und der von uns Lesern?
Ein Roman, der sicherlich viele Diskussionen und Gespräche anregen wird.

Alfred Büngen
Leiter des Geest-Verlags

***

Ein Textfragment:

„Wenn alles ein Traum war bislang, was ist jetzt?” „Realität“, antwortet die Junge Frau.

Wenn sein Körper auch derselbe geblieben ist, so scheint sich der Geist verjüngt zu haben.

Das Leben ist ein Spiel! Wie oft hat Ramses diesen Satz gerufen, dazu in die Hände geklatscht, als wollte er seine Lebensart auf Moses übertragen.

Ich saß auf einem Stein und wartete auf Naba… Irritiert schaut Moses hoch. Wieso möchte ich der Unbekannten von mir erzählen? Dann sagt er doch: „Ein Adler kreiste und kreiste, bis er im Dunst verschwand. Dann, wie aus dem Nichts, war er wieder da, glitt dahin, ohne mit den Flügeln zu schlagen. Es könnte aber auch sein, dass mir das gleißende Licht den Adler nur vorgegaukelt hat. Woran ich mich jedoch genau erinnern kann, war etwas Leuchtendes am Horizont, das sich auf mich zubewegte.”

Mehr

***

Go down, Moses, way down in Egypt land
Tell old Pharaoh
To let my people go.

Now when Israel was in Egypt land
(Let my people go)
Oppressed so hard they could not stand
(Let my people go)

So the Lord said:
Go down, Moses
way down in Egypt land
Tell old Pharaoh
To let my people go.

So Moses went to Egypt land
(Let my people go)
He made old Pharaoh understand
(Let my people go)

Yes the Lord said:
Go down, Moses
way down in Egypt land
Tell old Pharaoh
To let my people go.

Thus spoke the Lord, bold Moses said,
(Let my people go)
If not I’ll smite your firstborn dead
(Let my people go)

‘Cause the Lord said:
Go down Moses
Way down in Egypt land
Tell old Pharaoh
To let my people go

Tell old Pharaoh
To let my people go

Kubicki und Hufeisensiedlung

StolpersteinStanislaw_KubickiAusstellung im Hufeisen-Café
1. – 18. Mai 2014
Info-Station Fritz-Reuter-Allee 44
Berlin Britz

Freitag / Samstag / Sonntag 14.00 – 18.00

Stanisław Kubicki
– ein deutsch-polnischer Avantgardist aus der Hufeisensiedlung

Stolperstein, Onkel-Bräsig-Straße 46, in der Hufeisensiedlung

Der Graphiker, Maler und Dichter Stanisław Kubicki, ein wichtiger Vertreter des Expressionismus und Konstruktivismus,  wohnte von 1927 bis 1934 in der Hufeisensiedlung , bevor er von den Nazis bedroht in seine polnische Heimat zurück ging. Dort schloß er sich 1939 dem polnischen Widerstand an. 1941 von der Gestapo in Warschau verhaftet, wurde er 1943 im Gefängnis Pawiak ermordet.

stasmalgosiaDie Ausstellung wird begleitet vom Rahmenprogramm.

Donnerstag, 1. Mai, 15:00 Uhr
Ausstellungseröffnung und Treffen mit Dr. Stanislaw Karol Kubicki – der Sohn des Künstlers wird einen Einblick in die Persönlichkeit seines Vaters und einen Überblick über seinen Lebensweg geben

Sonntag, 4. Mai, 15:00 Uhr
Dr. Lidia Głuchowska
hält einen Vorträg über Bilder des Künstlers
Achtung! andere Adresse:
Seniorenfreizeitstätte Bruno Taut
Fritz-Reuter-Allee 50
12359 Berlin

Sonntag, 11. Mai, 15:00
Przemysław Walkowiak & Laura Schwickerat tragen zweisprachig Gedichte des Künstlers, die er 1919-1921 auf Deutsch und Polnisch schrieb bzw. jeweils selbst in die andere Sprache übersetzt

Sonntag, 18. Mai, 15:00 Uhr
Dr. Andreas Hüneke
hält einen Vorträg mit dem Titel “Verfemt und vernichtet. Das Schicksal von Künstlern und ihren Werken in der NS-Zeit”

Es gibt die Möglichkeit während der Ausstellung die Bücher von Frau Dr. Lidia Głuchowska, herausgegeben vom Verein WIR zur Förderung der Deutsch-Polnischen Literatur, über den Künstler zu kaufen:

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Zum Weiterlesen:

Der deutsch-polnische Avantgardist Stanisław Kubicki ist dem Leser dieses Blogs bestens bekannt. Wir schrieben viel über ihn.

Längere Texte nur über ihn wie hier:
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/04/29/artifex-doctus/
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/04/01/mojzesz/
Oder auch über ihn im Kontext seiner Epoche:
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/08/26/zdroj/
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/03/20/yiddishland/
Auch seine Gedichte gab es schon hier zum Lesen:
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/04/02/der-brennende-dornbusch/
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/11/17/poezja-poesie-stanislaw-kubicki/
Und da gab es auch, acht Wochen lang, die Erinnerungen seines Sohns an seine Kindheit unter den polnischen adeligen Familien – der erste Beitrag wurde am 2. September 2013 veröffentlicht und dann immer Montags:
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/09/02/immer-montags-der-polnische-adel/

Tod eines Friedensforschers

11-4-2014-Kunstforum-Belziger1eV-Viktoria_KorbDieser Beitrag ist zum teil auch auf Deutsch. Einfach runter scrollen.

Viktoria (Viki) Korb napisała kilka dni temu w mailu:

Halo Ewa, będę miala 11 kwietnia o godzinie 19.30 prezentację mojego kryminalu (wraz z filmem o nim z RBB) w tej instytucji podanej poniżej. Trzeba się zameldować. Najlepiej by bylo, abyś zamieściła informacje z ich strony internetowej w swym blogu (mam nadzieję, że zechcesz?) Ja niestety nie potrafię jej skopiować z google i wkleic w mojego maila, ale może Ty potrafisz.
Tu informacja z foto w google:
Kunstforum Belziger 1 eV
kfb1ev.de – 030 78001469

Otóż oczywiście potrafię i to zrobię,  i w ogóle zachęcam, bo kryminał ciekawy i śmieszny, ale zanim wejdę na stronę Kunstforum, patrzę sobie na tę informację i rozmyślam o tajemniczych różnicach pomiędzy umysłem niemieckim, a polskim (a tego też dotyczy kryminał Viki).  Kunstforum Belziger 1 eV. Potrzebuję czasu, żeby zrozumieć, że Kunstforum mieści się na ulicy Belziger numer 1 i ma prawną formę Stowarzyszenia Zarejestrowanego czyli e.V. A zatem to pod spodem – kfb1ev.de – to zapewne adres strony internetowej.  Wszystko skrócone do maksimum i zakończone dot de.

