300 Jahre Nachhaltigkeit

Vor 300 Jahren schrieb Hans Carl von Carlowitz sein Buch Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht, das als erstes Werk gilt, das Nachhaltigkeit fordert: „Wird derhalben die größte Kunst/Wissenschaft/Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weil es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag.“

Dass es mit Herrn von Carlowitz so gewesen ist, wurde ich von Tarik Mustafa informiert, Präsidenten des Bundesverbandes Nachhaltigkeit. Wir treffen uns auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, auf dem Gelände von Arche Metropolis. Ich drehe seine Visitenkarte in der Hand rum. Ha, Bundespräsident! Wir alle sind doch irgendwelche Präsidenten. Er ist ein Präsident der Eutopie, eines glucklichen Ortes. Es ist ein Kunstprojekt fżr die Chancen und die Entwicklung der urbanen Gesellschaft in 21. Jahrhundert. Kunsprojekt. Akademie für Fortschriftliche Rückbesinnung. Auszeichnungen durch UNO. Ich schaue mir sein Feld an und weiß nicht, ist es ein schönes Projekt, ist es ein Bluff? Tarik selber ist jedoch ein unglaublich netter Mensch. Offen, entgegenkommend. Ich vermute, dass er auch ein Frauenversteher ist, weil er mir so leicht alle meine anfängliche skeptische Gedanken weg nimmt.  Das Projekt soll dem Gründungsvater der Nachhaltigkeit gebürtige Ehre zuweisen.

An einem schönem, kalten, windigen Tag sitzen wir auf einer Holzbank mitten im Nichts des riesiggrossen ehemaligen Flughafens und reden von bürgerliche Partizipation, Zukunftsvisionen und sozialen Aufgaben jedes Einzelnen. 1,3 Hektar Feld mieten er und seine Mitstreiter, wo sie kleine Hütten bauen, kleine Gartenbeete für Schulklassen zur Verfügung stellen, kleine Bühne betreiben, gedeckt von einem Dach aus den Plastikresten voll von gewollten Leerräume. Wir reden miteinander und ich bin enthusiastisch und hingerissen.

archeDas haben die charismatischen Menschen an sich. Sie bezirzen uns. Was hat er mir erzählt, der Tarik? Ausser Bilder von kleinen Hüten, vom weiten Feld und der Geschichte von Herrn Carlowitz, habe ich wenig im Kopf. Trotzem, eins ist sicher: Ein interessantes Bildungs- und Kunstprojekt.

Adresse:
Tempelhofer Feld, zwischen den beiden Eingängen vom Tempelhofer Damm und dann ganz einfach dorthin gehen, wo man kleine Häuschen und flattriges Dach sieht

Bilder: Wikipedia Commons

Zusätzliche Information vom November 2013. Arche Metropolis wird ausweichen müssen.
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Puppendienstag: Flohmarkt am Ostbahnhof

Ich war ja auch da, wir haben uns jedoch nicht getroffen. Gertraud Pohl schrieb am Tag der Deutschen Einheit:

Liebe Ewa,

zweimal im Jahr gibt es am Ostbahnhof einen großen Flohmarkt – am 1. Mai und am 3. Oktober. Ich kannte diesen Flohmarkt bis heute nicht, nun habe ich mich für dich umgeschaut, und das Ergebnis schicke ich dir – ohne zusätzlichen Text.

Sehr herzliche Grüsse

Gertraud

 

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Immer Montags: Der polnische Adel… (6)

Wir begannen vor fünf Wochen und werden noch ein paar Montage Fragmente eines Texts von Stanislaw K. Kubicki lesen, gespickt mit Anekdoten und Familiengeschichten aus der Welt, die es nicht mehr gibt. Wenn im Text von “Kubicki” oder “Vater” die Rede ist, gemeint ist der Maler, der Autors Vater war.

Der Polnische Adel aus dem Blickwinkel eines 1936 10-jährigen deutschen Knirpses

Familie Niklewicz

Der Zufall wollte es, dass sich unweit Wydawys Verwandte des Vaters auf einem Gut namens Potrzebowo niedergelassen hatten.

wydawy-mapaDieser Ort – auf der nebenstehenden preußischen Karte noch als Neulaende vermerkt – liegt von Wydawy aus Richtung Bojanowo nur wenige Kilometer entfernt. Dort besuchten wir also einige Male Onkel Stefan Niklewicz und seine Frau Helena. Dieser Familienstrang war seit 1410 – seit der Schlacht bei Tannenberg – adlig, aber doch zu gering und unbedeutend, um irgendeine wichtige Rolle im polnischen Adelsleben zu spielen.

