Puppendienstag: Huckleberry continued

herbstfarbenHuckleberry. Den haben wir ja gerade erst kennengelernt. Er ist so einschmeichelnd und paßt so gut in die Herbstfarben, dass ihn Gertraud Pohl noch einmal “ins Rennen schickt”.

Und kess ist diese kleine Figur auch. Und furchtlos, schreibt sie.

Skulptur.webDie Verse über das “Flohmarktschnäppchen” beziehen sich natürlich nicht auf meine Puppen – natürlich nicht!

Sehr liebe Grüsse
von Gertraud

***

Gespenst.webFlohmarktschnäppchen

Du warst nicht mehr als ein Flohmarkt-Schnäppchen,
ein falsch geschlucktes trockenes Häppchen,
ein Wegwerf-Lover mit Mädchenzügen
und echtem Talent, sich selbst zu betrügen.
Ein mit Sorgfalt geschliffenes Stückchen Glas.
Sonst nichts.
Kein Diamant,
keine wertvolle „Antiquität“,
und vor allem: Kein MANN!

versteckt

Immer Montags: Der polnische Adel… (8)

Wir begannen vor zwei Monaten und kommen heute zum Ende eines interessanten Texts von Stanislaw K. Kubicki. Wenn im Text von “Kubicki” oder “Vater” die Rede ist, gemeint ist der Maler, der Autors Vater war. Auch seine Mutter Margarete war eine Malerin. Übrignes: Merken wir uns, dass der 10-jährige Knirps inzwischen aufgewachsen ist.

Der Polnische Adel aus dem Blickwinkel eines 1936 10-jährigen deutschen Knirpses

Nachtrag

1938 hatten die Nazis die internationalen Spannungen schon so angeheizt, dass an weitere Urlaube auf Wydawy nicht mehr zu denken war. Mit Kriegsbeginn brachen alle Nachrichten ab.

Dann erschien aber Vater im Frühjahr 1940 ganz plötzlich wieder in Britz. Mutter und ich waren gerade unterwegs. Janina, die eigentlich in Heidelberg studierte, war zufällig zuhaus, ließ den Vater ein und legte uns die unfaßbare Nachricht hin: „Vater schläft oben“.

Von der Zeit an – etwa bis zum Spätsommer 1941 – erschien er häufiger und blieb jeweils zwei bis drei Wochen in Britz. Er hatte nie die polnische Staatsbürgerschaft angenommen und konnte nun als Reichsdeutscher für den polnischen Widerstand als Kurier relativ leicht zwischen Warschau und Berlin hinundherpendeln. Dann wurde er Ende 1941 verhaftet. Mutter wurde ihm im Reichssicherheitshauptamt in der Prinz Albrecht Straße noch einmal gegenübergestellt. Danach wurde er wieder nach Warschau verbracht und dort Anfang 1942 von der Gestapo umgebracht.

krosno-sulechow

Ich meinerseits hatte das zweifelhafte Vergnügen, 1944 nach Krossen (Krosno Odrzańskie – ziemlich in der Mitte der Karte, direkt unterhalb der Oder) zur Infanterie eingezogen zu werden, kam letztendlich aber in eine Inspektion nach Züllichau (Sulechów – einige Kilometer weiter östlich, oberhalb des Oderknicks) mit einer monatelangen Ausbildungszeit – sah also von der Front so gut wie nichts.

In dieser Zeit wurde ich mit meinem unvergessenen Freund Gabka zwecks Umzuges eines Offiziers ins Haus der Frau von Zitzewitz abkommandiert. Sie lebte dort mit ihrer reizenden Tochter, einer Gräfin Hochberg, und deren kleinen Kindern. Es war – wie man so sagte – in Züllichau das „Erste Haus am Platze“, was ich aber erst sehr viel später begriff.

Im Gespräch hatte ich von meinen Ferien jenseits der ehemaligen Grenze bei den Mycielskis erzählt, von den Fürsten Czartoryskis, den Slaskis und Niklewiczs. Man lud mich ein, bei freier Zeit ruhig wieder zu kommen, als gern gesehener Gast. Ich wurde ein ständiger. Man parlierte über viele Dinge. Die junge Frau Gräfin malte, und ich schenkte ihr zu irgendeiner Gelegenheit ein wundervolles Büchlein über Franz Marc aus meinem Bücherschrank. Mutter brachte es mir bei einem ihrer häufigen Besuche in der Garnisonsstadt mit. Nur über die aktuelle Politik sprach man nicht direkt. Die blieb stillschweigend außen vor. Man spürte gegenseitig, daß man auf der gleichen Seite, der des Widerstandes, war. Die Bekanntschaft mit Theodor Haubachs war das Äußerste, was man erwähnen konnte. Dann kam der 20. Juli. Der bisherige schneidige Standortkommandant – ein Oberst mit vielen Orden – beging Selbstmord, und es kam ein neuer Oberst, ein ruhiger pommerscher Gutsbesitzer.

Als ich ihn das erste Mal bei Frau von Zitzewitz traf, baute ich sofort ein ‚Männchen’, wie man die militärische Ehrenbezeugung so nannte. Aber der Oberst sagte nur: „Junge! Setz Dich hin und machs Dir gemütlich. Es geht auf Advent zu“.

Und der Krieg ist bald verloren“, sollte er dazu sagen, verschwieg es aber.

Einige Zeit später wurde ich von unserem Hauptmann, einem Nazi, der die Inspektion leitete, dem Herrn Oberst im Offizierskasino mit drei anderen Reserveoffiziersbewerbern vorgestellt, denn wir mußten reihum einmal im Kasino essen, damit man sich ein Bild von unsere Manieren machen konnte. Der Hauptmann meldete, der Oberst befahl: „Augen gradeaus, rührt euch“, kam zu mir, legte seine Hand auf meine Schulter und sagte: „Na wir kennen uns ja schon. Gehen Sie mal zu den jungen Offizieren. Die anderen drei bitte ich an meinen Tisch“.

Der Haupmann schwoll an und zischelte mir noch zu: „Woher kennen Sie den Herrn Oberst?“ Da packte mich der Schwejk und ich sagte – an sich ja wahrheitsgemäß – ich träfe ihn regelmäßig (ich gebe zu: regelmäßig war leicht übertrieben) bei der Frau von Zitzewitz.

Und nun passierte etwas Merkwürdiges. Egal, was ich machte, es blieb ungeahndet. Früher mußte ich regelmäßig nachexerzieren, weil ich ‚Fahrkarten’ schoß oder ähnliches. Es war so auffällig, daß ich eines Tages der Frau von Zitzewitz davon erzählte, die aber zu meiner Überraschung anfing zu lachen. „Wissen Sie das wirklich nicht?“, sagte sie: „Wir führen hier das Erste Haus am Platze, und jeder Offizier wünscht sich, bei uns verkehren zu dürfen. Und Sie, Muschik Kubicki, dürfen, und ihr Herr Hauptmann nicht.“

Sic! Nun wurde mir schlagartig klar, wie international der Adel ist. Über die Czartoryskis, Mycielskis und Slaskis, die ja vor dem Kriege praktisch gleich jenseits der Grenze – gewissermaßen nebenan – wohnten, und mit den von Zitzewitz möglicherweise sogar irgendwie verwandt waren, war ich ein Vertrauter geworden.