I zaiste! Strona internetowa i na dodatek kolorystyczny majstersztyk. Czuję się jak pszczoła w rurze odpływowej mojej zmywarki.

belziger
Also jetzt auf Deutsch. Viki Korb wird am 11. April um 19.30 Uhr im Kunstforum in Schöneberg aus ihrem witzigen deutsch-polnischen Kriminalroman lesen. Diejenige, die teilnehmen wollen, bitte auf die Internetseite gehen, um sich anzumelden:

www.kfb1ev.de

Und hier eine kleine dafür aber buchstäbliche Kostprobe aus dem Buch:

„Ja, machen wir mal zur Abwechslung ein Abendessen bei mir“, schlug Gloria vor.
Knut wollte wissen, was sie denn Schönes zu essen machen würden.
„Wieso?“ fragte ihn Gloria erstaunt. „Endlich das, was sie wirklich mögen – keine ´nouvelle cousine´, keinen modischen Schnickschnack, den sie mühsam in sich hineinzwängen und dann hungrig nach Hause gehen.“
„Also soll es tatsächlich Schweinebraten mit Bratkartoffeln sein?“ wunderte sich Knut. „Traust du dir zu, so gegen die Mode zu gehen? Und hast du keine Angst vor bösen Zungen?“
„Ich war schon immer eine Provokateurin. Wir machen auch einige Alibisalate, ich wette aber, dass sie uns fast vollständig erhalten bleiben, im Gegensatz zum Ferkel.“
„Sehen wir mal“, sagte Knut unsicher. „Du bist ganz schön mutig. Ich werde mich aber opportunistisch mit Salat anrichten beschäftigen.“
Gloria erwiderte, dass sie schließlich in Polen verfolgt worden war und so Zivilcourage gelernt hatte. Sie bestand auf ihrem Experiment.
(…) Alle Eingeladenen nahmen zuerst ein wenig Salat und lehnten Schweinebraten und Bratkartoffeln kategorisch ab, wobei sie heftige Protestgesten mit ihren Händen vollführten.
„Wir sind strikte Vegetarier“, verkündete stolz Erdmuthe von Kupke. „Als Arztfrau weiß ich, was Cholesterin bei einem Menschen anrichten kann. Und die BSE-Gefahr…“
„Und denkt an die armen Tiere, die gequält werden“, unterstützte sie Udo Knarsch. Claude Eckel verkündete auch, dass er gesund und umweltbewusst lebte, nicht zuletzt musste er auf seine Linie achten.
„Ihr solltet euch an denen ein Beispiel nehmen“, sagte Hasso Schuja und deutete auf Gloria und Knut, die genüsslich den Braten verzehrten.
„Wer weiß schon, was wirklich gesund ist?“ sinnierte Gloria mitleidig. „Bis vor kurzem waren die Kartoffeln verdammt, und jetzt sind sie voll rehabilitiert. Es gibt sogar eine Kartoffeldiät zum Abspecken.“
„Da ist was Wahres dran“, stimmte Balthasar von Kupke zu, „ich bin auch im Prinzip Vegetarier, aber könnte ich etwas von diesem Braten probieren?“
„Gern“, bot Gloria an, „du kannst in aller Ruhe probieren, denn wir haben die Vita des Ferkels von der Wiege an aufs genaueste geprüft. Es hat ausgezeichnete Referenzen. Aber vielleicht noch jemand?“ fragte sie.
Aus allen Ecken meldeten sich jetzt leicht verschämte Stimmen, die murmelten:
„Probieren, probieren, probieren…“
Mehrere Hände reckten sich gierig in Richtung Braten. Knut beruhigte sie:
„Es reicht für alle.“
Nach einer halben Stunde war von Schweinebraten und Bratkartoffeln keine Spur mehr zu sehen. Gloria war sogar immer noch etwas hungrig – sie hatte den Appetit ihrer Gäste aufs verhasste Fleisch unterschätzt, und Claude Eckel nahm ihr das letzte Stück vor der Nase weg.

Für die Polen hier ein Fragment des Buches auf Polnisch/ TU link do innego fragmentu (ale też o jedzeniu) po polsku.

 

Ralf guckt Fußball. Ich auch.

Brygida Helbig

Eine Erinnerung an die Fußballweltmeisterschaft von 2006

Sie werden doch sowieso verlieren. Und ich werde wohl den deutschen Kommentar dazu nicht ertragen. Dachte ich mir und wollte dieses Spiel eigentlich gar nicht sehen. Doch irgendetwas zog mich magisch zum Bildschirm, mich, die ich doch nie Fußball gucke, die ich kaum einen Namen eines Fußballers kenne, keine einzige Spielregel, außer der, dass man Tore schießen soll. Polen gegen Deutschland, dass musste ich doch miterleben, trotz aller Ängste und Bedenken. Das sind doch zwei Länder, mit denen mich ein starkes Band verbindet, manchmal denke ich, ein gleich starkes – lebe ich doch schon um einige Jahre länger in Deutschland als ich in Polen gelebt habe, fließt doch in meinen Adern teilweise deutsches Blut… Also kaufte ich Nachos mit zweierlei Dippsoßen, holte mir eine Flasche Kristallweizen und kein Glas dazu, knallte mich aufs Sofa und ließ mir die Fernbedienung von meiner Tochter erklären. Irgendwie möchte man doch nicht ganz abseits stehen, möchte man etwas von dieser Karnevalsstimmung und Ausgelassenheit haben, einmal mitten im Leben stehen, mitreden, mitsingen, mit ausflippen. Noch gar nicht 21 Uhr und schon geht es los, dabei musste ich schnell noch auf Toilette. Zu lange an der Fernbedienung rumgefummelt, beinahe zu spät angefangen. Sie singen schon die Nationalhymne, fast hätte ich das Wichtigste verpasst – wie sich mein Herz bei der polnischen Hymne weitet, wie es bei der Melodie der deutschen Hymne zusammenzuckt, ähnlich wie beim Wörtchen „Halt“, das bei mir, obwohl ich lange nach dem Krieg geboren bin, eine Krise hervorruft.

