Puppendienstag: Olga (2)

sarahEine Mail von Gertraud Pohl:

Liebe Ewa,

die Wahrheit ist, daß alle Träume, die sich für mich mit 18 an diese kleine Puppe Olga gebunden hatten, längst “verblüht” sind und daß allenfalls noch ein Kopf übrig ist, der sich an der Wirklichkeit stößt!

Diese meine Wirklichkeit gleicht zur Zeit derjenigen der alten Gorilla-Dame im Berliner Zoo, die die Gemeinschaft nur von Ferne noch betrachten kann und sich begnügen muß mit den Mahlzeiten, die ihr gereicht werden. Ansonsten ist sie Schauobjekt und wird mit einer “Sprache” überschwemmt, die sie nicht versteht.

Dies ist das Ende der Puppen-Show – wenn sich keine realen Menschen in meinem Leben einfinden, fotografiere ich keine “Köpfe” mehr.

Sehr liebe Grüße

Gertraud

olga-gorilla Und hier meine Antwort:

Liebe Gertraud, ich kann natürlich meine/unsere LeserInnen nicht zwingen, dass sie deine Puppen kommentieren, aber schon bei erstem Post hat sich Anne gemeldet und geschrieben, dass sie von dir und deiner Puppen unheimlich inspiriert ist. Du hast ihr gar geantwortet, dass ihr etwas zusammen machen könnt. Sieh mal: https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/06/25/puppen/

Mach doch was zusammen!

Bei Christine hat Anne wieder geschrieben: https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/07/09/puppendienstag-christine/

Und von mir noch ein Bildchen für dich:

statystyki
Das sind bildlich dargestellte Besucher-Statistiken. Siehst du den höhsten Punkt? Höhesten überhaupt! Das ist der Puppendienstag: Gala & Co:
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2013/08/13/puppendienstag-gala-co/

Ich werde mich freuen, wenn Du dies doch als Anerkennungszeichen siehst und bei uns mit deinen Puppen bleibst. Ich bitte auch die LeserInnen, um Zusprüche. Ich kann den Verdruß verstehen – man schreibt, man bemüht sich, man macht sich Gedanken darüber, was euch gefallen mag und… Ihr schweigt. Schluchz.

Eure

Ewa Maria Slaska

Immer Montags: Der polnische Adel… (1)

Montage lang werden wird jetzt Fragmente eines Texts von Stanislaw K. Kubicki lesen, gespickt mit Anekdoten und Familiengeschichten aus der Welt, die es nicht mehr gibt. Merkwürdigerweise werden im Text auch Slaski & Co vorkommen, meine Schwiegermutter meint jedoch, dass es nicht “unsere Slascy” sind, sondern die aus Großpolen, die nicht zur Familie gehören, da unsere allesamt, obwohl sie nach dem Krieg in Großpolen wohnten, aus Kleinpolen stammen.

Wenn im Text von “Kubicki” die Rede ist, gemeint ist der Maler, der Autors Vater war.

Der Polnische Adel aus dem Blickwinkel eines 1936 10-jährigen deutschen Knirpses

Der alte Taczanowski

Den alten Grafen Taczanowski habe ich natürlich nicht mehr kennen gelernt; er dürfte in den Zwanzigern das Zeitliche gesegnet haben. So kann ich nur weitergeben, was in der Familie so kursierte. Die Verbindung der Familie Kubicki zum alten Taczanowski ist mir unbekannt, verlief aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über unseren Großvater Witalis.

Stanisław Kubicki, mein Vater, verbrachte als Oberschüler und junger Mann etliche Urlaube auf dem Gut des alten Grafen in Ostrowo. Von dort meldete die lokale Presse mitunter sensationelle Ereignisse, beispielsweise, daß der junge Kubicki auf seinem Pferd stehend durch die Stadt geritten sei. Das las auch Großvater Witalis, der not amused war, weil solchen Kindereien weniger zugeneigt als der alte Graf, der selbst Gegenstand etlicher skandalöser Ereignisse gewesen sein soll.

