Frauenblick Prag 4

Moi drodzy Czytelnicy, Sąsiedzi Teresy Rudolf powrócą za tydzień.

Monika Wrzosek-Müller

Lagebericht aus einer belagerten Stadt

Der Titel des Gedichts von Zbigniew Herbert Raport z oblężonego miasta [Lagebericht aus einer belagerten Stadt] kam mir fast automatisch in den Sinn; Anfang der achtziger Jahre haben wir ihn überall gelesen, vor allem erinnere ich mich an den Umschlag der Hefte der Pariser „Kultura“, die das Gedicht in Umlauf gebracht hat. Natürlich spielte es auf die politische Situation des Kriegszustandes in Polen an, aber durch die literarische Form der Ballade, die dann auch Gientrowski für sein Lied genutzt hat, war es, als ob ein Barde eine Situation für viele Generationen besingen würde.

Der Titel kam mir jetzt immer wieder in den Sinn, hier in Prag, in Zeiten der Coronavirus-Krise, auch wenn sie weniger politisch belastet ist und die Belagerung sich auf die Maßnahmen zum eigenen Schutz beschränken. Die Situation ist manchmal doch ähnlich bedrohlich und man weiß nicht, wie und vor allem wann sie zu Ende gehen wird. Wir kämpfen gegen einen Feind, den wir gar nicht kennen, nicht einschätzen, nicht sehen und nicht riechen können. Damals in Polen war vieles klar und obwohl die Niederlage auch für viele bitter und böse hätte ausgehen können, war die Situation vielleicht besser abschätzbar.

Vor allem wurde mir einfach bewusst, dass wir älter geworden sind und zu den besonders bedrohten, schutzbedürftigen Personen gehören. Bei einem Spaziergang im Letna-Park auf der Kleinseite in Prag hielten uns junge Leute an und fragten, ob wir denn Schutzmasken bräuchten, wir müssten uns doch schützen, oder. Dazu muss man sagen, dass in Prag alle mit den Schutzmasken herumlaufen müssen und auch wenn diese Maßnahmen vielleicht nicht viel helfen, so machen sie doch sichtbar, dass etwas anders ist als sonst, dass man Abstand halten soll, dass wir alle um unser Durchkommen ringen. Also, die beiden jungen Menschen haben gesehen, dass wir mit unseren Schals vor dem Gesicht nicht ganz glücklich waren. (Natürlich sind die Masken normal in Apotheken oder Drogerien längst nicht mehr zu bekommen.) Wir haben schnell E-Mails ausgetauscht, den Abstand ständig im Blick, und am nächsten Tag standen sie vor unserer Tür und brachten 6 wunderschöne selbstgenähte Schutzmasken in einem Plastikbeutel fest verschlossen, mit der Anweisung, sie vor dem ersten Gebrauch noch mit heißem, kochendem Wasser zu spülen. Daraufhin fühlte ich mich so geschützt und vor allem nicht allein gelassen, dass ich kurz auf die leere Karlsbrücke rausgeschlüpft bin und die Stadt hat mich mit den wunderschönsten Ausblicken und Wärme für vieles entschädigt und für diesen Abend reichlich belohnt.

Zurück zu dem Gedicht von Herbert; es ist mit meiner Jungend und der folgenschweren Geschichte Polens verbunden. In jedem Satz wiegt der Dichter das Schicksal des Landes und seine eigene Rolle darin ab und beschreibt die Zustände, die er Tag für Tag im Land erlebt. Und so könnte ich auch versuchen, die ersten Wochen der Quarantäne in Prag zu beschreiben. Montag: noch viele Menschen bewegen sich auf den Straßen und einige Restaurants räumen ihre Vorräte und Viktualien aus, man kann noch Kaffee und eine Pizza um die Ecke bestellen. Am Dienstag ist schon merklich leerer, sogar weniger Autos fahren durch die Straßen. Am Mittwoch kann man immer noch die Pizza an der Ecke to go kaufen Am Donnerstag kommt die Aufforderung, in den öffentlichen Verkehrsmitteln Masken zu tragen, und am Freitag sind dann alle Geschäfte, Cafés und Restaurants um uns herum geschlossen. Es wird stiller, klarer und unheimlicher. Es fahren Straßenbahnen mit kaum Menschen drin, sogar Hundebesitzer sind kaum auf dem Stückchen Rasen vor dem Rudolfinum zu sehen.

Doch der Frühling kommt, die Tage werden länger, die Uhren auf die Sommerzeit umgestellt, im Park darf man zu zweit und mit dem Hund sowieso spazieren gehen. Die Osterglocken blühen zusammen mit Forsythien und Stiefmütterchen, auch manche Obstbäume sind mit weißen Blüten besprenkelt, die Vögel singen aus voller Kraft. Die Natur ruft zur Aktion, der Mensch muss Vernunft walten lassen und zu Hause bleiben.

Die zweite Woche der Quarantäne ist wesentlich monotoner, es stellt sich ein klarer Rhythmus ein und die Tage gleichen einander, bis auf das Leben im Handy und in den Mails; da brodelt es und blüht von der Kreativität. Es werden Videos mit Witzen, mit originellsten Darstellungen, Bildern, Fotos, Konzerten und Gedanken ausgetauscht. Alte Freunde melden sich plötzlich, neue sind auch besorgt, wie es uns in der Ferne und Fremde geht. Irgendwann streikt das Handy, es kann das alles nicht mehr speichern und verarbeiten.