„Und schon ist Polen verloren“, hieß es nach dem unglückseligen Spiel Polens gegen Ecuador vor einigen Tagen in der Zeitung. Was für eine Schadenfreude. Was für ein Pech, dass sich der erste Satz der polnischen Nationalhymne, „noch ist Polen nicht verloren“, im Deutschen so schön reimt und damit so blöd klingt und für Späße sorgt. Warum weiß keiner, worum es sich bei dem Lied eigentlich handelt, und dass auch Preußen bei diesem drohenden Verloren-Sein eine weiß Gott nicht nebensächliche Rolle spielte?

Und dann ging das Spiel los. Wenn ich die polnischen Jungs sehe, geht mir das schon zu Herzen. Smolarek, Krzynówek und wie sie alle heißen. Manche spielen in deutschen Clubs und mussten gegen ihre Kumpels kämpfen. Sie sind nicht unbedingt schön, aber allesamt gute, liebe Jungs, das spüre ich, wohlwissend, dass ich idealisiere, dass sie in der Freizeit bestimmt ihre Frauen verprügeln und alles Mögliche entwenden. Und doch erscheinen sie mir sanfter, feinfühliger und vertrauter als die Deutschen. Vielleicht sind sie etwas zierlicher, vielleicht sind ihre Frisuren nicht ganz so auf der Höhe, aber gerade das macht sie in meinen Augen liebenswert. „Trotz des besseren Wissens“ weigerte sich der Kommentator, ihre Namen mit der richtigen, für das Polnische typischen Betonung auf der vorletzten Silbe auszusprechen. Und ich habe ihm sofort verziehen, obwohl man so etwas mit französischen Namen niemals anstellen würde.

Die Post ging ab, und ich wurde mächtig stolz auf unsere Jungs. Ich schrie bei jedem Beinahe-Tor vor Angst oder Euphorie und wurde ungehalten wie Angela Merkel, nur unter umgekehrtem Vorzeichen. Ich bewunderte den geschickten polnischen Torwart. Ich spekulierte darauf, dass der spanische Schiedsrichter mehr Sympathie den Polen entgegenbringen würde. Viel Aufmerksamkeit schenke ich nicht nur Elch (Łoś) und Hummel (Bąk) – sondern auch zwei Spielern aus der deutschen Mannschaft, Klose und Podolski, aus Gründen, die man sich denken kann. Auch wenn es mich ein wenig störte, wie Podolski beim Grinsen etwas schräg die Zähne zeigte – ich fand die beiden Jungs einfach klasse, und es fiel mir auf, dass vor allem sie für deutsche Torchancen sorgten. Fast hatten sie mit ihrem Charme mein Herz für die deutsche Mannschaft höher schlagen lassen. Ich fand es rührend, wie sich Klose (der doch so polnisch aussieht) und zwei polnische Fußballspieler herzlichst auf die Schulter klopften. Irgendwie sind die nationalen Kriterien bei diesen Spielen in ein erfrischendes Durcheinander geraten. Die Presse berichtete, Klose und Podolski würden manchmal untereinander Polnisch sprechen. Und sie hätten beide polnische Frauen, weil diese aus irgendwelchen Gründen besser für diese Rolle geeignet sein sollen. Was ja unter deutschen Männern eine weit verbreitete Illusion zu sein scheint.

Hin und wieder schaute ich mir die beiden Trainer an. Der polnische saß verkrampft da, guckte finster, seine Lippen und Hände zuckten. Der deutsche fuchtelte mit den Armen, sah viel sportlicher, attraktiver, eleganter aus – Mensch, so eine gute Figur, so dynamisch und emotional! Ich dachte, er wäre dreißig, meine Tochter aber äußerte den Verdacht, er könnte genauso gut fünfzig sein, Deutsche wären eben auch in hohem Alter noch so fit und blond. Nun gut, zugegeben, er sah ganz passabel und sympathisch aus, doch die düstere Nervosität des Polen ging mir auch nahe.

In der Pause tätigte ich einen Anruf: „Für wen bist du?“ fing ich streng an. „Für die Deutschen“, gab Ralf schuldbewusst zu, „aber die Polen sind doch auch toll, Mäuschen.“ „Mensch, wie kannst du denn für die Deutschen sein?“ – fragte ich verzweifelt und spürte, wie plötzlich ein Graben zwischen uns aufgerissen wurde. „Das ist doch ein entscheidender Unterschied zwischen uns!“, stellte ich mit Entsetzen fest. „Ich hätte nie gedacht, dass du nach zehn Jahren, die du mit mir auf Deine ostdeutsche Art verbracht hast, für Deutschland sein würdest“, fügte ich wütend-resigniert hinzu und knallte mit dem Hörer. Mir selbst war allerdings noch bis vor einer Stunde gar nicht bewusst, wie sehr ich mich mit dem Land identifiziere, in dem ich groß geworden bin, auch wenn ich mich dort heute fremder fühle als hier…

Tja, so gespannt und lebendig wie bei diesem Spiel war ich schon lange nicht mehr. Vielleicht 1974, als die Polen den historischen dritten Platz gewonnen haben, mit Trainer Górski, der Legende meiner Kindheit. Eine dunkle Erinnerung steigt in mir auf – LATO? TOMASZEWSKI? Oder als sie bei der Moskau-Olympiade ihr Bestes gaben, da war ich noch ein junges Mädel, und ich kann mich an einen Namen und einen netten Mann dazu erinnern – BONIEK! Doch diesmal sollten die Polen mal wieder verlieren. „Die Polen haben immer Pech“, singt die polnische Band „Big-Cyc“, „niemals haben wir eine Weltmeisterschaft, niemals die Eurovision gewonnen“… Böses ahnte ich bereits, als der deutsche Trainer Stirn an Stirn mit einem schwarzen Spieler im Blickfeld erschien und diesen mit beschwörenden Worten in den Kampf schickte, die sich ungefähr so angehört haben müssen: „Odonkor, du bist die letzte Rettung der Nation!“

