Modenschau für Blinden

Ewa Maria Slaska

Es ist die Fortsetzung der Seite von Karsten Hein “Die Schönheit der Blinden” – mein Anteil am Gelingen seines Projekts. Ich machte schon früher solche Bilderbeschreibungen, für die Ausstellung habe ich mehrere Bilder beschrieben, wählte hier aber nur fünf. Sie wurden mir ganz zufällig zugeteilt. Für mich bildeten sie trotzdem eine in sich geschlossene Geschichte: Defragmentierung des Ichs.

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Drei Männer und eine Frau in einem undefinierbarem Innenraum, oben weiß getüncht und unter dunkelbraun. Ein Mann in weißem Hemd steht ganz vorne am rechten Rand des Bildes. Sein Gesicht ist abgeschnitten und verschwommen. Nicht desto trotz weißt man, dass er der wichtigste Protagonist der Szene ist. Er lächelt sehr breit. Zwei Männer hinter ihm, obwohl besser sichtbar, sind nur Zuschauer.  Einer mit geliertem nach oben gezupften Haar trägt eine schwarze Sonnenbrille. Der andere scheint ganz andächtig auf die Hände der Frau zu schauen, die links steht und sehr konzentriert etwas auf dem Rücken des Mannes in weißem Hemd zupft. Man sieht sie vom rechten Profil. Sie wirkt wie eine blasse Indianerin mit rot geschminkten Mund.

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Eine Frau in grauer schwarz gemusterten Bluse steht neben einen schlanken Mann in weißem Hemd. (Es sind wahrscheinlich dieselbe Menschen wie auf dem Bild Nr. 7, zumal man auch die zwei Zuschauer vom Vorhin vermutet – von einem, rechts vom Mann im Hemd, sieht man die Finger seiner linken Hand, von dem anderen – hinterm Hemdkragen der männlichen Hauptfigur ein Stückchen vom Stirn und Haare. ) Die Frau mit spitzen dunkel lackierten Fingernägel berührt mit ihrer rechten Hand das Hemd des Mannes, schaut aber nicht in seine Richtung, sondern nach unten. Sie wirkt wie eine Ärztin, die vielleicht  den Puls des Mannes abhört, indem sie seine Brust leicht berührt. Von dem Mann im Hemd, der eigentlich den Großteil des Bildes annimmt, sieht man nur das Hemd, Hals und Unterkiefer. Er lächelt ganz ganz leicht.

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Zwei Figuren auf dem Bild waren schon auf den Bildern 7 und 8 zu sehen – der Mann in weißem Hemd (jetzt sieht man, dass er auch eine weiße Hose trägt und schwarzen Gürtel mit metallener Schnalle), der ganz zentral im Bild steht und die schwarzhaarige Frau, die neben ihm kniet. Von ihr sieht man nur den Arm, rechtem Profil und rechte Hand mit bemalten Nägel, von ihm lediglich den mittleren Körperteil, vom Oberschenkel hin bis Stückchen über die Taille. Er steht zwar nicht steif, aber doch bewegungslos, mit beiden Armen nach unten, dem Stegreif entlang. Die Frau berührt ganz leicht den Hosenschlitz der weißen Hose, die mit kleinen roten Schrägstichen bestickt ist. Vor dem Mann im Weiß steht, unerklärlich  und fast bedrohlich nah, ein dunkel angezogener, kaum sichtbarer Mann, der in der linken Hand einen dünnen Stiel hält, von einem Mop vielleicht.

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Es ist ein Bild von dem weißen Mann von den Fotos 7,8 und 9, der hier aber nicht mehr zu erkennen ist. Er steht immer noch zentral im Bild. Man sieht nur ein Stückchen seiner Teille und des Hemdes, sowie ein Teil des rechten Ärmels. Um ihm herum drängeln sich fünf Hände, die drei oder gar vier Personen gehören, die allesamt etwas an dem weißen Hemd ziehen, zupfen oder betasten. Eine Person, neu in der bisherigen Konstellation, die sich am rechten Rand des Bildes befindet, wahrscheinlich eine weiß angezogene langhaarige Frau mit einem rosa Schal, ist die einzige, die den Mann mit aller Sicherheit  mit ihrer zwei Händen berührt, oder gar ankratzt und angreift. Sie unterscheidet sich somit von allen anderen, die vorhin entweder ganz unbeweglich da standen oder nur ganz leichte Berührungen betätigten. Die neue Person dagegen wirkt dominant und possesiv.

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Diesmal sieht man den Mann im Weiß von hinten, vom Po ab zu Schulterblätter. Er steht ganz still und hinter ihm stehen drei Personen, von denen man nur Hände sieht. Sie alle verbessern etwas am Hosensattel oder Hemd des Mannes. Die zwei Hände und nackte Unterarme im Hintergrund gehören wahrscheinlich einer Frau, die zwei in der Mitte – in den schwarzen Ärmeln, linke Hand mit einer dicken Uhr  und zwei massiven silbernen oder stahlernen Eheringen – einem Mann. Von der Person, die ganz vorne steht, kann man unmöglich sagen, ob ein Stückchen Hand, das man sieht, einem Man oder einer Frau gehört.

***
Wenn man all diese Bilder als eine Reihe sieht, kann man sagen, dass sich auf dem ersten Bild vier glückliche Menschen befinden, konkrete Personen, mit Gesichter und Namen, auch wenn wir sie nicht kennen. Diese vier Personen werden im Laufe dieser kurzen Geschichte immer stärker fragmentiert und depersonaliesiert, um auf dem letzten Fotos als laute Fragmente anonymer Menschen zu enden. Sehr befremdend.

Fotos: Karsten Hein. Mehr über das Projekt auf der Seite “Bilder für die Blinde”

Kommunikationsmittel

Aus den Erzählungen der Persischen Gattin:

Seit einigen Monaten bin ich mit einem echten Perser verheiratet und bin nun die persische Gattin geworden. Erstaunlich, was das Leben manchmal mit sich bringt… In kurzen Erzählungen werde ich verschiedene Aspekte meiner Besuche in Teheran beschreiben. Und damit ich nichts auslasse, unterteile ich meine Geschichten in thematische Kapitel.

Kapitel 1: Kommunikationsmittel

Flugzeug:

Etwa 6 Stunden dauert die Reise nach Teheran, und es gibt nichts außerordentliches daran, außer einer Sache:  kurz vor der Landung am Flughafen Imam Khomeini in Teheran weckt mich nicht die Ansage des Bordpersonals, sondern eine heftige Geräuschkulisse: ein aufdringliches Rascheln verschiedener Stoffe. Ich schaue mich noch verschlafen um, und sehe, dass alle Frauen im Flugzeug von irgendwo ein Schaal oder Halstuch hergezaubert haben, die sie jetzt synchronmassig, wie auf Befehl,  über die meist glänzendschwarze oder blondgefärbte Haare, die an das Fell eines Kamels erinnern, werfen. Mein Mann hält mir mein Halstuch hin und flüstert: es wird Zeit, zieh das an, sonst kommen die Revolutions-Wächter (meist alte Frauen in schwarze Tschadors gehüllt, die über das islamische Moral wachen) und holen dich ab. Obwohl mein Mann sich bemüht, dass es nicht bedrohlich klingt, weiß ich, dass dies keine leeren Worte sind.  Und ab diesem Zeitpunkt ist das violette Halstuch mein ständiger Begleiter. Ehrlich gesagt habe ich nichts gegen das Kopftuch, da die meisten  Hauptstadt-Perserinnen ihre Kopftücher so, wie die großen Stars in Cannes in einem Cabrio, oder zur Goldene-Palme Verleihung tragen, was sehr schick aussieht, wäre da nicht diese kleine Tatsache, dass ich echt schlecht höre. Die Stimmen drängen sich nun kaum durch den Stoff meines Kopftuches und ich fühle mich, als ob ich unterm Wasser wäre.

Bus:

Die Busse sind in Teheran sehr modern und in zwei Abteilungen geteilt. Die Frauenabteilung befindet sich vorne – unmittelbar hinter dem Busfahrer und beträgt etwa ein Fünftel der Busfläche. Die riesige Männerabteilung ist im hinteren Teil. Zwischen den Zonen gibt es eine Stange, die man aus moralischen Gründen nicht überschreiten darf. Der Frauenabteil wird sehr schnell brechend voll. Ich stehe wie eine Sardine in der Dose, zwischen den Perserinnen in schwarzen Tschadors, (die wir intern “Zelte” nennen,) oder der in bunten Mäntelchen, die unbedingt über das Popo reichen und es bedecken müssen, und bunten Kopftüchern. Ich schaue zu meinem Mann rüber, der sich bequem auf einem Sitz gemacht hat und staune, der Männerabteil ist fast leer! Ich muss ganz politisch unkorrekt an die Filme über das Warschauer-Ghetto denken, mit welchen die uns in Polen zur Kommunismus-Zeit in der Schule gefuttert haben. Da standen auch die Juden in den Straßenbahnen, zusammengequetscht und die Deutschen haben sich breit gemacht. Ich nehme mir vor, einen Brief an Ahmadinejad zu schreiben. Ja, ja das ist echt möglich, denn Ahmadinejad hat gesagt, dass jeder ihm einen Brief schreiben darf, wenn er etwas benötigt oder etwas ändern will. Mit den Änderungsvorschlägen da hat sich niemand getraut, aber die Iraner haben ihm durchaus geschrieben, dass sie einen Kühlschrank, oder Teppich, oder Monatsticket brauchen, und viele davon haben diese Sachen tatsächlich gekriegt. Plötzlich – eine Unruhe und Flüstern unter den Frauen, die haben es gecheckt, dass ich Ausländerin bin, schauen mich, wie ein UFO an und flüstern aufgeregt untereinander. Es ist mir etwas peinlich, aber ich kann es ihnen nicht übel nehmen, denn die Touristen sich so selten in Iran blicken lassen, wie Afrikaner in der 80. in Polen: Man sichtet uns Touristen zwar ab und zu auf den Teheraner Straßen, aber wir sind eine Rarität und ein Gesprächsstoff der Extra-Klasse bei dem Abendessen jeder iranischen Familie. Ratz Fatz wird für mich ein Platz frei gemacht und ein Höflichkeitsritual, der ” Tarof”  heißt, beginnt. Das Ganze ist sehr zeitaufwendig  und verläuft nach einem festen Muster, der ungefähr so aussieht: Eine Zelt-Frau erhebt sich und sagt zu mir: bitte liebe Frau, setzen sie sich, bitte, bitte. Daraufhin antworte ich ungefähr so: Ihre Hände sollen nicht weh tun, bleiben Sie doch bitte sitzen. Die Zelt-Frau staunt kurz, dass ich ihr auf Persisch antworte, aber sie sammelt sich schnell und fährt unbeirrt mit dem Tarof fort:  Aber nein, liebe Frau, setzen sie sich doch, ihre Hände sollen Ihnen nicht weh tun, ich würde mich für Sie opfern. Und daraufhin, bin ich gezwungen zu sagen: aber nein, danke schön, ich opfere mich für Sie, Ihre Hände sollen nicht weh tun… Und das ganze wiederholt man drei Mal! Und erst danach darf ich ihren Platz annehmen, sonst wäre ich für sie, wie jemand aus dem Busch, grob und komplett unerzogen.

U-Bahn:

Im Gegensatz zu Bus wird die U-Bahn nicht nach Geschlechtern zweigeteilt. Es gibt zwar zwei Waggons im vorderem und hinterem Teil des Zuges, die nur für Frauen bestimmt sind, aber der Rest ist koedukativ. Das wundert mich tierisch, weil es so unlogisch ist. In dem Bus muss alles nach dem Prophet gehen und in der U-Bahn nicht… hmmm, dann ist der Moral auch zweigeteilt. Ich frage meinen Mann wieso das so ist, der weißt es auch nicht.

Das Auto:

Es ist für die Iraner das beliebteste Kommunikationsmittel. Jeder hat ein Auto, oder strebt danach, eins zu haben. Und wenn man bedenkt, dass in Teheran inoffiziell 17 Millionen Menschen wohnen, kann man sich vorstellen, was auf den Straßen los ist. Stau ist ein normaler Zustand, man fährt Stange in Stange und kann buchstäblich unterwegs Blumen aus den Fenstern pflücken, oder von den Straßenhändler gemütlich gekochtes Rote-Bete oder Nun-Homei (persische Windbeutel) kaufen. Die Regierung kämpft mit dieser Lage und jeden zweiten Tag dürfen bis 18 Uhr nur Autos mit geraden oder ungeraden Zahlen in den Nummernschildern fahren. Trotzdem wegen der Pollution werden die Schulen oft, manchmal auch für eine Woche, zugemacht, damit Kinder zu Hause bleiben und den Smog nicht einatmen müssen. Was die Fahrkultur angeht, hat das mit der uns bekannten nichts zu tun. Man fährt über rot, hupend wie wild, biegt abrupt ab, ohne zu blinken, parkt auf dem Gehweg, laut lachend, wenn die Passanten, schreiend, wie ein verscheuchter Hühnerschar in alle Richtungen weglaufen.