Die dritte Woche der Quarantäne beginnt mit Schneefall und der Sorgen, wie lange es noch dauern und wie das Leben danach wird. Wie viel von der EU uns noch erhalten bleiben wird, warum hören wir so wenig aus Brüssel? Unter den Schutzmasken kann man die Gesichtszüge nicht erkennen, manche tragen dazu noch dunkle Sonnenbrillen, und wenn dazu noch eine Mütze auf den Kopf kommt, ist man total maskiert; man spürt den Ausnahmezustand, er ist überall angekommen. Dazwischen gibt es lange Zeiten mit Lesen, Arbeiten, Yoga-Üben und kleine Perioden, um mit dem Hund Gassi zu gehen und dem Ausblick auf das Weltkulturerbe auf der anderen Seite der Moldau zu schauen. Reicht das, wird das für die nächste Zeit ausreichend sein?

Nur der Frühling wenn auch zaghaft, der kommt, es legt sich ein grüner Schimmer über die Wiesen in den Parks und auf die Bäume. Die Magnolien sind schon fast verblüht, die Kälte hat auch ihnen zugesetzt. Die Sträucher der Forsythien stehen ganz in Gelb getaucht, der Flieder zeigt kleine Blättchen und Ansätze der Blüten. Wir warten auf die blühenden Kirschbäume, von denen es hier unheimlich viele in den Sady gibt. Das wird ein Fest, vielleicht auch der Befreiungsschlag. Jeder macht seine Gewissensprüfung, Zeit dazu ist reichlich vorhanden. Doch immer öfters drängt sich die Frage auf, wie lange können wir noch abseits von allem, in häuslicher Abgeschiedenheit ausharren. Natürlich bilden wir uns weiter und lesen, und hören und sehen; aber alles das geschieht auf einem anderen Gleis, so als ob der Zug, der früher mit voller Geschwindigkeit fuhr, jetzt plötzlich auf ein Abstellgleis geleitet wurde.

Doch wir tragen es mit Ruhe und Gelassenheit, denn irgendwann wird es vorbei sein und wir werden wieder aufleben und uns mit anderen unterhalten, treffen und sprechen können – und vielleicht auch denken, das hat mir gut getan, diese Pause.

6 thoughts on “Frauenblick Prag 4”

  1. ich lese sowohl gerne Herbert als auch diesen text

    pozdrawiam
    wiadomo kto 🙂

  2. A tu radykalna spiskowa wizja świata:

    Koronawirusy w człowieku były, są i będą, to nasze naturalne środowisko. Nic się w tym roku nie zmieniło.
    Nikt nie kontroluje pandemii, bo nie ma potrzeby, kapitalizm od tego nie upadnie. W razie czego antykapitaliści będą go bronić, bo bez niego ich nie ma. To tylko kolejny kryzys niezbędny dla “stale wzrastającego” kapitalizmu.
    Jest teraz wyjątkowa szansa dla ludu na zmianę. Potrzeba trybunów ludowych, którzy zapomną o swej chciwości i zaczną działać dla dobra wspólnego. Hasłem “Każdemu tyle samo”, jesteście wygrani.

    Cała ta pandemia, to typowe ogłupianie, manipulacją i strachem ludu z wykorzystanie nowoczesnych środków. Stałość, gwarancja bezpieczeństwa, szkodzi kapitalizmowi. Teraz skorzystano ze zmyślonej epidemii. Na koronawirusa jeszcze nikt nie umarł. Wirus nie zabija żywiciela. Ten taki tam “chiński lekarz” to taki Jezus, konieczny w każdej religii. Tyle wiemy, co nam powiedzą.
    Kapitalizm to oszustwo, najlepiej je ukryć w tematach zastępczych. Stąd stałe tworzenie problemów, jak LGBT, aborcja, wędrówki ludów, najazdy obcych, otaczanie prawdy i nieprawdy tajemniczością. Ludzie mają żyć w niepewności, strachu, ciągle walczący o byt, rywalizując między sobą. By nie starczyło czasu na refleksję, by nie zadawali pytań o prawdę i dlaczego tak być musi. Wykorzystują do tego kurewską, sprzedajną, inteligencję, głupszą, a na pewno chciwszą, od ciemnego ludu, która uzasadnia potrzebę istnienia kapitalizmu, po studiach w burżujskich uczelniach. Wyzwolenie ludu z wyzysku, wymaga sprowadzenia plac inteligencji do minimum egzystencji, bo z burżujami lud sobie poradzi.
    Najgorsi to fałszywi “przyjaciele ludu” te całe lewactwo z komunistami włącznie. Wzorującymi się na “wrogu ludu” Leninie, który zniszczył rewolucję równościową, ludową, bolszewików, zmieniając na inteligencko mieszczańską, z niszczącym równość NEPem. Wzorującym się na zasrańcu Marksie, który gardził ludem. Stalin zrobił co mógł, mając stale wrogą inteligencję wokół siebie, którą stresował brak pomieszczenia dla służby w mieszkaniach.

    1. gdzie ty takie bzdury wynajdujesz?
      sam napisalem kiedys wiersz o inwazji wirusa z kosmosu na ziemie
      (szukam go w lamusie, ale dotychczas znalezc nie moge, troche mi sie nie podobal wiec wsadzilem go do jakiejs teczki,hm, tylko jakiej?)
      panuje moda na dystopie, wirus pasuje do tego jak ulal;

  3. berlin; angela merkel po dwoch tygodniach kwarantanny znowu w kancerlarii;
    krotkie kazanie telewizyjne ( wdzianko w błękicie thénarda – kolor beretow sluzby sanitarnej bundeswery) na temat swiat wielkiej nocy:
    blood, sweet, and tears;

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