Wiersz z Gułagu

Wiersz z Gułagu

Langweiliges aber nichts desto trotzt fantastisches Buch. Es gibt solche und sie sind das Beste, das es unter den Büchern gibt. Monatelang ein Bestseller, verfilmt und “vertheatert”.
Judith Schalansky
Der Hals der Giraffe. Bildungsroman.
Suhrkamp Verlag, Berlin 2011
ISBN 978-3-518-42177-2
…diese Stadt hier würde sich von der Populationsschwankung nicht mehr erholen. (…) Eine Stadt im vorpommerschen Hinterland (…). Am schmalen Fluß ein Hafen für Schrott und Schuttgüter, eine Zuckerfabrik und ein Museum. Der Markt ein Parkplatz. Ein, zwei historische Straßenzeilen. Die turmlose Kirche ein riesiges Rudiment der Backsteingotik. Das Zentrum selbst voller Neubauten, WBS-Siebzig, einfachste Ausführung, ohne Spaltklinker oder Kieselsteine im Waschbeton. Erst waren sie saniert worden. Jetzt standen sie zum größten Teil leer. Die neue Autobahn vor der Tür, nur eine halbe Stunde weit weg. Dreißig Kilometer entfernt machte sie einen scharfen Knick nach Westen. Aber wenigstens wuchs hier was: Ein Bataillon Stiefmütterchen vor der Einkaufspassage. Veilchenfußvolk, neueste Aufhübschungsmaßnahme der Beschäftigungstherapierten. Gemeiner Efeu, der sich an den Balkonen der aufgetakelten Neubaufassaden verfing. Und es gab eine Unmenge von Pflanzen, die ihren Weg ohne menschliches Zutun in diese Siedlung gefunden hatten. Sie gediehen prächtig und beinahe unbemerkt: das einjährige Rispengras, das mit flachen Wurzeln jeden unbebauten Quadratzentimeter Boden besetzte. Das alte Ackerkraut, das sich von den Feldrändern vorgearbeitet hatte bis hierher, auf den Marktplatz, ins Zentrum der Stadt. Aus Pflasterritzen quoll der knechtische Vogelknöterich. Ganz zu schweigen vom Gemeinen Löwenzahn, der Allerweltsblume, die mit strotzender Potenz jede Straßenecke markierte. Die wilde Vegetation war überall. Die filzigen, weißen Blätter des gemeinen Beifußes. Der Krauttepich der Vogelmiere. Der unausrottbare Gänsefuß. Ein erstaunlicher Artenreichtum. Vor allem in der Steinstraße, wo sich Bauruinen mit leergezogenen Altbauten abwechselten. Häuser in ganz unterschiedlichen Stadien des Verfalls. Halt. Hatte die Bernburg hier nicht mal gewohnt? Die Klingel war rausgerissen, die Schilder nicht zu entziffern. Die Tür offen. Aus dem Keller drang kühle Luft. m Hofblühte sogar eine Sandstrohblume. Hoch aufgeschossene Schafgarbe an einer Halde mit Bauschutt. Die falschen Ähren der Mäusegerste mit langen Grannen. Unkraut verging nicht.
Hier überlebte nur, was wucherte. Fern von den gepflegten Zierbeeten, gehätschelten Kleingärten und anderen mühsam eingerichteten Sekundärbiotopen. Die strahlenlose Kamille, das trittfeste Mastkraut, die hinterlistige Quecke, das herzergreifende Hirtentäschel – hartnäckiges Wildkraut, störrischer Wuchs. Es war die Fortpflanzung, die das Bestehen sicherte. Komplizierte Bestäubungsaktionen hatten hier keinen Erfolg. Es musste schnell gehen. Noch ehe Schadstoffe hm etwas anhaben konnten, hatte sich das Unkraut schon vermehrt. Die klebrigen Samen des zähblättrigen Breitwegerichs hefteten sich an jede Sohle. Der Wurmfarn schleuderte seine winzigen Sporen hinaus. Die Pusteblume ließ Fallschirme segeln. Vom Wind weggetragene Samen. Das Hirtentäschel konnte sich im Notfall sogar selbst bestäuben. Ortswechsel waren bei den Pflanzen selbst allerdings nicht vorgesehen. Es blieb ihnen gar nichts anderes übrig, als hierzubleiben. Und sie machten das Beste daraus. Unterwanderten frei gewordene Flächen, besetzten ungenutzte Zwischenräume, keimten in den Ritzen der Gehwegplatten, in den Rissen der Gemäuer, wurzelten in der schmutzigen Erde der Schutthalden gruben sich in die verschütteten Reste früherer Bebauung. Lehm, Zement, Mörtel. Das machte ihnen nichts aus. Im Gegenteil. Selbst die trockenste, kalkreiche Erde war Nährboden genug für die hartgesottenen Vertreter der grünen Front.