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Onkel Stefan und Tante Helena mit Edek und Halina

niklewiczdwor1Onkel Stefan war etwas derb, interessierte sich verständlicher Weise nicht sonderlich für mich, und ich entwickelte meinerseits keine Sympathien für ihn. Aber Tante Helena, eine Kusine über einen weiteren Familienstrang des Vaters, war eine herzensgute Frau. Sie hatten zwei Kinder, Edek und Halina. Beide studierten auf der Universität in Posen irgendwas, waren also deutlich älter als ich, aber durch mir unverständliche Verschiebungen in den Familiensträngen dennoch Neffe und Nichte von mir. Damit war eigentlich Onkel Stefan auch irgendwie mein Vetter, was nun gar nicht mehr nachvollziebar war, ohne verrückt zu werden.

 

Das Herrenhaus von Potrzebowo – Rückseite mit Treppe, Teich; unten – Frontseite.

niklewiczdwor2Potrzebowo war etwa 1.200 Morgen groß. Das Herrenhaus war geräumig, aber architektonisch nicht viel mehr als ein Kasten, wäre da nicht das säulengetragene Portal mit Altan gewesen. Das Ganze war solide gebaut und steht noch heute, inzwischen ebenfalls durch den Sozialismus kräftig verwahrlost. Hinten gab es eine Terrasse mit einer breiten, elfstufigen Trep­pe, hinunter zu einem kleinen See mit Brücke.

Tante Helena war eine erstklassige Köchin und zeigte mir im Keller, wie man wundervolles Erdbeereis bereiten kann. Begriffen habe ich es bis heute nicht, wie sie durch Rühren Kälte erzeugen konnte, aber geschmeckt hat das ungemein.

Nach drei Tagen wurden wir – schon spät abends – von Wydawy aus mit der Kutsche wieder abgeholte. Die Pferde trabten – auf der Straße von Bojanowo nach Poniec – wie von selbst dem heimatlichen Stall zu. Und mir blieben unvergessen, wie Tausende von Leuchtkäfer uns begleiteten und ständig erregt blinkten. Es war enorm romantisch.

Fortsetzung am nächsten Montag


Frühere Bezüge auf diese Erinnerungen befinden sich in den Publikationen von Lidia Głuchowska:

1. Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945. Gebr.-Mann Verlag. Berlin 2007
2. (Trans)regionalne uniwersum. „Rodzinna Europa” i Paneuropa – arystokracja i awangarda = (Trans)regionales Universum. „Familie Europa” und Paneuropa – Aristokratie und Avantgarde. Pro Libris 2 (31) (2010), S. 6-12.
3. Worek cukru, czyli o awangardzie i nie tylko artystycznych cudach współpracy polsko-niemieckiej = Ein Sack Zucker. Über die Avantgarde und die nicht nur künstlerischen Wunder der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Pro Libris 3 (28) (2009), S. 70-81.

Poesie – Poezja / Meret Oppenheim

Achtung: Beitrag auf Deutsch und Polnisch – Uwaga: wpis po niemiecku i po polsku

Geboren vor Hundert Jahren, am 6. Oktober 1913, in Berlin-Charlottenburg, Künstlerin und Dichterin, eine von wichtigsten Malerinnen und Bildhauerinnen der modernen Kunst. Das Objekt ‹Le déjeuner en fourrure› aus dem Jahre 1936, dh. ‹Tasse und Teller aus Porzellan, sowie ein Löffel, alles mit einem dünnen Pelzchen überzogen›, ist nicht ihr wichtigstes Werk, aber wohl so ein, das jeder kennt. In der großen Berliner Retrospektive gibt es sie nur als Abbildung. Eigentlich Schade, oder?

futrzana filiżanka

Sie war eine emanzipierte, mutige, kreative und exzentrische Frau mit aussergewöhnlichen erotischen Ausstrahlung, die mit den wichtigsten Künstler ihrer Zeit befreundet war, Marcel Duchamps, Max Ernst, Man Ray, und von ihnen fotografiert und porträtiert wurde. Jetzt widmet ihr bis 1. Dezember Martin Gropis Bau in Berlin eine bemerkenswerte Retrospektive.

meretoppenheimMeret Oppenheim wielka artystka, wspaniała kobieta, niezwykła osobowość. Prawdziwa kobieta wyzwolona. Malarka, rzeźbiarka i poetka. Na polskiej Wikipedii potraktowana doprawdy per noga: “Stworzyła tylko jedno znane dzieło, lecz do dziś uważane jest za spektakularne” – mowa oczywiście o futrzanym śniadaniu. (http://pl.wikipedia.org/wiki/Meret_Oppenheim)

Dla artystki słowo było bowiem niezwykle ważne, włączała je w obiekty sztuki, ilustrowała ich sens dołączanym wierszem. Najsłynniejszym jej tomem poetyckim jest “Husch, husch, der schönste Vokal entleert sich”. Jej wiersze zostały zamieszczone w antologii poezji szwajcarskiej „Poszerzenie źrenic”, poezja Szwajcarii niemieckojęzycznej po 1945 roku (wybór i redakcja: Werner Morlang i Ryszard Wojnakowski, Wyd. Atut, Wrocław 2013). Niestety nie mam tej antologii w domu, a zanim ją sprowadzę z Wrocławia, trochę czasu upłynie. Tymczasem chciałam ten wpis zamieścić właśnie dziś, w setną rocznicę urodzin artystki. Jej wiersze przetłumaczyłam więc dla Was sama. Dwa fragmenty i jeden wiersz o wolności.