Das Motorrad

Ein Motorrad in Teheran zu besitzen gleicht einem Todesurteil. Selber habe ich gesehen, wie bei einem Motorradunfall eine Zelt-Frau in die Luft flog und gegen den harten Straßen-Asphalt prallte. Die meisten Fahrer sind an ihr vorbeigefahren und nicht mal in diese Richtung geblickt.

Das Fahrrad

Das Fahrrad ist den Perser als Kommunikationsmittel komplett unbekannt. Es gibt zwar in Teheran Fahrradverleihe- schicke Häuschen aus Glas, platziert an den Rändern der größeren Teheraner Straßen,  voll mit ganz modernen, schönen, nagelneuen Fahrrädern – ein Geschenk der Regierung, das komplett in die Hose gegangen ist. Man schaut  sich  die Fahrräder an, bewundert sie, fährt aber nicht damit. Weder mein Mann noch ich haben in Teheran je einen Fahrradfahrer gesichtet.

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Nächste Woche erzähle ich, wie ich an exklusiven, persischen, religiösen Festivitäten teilgenommen habe. Zusätzlich kommt der 1. Teil aus den Erzählungen meiner geliebten und glorreichen Schwiegermutter –  Monavar (Monavar, rechts im Bild, daneben ihre Schwester, Yazd, Iran 2013)

Die Schönheit der Blinden

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Modenschau und Ausstellung

Hände tasten über einen schimmernden Stoff, dann über einen flauschigen, dann über feine und glatte und grobe und rauhe; staunende und konzentrierte Gesichter, rätselhafte Blicke.
Fotografien einer Modenschau von Blinden für Blinde. Blinde Models und ein blindes Publikum, eine Modenschau zum Anfassen.

Ausgangssituation

Es gibt heute viele selbstbewußte Blinde, die im Berufsleben stehen und eine Rolle in der Gesellschaft spielen, denen es wichtig ist, dem allgemeinen Bild der Blinden eine selbstbewußte Wendung zu geben. Die Welt der Blinden ist anders als die der Sehenden – sie ist nicht per se schlechter, geschweige denn bemitleidenswert.
Unser Projekt zielt auf ein postives Bild von Blindheit – die Schönheit der Blinden.

zaproszenie2str2Die Modenschau

Zur gleichen Zeit, als ich vor drei Jahren Blinde für meine Fotografie entdeckte, taten sich mehrere blinde Frauen zusammen, um in zwei Büchern über das Thema „Blindheit und Schönheit“ zu reflektieren und aus ihrer Perspektive über ihre Wahrnehmung des Gesehenwerdens, über ihr Bedürfnis nach Wahrgenommensein zu schreiben.

Gemeinsam möchten wir dieses Projekt realisieren.

Veranstaltungsort wird die Aula des BfW Halle sein. Die Kleider werden von drei bis vier Modedesignern stammen, teilweise von Modestudenten der Kunsthochschule Halle.
Besonders wichtig ist die Vielfalt der Oberflächenstruktur der benutzten Stoffe und sonstigen Materialien; dessen was die Blinden mit ihren Händen “sehen” können.

Die Bilder

Die Veranstaltung wird nicht vor sehendem Publikum stattfinden. Sie wird nur in Gestalt ihrer fotografischen Dokumentation, in einer Ausstellung und einer Website und ggfs einem Katalog veröffentlicht werden.

Die Fotografien bieten sozusagen einen Blick in eine geschlossene Gesellschaft: Blinde haben etwas, das Ihr Sehenden nicht habt! Die Blinden sind schön und ihre Welt, in die die tastenden Hände hineinführen, ist es ebenfalls.

Meine Entdeckung beim Fotografieren war, daß viele Blinde sich nicht nur sehr gut fotografieren lassen, sondern unter den richtigen Voraussetzungen dabei sogar zu ganz besonderem Ausdruck fähig sind. Ich muß nur mein Vorgehen ein wenig anpassen. Das Fotografieren mit Blinden ist ein langes ruhiges Gespräch, untermalt von sporadischem Klicken. Dies vorausgesetzt läßt sich bei manchen Blinden ein reinerer Ausdruck, eine unverstelltere Mimik finden als bei vielen Sehenden.

Fast ebenso wichtig wie die Gesichter sind bei unserem Projekt die Hände der Abgebildeten.

Ohnehin sind Hände ein wertvoller Bestandteil bei Portraits, da sie viel über den Portraitierten erzählen. Zudem können sie Bildern sowohl Intimität als auch Dynamik verleihen. Jede Handbewegung zum Körper hin ist ein Zeigen – es schafft Beziehungen.

Das gilt umso mehr für die Hände von Blinden beim Tasten. Wenn Blinde etwas ertasten, sieht es ganz anders aus, als wenn Sehende das versuchen.

Eben als ob – was ja der Fall ist – jede ihrer Bewegungen einen Sinn hätte. Es wirkt auch viel eleganter als die Bewegungen Sehender, gerade auch auf Fotos.

Damit die tastenden Hände in der Ausstellung sozusagen ein Ziel haben, werden die Kleider mit Texten in Punktschrift versehen sein. Wir haben eine Kunststickerin gefunden, die die unseres Wissens erste Technik entwickelt hat, mit der Kleidung wirklich gut tastbar mit Punktschrift bestickt werden kann. (Das könnte übrigens auch einen praktischen Nutzen haben: Man könnte damit zB die Farbe des Kleidungsstücks und die Waschanweisungen auf den Saum sticken.)

Die Ausstellung

In der Ausstellung werden dann parallel zu den Bildern die Erlebnisberichte und Reflexionen der Blinden hörbar gemacht. Die Models und die Besucher werden aus ihrer Perspektive die Veranstaltung und die Kleider beschreiben.

Die Texte und einige O-Töne werden aufgenommen werden, so daß sie in der Ausstellung auf verschiedene Weise wiedergegeben werden können. Teils zum Hören, teils auf Tafeln gedruckt, in Punkt- und in “Schwarz”-Schrift.

Für blinde Ausstellungsbesucher wiederum werden die Fotos von unseren Bildbeschreibern  beschrieben. Auf diesem Feld haben wir durch unseren Bildbeschreibungsblog „Bilder für die Blinden“ bereits Erfahrung. Es ist übrigens das erste Projekt seiner Art und kommt in der Blindenszene sehr gut an. Gegründet habe ich den Blog als Grundlage für meine Arbeit mit blinden Darstellern, um mich mit ihnen über unsere gemeinsame Arbeit austauschen zu können.

the soundtrack to mein herz

Alexander Gumz

                           tłumaczyła ©Karolina Golimowska

THE SOUNDTRACK TO MEIN HERZ

ist das meer, natürlich. eine abfolge von irrfahrten.
wissen die krebse, wer sie über die felsen schleift?

vielleicht ist es ihnen egal. wie ihren scheren egal ist,
wer sich an ihnen schneidet. dumme sache das.

wie zu behaupten, dass die fenster früher, als wir
nicht hinschauten, kinder bekamen.

daher die vielen paläste, daher die wolkenkratzer
am strand. ist es das, was im sommer

zwischen unsern knien zu flattern beginnt?
wenn das salz sie kitzelt, öffnen sie sich,

ein zucken und knirschen. mein herz ist der song,
den wir hören, solang wir ratlos

auf dem grund liegen. wir haben vergessen
wie man die brandung abstellt.

***

SOUNDTRACK DO MOJEGO SERCA

to morze oczywiście. kolejność tułaczek.
czy raki wiedzą, kto każe wlec się im po skałach?

może jest im wszystko jedno. tak, jak ich szczypcom wszystko
jest jedno, kto się o nie skaleczy. głupia sprawa to.

to tak, jakby przypuszczać, że okna, wcześniej,
kiedy nie patrzyliśmy, rodziły dzieci.

stąd te liczne pałace, stąd drapacze chmur
na plaży. czy to jest to, co latem

zaczyna łopotać między naszymi kolanami?
gdy połaskocze je sól, otwierają się,

drżą i skrzypią. piosenka, której słuchamy,
to moje serce, tak długo, jak bezradnie

leżymy na dnie. zapomnieliśmy już
jak wyłącza się morskie fale.

***

DAS WUNDVERZEICHNIS, BRUDER

einschmelzen die geschlechter, überziehen
mit einer spröden glasur. stich für stich
die glieder zurückbinden. ausgepumpt.

das kinn erhoben. eine lange nadel
läuft ins unsichtbare. jede nacht
zwischen auferstehung und klogang.

eine röhre um den schmalen schmerz,
acht monate zusammen stolpern
durch all die verpassten momente.

einmal springen übers viel zu straffe netz.

(für meinen vater)

***
INDEKS RAN, BRACIE

stopić płcie, powlec je
kruchą polewą. ukłucie za ukłuciem
ponownie związać ze sobą członki. wycieńczone.

uniesiony podbródek. długa igła
prowadzi w otchłań. każdej nocy
między zmartwychwstaniem i wyprawą do ubikacji.

rura wokół wąskiego bólu,
osiem miesięcy wspólnego potykania się
o wszystkie przegapione chwile.

przeskoczyć raz przez za mocno napiętą siatkę.

(dla mojego ojca)


Gedichte auf deutsch erschienen in: / Wiersze (po niemiecku) ukazały się:

Alexander Gumz: ausrücken mit modellen. Gedichte.
kookbooks, Berlin 2011
mit einem Nachwort von Antje Rávic Strubel, gestaltet von Andreas Töpfer
ISBN 9783937445441

 

Grenze / Granica

2010 hat Dorota Cygan diesen Text in beiden Sprachversionen zugleich geschrieben. Er wurde auf Deutsch und Polnisch in der Bibliothekenzeitschrift “Pro libris” in Zielona Góra veröffentlicht. Den Text gibt es in beiden Sprachen im Internet, daher hier nur zwei Fragmente, damit man auf den Geschmack kommt.
Achtung: Die Fragmente ergänzen sich.

Dorota Cygan napisała ten tekst w roku 2010. Został on po polsku i po niemiecku opublikowany w czasopiśmie biblioteki w Zielonej Górze “Pro libris”. Ponieważ można go przeczytać w obu językach w internecie, przedrukuję tu tylko dwa fragmenty, zachęcając gości tego blogu do przeczytania całego artykułu w sieci.
Uwaga – fragmenty się uzupełniają.

Dorota Cygan

(…)

Eine Region – zwei Heimat(-)

Der Weg zurück nach Berlin vom Dolmetscheinsatz führt durch ein Dorf im Kreis Lubań/Lauban. Für diesen Beitrag müssen dramatis personae der längst vergessenen Kriegszeit nicht anonymisiert werden – die noch leben, würden vielleicht gern selbst Zeugnis ablegen und ihre Befindlichkeit über all die Jahre schildern. Der Zeitgeist will es aber, dass alle Akte der dramatischen Handlung hinter sich gelassen werden, denn der vollständige szenische Dialog wäre eh nicht mehr zu rekonstruieren – durch den Exitus der ältesten Figur.

Mit 14 Jahren kommt sie als Landarbeiterin aus Südpolen hierher. Zwangsarbeit wäre ausgerechnet in diesem Fall nicht das richtige Wort, denn sie meldet sich – der nationalsozialistischen Werbepropaganda folgend – freiwillig, um dem Hunger zu entkommen, und gibt dazu ein falsches Geburtsdatum an, um als älter eingestuft zu werden. Kurz vor Kriegsende bringt sie ein Kind zur Welt und wird niemandem je verraten, wer der Vater ist. Mit gutem Grund. Denn nach Kriegsende geht sie zu ihren Verwandten zurück, wird zur Heirat gezwungen, lässt für ihre Tochter eine neue Geburtsurkunde ausstellen und muss zu allen Umständen ihres 18-jährigen Lebens einen gehörigen Abstand gewinnen. Es geht niemanden etwas an, das private Drama. Im Mai 1945 muss sie keine Grenze mehr passieren, da ist jetzt Polen.

Es gibt aber auch noch die andere Geschichte. Auf der deutschen Seite hat der Ausgang des Zweiten Weltkrieges und der Epilog der beschriebenen Geschichte eine andere Dramatik und einen anderen Kommentar – die Verdrängung der Vertreibung. Im Falle der in tiefen Westen ziehenden Flüchtlinge wird er gar manchmal politisch instrumentalisiert. Aber hier ist die DDR, und die duldet keine Ressentiments. Notfalls werden sie einem aberzogen. Man thematisiert den Verlust und den erzwungenen Grenzgang allenfalls in Familienkreisen. All das geht die politischen Instanzen nicht viel an. Immerhin können die Umsiedler das Zielort ihres Umzugs wählen – und so erfolgt die Umsiedlung dieser Bauernfamilie um nur 30 km weiter westlich. Ihr neuer Wohnort liegt auf derselben Autobahnstrecke, die jetzt die Dolmetscherin auf dem Weg nach Berlin ansteuert. Der Blick von oben würde den neuen Wohnort derselben Region zuordnen, und das ist geografisch zweifellos korrekt.