Taczanowski war enorm reich und soll in Pariser Casinos einige seiner Güter verspielt haben, angeblich nur, um den Prince of Wales auszustechen. Schließlich sei er teilentmündigt worden, um wenigstens etwas für die Erben zu retten. Ostrowo war darunter.

In Posen stand er einmal – so die Fama – vor Gericht, weil er mit seinem Monokel im Auge und in gebückter Haltung, um besser sehen zu können, die nackten Fesseln – mehr war eh nicht entblößt – einer Dekorateuse im Schaufenster inspiziert hatte. Den Richter, der ihn einen „alten geilen Bock“ nannte, verklagte er angeblich wegen „alt“ – „geil“ blieb hingegen unbeanstandet.

Noch deftiger war ein Ereignis auf einer Fahrt von Posen nach Berlin. Er, der Graf, kannte die Strecke und wußte, daß der Zug in Bentschen einen längeren Aufenthalt haben würde. Also zog er schon mal eine Zigarre aus seinem Etui und bereitete sie vor. Ein Mitreisender beschwerte sich, daß er im Nichtraucher paffen wolle. Der Graf bemerkte zurecht, daß er das ja gar nicht tue, doch der andere insistierte: „Aber Sie machen doch die Anstalten dazu.“ Die Bahn hielt, der Graf stieg aus und qualmte – wie gewohnt – auf dem Perron; der andere holte sich eine Zeitung. Als der Zug wieder anfuhr, breitete dieser sein Journal aus, und der Graf empörte sich nun seinerseits lauthals, „Es sei doch ungeheuerlich, hier im Abteil scheißen zu wollen.“ Der andere war entsetzt. Wie er denn darauf käme? Und der Graf beteuerte: „Aber Sie machen doch die Anstalten dazu.“ Das mag sich ziemlich stark anhören, aber der Graf war so gebaut, daß die Dinge als glaubhaft kolportiert werden können.

Seinen vermutlich letzten Urlaub in Ostrowo verbrachte Kubicki im Sommer 1914. Er berichtete darüber seiner späteren Frau:

[…] Hier ist alles sehr feudal, der alte Graf mit Monokel – schreib durchaus “Comte” auf die Adresse, die Leute legen Wert darauf. Außer dem Alten, zwei Söhne und eine Tochter (verheiratet) mit zwei allerliebsten Kindern. Schöner Park, Wald und angenehme Gegend. Schloß ist altertümlich, ein Teil barock, der andere gotisch; ich wohne wie im Kloster im gotischen Flügel. Ich schreib alles so durcheinander, daß Du Dich kaum zurecht finden wirst, schadet nichts!

Ich hab’ noch eine Bitte: schick’ mir doch sofort folgende Bücher, wenn Du sie nicht selbst brauchst:  Strindberg die 4 Bde. / Bierbaum „Stilpe“, „Irrgärten und Reife Früchte“ [gemeint ist wohl: „Irrgarten der Liebe“] / Wyspianski (was da ist) / Ibsen die 3 Bde. (einen hat Janek). Ich will Propaganda für Moderne machen. […]

Kubicki fühlte sich dort also durchaus zuhause.

Der alte Graf war im übrigen dafür bekannt, ein Gourmet par excellence gewesen zu sein. Wenn das Essen besonders gut war – so wurde berichtet – ließ er die Köchin kommen, schnalzte deutlich mit der Zunge und schnipste links mit Daumen und Zeigefinger: „Vorzüglich!“ war sein höchstes Lob. Als die Köchin eines Tages einen Briefträger heiratete, setzte er, um seine Fee nicht zu verlieren, durch, daß dieser nach Ostrowo versetzt wurde.

Der Graf soll schließlich beim Verzehr einer besonders leckeren Birne verstorben sein. Als er zubeißen wollte, bemerkte er auf ihr eine aggressive Wespe, die ihm unmittelbar – noch bevor er den Mund schließen konnte – in den Rachen stach. Der schwoll an, und der Graf erstickte. Eine scheußliche Vorstellung. Gott verzeihe diesem Original alles…!