Und das war er offensichtlich auch – Mensch, wie kann man nur so schnell sein? Da kann kein Pole doch mithalten, vor allem sind sie jetzt nur noch zu zehnt… Und es kam, wie es kommen musste. Tränen und Zähneknirschen – musste das Tor gerade in den letzten Minuten fallen? Und auch nicht mal von Klose oder Podolski…? Wo man sich schon an den Gedanken an einen Gleichstand, der einen Sieg bedeuten würde, gewöhnte? Wo man sich schon gefreut hat, dass Deutsche in ihrem leichten Größenwahn gebremst werden? „Na endlich“, seufzte Ralf erleichtert am anderen Ende der Stadt. „Nein, nein, nein!“ – schrie ich zur gleichen Zeit an meinem Ende. Draußen knallte es schon. Dann wurde ich ruhig wie Kaczyński als ihm Angela nach dem Spiel die Hand reichte und ihren Arm mit einer Freundschafts-Überlegenheits-Geste jovial um seinen Arm legte. Podolski tröstete den tapferen polnischen Torwart. Der deutsche Trainer strahlte wie der liebe Gott. Den polnischen haben sie gar nicht mehr gezeigt.

Das Telefon klingelte: „Mäuschen, es tut mir leid.“ „Ich will dich nie wieder sehen…“- zischte ich erbost.

Autorin (links) nach dem Lesen ihres Fußball-Texts bei dem Projekt Female Kick 2012 während der Europa Fußballmeisterschaft (Berlin, ehemaliges Amerika Haus); im Hintergrund Ausstellung über schlesische Fußballer in den deutschen Mannschaften

Der Fisch und ich

Była wystawa / Es gab eine Ausstellung

| Galerie

Kulturhaus Spandau | Mauerstr 6 | 13597 Berlin

Der goldene Fisch & das Fahrrad
Das Stückchen der Seele

Fotografie

Ausstellung: Fr. 04.04. – So. 27.04.2014
Vernissage am Donnerstag 3. April um 19 Uhr
Öffnungszeiten: Mo. – Fr., 14 – 18 Uhr | Sa. – So., 14 – 20 Uhr

Eintritt frei

DabrowskiRichard Stanislaw Dabrowski, geboren 1950 in Stettin/ Polen, ist von Beruf Diplom Maschinenbauingenieur – jedoch von Berufung Fotograf.

Seine Lebensauffassungen und Herangehensweisen wurden durch seine bisherigen (Lebens-) Erfahrungen geprägt: ab dem elften Lebensjahr wurde er zum Nonkonformisten; in den 60. Jahren war er Hippie und seit 1977 Oppositioneller und Bürgerrechtler. Bald begann er für Underground Zeitschriften als Fotograf sowie Grafiker tätig zu sein und schrieb darüber hinaus politkritische Texte und war Mitglied des Komitee für die Verteidigung politischer Gefangener.

Es war eine Frage der Zeit, bis SB (Staatssicherheitsdienst) auf ihn IM (Informelle Mitarbeiter) angesetzt hat, um ihn auszuspionieren und zu überwachen, wenn auch nicht immer erfolgreich.

Der Kriegszustand wurde in Polen ausgerufen und das Gericht stempelte ihn scharf als Antikommunisten ab und entzog ihm die berufliche Existenz indem das Berufsverbot als Ingenieur ausgesprochen wurde. Aus dem Ingenieur wurde gezwungenermaßen ein Schlosser, wenn auch nur für 8 Monate.

Den einzig sinnvollen Ausweg stellte die Ausreise aus Polen dar. Im Dezember 1982 saß Richard Dabrowski schließlich mit Frau und zwei Kindern mit einem One-Way Pass im Zug nach West-Berlin, wo er bis heute mit seiner Frau weiterhin lebt. Dieser aufregende Werdegang mit vielseitigen als auch überraschenden Grenz-erfahrungen spiegelt sich in der Arbeit von Richard Dabrowski wieder.

Bis heute wurden seine Fotografien und Serien auf 34 Einzelausstellungen in Polen, Deutschland, England, Dänemark und Österreich präsentiert und durch zahlreiche Publikationen und Preise honoriert.
Heute, nach fast 64 Jahren, ist sein Blick durch die Linse weiterhin humorvoll kritisch, noch geschärfter, aber auch herzlich weicher.

Richards Tochter Anna
(Designerin und auch Fotografin)

***
Richard Dabrowski

Der goldene Fisch & das Fahrrad –
ein Stückchen der Seele

Mit dem Fotografieren beschäftige ich mich aktiv schon 36 Jahre. Diese Portraitreihe fällt jedoch aus dem Rahmen meiner bisherigen Arbeiten. Das hat sicherlich damit zu tun, dass die Idee zu dieser (vielleicht schon meiner letzten) Einzelausstellung, durch einen plötzlichen und ungewöhnlichen Schicksalsschlag ausgelöst wurde.

Im Juni 2006 war ich nach einem Fahrradunfall – mit dem Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung – mehrere Stunden gelähmt und wünschte mir in diesem Moment nichts sehnlicher als den glimpflichen Ausgang des Geschehenen. Durch den Kopf gingen mir banale, stereotypische Gedanken wie flüchtig unsere Existenz sei. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass eine gebrochene Rippe auf die Nerven drückte und so die beängstige Lähmung verursachte.

Nachdem ich wieder zu mir gekommen war, beschloss ich alle meine Freunde und Kollegen sowie Verwandten fotografisch zu verewigen – denn der plötzliche Verlust der Gesundheit oder des Lebens kann jedem widerfahren.