Frühere Bezüge auf diese Erinnerungen befinden sich in den Publikationen von Lidia Głuchowska:

1. Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945. Gebr.-Mann Verlag. Berlin 2007
2. (Trans)regionalne uniwersum. „Rodzinna Europa” i Paneuropa – arystokracja i awangarda = (Trans)regionales Universum. „Familie Europa” und Paneuropa – Aristokratie und Avantgarde. Pro Libris 2 (31) (2010), S. 6-12.
3. Worek cukru, czyli o awangardzie i nie tylko artystycznych cudach współpracy polsko-niemieckiej = Ein Sack Zucker. Über die Avantgarde und die nicht nur künstlerischen Wunder der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Pro Libris 3 (28) (2009), S. 70-81.

Poesía – Poezja – Poetry – Poesie / Alfonsina Storni

Dedykuję mojej siostrze Kasi

Opowiadała mi o niej nasza Mama – Irena Kuran-Bogucka – w czasach, kiedy nie było internetu, ani nawet nieskomplikowanego dostępu do książek i prasy na świecie. Nie znałam więc ani jednego jej wiersza, ale wiedziałam, że była argentyńską poetką i piękną kobietą, która popełniła samobójstwo, gdy zaczęła się starzeć i wiedziała, że już nie będzie obiektem miłości. Urodziła się w roku 1892 w Szwajcarii, zabiła się 25 października 1938 roku w Mar de la Plata. Miała 46 lat. Mama przetłumaczyła jej wiersze, kiedy ja już wyjechałam z Polski i nigdy mi nie pokazała tych tłumaczeń. Nawet nie wiedziałam, że były.
Minęły dwie dekady – Mama w międzyczasie umarła – zanim po raz pierwszy przeczytałam wiersze Alfonsiny.  Dowiedziałam się też, że w roku 1935 zachorowała na raka piersi, być może jest więc możliwa inna interpretacja jej samobójstwa niż ta, jaką podała mi Mama. Nie wiem. Tak jak nie wiadomo, czy poetka skoczyła do morza z wysokiego falochronu czy też weszła powoli coraz głębiej i głębiej zanurzając się w wodach oceanu.

Na zdjęciu pomnik Luisa Perlotti w Mar del Plata, upamiętniający samobójstwo Alfonsiny. Podobno zawsze leżą tam kwiaty. 22 października 1938 roku poetka napisała w pensjonacie w Mar del Plata wiersz „Voy a dormir“ (“Idę spać”). Zaniosła go na pocztę i wysłała do redakcji gazety La Nación, gdzie został opublikowany w dwa dni po jej samobójczej śmierci.

W tym sonecie w ostatniej zwrotce Alfonsina napisała: pozwól mi zasnąć w spokoju i proszę… jeśli on znów zadzwoni, powiedzcie mu, żeby nie nalegał, wyszłam…

Czyta Omar Cerasuolo

Alfonsina Storni, Voy a dormir

Dientes de flores, cofia de rocío,
manos de hierbas, tú, nodriza fina,
tenme prestas las sábanas terrosas
y el edredón de musgos escardados.

Voy a dormir, nodriza mía, acuéstame.
Ponme una lámpara a la cabecera,
una constelación, la que te guste,
todas son buenas, bájala un poquito.

Déjame sola: oyes romper los brotes.
Te acuna un pie celeste desde arriba
y un pájaro te traza unos compases

para que olvides. Gracias… Ah, un encargo:
si él llama nuevamente por teléfono
le dices que no insista, que he salido.

Wracam do ostatniego wiersza Alfonsiny. Znalazłam tłumaczenia na angielski i niemiecki.

I’m going to sleep

Teeth of petals, bonnet of dew,
handfuls of herbs, oh sweet nursemaid,
turn the earthly sheets down for me
and prepare my quilt of  carded moss.

I’m going to sleep, my nursemaid—lay me down;
put a lamp on the nightstand for me,
or a constellation, whichever you like—
both are fine; turn the lights down a bit.

Now leave me alone and hear the buds break …
as you’re rocked by a heavenly foot from above,
and a bird zigzags you a path

so that you can forget … Thank you. Oh, a favor:
if he calls again
tell him not to insist, for I have gone away…

Translation by Richard E. McDorman
© 2011

***

Bald geh ich schlafen….

du mit den blumenzähnen, mit dem häubchen aus tau
und händen aus kräutern, du zärtliche amme,
bereite mir das erdige, kühle leintuch
und das federbett aus zerpflücktem moos.

bald geh ich schlafen, meine amme, bette mich gut
stell mir ein lämpchen ans kopfende,
ein sternbild, irgendeins, das dir gefällt.
sie leuchten ja alle. und neig es mir ein wenig zu.

lass mich allein: ich hör das aufbrechen der knospen,
ein fuss des himmels wiegt mich leise,
und ein vogel trillert mir ein paar takte,

damit ich vergesse… danke… ach, ein auftrag noch:
falls er anruft,
sag ihm, sein drängen sei umsonst, ich sei verreist..

okladka

***
Niestety Mama nie przetłumaczyła tego ostatniego wiersza.  Dowiedziałam się tego tworząc ten wpis. Znalazłam informacje, że te tłumaczenia ukazały się w Biuletynie Kulturalnym Między Innymi (w numerze 7/8 z 1986 roku), wydawanym przez Szczecińskie Towarzystwo Kultury, a ja otrzymałam ich skany dzięki nadzwyczajnej wręcz uprzejmości pracowników Czytelni Pomorzoznawczej Książnicy Pomorskiej w Szczecinie – www.ksiaznica.szczecin.pl.
Przepisuję tu więc inny jej wiersz, też z roku 1938, potwierdzający to, co mówiła Mama, opowiadając mi o tragedii kobiety, która przestała być atrakcyjna dla mężczyzn.

wiersze

Czas bezpłodności (1938)

A najpierw cyfry ujarzały Kobietę,
i na jej łonie złożyły puzderko:
stamtąd trysnęła owa rzeka krwawa,
co świat obiega spiralą okrężną.

Znaków przedziwnych nieczytelne pismo
cieniem pokryło rzeczny brzeg, a Księżyc,
złowieszczo pośród nich zarysowany,
wyznaczał czasy przypływów tajemnych.

To on był twórcą wezbranych powodzi
i lodowatych losów, co widnieją
na ciepłych twarzach o wzroku strwożonym.

Aż raz jej łono porzuciła rzeka.
a żyzna wyspa, kwitnąca dla mężczyzn,
została pusta; i wicher się zerwał.

Tłumaczyła Irena Kuran-Bogucka

Puppendienstag: Huckleberry

Puppen bei der Arbeit

Drehbuch GZSZ.webHuckleberrySand im Getriebe

Ich bin doch eigentlich ganz helle
Und trete sonst nicht auf der Stelle,
beherrsche bestens die Finanzen,
mach´ Inventur, erstell´ Bilanzen,
kann meine Mitarbeiter führen
und werde nie den Kopf verlieren.
So dachte ich, doch Pustekuchen –
das sollt´ ich mal bei dir versuchen!
Du machst mich krank, du bringst mich um,
ich fühl´ mich hilflos, schwach und dumm.
Ein Wahnsinn dies, und keine Liebe –
Nimm doch dich – Sand – aus mir – Getriebe!

Diesmal habe ich für “unseren Dienstag” eine kleine Puppe aus El Salvador  ausgewählt – sie ist neu in meiner schon nicht mehr ganz kleinen Kollektion.

jagodziankaDas Aussehen ist allerdings überhaupt nicht salvatorianisch, und darum hatte sie spontan den Namen Huckleberry.

Hb6-britz1
Hb5-britz2Huckleberry war mit im Britzer Garten und in Bad Saarow.

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Und dort muß das Fernweh übermächtig geworden sein – der kleine Kerl hat sich in die Fluten des Scharmützelsees gestürzt. Er konnte gerettet und überzeugt werden, dass Asyl im Hause von Gertraud Pohl eine annehmbare Lösung ist.

