Der glücklichste Tag

DER GLÜCKLICHSTE TAG

Drehbuch eines Kurzspielfilmes

Renata Borowczak-Nasseri

1.  AUSSEN. HINTERHOF EINES ZWEIFAMILIENHAUSES.  TAG

1. Mai, 1986. BURG. Sachsen-Anhalt

Monika (6), blondes, welliges Haar, saubere, weiße Bluse, dunkelblauer Rock, weiße Kniestrümpfe, rote Sandalen, um den Hals ein rotes Pionier-Tuch, sitzt auf einer Bank im Hof, neben ihr ein kleines Kätzchen mit zitternden Beinchen. Monika streichelt das Kätzchen und flüstert in sein Ohr.

MONIKA

Ich krieg heute ein Eis und Zuckerwatte, weißt du? Mama hat gesagt: ich darf dich nicht auf den Schoss  nehmen, sonst machst du mir die Bluse dreckig!

Plötzlich, durch ein  angelehntes Fenster des heruntergekommenen, winzigen Einfamilienhauses, hört man einen Streit. Monika setzt die Katze vorsichtig neben der Bank ab, ihre Gesichtszüge sind plötzlich angespannt. Sie geht zum Fenster, legt die Hände auf das Fensterbrett, zieht sich hoch, versucht durch das Fenster ins Innere des Zimmers zu schauen. Monika hört einen kurzen Aufschrei, hört jemandem weinen. Sie zieht sich mit aller Kraft hoch:

***

Monikas MUTTER (28), sehr hübsch und schwarzhaarig, in einer rosafarbenen Bluse und weißem Rock, steht in der Ecke des Zimmers, eine Hand auf der Wange, Augen und Gesicht vom Weinen nass und gerötet. Auf dem Tisch eine Wodka-Flasche, zwei leere Gläser. Monikas VATER (30),  in einem schmutzigen Unterhemd, sitzt am Tisch. Zwischen Mutter und Vater steht HERMANN (32) in Milizuniform, versucht zu schlichten. Der Vater trinkt ein Glas Wodka auf Ex.

VATER

(provozierend)

Ist mein Geld, das ich hier vertrinke! Was dagegen?! He!?

Der Vater gießt Wodka in Hermanns Glas.

VATER

Trink! Sind wir Kumpels, oder was?

Hermann zögert kurz, dann kippt er den Alkohol herunter. Die Mutter schaut den Vater herausfordernd an.

MUTTER

Du hättest nie heiraten sollen, nie ´ne  Familie haben! Du hast es versprochen!

Die Mutter stürzt nach vorne, greift zur Wodkaflasche, der Vater stellt sich ihr in den Weg, sie ringen miteinander, Hermann greift ein.

Monikas Augen weiten sich vor Entsetzen, sie atmet unruhig, die Finger rutschen vom Fensterbrett ab. Monika stürzt auf den trockenen Sandboden im Hof. Sofort steht sie auf und klopft den Sand vom Rock ab. Plötzlich greift jemand ihre Hand. Monika richtet sich auf, schaut hoch – es ist die Mutter, ihr Gesicht ist immer noch verweint, die Lippen zusammengepresst. Die Mutter zieht Monika hinter sich her, zum Gartentor, auf die Straße.

2. AUSSEN. 1. MAI FEST. MARKTPLATZ IN. TAG

Stände mit Zuckerwatte, Bier und Eis. Jugendliche in weißen Hemden, Pionieruniformen und roten Halstüchern spazieren, stehen Schlange, manche halten rote, manche DDR-Fahnen, rote Papiernelken, rote Luftballons in den Händen. Dazwischen ältere, festlich gekleidete Leute,  ein paar russische Soldaten, manche sichtbar angetrunken.

Hinter den Bäumen auf einer Anhöhe sieht man die Burg, von dort her hört man Marsch-Musik herüberklingen. Monika und ihre Mutter stehen vor einem Eisstand. Die Mutter ist in Gedanken versunken, das Gesicht traurig, sie hält Monikas Hand. Plötzlich wird sie von einem der russischen Soldaten geschubst. Der SOLDAT (20) betrachtet die Mutter von Kopf bis Fuß, ihre weibliche Figur, die langen, schwarzen, glänzenden Haare.

SOLDAT
(russisch)

Kakaja krasavica, ja bym tak s taboj, uh!
(Was für ne Puppe, ich würde mit dir, uh!)

Monika schaut den Soldaten neugierig an. Er trägt einen Bürstenschnitt, Soldatenstiefel, eine grüne Uniform, das Hemd ist auf der Brust aufgeknöpft. Er ist groß und kräftig gebaut. Der Soldat stellt sich neben die Mutter, zwei andere russische SOLDATEN lachen auf,  der Soldat lacht laut mit. Die Mutter hält krampfhaft Monikas Hand, zieht sie mit sich, sie entfernen sich schnell von dem Eisstand.

SOLDAT
(russisch)

Kakaja delikatnaja, poszla ty, poszutit nie moschna!
(Was für eine Mimose, geh doch, man kann nicht mal einen Witz machen!)

MONIKA
(kann kaum mit der Mutter Schritt halten)

Mutti, und mein Eis? Du hast es doch versprochen! Ich will mein Eis!

Die Mutter stellt sich in die Schlange vor dem Zuckerwattestand.

MUTTER

Willst du nicht eine Zuckerwatte? Die ist schön süß.

Monika klatscht in die Hände und springt vor Freude in die Luft. Plötzlich wird sie ernst.

MONIKA
(resolut)

Gut, dass Vater doch nicht mitgekommen ist.
Er hätte eh alles versoffen.

3. AUSSEN. AN DEM FLUSS. NACHMITTAG

Monikas Finger sind klebrig von der Zuckerwatte. Die Mutter steht am Fluss, beugt sich vor, nimmt zwei Hände voll Wasser und wäscht Monikas Hände.

Ein junges, verliebtes Paar geht Händchen haltend an ihnen vorbei, verschwindet in dem nahegelegenen Wäldchen.

Die Mutter nimmt Monikas Hand, geht in Richtung eines Waldpfades. Monika schlurft ihr hinterher. Einer ihrer weißen, vom Staub schmutzigen Kniestrümpfe ist heruntergerutscht.

MONIKA

Mama, meine Beine tun weh. Ist Vater schon… Dürfen wir schon nach Hause?

MUTTER
(leise, mehr zu sich selbst als zu Monika)

Ja, ich glaube, ich  hoffe… wir können.

MONIKA

Und singst du mir das Soldatenlied?

MUTTER

Das ist doch für Jungs, Moni, nicht schon wieder!

MONIKA

Bitte, Mama, bitte!

MUTTER
(singt)

Wenn ich groß bin, gehe ich zur Volksarmee,

MONIKA
(singt mit)

Ich fahre einen Panzer ratata, ratata. Ich fahre einen Panzer ratatata
Wenn ich groß bin, gehe ich zur Volksarmee, ich steige in ein Flugzeug…

Monika und die Mutter verschwinden hinter der Kurve.