Zur Umsetzung dieser Idee hatte ich mehrere Anforderungen getroffen:
– die Person und ich duzen uns;
– auf allen Fotos werde ich schwarz gekleidet sein, wie die Animatoren im japanischen Puppentheater;
– beim “ersten” Foto – von zwei – soll sich die fotografierende Person selbst ausdenken, so wie sie sich fotografieren möchte, setzt dies erst mit mir als Modell um;
– dann werden die „Rollen“ für das „zweiten“ Foto getauscht, d.h. die Person nimmt nun selbst die Position vor der Kamera ein und ich hinter der Kamera;
– zusätzlich wird allen fotografierten Personen gleiche Frage gestellt:

„Du füllst Deinen Wasserkocher mit Wasser und plötzlich plumpst ein goldener Fisch hinein. Für die Freilassung verspricht er Dir einen Wunsch zu erfüllen. Was würdest Du Dir wünschen?“

Diese zwei inszenierten Fotos zusammen mit der Antwort auf die gestellte Frage bilden diese vielschichtige Fotoserie der Portraitierten. So entstanden im Zeitraum von 2006 bis 2009, die Momentaufnahmen von subjektiv ausgewählten 138 Personen verschie-denen Alters sowie Nationalität und stellen ein soziologisches Mosaik dar.

Verblüffend war festzustellen, dass die Meisten sich und ihren Liebsten „Glück und Gesundheit“ wünschten. Niemand wollte ewigen Frieden auf der Erde, Beseitigung von Krankheiten und Hungersnot, Stopp dem Klimawandel sowie Aussterben von Arten oder, dass, im Gegensatz zu dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik (Prinzip der Entropie), das Universum und Sonnensystem ewig existieren. Niemand wollte unendlich leben und nur fünf Personen einen Wunsch hatten, der die ganze Menschheit betrifft.

An dieser Stelle möchte ich allen „Autoren“ der Ausstellung großen Dank aussprechen. Sie haben einen intimen Teil ihrer Persönlichkeit und Ihre Seele dafür preisgegeben. Zum Glück waren sie keine Mitglieder von Naturvölkern, denn diese lassen sich nicht fotografieren. Sie sind überzeugt, dass sie um ein Teil ihrer Seele beraubt werden. Wenn ich nun hundert Jahre alte Fotos meiner Vorfahren betrachte, glaube ich auch daran.

Leider war es mir nicht gegeben fünfzehn Freunde und Verwandte zu fotografieren, die verstorben sind, bevor ich diese Idee hatte. Inzwischen sind von den Fotografierten vier meiner guten Freunde von uns gegangen.

Zu guter letzt:

Mein Wunsch wurde erfüllt – ich habe eine gesunde Wirbelsäule.

Wenn ich mir noch was wünschen dürfte, würde ich zu gerne meinen Vorfahren begegnen. Am liebsten bis zur Amöbe oder den Affen. Oder, wenn das nicht möglich ist, wenigstens bis zu sieben Generationen, wie das bei Menschen, die Schamanismus praktizieren, üblich ist.

Noch ein paar Sätze zum Selbstportrait, das ich mir ausgedacht habe. Seit 1991, besuche ich jedes Jahr das fünftausend zwei hundert Jahre alte Megalithengrab „Vasagaard“ auf Bornholm. In einem abgedecktenden Stein befindet sich eine Vertiefung für das rituelle Blut, in das ich aus Tradition opfernd Rotwein gieße und zusätzlich einige Schlücke trinke. Nach diesem slawischen Gebrauch versuche ich die Gunst der Götter, die diese heilige Stelle besiedeln, für ein nächstes Jahr zu erbetten. In dem Selbstporträt legte ich bewusst meine Kleidung ab und fotografierte mich nackt, so wie ich geboren wurde. Ebenso wünsche ich mir nackt zu sterben und verbrannt zu werden.

Das ist jedoch bereits mein dritter Wunsch. Der reale goldene Fisch erfüllt angeblich drei Wünsche auf einmal.

***
Ich bin eine von dieser 138 Personen, die von Richard fotografiert wurden. Ich wollte im weißen Kleid fotografiert werden. Mein Wunsch betraf Sterben. Mein Sterben. Aber mehr weiss ich nicht. Kommet und sehet.

Eure Ewa Maria

***

A tu po polsku i koniecznie kliknijcie na hasełko “Zobacz więcej”: http://zpaf.pl/aktualnosci/rd-zlota-rybka/

Ein anderer Gott

Brygida Helbig

Kuchen zum Geburtstag

Man sagt,  viele Deutsche glauben nicht mehr an Gott.  Ich glaube das nicht. Sie glauben nur an einen anderen Gott.

Es fing wie immer unschuldig an. Ein runder Geburtstag von meinem Liebsten näherte sich unbarmherzig. Ich habe gehofft, dass dieses Jahr alles anders sein würde als sonst. Aber nein, ein paar Tage vor dem Fest rief seine Mutter bei uns an: Was möchtest Du denn für einen Kuchen zum Geburtstag, Ralf? Auch seine Schwester verkündete, einen leckeren Kuchen für ihn backen zu wollen. Scheibenkleister, da war er wieder, das Phantom, das mich seit Jahren verfolgt, der Gott aller Deutschen – der selbstgebackene Kuchen. Er packte mich wie jedes Jahr am Kragen, weckte Panikgefühle und Zerrissenheit zwischen zwei widerstrebenden Kräften. Zum einen fühlte ich mich als Frau sofort herausgefordert:  Ich darf ja beim Kuchenbacken nicht schlechter als andere Frauen abschneiden. Ein tief verwurzelter, auf dem Mist jahrhundertealter patriarchaler Unterdrückung gewachsener Frauenstolz wurde angestachelt. Andererseits ahnte ich aber, dass dieses Gebäck-Gefecht mit Mutter und Schwester meines Mannes doch absurd ist und dass ich mich mit den anderen zwei Frauen vielmehr solidarisieren und versuchen sollte, den Zwang zum Kuchen zu unterwandern, den Götzen von seinem Thron zu stürzen.

Und überhaupt: Ist es der Fürsorge für einen einzigen Mann nicht etwas zu viel? Und wozu denn überhaupt drei Kuchen für fünf Familienangehörige, die nach einem üppigen Mittagessen sowieso keinen Hunger mehr haben? Da geht es offenbar um etwas anderes als darum, dass wir alle satt und zufrieden sind. Es geht darum, dem Mann und allen Anwesenden zu beweisen, wie wir ihn lieben und was für vollwertige Frauen wir sind.  So oder so, am heiligen Kuchen darf in Deutschland nicht gerüttelt werden. Daran hängt die Identität einer ganzen Nation, die sich in manchen Dingen immer noch nicht zu entspannen vermag, auch wenn sie überall auf der Welt krampfhaft Entspannung sucht.