Fernweh-gerettetSehr liebe Grüsse und viel Spaß mit den Fotos von Huckleberry

Gertraud Pohl

Poetry – Poezja – Poesie / Leonard Cohen

Dance me, dance me to the end of love…

I wrote about that song on the page “Gedanke des Tages / Myśl dnia”, but the rule of that page is, that the items vanish after one day; sometimes they come then on the bottom of the actual post, but it is not always like that. Leonard Cohen with that song stayed only one day. But the story hidden behind that song doesn’t vanish from my head. It is why it is coming today for good. Yeah, my Loves,  together with Auschwitz and ghetto. And it is the same theme as in the poem of Paul Celan Todesfuge. I wrote about it HERE.

“‘Dance Me to the End Of Love’ … it’s curious how songs begin because the origin of the song, every song, has a kind of grain or seed that somebody hands you or the world hands you and that’s why the process is so mysterious about writing a song. But that came from just hearing or reading or knowing that in the death camps, beside the crematoria, in certain of the death camps, a string quartet was pressed into performance while this horror was going on, those were the people whose fate was this horror also. And they would be playing classical music while their fellow prisoners were being killed and burnt. So, that music, “Dance me to your beauty with a burning violin,” meaning the beauty there of being the consummation of life, the end of this existence and of the passionate element in that consummation. But, it is the same language that we use for surrender to the beloved, so that the song — it’s not important that anybody knows the genesis of it, because if the language comes from that passionate resource, it will be able to embrace all passionate activity.” Leonard Cohen

Featuring the artwork of Matthew Schwartz.

Dance me to your beauty with a burning violin
Dance me through the panic ’til I’m gathered safely in
Lift me like an olive branch and be my homeward dove
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love

Oh let me see your beauty when the witnesses are gone
Let me feel you moving like they do in Babylon
Show me slowly what I only know the limits of
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love
Dance me to the wedding now, dance me on and on
Dance me very tenderly and dance me very long
We’re both of us beneath our love, we’re both of us above
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love

Dance me to the children who are asking to be born
Dance me through the curtains that our kisses have outworn
Raise a tent of shelter now, though every thread is torn
Dance me to the end of love

Dance me to your beauty with a burning violin
Dance me through the panic till I’m gathered safely in
Touch me with your naked hand or touch me with your glove
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love

***

Wtańcz mnie w swoje piękno i niech skrzypce drżą
Przez paniczny strach aż znajdę w nim bezpieczny port
Chcę oliwną być gałązką podnieś mnie i leć
Tańcz mnie po miłości kres

Wtańcz mnie w swoje piękno, póki nikt nie widzi nas
W twoich ruchach odżył chyba Babilonu czas
Pokaż wolno to, co wolno widzieć tylko mnie
Tańcz mnie po miłości kres

Odtańcz mnie do ślubu aż jeszcze, jeszcze raz
Tańcz mnie bardzo delikatnie długo, jak się da
Bądźmy ponad tą miłością pod nią bądźmy też
Tańcz mnie po miłości kres

Tańcz mnie do tych dzieci, które proszą się na świat
Przez zasłony, które noszą pocałunków ślad
Choć są zdarte lecz w ich cieniu można schronić się
Tańcz mnie po miłości kres

Wtańcz mnie w swoje piękno i niech skrzypce w ogniu drżą
Przez paniczny strach aż znajdę w nim bezpieczny port
Pieść mnie nagą dłonią albo w rękawiczce pieść
Tańcz mnie po miłości kres

 Tłumaczenie: Maciej Zembaty

***

Tanz mit mir und einer brennenden Geige zu deiner Schönheit
Tanz mit mir durch die Panik bis ich es sicher erlange
Ernte mich wie einen Olivenzweig und sei mein Täubchen heimwärts
Tanz mit mir zum Ende der Liebe
Tanz mit mir bis zum Ende der Liebe
Oh lass mich deine Schönheit sehen wenn die Zeugen gegangen sind
Lass mich deine Bewegungen fühlen wie sie es in Babylon tun
Zeig mir langsam das, wo ich nur die Grenzen kenne
Tanz mit mir zum Ende der Liebe
Tanz mit mir bis zum Ende der Liebe

Tanz mit mir jetzt zur Hochzeit, tanz die ganze Zeit
Tanz ganz zärtlich mit mir tanz sehr lange mit mir
Wir beide sind unterhalb unserer Liebe, wir beide sind oberhalb
Tanz mit mir zum Ende der Liebe
Tanz mit mir bis zum Ende der Liebe

Tanz mit mir zu den Kindern die darauf warten geboren zu werden
Tanz mit mir durch die Vorhänge die unsere Küsse abnutzten
Bau jetzt ein Schutzzelt auf, obwohl jeder Faden gerissen ist
Tanz mit mir zum Ende der Liebe

Tanz mit mir und einer brennenden Geige zu deiner Schönheit
Tanz mit mir durch die Panik bis ich es sicher erlange
Berühre mich mit deiner nackten Hand oder berühre mich mit deinem Handschuh
Tanz mit mir zum Ende der Liebe
Tanz mit mir bis zum Ende der Liebe
Tanz mit mir zum Ende der Liebe

Übersetzung

Reblog: Haytarma – Rückkehr

Zwei Jahrzehnte nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Rückkehr der Tataren auf die Krim ist ein Film entstanden, der ein Ausdruck einer lebendigen und selbstbewussten krimtatarischen Kulturszene und eine lang ersehnte filmische Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse ist. “Haytarma” –  ein Film über die Deportation der Krimtataren nach Uzbekistan im Jahre 1944.
Wir übernehmen den Artikel „Повернення народу, що вистояв проти знищення“ aus der Zeitschirft “Кіно-Театр”, Ausgabe 5/2013, übersetzt aus dem Ukrainischen von Oleksandra und Ingo Jakobs vom Ukrainschen Kinoklub
in Berlin.

Die Redaktion hat den Text gekürzt und z.T. neu redigiert, weil er für den Blog zu umfangreich war.

Marija Teterjuk
Die Rückkehr eines Volkes, das die Vernichtung überlebte
Titel: “Haytarma”
Regie: Achtem Sejtablajew
Drehbuch: Mykola Rybalka
Kamera: Wladimir Iwanow
Darsteller: Achtem Sejtablajew, AlexejGorbunow, Usnije Chalilowa, Andrij Mostrenko, Andrij
Saminin, Lesja Samajewa
Produktionsstudio: ART. Ukraine, 2012