Von Beeren nährt man sich                           Jagodami można się pożywić,
mit dem Schuh verehrt man sich.                butem obronić.
Husch Husch, der schönste Vokal                Sio, sio,
entleert sich.                                                    najpiękniejsza zgłoska pustoszeje.

Für dich – wider dich                                    Dla ciebie – przeciw tobie
Wirf alle Steine hinter dich                           Rzuć za siebie wszystkie kamienie
Und lass die Wände los.                                I zostaw wszystkie ściany.

***
Endlich!
Die Freiheit!
Die Harpunen fliegen.

Der Regenbogen lagert in den Straßen,
Nur noch vom fernen Summen der Riesenbienen unterhöhlt.

Alle verlieren alle, das sie ach wie oft,
Vergeblich überflogen hatte.

Aber:

Genoveva:

Steif
Auf dem Kopfe stehend
Zwei Meter über der Erde
Ohne Arme.

Ihr Sohn Schmerzereich:
In ihr Haar gewickelt.

Mit den Zähnen bläst
sie ihn über sich her!

Kleine Fontäne.

Ich wiederhole: Kleine Fontäne.
(Wind und Schreie von ferne.)

1933

Nareszcie!
Wolność!
Lecą harpuny.

Tęcze nagromadzone na ulicach,
Wydrążone odległym brzęczeniem wielkich pszczół.

Wszystko stracone wszystko, choć, ach, tak często
Przelatywały nad nimi.

Ale:

Genowefa:

Sztywno
Stojąc na głowie
Dwa metry nad ziemią
Bezręka.

Jej syn PełenMęki
Zaplątany we włosy matki.

A ona wiatr zębami czyni
Okręca go wokół.

Mała fontanna.

Powtarzam: mała fontanna
(wiatr i krzyki z oddali)

1933

PS: Królowa z obciętymi rękami i syn PełenMęki to postaci z baśni Grimma Bezręka dziewczyna: http://www.grimmstories.com/pl/grimm_basnie/bezreka_dziewczyna

Reblog: Wladimir Kaminer

Zuerst die kleine Geschichte der Entstehung dieses Reblogs. Im Facebook fand ich diese Notiz:

Kaminer2Ich ging an die Kaminers Seite. Zuerst suchte ich mir den Männerarsch. Der ist HIER. Und dann fand ich einen schönen, witzigen Text mit einem Frauenarsch und schrieb an Autor:

Kaminer1Die Antwort kam noch am selben Abend:

Liebe Ewa Maria Slaska,

sehr gut, auf FB wurde dieser mein Beitrag geblockt

gruss
wk

Und somit reblogge ich diesen Text:

Kaminer3   Einmal hatten sich Österreicher über reiche Russen aufgeregt. Die Russen tranken, feierten wilde Orgien und warfen mit dem Geld nur so um sich. Das schlimmste aber war, sie ließen ihre Frauen aus Russland zu den Partys einfliegen, anstatt die Einheimischen anzubaggern. Deswegen forderten die österreichischen Hotelwirte eine Russenquote.  Meine zwei Telefone klingelten ununterbrochen, drei Tage lang, bis sich die Lage beruhigt hatte – bis zum nächsten Russenskandal.

Weiterlesen hier: http://blog.wladimirkaminer.de/post/62666562699/sex-statt-bomben

Unsterblicher Dichterrebell

https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4c/Andrzej_Bursa_2.jpg/308px-Andrzej_Bursa_2.jpgUrszula Usakowska-Wolff

ANDRZEJ BURSA

Der polnische Lyriker, Dramatiker und Journalist Andrzej Bursa wurde am 21. März 1932 in Krakau geboren. Er studierte Journalistik und bulgarische Philologie an der Jagiellonen-Universität in Krakau. 1952 heiratete er Ludwika Szemiot, Studentin der Akademie der Schönen Künste in Krakau, kurz danach kam ihr Sohn Michał zur Welt. Vom Dezember 1954 bis zum Sommer 1957 arbeitete er als Reporter der Krakauer Tageszeitung Dziennik Polski. Er starb plötzlich am 15. November 1957 an einer angeborenen Schwäche der Halsschlagader.