Die Sprosspflanzen wurden einfach unterschätzt. Während ihrer Studienzeit hatte sie sich auch nicht für das Grünzeug erwärmen können. Servile Werktätige der Photosynthese-Fabrik. In unzähligen Übungen zu bestimmen. Immer ging es ums Zählen. Wie viel Blätter sie hatten, wie viel Staubgefäße, Nacktsprosser und Schachtelhalme, Bärlappe und Farne, Nackt- und Bedecktsamer, Zweikeimblättrige und Einkeimblättrige, Schmetterlingsblüten und Kreuzblüten, Lippenblüten und Korbblüten. Wechselständig und grundständig, kreuzgegenständig. Frucht. Futter, Heilmittel, Zier. Die einzelnen Organe der Photosynthese. Zufuhr des großen Kreislaufs, Motor des Stoffwechsels. Pflanzen verwandelten energiearme Stoffe n energiereiche. Bei den Tieren war es andersrum. Wir waren einfach nicht autotroph. In jedem kleinen Blatt, in jedem winzigen Chloroplast passierte Tag für Tag das Wunder, das uns alle am Leben hielt. Epidermis, Cuticula, Palisadengewebe. Wäre man grün, bräuchte man nicht mehr zu essen, nicht mehr einzukaufen, nicht mehr zu arbeiten. Man bräuchte überhaupt gar nichts mehr tun. Es genügte, sich ein wenig in die Sonne zu legen, Wasser zu trinken, Kohlenstoffdioxid aufzunehmen, und alles, aber auch alles, wäre geregelt. Chloroplasten unter der Haut. Es wäre wunderbar!
Die stumme, geduldige Vegetation. Alle Achtung. Sie konnten ohne Sprache kommunizieren und waren ohne Nervensystem schmerzempfindlich. Angeblich hatten sie sogar Gefühle. Das wäre allerdings kein Fortschritt. Vielleicht waren sie uns ja gerade deswegen überlegen, weil sie ohne Gefühle auskamen. Einige Pflanzen hatten mehr Gene als der Mensch. Die vielversprechendste Strategie, an die Macht zu kommen, war immer noch, unterschätzt zu werden. Um dann, im richtigen Moment, zuzuschlagen. Es war nicht zu übersehen, dass die Flora auf der Lauer lag. In Gräben, Gärten und Gewächskasernen warteten sie auf ihren Einsatz. Schon bald würden sie sich alles zurückholen. Die missbrauchten Territorien mit sauerstoffproduzierenden Fangarmen wieder in Besitz nehmen, der Witterung trotzen, mit ihren Wurzeln Asphalt und Beton sprengen. Die Überreste der vergangenen Zivilisation unter einer geschlossenen Krautdecke begraben. Die Rückgabe an die Alt-Eigentümer war nur eine Frage der Zeit.
Stickstoffhungrige Brennnesseln, die sich an der grusigen Erde labten, wo schon bald die verholzten Triebe der Waldrebe ein undurchdringliches Dickicht bilden würden. Der Boden vom Farn bedeckt. Mit gespreizten Blättern. Halb frisch, halb verfault. Pilze, Flechten und Moose, die selbst auf Asphalt gediehen. Gespornt für die Ewigkeit. Ein Mantel des Schweigens. Alles trug schon den Samen zukünftiger Natur in sich, zukünftiger Landschaft, zukünftigen Walds. Angelegte Grünflächen? Mühsames Aufforsten? Hier war eine größere Mach Macht am Werk! Niemand konnte sie aufhalten. Irgendwann, schon in ein paar Jahrhunderten, würde hier ein stattlicher Mischwald stehen. Und von allen Gebäuden würde höchstens die Kirche übrig sein, ausgehöhlt, ein Gerippe aus Backstein, eine Ruine im Wald, wie auf einem Gemälde. Herrlich. Man mußte größer, weiter denken. über das mickrige menschliche Maß hinaus. Was war schon Zeit? Die Pest, der Dreißigjährige Krieg, die Menschwerdung, das erste Feuer n den Höhlen der Hominiden? All das lag doch nur einen Wimpernschlag zurück. Der Mensch war ein flüchtiges Vorkommnis auf Proteinbasis. Ein zugegeben recht erstaunliches Tier, das diesen Planeten für kurze Zeit befallen hatte und schließlich genau wie ein paar andere wundersame Wesen, wieder verschwinden würde. Von Würmern, Pilzen und Mikroben zersetzt. Oder unter einer dicken Sedimentschicht begraben. Ein lustiges Fossil. Von niemandem mehr ausgegraben. Die Pflanzen aber blieben. Sie waren vor uns da, und sie würden uns überleben. Noch war dieser Ort nur eine schrumpfende Stadt, die Produktion längst eingestellt, aber die wahren Produzenten waren schon am Werk. Nicht der Verfall würde diesen Ort heimsuchen, sondern die totale Verwilderung. Eine wuchernde Eingemeidung, eine friedliche Revolution. Blühende Landschaften.
Seiten 64 – 71
Call for a Worldwide Reading for the democracy movement in Hong Kong on 9 September 2020
German version see below/ deutschsprachige Version unten
The international literature festival berlin [ilb] is calling on individuals, schools, universities, cultural institutions and the media for a worldwide reading for freedom of expression and assembly on 9 September 2020. These readings are intended to draw attention to the situation of freedom of expression, freedom of assembly and human rights in Hong Kong, which were adopted by the United Nations in Paris on 10 December 1948. Hong Kong’s parliamentary elections are also scheduled for September 2020.
The recent arrests of 15 representatives of civil society, the democratic camp and the media are part of a long tradition of sometimes subtle, sometimes offensive efforts by the People’s Republic of China to influence the Hong Kong Special Administrative Region (SAR), which has been semi-autonomous since 1997, and its government formation. New York Times May 22nd: “On Hong Kong, the leadership struck a hard line at the annual meeting of China’s legislature, unveiling a plan to impose sweeping new security laws that would place the territory more firmly under Beijing’s thumb and crack down on antigovernment protests.” The headline of the Frankfurter Allgemeine Zeitung in Germany today: “China wants to put an end to the protest movement in Hong Kong”.