Die Erfahrungen eines kollektiven Traumas sind zu Beginn unmöglich in Worte zu
fassen. Nach und nach jedoch wird das traumatische Ereignis in die Geschichte einer
Gemeinschaft übernommen und verliert durch die Integration auf symbolischer Ebene mit der Zeit seine destruktive Wirkung. Erst hierdurch wird die Interpretation des traumatischen Ereignisses möglich. Nach dem Ende der sowjetischen Repressionen gegen das krimtatarische Volk dauerte es 24 Jahre bis es möglich wurde, das wichtigste historische Trauma der Krimtataren filmisch aufzubereiten: Die stalinistische Deportation am 18 Mai 1944.
Die Premiere des Filmes “Haytarma” fand am 17. Mai 2013 statt, einen Tag vor dem
Gedenktag an die Opfer der Deportation. (…) Die Idee zum Film”Haytarma”
stammt vom Leiter des KrimTV-Senders ART Lenur Isljamow, der auch zum wichtigsten Investor und Produzentendes Filmes wurde. Er bat dem Schauspieler des Kiewers Theaters auf dem linken Ufer Achtem Sejtablajew an, den Film zu drehen, der davon so hingerissen war, dass er auf Honorar verzichtete. Obwohl eigentlichTheaterschauspieler, hat Sejtablajew umfangreiche Erfahrungen als Filmschauspieler und Regisseur. (…)
“Haytarma” ist der Name eines tatarischen Volkstanzes, und bedeutet “Rückkehr”.
Die Umsetzung des Filmes ist ein Werk von erfahrenen Profis. Bei der Arbeit am Drehbuch stützte sich Mykola Rybalka auf historische Tatsachen und Erinnerungen von Augenzeugen der Tragödie. Die durchdachte, in sich schlüssige Handlung hält die Spannung beim Zuschauer über die gesamte Dauer des Filmes aufrecht. Diese basiert auf einer realen Episode aus der Biographie eines „Helden der Sowjetunion“, dem Piloten Amet-Chan Sultan (siehe Foto rechts). Im Mai 1944 erlaubte ihm das Kommando seines Regiments, seine Eltern in Alupka zu besuchen. Gerade in die Zeit seines Besuchs fiel die Operation des NKWD zur Deportation der Krimtataren. Es gelang ihm seine Eltern zu retten und sie in dieRegion Krasnodar zu bringen (Nach dem Krieg konnten sie nach Alupka zurückkehren). Dieses historische Gerüst erwacht zum Lebenund wird angereichert durch humorvolle, alltägliche Szenen, Liebesgeschichten und unerwartete Wendungen.  (Den Filmemacher gelang es) die historische Atmosphäre der Kriegsjahre authentisch darzustellen (…) und spektakuläre Kampfszenen in der Luft zu drehen. Da der Film zum Massenkino gehört, beinhaltet er viele Zufälle und einfache Metaphern. (…) Diese “rhetorischen” Abläufe bewegen sich jedoch innerhalb der Grenzen des gesunden Menschenverstandes und der Glaubwürdigkeit.
“Haytarma” arbeitet mit dem kollektiven Trauma der Deportation, das nicht nur die
Krimtataren, sondern auch andere Völker (Kalmücken, Inguschen, Tschetschenen, Karatschai, Balkarien, Mescheten) erlebt haben. Der Film überschneidet sich in einer Episode mit dem Holocaust: Als der Vater von Amet-Chan Dankbarkeit für die Frauen ausdrückt, die gegen die Besatzung gekämpft haben, wird die Tatarin Sajide erwähnt, die jüdische Kinder versteckte.
Der Film versucht dieses Trauma zu überwindenund es in die Geschichte hineinzuschreiben: In der letzten Szene des Filmes strecken sich Kinder unter dem löcherigen Dach eines Güterzuges nach Licht und Luft: Eine strahlende Metapher für die Lebenskraft des krimtatarischen Volkes, die ihm half, unter den unmenschlichen Bedingungen in der usbekischen Siedlungen auf die Rückkehr zu warten. Damit nimmt „Haytarma“ auch an der Bildung der nationalen Identität der Krimtataren teil, für die eine Rekonstruktion des nationalen Gedächtnisses nötig ist. Diese nationale Identität lehnt Aggressionen gegen andere Völker der Krim ab: Der Film zeigt gute nachbarschaftliche Beziehungen zwischen Ukrainern, Russen, Armeniern und Tataren vor der Deportation.
Obwohl „Haytarma“ ein Spielfilm ist, wurde die Deportation selbst im dokumentarischen Stil dargestellt. Das Ziel der Filmautoren war es, (…) die Tragödie zu zeigen und die Erinnerung an sie zu bewahren. So herrscht in Szenen, bei denen es um die Vertreibung geht, nicht die Atmosphäre von Terror und Grausamkeit, sondern von Verlust, Trauer und Sehnsucht. Es gibt weder überflüssiges Pathos noch Theatralik. Beim Dreh der Vertreibungsszenen nahmen Zeitzeugen der Deportation teil, die zum damaligen Zeitpunkt 5-6 Jahre alt waren. Deren Gesichtsausdrücke sind stärker als jede filmische Fiktion. Die Kamera konzentriert sich hierbei nicht an den naturalistischen Details der Gewalt, obwohl es genug davon gibt: Ein Baby zurückgelassen im leeren Haus, ein alter Mann sterbend auf einer Treppe, eine Frau auf die während eines Fluchtversuchs Hunde gehetzt werden.
Man muss jedoch vermerken, dass die Ursachen der Deportation im Film nicht vollständig geklärt werden. Zum Verantwortlichen der Tragödie wird Stalin, jedoch nicht als politische Figur oder reale Persönlichkeit, sondern als infernale Gestalt und böses Schicksal,welches über allen schlüssigen Momenten der Deportation schwebt: Seine Portraits „überwachen“, was im Arbeitszimmer eines Generals und auf dem Bahnhof geschieht. Der Vater von Amet-Chan Sultan stößt gerade auf Stalin an und ahnt nichts Böses, als der General den Befehl zur Deportation gibt. Stalin wird als eine irrationale, böse Macht gezeigt und somit gleicht die Deportation einer Naturkatastrophe: Eine plötzliche, unerklärliche Zerstörung. Der Film widerspricht die Theorie des Verrats an die Nazis, die von der sowjetischen Propaganda verwendet wurde, um das historische Verbrechen der Deportation zu legitimieren. Aber auch wenn die Krimtataren keine Kollaborateure waren, bleibt die Frage, welche Gründe die Deportation in der Tat gehabt hat? War es eine wirtschaftliche Nachfrage nach Arbeitskräften zum Ausbau der östlichen Republiken oder soll man die Tragödie als Vorbereitung zum möglichen Krieg gegen die Türkei verstehen? (…)

https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/41/18_May_Monument_in_Sudak_%28Monument_of_Crimean_Tatars_Deportation%29.jpg/320px-18_May_Monument_in_Sudak_%28Monument_of_Crimean_Tatars_Deportation%29.jpg

Und noch eine Frage bleibt im Film unbeantwortet sehr wohl aber in der Reaktionen zum Film: Wie steht Russland von heute zu dieser Tat? Und die Antwort ist paradoxal: „Die Deportation ist die Tragödie des sowjetischen Volkes, nicht des krimtatarischen Volkes“, kommentiert den Film der russische Botschafter in Krim.

Ja, klar, die Täter haben auch ihre Traumas…

 

 

Pierogi w Café Freysinn

freysinnberlin
Café und Bistro im Brunnenviertel, Berlin-Mitte

freysinnCafé und Bistro Freysinn
Jasmunder Straße 5 | 13355 Berlin
Inhaberinnen: Ann-Kathrin Mätzold, Marta Susid
E-Mail: info [at] freysinn.com

Ja? Was ist das? Produktplacement? Werbung? Gar vielleicht – bezahlte? Nein, nein… Hier lesen wir heute – Nicola Caroli und ich. Um 18 Uhr.  Wir lesen auf Deutsch. Im Rahmen des Projekts Woche der Sprache und des Lesens im Wedding 2013. 

Und hier kleine Leseprobe von mir, die auch erklärt, weshalb man nach der Lesung polnische Pirogge essen kann. Überhaupt ist das Essen im Café Fraysinn hervorragend! Echt hervorragend!