4. AUSSEN. WALDPFAD, IN DER NÄHE DER LANDSTRASSE. ABENDDÄMMERUNG

Monika und die Mutter gehen den steilen Weg hinauf. Aus einiger Entfernung hört man Geräusche von fahrenden Autos.

MONIKA

Mama, ich kann nicht mehr.

MUTTER

Noch ein paar Schritte, du bist doch kein Baby mehr, ich trag dich bestimmt nicht Hucke Pack!

Plötzlich das Geräusch eines auf den Boden geschmissenen Fahrrades. Monikas Hand wird aus der Hand ihrer Mutter gerissen. Alles passiert sehr schnell.

In Großaufnahme Monikas verdutztes, erschrockenes Gesicht:

***

Das Hinterrad des Fahrrades dreht sich schnell, rattert. Ein kräftiger Rücken, umspannt von einem grünen Soldatenhemd, Bürstenschnitt. Die Mutter liegt rücklings auf dem Boden. Der entblößte, weiße Oberschenkel der Mutter. Der von Anstrengung gerötete, fleischige Nacken des Soldaten. Das entsetzte Gesicht der Mutter. Aus der aufgeplatzten Lippe der Mutter rinnt Blut. Die Hand des Soldaten zerrt den weißen Rock hoch. Ein Strumpfhaltergürtel kommt zum Vorschein. Der Mund der Mutter vom Schrei verzerrt. Die Hand des Soldaten presst sich auf ihren Mund, ihr Schrei verstummt.

Monika steht daneben, wie versteinert,  die Augen weit aufgerissen.

MONIKA

Mutti! Mutti!

Plötzlich stürzt  sich Monika auf den Soldaten, sie schlägt mit ihren kleinen Fäustchen auf seinen Rücken und auf seinen Kopf ein. Der Soldat verscheucht sie wie eine lästige Fliege. Monika erblickt sein Gesicht und erkennt ihn. Es ist der Soldat, den sie auf dem Markt gesehen haben. Der Soldat versucht die Mutter auf den Mund zu küssen, die Mutter tritt um sich, ringt mit ihm. Monika rennt in Panik um das auf dem sandigen Boden liegende Paar herum.

MONIKA

Mutti! Mutti!

Plötzlich hört Monika das Motorengeräusch eines auf der Landstraße fahrenden Autos, sie lauscht, schießt hoch, läuft in Richtung Landstraße.

Die kleinen Füße in den roten Sandalen und den weißen, staubigen Kniestrümpfen wirbeln Staub auf. Monika atmet schwer, läuft aber weiter. Sie läuft den Weg hoch in Richtung Landstraße. Man hört wieder den Motor und das Fahrgeräusch eines auf der asphaltierten Landstraße fahrenden Autos. Monika stolpert, stürzt auf die Knie, steht sofort wieder auf, läuft weiter, läuft schneller, läuft, läuft…

5. AUSSEN. AM STRASSENRAND. LANDSTRASSE. ABEND

Monika kommt auf der Landstraße angelaufen. Sie schaut nach links, nach rechts: die Straße ist leer. An der Landstraße entlang führen Gleise, ein Zug nähert sich, Monika springt hoch, winkt hektisch. Monika sieht im Fenster des Zuges eine Frau, ihre Blicke treffen sich, die Frau winkt zurück, lächelt, der Zug rauscht vorbei, verschwindet. Monika lässt die Arme sinken. Plötzlich hört sie das Geräusch eines Automotors, ein Wartburg kommt um die Kurve gefahren. Monika winkt hastig, aufgeregt.

MONIKA
(schreit)

Meine Mutti, meine Mutti!

Der Wartburg, mit einer vierköpfigen Familie an Bord, fährt vorbei ohne anzuhalten, verschwindet hinter der Kurve. Monika schaut prüfend in Richtung des Waldpfades, von hier aus kann sie die Mutter nicht sehen. Sie schaut wieder auf die Landstraße. Am Straßenrand fährt ein MANN (55) auf einem Fahrrad. Monika läuft auf die Straße, fast vor das Fahrrad.

MONIKA
(schreit aufgelöst)

Meine Mutti, meine Mutti, da ist ein Mann, da ist ein Mann, da!

Der Mann hält an. Monika zeigt Richtung Pfad.

MANN

Was ist los?! Was ist los meine Kleine?

MONIKA

Meine Mutti, da, auf dem Boden. Sie ist da! Und ein Mann! Er tut ihr weh!

Monika rennt los, zu dem Pfad. Nach ein paar Schritten hält sie inne, dreht sich zu dem Mann um. Der Mann folgt ihr, das Rad schiebend. Monika beruhigt sich, läuft weiter, der Mann steigt auf das Fahrrad, überholt Monika. Schnell fährt er den Pfad hinunter.

6. AUSSEN. PFAD. ABEND

Monika läuft auf die Mutter zu. Der Mann mit dem Fahrrad steht neben der Mutter. Die Mutter verschämt, die Lippe aufgeplatzt, das Gesicht blutverschmiert, schüttelt den Staub und das Gras vom Rock ab. Der Soldat ist verschwunden. Monika schmiegt sich mit dem ganzen Körper an die Mutter. Die Mutter umarmt Monika, greift  ihre Hand, streichelt ihr zärtlich das Haar, küsst sie auf beide Wangen.

MANN

Alles in Ordnung? Hat er Ihnen was angetan?

Die Mutter schüttelt heftig den Kopf, verneint.

MANN

Ich begleite sie bis zur Landstraße,
man muss die Miliz verständigen… eine Anzeige erstatten, oder so…

Die Mutter schüttelt heftig den Kopf. Die Mutter, Monika auf dem Arm, geht  den Pfad hinauf. Der Mann, den Kopf gesenkt, schiebt sein Fahrrad, läuft nebenher. Sie schweigen.

7. AUSSEN. STRASSE. ABEND

Der Mann steigt auf das Fahrrad, entfernt sich. Die Mutter schaut hinter ihm her, setzt Monika vorsichtig auf dem Gehweg ab.

DIE MUTTER

Monika, jetzt kannst du selber laufen…
komm her, ganz nah zu mir, verdeck mich ein bisschen,
damit man den schmutzigen Rock nicht so sieht.

Bluse und Rock der Mutter haben Grasflecken und sind staubig.

MUTTER
(leise zu Monika)

Komm dichter `ran, dichter `ran.

Monika gehorcht schweigend, versucht so dicht wie möglich an der Seite ihrer Mutter zu gehen.

MUTTER
(flüstert vor sich hin)

Die Nachbarn, die Nachbarn… wenn sie das sehen…

8. AUSSEN. HOF DES EINFAMILIENHAUSES. ABEND

Monika und die Mutter sitzen dicht nebeneinander auf der Holzbank im Hof. Die Mutter bewegungslos, leicht nach vorn gebeugt, mit stumpfem Gesichtsausdruck.

