Bilderatlas Mnemosyne

Ausstellung zum Buch

Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne
Das Original
04.09.–30.11.2020
Haus der Kulturen der Welt

John-Foster-Dulles-Allee 10/ 10557 Berlin
Tel. + 49 – (0)30 – 397 87 0 / Fax +49 – (0)30 – 394 86 79/ info@hkw.de
Öffnungszeiten: täglich außer Di 12–20h
Eintritt:  7€/3€ Unter 18 Jahren Eintritt frei

Umfassende Hygienevorkehrungen zum Schutz der Besucher*innen und Mitarbeiter*innen beinhalten eine begrenzte Besucher*innen-Kapazität und ein kontaktloses Ausstellungserlebnis. Bitte tragen Sie vor Ort einen eigenen Mund-Nasen-Schutz und halten Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Besucher*innen ein. Wir empfehlen, eigene Kopfhörer mitzubringen.

In den 20er Jahren entwickelte der Kunst- und Kulturwissenschaftler Aby Warburg (1866–1929) seinen Bilderatlas Mnemosyne, der wiederkehrende visuelle Themen und Muster von der Antike über die Renaissance bis zur Gegenwartskultur nachzeichnet. Sein Ansatz ist Inspiration für die visuell und digital dominierte Welt von heute. Das HKW präsentiert alle 63 Tafeln des Atlas – erstmals wiederhergestellt mit Warburgs originalem Bildmaterial.

Aby Warburg studierte die Wechselwirkungen von Bildern aus verschiedenen Epochen und kulturellen Kontexten. Er entwickelte den Bilderatlas Mnemosyne, um die Einflüsse der Antike auf die Renaissance und weit darüber hinaus bildlich darstellbar zu machen. Der Atlas bestand in seiner letzten Version aus 63 großen schwarzen Tafeln, auf denen Warburg fotografische Reproduktionen von Kunstwerken aus dem Nahen Osten, der europäischen Antike und der Renaissance neben zeitgenössischen Zeitungsausschnitten und Werbeanzeigen anordnete. In den Jahren vor seinem Tod 1929 experimentierten Warburg und seine engsten Mitarbeiter*innen Gertrud Bing und Fritz Saxl mit Form und Funktion des Bilderatlas. Ihr Ziel war eine Publikation, die für die Diskussion zwischen Expert*innen ebenso wie für das breitere Publikum gedacht war. Im Entstehungsprozess entwickelte sich der Atlas zu einem Erkenntnisinstrument.

Warburgs Methode setzte neue Maßstäbe: Sie bestand darin, kanonisierte Bilder neu anzuordnen und sie epochenübergreifend zu betrachteten; sein Projekt überschritt die Fachgrenzen zwischen Kunstgeschichte, Philosophie und Anthropologie und war grundlegend für die heutigen Disziplinen der Bild- und Medienwissenschaften. Heute bietet sein Umgang mit dem Bildgedächtnis Inspiration und alternative Routen durch eine von visuellen Medien bestimmte Realität.

Die Ausstellung im HKW stellt die letzte dokumentierte Version des Atlas von Herbst 1929 nahezu vollständig mit den Originalabbildungen wieder her: Dafür haben die Kuratoren Roberto Ohrt und Axel Heil in Zusammenarbeit mit dem Warburg Institute den größten Teil der originalen, teils mehrfarbigen 971 Abbildungen in der 400.000 Objekte zählenden Photographic Collection des Instituts aufgespürt – und präsentieren so zum ersten Mal nach Warburgs Tod die 63 Tafeln seines unvollendeten Hauptwerks. Zum ersten Mal zu sehen sind außerdem 20 unveröffentlichte großformatige Abbildungen von Tafeln, die bisher nur im Archiv des Warburg-Instituts zugänglich waren: Sie gehören zu den Vorversionen des Atlas, größtenteils im Herbst 1928 entstanden, und werden in großen Fotoabzügen von den schwarz-weißen Originalnegativen präsentiert.

***
Die Ausstellung wird kuratiert von Roberto Ohrt und Axel Heil in Zusammenarbeit mit dem Warburg Institute.
Im Rahmen von Das Neue Alphabet

Parallel zur HKW-Ausstellung zeigt die Gemäldegalerie in der Ausstellung Zwischen Kosmos und Pathos Kunstwerke von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Neuzeit, die Warburg als Vorlagen seiner enzyklopädischen Bildersammlung dienten.

Buch zur Ausstellung

Herausgegeben von Haus der Kulturen der Welt und The Warburg Institute; Roberto Ohrt, Axel Heil
Verlag: Hatje Cantz, 2020
Gestaltung von Axel Heil, Christian Ertel, fluid editions
184 Seiten, Englisch
83 ganzseitige Abbildungen und über 170 Textabbildungen, gebunden, 44 x 60 cm
ISBN 978-3-7757-4693-9
Preis: 200 €

Versandbestellungen über den Verlag

In den 1920er Jahren arbeitete der Hamburger Kunst- und Kulturwissenschaftler Aby Warburg an seinem Bilderatlas Mnemosyne, jenem Tafelwerk, das in der Zwischenzeit zu einem Mythos der modernen Kunstwissenschaft und zum Basisprogramm der Bildwissenschaft avanciert ist. In ihm schuf Warburg ein visuelles Referenzsystem, das seiner Zeit weit voraus war. Roberto Ohrt und Axel Heil haben nun in Zusammenarbeit mit dem Warburg Institute den Versuch unternommen, alle Einzelbilder des Atlas ausfindig zu machen und diese Reproduktionen von Kunstwerken aus dem Nahen Osten, der europäischen Antike und der Renaissance so zu zeigen, wie Aby Warburg sie selbst auf mit schwarzem Stoff bespannten Tafeln angebracht hat. Damit zeigen der Folio-Band und die Ausstellung im HKW im Herbst 2020 sein gesamtes unvollendetes Hauptwerk zum ersten Mal nach Warburgs Tod.

Der Kunsthistoriker Roberto Ohrt und der Künstler Axel Heil haben im 400.000 Einzelbilder umfassenden Bestand der Photographic Collection des Warburg Institutes, nach den Abbildungen des Atlas geforscht. Ihre Arbeit ist eine umfassende Würdigung der gesamten Bilderwelt Aby Warburgs.

Mit Beiträgen von Roberto Ohrt, Axel Heil, Bernd M. Scherer, Bill Sherman, Claudia Wedepohl.


EMS: Am Tag der Ausstellungseröffnung gebe ich dazu meinen eigener Berliner Fund – auf dem Foto das Kleid von Primavera entdeckt in einem türkischen Laden mit Hochzeitsgarderobe:

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