Ewa Maria Slaska, Die Persona von Bergmann

“Drei Wochen. In drei Wochen kann man ganz viel schaffen. Was hast du zu verlieren?”
“25 Tausend Euro!!!”
Ich entschließe mich Pierogi vorzubereiten. Ich bin eine Polin, und angesichts einer Katastrophe fängt eine echte Polin an, zu kochen. Es darf etwas nahrhaftes sein und am liebsten auch etwas arbeitsaufwendiges und zeitraubendes. Und ich ahne schon die Ausmaße der Katastrophe… 25 Tausend Euro!
Zuerst kocht man das Sauerkraut. Bis es weich und samten wird. Mit Kümmel, Majoran und Pfeffer. 25 Tausend Euro, verdammt noch mal!
Ich ziehe einen Leinenbeutel aus dem Küchenschrank. Es duftet herrlich nach Weihnachten, Lagerfeuer im dunklen, weißen Wald und Faschingszug auf Schlitten. Die getrockneten Steinpilze.
“Was machst du?! Ich rede mit dir, und du beschäftigst dich mit deinen Pilzen.”
Gerade deshalb denke ich, aber ich sage es nicht. Einem Genie sagt man sowas nicht.
“Ich höre dir zu, Liebling.”
Herrlich duften meine Steinpilze. Ich fühle mich glücklich. Im Hinterkopf wächst zwar die winzige Frage, ob das alles gutgehen wird, ob es nicht zu voreilig ist, schon heute zu sagen, ich sei glücklich. Angesichts einer Katastrophe gehe ich heute noch gern in die Küche und bereite Pierogi vor, währenddessen der Mann an meiner Seite mit seinen intellektuellen Aufgaben ringt. Ich tue es gern, ich bin aber vorsichtig… ach was, es ist schön…
Ich lasse das Wasser kochen, tue die schönen, weissen, breiten Pilzscheiben darein und lasse sie im bedeckten Topf eine Stunde lang schwach sieden.
“Eine von den beiden Frauen ist 40, schön, reich und intelligent…”
“Sprichst du vielleicht von mir? Ausser reich stimmt alles. Ist sie auch in ihrem Beruf erfolgreich?”
“Joanna!!!”
“Ja, ja.”
“Der ganze Film spielt in einer Nervenklinik.”
“War es nicht schon mal in einem Film?”
“Alles war schon mal… ”
Das stimmt.
Ich hacke eine üppige Zwiebel klein und brate sie in der Butter. Herrlich!
“Sie leidet unter unerklärbarer Todesangst. Es beeinflusst sie, die Familie, die Karriere ihres Ehemannes. Carolina…”
“Wer ist Carolina?”
Peter nimmt meine Frage nicht wahr: ” … und ihr Ehemann entscheiden gemeinsam…”
Eine Frau und ihr Mann entscheiden selten gemeinsam. Das sagt mir meine Erfahrung. Aber Peter hat wohl andere Erfahrungen angesammelt. “…dass ob sich Carolina untersuchen lässt. Sie bleibt in einer Klinik. Lediglich die Beobachtungen werden durchgeführt. Dadurch schafft man für den Film eine metaphorische Situation: es spielt sich weder medizinisch noch psychotherapeutisch etwas ab, trotzdem bleibt die Hauptfigur in der Anstalt.”
“Und wozu?” frage ich.
“Wie wozu?”
“Wozu soll sie im Krankenhaus leiden? Zuhause hätte sie besser gehabt. Möchtest du probieren, wie die Pilze schmecken?”
“Mein Gott, Joanna, ich rede mit dir über ernsthafte Probleme und du…”
Oho!
„Ich höre dir doch mit äußerstem Ernst zu.” Ich zerkleinere die Steinpilze. “Wieso leidet sie eigentlich unter Todesangst?”
“Wie wieso? Was meinst du?”
“So wie ich es sage: Wieso hat sie Angst vor dem Tod?”
“Jeder hat doch Angst vor dem Tod.”
“Ich nicht.”
Ich gieße den Pilzsud ins Sauerkraut. Jetzt wird es gekocht, bis das sie bräunlich wird. Kochen ist vielleicht ein Schutzwall gegen die Angst. Man schafft die Welt, das All, was weiß ich…, es gibt bei Italo Calvino eine Frau N-gdx-zungh, eine nichtexistierende Existenz in dem Knollen des Alls vor dem Urknall, die eines Tages sagt: ach Kinder, ich hätte euch so gern köstliche Pasta zubereitet. Pastateig und Pierogiteig bereitet man auf ähnliche Weise zu. Mehl, Ei, Salz und Wasser. Und viel menschliche Mühe beim Kneten. Man knetet und knetet, eine demiurgische Aufgabe, und dann rollt man und wälzt, und rollt, und bei jeder Bewegung der Teigrolle wächst das All unter den Händen der Frau N-gdx-zungh.
Ich setze den Wassertopf auf.
“OK OK, sie hat Angst. Und?”
“Ihr Zustand verschlechtert sich.”
“Warum?”
“Sie ist krank. Sie weiß es aber nicht.”
“Unmöglich. Eine Krankheit, die in einer deutschen Klinik unerkannt bleibt?”
“Gehirntumor?”
“Der wird doch entdeckt.”
“Vielleicht nicht. Wenn er sich in den Falten verbirgt.”
“Na gut…”
Ich schneide kleine Kreise aus dem gerollten Teig, fülle sie mit Sauerkraut-Zwiebel-Pilz-Mischung und verklebe ihre Ränder zum Halbmond. Kosmische Formen. Alles lässt sich kosmisch auslegen, man braucht nur seinen Willen, um die Welt als das All zu sehen und nicht als Jammertal.
“Zuerst unternimmt Carolina noch Versuche gegen ihre Angst zu kämpfen oder sie zu erklären…”
“Warte doch mal, ihre Angst sei ist durch ihre Krankheit bedingt, sie braucht keine intellektuelle Erklärungen.”
“Sie weiß es nicht. Für sie ist sie unerklärbar. Sie ist eine intelligente Frau, die glaubt, ihre Angst intellektuell zu erfassen zu können. Erst später, schon im Krankenhaus, unterliegt sie der Angst und spürt, wie sie sie langsam wegfrisst.”
Ich werfe die erste Portion der Pierogi ins kochende Wasser hinein.

Und den Rest kann man heute um 18.00 Uhr hören. Und danach köstliche Pierogi bestellen. Ach, wie schön, dass es Oktober gibt, und Pilze, und gutes Essen, und überhaupt…

Puppendienstag: Schutz-Geist

Plastikmaske.webLiebe Ewa,

bevor ich vor ca. 4 Jahren nach Berlin kam, wohnte ich einige Jahre in Frankfurt am Main. In einem Klima von Bänkern und Börsenspekulanten bedarf es besonderer Schutz-Geister. Und die habe ich für mich in Form von Köpfchen aus Pappmaché geschaffen. Einen Teil davon habe ich für deinen Blog schon einmal in Szene gesetzt.

Elisabeth-kopfFür mein Leben sind diese Geister in dieser Konzentration nicht mehr nötig, und so habe ich mich entschlossen, sie “in gute Hände” abzugeben.

Einen angemessenen Obulus sollte man entrichten, der gerne auch anteilig in einen wohltätigen Zweck fliessen darf. Sonst wirkt die Magie nicht.

Sehr herzliche Grüsse

Gertraud Pohl

 

Unicum-Kot szampan-kapitan piekarz-martini Maxi-marynarz

Immer Montags: Der polnische Adel… (7)

Wir begannen vor ein paar Wochen und werden mindestens noch ein paar Montage Fragmente eines Texts von Stanislaw K. Kubicki lesen, gespickt mit Anekdoten und Familiengeschichten aus der Welt, die es nicht mehr gibt. Wenn im Text von “Kubicki” oder “Vater” die Rede ist, gemeint ist der Maler, der Autors Vater war.