„Warum bäckst Du nicht auch einmal selbst einen Kuchen für sich? Oder mit mir zusammen?“, fragte ich meinen Liebsten. „So wie wir Frauen für uns selbst zum Geburtstag einen backen?“  Betretenes Schweigen. Jetzt denkt er, ich, schlaue polnische Frau, die gern untätig auf dem Sofa liegt und sich die Fingernägel lackiert, will keinen Kuchen für ihn backen – eine Schande, die der Gotteslästerung gleicht. Wenn  es keinen kulturellen Zwang gäbe, wenn auch Ralf für mich ab und zu einen Kuchen backen würde, so hätte ich es auch gern gemacht. Doch in Deutschland ist der Kuchen eine höchst verfängliche Sache – Abgründe tun sich auf, wenn man anfängt, an dieser Stelle zu graben. Der selbstgebackene, heute noch am besten naturbelassene Bio-Kuchen ist ein Fetisch. Frauen bauen sich da selbst eine Falle. Wer als Frau Gäste einlädt und ihnen keinen handgemachten Kuchen vor die Nase setzen kann, hat sich kompromittiert.  Es gibt kaum schlimmere Peinlichkeiten hierzulande.

Manche sagen, die polnischen Frauen wären im Vergleich zu den deutschen hinterm Mond, was die Emanzipation betrifft. Doch der Kult des deutschen Kuchens beweist eindeutig das Gegenteil. In Polen ist nichts weiter dabei, wenn man seine Gäste mit einem gekauften Kuchen konfrontiert. Es gilt sogar mitunter als schick, Kuchen von einer guten Konditorei aufzutischen. Diese Sitte scheint aus der Tradition des polnischen Adels zu kommen, genauso wie der Handkuss.

Die erste Begegnung mit dem deutschen Frauenbild hatte ich bereits 1984, kurz nachdem ich aus Polen nach Deutschland übersiedelte. Da wohnte ich einer Hochzeit bei. Die Schwester der Braut besang deren Vorzüge mit dem Spruch: „perfekt im Kochen und Backen“. Dann wurde ich zu einem Geburtstag meiner damals 19-jährigen Freundin nach Wanne-Eickel eingeladen. Für sechs Gäste hat ihre Mutter fünf verschiedene Kuchen hingeschmissen. Sie leuchteten wie Monstranzen auf dem Altar und wir verneigten uns ehrfürchtig vor ihnen und vor der Priesterin. Auf unseren polnischen Partys gab es damals nur spärlich belegte Schnittchen und diese bereiteten wir ohne Beistand unserer Mütter zu. Spätestens ab dem 18. Geburtstag galt es als uncool, Mütter für die Organisation unserer Geburtstage zu engagieren, eher sah man zu, dass diese so wenig wie möglich vom Geschehen mitkriegten.

Später übersiedelte ich nach Berlin und dachte, hier in der Hauptstadt wird alles anders sein. Ich trat einem privaten Frauen-Literatur-Zirkel bei. Wir trafen uns abwechselnd bei jeder von uns und jedes Mal mussten mindestens zwei verschiedene, selbstverständlich selbstgebackene Kuchen auf den Tisch. Als ich an der Reihe war, habe ich einen Kuchen aus Stettin mitgebracht und frech behauptet, ich hätte ihn selbstgebacken. Die Frauen knallten eine ordentliche Portion Schlagsahne drauf und waren überglücklich.

[Ich habe teuflisch gelacht.]

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Reblogs: Drei Jahre danach / Trzy lata później

11.03.2011 / 11.03.2014

Katastrofa nuklearna w Fukushimie nastąpiła 11 marca 2011 roku, gdy tsunami uderzyło w położoną na północ od Tokio siłownię Fukushima, powodując stopienie się prętów paliwowych w trzech reaktorach oraz promieniotwórcze skażenie okolicznych terenów, z których ewakuowano 160 tys. ludzi. Awarii w Fukushimie przypisano najwyższy, siódmy stopień w skali INES (mierzącej od 0 do 7 stopni), który był przypisany katastrofie w Czarnobylu z 1986 r. Po awarii powstały setki stalowych zbiorników na skażoną wodę. W kilku z nich odnotowano nieszczelność, w sierpniu 2013 r. wyciekło 300 ton skażonej wody, w lutym tego roku – 100 ton. Japońskie władze zaklasyfikowały incydent sierpniowy jako trzeci stopień na skali INES. Rzecznik TEPCO, firmy zarządzającej elektrownią, Masayuki Ono, zapewnił, że podejmuje się „różnego rodzaju działania” w związku z wyciekiem, ale że jest mało prawdopodobne, żeby skażona woda dotarła do oceanu.

Trzy lata temu, po katastrofie w Fukushimie, Żywia Karasińska-Fluks opublikowała na blogu “Jak udusić kurę” opowiadanie zatytułowane “Gdzie jest Kazuko?” Sięgnijmy po nie w trzecią rocznicę katastrofy.

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Sind es weiterhin Obdachlosen, die dort arbeiten? Czy w Fukushimie nadal pracują bezdomni?

Nuklearkatastrophe von Fukushima begann am 11. März 2011 mit dem Töhoku-Erdbeben und lief gleichzeitig in vier Reaktorblöcken ab, wo es zu Kernschmelzen kam. Große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt und kontaminierten Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel in der land- und meerseitigen Umgebung.

Kurz vor dem dritten Jahrestag der Reaktorkatastrophe warnte die internationale Ärzteorganisation IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) vor der Vertuschung gesundheitlicher Folgen. Laut der Bielefelder Ärztin Angelika Claußen werden Ärzte in Japan von der Regierung unter Druck gesetzt, wenn sie nach medizinischen Folgen der Katastrophe suchen. Die Journalistin Oshidori Mako berichtet von immer neuen Lecks am Reaktor und von Schulen, die Lebensmittel aus der Region verwenden müssen, um deren Unbedenklichkeit zu demonstrieren.