Der Vater, zerzaustes Haar, das Gesicht von Alkohol und Schlaf gerötet, läuft vor der Bank auf und ab, wie ein Tiger im Käfig. Plötzlich bleibt er stehen, beugt sich zur Mutter herunter.

VATER
(zu der Mutter)

Sagst du`s mir endlich, oder nicht?!

Monika schmiegt verschreckt die Wange an den Arm der Mutter, lugt ängstlich zum Vater hoch. Der Vater greift Monikas Arme, zieht sie an sich heran, schaut ihr prüfend in die Augen.

VATER
(gespielt zärtlich)

Monika, sag dem Papi, was ist mit Mutti passiert?…

(plötzlich wird seine Stimme ganz scharf)

Na los!

(er schüttelt Monika kräftig)

Rede endlich!

Monika schüttelt den Kopf, schweigt beharrlich, dreht den Kopf zur Seite. Die Mutter starrt apathisch ihre Hände an, die auf ihrem Schoss liegen. Der Vater hebt die Hand, wie zu einem Schlag. Monika folgt dieser Handbewegung mit erschrockenem Blick.

VATER
(schreit die Mutter an)

Wer hat das getan?! Wo?!

MONIKA
(hastig)

Er hatte ein Fahrrad, so ein Mann! Ein Soldat!
Und… er hat Mutti auf den Boden geschmissen.

Monika spielt die Situation nach, der Vater packt sie wieder an den Armen, schüttelt sie leicht.

VATER

Wo? Monika, wo ist das passiert, mein gutes Mädchen, wo war das?

MONIKA

Am Fluss, im Wald.

Die Mutter schluchzt leise.

MUTTER

Er hat mir nichts getan… wegen dem Strumpfhaltergürtel… er kam nicht ran. Frag den Schmidtke, der hinter der Kaserne wohnt. Monika hat ihn geholt… dann ist der abgehauen. Frag ihn, wenn du mir nicht glaubst…

VATER
(zu Monika)

Moni, war das ein Soldat?

MONIKA

Ja, ohne Haare und er hatte so ein Hemd und eine Uniform. Wie die in der Kaserne… So Stiefel…

Der Vater steht eine Weile unbeweglich da, die Hände auf Monikas Armen. Plötzlich schaut er sich um, sucht den Hof ab: er sieht den Baum, das Fass mit dem Regenwasser unter der Rinne, die Schaukel. Sein Blick fällt auf ein an die Hauswand angelehntes altes Fahrrad.

Der Vater geht energisch auf das Fass zu, taucht seinen blonden, lockigen Kopf in das Regenwasser, taucht auf, schüttelt sich, wie ein nasser Hund. Das Wasser rinnt seinen Hals herunter, auf das Unterhemd.  Der Vater schnappt sich das Fahrrad, springt auf, verschwindet hinter dem Tor. Das schwere Tor fällt krachend ins Schloss.

9. AUSSEN. HOF DES EINFAMILIENHAUSES. ABEND

Es ist dunkel geworden. Die Holzbank nur von einer Lampe vor der Haustür beleuchtet. Die Mutter sitzt immer noch bewegungslos da, den Kopf gesenkt, die Hände auf dem Schoss, Monika eng an sie geschmiegt, die Augenlieder fallen ihr zu.

MONIKA
(flüstert)

Mutti, gehen wir ins Haus, mir ist kalt.

Die Mutter reagiert nicht, starrt ihre Hände an, glättet mit einer nervösen Geste ihren Rock.

Plötzlich das Geräusch des auffliegenden Tores. Der Vater kommt mit dem Fahrrad angefahren. Die Mutter zuckt zusammen. Der Vater schmeißt das Fahrrad auf den Boden, in der Hand hält er ein Bündel. Der Vater wirft das Bündel auf den Boden,  der Mutter vor die Füße, setzt sich neben die Mutter auf die Bank, nimmt sie in die Arme.

VATER

Dieses Schwein greift keine Frau mehr an. Ich hab` ihm alle Zähne ausgeschlagen, mit ‘m Fußtritt!

Die Mutter schmiegt sich an den Vater, weint. Der Vater drückt sie an seine Brust, streichelt ihr Haar. Monika rutscht von der Bank, hockt sich neben das Bündel. Es ist das grüne Soldatenhemd, befleckt mit einer braunen Flüssigkeit. Monika greift das Hemd mit zwei Fingern, aus dem Hemd fallen blutige Zähne. Monika zuckt entsetzt zusammen, zieht die Hand zurück, setzt sich schnell zu der Mutter auf die Bank, drückt sich an ihren Rücken. Alle drei: Monika, die Mutter und der Vater verharren eine Weile in der zärtlichen Umarmung.

10. INNEN. MILIZWAGEN. VOR DEM HAUS. NACHT

Monika sitzt auf dem Schoss eines MILIZBEAMTEN (26), lacht. Ihre Hände halten das Lenkrad, sie spielt Autofahren.

MILIZBEAMTER

Und jetzt sanft in die Kurve. Los! Brrr und wir düsen!

Monika lacht vergnügt. Der Milizbeamte schaltet das Fernlicht an, die Straße wird hell.

MILIZBEAMTER

Und jetzt gib Gas und wir fliegen!!!

Der Vater sitzt auf dem Rücksitz. Neben ihm Hermann, der Milizbeamte, mit dem er vor paar Stunden Wodka getrunken hat. Hermann hält einen Notizblock in der Hand, klopft mit einem Stift darauf.

HERMANN

Die Russen sind total sauer.

Hermann nimmt das blutbefleckte Soldatenhemd in die Hand.

HERMANN
Das ist Körperverletzung mit bleibenden Schäden! Jetzt sag mir, ganz ernsthaft, was verdammte Scheiße,  hast du noch mit ihm gemacht?

MILIZBEAMTER

Schrei nicht so rum vor dem Kind!

Monika scheint es nicht zu hören, ihre ganze Aufmerksamkeit schenkt sie den Knöpfen auf dem Armaturenbrett des Milizwagens.

HERMANN
(zum Vater)

Spuck` s endlich aus!

Der Vater zuckt mit den Schultern, aus dem Augenwinkel schaut er zum Hemd.

VATER
(leise)

Ich habe ihn am Fluss erwischt. Ich hatte so eine Stinkwut. Nach dem er sie…. Der saß da, ganz ruhig, hat Bier getrunken, der Arsch! Ich bin auf ihn los, damit hat er nicht gerechnet, so ein Bulle, so ein Schwergewicht, um die 100 Kilo…

MONIKA
(ohne das Spiel zu unterbrechen)

Und mein Papa hat ihm alle Zähne ausgeschlagen, mit EINEM Fußtritt!

HERMANN
(zum Vater)

Stimmt das?

VATER

Meine Fresse, ich glaub, alle sind raus, der braucht ne neue Kauleiste!

MILIZBEAMTER

Wenn er mit meiner Uschi so… gut hast du das gemacht! Keine Frage! Ich hätte es nicht besser machen können!

HERMANN
(zu dem Milizbeamten)

Halt den Mund!