Der Epilog des privaten Dramas von deutschen Bauersleuten und der polnischen Landarbeiterin enthält keine spektakulären Momente: Man arrangiert sich mit der Vergangenheit, hält Kontakt zueinander, schickt Weihnachtsgrüße und Päckchen, kann sich beim Besuch selbst nach vielen Jahren noch einigermaßen verständigen, wohnt relativ nahe voneinander, im schlesischen Raum. Bei der Befragung ist von keinem der Akteure zu hören, dass sie bei diesen Treffen ein besonderes Unbehagen empfanden. Sie haben das Wissen um diese Zeiten – eines, das keiner historischen Korrektur und auch keiner Ergänzung bedarf.

Jeden region – dwie małe ojczyzny

Stan duchowy mieszkańców obszaru, na którym po 1945 roku osiedliło się przypuszczalnie wiele niemieckich rodzin – tak blisko, że z nowego domostwa prawie można by dotknąć swojej starej stodoły – jest jako model tożsamościowy trudny do uchwycenia. Zbiorowa tożsamość Wschodnich Niemców nałożyła się na tę indywidualną lub ją wyparła. Kiedy po zjednoczeniu chcieli nawiązać do dyskursu wypędzenia, toczącego się przed laty w społeczeństwie zachodnioniemieckim, reagowano na to uśmiechem zmęczenia – jak na „wiecznie wczorajszych”. Z problemem tym zostali sami. Przystąpienie Polski do Unii po raz pierwszy dało realną szansę zaangażowania się na rzecz regionu i regionalizacji – ze świadomością, że poza dyskursem historycznym chodzi tu o realne współdziałanie, z którego obie strony mogą czerpać korzyści, nie tylko tzw. interkulturowe, ale i realne.

Krajobrazowa jednorodność regionu ma swój odpowiednik w słabości strukturalnej. Nierówności jednak bardziej rzucają się w oczy niż elementy wspólne, i to one określają strategię przy realizacji unijnych programów kooperacji. Już same różnice w rozwoju infrastruktury drogowej sprawiają, że Polacy są bardziej zainteresowani projektami budowlanymi niż wymianą idei i doświadczeń. Nieubłagana statystyka usprawiedliwia rozmijanie się w dyskusji. Polacy zgodni są co do tego, że najpierw trzeba pokonać nierówność w rozwoju gospodarczo-technicznym. Dopiero potem równie chętnie przyjmą projekty na rzecz innowacji technicznych, budujące społeczeństwo informacyjne, jak i studia wykonalności czy regionalne prognozy rozwoju. Te atrakcyjne są dla Niemiec, których zapotrzebowanie na obiekty i projekty infrastrukturalne zostały już, można uznać, zaspokojone, gdyż główna fala modernizacji po zjednoczeniu przyniosła wyrównanie różnic strukturalnych do poziomu standardów zachodnich. O sukcesie będzie więc można mówić wówczas, gdy niemiecka gotowość do dialogu i wspólnej realizacji projektów napotka u Polaków na pełną gotowość do kooperacji, bez automatycznych roszczeń, by trwałość oznaczała to, iż po projekcie pozostaną konkretne obiekty budowlane lub sprzęt techniczny. To deficytami natury materialnej tłumaczyć trzeba fakt, że gotowość do współpracy jest częściowo asymetryczna. Z jednej strony niepokój, że projekty unijne służą sąsiadowi wyłącznie do usunięcia zacofania cywilizacyjnego, a niemiecki partner jest jedynie pretekstem. Po drugiej stronie zaś zachodzą obawy, że występuje się w roli biednego krewnego, który musi się wstydzić za deficyty materialne i dać się zawsze pouczać. Zachodniego sąsiada zdaje się nie obchodzić ta cywilizacyjna nierównoczesność. Jest ona powszechnie znana. Pragmatycznie myślący Niemiec dziwi się raczej temu, jak różne są w obu krajach kultury dyskusji, jak nikły poziom zaufania między konkurującymi regionami Polski – podczas gdy w powiatach i gminach niemieckich regionalizm, struktury federalne i dążenie do konsensusu wręcz tworzą tożsamość zbiorową. Budowanie transgranicznych struktur regionalnych okazuje się więc większym wyzwaniem niż zakładano. Po żmudnych rozmowach nawet polscy uczestnicy pertraktacji sami zastanawiają się, czy my Polacy potrafimy ze sobą kooperować. Praca nad integracją regionu jest pracą u podstaw i nie bez powodu rodzi pytanie, jak to jest ze zdolnością regionów Polski do współtworzenia Europy. Odpowiedź brzmi tak: Tam, gdzie po stronie niemieckiej nie ma konkurenta, a jest – z definicji – partner, polskie regiony konkurują ze sobą niekiedy do tego stopnia, że nawzajem niweczą swoje szanse rozwojowe. Nawet w obrębie Śląska podział interesów jest niekiedy taki, że Wrocław jako stolica Dolnego Śląska mniej zainteresowany jest wspieraniem okolicznych miejscowości – choćby przez wspieranie turystyki wiejskiej – niż administracja komunalna graniczących tu z Polską obszarów Saksonii. Decyzja o tym, czy popierać turystykę w ogóle czy turystykę wiejską w szczególności, zapada w tym wypadku nie w kontekście narodowym, lecz zależy od cech strukturalnych kooperujących regionów. Siła przebicia większej jednostki, np. większego miasta, może w pewnych okolicznościach prowadzić do nowych aliansów, niezależnie od przynależności narodowej. I dobrze, że tak jest. Konkurencja wewnątrz Unii ma właśnie rozluźniać istniejące zależności, by tworzyć efekt synergii. Nowe osie kooperacji mogą równie dobrze nazywać się Wroclaw-Drezno-Berlin-Praga jak i Lubań-Löbau-Jablonec. Obojętnie, czy są to warsztaty, wspólne akcje policyjne czy działania na rzecz poprawy wizerunku regionu – tzw. „miękkie“ kontakty w sferze gospodarczej i społecznej umacniają się dzięki temu, że ludzie zwiększają zasięg swej działalności, bez konieczności szczególnych uzasadnień. Proces orientowania się w tych oczywistych realiach jest niekiedy najtrudniejszym etapem przedsięwzięcia, którego przebieg mamy przywilej obserwować. Największym przywilejem jest przy tym szansa redefinicji pewnych struktur. Fakt, że aktywność obywateli jest pożądana, stanowi zasadę unijną, a jednak tam, gdzie ich mobilność wymyka się spod kontroli państw narodowych, brak nagle ponadgranicznego związku z Europą. Czy zatem trzeba z powodu zwiększonej mobilności redefiniować zbiorową tożsamość? Nazwać ją ogólnoeuropejską osobowością transgraniczną“, która funkcjonuje w zintegrowanym europejskim życiu publicznym?


O komunikacji międzyludzkiej.
Wiele lat temu pracowałam w schronisku dla uciekinierów politycznych jako opiekunka. Schronisko było wielkie, na stanowiskach opiekunów pracowało kilkanaście osób. Mieliśmy na co dzień do czynienia z tysiącami ludzi i wieloma narodowościami. Naszym zadaniem było pomaganie tym ludziom w kontaktach z instytucjami, co oczywiście oznaczało, że najpierw trzeba było zrozumieć, czego potrzebują. Aby temu sprostać, uczyliśmy się podstawowych słów i zdań w każdym języku, ale trzeba przyznać, że i nasi podopieczni starali się przedstawić swój problem jak najbardziej zrozumiale.
Ale nie zawsze naprawdę rozumieliśmy, o co chodzi. Przez dłuższy czas lekkim niepokojem napawał nas fakt, że Arabowie i Arabki po wejściu do biura kilkakrotnie uderzali kantem lewej dłoni w nadgarstek prawej. W opisie brzmi to może niegroźnie, ale naprawdę miało się poczucie, że jakby co, to odrąbią ci dłoń, a może nawet obie. Kiedyś zrozumieliśmy wreszcie, że mamy im coś napisać. Ulżyło nam, ale nie do końca, bo napisać, OK, ale to odrąbywanie rąk?
Dopiero po wielu latach zobaczyłam na filmie, jak uliczny pisarz w Marrakeszu strzepuje z pióra, takiego staroświeckiego, obsadka ze stalówką, a więc – jak strzepuje z pióra nadmiar atramentu, postukując lekko obsadką w nadgarstek.

Zettelwirtschaft…

Dorota Cygan

Zettelwirtschaft, Arno Schmidt i moja prababka. Czyli Ty także.

Trzeba przyznać, że tak daleko jak Arno Schmidt nie zaszła. Dokładnie rzecz biorąc, nawet jej do tego trochę brakowało – oprócz skłonności do autokreacji i pomysłu na Selbstvermarktung pewnie paru innych rzeczy, np. talentu.  Zajść mogla zaledwie do kiosku z gazetami w małej mieścinie i do biblioteki miejskiej, gdzie czytała po kolei wszystko z braku lepszego zajęcia (bo klientów przychodziło pewnie kilku na tydzień). Pozostało więc po mojej prababce – oprócz zapisu głosu na przypadkowej taśmie magnetofonowej – trochę zettelków i wycinków z gazet.

Za to miała szczęście. Bo Arno Schmidt na trwale podniósł tę manię zapisywania, wycinania i segregowania, tę nieszkodliwą nerwicę wprawiającą potomnych w niemałe zakłopotanie, do rangi surówki literackiej, z której może powstać tekst dający pole do popisu germanistom, oczywiście pod warunkiem, że surówkę tę weźmie  w ręce pisarz. Kto kiedyś widział malunki na sklepieniu w kościele w Bargfeld oraz tropił inne ślady życiorysu Arno Schmidta w jego dziele, musiał poczuć, jak wielka jest potęga wyobraźni, oraz że nie tak wielki w gruncie rzeczy jest dystans między  otoczeniem życiowym Arno Schmidta i  naszych prababek. Nie rozstrzygając arbitralnie kwestii, czy w małej polskiej mieścinie mógłby teoretycznie powstać jakiś równoległy Zettels Traum II, i ile by ważył, zauważmy bezsporną paralelę, że moja prababka i Arno Schmidt byli niemal równolatkami urodzonymi około 1910 r. Zostawiając również nierozstrzygniętą kwestię różnic interkulturowych, czy dzieło o takim charakterze i takiej objętości mogło powstać tylko w kraju takim jak Niemcy, zdecydowanie mniej doceniającym biesiadę, żywy kontakt między ludźmi  i – powiedzmy łagodnie – poetykę pogłoski i plotki (cenione u nas), a za to dowartościowującym pracę archiwisty, pastora i uczonego, popatrzmy na to, co zostaje po nas. I w jakiej formie. Czyli na kwestię spuścizny.

Niemiecki rozróżnia tutaj terminy Nachlass i Vorlass – czyli to, co po nas zostaje po oraz jeszcze przed zejściem śmiertelnym. I ta akurat kwestia jakoś tam powoli może nam być bliska. Wzruszenie, jakie nas ogarnia na widok fragmentu wiersza zanotowanego na rachunku z restauracji (którego to pisarza?), jest może bardziej podniosłe niż pozdrowienia wysmarowane starą ręką babki na pocztówce miesiąc przed śmiercią. To jednak, że takie rzeczy zostały po ludziach starego rocznika, a nie po nas, świadczy o ostatecznym końcu epoki mieszczańskich i inteligenckich starań o uratowanie od zapomnienia. Czy jakieś nasze wnuki będą miały po nas w szufladzie stare maile z okazji swoich 10 urodzin?

Gdy pomysleć, że w Archiwum Literatury w Marbach jest 11 tysięcy spuścizn po pisarzach, ileś tam kompletnych bibliotek, w których zachowano nawet rozkład książek na półkach, ustawiając je w archiwum w identycznej konstelacji jak w domu, tak aby nie wpuszczać badaczy w ślepą uliczkę i nie zmieniać niechcący rozwoju myśli naukowej, to nie można nie zadać sobie jednego banalnego pytania: A co może zostać po nas dzisiaj, w epoce komputerowej? Dodajmy też: w epoce tanich przedmiotów, które nie tylko nie przeżyją nas, ale nawet  i następnej mody lansowanej przez IKEA.