Am 3. Jahrestag der Katastrophe sehen wir uns einen kleinen Film von der
Aktuelle Stunde, gesendet am 08.03.2014 unter dem Titel: Fukushima – die verschwiegene Gefahr

In Sarmatien

Tak się nazywa ten film. W Sarmacji. Pokazano go w ubiegłym roku na festiwalu filmów dokumentalnych w Dreźnie. Od dziś wchodzi do kin niemieckich.
So hieß der Film: In Sarmatien. Wurde auf dem Dokumentar Film Festival in Dresden im letzten Jahr gezeigt. Ab heute kommt er in Kinos.

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Der Titel des Filmes vebindet ihn mit dem Gedichtband von Johannes Bobrowski – Sarmatische Zeit aus dem Jahre 1961.
Das Motto des Filmes ist ein Zitat aus Novalis: Alle Erinnerung ist Gegenwart.
Motto filmu zostało zaczerpnięte z Novalisa: Wszelkie wspomnienie jest teraźniejszością.

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Originaltitel / Tytuł oryginalny: In Sarmatien Foto1199
Land / Kraj: Deutschland
Jahr / Rok: 2013
Sprache / Język: deutsch, rumänisch, russisch, ukrainisch (niemiecki, rumuński, rosyjski, ukraiński)
Untertitel / Podpisy: deutsche, englische (niemieckie, angielskie)
Laufzeit / Czas: 120 Minuten
Regisseur / Reżyser: Volker Koepp
Musik / Muzyka: Rainer Böhm
Kamera / Operator: Thomas Plenert

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Foto1200Dla Polaków Sarmaci to przedstawiciele kultury sarmackiej czyli szlacheckiej kultury polskiej w okresie między Renesansem a upadkiem Rzeczpospolitej. Dlatego pozwoliłam sobie przypomnieć tu zaczerpnięty z Wikipedii opis geograficznej Sarmacji, bo o nią w tym filmie chodzi.

Sarmacja to pojęcie geograficzne pierwszy raz użyte w starożytności przez geografa aleksandryjskiego Klaudiusza Ptolemeusza. Kraj na krawędzi Europy, od Morza Czarnego i Kaspijskiego ku północy do Zatoki Wenedzkiej (Wenedyjskiej) nad Oceanem Sarmackim, dokąd wpadała rzeka Vistula, Chron, Rudon, Turunt i Chesin. Zachodnią granicą Sarmcji była Wisła, wschodnią – Don.
Informacje te powtórzył i poprawił Maciej Miechowita w swym Traktacie o dwóch Sarmacjach z 1517 r.

Foto1201Film Koeppa to spotkania z ludźmi zamieszkującymi Sarmację, które zostały nakręcone, gdy Sarmacja, pozornie, była jeszcze szczęśliwą krainą zamieszkaną przez szczęśliwych ludzi. Gdy jeszcze nikt nie musiał wiedzieć, kto to jest Janukowicz, ani co to znaczy majdan. Dziś, niespełna rok później, po odrzuceniu przez Janukowicza opcji europejskiej, po trzech miesiącach pokojowych protestów na Majdanie w Kijowie, po krwawych walkach, rozejmie i wkroczeniu wojsk rosyjskich na Ukrainę, nikt nie wie, jak się rozwinie sytuacja i jak tu będzie w przyszłości wyglądalo. Możliwe, że Koepp nakręcił ostatni “przedwojenny” film o Ukrainie.

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Foto1202Auf der Festiwalseite schreibt Ralph Eue über den Film:

Es gibt zwei gegensätzliche Arten, Sarmatien zu beschreiben: als eine Gegend am Rande der bekannten Welt – so sahen es die alten Griechen –, oder als jenen Teil Europas, wo sich das einst sorgfältig vermessene geografische Zentrum des Kontinents befindet. Im Register des aktuellen „Diercke Weltatlas“ wird man Sarmatien indes vergeblich suchen, als Verwaltungseinheit ist es inexistent, und auch Google Maps vermag kein Stück weiterzuhelfen. Dennoch ist Sarmatien kein Hirngespinst.
Für seinen neuen Film ist Volker Koepp dorthin aufgebrochen und lässt uns mit großzügiger Geste teilhaben an seinen Eindrücken und Begegnungen in einer ebenso unbekannten wie eigentlich nahegelegenen Region zwischen Litauen und Weißrussland, zwischen der Ukraine und Polen, welche im Norden an die Ostsee grenzt und im Süden ans Schwarze Meer. Seit langem, mindestens seit 1972, als er „Grüße aus Sarmatien für den Dichter Johannes Bobrowski“ drehte, ist die historische Landschaft in seinem Werk immer wieder präsent. Ähnlich wie Bobrowski sieht auch Volker Koepp hier „jenes Traumland, in dem sämtliche Völker und Religionen ihren Platz fänden, wenn nicht die Geschichte alles eins ums andere Mal umgepflügt hätte“. Die Verwerfungen, die das hinterlassen hat, auch und gerade in den Menschen, die dort leben, und wie diese Menschen trotz allem von innen heraus strahlen, das ist hier aufs Schönste zu erfahren.

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Z filmu zapisałam kilka zdań i sytuacji, które zwróciły moją uwagę. Aus dem Film habe ich ein paar Sätze und Situationen notiert, die meine Aufmerksamkeit weckten.

Ukraina

Ukraina wird sich (an die EU) angliedern, da lernen alle Deutsch.
Ukraina włączy się (do EU), wszyscy uczą się więc niemieckiego.

Wir haben immer die Hoffnung, dass wir näher an Europa kommen.
Wszyscy mamy nadzieję, że zbliżymy się do Europy.

65 % der Jugend möchte Ukraina verlassen.
65% młodzieży chce wyjechać z Ukrainy.

Wir sollen nach Europa, aber es wird nichts daraus werden.
Mamy wejść do Europy, ale z tego nic nie będzie.

Der Druck seitens Russland ist zu groß, man kann nicht atmen.
Presja Rosji jest zbyt mocna, nie można oddychać.

Moldavien / Mołdawia

Moderne Zeit vernichtet schlimmer als Türken und Russen.
Współczesne czasy niszczą gorzej niż Turcy i Rosjanie.

Eigentlich hat sich Europa von uns getrennt.
Europa się od nas właściwie odwróciła.

Königsberg / Królewiec

Schwere Zeiten bringen Menschen dazu, über das Leben nachzudenken.
Ciężkie czasy sprawiają, że ludzie zaczynają się zastanawiać nad życiem.