In 2014, the Chinese government stipulated that all candidates for the election of the head of government had to be approved beforehand in Beijing. Known as the “Umbrella Movement”, the population of Hong Kong responded with a series of large-scale demonstrations: Thousands of students and pupils, university teachers and intellectuals, artists, workers and employees demanded, among other things, the withdrawal of the resolution and the introduction of political reforms towards further democratization. There were numerous violent clashes between demonstrators and the police, who used pepper spray and tear gas against the largely peaceful demonstrators and arrested various.
At the end of 2015, five Hong Kong booksellers and publishers were abducted to mainland China where they were interned, interrogated and forced to confess. On February 24, 2020, one of the booksellers, Gui Minhai, was sentenced to 10 years in prison for “illegally passing secret information abroad”. While the Internet, newspapers, television and radio are officially uncensored in Hong Kong, most media are now owned by Chinese investors. Television and radio largely outdo each other in self-censorship.
Since March 2019, there have been renewed large-scale demonstrations against the pro-Beijing Hong Kong government over a draft bill that would also allow the extradition of wanted persons to China. Among other things, the demonstrators were demanding the withdrawal of the extradition bill, universal suffrage and the release of political prisoners. While the draft of the extradition bill was officially withdrawn by the government in September 2019, the responses to the other demands are being sat out. The result: over 1,000 protests and 8,000 arrests since then.
Due to COVID-19, the movement has largely shifted to the Internet in the form of memes and images. At the same time, a focus has been placed on the formation of trade unions in order to make the structures more sustainable. The recent arrests in April 2020 underline China’s ongoing efforts to stop critical voices and freedom of expression in Hong Kong. The leadership in Beijing is using the global crisis to quickly create facts and undermine the “one country, two systems” principle. It is challenging the constitutional requirement of non-interference in Hong Kong affairs and wants to introduce a new security law that can criminalize unpleasant political activities as terrorism. This course highlights the urgent need for international attention and solidarity at this time.
Read the 30 articles of human rights, which you can find in over 500 (!) languages on the website of the United Nations and read by Vivienne Westwood, Nina Hoss, Can Dündar, Patti Smith, Simon Rattle, Ai Weiwei, Elfriede Jelinek, and David Grossman subtitled in the languages Arabic, Chinese, German, English, French, Hindi, Russian, Spanish, and Turkish via our website.
Institutions and persons who would like to participate with a reading on 9 September 2020 are asked to inform us and send information like: name of the organizer, place and date of the event, participants, language of the event and, if you have, website link. Our e-mail address is: worldwidereading@literaturfestival.com. The ilb will announce the events on the website www.literaturfestival.com and in social media.
Aufruf zu einer Weltweiten Lesung für die Demokratiebewegung in Hongkong am 9. September 2020
Das internationale literaturfestival berlin [ilb] ruft Individuen, Schulen, Universitäten, kulturelle Institutionen und Medien zu einer Weltweiten Lesung für Meinungs- und Versammlungsfreiheit am 9. September 2020 auf. Mit diesen Lesungen soll auf die Lage der Meinungs- und Versammlungsfreiheit und der Menschenrechte in Hongkong aufmerksam gemacht werden, die am 10. Dezember 1948 von den Vereinten Nationen in Paris verabschiedet wurden. Im September 2020 ist auch die Parlamentswahl in Hongkong vorgesehen.
Die jüngsten Festnahmen von 15 VertreterInnen der Zivilgesellschaft, des demokratischen Lagers und der Medien reihen sich ein in eine lange Tradition der teils subtilen, teils offensiven Bemühungen der Volksrepublik Chinas, Einfluss auf die seit 1997 teil-autonome Sonderverwaltungszone Hongkong sowie deren Regierungsbildung auszuüben. Die New York Times schrieb am 22. Mai: „Was Hongkong betrifft, so schlug die Führung (Chinas) auf der Jahrestagung der chinesischen Legislative eine harte Linie ein und publizierte einen Plan zur Verabschiedung umfassender neuer Sicherheitsgesetze, die das Gebiet stärker unter die Regie Pekings stellen und gegen regierungsfeindliche Proteste vorgehen würden.“
2014 legte die Regierung Chinas fest, dass alle Kandidierenden für die Wahl des Regierungschefs oder der Regierungschefin zuvor in Peking genehmigt werden müssten. Bekannt unter der Bezeichnung „Regenschirm-Bewegung“ reagierte die Hongkonger Bevölkerung mit einer Reihe von Großdemonstrationen: Zu Hunderttausenden forderten SchülerInnen, Studierende, HochschullehrerInnen, Intellektuelle, KünstlerInnen, ArbeiterInnen und Angestellte die Rücknahme des Beschlusses und die Einleitung von politischen Reformen. Es kam zu zahlreichen Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Polizei, die mit Pfefferspray, Tränengas und Festnahmen gegen die weitgehend friedlichen Demonstrationen vorgingen.
Ende 2015 wurden fünf Hongkonger Buchhändler und VerlegerInnen nach Festlandchina entführt und dort interniert, verhört und zu Geständnissen gezwungen. Am 24. Februar 2020 wurde einer der Buchändler, Gui Minhai, für die „illegale Weitergabe von Geheiminformationen ans Ausland“ zu 10 Jahren Haft verurteilt. Während zwar Internet, Zeitungen, Fernsehen und Radio in Hongkong offiziell unzensiert sind, sind die meisten Medien inzwischen im Besitz von chinesischen Investoren. Fernsehen und Radio überbieten sich weitgehend in Selbstzensur.