Już Nachlässe, które napływają po pisarzach nam współczesnych, sprowadzają się do mniej lub bardziej czystych rękopisów, najwyżej w kilku wersjach, częstokroć w formie wydruku. Wzruszajace skądinąd ślady potknięć, skreśleń, kompromitujących notatek z Wikipedii, bazgrołów na brzegu kartki powstałych w fazie koncentrowania się,  ba nawet błędów ortograficznych już nie uświadczysz ani na lekarstwo, nie mówiąc o wspaniałych rymach częstochowskich składanych naprędce z okazji imienin cioci.  Cała przyjemność kontaktu z materiałem, haptyczna radość, a nawet krytyczne rejestrowanie pomyłek, wygnieceń, plam, wymazań gumką ustępuje sterylnej doskonałości produktu finalnego. A pytanie standardowo zadawane na wieczorach autorskich, „czy pisze pan/pani swoje teksty odręcznie czy na komputerze?” już w zasadzie nie pada nigdy, bo wiadomo, że pisarz nie czerpie wody ze studni i nie jeździ na osiołku, więc i ma komputer, nawet jeśli pisze na nim dwoma palcami.

Nie będę może oczekiwać od nikogo, żeby z pietyzmem traktował moją karteczkę na zakupy w Aldim. Raczej nikt za nią nie zapłaci tyle, ile kosztowały kilkulinijkowe paski zawierające rozprawy historyczne Schillera, sprzedawane pojedynczo przez sprytną wdowę. Chyba że stanę się sławna jako najbardziej niepisząca osoba na świecie. Ale żeby tak nic nie zostało? Tak zupełnie nic? Zero – przecinek – zero? Może by zaproponować światu wynalazców rozwiązanie poroblemu, co zrobić, żeby Nachlass naszej generacji (a i Vorlass także)  otrzymał jakąś godną formę, która będzie odpowiadać duchowi naszych czasów i nie będzie iść na siłę pod prąd wygodnej digitalizacji? A jednak miałby jakąś formę materialną? Bo inaczej dojdzie do pięknego paradoksu, że młodzi ludzie będą mieli pamiątki po prababkach (np. szafki, stoliki itp.), ale kompletnie nic im nie zostanie po rodzicach. (He, he, w sumie to by było najradykalniejsze rozwiązanie konfliktu pokoleń – bezkrwawe wymazanie pośredniego pokolenia;)

Wiec co, godzimy się, że nic po nas  nie zostanie? To może chociaż jakieś karteczki?

Wygląda na to, że nie będzie lekko. Że pozostaje nam tylko spuścizna twórcza, czy tego chcemy czy nie. Tylko myśl upięta w słowo nas uratuje, wszystko inne zniknie. A o to, co się stanie z tą myślą, niech już głowa boli Ewę, w końcu to ona wymyśliła ten blog. I bierze tę surówkę paraliteracką w swoje ręce. Czy zarchiwizuje to potem u siebie w szufladzie, czy każe wyryć nasze teksty na płytce miedzianej, wyprodukuje wklęsłodruki i je następnie ozłoci, to już jej biznes. Ale nasza sprawa to dostarczenie jej tekstów. Inaczej – powiedzmy brutalnie za Herbertem – „to co po nas zostanie / będzie jak płacz kochanków / w małym brudnym hotelu / kiedy świtają tapety”.  Do roboty koledzy i koleżanki blogowcy. Bo inaczej po cichu osobiście zarchiwizuje Wasze zettelki z Aldi i podaruje kiedyś Waszym wnukom.

Interessierte lesen bitte: Robert Gernhardt: Wörtersee, 1981
http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Gernhardt

Was nicht im Lebenslauf steht

Dorota Cygan stellte uns wieder einen ihrer Texte zur Verfügung, der zwar auch, wie die anderen, schon im Jahrbuch des Internationalen Studienzentrums Berlin (ISB), diesmal 2002, veröffentlicht wurde, den man aber auch im Netz nirgendwo findet.

Dorota Cygan

Was nicht im Lebenslauf steht
Eine Glosse zum Fragebogen-Unwesen im Dritten Reich

In vielem war das Dritte Reich kaum zu überbieten, doch die Maßnahmen zur Disziplinierung und Gewissensprüfung des Subjekts bildeten hinsichtlich ihrer Zahl  sicherlich den absoluten Gipfel. Von den „harten“ Maßnahmen ganz abgesehen, waren die „weichen” Mittel, Einzelne für das Regime zu gewinnen, recht vielfältig und raffiniert. Unter vielen sei hier eine genannt, die die gesamte Nation umfasste: der Fragebogen. In Tausenden von Varianten entworfen, umspannte er wie ein engmaschiges Netz auf vielfache Weise die ganze Nation, weil die erwünschten Informationen von unterschiedlichen (miteinander aber eng verflochtenen) Stellen erhoben wurden. Doch was für widerspenstige Geister zur Qual oder sogar Falle werden konnte, hat bei manchen linientreuen Schriftstellern einen gewissen Selbstbestätigungseffekt erzeugt: Der eigene literarische Erfolg, vielfach in den Fragebogen (etwa der Reichsschrifttumskammer)* zu Protokoll gegeben, hat manchen bestätigt, wenn nicht sogar beflügelt. Und er hat manch einen dazu angeregt, den eigenen Werdegang und Schaffensweg nicht in langweiligen Lebensdaten und Auflagenzahlen auszudrücken, sondern zumindest in Form einer literarisierten Autobiografie dem Volke zu schenken. So haben in vielen Fällen die nach dem damaligen Verständnis „politisch korrekten” Schriftsteller ihren Leistungen einen vergoldeten Rahmen gegeben und ganze Ketten hochtrabender Sinnsprüche mit den schillernden Diamanten ihrer schriftstellerischen Erfolge besetzt. In diesen unzähligen Lebensgeschichten und Lebensbildern fanden sich Angaben über Auszeichnungen, Ehrungen, Abzeichen, Preise, Filmprojekte und Rundfunksendungen, vor allem aber Lebensweisheiten, die zu einer Devise für die Leser werden konnten. Diese erfüllten vorzüglich ihre Vorbildfunktion und dienten unterschwellig der Selbstbeweihräucherung – freilich mit der fatalen Folge für das Bewusstsein, dass der auf den Sockel gestellte Schriftsteller tatsächlich begann, sich selbst für ein Monument zu halten. Es ist aus heutiger sicht nicht sehr schade darum, dass etwa in den biografischen Zeugnissen des führenden Schriftstellers und Dramaturgen des Dritten Reiches Gerhard Schumann beispielsweise irgendeine gewöhnliche Lohnabrechnung nicht erwähnt oder eine 1941 erlittene Verwundung nicht präzisiert wird als Granatsplitter im Gesäß. Schade nur für den Betroffenen, dass in all den selbst verfassten und selbstbezogenen Lobhudeleien sein Sinn für das Normale verloren ging. So zeigt es sich manchmal, dass ihm sein Ruhm schwer zu schaffen machte: “Dichtertöchter” habe er laut seinen eigenen Worten gezeugt und nicht gewöhnliche Töchter.
schumann-dokumenty

Auf das Überzeitliche und Ewige bedacht, versetzte Schumann in seinem Schaffen das politische Drama mit sittlichem Pathos und war bemüht, dem Ganzen eine gleichnishafte Deutung und klare Botschaft zu verleihen. Dieser Kunstgriff wäre ihm wohl so wie vielen seinen regimetreuen Zeitgenossen auch in Bezug auf die eigene Biografie beinahe geglückt, und wir hätten heute nichts als makellose, glatte Konstrukte aus beschönigten Fakten und Wunschbildern, wenn nicht (Ironie der Geschichte?) ausgerechnet die um den Ruhm ihrer Dichter bemühten nationalsozialistischen Kulturbeamten selbst alle Dokumente und ihren ganzen Schriftverkehr aufs penibelste archiviert hätten. Und wenn dieses Material, von allen Kriegswirren verschont, nicht in den Beständen des Bundesarchivs gelandet wäre, sehr zum Leidwesen der einstigen Größen. Über den hoch gefeierten Schriftsteiler Gerhard Schumann, Gauleiter der NSDAP Württemberg, Chefdramaturg des Württembergischen Staatstheaters und schließlich SS-Untersturmführer, haben sich dank der Pedanterie der Beamten u.a. Fragmente eines interessanten Schriftwechsels erhalten, der an dieser Stelle herangezogen sei. Im Februar 1939 wandte sich nämlich Schumann, nachdem er, wohl ein wenig verdutzt, seinen Namen unter einem unbekannten Gedicht abgedruckt vorfand, an den Hauptschriftleiter der Zeitschrift ,,Der Sturm” mit der Bitte um Aufklärung, wer der Autor des Gedichts sein möge, denn es handle sich sichtbar um ein Plagiat: Diese Verse stammten mit Sicherheit nicht von ihm, Schumann. Den Ernst der Lage   eingeschätzt, wandte sich daraufhin die Schriftleitung dieser Zeitschrift ihrerseits gleichzeitig an den Autor und an die Reichsschrifttumskammer. Diese, da sie Chaos und Willkür nicht duldete, forderte umgehend den ominösen Autor des Gedichts mit größtem Nachdruck auf, unverzüglich der Reichsschrifttumskammer beizutreten und überdies zu dem Vorfall Stellung zu nehmen. Dessen Antwort kam prompt und versetzte alle Beteiligten in Staunen. Der Aufgeforderte schrieb nämlich folgendes:

„An die Reichsschrifttumskammer!

Ich erhielt lhr Schreiben vom 25. Februar 1939 und möchte Ihnen mitteilen, dass ich erst 16 Jahre alt bin. Als eifriger Leser des ,,Sturms” kam ich auf den Gedanken, das Gedicht „Regeln für Theaterbesucher” an die Redaktion desselben zu senden. Ich fand das Gedicht in einem alten Notizbuch meines Vaters, wo er auch selbst seine selbstverfassten Gedichte hinein schrieb, und war fest überzeugt, dass er das selber verfasste. Hatte ja auch keine Ahnung, dass es mir vom ,,Sturm” honoriert würde und habe das Honorar umgehend zurückgesandt. – Da ich wirklich nicht wusste, dass das Einsenden von Schriftsachen zum Eintritt in die Schrifttumskammer verpflichtet, bitte ich Sie herzlich, es mir nicht anrechnen zu wollen. Ich bin noch Schüler und so vollständig meinen Eltern abhängig. Es wäre mir daher schrecklich, wenn sie durch mich in Unannehmlichkeiten gerieten. – lch werde bestimmt nie wieder nicht von mir verfasste Artikel einsenden und bitte nochmals um gütiges Nachsehen. Heil Hitler! Gerhard Schumann”.

Im Post Scriptum desselben Briefes deutete aber der junge Schumann vorsichtig die nächste Publikationsabsicht an:

lch habe einen Artikel über die moderne Magie verfasst, den ich gern drucken lassen möchte. Da ich mich schon jahrelang damit befasse, ist er bestimmt fachmännisch. Bitte teilen Sie mir mit, ob dies zum Eintritt in die Reichsschrifttumskammer verpflichtet oder wie hoch die Befreiungsgebühr sein müsste. Muss man in der Reichsschrifttumskammer Beitrag zahlen und wie hoch ist dieser?

schumannDie Plagiatangelegenheit hätte sich leicht aufklären lassen, aber die „moderne Magie” wurde für die Reichsschrifttumskammer schon ein wenig zu heikel, schließlich stand der gute Ruf des führenden NS-Schriftstellers Gerhard Schumann auf dem Spiel. Kein geringerer als der Landesleiter der Reichsschrifttumskammer höchstpersönlich sollte folglich für die Belehrung des Jungen zuständig sein, und in der Begründung hieß es: „Es wäre ein unerträglicher Gedanke, etwa den Staatspreisträger Gerhard Schumann mit einem Artikel über die moderne Magie belastet zu sehen. Gez. Dr. Buhl“. Andere Stellen fanden den Vorfall ebenfalls bedauerlich, es hätte ja zur Verwechslung kommen können, und sie griffen zu dem weitaus bewährtesten Mittel: Sie ließen den etwas problematischen jungen Autor – was denn sonst – den Fragebogen der Reichsschrifttumskammer ausfüllen. Von nun an solle er nicht nur datentechnisch erfasst werden, sondern zur leichteren Unterscheidung auch den Zusatznamen ,,Riesa” tragen.

Die Angelegenheit hat also dank dem Einsatz mehrerer Ermittler und Abteilungen der gefürchteten Institution innerhalb eines Monats geklärt werden können, ohne dass einer der Sachbearbeiter  darüber einfach lieber beiläufig die Achseln gezuckt hätte oder die Akten in der Ablage hätte verschwinden lassen.

Was also in keiner der zahlreichen autobiografischen Aufzeichnungen Schumanns je gestanden hatte, ist nun heute zum allgemein zugänglichen Bestand des Bundesarchivs geworden und stellt den umworbenen und gefeierten Autor mit seinen kleinlichen Ängsten um Imageschädigung bloß: Der Nationaldichter Schumann bangt um seinen Ruf und mobilisiert einen ganzen Stab von Beamten, um nicht der Autorschaft eines Aufsatzes über die Magie bezichtigt zu werden. Dabei erscheint er so authentisch, wie ihn die Hochstilisierung zur Dichtergröße durch die Nationalsozialisten niemals zu zeigen vermochte.