Der Polnische Adel aus dem Blickwinkel eines 1936 10-jährigen deutschen Knirpses

Tante Helena Mycielski

Auf Wydawy wohnte – wie schon angedeutet – auch eine ledige alte Tante aus dem Hause Mycielski, namens Helena. Sie mußte schon weit in den Siebzigern gewesen sein, und erhielt gewissermaßen ihr Gnadenbrot auf dem Gut. Ihr Domizil war die kleine Villa gleich vorn bei der Einfahrt zum Schloß, in der sie äußerst sparsam und zurückgezogen lebte.

Tante Helena war – gelinde gesagt – schon etwas aus der Zeit. Zudem waren ihr kleine Jungs nicht geheuer. Deshalb störte es sie nachhaltig, wenn ihr Großneffe Józiu und ich an ihrem Haus im Spalier herumkletterten. Sie erwehrte sich dessen, indem sie uns eine kleine Dusche aus ihrer Gießkanne zukommen ließ. Józiu behauptete nun aber stante pede, die Großtante habe uns mit Jauche überschüttet, und machte damit aus einer Bagatelle einen Eklat – jedenfalls in den Augen der Großtante, denn alle anderen interessierte die Affaire gar nicht. Józiu blieb harttnäckig bei seiner Behauptung, obwohl ich – mit mehr Mitleid für die alte Dame – wahrheitsgemäß erklärte, dass es wirklich sauberes Wasser gewesen sei, das mitnichten gestunken habe.

Innerhalb der Familie war die Aktion längst als Bagatelle abgetan. Ob Józiu nun behauptete zu stinken oder nicht, war allen egal. Aber ich war ein Gast. Und da sich zu der Zeit auch meine Mutter auf dem Schloß befand, sah sich Tante Helena genötigt, bei ihr noch eine gesonderte Entschuldigung anzubringen. Also kündigte sie sich bei Mutter förmlich an, kam in passender dunkler Kleidung und beteuerte wiederum nachhaltig, daß sie wirklich klares Wasser über uns vergossen habe. Józius Anschuldigung wurmte sie entsetzlich, trotz aller meiner Eide. Deshalb beteuerte sie – als meine Mutter längst abgereist war – auch meiner acht Jahre älteren Schwester Janina gegenüber noch einmal, daß es reines Wasser gewesen wäre. Und um ihr besonderes Wohlwollen auszudrücken, schenkte sie Janina vor unserer Heimreise im August noch ein großes, mehrere Jahre altes Schokoladen-Osterei. Das Ei stieß dem deutschen Zoll zwar etwas auf, löste aber nur Verwunderung und keine Weiterungen aus.

Wie schon gesagt: Tante Helena lebte außerhalb der Zeit. Als sie eines Tages ins Poniecer Krankenhaus eingeliefert werden sollte, tauschte sie eine gewisse Menge Geldes in kleine Münzen. Befragt, was das solle, beteuerte sie, das Kleingeld den Straßenjungen zuwerfen zu müssen, wenn sie auf der Trage liegend ins Hospital befördert würde. Was außerhalb ihrer Vorstellungen lag: Sie wurde im Krankenwagen ins Hospital gegebracht.

Großtante Helena litt übrigens häufiger unter einer ekligen Migraine, die sie allerdings sehr probat selbst behandelte. Mit einer großen Schere pflegte sie die Kopfschmerzen erinfach oberhalb der Haare abzuschneiden.

Ungeachtet ihrer Vogeligkeiten war sie aber eine hochgebildete, in der Weltliteratur beschlagene Frau, die unter anderem Homer ins Polnische übersetzte.  Und diese Tante Helena führt nun unmittelbar zu dem Kapitel der Czartoryskis über.

Die Czartoryski’s

Die Fürsten Czartoryski waren noch reicher als der Graf Taczanowski vor seinen finanziellen Eskapaden, aber offenbar aus soliderem Holz. Sie waren – wie man so sagt – steinreich, und die Fama berichtet, sie hätten 1815 Talleyrand rund 10 Millionen Louisdor geboten, wenn es ihm gelänge, auf dem Wiener Kongreß Polen wiedererstehen zu lassen. Bekanntlich glückte das nicht, aber hätte es geklappt, wären die Czartoryskis ohne Zweifel die neuen polnischen Könige geworden.

Wie gesagt, sie waren ungeheuer reich. Herr von Finck erzählte mir in den Neunzigern, dass sein Onkel vor dem Ersten Weltkrieg Vermögensverwalter der Czartoryskis gewesen sei, und der habe erzählt, dass man auf einer Reise von Warschau nach Moskau – mit der Kutsche, versteht sich – jeden Tag auf einem anderen Besitz der Czartoryskis habe übernachten können.

Ihre Bedeutung für Polen war immens; in Rußland hatten sie aber trotz ihres Reichtums offenbar keine einflußreiche Rolle gespielt. Jedenfalls be­rich­tete mir mein guter alter Freund und Kollege, der Fürst Wladimir Alexandrowitsch Tschelischtschew, der sich später Lindenberg nannte, dessen Patentante aber nicht weniger als die Schwester der Zarin war, dass er – wie seine Eltern – den Czartoryskis nie begegnet sei, was soviel bedeutet wie, dass diese am Zarenhofe nicht verkehrten.

In den 30. des XX. Jahrhunderts hatten die Czartoryskis ihren Stammsitz anscheinend im Warthegau, jedenfalls nicht weit vom Gut Wydawy des Grafen Wojciech Mycielski entfernt. Die Folge waren häufige ge­genseitige Besuche.

Es waren der Czartoryskis drei, die Brüder Adam – so etwas wie der Chef des Hauses, Roman – der Langweiler und Stanisław – der Charmante.

Dem ersten Czartoryski, dem ich begegnete, war Roman, der Langweiler. Da ich als Knabe meine Ferien vorwiegend auf Wydawy verbrachte, ergab sich für mich die Gelegenheit, diesen Teil der Czartoryskis als ersten in Augenschein nehmen zu können. Roman galt im Übrigen auch als ungemein humorlos. Das stimmte aber nicht so ganz. Zumindest entfaltete er mir gegenüber so etwas wie einen gnädigen Charme.

Eines Tages wurde sein Besuch angekündigt, und Vater belehrte mich, dass ich den Herrn Fürsten mit „Durchlaucht“ anzusprechen habe. Das Wort gefiel mir aber ganz und gar nicht; Es klang in meinen Ohren zu sehr nach „Durchfall“, und ich erklärte deshalb unwiderruflich: „Pfui Deibel. Das sag ich nicht!“ Alle – das heißt in diesem Fall: die Grafen Wojciech und Władysław Mycielski, die Gräfin Róża und natürlich Vater und Mutter – waren nunmehr gespannt, wie ich die Situation händeln würde. Also begrüßte ich den bedeutenden Sproß der Familie Czartoryski am kommenden Morgen mit: „Guten Tag, Herr Fürst.“ Obwohl das unvermeidlich nach der Begrüßung einen jüdischen Handlungsreisenden klang, nahm der Fürst die Titulierung nicht im Geringsten übel, sondern sogar lachend entgegen. Also hatte er doch Humor. Die anderen waren offensichtlich nur nicht fähig, diese Saite in ihm zum Klingen zu bringen.