Seit März 2019 kommt es erneut zu Großdemonstrationen gegen die Peking-nahe Regierung Hongkongs anlässlich eines Gesetzentwurfs, der auch die Auslieferung von gesuchten Personen an China ermöglichen sollte. Gefordert wurden von den Demonstrierenden unter anderem die Rücknahme des Auslieferungsgesetzes, das allgemeine Wahlrecht und die Freilassung von Demonstrierenden. Während der Entwurf des Auslieferungsgesetzes im September 2019 offiziell von Regierungsseite zurückgenommen wurde, werden die Antworten auf die weiteren Forderungen ausgesessen. Die Folge: über 1.000 Proteste und 8.000 Festnahmen seither.
Aufgrund von COVID-19 hat sich die Bewegung größtenteils in Form von Memes und Bildern ins Internet verlagert. Gleichzeitig wird ein Fokus auf das Bilden von Gewerkschaften gelegt, um den Strukturen mehr Nachhaltigkeit zu verleihen. Die jüngsten Festnahmen vom April 2020 unterstreichen die andauernden Bemühungen Chinas, kritische Stimmen und Meinungsfreiheit in Hongkong zu unterbinden. Die Führung in Peking nutzt die globale Krise, um rasch Fakten zu schaffen und das „Ein Land, zwei Systeme“ Prinzip zu untergraben. So stellt sie das in der Verfassung festgelege Gebot der Nichteinmischung in Hongkonger Angelegenheiten in Frage und will ein neues Sicherheitsgesetz einführen, das nicht genehme politische Aktivitäten als Terrorismus kriminalisieren kann. Dieser Kurs verdeutlicht, wie dringlich internationale Aufmerksamkeit und Solidarität gerade jetzt sind.
Gelesen werden sollen die 30 Artikel der Menschenrechte, die Sie in über 500 (!) Sprachen auf der Webseite der Vereinten Nationen finden sowie gelesen von Vivienne Westwood, Nina Hoss, Can Dündar, Patti Smith, Simon Rattle, Ai Weiwei, Elfriede Jelinek und David Grossman, untertitelt in den Sprachen Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Hindi, Russisch, Spanisch und Türkisch über die Website des internationalen literaturfestival.
Institutionen und Personen, die sich mit einer Lesung am 9. September 2020 beteiligen möchten, werden gebeten, uns folgende Informationen zukommen zu lassen: Organisator*innen, Veranstaltungsort, Uhrzeit, teilnehmende Akteure, Veranstaltungssprache, ggf. Link zu Ihrer Webseite. Die E-Mail-Adresse lautet: worldwidereading@literaturfestival.com. Das ilb wird die Veranstaltungen auf der Webseite www.literaturfestival.com und in sozialen Medien ankündigen.
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Berlin liest | 6. September 2020 | 9.–19. September 202010. Graphic Novel Day | 13. September 20206. internationales literaturfestival odessa | 23.–27. September 2020
#ilb20 #ilb
http://www.litfestodessa.com
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http://www.comics-berlin.de
http://www.wordalliance.org
Czasem tak jest. Przy jakimś tekście pojawia się polubienie, rzucam okiem, kto, co, ale jest jak jest, ktoś cię polubił, ty kogoś, sekunda zainteresowania mija, zaczyna się dzień pracy… Aż tu nagle pewnego dnia widzisz, że wpis Zbycha Milewicza polubił ktoś, kto ma adres kałuża pełna mirabelek, i przepadłaś z kretesem, adminko. Idziesz po tropie i docierasz na bloga…
Cieszę się, Agato, że Cię znalazłam…


fot. S_sylwia™
Kiedyś myślałam, że szczęśliwy dom to taki, w którym jest więcej doniczek niż butów, bluszczyk pnie się po półkach, kolce kaktusów lśnią w porannym słońcu, liście palm opierają się leniwie o okno.
U nas co rano rozpierducha. Bukiet stokrotek zerwanych przy torach przestał być bukietem koło drugiej. W nocy czyjaś ciemna i kosmata łapa wyrzuciła go z wazonu i poroznosiła stokrotki po całym mieszkaniu. Kilka godzin później zeschły się mało spektakularnie i mało symetrycznie. Potem nasze ciężkie od przerywanego snu i strug deszczu na dachu stopy rozdeptały je na płask. Doniczki? Tak, gliniane i tylko na podłodze. Kwiaty? Trzykrotki i palmy. Mało gramotne połączenie egzotyki z lokalnością. Te są dozwolone, nie powodują alergii, nie trują. Można się na nie rzucać i je zjadać jak wiszące nad głową skumulowane płaty karmy. Tak na serio? No tak. Monstera i to nie zwykła klasyczna ciężka monstera ze skąpymi wycięciami w liściach, ale monkey mask, piękna, podziurawiona jak według szablonu. Kupiłam ją miesiąc przed przeprowadzką, miesiąc przed wzięciem czarnego, dymnego futerka. Potem ktoś mi powiedział, że monstera jest przecież trująca dla kotów. Brawo. Brawo ja.
Upchnęliśmy więc monsterę w najmniej reprezentacyjnym miejscu, w miejscu gdzie regał z książkami przestaje być regałem z książkami, a staje się rumowiskiem pełnym starych zapalniczek z Wysp Kanaryjskich, które zardzewiały zanim ktoś zdążył nimi odpalić fajkę o smaku bananów, tam mają tak obłędnie dobre fajki o smaku bananów, że warto polecieć do Maspalomas choćby na te kilka buszków. Egzotycznie. Tam więc upchnęliśmy monsterę, żeby żaden odważny pazur nie oderwał liścia w nocy i nie pożarł go w nagłym zrywie głodu.