Diese unscheinbare Anekdote vermag aber mehr auszusagen als nur den akkuraten Lebenslauf eines vorbildlichen Nationalsozialisten zu korrigieren. Sie sagt nämlich etwas über die Tätigkeit einer Institution aus, die als wichtiges Instrument der nationalsozialistischen Lenkung im Kulturbereich von den Akteuren des Kulturlebens gemeinhin gefürchtet wurde. Sie zeigt vielleicht, dass unter vielen weltanschaulich motivierten und für die einzelnen Betroffenen oft folgenschweren Entscheidungen der Reichsschrifttumskammer – etwa bei Publikationsgenehmigungen oder Berufsverboten – nicht nur unendlich viel verwaltungsnotwendiger Kleinkram stecke, sondern auch – im Kontrast zu dem institutionellen Ernst – manch ein Jux sich verbarg, wie etwa die Geschichte über einen 16-jährigen Plagiator. Bei der Durchsicht derartiger Dokumente fokussieren wir heute, nach über 60 Jahren, unseren Blick auf eher unscheinbare Momente und Angelegenheiten und können über manch einen Fund rätseln oder uns mit schmunzeln an ihm erfreuen. Die nicht hoch genug einzuschätzenden Fragebögen des Dritten Reiches sind ein gutes Gegengift gegen den hochdosierten Ernst der gelackten Schriftstellerbiografien aus dem Dritten Reich. Solche und ähnliche Schriftzeugnisse der Verwaltungspoesie sind eine Quelle für Erforscher der Alltagsgeschichte, die der üblichen groß angelegten Ideengeschichte misstrauen und verschmitzt hinter die offizielle Fassade bzw. in den Keller gucken wollen. Was ist denn authentischer als Menschen mit ihren Rivalitäten, Eifersüchteleien, Scharmützelkriegen um Anerkennung, Einflussbereiche und finanzielle Vorteile?  Umso mehr, als sie in der am stärksten dämonisierten und ideologisierten Epoche der deutschen Geschichte, im Dritten Reich, gelebt hatten. Wir gewinnen – freilich in einem ganz schmalen Spektrum – Einblicke in die Welt der mitwissenden Zeitgenossen und rekonstruieren aus den Fragmenten das Ganze. Auf diese Weise geben wir unserer indiskreten Schnüffelarbeit eine plausible Rechtfertigung… und profilieren uns als Forscher.

Ist das nicht schön?


* Reichsschrifttumskammer (kurz RSK) war ein obligatorischer Berufsverband fur diejenigen Schreibenden, die vom schreiben lebten bzw. viel publizierten. Alle anderen waren vor jeder beabsichtigten Publikation gezwungen, eine Befreiung von der Mitgliedschaft zu beantragen – diese wrde in der Regel auch erteilt. Die RSK verpflitete alle ihre Mitglieder, jedes Jahr einen Fragebogen über schrifistellerische Tätigkeit, Einnahmen. Zugehörigkeit zu den Berufsorganisationen und Parteizugehörigkeit auszufüllen.


Die Autorin ist sich natürlich sicher, dass jeder Sterbliche weiß, wer Gerhard Schumann war. Für diejenige, die es jedoch vielleicht nicht so ganz genau wissen, hier ein Link.

Zu sehen ist “…nur noch Niedertracht und Undank rings”, schrieb Gerhard Schumann über die Zeit seit dem Ende des Dritten Reiches.
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BWPWAP

Jacek Slaski

Wstecz ku przyszłości

Wykłady, warsztaty, performanse, nagrania filmowe i trzyczęściowa wystawa wchodzą w skład tegorocznego festiwalu sztuki medialnej transmediale, który jest zaproszeniem skierowanym do artystów, zaangażowanych uczestników i naukowców, aby wzięli udział w dyskursie o zmianach kulturalnych i społecznych wywołanych przez nowe technologie, co z kolei cofnie ich do czasów, gdy Pluton wciąż jeszcze był planetą.

Nieograniczony dostęp do praktycznie nieograniczonej ilości informacji, możliwość komunikacji z całym światem oraz zanik porządku chronologiczno-przestrzennego na rzecz nieustannej obecności online – to może nie wszystkie, ale na pewno niektóre z najważniejszych cech współczesnego nasycania codzienności techniką cyfrową. Cechy te ogłaszają koniec świata, który znaliśmy  – wszystko dzieje się coraz szybciej i wszędzie jednocześnie. A jeszcze trzeba dodać do tego strach przed kryzysem gospodarczym, ekstremizmem religijnym i katastrofą klimatyczną. To z tej materii rodzi się kulturalna świadomość początków XXI wieku i to ją właśnie podda analizie transmediale, festiwal, który już dawno awansował do roli think tanku, gdzie artyści, naukowcy i informatycy, teoretycy i hackerzy, projektanci, nerdy i aktywiści mogą wymieniać opinie i doświadczenia. Tu spotykają się poglądy polityczne, najnowsze technologie, trendy artystyczne i wywrotowe strategie, wpływają na siebie nawzajem, przenikają się, aby uzyskać konsens o tym, jaka jest ta współczesność, tak naznaczona technologią medialną.

Kristoffer Gansing, młody Szwed, od ubiegłego roku kurator festiwalu, postanowił dokonać oceny współczesności sięgając w przeszłość, cofając się do czasów, gdy Pluton wciąż jeszcze był planetą. BWPWAP – tak brzmi tytuł festiwalu – to literowiec ułożony ze zdania „Back When Pluto Was a Planet“. Nazwa została zaczerpnięta ze slangu internautów i oznacza to wszystko, co się w ostatnim czasie zmieniło w przyspieszonym tempie, kierując uwagę do czasów minionych i lepszych, chociażby dlatego, że prostszych. Wyjaśnijmy: Pluton, najpóźniej odkryta, najmniejsza, dziewiąta planeta naszego układu słonecznego, straciła status planety w roku 2006 podczas konferencji International Astronomical Union. Od tego czasu, ku niezadowoleniu wielu astronomów hobbystów, uważany jest za planetę karłowatą, co oznacza, że układ słoneczny znowu składa się z 8 planet, tak jak to było do odkrycia Plutona w roku 1930.

Spojrzenie w przeszłość jest bez wątpienia również pełne nostalgii, co zresztą w dzisiejszych czasach wcale nie dziwi, nawet w odniesieniu do imprezy tak zorientowanej ku przyszłości jak transmediale – nostalgia to jeden z motorów globalnej produkcji kulturalnej. Teoretyk kultury pop, Simon Reynolds, analizuje ten fenomen w swej słynnej książce „Retromania“ i dochodzi do wniosku, że fetyszyzacja przeszłości w muzyce, filmie czy telewizji, widoczna w  revivalach i modach retro, w ogóle wszystko, co można sklasyfikować jako tęsknotę za rzekomymi „złotymi czasami“, ma niezwykły wręcz wpływ na teraźniejszość. Oto pożywka ideologiczna, nawet jeśli przesunięta w dziedziny sztuki i teorii medialnej, w jakiej porusza się intelektualnie program BWPWAP.

Ale bywa przecież i tak, że trzeba się niekiedy cofnąć, aby lepiej zobaczyć to, co dopiero nadejdzie. Wstecz ku przyszłości! Oto motto przyświecające retrofuturystycznym performansom Felixa Kubina, Vanessy Ramos-Velasquez czy A Guy Called Gerald, ale też spotkaniu z legendarnym reżyserem Alejandro Jodorovskym, autorem projektu Science Fiction, wykreowanym w roku 1970 wspólnie z autorem komiksów Moebiusem.

BWPWAP to tymczasowy Hyde Park, gdzie można jeszcze raz pomyśleć o tym, co jest i skonfrontować się z nową interpretacją tego, co było. Całość została ułożona wzdłuż czterech osi – „Users“, „Networks“, „Paper“ i „Desire“, a kurator ma nadzieję, iż podczas festiwalu to, co było, połączy się z tym, co jest i będzie.

W konferencjach biorą między innymi udział rosyjska artystka internetowa Olia Lialina oraz szwedzki performer i poeta awangardowy Pär Thörn, analizujący pozycję jednostki i jej organizację w Sieci. W segmentach „User“ i „Network“ pojawi się jako motyw przewodni koncepcja ery po-cyfrowej, po- czy postdigitalnej. To pojęcie, które początkowo odnosiło się tylko do muzyki elektronicznej, oznacza obecnie moment historyczny, który nastąpi już po rewolucji komputerowej, kiedy to technologia komputerowa stanie się praktycznie rzecz biorąc niewidzialna poprzez swą wszechobecność we wszystkich aspektach życia i właściwie tylko wtedy będzie zwracała uwagę, gdy jej nie będzie. A więc stanie się czynnikiem o tak elementarnym znaczeniu jak woda czy powietrze.

W segmencie „Paper“ transmediale zajmie się przede wszystkim – tak w workshopach jak prezentacjach – materiałem, który kiedyś był podstawową materią przekazu, a dziś coraz bardziej traci na znaczeniu, co widać choćby w obecnym „kryzysie druku“ – gazety znikają, wydawnictwa drżą o swą przyszłość. Książki artystyczne, Mail Art w NRD, poezja konkretna, publikacje DIY, ale też nowe techniki druku – wciąż jeszcze możliwości zastosowania papieru są przeogromne, ale jego rola nieuchronnie bądzie się zmieniać w epoce postdigitalnej.

Trzyczęściowa wystawa „The Miseducation of Anya Major“ zwraca uwagę na nie do końca określoną rolę sztuki medialnej, która dla szerokiej publiczność jest z reguły zbyt hermetyczna lub zbyt skomplikowana. Wystawa zadaje pytanie o jej potencjał w kontekście nauki, uczenia się i edukacji. Jedna z jej części została nazwana „Tools Of Distorted Creativity“ – 13 artystów próbuje rewolucyjnie podejść do Hard&Software, używając ich niezgodnie z przeznaczeniem. Z kolei wystawa indywidualna „Imaging with Machine Process“ to niezwykłe spotkanie z artystką z USA, Sonią Landy Sheridan, której sztuka dosłownie powala. Sheridan już od roku 1970 propaguje kreatywny i opierający się na grze stosunek do nowatorskich technologii. Ta Grande Dame sztuki medialnej ma dziś 87 lat. Kiedyś eksperymentowała z faksem i kopiarką, dziś robi użytek z błędów w oprogramowaniu, uzyskując za pomocą techniki niespodziewane wymiary, demontujące aurę nieomylności, która otacza nowoczesne maszyny.

Strategią tegorocznego transmediale jest przywołanie takich koncepcji jak nadzieja czy wiara w przyszłość, które mogłyby może być obecne i w epoce postdigitalnej, niezależnie od tego czy jakaś odległa bryła kosmiczna jest wciąż jeszcze planetą, czy już nią nie jest.

transmediale 2013 BWPWAP – Back When Pluto Was a Planet
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin Tiergarten
29.1.-3.2.2013
www.transmediale.de
Artykuł został opublikowany po niemiecku w berlińskiej gazecie „Tip“

http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit-kunst-und-museen/transmediale-2013-im-haus-der-kulturen-der-welt

haters gonna hate
Poster Transmediale 2013

Alles ist eine Reise

Der nächste Text, der 2011 zu dem Wettbewerb “Danke Berlin” zugesandt wurde.

Zbigniew Milewicz
Alles ist eine Reise

Es gibt Menschen, die mehr als andere reisen. Wenn man nur in Gedanken reist, weiß man natürlich nicht, ob ein Ziel, das man sich vorstellt, erreichbar ist. Dafür lassen sich die Ziele ohne Probleme und so wie man möchte, ändern. Im wahren Leben allerdings geht das nicht so einfach.

Als Journalist in den 70er Jahren in Oberschlesien habe ich mich vorwiegend in einem klapprigen Bus oder einer Straßenbahn fortbewegt. Für weitere Reisen nahm man den Zug zweiter Klasse und für ganz besondere Anlässe diente der “Wolga“ der Redaktion, der von dem käseblassen Herrn Twarog gesteuert wurde oder man fuhr mit dem „Fiat 125 P“, den der junge Waclawek bewegte, zu dessen Hauptaufgaben eigentlich die Belieferung des Chefredakteurs mit Weißwein zählte. Zu besonderen Anlässen zählten vorwiegend die regionalen Parteikonferenzen, Wirtschaftstreffen und Besuche „wichtiger“ Partei-Genossen aus Warschau, aber zu Letzterem wurde ich nur sehr selten delegiert. Die Themen um die Politik wurden nur den vertrautesten Personen des Bosses übertragen und zu diesen gehörte ich keinesfalls.