Andrzej Bursa, der zur Generation 1956 gezählt wird, also zu den Dichtern und Schriftstellern, die nach dem so genannten Oktober-Tauwetter 1956 in Polen in Erscheinung traten, war wegen seines frühen Todes mit 25 nur drei Jahre schriftstellerisch tätig. Von 1954 – 1957 veröffentlichte er, vor allem in Studentenzeitschriften, 37 Gedichte sowie die Erzählung »Mason«. Er schrieb auch den Roman »Die Tötung der Tante« und das Theaterstück »Karfunkel« sowie die Groteske »Der Drache«.

Andrzej Bursa war ein literarischer Rebell, seine Lyrik ist von Brutalität und Zynismus durchdrungen: Das sind die Spuren, die der Zweite Weltkrieg in der Psyche des Dichters und seiner Generation hinterlassen hat. Seine Gedichte sind naturalistisch und programmatisch antiästhetisch. Doch zugleich sucht er nach festen humanistischen Werten, nach dem Sinn des Lebens und des Leidens von Menschen und Tieren. In seiner Poesie enttarnt er die realsozialistische Wirklichkeit, den Opportunismus der Menschen und die Verlogenheit des Systems. Er lehnt sich gegen die Normen des gesellschaftlichen Lebens, gegen die polnische romantische Tradition, den Märtyrerkult und den vordergründigen Patriotismus, den Machismus und die kleinbürgerlich-katholische Moral und Religion, gegen das Böse auf, das von der Partei oder der Kirche zum Guten erklärt wird. Er ist ein literarischer Einzelgänger, ein wahrer Poète Maudit. Lange Zeit etwas in Vergessenheit geraten, wird er heute als »unsterblicher« Dichterrebell mit einem sanften lyrischen Kern verehrt. In Deutschland ist Andrzej Bursa, abgesehen von einigen wenigen Übersetzungen seiner Gedichte, die in Anthologien polnischer Lyrik erschienen, beinahe unbekannt.

Casanova

Giuseppe Casanova
den du so beneidest
war weder sehr reich
noch sehr stark
und seine Epoche
kannte viele Männer die genauso schön
wie er
oder schöner als er waren
aber er war höflich
……..zärtlich
…..ritterlich
und eroberte immer
obwohl er manchmal einfacher
sein Ziel erreichen könnte
also wenn du willst
erobere
wie er
Frauenherzen
und lass dich von Schwierigkeiten nicht entmutigen
Fang mit der eigenen Frau an

Der Poet

Der Poet leidet für Millionen
von 10 bis 13.20
Um 11.10 drückt ihn die Blase
er tritt aus
macht den Hosenschlitz auf
macht den Hosenschlitz zu
Kommt zurück räuspert sich
und erneut
leidet er für Millionen

Fußtritte

Er kam tatsächlich um etwas zu werden
aber schon in der ersten Tür ein Fußtritt
er lächelte
den Fußtritt fand er ziemlich witzig
versuchte es wieder
ein Fußtritt
beschloss einen Stock höher zu gehen
landete wieder im Erdgeschoss mit einem Fußtritt zu Fall gebracht
duckte sich brav im Flur
ein Fußtritt
ein Fußtritt im Tor
auf der Straße wieder ein Fußtritt

also wünschte er sich wenigstens einen poetischen Tod
warf sich vor ein Auto

dessen Fahrer ihm einen kräftigen Fußtritt verpasste

Sonnabend

Gott was für ein netter Abend
so viel Wodka so viel Bier
und dann ein Tohuwabohu
in den Kulissen dieses Paradieses
zwischen dem plüschigen Vorhang
und der Küche hinterm Gitter
fühle ich wie ich mich
vom Überfluss an Energie befreie
den mir die Jugend bescherte

möglich
dass ich sie anders einsetzen könnte
z.B. 4 Reportagen schreiben
über Entwicklungsperspektiven kleiner Städte
aber
………….leckt mich am Arsch kleine Städte
………….leckt mich am Arsch kleine Städte
………….leckt mich am Arsch kleine Städte!