Trzykrotka? Nie jest gwiazdą Instagrama, a kiedy się ją dotknie, gubi swoje zielono-fioletowe listki, a kitku przybiega na plaśnięcie pierwszego liścia o podłogę i zabiera się do ogryzania zielonego opadu. Doniczki przekopuje nocami, tak że kiedy już wstaniemy, a zawsze wstajemy za późno, o tę jedną chwilę za późno, to już mamy naszykowaną dróżkę z czarnej ziemi na panelach w salonie. Kwiatki nigdy się tu nie nudzą. Truchleją wieczorem i wstrzymują oddech aż do rana.
Najbardziej boją się widoku mięciutkiej, dymnej łapy zakończonej haczykami ostrych pazurków. Kiedy to bezlitosne, dymne futerko zostało do nas przywiezione w wiklinowej transportece i czerwonym kubraku to pierwsze co zrobiliśmy, to nie zakochaliśmy się od pierwszego wejrzenia. Najpierw musieliśmy zdjąć zasikany kubrak i dobrze wyżąć go w zlewie. Zapach ciepłego, zleżałego moczu Kiki rozszedł się po pięćdziesięciu metrach mieszkania, a Kiki już obmiałkiwała wszystkie kąty. Nazywała komody, lampki i fotele w swoim języku. Chciałam ją nazwać Avonlea, bo tak jak Ani z Zielonego Wzgórza, a potem tytułowej Ani z Avonlea nie zamyka się jej buzia. Chciałam też spełnić swoją wieloletnią fantazję, żeby wszyscy w moim domu nazywali się na literę “A”, tak jak w Akademii Pana Kleksa – on przyjmował tylko uczniów z imionami na tę literę. Na starcie miałam ułatwione zadanie – Agata, Adrian. Avonlea brzmiało aż nazbyt dobrze. No właśnie, okazało się, że na tym imieniu Adrian łamał sobie język, zęby na nim zjadł, a i tak nie weszło. Wjechała więc kolejna propozycja. Raven. Czarny kruk. Czemu nie? Dymna, dumna koteczka. Próbujemy. Do tego marzyło mi się też dostojne i adekwatne kocie nazwisko. Kotka moich rodziców nazywa się nie bez powodu Kendra Pazurczak i to ja byłam dawcą tej nazwy. Stwierdziliśmy, że w przypadku dymnego futra dobrze podpasuje “von Dymkos”, przywodzące na myśl holenderskich baronów i jednoznacznie nawiązujące do dymności. Pierwsza wizyta u weterynarza zweryfikowała moje leksykalne zakusy. Kitku wjechało na weterynaryjną leżankę z zamkniętym, załzawionym oczkiem, a weterynarz otwierając książeczkę zdrowia zapytał:
– Imię?
Odchrząknęłam i wzięłam głębszy oddech, żeby wystarczyło mi go do końca:
– Raven Avolnea Kiki von Dymkos.
Weterynarz uniósł brwi aż po swoje, nietknięte botoksem, ale za to tknięte niejedną zgryzotą czoło (reszta weterynarza była skryta pod maską) i spytał:
– Jak to się pisze?
Kitku w tle płakało i na przemian tarło łapą oczko. Nie było czasu.
– Pan napisze “Kiki”, tak będzie dobrze.
No i w książeczce zdrowia wypisał cztery duże, drukowane litery K – I – K – I. Maść pomogła po tygodniu, odstawiliśmy po dwóch. Kiki pozostała Kiki. Zaczęła reagować na swoje imię i patroszyć nocami kwiaty. Teraz już wiem, że szczęśliwy dom to taki, w którym w czerwcu co rano rozdeptujesz stokrotki na panelach.
✾
Kiki pochodzi z Fundacji Kocia Wyspa, która mieści się w Stalowej Woli, ale dowozi kotki do Krakowa i okolic. Mamy ją dzięki uprzejmości Pani Kasi i Natalii, którym prawdopodobnie nigdy nie będę umiała się wystarczająco nadziękować ♥
Blog Agaty TU
Głos w dyskusji o tym, czy mamy jeszcze używać słowa Murzyn. I komentarz. Kilkadziesiąt lat temu widziałam w polskiej (peerelowskiej) telewizji film o wchodzeniu na Mont Everest (to jeszcze nie było takie miejsce dla hipsterów, tylko niebezpieczny szczyt górski). Film nie był jednak o himalaistach, tylko o sherpach, kobietach, mężczyznach i dzieciach, którzy razem ze wspinaczami wchodzą na górę, niosą bagaże, rozbijają obozy, gotują i sprzątają (dziś nikt już nie sprząta, na Mont Everest są kolejki, a po drodze śmietnik). Byłam młoda, mało wiedziałam o świecie, a film mną wstrząsnął. Wydawało mi się oburzające, że biali mężczyźni uzyskują swoje sukcesy kosztem gromady ludzi biednych, ciemnoskórych, młodych i starych, kobiet i mężczyzn. Prawie płacząc opowiedziałam to znajomemu moich rodziców (od dawna to jest już mój znajomy), taternikowi, którego zawsze uważałam i nadal uważam za najszlachetniejszego człowieka, jakiego w życiu spotkałam. Wysłuchał mojej rozdygotanej relacji i powiedział: ale wiesz, najważniejszy jest szacunek dla godności tych ludzi.