Der Wichtigste der drei Brüder aber war Adam. Zu ihm pflegte Vater – über die Mycielskis – einen engeren Kontakt. Am 10. Januar 1935 berichtete er in einem Brief an die Mutter, dass er gerade beim Fürsten Czartoryski gewesen sei, und dieser ihm erzählt habe, dass in Berlin-Wilmersdorf ein Bekannter von ihm lebe, dem es schlecht ginge, und dem er etwas helfen wolle. Es handele sich um den Satiriker A.O. Weber, der in der Landhausstraße 2 wohnhaft sei. Kurzum! Mutter möge doch dem Herrn Fürsten gefällig sein und etwas über A.O. Weber in Erfahrung bringen, dessen Bücher offenbar von den Nazis verbrannt worden waren. Dazu empfahl er, in der Sache Hans von Riesen – den engen Freund – zu konsultieren. Der übrigens war im Kriege (d.h. im Ersten Weltkrieg) in einem gleichen Kommando wie Wojciech Mycielski gewesen. Was aus dem Ganzen schließlich geworden ist, muß offen bleiben. Auch in Kubickis Brief an seine Frau vom Juni 1935 schreibt er nur: „…außerdem fahren wir jetzt gleich zum Fürsten Czartoryski… “, kommt aber auf die Geschichte selbst nicht mehr zurück.

Fürst Adam war nicht ganz ‚ungefährlich’. Er war exorbitant an der Politik der gesamten Welt interessiert und hielt alle wichtigen internationale Journale. Fatal war nur, dass er stets mit anderen tiefschürfend und langatmig darüber diskutieren mußte. Da kam ihm Wojciech Mycielski auf dem nahen Wydawy gerade zupaß. Da er dazu neigte, am Telephom stundenlang über die Dinge zu reden, war er zurecht gefürchtet. Die Bewohner Wydawys benutzten schon verschiedene Tricks. War Wojciech erschöpft, übernahm Kubicki den Hörer, und nach diesem Władek. Ahnte man beim Läuten des Telephons rechtzeitig, dass Adam am anderen Ende sein würde, meldete sich manchmal auch die Gräfin Róża, vorgebend, das Stubenmädchen zu sein: „Die Herrschaften sind nicht zu hause,“ flötete sie dann ins Telephon.

Ich war ein Frühaufsteher, was mich mit dem Fürsten in Verwicklung brachte. Eines Morgens nämlich fand ich mich allein vor dem Schloß – noch unschlüssig, wie ich den Tag so beginnen sollte. Fürst Adam Czartoryski war offenbar ebenfalls ein Mann des zeitigen Tages. Jedenfalls war er schon eingetroffen, als ihn noch niemand erwartet hatte. Wojciech Mycielski saß damit in der Falle. Er hatte viel auf den Feldern zu tun und weder Zeit noch Lust, sich mit dem Fürsten zu verplaudern. Der einzige Weg aus seinem Appartment führte aber durch eben den Salon, in dem der Fürst wartete. Wojciech lehnte sich suchend aus dem Fenster im Hochparterre, entdeckte mich, und hatte offenbar genug Vertrauen zu meiner Verschwiegenheit, denn er bat mich, eine Leiter zu holen. So konnte er übers Fenster das Weite suchen. Władek und Róża mußten die Konversation mit Adam Czartoryski allein führen. Ich habe bis heute geschwiegen, denke aber, dass es nach gut 75 Jahren erlaubt sein sollte, die kleine Verschwörung preiszugeben.

Fürst Adam war übrigens nicht der einzige Czartoryski, der gelegentlich Ungemach auf Wydawy verbreitete. Die Mutter Adams war eine weit regelmäßigere Besucherin Wydawys, sehr zum Leidwesen der Tante, der alten Gräfin Helena. Diese bewohnte – wie schon gesagt – die kleine Villa im Park Wydawys, nahe der Einfahrt und der Auffahrt zum Schloß. Sie lebte äußerst sparsam. Schon ihr Treppenhaus signalisierte das, denn es wurde nur von einer einzigen 15-Watt-Birne so gut wie nicht beleuchtet. Beim Betreten des Hauses wurde einem prompt gruselig.

Beide Damen – die Fürstin Czartoryska wie die Gräfin Mycielska – waren gut katholisch und besuchten regelmäßig die sonntägliche Frühmesse, die Fürstin – noch etwas katholischer als die Tante – nüchtern. Die Messe unter knurrendem Magen war dann auch Anlaß für die Frau Fürstin, sich anschließend zum Frühstück bei der Frau Gräfin einzufinden. Es entsprach auch durchaus der Etikette, dem zu willfahren. Dennoch ärgerte es die Gräfin. Sie nämlich – etwas weniger katholisch – frühstückte bereits vor der Messe. Aus der gräflichen Küche bekam sie nämlich täglich ein feudales Dejeunée, von dem sie an solchen Tagen etwas für die alte Fürstin abzweigte, die das dann auch tapfer wegputzte. Tante Helena aber beklagte anschließend, dass die Frau Fürstin auch wirklich alles aufgefuttert habe. Für ein zweites Frühstück blieb an solchen Tagen nichts zurück. Sic!

Die Czartoryskis luden eines Tages den Adel der Umgebung zu einem riesigen Picknick ein. Das wurde zu einem bemerkenswerten Ereignis. Wir fuhren von Wydawy aus mit drei oder vier Wagen los. Einige Kilometer weiter kamen von links und rechts weitere Kolonnen hinzu, und der Korso wurde länger und länger. Schließlich hielten wir in einem Wald. Selbstredend blieben die Bediensteten draußen bei den Pferden und Wagen, wurden aber gut versorgt. Im inneren Zirkel traf sich nur der Hochadel.

Dass ich als gehobenes Neuköllner Straßenkind Zugang hatte, erschien mir bei dem Umgang meines Vaters ganz normal. Im Wald tobte alles durcheinander, der Adel und seine Hunde. Junge Mitglieder der Czartoryskis drehten mit bloßen Händen kleine Bäume aus der Erde und zerhackten sie. Das war kein überzüchteter degenerierter Adel, das waren kräftige, unternehmungslustige Gesellen. Jeder der Gäste hatte etwas mitgebracht, gemeinhin in großen me­tallenen Kannen, wie man sie vom Kuhstall her kennt. Darin waren Suppen, Fleisch, Kartoffeln und Soßen oder auch Gemüse. Eine Kanne mit Roten Beten fiel um, und ein Teil ergoß sich auf den Waldboden. Ich aß Rote Bete für mein Leben ungern, und hatte durchaus kein Verständnis dafür, dass etliche Hunde sich auf das Zeug stürzten und es eifrig auffraßen. Feuer wurde gemacht, Lieder wurden gesungen, und wir kleinen Jungen hatten genug zu tun, alles zu begutachten. Es war Hochsommer und blieb lange hell. So kamen wir noch vor der Dunkelheit – aber rechtschaffend müde – wieder zu Hause an.

Fortsetzung in zwei Wochen, weil es am kommenden Montag unbedingt ein anderer Beitrag kommen muss


Frühere Bezüge auf diese Erinnerungen befinden sich in den Publikationen von Lidia Głuchowska:

1. Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945. Gebr.-Mann Verlag. Berlin 2007
2. (Trans)regionalne uniwersum. „Rodzinna Europa” i Paneuropa – arystokracja i awangarda = (Trans)regionales Universum. „Familie Europa” und Paneuropa – Aristokratie und Avantgarde. Pro Libris 2 (31) (2010), S. 6-12.
3. Worek cukru, czyli o awangardzie i nie tylko artystycznych cudach współpracy polsko-niemieckiej = Ein Sack Zucker. Über die Avantgarde und die nicht nur künstlerischen Wunder der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Pro Libris 3 (28) (2009), S. 70-81.