Morgens im Park

Morgens bei meinen Exerzitien mit Bäumen im Park
treffe ich einen Einzelgänger mit Köfferchen auf einer entlegenen Bank
blicke ins Köfferchen
…………………………..brr
………………..Köfferchen ein zerstückeltes
…………………………..Baby
diskret biege ich in eine Seitenallee
dort geht Einer
ein Bündel ein Bündel schleppt er
klatsch… aus dem Bündel fällt ein abgeschnittenes Frauenbein
jetzt reicht es mir aber
ich flüchte in die entfernteste Ecke
wo der Park in eine stillgelegte Schutthalde übergeht
hier treffe ich einen bekannten Buchhalterversager
leidenschaftlichen Kräutersammler
aber was schreitet denn da neben ihm her?
……………………….Ein Pferd?
……………………….Ein Hund?
etwas Kleineres als ein Pferd
und Erhabeneres als eine Dogge
ach … eine Chimäre
er weidet hier in der Einsamkeit seine Chimäre
armes Alterchen

1957

* * *

Doktor C reicher Wundertäter
und das alles aus eigener Kraft

………………..(schwere Kindheit aus eigener Kraft
………………..Gymnasium……….aus eigener Kraft
………………..Medizin……….aus eigener Kraft
………………..Villa bequemer……….als Himmel
………………..und zwei Autos schöner als..Sterne
………………..auch……….aus eigener Kraft)
sammelt Krüppel
solche Deppen ohne Hände und Füße
er hat davon 22
also zweimal 11
und verkündet
………….hoppla Jungs heute lernen wir Fußball spielen
– wir haben keine Füße – kreischen diese Penner
– ach Blödsinn – runzelt der Doktor seine Stirn
ich ging durchs Leben aus eigener Kraft
aus eigener Kraft kann man Wunder bewirken
und zwinkert dem Pfleger einem ausgedienten Ex-Sergeanten zu

ein halbes Jahr dauerte das Training im Sanatorium hinterm Stacheldraht

ich weiß nicht ob ihnen Füße gewachsen sind
ich weiß nicht wie es geschah
aber ich sah ihr Frühlingsmatch
die Jungs spielten prima Fußball

Aus dem Polnischen von Urszula Usakowska-Wolff
Ursprünglich erschienen im MATRIX – Zeitschrift für Literatur und Kunst Nr. 2/2009 (16). Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Übersetzerin.

Wie ich gezeugt wurde

Ewa Maria Slaska

Wie ich gezeugt wurde

Sie hießen Irena und Dariusz und waren sehr jung. Ich war ihr erstes Kind, wie meine Mutter zu sagen pflegte, “ein typisches Produkt der Hochzeitnacht”. Und die sah so aus.

Die Familie meiner Mutter wohnte in Warschau, mein Vater und seine Familie in Danzig. Es war Weihnachten 1948. Die Zeit, die man auf Polnisch mit drei Worten beschreibt: goło ale wesoło, ein fröhliches Nichtshaben.

Zur Hochzeit kam die ganze Familie aus Warschau. Die Familienwohnung in Danzig war so voll gepackt, dass man über eine ruhige Ecke für die Neuvermählten nicht einmal träumen konnte. Zum Glück ist der Freund meines Vaters, Andrzej, über Weihnachten zu seiner Familie gefahren und hat quasi als Hochzeitgeschenk meinem Papa seine Wohnung zur Verfügung gestellt. Also ließen nach dem Hochzeitessen meine Eltern die beiden Familien zu Hause und fuhren mit der Straßenbahn, nur zu zweit, zu ihrem Honeymoon Hotel Marke Altbau Ganz Weit Weg. Und, wie sie feststellen müssten, Ganz Primitiv. Über eine steile Treppe ging es nach oben, zum Dachboden, wo man, durch einen schmalen Durchgang, in ein Giebelzimmerchen gelangte. Das Zimmerchen hatte ein Fensterchen und, welch ein Luxus, direkt im Dachboden ein WeCe. In dem Zimmerchen gab es nur ein Bett, ein Zeichentisch mit einem Stuhl, einen alten Armsessel und einen Kachelofen. Im Durchgang stand auf einem Brett ein Elektroherd mit nur einer Kochplatte, und daneben ein gusseisernes Waschbecken. Die ganze Bude war kalt und dunkel.

So sah das erste gemeinsame Liebesnest meiner Eltern aus. Und die erste Nacht sah genauso reizend aus – erschöpft durch die Hochzeitsvorbereitungen und den harten Tag, der in einer langen Straßenbahnfahrt gipfelte, sind sie ins Bett gefallen und… eingeschlafen. Am nächsten Tag musste Papa um 6 Uhr aufstehen und nach Gdingen fahren, wo er damals als studentische Hilfskraft in der Fischerwerft arbeitete.

Am Nachmittag traf sich die ganze Familie wieder in der Wohnung in der Grunwaldzka Straße, diesmal aber fuhren die Neuverheirateten schon am frühen Abend zu ihrer Hochzeitsbleibe. Diesmal waren sie sogar imstande, im Ofen zu heizen und den Tee zu kochen. Es ist sogar gemütlich geworden, aber diesmal waren sie ja nicht mehr alleine. Mein Vater studierte noch und am Abend kam sein Studienkumpel, mit dem er mehrere Stunden gemeinsam für eine Prüfung paukte, die eine Woche später kommen sollte. Meine Mutter nahm es mit Würde und Gelassenheit an. Sie nistete sich im Armsessel ein und las.