Tylko tyle. Tak sobie myślę, że Tuwim pisząc Murzynka Bambo, szanował godność czarnych chłopaczków, a pewnie i dziewczynek.
Ale oczywiście, przyznaję, jestem nienowoczesna. Choć jednak prace Harmonii Rosales bardzo do mnie przemawiają. Może dlatego, że są obok i równolegle, a nie zamiast.
Soraia Alves
Reblog. Pintora cubana recria obras de arte clássicas com mulheres negras como protagonistas
Trabalho de Harmonia Rosales busca imaginar como seriam as obras clássicas se a estrutura dominante fosse feminina e negra

Usando obras de arte clássicas para levantar questionamentos na atualidade, a pintora cubana Harmonia Rosales, que mora em Chicago, tem feito versões de obras históricas colocando mulheres negras como protagonistas.
Com essa iniciativa, Rosales mostra como essas figuras foram negligenciadas da história da arte: “Não estávamos lá? Será que todos nós não ajudamos a construir essa terra em que vivemos?”, indaga a artista.
Um das obras analisadas por Rosales é “A Criação de Adão”, de 1508. Se a obra pretende retratar o momento da criação da humanidade, por quê todos os personagens pintados por Michelangelo são brancos? Além disso, se esse é o nascimento da humanidade, por que o há apenas homens na cena?
Obviamente algumas perguntas são respondidas pelo contexto histórico de quando as obras foram produzidas. Ninguém está dizendo que Michelangelo era racista ou misógino. O fato aqui é ver como a sociedade está há muito tempo sendo vista e representada por apenas um olhar: masculino e branco. Essa estrutura dominante de gênero e raça é o que tem ditado a História, e não é diferente com a história da arte.
A proposta de Rosales é imaginar como seriam essas obras clássicas se a estrutura dominante fosse outra: feminina e negra.
O trabalho de Rosales é poderoso. A forma como ela usa a arte para contestar modelos tão arraigados faz as pessoas verem alternativas que questionam as ideologias incorporadas da humanidade até hoje.

Autorka ma 35 lat i pochodzi z Chicago. Sławę przyniosła jej zreprodukowana na początku tego wpisu czarna i kobieca wersja stworzenia Adama wg Michała Anioła. Obraz poniżej, namalowany wg Botticellego, nosi tytuł:
Narodziny czarnej Oshun
Oshun to w religii Yoruba i brazylijskim Candomblé – Afrodyta, jedna z Orishas / Orixás.

Więcej na stronie artystki: Harmonia Rosales

Kol Nze
Ciekawy wiersz. Wzbudził we mnie ochotę do napisania o genezie “memów” i memetyce. Jeśli się o niej wie, wiersz nabiera nowego sensu, a poza tym to bardzo ciekawa, obiecująca teoria naukowa.
Mem w oryginalnym znaczeniu (to słowo wymyślił Richard Dawkins – znany ateista i propagator teorii ewolucji) oznacza “jednostkę informacji kulturowej” – coś bardzo analogicznego do genu, tyle że geny przekazują informację poprzez reprodukcję organizmów (informacja biologiczna), a memy są ideami, które są przechowywane w ludzkiej pamięci, i rozmnażają się z mózgu na mózg (informacja kulturowa, mentalna) przez naśladownictwo – ktoś coś zrobi, powie lub napisze, a ktoś inny tę informację odbierze i tym samym zapisze mu się ona w głowie.
Memem może być bardzo wiele rzeczy – gest, słowo, ideologia polityczna, żart, rodzinna anegdota, jakaś moda, melodia, rytuał, symbol dowolnego rodzaju. Humorystyczny mem internetowy (czyli to, z czym kojarzymy to słowo) to tylko jeden z możliwych rodzajów memu.
Czyli “memy” w pierwotnym sensie to rzeczywiście wszystko, co po sobie zostawimy. Nasze ciało przeminie, a nasze przedmioty mogą przetrwać, ale co nam z tego, jeśli nikt nie będzie wiedział, że były nasze? Musi pozostać informacja memetyczna – wspomnienia, zapiski (ale jeśli nikt nie będzie ich czytał, nie będą się powielały i z czasem też obumrą). Poza tym, możemy zostawić ślady bardziej bezosobowe, ale jeszcze trwalsze – na przykład udzielać się w jakiejś dziedzinie naukowej i stworzyć nową wiedzę, która będzie służyć następnym pokoleniom. Wiele osób chce zostawić po sobie potomstwo – ślad genetyczny, ale można również “przedłużyć swoje życie” zostawiając po sobie trwałe memy. 🙂
Po co jednak wprowadzono pojęcie “memu”, skoro obejmuje ono taki szeroki wachlarz zjawisk? Dawkins zauważył coś zaskakującego – stwierdził, że wszystkie powyższe rzeczy podlegają darwinowskiemu doborowi naturalnemu – temu samemu mechanizmowi, któremu podlegają żywe organizmy! Dana informacja może mieć cechy, które bardziej lub mniej sprzyjają naszemu dzieleniu się nią – prosty przykład: przeczytam przepis na tartę, który brzmi zachęcająco, a gdy po wykonaniu tarta okaże się pyszna, chętnie podzielę się tym przepisem z bliskimi. Mem, którym był przepis na tą konkretną tartę, posiadał cechę sprzyjającą jego powielaniu – cechą było to, że tarta jest smaczna. Gdyby tarta mi nie smakowała, pewnie nie przekazywałbym przepisu dalej.