VATER

Die Zähne waren in dem Hemd, ich weiß nicht, wo die hin sind, hab ich irgendwie verloren. Vielleicht im Hof…

HERMANN

Scheiß auf die Zähne, jetzt im Dunkeln werden wir sie bestimmt nicht suchen.

MILIZBEAMTER

Wohl kaum!

HERMANN

Da hast du dir schön was eingebrockt.  Mann o Mann, Scheiße. Jetzt musst du die Fresse halten, als ob nichts passiert wäre. Wir warten mal ab. Die Russen haben auch Schiss. Mal ehrlich, wenn die Kleine nicht da gewesen wäre, hätte er sie vergewaltigt.

Hermann streckt seine Hand aus, der Vater ergreift sie, ein kräftiges Händeschütteln unter Männern.

HERMANN

Und deine Moni, Alter, frech und gescheit!  Besser als ein Junge! So eine hätt ich auch gern.

11. AUSSEN. AUF DER STRASSE VOR DEM HAUS. NACHT

Der Vater steigt aus dem Streifenwagen. Der Milizbeamte reicht ihm Monika. Der Vater hebt Monika hoch, wirft sie hoch in die Luft, fängt sie wieder auf. Monika gluckst vor Freunde.

VATER
(stolz)

Mein Blut!

Monika legt die Hände um den Hals des Vaters. Die Milizbeamten im Wagen lächeln und winken. Der Vater, Monika auf dem Arm,  geht auf das Haustor zu. Hermann kurbelt das Autofenster herunter.

HERMANN
(ruft)

Hej, kommst du später zum Goldenen Krug?

Hermann hebt die Hand wie zum Trinken.

Der Vater bleibt stehen, zögert, verneint dann aber mit einem entschiedenen Kopfschütteln.

VATER

Nein! Heute nicht!


Anmerkung der Autorin:

Die Gewalt, vor allem sexuelle Übergriffe, durch die in der DDR stationierten russischen Soldaten, waren nicht nur unmittelbar nach dem Krieg, sondern auch noch in den 80-er und 90-er Jahren an der Tagesordnung. Im Jahr 1989 wurden allein in Burg (Sachsen-Anhalt) drei Frauen vergewaltigt , vier weitere fielen einer versuchten Vergewaltigung zum Opfer, die allein dadurch verhindert werden konnte, dass  Passanten auf sie aufmerksam wurden und die Frauen fliehen konnten.

Die russische Kommandantur unternahm alles, um die Taten der Soldaten zu vertuschen: Die Opfer wurden eingeschüchtert, es gab sogar Bestechungsversuche.

Ein dunkles Kapitel der DDR-Geschichte, dem bisher nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde.

Anmerkung der Redakteurin:

Renata Nasseri fertigte im Sommer 2014 einen 14-minutigen-Spielfilm nach dieser Geschichte. Ich war dabei als eine Comparsin. Der Film ist sehr gut.

Gottes Schuh – Boży but

Po polsku i po niemiecku / Auf Deutsch und auf Polnisch

Kolejny film Renaty Borowczak, tym razem o naiwnym artyście, Stanisławie Zagajewskim z Włocławka. Nächster Film von Renata Borowczak – über einen naiven Künstler aus polnischen Włocławek.

Stanislaw Zagajewski habe ich im Winter 2004 besucht. Der unscheinbare Künstler, der damals in einem bescheidenen Häuschen in Wloclawek, Polen, lebte, wollte zuerst nicht erlauben, dass ich über ihn den Kurzfilm “Der Schuh Gottes” drehe. Als er erfahren hat, dass ich den langen Weg aus Berlin zurücklegte, stimmte er zu.

Ich habe einen Tag mit ihm, seinen Hunden und seiner Kunst verbracht. Schon damals, als er noch lebte (er starb 2008), hatte er ein eigenes Museum in Wloclawek. Die Skulpturen haben solch eine enorme Kraft, dass man am liebsten Eine mit nach Hause nehmen möchte.

Stanislaw Zagajewski war ein Autodidakt, und ein Genie. Obwohl er nicht mal genau sagen konnte, wann er geboren wurde (man schätzt sein Geburtsdatum auf das Jahr 1927), als Waisenkind von Nonnen großgezogen wurde und nicht mal eine elementare Ausbildung genoss, verzauberte mit seinen ausdrucksvollen, kompromisslosen Tonskulpturen. Seine Werke werden in Warszawa, Katowice, Torun und  Lausanne ausgestellt.

***

Odwiedziłam Stanisława Zagajewskiego zimą 2004 roku. Artysta mieszkał wówczas w małym domku we Włocławku. Początkowo nie chciał się zgodzić na propozycję, że nakręcę o nim film krótkometrażowy “Boży but”. Zgodził się,  gdy dowiedział się, że przyjechałam specjalnie do niego aż z Berlina.

Spędziłam cały dzień z nim, z jego psami i z jego sztuką. Już wtedy, gdy artysta wciąż jeszcze żył (zmarł w roku 2008), we Włocławku znajdowało się jego muzeum. Jego rzeźby mają siłę i najchętniej człowiek zabrałby jakąś do domu.

Stanisław Zagajewski był samoukiem. I geniuszem. Nie był w stanie powiedzieć, kiedy się urodził, ale ocenia się, że było to w roku 1927. Osierocony, wychowywał się u sióstr zakonnych i nie otrzymał nawet podstawowego wykształcenia. Był wspaniałym rzeźbiarzem, a jago gliniane dzieła są magiczne, mocne i bezkompromisowe. Jego prace znajdują się w zbiorach muzealnych w Warszawie, Katowicach, Toruniu i Lozannie.

Irland

Ein Hirsch auf einem Hügel, dann Schwane, dann eine Landschaft, alles kitschige Bilder, die in vielen polnischen Dorfhäuser hängen. Unter den Bilder die Titelsequenz und der Titel:

Irland
Ein Kurzfilmdrehbuch von
Renata Borowczak-Nasseri

Die Kamera fährt von dem Bild mit dem Hirsch auf einem Brunftplatz zurück und eröffnet auf:

INT. WOHNZIMMER EINES POLNISCHEN DORFHAUSES. ABEND.