Ich würde gern wissen, was sie las.

Die Studenten lösten gerade eine wichtige wissenschaftliche Aufgabe der Druck- und Realais-Schaltungen, als sie alle einen stechenden Brandgeruch wahrnahmen, den man im Armsessel, da wo meine Mutter neben dem Ofen saß, lokalisierte. In dem Moment als mein Vater meine Mama von dem Sessel hochzog und ihn vom Ofen weg schob, schoss eine hohe Flamme aus ihm heraus. Das kleine Zimmer füllte sich momentan mit gelbem, würgendem Rauch, nur unter der Decke leuchtete eine Glühbirne. Wie durch einen Automatismus gesteuert – es waren die Verhaltensautomatismen aus der Kriegszeit – taten die beiden jungen Männer das Nötige, ohne dass sie miteinander zu sprechen brauchten: Fenster aufreißen, Mama zu den Nachbarn schicken, damit sie die Feuerwehr anruft, das Waschbecken stöpseln und den Wasserhahn aufdrehen, damit das Wasser auf den Fußboden läuft, und den Armsessel zerkleinern, um die brennende Teile durch das Fenster wegwerfen zu können.

Bevor sie ihr Werk nur zu Ende führen konnten – der Armsessel war ein solides, großes und schweres Ding und sie hatten keine Werkzeuge, nur ihre Kraft und Entschlossenheit – waren ihre Hände verbrannt, jeder Atemzug vergiftete sie mit Gas, und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Doch nach einem kurzen Widerstand kapitulierte der Sessel mit lautem Knall und als sie die ersten zerhackten Teile durch die Dachluke wegwarfen, weit weg, egal wohin, nach Außen, ging auf einmal das Licht aus, und hinter ihnen begann etwas zu knallen. In der Dunkelheit vollendeten sie schnell die Vernichtung des Ungetüms. Der Rauch verdünnte sich allmählich. Papa schloss den Wasserhahn ab, zog den Stöpsel im Waschbecken aus und suchte, in den Wasserpfützen watend, blind die Sicherung, die zu seinem Glück automatisch anging. Sie krachte ein paar Mal und das Licht kam zurück.

Und dann plötzlich, mit Krach und Lärm, liefen in das Zimmer die Feuerwehrmänner ein, und gleich hinter ihnen die neugierigen Nachbarn. Für die Feuerwehrmänner gab es nichts mehr zu tun, sie wollten aber unbedingt wissen, was im Zimmer so knallte? Offensichtlich haben es ihnen die Nachbarn schon mitgeteilt. Die Frage war nicht so ungefährlich, wie sie heute klingt. Es war stalinistische Zeit, kurz nach dem Kriegsende, und Der Spion lauerte überall. Papa sagte, dass es wahrscheinlich alte Glühbirnen waren, von denen ein großer Haufen hinterm dem Ofen lag. Und tatsächlich, irgendetwas dieser Art fand sich hinterm Ofen. Die Beamten schrieben die Personalien aller Beteiligten auf, fertigten ein Protokoll und gingen.

Mama und Papa verabschiedeten sich höflich von den Nachbarn, verabredeten sich mit dem Kumpel für den nächsten Tag und begannen die Ordnung wieder herzustellen. Außer dass der Sessel vollkommen hinüber war, gab es eigentlich nur Dreck und Gestank, aber keine ernstzunehmenden Verluste. Erst bei der Arbeit fanden sie die wahre Ursache des vorherigen Knallens – in einem Dreckhaufen hinterm Ofen lagen zerstörte Minenzünder und ein Knäuel Lunte.

So – in dieser Nacht, es war die richtige Hochzeitsnacht meiner Eltern – wurde ich gezeugt.

usmiechnieci-na-jachcie

Immer Montags: Der polnische Adel… (5)

Wir begannen vor vier Wochen und werden noch ein paar Montage Fragmente eines Texts von Stanislaw K. Kubicki lesen, gespickt mit Anekdoten und Familiengeschichten aus der Welt, die es nicht mehr gibt. Wenn im Text von “Kubicki” aber auch ggf. von “Staś” die Rede ist, gemeint ist der Maler, der Autors Vater war. “Janina” ist wiederum die ältere Schwester des Autors, die Malers Tochter. Und “Kubicka” ist die Mutter, Margarete Kubicka, ebenfalls eine Malerin. Der Herr Slaski, von dem in diesem Abschnitt die Rede ist, ist nicht mit Administratorin dieses Blogs verwandt. Er gehört der sog. großpolnischen Linie und “meine” Slaskis (ich bin nur eine Eingeheiratete) stammen ursprünglich aus Masowien und danach, jahrhunderte lang, lebten sie in Kleinpolen.