Widzimy więc, że memy posiadają pewne cechy niezbędne do zaistnienia procesu doboru naturalnego. Memy powielają się tak jak geny (z tą różnicą, że nasze geny otrzymuje tylko nasze potomstwo, a memami możemy “zarazić” każdego), są różnorodne (może istnieć wiele różnych przepisów na różne rodzaje tart) jak geny, dochodzi między nimi również do pewnego rodzaju “rywalizacji” – tak jak z genami. Rywalizacja polega na tym, że lepsze przepisy na tartę z czasem powinny się stawać coraz bardziej popularne, gorsze – coraz mniej. Z czasem mogą się pojawić jeszcze lepsze przepisy, na przykład uwzględniające jakiś dodatkowy składnik, o którym dawnym kucharzom się nie śniło – wtedy przepisy nie uwzględniające go, dotychczas uznawane za najlepsze, utracą swój blask i zostaną stopniowo zapomniane.
Oczywiście na potrzeby przykładu bardzo uprościłem tarcianą rzeczywistość. Dobrze wiemy, że powodów do zapamiętywania i “rozmnażania się” przepisu może być znacznie więcej, niż same walory smakowe. Jakiś przepis może mieć dla nas wartość sentymentalną (“Babcia zawsze tak to przyrządzała”), inny może być sygnowany przez eksperta z danej dziedziny (“Tarta Fondibou-Lerette Basée autorstwa Magdy Gésslér”) i tak dalej… Te niuanse wcale nie przeczą regułom doboru naturalnego – wręcz przeciwnie. W końcu ewolucja biologiczna też zaskakuje swoim zniuansowaniem i bogactwem cech sprzyjających przetrwaniu.
Nawet jeśli zgadzamy się w tymi wnioskami, wciąż możemy czuć jakiś zgrzyt w tej osobliwej analogii. Ewolucję biologiczną – w przeciwieństwie do kulturowej – postrzegamy jako proces “ślepy”, który nie dzieje się świadomie, a jest zaledwie efektem obowiązujących warunków. Rozumiemy na przykład, że drzewa nie podejmują decyzji o wzrastaniu w górę, bo uznały, że opłaca im się przewyższyć swoich sąsiadów-konkurentów w lesie, by zapewnić sobie więcej światła słonecznego. Drzewa nie są aż tak mądre. Po prostu te osobniki, których geny powodują wzrost wyższy od przeciętnego (na przykład na skutek losowej mutacji we fragmencie genomu, który odpowiada za tę cechę), przebiją się ponad resztę drzew, zdobędą więcej energii słonecznej, która pozwoli im wyprodukować więcej nasion i w następnym pokoleniu drzewa wysokie będą już stanowić większy procent całej populacji lasu. W ten sam sposób ewoluują wszelkie inne cechy sprzyjające przetrwaniu organizmów (a właściwie ich DNA) – nie dlatego że organizm je “wymyśla”, lecz dlatego że losowe mutacje połączone z ciągłym zachodzeniem reprodukcji i konkurencją powodują przetrwanie “najlepszych” – osobników z najkorzystniejszymi mutacjami DNA. My – obecni zwycięzcy tej trwającej od miliardów lat rywalizacji – jesteśmy mutantami, zmutowanymi z mutantów, zmutowanych z jeszcze wcześniejszych mutantów.
Ale ewolucja memetyczna jest inna, prawda? W końcu nie wydaje się taka ślepa. Przepisy na tartę nie stają się lepsze dlatego, że przy ich powielaniu czasem przydarzy się nam literówka albo przejęzyczenie, które prowadzi do niespodziewanego ulepszenia przepisu. Być może kiedyś gdzieś tak się zdarzyło, ale generalnie przepisy stają się lepsze, bo ulepszają je ludzie – świadomie. Testują, co do siebie pasuje, i wyciągają wnioski. Nasz udział w “mutowaniu” memów nie zmienia jednak tego, że konkurują one między sobą i się “rozmnażają” – dobór naturalny wciąż tu zachodzi.
Te zmutowane przez nas memy, gdy przedostaną się do cudzego umysłu, muszą poruszyć w człowieku jakieś “struny” (jego emocje, potrzeby, nawyki), które sprowokują go do dalszego przekazania informacji. Jeśli tego nie zrobią, to informacja przepadnie, a jeśli zrobią – stanie się popularniejsza. Możemy uogólnić nasz wcześniejszy wniosek o tartach: w miarę upływu czasu memy wędrujące między umysłami powinny stawać się coraz skuteczniejsze w sztuce zmuszania nas do ich powielania.
To oznacza, że wygrywają te memy, które najskuteczniej potrafią wykorzystać nas do swojego rozrodu – choć niekoniecznie są dla nas najkorzystniejsze. Ewolucja memetyczna jest ślepa na nasze potrzeby – znów analogicznie do ewolucji genetycznej, gdzie ostają się te wersje DNA, które najlepiej spisały się w zadaniu rozmnażania, nawet kosztem szczęścia swoich nosicieli. Po stronie memetyki mamy zaś “memy-pasożyty” – twory, które nie przynoszą żadnego pożytku swoim nosicielom, a mimo to nie przestają być powielane. Możemy dzięki temu zrozumieć, czemu niektóre memy trwają, nawet jeśli wszystkim szkodzą. Szkodliwe memy mogą wcale nie znikać z informacyjnego obiegu – tak długo jak poruszają w nas struny, które zapewniają, że przekażemy je dalej.