Fortsetzung folgt


Frühere Bezüge auf diese Erinnerungen befinden sich in den Publikati-onen von Lidia Głuchowska:

1. Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945. Gebr.-Mann Verlag. Berlin 2007
2. (Trans)regionalne uniwersum. „Rodzinna Europa” i Paneuropa – arystokracja i awangarda = (Trans)regionales Universum. „Familie Europa” und Paneuropa – Aristokratie und Avantgarde. Pro Libris 2 (31) (2010), S. 6-12.
3. Worek cukru, czyli o awangardzie i nie tylko artystycznych cudach współpracy polsko-niemieckiej = Ein Sack Zucker. Über die Avantgarde und die nicht nur künstlerischen Wunder der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Pro Libris 3 (28) (2009), S. 70-81.

Poetry – Poezja – Poesie / Seamus Heaney

Seamus Heaney. Received the Nobel Prize for Literature in 1995. Two years ago he died in age of 74.

Do we know his poetry? Says it us something, when reading, that “Irish prime minister Enda Kenny compares him to Joyce, Yeats, Shaw and Beckett”. Prime ministers are obliged to says things like that. Or like taht: “His poetry detailed Ireland’s rural past and its violent sectarian strife”.

What we know about Ireland at all? Green green are the fields of Ireland. Stone churches. Elves. Bombs. Big famine. Saint Patrick Day. Blommsday. Green. Joyce. Rain. Rain. Rain.

Rain. Big famine. Potatos in a hand of father. The cold smell of potato mould.

Digging

Between my finger and my thumb
The squat pen rests; snug as a gun.

Under my window, a clean rasping sound
When the spade sinks into gravelly ground:
My father, digging. I look down

Till his straining rump among the flowerbeds
Bends low, comes up twenty years away
Stooping in rhythm through potato drills
Where he was digging.

The coarse boot nestled on the lug, the shaft
Against the inside knee was levered firmly.
He rooted out tall tops, buried the bright edge deep
To scatter new potatoes that we picked,
Loving their cool hardness in our hands.

By God, the old man could handle a spade.
Just like his old man.

My grandfather cut more turf in a day
Than any other man on Toner’s bog.
Once I carried him milk in a bottle
Corked sloppily with paper. He straightened up
To drink it, then fell to right away
Nicking and slicing neatly, heaving sods
Over his shoulder, going down and down
For the good turf. Digging.

The cold smell of potato mould, the squelch and slap
Of soggy peat, the curt cuts of an edge
Through living roots awaken in my head.
But I’ve no spade to follow men like them.

Between my finger and my thumb
The squat pen rests.
I’ll dig with it.

***
Kopać

Pomiędzy kciukiem a wskazującym palcem
Tkwi przysadziste pióro; jak spluwa w garści.

Pod oknem przenikliwie zgrzyta
Wbijana w piach i żwir łopata –
To ojciec, kopie. Ja z góry patrzę

Aż jego naprężony wśród rabatek grzbiet
Zegnie się – i podniesie młodszy o dwadzieścia lat
I będzie się pochylał w rytmie kartoflanych bruzd,
Gdzie chodził kopać.

But stawiał na krawędzi, trzonek
Oparty o kolano był mocną dźwignią.
A on obrywał łęty, wbijał błyszczące ostrze
I wysypywał młode kartofle, któreśmy zbierali –
Lubiliśmy ich twardość oraz chłód.

Bóg świadkiem, staruszek umiał trzymać szpadel.
Tak jak i jego ojciec.

Tyle torfu co dziadek w jeden dzień
Nie wyciął żaden kopacz na Tonerowym bagnie.
Kiedyś zaniosłem mu butelkę mleka
Zakorkowaną byle jak papierem. Przerwał
Żeby je wypić, i dalejże znakować torf
I ciąć na równe kostki, i rzucać darń
Za siebie, i schodzić coraz głębiej
Po dobry torf. I kopać.

Ten zimny zapach kartofliska, plaskanie i chlupoty
Namokłego torfu, i ciach-ciach przecinanie
Żywych korzeni, to wszystko staje przed oczami.
Ale ja nie mam szpadla, żeby robić to, co oni.

Pomiędzy kciukiem a palcem wskazującym
Tkwi przysadziste pióro.
Nim będę kopać.