Der Polnische Adel aus dem Blickwinkel eines 1936 10-jährigen deutschen Knirpses

Familie Mycielski (4) und Herr Slaski

Eines Tages erschien ein Herr Slaski, der Schwager der Mycielskis. Er hatte die einzige Schwester der drei Brüder geheiratet und war – wie alle ernstzunehmenden Männer der Familie – über 2 m groß. Dem eiferten auch seine zwei Söhne nach. Die Frauen fielen etwas kleiner aus und blieben bei über 1,90 m stehen. Wer kleiner war, war angeheiratet.

Dieser Slaski nun, – dessen Vorname mir entfallen ist, – war ein netter Mann, mit dem ich auch zur Jagd fuhr. In meiner Erinnerung ist noch ein großer Hirsch, der reglos in Waldesnähe in einem Roggenfeld stand und uns ansah. Wir saßen im Landauer. Slaski schoß. Der Hirsch blieb stehen. Erst dachte ich, der wäre gar nicht echt, dann aber trabte er doch gemächlich dem Walde zu. Damit war die Jagd zu Ende. Allen ging es weiterhin gut und wir waren zufrieden.

Zuweilen – wenn Józiu aus irgendwelchen Gründen nicht zum Spielen da war, durfte ich mir selbst einen zweirädrigen Wagen anspannen lassen und durch die Gegend kutschieren. Ich fragte dann die Hunde des Hofes, wer mitkommen wolle. Die meisten wollten. Die Großen liefen nebenher, die Kleinen machten es sich auf der Bank neben mir bequem, nur die Mittelgroßen sprangen ständig auf den Wagen und wieder herab, oder liefen zwischen den Beinen des Pferdes. Die Landleute kannten die Kutsche und wußten, daß derzeit ein kleiner deutscher Bengel zu Gast war. Sie grüßten und zogen dazu die Mützen, was mir peinlich war.

Dann kam ich zu einem weitläufigen Feld, auf dem mächtig was los war. Dort wurde das Korn gleich auf dem Acker gedroschen und in Säcke gefüllt. Um die Maschine herum entstand eine Feinstaubwolke von Hecksel. Dort traf ich Onkel Wojciech – wie ich ihn der Einfachheit halber inzwischen nennen durfte – und wir fuhren zum Schloß zurück.

Da ich ein relativ ruhiger aber nicht langweiliger Geselle war, und zudem früh genug aufstand, durfte ich eines Tages mit Onkel Wojciech nach Rawicz fahren. Das lag gut 30 km entfernt, also 60 hin und zurück, zuviel für Pferde und Kutsche. Deshalb bestellte der Onkel ein Taxi, mit dem ein fester Preis ausgemacht wurde, d.h. eine kleine Person mehr fiel nicht mehr ins Gewicht. Das Ganze war für mich 1937 durchaus ein Ereignis, denn auch zu Hause in Berlin war Autofahren in unseren Kreisen noch immer ein Zeichen von Luxus.

Józiu war zu spät dran. Er kam noch aus dem Schloß geschossen, erreichte uns aber nicht mehr. Ich sah ihn im Rückspiegel, nahm aber geflissentlich keine Notiz davon, denn ich wollte das Glück der Fahrt alleine genießen.


Nach Rawicz mußte der Onkel der Steuern wegen. Das Taxi wartete und ich konnte kurz die Stadt inspizieren. Sie war – wie auch viele brandenburgische Orte – weitläufig bebaut. Es gab eben genug wertloses Land. Die Weite steigerte allerdings zusätzlich den Eindruck der Langweiligkeit. Der Marktplatz erschien übergroß, die Häuser waren nur zweistöckig, und rundherum standen kleine Bäume, ich glaube Ebereschen. Obwohl Rawicz nichts Besonderes bot, blieb mir die Ödheit des Ortes über die Jahrzehnte hin im Gedächtnis, und natürlich auch wegen der Ehre, von Onkel Wojciech mitgenommen worden zu sein.
Mit Onkel Wojciech verbinden sich bis heute nur freundliche Erinnerungen. 1937 hatte ich wieder meine großen Ferien auf Wydawy verbracht und mit ihm sein Briefmarkenalbum durchgesehen. Briefmarken entdeckten wir als gemeinsames Interesse.
Wieder zuhause, schickte ich ihm einen Brief und Sammler-Utensilien. Er dankte mir schriftlich. Dieser Brief war natürlich nicht auf einem offiziellen gräflichen Bogen geschrieben:

Wydawy, 16.09.1937

Lieber Staś.