Poezja – Poesie – Poetry / Marek Grechuta

Urodził się 10 grudnia 1945 roku, zmarł 9 października 2006 roku w Krakowie. Piosenkarz, poeta, kompozytor, malarz, z wykształcenia architekt, jak twierdzi Wikipedia, interesował się także rzeźbą i filozofią. W ostatnim tygodniu nagromadziło się kilka rocznic poetyckich. Była 77 rocznica urodzin Agnieszki Osieckiej, była 92 rocznica urodzin Tadeusza Różewicza. Nie wiem dlaczego zdecydowałam jednak, że przypomnę tu Marka Grechutę, choć zarówno “Ocalałem prowadzony na śmierć” jak “Okularników” można dokładnie tak samo jak “Świecie nasz” uznać za najważniejsze teksty literackie, określające nasze pokolenie.  Wszyscy troje byli kultowymi postaciami i symbolami tej najlepszej Polski, jaką wtedy mieliśmy. Osiecka i Różewicz na pewno się tu pojawią. A dziś Marek Grechuta.

Świecie nasz

Pytać zawsze – dokąd, dokąd?
Gdzie jest prawda, ziemi sól,
Pytać zawsze – jak zagubić,
Smutek wszelki, płacz i ból

Chwytać myśli nagłe, jasne,
Szukać tam, gdzie światła biel,
W Twoich oczach dwa ogniki,
Już zwiastują, znaczą cel,

W Twoich oczach dwa ogniki,
Już zwiastują, znaczą cel.

Świecie nasz, świecie nasz,
Chcę być z Tobą w zmowie,
Z blaskiem twym, siłą twą,
Co mi dasz – odpowiedz!

Świecie nasz – daj nam,
Daj nam wreszcie zgodę,
Spokój daj – zgubę weź,
Zabierz ją, odprowadź.

Szukaj dróg gdzie jasny dźwięk,
Wśród ogni złych co budzą lęk,
Nie prowadź nas, powstrzymaj nas,
Powstrzymaj nas w pogoni…

Świecie nasz –
Daj nam wiele jasnych dni!
Świecie nasz –
Daj nam w jasnym dniu oczekiwanie!
Świecie nasz –
Daj ugasić ogień zły!
Świecie nasz –
Daj nam radość, której tak szukamy!
Świecie nasz –
Daj nam płomień, stal i dźwięk!
Świecie nasz –
Daj otworzyć wszystkie ciężkie bramy!
Świecie nasz –
Daj pokonać każdy lęk!
Świecie nasz –
Daj nam radość blasku i odmiany!
Świecie nasz –
Daj nam cień wysokich traw!
Świecie nasz –
Daj zagubić się wśród drzew poszumu!
Świecie nasz –
Daj nam ciszy czarny staw!
Świecie nasz –
Daj nam siłę krzyku, śpiewu, tłumu!
Świecie nasz –
Daj nam wiele jasnych dni!
Świecie nasz –
Daj nam w jasnym dniu oczekiwanie!
Świecie nasz –
Daj ugasić ogień zły!
Świecie nasz…

Świecie nasz, świecie nasz,
Chcę być z Tobą w zmowie,
Z blaskiem twym, siłą twą,
Co mi dasz – odpowiedz!

Autor tekstu i wykonawca: Marek Grechuta
Kompozytor: Jan Kanty Pawluśkiewicz

***
Und hier der Text auf Deutsch übertragen von einen berühmten DDR-Liedermacher Kurt Demmler. ANAWA und MAREK GRECHUTA erreichten zu Beginn der 70. und in Folge des Albums “Korowód” (1971) eine große Popularität in der DDR. Richtig populär wurde er, nachdem sie im Rundfunk der DDR einige ihre Lieder in deutscher Sprache neu produzierten, ua. “Dni, Ktorych Nie Znamy” / “Wichtig sind Tage, die unbekannt sind” ein Kultsong, ebenso wie “Świecie Nasz” / “Unsere Welt” zu einer Hymne avancierte, in der die Sehnsucht nach einer besseren Welt, die uns damals unbewusst beschäftigte, besungen wurde.

gehen wir dahin wo wind weht
dahin wo die zeit uns braucht
dahin wo der tau noch funkelt
suchen wir den jungen tag
nimm dein herz und nutz dein werken
und nimm dir vom glück dein teil
dahin wo noch alles möglich
da geh hin und nutze die zeit

gehen wir suchen wir den tag
suchen wir den tag der vor uns liegt
gehen wir suchen wir den tag
suchen wir den tag der vor uns liegt
gehen wir suchen wir den tag
gehen wir

hüte deine besten träume
lass dich nicht vom schein verführen
bau dein haus auf festem boden
wo ein tag dem anderen folgt
doch lass dich am tische nieder
trink den wein der wahrheit
dahin wo noch alles möglich
da geh hin und nutze die zeit

gehen wir suchen wir den tag
suchen wir den tag der vor uns liegt
gehen wir suchen wir den tag
suchen wir den tag der vor uns liegt
gehen wir suchen wir den tag
gehen wir

frage stets wohin warum
wahrheit ist der erde salz
frage immer wie vergehen
alle trauer aller schmerz
halte deine träume fest
und die liebe und das licht
deine augen spiegeln schon
zukunft voller zuversicht
deine augen spiegeln schon
zukunft voller zuversicht

unsre welt unsre welt
sie gehört auch mir
dass sie endlich blühen kann
sorg ich mit dafür

aber noch braucht es zeit
fernes zu erreichen
und es gibt noch Not und tod
elend ohnegleichen
dass das endlich anders wird
müssen wir uns mühen
und es muss die ganze welt
endlich endlich blühen

unsere welt
braucht die sonne braucht das licht
unsere welt
hat die kraft dazu die nie verlischt

unsere welt
hat nicht platz für mord und brand
unsere welt
hat den hunger noch nicht ganz verbannt

unsere welt
sei beschützt vor angst und not
unsere welt
hat für alle menschen reichlich brot

unsere welt
schließt dem feigen tür und tor
unsere welt
sei so stark wie niemals je zuvor

unsere welt
schütze liebe und das licht
unsere welt
sie soll sein voll mut und zuversicht

unsere welt
schenke morgens uns den tau
unsere welt
schenk uns nächte ruhig still und lau

unsere welt
hüte wälder auch und seen
unsere welt
sie braucht menschen die mit klaren augen sehn

unsere welt
sie braucht uns zum fortbestehn
unsere welt

unsre welt unsre welt
sie gehört auch mir
dass sie endlich blühen kann
sorg ich mit dafür

Verzeihung: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurde von jemanden von der Internetseite http://www.ostmusik.de von den Originalaufnahmen abgeschrieben.

dt. Kurt Demmler

***

English version of that song I found on the site “www.textowo.pl” without a name of translator:

Our world

Always asking – where to, where to?
Where is the truth, salt of the Earth,
Always asking, how to lose
All sadness, cry and pain.

Catch sudden, bright toughts,
Seek there, where light is white,
Two fires in your eyes
Herald, mark the goal.

Two fires in your eyes
Herald, mark the goal.

Our world, our world,
I want to deal with you,
With your shine, your strength,
What will you give me – answer me!

Our world – give us,
Finally give us permission,
Give us peace – take the bane,
Take it, escort it.

Seek for roads where bright sound,
Among evil flames which bring fear,
Don’t lead us, stop us,
Stop our chase.

Our world –
Give us many bright days!
Our world –
Give us expactation in a bright day!
Our world –
Let us put out the evil flames!
Our world –
Give us happiness which we’re seeking!
Our world –
Give us fire, steel and sound!
Our world –
Let us open every heavy gate!
Our world –
Let us defeat every fear!
Our world –
Give us happines of shine and variety!
Our world –
Give us shadow of high grass!
Our world –
Let us get lost among noise of the trees!
Our world –
Give us black lake of silence!
Our world –
Give us strength of shout, singing, crowd!
Our world –
Give us many bright days!
Our world –
Give us expectation in a bright day!
Our world –
Let us put out the evil flames!
Our world…

Our world, our world,
I want to deal with you,
With your shine, your strength,
What will you give me – answer me!