maryjkaHALINA (42), Lockenwickler im Haar, in einem billigen dekoltierten Kleid,  marschiert mit einem Lappen in der Hand ins Zimmer. Neben dem Blid mit dem Hirsch  hängt ein Bild mit Mutter Maria. Halina wischt Staub ab, dann geht sie zu der gegenüberliegenden Wand, die kein Fenster hat und wischt Staubt von einem TV-Flachbildschirm ab. Das Bildschirm ist gross, fast wie die Wand. Dann umkreist Halina einen altmodischen, wackeligen Tisch mit Strickserviette darauf, und Plastikblumen in einer Vase und kommt zu einem Komputer, der mit einer Kamera ausgestattet ist. Mit einer sehr zärtlichen Geste, noch zärtlicher als bei dem Bild der Mutter Maria, wischt sie von dem Bildschirm den Staub ab. Der Komputer ist an, Skype ist an, und Halina schaut sehnsüchtig den Bildschirm an. Sie schaut zu einer großen Wanduhr. Es ist 5 nach Acht. Halina merkt in einem Spiegel an der Wand die Lockenwickler in ihrem Haar. Noch mit dem Lappen in der Hand reisst sie ungeduldig die Lockenwickler vom Kopf, macht ihr Haar zurecht. Sie summt ein Lied, lächelt sich in dem Spiegel an. Plötzlich dreht sie sich hastig um und rennt zu einem verglastem Schrank in welchem eine riesige Stereoanlage und ein paar Parfümfläschen stehen. Sie holt ein Parfüm in einer billig wirkenden Flasche heraus und perfümiert sich hinter den Ohren, dann großzügiger in ihr Dekoltee. Sie springt zu dem Komputer, merkt den Lappen in der Hand und versteckt ihn hinter dem Komputer. Sie starrt den Bildschirm an. Niemand ist online. Sie wird unruhig, summt wieder das Lied. Schaut wieder zu der Uhr und hält es nicht aus. Sie greift zum Telefon, das neben dem Bildschirm steht. Sie wählt lange, es ist eine lange Telefonnummer. Sie wartet,  jemand meldet sich, er lässt Halina nicht zu Wort kommen.

HENRYK

Was rufst du denn an, aus dem teurem Telefon, ich dusche gerade, ich arbeite doch den ganzen Tag!

Henryk hat aufgelegt und Halina hat es nicht geschafft, etwas zu sagen. Sie sitzt vor dem Bildschirm und starrt das Telefon an. Sie fängt wieder zu summen an, aber ihre Stimme bricht ab. Zögernd wählt sie wieder, in dem Moment erscheint Henryk auf dem Bildschirm.

HENRYK
(redet sofort los)

Du machst mir so einen Druck, ich bin gerade von der Arbeit gekommen.

Halina starrt  benommen den Bildschirm an.

 HENRYK
(weiter)

Du kannst es kaum erwarten und ich bin müde, verdammt!

 HALINA

Aber du warst im Komputer immer um 7 Uhr und jetzt ist schon fast 9. Zwei Stunden habe ich gewartet, aber ich kenne mich damit nicht aus (zeigt auf den Komputer), und wahrscheinlich ist das meine Schuld, habe was verstellt,  entschuldige… wenn du willst, nehme ich Überstuden in der Küche und zahle das teure Telefon.

HENRYK
(beschämt)

Gut, gut, ist schon gut.

HALINA

Und du bist nicht sauer.

 Henryk schüttelt den Kopf.

Halina küsst erleichtert den Bildschirm, redet zuerst zögernd, dann immer schneller.

HALINA

Ich war heute in der Kirche, habe das rote Mäntelchen, was du geschickt hast Zosia angezogen und die Kaczmarska, du weisst, die über der Kneipe wohnt, hat sooo geglotzt. Und weisst du, was der Pfarrer bei der Predigt gesagt hat? Was für ne Schande, die Grzeszczyk, die mit zwei Kindern, die hatte was mit dem Lehrer, den Jungen, ja, und sie ist mit ihm abgehauen, in die Stadt, hat zwei Kinder allein gelassen. Der arme, alte Grzeszczyk. Was macht er bloss alleine mit den Kindern? Anständige Menschen würden so was nie tun, nicht wahr?

Henryk murmelt etwas unter der Nase, was man nicht verstehen kann.

HALINA
(weiter)

He…Wieso redest du so leise? Was ist los?

HENRYK

Ich habe Kopfweh Halina,…  wir müssen ernsthaft miteinander sprechen.

Halina wird auf einmal sehr traurig.

HALINA

Aber wir reden doch! … Ach so –  das Geld! Das ist nicht angekommen, seit drei Monaten nicht, wie ich dir gesagt habe. Aber ich habe alle Rechnungen bezahlt (stolz). Habe gespart. Warte mal!

Sie verschwindet aus dem Zimmer. Henryk dreht sich von dem Bildschirm weg, hinter ihm in einem ungemachten Bett liegt eine Gestalt. Die Gestalt erhebt sich, geht auf Henryk zu, schlingt die schlanken Arme um Henryks Rücken. Es ist Sara (29), schwarz und sehr hübsch. Henryk schaut ängstlich in die Kamera:

SARA

Are you going to tell her? You have to tell her, finally.

HENRYK
(küsst Sara schnell in den Nacken, leise mit polnischem Akzent)

Let me do it myself.

Sara verschwindet im Bett und in diesem Moment hört man Halinas Stimme.

HALINA

Schau mal, Strom, Gas, alles… (stolz zeigt sie die Rechnungen in die Kamera), habe gespart.

HENRYK

Es geht nicht darum, Halina…

HALINA
(spielerisch)

Warte, wir reden gleich. Weiss mein Bärchen noch, was er am meisten in der Welt, mag?

Halina springt wieder von ihrem Stuhl, nimmt eine Decke vom Bett, bekreuzigt sich schnell und verdeckt das Bild von Mutter Maria mit der Decke. Sie stellt sich vor dem Bildschirm und mit dem Eifer eines Leiens knöpft sie ihr Kleid auf, und führt eine Art Streptease vor. Henryk wendet den Blick ab, geniert. Halina entkleidet sich jedoch unbeiirt weiter. Man sieht ihren billigen weissen BH aus falscher Spitze. Man sieht, dass sie leichtes Übergewicht hat. Halina ist so in ihren Sexy-Tanz versunken, dass sie erst, als Henryk schreit, die Augen öffnet und aufhört.

HENRYK

Halina hör auf! Hör endlich auf!

Halina bedeckt sich verschämt mit ihrem Kleid.

HALINA

Das wolltest du doch immer, hast darum gebeten.

HENRYK
(senkt den Kopf)

Halina, das ist lächerlich, wir sind erwachsen.

Halina schaut jetzt aufmerksam in die Ecke des Bildschirms, sie sieht die Glut einer Zigarette, einen Frauenarm.

HENRYK

Ich komme nicht zum Osterfest aus Irland, (senkt den Blick) ich komme nicht… In Irland…

Man hört das Weinen eines Kindes.

HALINA
(lauscht)

Es ist Zosia…Warte mal.

Halina geht mit festen Schritten aus dem Zimmer, aber plötzlich bleibt sie im Türrahmen stehen. Das Kind weint noch lauter. Halina atmet schwer, knöpft ihr Kleid hastig zu. Sie stützt ihre Wange an den Türrahmen, die Augen weit aufgerissen…., atmet tief durch,  geht  entschieden in das Kinderzimmer. Nach einer Weile hört das Kind zu weinen auf und Halina erscheint wieder – mit einem Heft in der Hand. Unterwegs zum Bildschirm setzt sie ein Lächeln auf.

Sie setzt sich vor dem Bildschirm und zeigt das Bild, welches Zosia gemalt hat, ein Haus, eine Familie, wie es eine 5-jährige halt malt.