Vielen Dank für Deinen netten Brief und die Markenetuis, die viel besser sind, als die, welche man hier bekommen kann. Heute schicke ich Dir den versprochenen Katalog und in einigen Tagen die neusten polnischen Marken, es sind sogenannte Blocks. Sie werden sehr selten sein, da sie schon heute fast vergriffen sind. – Hoffentlich geht es Dir recht gut, und bist Du immer recht brav, um Deiner lieben Mama stets Freude zu machen. Dein Vater ist seit einigen Tagen in Potrzebowo; ich habe ihm Deine Grüße bestellt, worüber er sich sehr gefreut hat. – Nun leb wohl mein lieber Junge und empfehle mich Deiner Frau Mutter und Deiner Schwester sehr schön.


Dein


W. Mycielski

Frühere Bezüge auf diese Erinnerungen befinden sich in den Publikationen von Lidia Głuchowska:

1. Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945. Gebr.-Mann Verlag. Berlin 2007
2. (Trans)regionalne uniwersum. „Rodzinna Europa” i Paneuropa – arystokracja i awangarda = (Trans)regionales Universum. „Familie Europa” und Paneuropa – Aristokratie und Avantgarde. Pro Libris 2 (31) (2010), S. 6-12.
3. Worek cukru, czyli o awangardzie i nie tylko artystycznych cudach współpracy polsko-niemieckiej = Ein Sack Zucker. Über die Avantgarde und die nicht nur künstlerischen Wunder der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Pro Libris 3 (28) (2009), S. 70-81.

Poetry – Poezja – Poesie / Ralph Waldo Emerson

Brahma

IF the red slayer think he slays,
Or if the slain think he is slain,
They know not well the subtle ways
I keep, and pass, and turn again.

Far or forgot to me is near;
Shadow and sunlight are the same;
The vanished gods to me appear;
And one to me are shame and fame.

They reckon ill who leave me out;
When me they fly, I am the wings;
I am the doubter and the doubt,
And I the hymn the Brahmin sings.

The strong gods pine for my abode,
And pine in vain the sacred Seven;
But thou, meek lover of the good!
Find me, and turn thy back on heaven.

***
And a parody of Emerson:

Terry Pratchett
Hymne an Pedestriana, Goddess of football

(„Unseen Academicals”, Doubleday 2009)

If the striker thinks he scores
Or if the keeper cries in shame
They understand not the crowd’s applause
I make, and hear and earn again

For I am the crowd and I am the ball
I am the triumph and the blame
I am the turf, the pies, the All
Always and ever, I am the Game.

It matters not who won or lost
Nothing is the score you made
Fame is a petal that curls in the frost
But I will remember how you played.

***
Brahma

Jeśli zabójca sądzi, że zabija
Lub zabijany – że pada zabity,
Jeden i drugi nie przeniknął, czyja
Dłoń im nadaje ruch i sens ukryty.

Dal i niepamięć są mi bliską jawą,
Cień w moich oczach płonie słońca zniczem,
Kto szczezł bez wieści – bogom równy sławą;
Hańba i chwalba nie różnią się niczem.

Źle liczy, kto mnie nie uwzględnia w cenie;
Gdy chce mi się uciec – jestem mu skrzydłami;
Jam jest wątpiący i jego zwątpienie,
Mną hymny wiernych są – i wierni sami.

Daremnie ufa, że mu drzwi otworzę,
Mocarz-bóg, mędrzec, zwykły zjadacz chleba;
Lecz ty, co dobro miłujesz w pokorze;
Znajdź mnie – i nie troszcz się o wstęp do nieba.

Przeł. Stanisław Barańczak

Przekład został mi uprzejmie dostarczony przez pana Arkadiusza Bagłajewskiego, redaktora lubelskiego kwartalnika kulturalnego Kresy, gdzie się ukazał w numerze 8 (rok 1991). Dziękuję serdecznie.
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Der rote Schläger denkt, daß er schlüge,
und der Erschlagene denkt, er sei erschlagen:
Sie wissen nicht, wie heimlich ich es füge,
daß alle Dinge mich im Innern tragen.

Für mich ist nah, was ferne und versunken;
Sonne und Schatten geben sich nichts nach;
Götter erscheinen mir, die längst entschwunden;
ein und dasselbe sind mir Ruhm und Schmach.

Wer mich verleugnet, kennt nicht seine Lage:
Wenn er mich flieht, bin ich, was ihn beschwingt;
ich bin der Fragesteller und die Frage;
ich bin das Lied, das der Brahmane singt.

Die Götter sehnen sich nach meinen Gründen,
den Heiligen Sieben laß’ ich keine Ruh;
du, Liebender des Guten, wirst mich finden
und kehrst dem Himmel deinen Rücken zu.

Ralph Waldo Emerson (1803 – 1882), US-amerikanischer Geistlicher, Lehrer, Philosoph und Essayist