Es muss besser werden, sonst muss man das Land verlassen, und das möchte ich nicht.
Musi być lepiej, inaczej musielibyśmy wyjechać, a tego nie chcę.

Und am Ende des Filmes, schon nach dem Abspann, sagt Herr Zwilling – der Pessimist aus dem Film “Herr Zwilling und Frau Zuckermann” desselben Regisseurs Volker Koepp: Es wird alles gut werden.
Na zakończenie, już po końcowych napisach, pan Zwilling, pesymista z filmu tegoż reżysera “Herr Zwilling und Frau Zuckermann” mówi: Wszystko będzie dobrze.

Dass es so sein wird.
Oby.

Wieso? Why? Dlaczego?

220px-Stroj_lowickiAlles worüber ich hier schreibe, findet man in Wikipedia. Ausser… Weißt jemand, weshalb Polen nichts zum Immaterielles Kulturerbe zugefügt hat? 

Everything I write here about, you find in Net, but… Could somebody explain me, why there is nothing from Poland in that list?

To, o czym tu piszę, każdy może znaleźć w Wikipedii. Ale nigdzie nie ma wyjaśnienia, dlaczego Polska nie dodała nic do tej listy?

Immaterielles Kulturerbe

Puppentheater, Poetry Slam, Prozessionen, Heilwissen und Geigenbaukunst – all das spiegelt die Bandbreite des gelebten Kulturerbes wider. Die Formen immateriellen Kulturerbes sind entscheidend von menschlichem Wissen und Können getragen. Sie 250px-Oscypkisind Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist, vermitteln Identität und Kontinuität. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und fortwährend neu gestaltet. Zu den Ausdrucksformen gehören etwa Tanz, Theater, Musik und mündliche Überlieferungen wie auch Bräuche, Feste und Handwerkskünste.

Damit das weltweit vorhandene traditionelle Wissen und Können erhalten bleibt, hat die UNESCO 2003 das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Mehr als 150 Staaten wiankisind inzwischen der völkerrechtlich verbindlichen Konvention, die 2006 in Kraft trat, beigetreten. Die drei Listen des immateriellen Kulturerbes veranschaulichen die Vielfalt lebendiger kultureller Ausdrucksformen aus allen Weltregionen.

In Deutschland ist das UNESCO-Übereinkommen 2013 in Kraft getreten. Schrittweise wird ein Verzeichnis des hierzulande gepflegten immateriellen Kulturerbes erstellt. Das bundesweite Verzeichnis soll von Jahr zu Jahr wachsen und langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen.

lancuch_headCzym jest niematerialne dziedzictwo kulturowe?

Bardzo ważną częścią dziedzictwa oprócz zabytków, dzieł sztuki i kolekcji cennych eksponatów jest także tradycja, żywe niematerialne przejawy kultury odziedziczone po przodkach i przekazywane kolejnym pokoleniom.

  • Tradycje i przekazy ustne między innymi bajki, przysłowia, pieśni, oracje, opowieści wspomnieniowe i wierzeniowe, historie, przemowy, lamenty pogrzebowe, zawołania pasterskie i handlowe, w tym język jako nośnik niematerialnego dziedzictwa kulturowego;
  • sztuki widowiskowe i tradycje muzyczne w tym tradycje muzyczne wokalne, instrumentalne i taneczne, widowiska religijne, karnawałowe i doroczne;podlazniczka
    • praktyki społeczno-kulturowe takie jak zwyczaje, rytuały i obrzędy
    • doroczne, sytuacyjne i rodzinne, chrzciny, wesela, pogrzeby, ceremoniały lokalne i środowiskowe, zwyczaje odpustowe i pielgrzymki, gry i zabawy, folklor dziecięcy, sposoby świętowania, praktyki służące nawiązywaniu kontaktów międzyludzkich, sposoby składania życzeń, tradycyjne wyobrażenia o wszechświecie na przykład meteorologia ludowa;
    • wiedza i praktyki dotyczące przyrody i wszechświata; tradycyjne sposoby leczenia; zamawiania miłosne i medyczne, a także
    • wiedza i umiejętności związane z rzemiosłem tradycyjnym……wszystko to i wiele innych, niewymienionych tu zjawisk w całym ich bogactwie i różnorodności określamy jednym terminem – niematerialne dziedzictwo kulturowe.

przezogniskoUNESCO Intangible Cultural Heritage Lists

are established by UNESCO aiming to ensure the better protection of important  intangible cultural heritages worldwide and the awareness of their significance. Through a compendium of the different oral and intangible treasures of humankind worldwide, the program aims to draw attention to the importance of safeguarding intangible heritage, which has been identified by UNESCO as an essential component and a repository of cultural diversity and creative expression.

The programme currently compiles two lists. The longer Representative List of the Intangible Cultural Heritage of Humanity comprises cultural “practices and expressions [that] help demonstrate the diversity of this heritage and raise awareness about its importance.” The shorter List of Intangible Cultural Heritage in Need of Urgent Safeguarding is composed of those cultural elements that concerned communities and countries consider require urgent measures to keep them alive.

Palma.wielkanocna.AnetyThe programme was established in 2008, when the Convention for the Safeguarding of Intangible Cultural Heritage took effect. Prior to this, a project known as the Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity has already been active in recognizing the value of intangibles such as tradition, custom and cultural spaces and the local actors who sustain these forms of cultural expressions through a Proclamation. Identification of the Masterpieces also entails the commitment of states to promote and safeguard these treasures, while UNESCO finances plans for their conservation. Started in 2001 and held biennially until 2005, a total of three Proclamations occurred, encompassing 90 forms of intangible heritage around the world.

The 90 previously proclaimed Masterpieces have been incorporated into the Representative List of the Intangible Cultural Heritage of Humanity as its first entries, to be known as elements.Subsequent elements will be added following the assessment of nominations submitted by national governments acceding to the UNESCO Convention, termed as member states, who are each allowed to submit a single candidature file, in addition to multi-national candidatures. A panel of experts in intangible heritage and an appointed body, known as the Intergovernmental Committee for the Safeguarding of Intangible Cultural Heritage, then examine each of the nominations before officially inscribing the candidates as elements on the List.

76 more elements were added on 30 September 2009, during the fourth session of the Committee, and a further 47 in 2010.