Przełożył Piotr Sommer

***
Graben

An Daumen und Finger schmiegt sich sehr
Stämmig die Feder; fest wie ein Gewehr.

Ein sauberes Scharren klingt zu mir herein.
Ein Spaten dringt in kiesigen Boden ein:
Mein Vater beim Graben. Ich guck, bis sein

Angespannter Rumpf zwischen den Blumenbeeten
Sich beugt, sich wieder hebt vor zwanzig Jahren:
Sein Auf und Ab in Kartoffelfurchen,
Wo er damals grub.

Der grobe Stiefel trat das Blatt, der Stiel,
Innen ans Knie geschmiegt, hebelte wuchti.
Er stemmte hohes Kraut um, rammte den blanken Szahl
Und legte neue Knollen bloß. Wir lasen sie,
Liebten die kühle Härte in unseren Händen.

Bei Gott, der Alte wußte den Spaten zu führen.
Genau wie sein Alter.

Großvater stach mehr Torf an einem Tag
Als irgend jemand sonst in Toners Moor.
Einmal brachte ich ihm eine Flasche Milch,
Nur mit Papier verpfropft. Er reckte sich.

Trank aus, und dann legte er sofort wieder los,
Hob sauber zugeschnittene Soden ab, warf sie
Über die Schulter, bohrte sich tief und tiefer,
Bis hin zum guten Torf. Er grub.

Der kalte Duft von Humus, der Quaatsch und Schmatz
Durchweichten Torfs, das Hacken einer Schneide
In Wurzelfleisch werden in mir wach.
Doch um ein Mann wie sie zu sein, fehlt mir der Spaten.

An Daumen und Finger schmiegt sich sehr
Stämmig die Feder.
Mit ihr werde ich graben

übersetzt von Giovanni Bandini und Ditte König /Ausgewählte Werke, Carl Hanser Verlag 1995

Ausflug in Berlin

Es war Montag. Wir waren zu sechst. Dorota, Lida, Felice, Mini, Adrian und ich. Eine von uns hatte Geburtstag. Wir machten eine Schifffahrt. Drei FFF, richtig? Am Ende des Tages ist ein gemeinsamer Text entstanden. Mit unheimlich viel Konjunktiven. Die Polen und Polinnen unter uns freuen sich deshalb, da ein Konjunktiv etwas Feines und in Polnischem kaum Benutztes ist. Im Laufe des Tages sind auch jede menge Fotos entstanden. Ein davon ist ein Rätsel.

Was ist es?

zagadka-berlin-zwodyEs ist der Schatten eines Polers (eines Knechts) auf dem Schifftisch.

Der Rest der Fotos und kleine Reportage für diejenige, die Polnisch kennen – morgen. Für heute dies, was am Tag selber entstanden ist:

Wenn ich das gewusst hätte, was auf mich zukommt, hätte ich nichts zum Frühstück gegessen, hätte ich mich gestern noch mehr drauf gefreut, hätte ich mich über jeden Grashalm auf der Strecke informiert (Adrian lacht über “Gras” – Gras wäre tatsächlich eine gute Ergänzung zum Chillen gewesen). Ich hätte nichts anders gemacht! Aber vielleicht hätte ich vorher ein Buch über die Architekturgeschichte Berlins lesen sollen. Berlin ist eine Stadt am Wasser, alles spiegelt sich und leuchtet, und ich habe so viele Bauten gesehen, die ich nicht kannte.

Alle

PS. 1. Hiermit verpflichte ich mich zum nächsten Geburtstagausflug mit Lida ein bisschen Gras zu besorgen. (Vom feinsten) – Adrian.

PS. 2. Ist gut. Ich habe gerade mit Johanna und Tanja den Film Paulette gesehen. Danach haben sie den Wunsch geäußert, unbedingt einen Schokokuchen mit Haschisch zu essen. Ich glaube ein mit Gras ginge auch. Den soll ich backen! – Ewa Maria Slaska.

PS. 3.

Zum Geburtstag für Liduś am 26. August 2013

Hab Dank für einen schönen Tag
voll Sonne und Burgunder,
nach Landwehr, Spree und Bundestag
im Ankerklausenwunder.