HALINA

In dem ganzen Kindergarten malt sie am Besten, siehst du? Die Erzieherin sagt es. Kannst du es sehen?

Sie nähert das Heft dem Bildschirm.

HENRYK
(nickt)

Küsse die Beiden von mir, Janek auch. Spielt er oft mit dem Komputer?

HALINA

Den ganzen Tag, wenn ich es erlaubt hätte. Er kennt sich gut aus.

HENRYK
(betroffen)

Lass uns morgen reden. Gute Nacht.

HALINA

Ja. Gute Nacht.

Henryk  verschwindet vom Bildschirm.  Halina sitzt noch eine Weile da, den Blick auf das Bildschirm geheftet, dann erhebt sie sich und geht auf das Bild der Mutter Maria zu, zieht die Bettdecke von dem Bild, schau zu ihr hoch..

HALINA

Liebe Mutter wirst du uns helfen?

ENDE

PS: Seitdem die große Arbeits-Emigration der polnischen, vor allem männlichen Arbeiter begann, spricht man von einer erhöhten Scheidungsquote in Polen. Statistiken zeigen, dass unter den 600.000 Paaren, die getrennt leben (meistens er – in England oder Irland, und sie, mit den Kindern, in Polen), nur 200.000 die harte Zeit der Trennung überstehen werden.

Blender

Od adminki: Niestety “Blender” to jeden z tych wpisów, z których po kilku latach praktycznie nic nie zostało. Wszystkie linki nieaktualne i nie ma filmu. A film był świetny.

Maria Magdalena Kozłowska & Remigiusz Pigłowski
vel
Heidi Koslowski & Remy Blassius

FILM pt. Blender

Niestety nie możemy umieścić w blogu bezpośredniego linka. Trzeba wejść na stronę Picassy, kliknąć w obrazek (taki sam jak ten poniżej) i jeszcze ustawić sobie full screen i głos. (Uwaga z roku 2020 – wszystko nieaktualne)
petra1
A co gorsza, co gorsza – jeśli macie starą wersję flesza, to może się zdarzyć, że nie uda się wam obejrzeć filmu. U mnie tak było, ale zrobiłam sobie update Adobe-Flash i gra przepięknie. A wszystko naprawdę warto zrobić, bo film genialny!

blender3

PS.
4 czerwca 1989 roku poszliśmy wybierać. Były to pierwsze wolne wybory w Bloku Wschodnim. Niesamowite przeżycie dla tych co byli w Polsce. Dlatego podoba mi się pomysł tego filmiku.

Biblioteki

Uwaga od administratorki z roku 2020: to, co poniżej, to wpis, którego już nie ma. Wszystkie linki, poza jednym, okazały się po 7 latach nieczynne i z niczym się nie linkowały, a jeden był jakimś podłym spamem. Zostało tylko zdjęcie wnuka, który, oczywiście, wygląda teraz zupełnie inaczej.

Ewa Maria Slaska

W tej grupie, z którą jestem zaprzyjaźniona na Facebooku (cokolwiek to miałoby znaczyć) biblioteki pojawiają się niemal tak często jak książki i pisarze. Jest taka piękna strona (natychmiast się z nią zaprzyjaźniłam!), zatytułowana “Tak wyglądam w bibliotece”.

W samych początkach jej istnienia wysłałam tam zdjęcie mojego wnuka, Antosia – okazało się, że był pierwszym mężczyzną, który pojawił się na tej stronie.

antos w bibliotece2
Jedna z moich przyjaciółek, nie tylko facebookowych, co i rusz podrzuca do pospólnego podziwiania biblioteki ze strony “Bookshelf Porn”:

http://bookshelfporn.com/tagged/favorites

Biblioteki pojawiają się też oczywiście w filmach. Najsłynniejsza jest główną bohaterką Imienia róży wg Umberta Eco, ale moja ulubiona, to oczywiście Keira Knightley w zielonej sukni w niedwuznacznej sytuacji w filmie Atonement wg. powieści Iana McEwana.

Ach te biblioteki.

„Coming from Reality” czy “Going into Fiction”?

Chciałam, żebyśmy miały na blogu co jakiś czas sugestie, co czytać, co obejrzeć, dokąd pójść? Ale to trudno się tak regularnie mobilizować do regularnych zadań doradczych, a tu tymczasem Dorota Cygan już nas wysłała do teatru na Castorfa, a teraz poleca nam pójście do kina. Niniejszym mianuję ją więc naszym doradcą kulturalnym, choć oczywiście to Lidia wysyła nas na wystawy, a ja się staram od czasu do czasu polecić dobrą książkę lub film.

Dorota Cygan

„Coming from Reality” czy “Going into Fiction”? Refleksje po wyjściu z „Searching for Sugar Man”

Po co opowiadać prawdę?

Pozyskać widza, zawładnąć jego emocjami i przykuć do fotela kinowego coraz trudniej. Wszystko już było. Niejeden fikcyjny chwyt scenarzystów i kamerzystów na tyle się zużył, że jest w obrębie schematu fabularnego doskonale rozpoznawalny, czyli przewidywalny, zwłaszcza od kiedy karierę robią fabryki kreatywnego pisania, czyli szkoły kreatywnego istnienia (na rynku pracy). Furorę robi wiec ostatnio chwyt bardziej wyrafinowany: dokument – lub fikcja stylizowana na dokument.

Gatunek to trudny – przykładamy bowiem do prawdy miarę absolutną: Prawda musi być czysta, niebanalna – i w dodatku …  prawdziwa. Już z każda z tych cech osobno jest problemem, ale wszystkie razem to już nie lada wyzwanie dla twórcy.

Po co ją ubierać w narracje? By dać ludziom szczyptę konkretnej treści  w miałkiej papce produkowanej na tony w wytwórniach rozrywki. A widz się popsuł –  potrzebuje silnego bodźcowania zamiast subtelnego światłocienia i wyważonych racji. Bodźcowania na przemian ostrym światłem i najczarniejsza ciemnością. Wszak na koniec mają go unieść emocje – najlepiej pozytywne. „Bo ludzie potrzebują pozytywnych historii”  – taka jest konkluzja jednej z narratorek filmu, komentujących życie jej ojca – bohatera „Searching for Sugar Man”.  Udany, jak najbardziej udany. Powiedzmy więcej: Tak udany, że ma swoje (rosnące!) grono fanów. Tak udany, że aż budzi niepokój w sceptykach.

Jak opowiadać  prawdę?