Ich lieferte vorwiegend Informationen für die zweitrangige Stadtkolonne der Zeitung und Krimigeschichten aus dem Untergrund unseres wunderlichen Lebens. Es gab aber auch sogenannte SOS-Reportagen, mit denen versucht wurde, bedürftigen Menschen zu helfen. In der Kattowitzer Tageszeitung „Dziennik Zachodni“, kurz „DZ“, (dt.) „Westliche Tageszeitung“ – („WT“ klingt jedoch fast wie WC, deshalb bleiben wir deshalb lieber beim Original-Namen), bei der meine journalistische Karriere 1971 begann und neun Jahre lang ausübte, kamen  viele Notrufsignale an. Viele Leser schrieben oder riefen an und baten in verschiedenen, meistens jedoch sozialen Dingen, um Hilfe. Ich gehörte zu den Reportern, die sich bemühten, mit ihren Reportagen den Geschädigten zu helfen.

Eine der sozialen Plagen Oberschlesiens in den 70er Jahren war die massive Umweltverschmutzung, die jedoch ein Tabu-Thema für Journalisten war. Die offizielle Aussage der Regierung war, dass die Wirtschaft blühe und die Leute glücklich und gesund leben. Die Wahrheit sah jedoch anders aus. Die Förderung von Kohle, die Produktion von Eisen, Stahl und Chemikalien liefen zwar auf vollen Touren, jedoch waren die Technologien sehr veraltet und um die Ökologie kümmerte sich niemand im Betrieb.

Eines Tages, als ich Themen für die Stadtkolonne suchte, fragte ich beim Veterinäramt an, welche Krankheiten aktuell am häufigsten bei Haustieren festgestellt und behandelt werden. Beantwortet wurde die Frage mit Hundestaupe, Augenleiden und Bleivergiftung. Vorwiegend traten diese Leiden bei Patienten aus Szopienice auf. Fleißig habe ich diese Informationen notiert. Ich wusste, dass es sich um den Kattowitzer Bezirk handelt, in dem die Sonne auch beim schönstem Wetter nie zu sehen war und in dem die Industrie am stärksten die Umwelt verschmutzte. Die zulässigen Werte wurden dort um mehrere tausend Male überschritten.

Das Thema ist ohne Probleme durch die verschiedenen Stellen der Redaktionsleitung gerutscht und mit einem Haufen anderer Themen auf dem Schreibtisch des Zensors in der Druckerei in der Liebknechtstrasse gelandet. Dieser genehmigte die Veröffentlichung des journalistischen Materials mit einem Stempel oder wies die Veröffentlichung ab. Entscheidend war, ob das Material politisch korrekt war und frei von Zynismus und Spott dem System gegenüber. Natürlich las der Beamte die Texte vor seiner Entscheidung. Jedoch konnte er nicht alle Texte gründlich lesen, sonst hätte er den Drucktermin nicht einhalten können. Eine harmlose und kurze Information über Haustierleiden in Kattowitz las er intuitiv frei. Das Mädchen, das als Botin in dieser Nacht in der Druckerei für die Zeitung arbeitete und dem Zensor Staszek Zarod die Druckfahnen brachte, sagte dem technischen Redakteur Kazio Skotnicki –  und er erzählte es mir später -, dass der Beamte schon eine kräftige Fahne gehabt hatte, als er den Text las. Die Zensoren, ich selbst habe den Job fast ein Jahr lang von 1969 bis 1970 ausgeübt, tranken Unmengen Alkohol, die Journalisten zwar auch nicht weniger, aber in diesem Fall stand die Flasche auf dem Schreibtisch des „Entscheidungsrichters“ und hat der oberschlessischen Ökologie geholfen, die Tür zu öffnen.

Die intelligenten Leser lasen unsere „DZ“, und am nächsten Morgen bekam ich in der Redaktion für meinen bösen Scherz auch den entsprechenden Lohn. Gleich wurde ich auf den roten Teppich des Hephaistoses vorgeladen. Der Chefredakteur der „DZ“, Bronislaw Schmidt–Kowalski, trug den Spitznamen wegen seines Namens, weil er hinkte und, wie der griechische Gott, groß und streng war. Sehr dick und bekannt als ungezähmter Choleriker saß er mir in seinem Sessel gegenüber, mit der Miene eines Menschen, der gerade an akuten Magenschmerzen leidet.

„Sie wollten wohl“, sagte er zu mir, „dass ich mein Job verliere. Selbst der Propagandasekretär aus dem Woiwodschafts-Parteikomitee rief mich an und rüffelte mich wegen Ihrer Hundescheißgeschichte. Mehrere Mütter aus Szopienice, die das gelesen haben, meldeten sich telefonisch beim Komitee und fragten, ob ihre Babys auch in Gefahr sind und an Bleivergiftung erkranken werden. Die Babys werden in Kinderwagen auf der Straße, auf  der gleichen Höhe wie die Hunde gefahren. Die Mütter haben natürlich ein gutes Recht zu solchen Bemerkungen, aber von einem Journalist mit gewisser Berufserfahrung darf und muss sogar eine politische Verantwortung verlangt werden, für das, was er schreibt. Sie sind also schuldig, dass ich jetzt im Dreck stecke und vor den Genossen aus dem Komitee wie ein Scheißkerl kriechen muss. Sie bekommen also für diesen unverantwortlichen Text einen Verweis der in Ihrer Personalakte vermerkt wird!“

Die Rede – bunt geschmückt mit kräftigen Schimpfwörtern, die ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen werde – war damit beendet. Außer den üblichen Entschuldigungen, habe ich nichts gesagt. Beide wussten wir mehr als gesagt wurde, aber die Regeln des falschen Spiels, der kommunistischen Scheinheiligkeit, mussten beachtet werden. Schweigend ging ich dann zum Ausgang. In der Tür stoppte er mich mit den für seine Art typisch lässig ausgesprochenen Worten:

– Und nachmittags gehst du zur Kasse, dort bekommst du eine Prämie von 300 Zloty…

Leicht geschockt habe ich mich umgedreht und schaute ihn an. Er grinste und sagte:

„Das war eine gute journalistische Leistung!“

„Danke Chef“, murmelte ich froh und vergas zugleich alle Schimpfwörter, die gefallen sind.

Ich kann nicht sagen, dass ich mich nicht bemüht hatte, das Vertrauen der Redaktionsleitung zu gewinnen. Ich meldete mich manchmal zu Themen aus den so genannten höheren Etagen und sogar auf die Liste der Parteikandidaten ließ ich mich eines Tages einschreiben. Kurze Zeit später aber wurde ich wegen antisowjetischer Witze aus dieser Liste gestrichen. Komisch, alle in unseren Redaktion haben solche Anekdoten öffentlich erzählt, aber die Strafe dafür bekam nur ich. Einen entsprechenden Strafantrag stellte Genosse Ryszard Maleczek, der die schärfsten Politwitze kannte. Über ihn wurde erzählt, dass er Mitarbeiter des Geheimdienstes SB war. Vielleicht war es die Wahrheit, vielleicht auch nicht. Möglicherweise wurde so geredet, weil er mit einer Staatsanwältin verheiratet war – übrigens eine sehr anständige Frau, die enge Kontakte zu höheren Kreisen der Miliz pflegte. Aus diesen Kreisen brachte er manchmal verschiedene Kriminalgeschichten, so wie ich auch. Es konnte also sein, dass er mich aus reinen Konkurrenzgründen erledigen wollte. Der Hephaistos nahm den Antrag an, aber aus der Redaktion feuerte er mich nicht.

Das passierte erst ein etwas später, im Herbst 1979, als ich nicht rechtzeitig aus einem Frankreichurlaub zurückkam. Mein Urlaub habe ich während der Weinlese in der Provence verbracht und wurde danach von meinem Cousin nach Baden-Württemberg zu einem kurzen Besuch eingeladen. Dieser verlängerte sich ein bisschen und so passierte es… Vor der Reise nach Frankreich bevollmächtigte ich schriftlich meine gute Mama, dass sie in einem solchen Fall versuchen sollte, meinen Urlaub in der Redaktion zu verlängern, was normalerweise unproblematisch war. Schmidt–Kowalski war aber noch vorsichtiger als ich und hat den Urlaubsverlängerungsantrag abgelehnt. Es hätte ja sein können, dass ich trotz alledem im Westen bleibe und er dadurch wegen mir schon wieder „im Dreck stehen würde“.

Im Westen war ich zum ersten Mal, die Welt schaute dort ganz anders als im Osten, bunt, reich und schön. Doch dort zu bleiben, kam für mich damals überhaupt nicht in Frage. Durch die Erziehung zu Hause und die patriotischen Traditionen in der Pfadfinderbewegung ZHP, der ich als junger Mann zugehörte, war ich sehr heimatverbunden.

Der liebe Gott belohnte meine Rückkehr in die Heimat und half mir sehr schnell, eine Arbeitsstelle im Schlesischen Rundfunk in Kattowitz zu finden. Das Team der Abteilung Publizistik, wo ich landete, es wurde vom  einmaligen Wacek Horoszkiewicz geleitet, empfing mich sehr kollegial. Es wurde mir eine große Hilfsbereitschaft gezeigt, so dass ich das für mich neue Handwerkszeug schnell beherrschen lernte und einigermaßen hat es dann auch funktioniert. Meine Feuilletons und Reportagen wurden, zwar nicht so oft, aber doch übertragen. Fragen Sie mich bitte nicht, wieso ich so dumm war und nach drei Monaten zurück zur Kattowitzer Presse zurückkehrte. Der Teufel, der mir zu diesem  Schritt riet, obwohl in dieser Zeit viele unserer Journalisten von einer Redaktion zur anderen wanderten, und das fast unbürokratisch, nahm die Gestalt vom Karol Szarowski an, dem Direktor des Schlesischen Presseverlages in Kattowitz. Von ihm wollte ich nur ein Arbeitszeugnis über meinen Dienst im „Dziennik Zachodni“. Es kam aber zu folgendem Gespräch :

„Na, wie geht es Ihnen im Rundfunk?“
„Eigentlich ganz gut, die Arbeit macht mir viel Spaß, ich kann was Neues, Interessantes lernen, die Kollegen sind sehr nett…“
„Aber Sie sind doch ein geborener Pressejournalist!“

Der kleine, grauhaarige Jude war sehr höflich. Es tat ihm sehr leid, dass ich meinen Job in der „DZ“ verloren hatte, angeblich vermissten mich viele Leute im Hause und ganz besonders die Leser. Ich könnte mir überlegen, ob ich nicht zurückkehren möchte zu diesem Verlag.  Er hätte gerade einen freien publizistischen Posten in der „Abendzeitung“…

Die „ Abendzeitung“, auf polnisch „Wieczór“, befand sich nicht im Haupthaus, wo ich so „vermisst wurde“, sondern nebenan, wo immer am 1. Mai und am 7. November, am Tag der „Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“, der gleichzeitig mein Geburtstag war, ein überdimensionales Porträt von W.I. Lenin hängte. Ich hätte also stolz sein müssen auf dieses Angebot.  Verdienen könnte ich im „Wieczór“ auch etwas besser als am Anfang im Rundfunk. Die Schmeichelei des Gesprächs hat wohl am stärksten auf mich gewirkt. So eitel oder nur leichtgläubig, naiv, kommen sich die Leute vor…

Als die  „Solidarność“ mit ihren revolutionären Parolen in die Öffentlichkeit kam, vertraute ich ihr, wie früher an der Uni der verbotenen „zionistischen“ Ideologie des Märzes 1968. Neben der Redakteurin Marysia Jarochowska, die sich schon in Rente befand,  aber noch Texte schrieb, war ich der Einzige in „Wieczór“, der in die „Solidarność“ eintrat. Ich verdarb damit der Redaktionsleitung die Statistik, mit der sie der Obrigkeit zeigen wollte, dass sie die einzige Zeitung in Kattowitz sei, die frei von Solidarnośćmitgliedern ist. Privat wurde mir mitunter geraten, dass ich mir die Mitgliedschaft vielleicht noch mal überlegen sollte. Beruflich diskriminiert wurde ich jedoch deshalb nicht, ganz im Gegenteil: Ich konnte über die Anomalien des Soziallebens in unserer Region und über die lokalen Prominenten, die schuldig des Machtmissbrauchs waren, scharfe, kritische Texte schreiben. Ich bediente auch die Konferenzen von „Solidarność“. Später fragten mich meine Vorgesetzten halbprivat, wie viele Leute an so einer Konferenz teilnahmen und ich nannte immer eine höhere Zahl, als die tatsächliche. Die hohen Zahlen wurden ohne Enthusiasmus quittiert. Diese Zeit war für mich sehr schön, erlebt mit voller Power und dem Gefühl, das man etwas Gutes tut.