Auf dass noch viele solche Tage
gemeinsam uns begleiten –
In Schleusen geht es auf und ab,
wie in des Lebens Weiten.

Mini

Fortsetzung folgt morgen / To be continued tomorrow / Ciąg dalszy nastąpi jutro

Und zum Schluß schöne Geburtstagsmusik:

http://www.youtube.com/watch_popup?v=G4nX0Xrn-wo&sns=em

Puppendienstag: Köpfe

M.Soika1.webLiebe Ewa,
es ist durchaus nicht so, daß mir der Stoff ausgegangen ist in den letzten Wochen – ich war allerdings konzentriert mit dem Bärchen meines erkrankten Freundes unterwegs.
Und da gibt es vor allem Fotos mit Köpfen von den Künstlern, denen ich begegnet bin.
Darf es diesmal auch so etwas sein?
Der Künstler Michael Soika arbeitet gemeinsam mit seiner Frau in dem Dorf Stücken.

Sehr liebe Grüße

Gertraud

M.Soika3-2M.Soika4-5M.Soika6-8

Poesie – Poezja – Poetry / Paul Celan

Todesfuge

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne
er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor lässt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags
wir trinken dich abends
wir trinken und trinken

Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland
dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith

wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus
dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith
er spielt mit den Schlangen
Er ruft spielt süßer den Tod
der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen
dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags
der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus
dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns
er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet
der Tod ist ein Meister aus Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith

Paul Celan liest sein eigenes Gedicht

Krakowski zespół Sublokator śpiewa Fugę śmierci po polsku

And here an English translation of “Todesfuge”. The translation tries to honor the cadence and rhythm of the original German.

Utwór dotyczy autentycznych zdarzeń związanych z Holokaustem. W kilku nazistowskich obozach śmierci, w Lublinie, obozie Janowskim, ale też w Auschwitz, część skazanych była zmuszana przez hitlerowców do grania tzw. „Tanga śmierci”, gdy tymczasem inni więźniowie mieli kopać groby. Do tego faktu odnosi się również utwór “Dance me dance me to the end of love” śpiewany przez Leonarda Cohena. Pisałam o tym TU.
Konstrukcja tekstu przypomina zasady kompozycji muzycznej fugi.

Paul Celan

Paul Celan. Urodził się w rodzinie żydowskiej w 1923 roku w Czerniowcach, mieście które wówczas znajdowało się w Rumunii, a dziś na Ukrainie, zabił się skacząc do Sekwany 20 kwietnia 1970 roku. Naprawdę nazywał się Paul Antschel lub Ancel, Celan to anagram prawdziwego nazwiska. Uważany za jednego z najważniejszych poetów języka niemieckiego, a jego wiersz Fuga śmierci, za najistotniejszy wiersz o zagładzie. Fugę zaprezentuję w niedzielę, dziś zaproszenie na… na co właściwie? Koncert muzyki klezmerskiej? Recital poetycki? Wieczór poezji śpiewanej? Nic z tego, a zarazem wszystko na raz. Dwóch artystów – aktor i muzyk – stworzyło wieczór poezji Celana z najsłynniejszego jego tomu wierszy Mak i pamięć (1952).

Zusammen_Feidman_Becker_2_c_F.Broede_u_A.MeisterGiora Feidman und Ben Becker: Zweistimmig

Wczoraj w Berlinie odbyła się premiera – w ramach tegorocznych Dni Kultury Żydowskiej. Giora Feidman jest znakomitym klarnecistą, o pokolenie młodszy Ben Becker – aktorem i piosenkarzem. Beckera znamy przede wszystkim z filmu Josepha Vilsmaiera Brat snu według powieści Roberta Schneidera (1995), a obaj artyści spotkali się też w brawurowym filmie muzycznym tegoż reżysera Comedian Harmonist (1997), autentycznej historii o sześciu muzykach z Berlina w latach 30.