Film rekonstruuje detektywistyczne poszukiwania śladów muzyka rockowo-bluesowego, który jakby zapadł się pod ziemię. W zasadzie przestał istnieć w jednym miejscu, by stać się legendą w innym. Nie wiedząc o niczym, rzecz jasna. Elementy legendy są doskonale synkretyczne: Są tu cechy niepokornego rockmana popełniającego rzekomo śmierć samobójczą na scenie, rysy jednostki wykluczonej, latynoski background, przedmieścia Detroit, mit zapoznanego geniusza w muzycznym świecie  twardych reguł  konsumpcyjnych, męski Kopciuszek przed i po balu, nawet Jezus rozdający honorarium rodzinie i przyjaciołom. Sporo tych elementów mitu jak na jednego bohatera – ale jakże dyskretnie opowiedziane! Jak zgrabnie poprowadzony wielogłos narracji! Na tyle przekonująco, ze widz na wszelkie padające na ekranie porównania z Hendrixem, Dylanem i duetem Simon&Garfunkel tylko wzrusza ramionami. Bo jednak mimo że życzyłby mu medialnego sukcesu na miarę tu wymienionych, głównie emocjonuje go coś odwrotnego niż sukces – właśnie antysystemowość bohatera, jego pogarda dla establishmentu, wreszcie  bluesowy Lebensgefühl pełen dystansu i stoickiej zgody na to, co jest – i jak jest. A także sugestia, że to człowiek wolny, wyzwolony dzięki sobie – potrafiący mimo zewnętrznego zniewolenia ciężką harówką „być ponad”.

Jak opowiedzieć taką prawdę? Sięgając obficie po sprawdzone Stimmungsmacher – dymy nad Detroit, czarny romantyzm upadłych siedlisk ludzkich w epoce postindustrialnej, zdjęcia na przemian czarno-białe i kolorowe, miasto o świcie, miasto w czasie burzy, miasto-trup, aura tajemnicy (i dymu) wokół bohatera na scenach piwnicznych klubów, no i teksty, no i ten magiczny głos…  Wszystko razem wzięte daje kompletny wzorzec identyfikacyjny dla wykluczonych, którzy w filmie dostrzegą „soundtrack do swojego życia”, jak mówi jedna z bohaterek, albo też „symbol tego, do czego jest zdolny ludzki umysł”, jak komentuje ten spóźniony o 20 lat i krótkotrwały sukces inna z postaci. Lub stanowi też marzenie każdego z nas, by za połową życia  jednak nadal „pozostać sobą”, być mądrym, mieć bogate wnętrze, nie dać się życiu stłamsić lub wyhamować. Porywające to wszystko: understatement, tajemniczość,  zgoda na świat „mimo wszystko”,  a na koniec misterium, które się dokonuje w czasie tych kilku koncertów po latach artystycznego niebytu – misterium, od którego widzowi przechodzą ciarki po plecach. Bajka? A miał być przecież dokument? Dwa gatunki, wobec których mamy wszak  inne oczekiwania estetyczne – czyż nie?

Jak wykreować prawdę?

Ale może te dwa gatunki się zbliżają? Może rekonstrukcja detektywistycznych poszukiwań dzisiaj musi nabierać cech bajki, żeby nie serwować mdłej strawy znanej każdemu z własnej codzienności,  niespektakularnego wycinka zdarzeń podobnych do siebie i pozbawionych puenty? Baśnie to w końcu szczyt dyscypliny konstrukcyjnej – mają początek i koniec, pośrodku jakieś perypetie, a na zakończenie morał. Czy podobałaby się nam historia całkiem niezmanipulowana? Bez podkręconych puent pośrednich, polityki odkrywania i zarzucania fałszywych śladów, bez dozowania napięcia, bez całej  tej subtelnej poetyki przypadku? Z pewnością na rozum tak, ale emocjonalnie to już mniej – idę o zakład, że wyszlibyśmy z kina bardziej przygarbieni – a wychodzicie, wychodzimy uniesieni pozytywnymi emocjami. Czemu wiec produkt jest taki świetny – mimo tego całego „ no tak, ale…”?

Bo tło społeczne się zgadza. Pokrywa się z tym, co tworzy nasze uniwersalne i pokoleniowe doświadczenia. Pokoleniowe zwłaszcza w Polsce, gdzie wiemy, jaką siłę może mieć muzyka obecna w kanałach nieoficjalnych. Doskonale potrafimy sobie wyobrazić duszną atmosferę RPA z czasów apartheidu – autokontrola, zachowawczość, potulny konformizm życia artystycznego, tzw. emigracja wewnętrzna sporej części społeczeństwa, estradowość oficjalnej kultury – a zatem jej miałkość. A na tle tego subwersywny potencjał dźwięków pojedynczej gitary. Dźwięków tym donośniejszych, im bardziej odbijały się od estradowej kakofonii nurtu oficjalnego. Znamy to – i to nas potrafi unieść. To film dla nas.

Czyli działa zarazem dlatego, że jest trochę konstrukcją i trochę autentykiem. Bajką i dokumentem. Czymś jednostkowym i uniwersalnym. Prawdą i fikcją.

Jak uznać to za prawdę?

Pierwsze wątpliwości mamy już wychodząc z kina – zbyt dobre, żeby było prawdą, no nie? A potem życzliwi sceptycy sączą  nam dalej do ucha truciznę podsuwając drobne dowody na nierzetelność dziennikarską. Wyczytali w internecie. Zgoda, popsuje mi to odbiór, jeśli uznam, że dokument jest zawsze czysty, tylko w tym przypadku nie. Ale czy właściwie chcę wiedzieć, ile retuszu jest choćby w reportażach Kapuścińskiego, Mularczyka, Jagielskiego? Może taka kontaminacja gatunków, czyli  dokument spaprany fikcją, jest bardziej prawdziwą informacją o naszych czasach niż absolutna, nieprzefiltrowana, dokumentalna prawda? A czy ja w ogóle jeszcze jestem w stanie poczuć jakość takiej prawdy – po latach obróbki mentalnej przez media? Chyba nie. Dlatego mogę pójść na film jeszcze raz, znowu obejrzeć go naiwnie i na wszelkie zaczepki sceptyków odpowiedzieć słowami bodajże Goethego (poeta pytany, czy nie widzi, ze pewien pan na jego oczach dopuszcza się czynów niegodnych, miał odpowiedzieć: „ależ widzę, oczywiście – ale nie wierzę”). Nie wierzcie i mnie, blogowcy. Ktoś, kto ma taki stosunek do prawdy, sprzedał Wam właśnie fikcję. Czyli bujdę. Ale na film i tak  idźcie.