„Sie glauben wirklich daran, was „Solidarność“ sagt und verspricht?“, fragte mich einmal Janusz Durmala, der Chefredakteur von der „Abendzeitung“.

Ich bejahte und er lächelte.

„Es gibt keine Demokratie, vergessen Sie das!“

Heute weiß ich nicht mehr, ob er auch etwas über die Gerechtigkeit gesagt hat, aber wahrscheinlich nicht. Für meine Arbeitsleistungen im „Wieczór“ bekam ich das Silberne Abzeichen für Verdienste für die Kattowitzer Wojewodschaft. Einige Monate später kam meine Entlassung, sowohl aus dieser Redaktion als auch des Verlags. Das Arbeitsgericht bestätigte diese Entscheidung.

Meinen Sommerurlaub 1981 wollte ich wieder in Frankreich verbringen. Mit dem Rest des Alturlaubs konnte ich sieben Wochen lang Ferien machen. Meine Vorgesetzten im „Wieczór“ haben das formell akzeptiert, und Mitte September fuhr ich los. Diesmal reiste meine zweite Frau Mira mit; die Urlaubsreise war wunderschön und führte wieder in die Provence zur Weinlese. Auf der Rückfahrt per Anhalter, irgendwo in der Umgebung von Toulouse, erfuhren wir, dass die Situation in Polen sehr gespannt sei. Es war ungefähr Mitte Oktober. Das französische Fernsehen hat Panzer und Soldaten der so genannten befreundeten Truppen des Warschauer Pakts gezeigt, die zum Einmarsch nach Polen vorbereitet waren.

Aus der nächsten Telefonzelle habe ich meine Mama angerufen. Die Verbindung war schlecht und wurde immer wieder unterbrochen.

„Was ist in Polen los?“ schrie ich in die Kopfhörer.
„Es ist einfach schlecht und wird immer schlechter“, sagte Mama ruhig, aber ich spürte, dass sie sehr gestresst ist.
„Wirtschaftlich oder politisch?“
„Beides“.
„Würdest du uns denn raten, zurückzukehren oder hier zu bleiben?“
„Das müsst ihr beide, Zbysiu, selbst entscheiden…“

Wir wussten nicht, was wir tun sollten. Ein Gendarm auf dem Fahrrad stoppte neben der Telefonzelle.

„Kommen Sie aus Polen?“
„Ja.“
„Wenn Sie wollen, können Sie hier ein Asyl bekommen, weil in Ihrem Land ein Bürgerkrieg droht und Sie, er schaute auf Mira, wohl ein Baby erwarten…“

Die Schwangerschaft meiner Frau war wirklich schon sichtbar. Ich wusste aber bereits, was ich will.

„Nein Monsieur, vielen Dank, wenn dem Schiff der Untergang droht, dann muss man es retten und nicht weglaufen, antwortete ich mit meinem gebrochenen Französisch.

„Und was meinst du?“, fragte ich Mira.

Sie antwortete nichts, nickte nur bejahend mit dem Kopf. Bis heute ich weiß nicht, was sie damals wirklich gedacht hat. Den Satz über das Schiff habe ich den Franzosen noch mehrmals stolz wiederholt, aber sie alle zeigten kein großes Verständnis dafür. Ich dachte damals, sie verstehen meine Sprache schlecht und heute weiß ich, dass für die pragmatische Nation meine Denkweise fremd war.

Anfang November meldete ich mich wieder bei der Zeitung, es gab einiges den Kollegen zu erzählen und auch einiges zu hören. Die westlichen Medien machten keine falsche Propaganda. Am 7. November unter dem Porträt des Revolutionsführers am Kattowitzer Marktplatz habe ich viel Miliz gesehen und ihre Gesichter waren düster.

„Euch habe ich zu meinem Geburtstag nicht eingeladen!“, lachte ich lautlos, so mutig war ich in meinen Gedanken.

Am 13. Dezember, als General Jaruzelski den Kriegszustand erklärte, waren die Eingangstüren zum „Wieczór“, und auch zu anderen Redaktionen geschlossen. Ein Zettel informierte, dass bis auf Widerruf die Zeitung geschlossen bleibt und alle Mitarbeiter beurlaubt sind. Der Verlauf des Kriegszustands in Polen wurde schon so oft und ausführlich und von allen möglichen Seiten beschrieben, dass ich hier nichts mehr von Bedeutung zu sagen habe. Er hat bei jedem Betroffenen eine individuelle Wunde hinterlassen und es waren Millionen Opfer. Es gab einige,  die durch diese Wunden seelisch oder sogar körperlich starben. Es gab in jenem Jahr  nicht viele Familien in Polen, die am Heiligen Abend 1981 fröhlich und entspannt das neugeborene Christkind begrüßten.

Die Ladung zur meiner Verifikation in der „Abendzeitung“ kam schriftlich nach Hause. Jeder von der Redaktion musste sich vor eine spezielle Kommission, deren Aufgabe es war, zu entscheiden, ob der Mensch hier weiterhin arbeiten wird oder entlassen wird, stellen. Die Kommission bestand aus dem stellvertretenden Chefredakteur Antoni Faron und einem unbekannten Geheimdienstler, der offiziell Betreuer der Redaktion war.

„Sie lieben unser System nicht, die Führungsorgane haben schon einige Probleme mit Ihnen gehabt“, sagte der SB-Ek zu mir.
„Wann denn?“ staunte ich falsch.
„Im März 1968, denken Sie an die Bewegung von miesen Intellektuellen und Studenten gegen die Volksmacht. Saßen Sie damals nicht im Knast, im Krakauer Montelupich, wegen Volksverhetzung?“
„Das stimmt, aber das Gericht hat mich später freigesprochen“, berichtigte ich.
„Wir wissen mehr, als Sie denken“, merkte der Betreuer an.
„Außerdem sind Sie ein schwacher Journalist und die Redaktion braucht Sie nicht mehr.
„Und das Abzeichen für Verdienste, das ich kürzlich bekommen habe?“
„Das wurde kiloweise verteilt!“, lachte mich Faron aus.

Mira nahm tapfer die Nachricht zur Kenntnis, dass der Mann, der sein Schiff retten wollte, über Bord geschmissen wurde. Sie hat auch nicht gesagt, dass wir doch in Frankreich hätten bleiben können…

„Wovon haben wir denn damals gelebt?“ fragte mich schon in München mein älterer Sohn Jordan.
„Mama hat im Büro gearbeitet, ihre Eltern haben uns geholfen, meine Mama Nina auch, so viel, wie sie von ihrer Rente abzweigen konnte. Ab und zu kamen Pakete von Verwandten und völlig fremden Leuten aus Deutschland und ich… Ich habe am Anfang zusammen mit meinem Freund Bogdan Szewczenko, der aus dem Fernsehsender entlassen wurde, Schaukeln für Kinder hergestellt. Die haben wir im Keller in Bogdans Haus, in der Nacht, gebaut und am nächsten Tag auf dem Basar verkauft.“
„Habt ihr viel verkauft?“
„Na ja, vielleicht drei Stück…“

Jordan wurde im Mai 1982 geboren, der jüngere Mikołaj kam anderthalb Jahre später auf die Welt, gerade am Nikolaustag. Damals verdiente ich schon mein Brot in der Wochenzeitschrift „Katolik“ in Kattowitz, die speziell für entlassene Journalisten vom katholischen Verein PAX gegründet wurde. Das war eine sehr barmherzige Geste. Dieser Verein diente jedoch sehr loyal dem Staat und erlaubte uns nur brave, zweitrangige Themen. Das Brot war dünn geschmiert, aber fürs Überleben reichte es.

„Und wenn du damals im Radio geblieben wärst?“, fragte Jordan
„Dort war eine feinere Gesellschaft als in der Presse, aber nach dem 13. Dezember flogen auch dort einige. Man weiß natürlich nicht, was dort mit mir geschehen wäre.“

An einem späten sommerlichen Sonntagnachmittag saß ich mit meinen Söhnen im Wohnzimmer unserer alten Wohnung im Münchener Hasenberg. Vor uns auf dem Tisch lag ein Fotoalbum aus alten Zeiten.

„Wieso trugst du einen weißen Helm?“, interessierte sich Miki, bei seinen deutschen Freunden bekannt als Nico.
„Mamas Vater, dein Opa Marian, arbeitete als Abteilungsleiter in der Grube und hat mich überredet, meine Schreiberei aufzugeben und so ging ich zur Kohle. Durch seine Beziehungen wurde ich Steiger, und die Kerle trugen eben diese weißen Helme. Bald gab es mehr Kohle zu Hause, aber das war nicht meine Welt und nach einem Jahr habe ich den Job aufgegeben. Ich versuchte wieder in  meinen alten Beruf zurückzukehren und eine Zeitschrift mit anderen Leuten zu gründen, aber das hat nicht funktioniert.

Das Fotoalbum war chronologisch geführt. Auf den nächsten Bildern fährt Mira mit mir mit der Fähre nach Kopenhagen. Bereits beim ersten Halt in Hamburg hat ein Dreiviertel unserer Ausflugsgruppe die „große Freiheit“ gewählt. Wir wollten eigentlich das gleiche, nur die Aussicht,  Weihnachten zwischen Fremden zu verbringen, ja, es war schon wieder Dezember, hat uns erschreckt.

Nach dem Winter kommt aber immer ein Frühling und mit ihm eine neue Hoffnung. Im Mai 1988 kam ich nach München und seitdem lebe ich hier. Mira folgte mir mit  den Kindern, die damals 6 und 4,5 waren, im nächsten August. Auf dem nächsten Foto hält ein schlanker, dunkelhaariger Mann im langen Staubmantel zwei Buben, Jordan und Mikolaj, am Kragen in die Luft. Das Foto wurde an der Kirche Santa Monika in Neuperlach, wo einmal  die Polnische Katholische Mission II war, geschossen.

„Den Mantel hast du noch irgendwo im Schrank“, sagte Jordan.
„Stimmt, aber wo sind die dunkle Haare… und ihr könnt mich heute mit den kleinen Fingern in die Luft heben“, jammere ich.
„Bei deinem Gewicht nicht so leicht“, meinte Miki, und wir lachten zusammen.

Die Polnische Katholische Mission II (Nummer I befand sich in München-Maxvorstadt) wurde vom charismatischen Pater Czesław Nowak geleitet. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Kulturleben der polnischen Gemeinde in München.

Es folgen Fotos von der Folklorgruppe „Polonez“, wo ich auch mit meinen Jungs getanzt und gesungen habe. Schöne Krakauer Trachten und aus dem Bergland Zakopane. Im Vordergrund der unermüdliche Zbyszek Sadlak, der die Truppe gründete und leitete. Viele schöne Konzerte haben wir gehabt – in München, im bayerischen Lande, sogar nach Dortmund wurde gereist. Am schönsten und erfolgreichsten waren wir aber vor einigen Jahren auf dem Stadtfest im polnischen Cieszyn in Oberschlesien, am Fluss Olza, hinter dem gleich die Tschechei beginnt. Dort konzertierten wir mit der Teschiner Suite, die sehr professionell und mit großer Liebe von Helenka und Leszek Lehmann, geborene Teschinauer, vorbereitet wurde.

„Polonez“ schmückte alle größeren kirchlichen Feierlichkeiten in der Santa Monika. Es kommt ein Foto, auf dem ich zusammen mit Adam Dyrko in der Prozession am 3. Mai, dem polnischen Nationalfeiertag, das Bild von der Schwarze Madonna aus Czestochowa, trage. Mit Adam arbeiteten wir vor Jahren zusammen im „Dziennik Zachodni„. Als ich nach München kam, wohnte er längst schon hier. Ohne seine Hilfe wäre es mir schwergefallen, mich durch die Münchener Ämter ohne Sprachkenntnisse durchzukämpfen.

Marysia Mayerhoffer in Krakauer Tracht, auch in der Prozession. Wie viel hat sie mir und meiner Familie am Anfang geholfen, dass vergesse ich nie.  Die Kommunionsfeiern von Jordan und Mikołaj, die Bilder aus der Schule, von den gemeinsamen Ausflügen nach Spitzingsee, Oberammergau, Bad Tölz… Beim Skilaufen mit  den Herrschaften Dziakonski und beim Lagerfeuer mit dem gutem Freund und Seemann Waldek Nowakowski, dem Gründer der polnischen Pfadfinderschaft ZHP in München, wo Jordan und Miki fleißig mitmachten.

Ich liebe meine Kids. Der ältere arbeitet als Immobilienkaufmann in München und studiert gleichzeitig. Mikołaj, der begeisterte Boxer, Läufer und Fitnessfreak erlernte die Geheimnisse des Schmuckhandels und führt heute eine kleine Firma in der Branche. Beide sind befreundet mit polnischen Mädels.

„Papa, was sind wir eigentlich, Deutsche oder Polen?“, hat einmal Mikołaj oder Jordan gefragt, irgendwann am Anfang, als wir noch in einer städtischen Unterkunft wohnten.