Uwaga Administratorki z roku 2020: dalsza część wpisu jest już dziś całkowicie niepotrzebna, Ben Becker zagrał w międzyczasie świetną rolę w filme Dzieło bez autora (Werk ohne Autor)  Floriana Henckela von Donnersmarcka (2018), powiem więc przy okazji, że jeśli nie obejrzeliście tego filmu w kinach, koniecznie poszukajcie go na DVD albo jednym z licznych portali streamingowych. Tylko na Boga! – nie czytajcie recenzji ani zwiastunów filmu. Zdradzą Wam, o co i o kogo chodzi w ciągu piwrwszych 10 sekund, i na zawsze odbiorą ciekawość, z jaką ogląda się to świetne kino, nie wiedząc… Po prostu oglądając.

A kto chce posłuchać Giory Feidmana (starszy pan, urodzony w roku 1936, wciąż jeszcze świetnie gra), to proszę bardzo: TU.

Reblog: Kapoor in Berlin

Amazing! Wonderful! Przybywajcie, przybywajcie, bo w Berlinie do 24 listopada obejrzeć można najniezwyklejszą wystawę roku – wielkie obiekty woskowe i bryły wosku, w tym wspaniałego czerwonego wosku, jako produkt artystyczny a nie pszczelarski! Pojedyncze przedmioty tej sztuki są być może bez sensu, złożone w całość wystawienniczą dają produkt nadzwyczajny. Anish Kapoor, urodzony w roku 1954, syn Hindusa i żydowskiej Irakijki. Jeden z najsłynniejszych artystów XX wieku. Bilety na wystawę w Martin Gropius Haus drogie, bo po 11 euro, ale się opłaca. Instalacje Kapoora są może przeżytkiem lat 70, ale kto z nas w latach 70 był w stanie pojechać do Londynu i zobaczyć, co robią młodzi, nieznani (wówczas) twórcy. Zresztą, jeśli nawet udało się nam wtedy dotrzeć do Londynu, to zawróciła nam w głowie muzyka i moda, a jeśli dotarliśmy też do jakiejś sztuki, to paśliśmy się w British Museum i National Gallery. Więc nawet jeśli byliśmy wtedy w Londynie, to wcale nie wiedzieliśmy, że Kapoor, a tymczasem, no cóż, to było wielkie przeoczenie i dobrze, że można je teraz w Berlinie nadrobić.

Zresztą wielu z Was już to wie. Podczas ostatniego długiego polskiego weekendu na wystawie było więcej Polaków niż reszty świata. Ciekawe – wszyscy z dziećmi, aktualnymi lub in spe. A z tym pomysłem trzeba nieco ostrożnie, bo wystawa od czasu do czasu głośno strzela czerwonym woskiem z armaty i nie wszystkie dzieci to lubią. Nasze nie lubiło. Naszemu najbardziej podobał się wielki czerwony woskowy dzwon, wokół którego kręci się nóż, za każdym razem ścinający ledwie widoczną warstewkę obiektu. Dziecię chciało wiedzieć, jak długo też nóż się kręci. Aż się rzeźba skończy, brzmiała odpowiedź. Dociekliwe dalsze pytania dostarczyły jednak dziecku tej odpowiedzi, o którą mu chodziło: 17 minut. Czyli tyle co dwie bajki o kotku Filemonie, wyjaśnił Ojciec.

kapoor-berlin copy

 

Puppendienstag: Unter den Bildern

Kopf.webGertraud Pohl schrieb mir:

Liebe Ewa,

Du hast mir geschrieben, daß meine Fotos sehr viel Anklang finden – aber ich erfahre das nicht, weil niemand mich persönlich kennt und findet.

Mir fehlt die Erfahrung mit Blogs – aber wenn ich keine direkte Resonanz erhalte, verliere ich natürlich die Lust.

Kannst Du nicht Deine Leser mit einer e-mail-Adresse von mir versorgen? Damit ich ins Gespräch kommen kann?

Mein “Bärchen-Adressat” wird von mir jeden einzelnen Tag mit aktuellen Berichten und Fotos versorgt – ich glaube, daß ihn das bei der Therapie unterstützt. Möglicherweise gibt es andere Menschen, die von meiner Intuition profitieren können – sie müßten mich nur finden.

Sehr liebe Grüße

von Gertraud

 

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