A ja dodam od siebie – o tak, idźcie na ten film, nawet jeśli jest przesłodzony i podrasowany. Co w nim przerasowano i dosłodzono zostało opisane po niemiecku i angielsku (choć po angielsku zaledwie w dwóch linijkach):
http://de.wikipedia.org/wiki/Searching_for_Sugar_Man
http://en.wikipedia.org/wiki/Searching_for_Sugar_Man
a tu już na przykład – nic o tym nie napisano, no ale przyznajmy, że w ogóle napisano skromnie i niewiele:
http://pl.wikipedia.org/wiki/Sugar_Man

Kobieta i koń. Rewers

Jurija Gashaka, „Kobieta i koń” w synagodze w Drohobyczu

Deutsche Fassung unten // English version below

Film Jurija Gashaka „Kobieta i koń” zrealizowany został jesienią 2012 w Starej Synagodze w Drohobyczu przy okazji festiwalu Brunona Schulza. Inspiracją była fotografia Mariusza Kubielasa „Kobieta karcąca fortepian w obecności trzech świadków” wykonana w 2006 roku w Iłownicy i należąca do tworzonego przez niego od 2004 roku cyklu fotograficznego „U Schulza“. Na cykl ten składa się około 40 prac czarno-białych wykonywanych metodą określaną przez autora „fotografią czystą, bezpośrednią”, a więc wolną od jakichkolwiek modyfikacji komputerowych i fotomontażu, opartą wyłącznie na tradycyjnych procedurach manualnych. Niekiedy ostateczny efekt poprzedza kilkanaście zdjęć jednego ujęcia, niekiedy zaś nawet kilka filmów. Te jedyne w swoim rodzaju fotografie zawierają wizualną kwintesencję scenariuszy i wielotygodniowych „teatralizacji” wnętrz oraz studiów światła, pozwalających wykreować oniryczną aurę.

Film Gashaka, który w spektakularny sposób ilustruje ewokowana przez dzieła Kubielasa strategie zaproszenia do wejścia w obraz fotograficzny, istnieje w dwóch wersjach. Za zgodą autora filmu przekazaną nam przez autora inspirującej go fotografii prezentujemy tu „rewers”.

Podczas wernisażu wystawy planuje się prapremierę obu wersji –  „Awersu” i „Rewersu”:

“Bruno Schulz – Klisza Werk – Transgresiones”  w Galerii Dolnośląskiego Centrum Fotografii „Domek Romański” (18.04.-29.05.2013).

Druga odsłona wystawy przewidywana jest jesienią i zimą 2013/2014 (listopad-styczeń) we wrocławskiej Synagodze pod Białym Bocianem.

Kuratorka wystawy i redaktorka katalogu w języku polskim i angielskim: drXLidia Głuchowska.



Jurij Gashaks „Frau und Pferd” in der Synagoge zu Drohobycz

Film Jurij Gashaks „Frau und Pferd” wurde im Herbst 2012 in der alten Synagoge zu Drohobycz realisiert. Der Anlaß dazu war das dortige Bruno-Schulz-Festival. Der Film wiederum wurde von der Fotografie Mariusz Kubielas’ „Eine Frau ein Klavier in Anwesenheit dreier Zeugen tadelnd” inspiriert, welche 2006 in Iłownica/Polen entstanden ist und zu einer von Kubielas geschaffenen Fotoserie „Bei Schulz“ gehört. Dazu zählen ca. 40 Schwarz-Weiß-Fotos, die anhand einer Methode, durch ihren Gestalter „Dirketfotografie” genannt, ausgeführt wurden: Das heißt, dass dabei keine Computerverarbeitung oder -Korrektur sowie keine Fotomontage angewandt wird. Die Basis dafür bilden ausschließlich manuelle Prozeduren. Manchmal gehen dem Endeffekt einige Aufnahmen eines und desselben Shots, manchmal sogar einige Filmrollen. Diese einzigartige Fotografien enthalten eine visuelle Essenz der lange hergestellten Drehbücher und der mehrwöchigen „Theatralisierung” von Innenräumen sowie der Lichtstudien, die die Grundlage einer traumartigen Aura bilden.

Der Film Gashaks, welches in einer spektakuläre Weise die vom Werk Kubielas evozierte Strategie der Einladung zum „Hereingehen ins Bild”, besteht in zwei Fassungen.

Dank der Genehmigung des Filmmachers, die uns vom Fotografen weitergeleitet wurde, präsentieren wir hier dessen „Revers” (Kehrseite).

Die Uraufführung der beiden Versionen – sowohl des „Avers”, als auch des „Revers” – ist für die Vernissage der Fotoausstellung in Wrocław/Breslau geplant:

“Bruno Schulz – Klisza Werk – Transgresiones”

Galerie des Niederschlesischen Zentrums für Fotografie „Domek Romański”/“Romanisches Haus“ (18.04.-29.05.2013).

Als zweiter Ausstellungsort wird die Schau die Breslauer Synagoge zum Weißen Storch zeigen (November 2013 – Januar 2014).

Ausstellungskuratorin und Herausgeberin des dazu gehörigen Katalogs, welches in der polnischen wie englischer Sprache erscheinen wird, ist: Dr. Lidia Głuchowska.

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Jurij Gashaks, „Woman and Horse” in the synagogue in Drohobycz

Film Jurij Gashaks „Woman and Horse” was produced in Fall 2012 in the Old Synagogue in Drohobycz. The inspiration for it was the photography by Mariusz Kubielas „Woman rebuking a piano at a presence of three witnesses” realised 2006 in Iłownica/Poland. It belongs to the photographical series “At the Schulz place” consisting of c. 40 black and white images created since 2004 according to the method described by its author as “direct photography”. That means, that he uses neither computer modifications or corrections nor photomontage.

The technical basis hier are only manual procedures. Sometimes the final effect follows several shots of the same scene, sometimes even several photo scrolls. These unique photographs are visual essence of the special scenarios and many weeks of the „theatrical stylisation” of interiors or light studies, which allow to create a dream-like atmosphere.

The Gashak’s film, which in a spectacular way illustrates a strategy of invitation the spectator to „come into the photographical image”, exists in two versions.

With permission of its authors, which was forwarded to us by the photographer, which  work inspired him, we present here its „Reverse”.

Presentation of its both versions, “Awers” & “Rewers”, is prepared for the opening of the exhibition:

“Bruno Schulz – Klisza Werk – Transgresiones” at the Gallery of the Lower Silesian Centre for Photography „Domek Romański”/”The Roman House”
(18.04.-29.05.2013).

Its second show is previewed for the Fall and Winter 2013/2014 (November-January) in the White Stork Synagogue in Wroclaw

Curator of the Exhibition and Editor of its Catalogue in Polish and English: dr Lidia Głuchowska

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© Film: Jurij Gashak, „Kobieta i koń”/„Frau und Pferd” / „Woman and Horse“ in der Synagoge zu Drohobycz (2012)

© Foto: Mariusz Kubielas (2006)

http://www.okis.pl/site/home/605/n.html

http://www.dcik.pl/wydarzenie/0,0,8427,wystawa-bruno-schulz-klisza-werk-transgresiones/

Potrzebny mi jest towarzysz. Potrzebna mi jest bliskość pokrewnego człowieka. Pragnę jakiejś poręki świata wewnętrznego, którego istnienie postuluję. Wciąż tylko trzymać go na własnej wierze, dźwigać go wbrew wszystkiemu siłą swej przekory – jest trudem i udręką Atlasa. Czasem zdaje mi się, że tym wytężonym ges­tem dźwigania trzymam nic na swoich barkach. Chciałbym móc na chwilę złożyć ten ciężar na czyichś ramionach, rozprostować kark i spojrzeć na to, co dźwigałem
Bruno Schulz, list do Tadeusza Brezy