„Wir sind Deutsche in Polen“, antwortete ich, aber damals war ich nicht ganz nüchtern.
Ich glaube,  es ist umgekehrt“, meinte Mikolaj oder Jordan

In Frankreich habe ich als Pole ein Asyl abgelehnt. In Deutschland, aufgrund der Vorfahren mütterlicherseits, wurde ich als Deutscher anerkannt, meine Frau und Kinder auch. Für meine deutsche Nachbarn und Freunde bin ich aber ein Pole, so wie in Polen beim Besuch, ein Deutscher. Es wird manchmal harmlos gemeint, dass ich doch schon ein Deutscher sei und so ist es richtig. In meiner Tasche trage ich zwei Pässe, einen polnischen und einen deutschen, einen deutschen und  einen polnischen. In Polen habe ich einige Berufe ausgeübt, aber hauptsächlich war ich Journalist; in München arbeitete ich beim Trockenbau, an Spülmaschinen in Kneipen, im Zug als Minibarverkäufer, als Nachtpförtner im Hotel, als Treppen- und Kloputzer und letztlich als staatlicher Angestellter im Deutschen Patent- und Markenamt. Die Bundeskasse hat mir mein Lohn ausbezahlt. Heute ein Rentner, der aus purer Abenteuerlust jetzt in Berlin wohnt  und ab und zu die Max-Schmeling-Halle mit anderen Fitnessfreaks reinigt, um sich dann einen harmlosen Gogoclub-Besuch, stattliches Essen, oder sogar beides zu gönnen.

Schauen Sie, wie viele Möglichkeiten sich einem Mensch auf Reisen eröffnen. Besonders, wenn man immer Hin-und-Zurück reist, nach Deutschland und Polen, nach Polen und Deutschland, immer dieselbe Strecke. Es kann dann sein, dass man dadurch seine Identität und Zugehörigkeit verliert. Deshalb, seit ein paar Jahren, wenn ich irgendwo eine neue Reise unternehme, dann immer öfters in das alte Großrussland. Es zieht mich dort einfach hin, außerdem möchte ich meine Wurzeln väterlicherseits erforschen. Man fährt dorthin,  um das seelische Gleichgewicht zu spüren und  auch zum West-Ost Brückenbauen. Es lohnt sich, sie zu bauen, auch dann, wenn sie immer wieder zerstört werden, doch immer seltener und das allein stimmt schon optimistisch.

Alles ist eine Reise. Das, was man sieht, und das, was sich versteckt, das, was man berührt, und das, was man erahnt, das Tosen des Wasserfalls und diese leichte Schläfrigkeit, die die Berge umhüllt.
José Saramago: Die portugiesische Reise

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Aśka & Renka
oder Johanna Rubinroth und Renata Borowczak-Nasseri
oder Metropolinnen / Metropolki

Sie schreiben über sich selber auf ihrer Homepage:
“… zwei Polinnen in Berlin. Die Küche ist der wichtigste Raum unserer Wohnung. Hier geht es hoch her. Wir braten nicht nur polnische Bouletten, hier wird vor allem diskutiert. Wie ist das zum Beispiel mit der Verteilung von arm und reich – wie kann man überleben am Rand der Gesellschaft? Und wie steht es mit Helmut, dem argwöhnischen Nachbarn, und der deutsch-polnischen Völkerfreundschaft? Wie…”
Als der Aufruf kam, 2011 für den Wetbewerb vom Polnischen Rat in Berlin, über Erinnerungen an den “Kriegszustand” in Polen und Hilfe aus Berlin zu schreiben, schrieben sie…

Weil das war so: Wir sitzen in dieser unserer psychodelischen Küche, Renka raucht diese dünne weiße Zigarette, und Aśka glotzt in diese ihre „Kauf-dich-glücklich“-Prospekte.

Und Aśka blättert bis in die Spielzeugabteilung, als ihre Augen werden plötzlich ganz weich:  Renka, guck, Barbies! Ich habe auch, als Kind, so eine Barbie bekommen. Sie war in einem Spendenpaket: normal, diese blonde Super-Puppe, in einem rosa Koffer, mit drei Kleidern zum Wechseln, und einem kleinen Plastik-Hund, und das in diesem kommunistischem Polenland!

Und auf einmal weiß Renka bescheid: Heiliges Recht hast du, ich auch! Schokolade aus Deutschland habe ich bekommen, damals in diesem Kriegszustand! Der Pfarrer hat in der Kirche Pakete verteilt,  und da waren die Lions, diese Schokoriegel mit Karamel, das sich göttlich an die Zähne klebt und auf der Zunge dreht!

AŚKA: Du Renka, mit meiner Barbie war ich noch drei Monate der Star im ganzen Dorf!

RENKA: Und ich, Aśka, die Verpackung von meinem Lion, die hab ich aufgehoben, um immer wieder zu riechen daran.

Und Aśka sagt: Wir wollen auch spenden, auch wenn wir selber leben am unteren Rand der sozialen Gerechtigkeit! Komm Renka, machen wir so ein Paket, mit Barbie, Schokolade, und andrem Essen. Und schicken es zu den Ärmsten der Armen, am Besten zu dem Hunger nach Afrika. Weil Renka eins sage ich dir: jedes arme Kind einmal im Leben hat so was verdient!

Aber Renka sagt: Aśka, Wann hat dein Konto das letzte mal Kasse gesehen, wenigstens einen Eurocent?

Aber Aśka muß helfen, kann jetzt nicht aufgeben, und schon stehen wir, vor diesem Bankomaten, und warten und beten, und wir haben Glück, weil wirklich – da kommt es – das erlösende Rattergeräusch. Und wir gehen raus, ganz glücklich, mit einem 50-Euro-Schein in der Hand.

Und wir gehen in dieses Ihre „Befriedige-alle-deine-Konsum-Wünsche“-Kaufhaus und müssen blinzeln, so viele Sachen gibt es da. Und wir streiten:

RENKA: Wir müssen diese Lions kaufen.

AŚKA: Nein, diese Barbie.

RENKA: Nein, erst das Essen, dann die Barbie, wenn was übrig bleibt.

Und Renka sagt: Du, Aśka, guck, wie wir uns daran gewöhnt haben, an dieses Übermaß. Erinnerst du dich, wie das damals war, als dieser General Jaruzelski, dieses kommunistische Oberhaupt, in der schwarzen Brille, uns mit dem Kriegszustand beschert hat, das war auch direkt vor Weihnachten – da gingst du in so ein Laden rein: alle Regale leer, und nur auf einem Brett stand Essig, oder höchstens Senf. Und das monatelang.

Und wir laufen durch dieses Riesenkaufhaus, und wir packen in den Einkaufswagen Schokolade, die mit den Rosinen und Zucker zwei Kilogramm.

Und auf Aśka flüstert: Ich weiß noch, wie ich das trockene Brot unter dem Wasserhahn naß gemacht habe, und mit Zucker bestreut, das war unsere made-im-Kommunismus-Süßigkeit. Du, und in dem Paket aus Deutschland, da waren warme Unterhosen. Und eine Winterjacke obendrauf. Komm, so was nehmen wir auch.

RENKA: Nach Afrika warme Unterhosen? Aśka, hör auf. Nehmen wir lieber doch mit so n Schweinefleisch in Soße in der Dose.

Aber  Aśka läuft schon zu dem bunten Obst-Gemüse stand, starrt die Früchte an, und haucht: Du Renka, für mich der Westen, damals, das war ein Zauberwort, und schmeckte nach rosa Kaugummis und Bananen!

Aber auch Renka hat ihre Erinnerungsvision an dem Gemüsestand; weil einmal Renka sollte Butter kaufen, und normal, es gab nur so was grünes rundes, wie Bälle, und es sah aus wie geschwollene Gurken. Und Renka hatte furchtbare Angst – kaufen, oder nicht kaufen. Zum Glück hat die Nachbarin gesagt: Nimm, was es gibt, weil morgen gibt es vielleicht gar nichts.

RENKA: Und als wir die geschwollene Gurke aufgeschnitten haben, hat sich gezeigt, daß sie innen drin rot sind und süß. Und so hab ich, mit acht, und meine Oma mit 77, zum ersten Mal eine Wassermelone gegessen.

Aber Aśka hört nicht zu, sie driftet zu der Spielzeugabteilung, die Barbiepuppe zu kaufen für das afrikanische Kind, Renka hinterher, und plötzlich bleibt sie stehen: Aśka guck, wie viele Waschmaschinen, normal, wie soll man entscheiden, welche man kaufen soll? Damals im Kommunismus, hat man sich gefreut, wenn man überhaupt eine hatte. Und um eine zu bekommen, in der Schlange mußte man stehen, Tag und Nacht, weil sonst ist der Platz verflogen. Und einmal, da standen wir und zwar eine Woche lang: Morgens mein Bruder, er hatte Schule zur Spätschicht, weil es nur wenig Klassenzimmer gab, wie ich von der Schule kam, hab ich ihn ausgewechselt, am Nachmittag ging Mutter in die Schlange, und Nachts stand Vater, und so die ganze Woche lang. Na und eines Nachmittags haben sie die Waschmaschinen angefahren. Sie haben 18 Waschmaschinen gebracht und stell dir vor: wir waren die 19 in dieser Schlange…

Und wir stehen an der Kasse und die Schlange ist lang, fast wie damals in diesem kommunistischen Polen, weil es gibt hier in Deutschland diesen Konsumwahn, und besonders vor diesen Weihnachten.

Und plötzlich sagt Aśka: Ich weiß nicht wie dieser Krieg ausgebrochen war, weil ich noch klein war. Ich weiß nur, wie ich mit meiner Tante war in der Stadt, um mir diese Okkupation anzuschauen. Soldaten, und Panzer, normal, überall. Und im Bus, eine Frau hat gesagt: “Jetzt werden wir die von “Solidarność” aufhängen“. Und die Augen brannten, von dem ganzen Tränengas.

Aber Renka hat ein Einstein-Gedächtnis und weiß alles ganz genau.

RENKA: Es ist der 13.12 Dezember 1981, ich stehe auf, zu gucken diese Kindersendung, diesen “Teleranek“, und wie immer gehe ich zum Opa, weil Opa und Oma haben über der Diele gewohnt, im gleichen Haus. Und dort auf dem Bildschirm, statt meiner Sendung: ein kahler Typ in großer schwarzer Brille und in Uniform, wie eine riesige schwarze Fliege sieht der aus. Und ich gucke – weil was macht mein Opa? Er steht auf und geht zum Fernseher, und spuckt auf den Bildschirm, auf diesen Fliegenmann. Und meine Oma, angepisst wie eine Messerschmitt, kommt mit einem Lappen gerannt, und reibt. Opa spuckt wieder, und schimpft: „Sie haben uns an die Russen verkauft.“

Und auf einmal sind wir schon an der Kasse angelangt, und müssen bezahlen, mit unserem kostbaren 50-Euro-Schein.

Und Aśka sagt: Weißt du noch? Damals, in Polen, da war alles auf Marken. Und auf ein Kind, auf ein Monat, fiel eine einzige Schokolade.

RENKA: Aha, von wegen, Schokolade, das war ein Schoko-ähnliches-Produkt, das schmeckte wie eine Mischung aus Asche und Mehl.

Und wieder stehen wir auf der Straße, vollgeladen wie die Weiber aus Rußland, mit diesem unserem Carepaket, und hauen in Richtung zu diesem Hilfswerk.

Und dort, die Frau, guckt uns an, und sanft sagt sie: Wir nehmen keine Sachen, wir nehmen nur Geld.

Und wir sehen aus, als ob uns eine Taube auf den Kopf geschissen hätte.

Aber Renka lässt sich nicht beleidigen von der Wirklichkeit und denkt wie immer praktisch: Komm, wir geben alles zurück, holen wieder das Geld, und bringen es her.

Und wieder hauen wir zu dem Kaufhaus, aber an der Kasse Aśka schaut in die Tasche, und, normal, der Bon ist nicht mehr da. Und Renka nervt sich, aber wie, auf maximal: Aśka, oh nein, du hast ihn verloren! Sollen wir die Afrika-Spenden jetzt selber essen?

Aber plötzlich Renkas Blick fällt auf einen Korb, voll mit Essen, und allerlei, und sie liest die riesige Aufschrift: „Kauf eine zusätzliche Packung für die Kinder zu Weihnachten“.

Und Aska guckt, denkt, auf einmal blitzt Intelligenz in ihrem Gesicht, sie lächelt von Ohr zu Ohr, und verkündet: Aber Renka, machen wir, wie da steht! Wieso suchen wir soweit? Die Deutschen haben uns damals gegeben, geben wir jetzt ihnen!

Die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in demselben Maße, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens täglich allgemeiner gedeiht.
Heinrich Heine