Perspektywa memetyczna jest wprost odwrotna do naszego codziennego sposobu patrzenia na świat. Zwykle uznajemy siebie – ludzi – za podmioty, które tworzą, kształtują, manipulują przedmiotami – ideami. W memetyce jest na odwrót – to idee są w pewnym sensie podmiotem, siłą sprawczą. Idee są informacją, która mutuje i mnoży się, a ludzi “postrzega” jako przedmioty – “maszyny replikujące” (ją). Oczywiście memy nie mają żadnej świadomości ani mózgu – jednak dzięki doborowi naturalnemu wciąż się rozwijają i mogą sprawiać takie wrażenie, tak samo jak ślepa ewolucja gatunków (np. zwiększanie się wysokości drzew) sprawia wrażenie inteligentnego działania.
Analizując zjawiska z takiej perspektywy, można dochodzić do nietypowych, oryginalnych wniosków i odkryć – np. w badaniach socjologicznych. Kiedyś myślano nawet, że z czasem memetyka stanie się osobną, rozbudowaną dziedziną nauki. Na razie, mimo wielu prac naukowych z jej udziałem i na jej temat, daleko nam do tego. Być może zmianę przyniesie dalszy rozwój technologiczny – coraz wydajniejsze komputery i rozwój kognitywistyki (psychologii, neurobiologii, sztucznej inteligencji…) umożliwią nam modelowanie ewolucji memów, tak jak dzisiaj możemy już modelować ewolucję organizmów.
PS od adminki, czyli staroświecki dodatek do memetyki:
Wir ergreifen keine Idee, sondern die / Idee ergreift uns und knetet uns und peitscht uns in die Arena hinein, dass / wir wie gezwungene Gladiatoren für sie kämpfen.
Nie wspieramy idei, to ona /nas wybiera, nas formuje i biczem zapędza na arenę /gdzie musimy o nią walczyć jak gladiatorzy.
Heinrich Heine
Komunikat Stowarzyszenia ‘NIGDY WIĘCEJ’
Stowarzyszenie ‘NIGDY WIĘCEJ’ zostało partnerem wystawy malarstwa pt. ‘Again’ Ryszarda Szozdy, którą będzie można oglądać w galerii sztuki współczesnej Nanazenit w Warszawie.

W obozie koncentracyjnym Dachau wzniesiono w 1968 roku pomnik Narodów, na którym – jako przestrogę – w pięciu językach umieszczono napis ‘Nigdy więcej’. W tym samym roku siły zbrojne USA w Wietnamie osiągnęły 549 tysięcy żołnierzy, zastrzelono Martina Luthera Kinga, a w całych Stanach wybuchły zamieszki rasowe. W Polsce rozpoczęto antysemicką nagonkę, a Praską Wiosnę spacyfikowano czołgami. W wojnie pomiędzy Nigerią i Biafrą giną 3 miliony cywilów.
‘Again’ dokumentuje historię przemocy. Wystawa jak rollercoaster wiezie nas przez zamieszki i egzekucje, jest w bajkach i filmowych zapisach z wojskowych dronów. Obecna wszędzie przemoc oślepia – w końcu przestajemy ją widzieć, akceptujemy ją i kapitulujemy. Cykl zamyka się – jesteśmy skazani na wieczne ‘Again’.
Dzięki uprzejmości noblistki Olgi Tokarczuk, jako uzupełnienie do malarstwa Szozdy, na wystawie pojawi się fragment mowy noblowskiej pod tytułem ‘Czuły narrator’.
Wernisaż odbędzie się 27 czerwca o godzinie 18, a wystawę będzie można zwiedzać od 25 czerwca do 14 sierpnia 2020 (adres galerii Nanazenit: ul. Zwycięzców 15 w Warszawie).
Ryszard Szozda – urodzony w 1976 roku w Krakowie. Mieszka i pracuje w Warszawie. Absolwent Wydziału Grafiki Akademii Sztuk Pięknych w Krakowie w 2001 roku. W latach 1999-2000 studiował na Wydziale Fotografii Uniwersytetu Duisburg-Essen w Niemczech. Do 2007 roku zajmował się przeważnie grafiką i fotografią, od 2012 skoncentrował się na malarstwie. W swoich pracach eksploruje tematy związane z symboliczną przemocą, zagrożeniem rasizmem i wojną obecną we współczesnej ikonosferze. Autor projektów: ‘Sig Sauer’ i ‘Wiza Amerykańska’ w 2000 roku w Galerii Otwartej prowadzonej przez Rafała Bujnowskiego i Wilhelma Sasnala. Współtwórca i reżyser filmu dokumentalnego ‘Don’t pay me’ o negacji konwencjonalnego priorytetu gromadzenia pieniędzy i dóbr. Współredaktor audycji ‘Ptaki i ornitolodzy’ o sztuce współczesnej w internetowym projekcie radiowym Radio Głosy. Autor wielkoformatowych obrazów do przedstawienia ‘Zew Cthulhu’ w reżyserii Michała Borczucha w Teatrze Nowym w Warszawie w 2017. Laureat nagrody głównej Arte Laguna Prize 2019 w Wenecji.
Stowarzyszenie ‘NIGDY WIĘCEJ’ jest założoną w 1996 roku niezależną, apolityczną organizacją ekspercką, która monitoruje zdarzenia na tle ksenofobicznym. Prowadzi również kampanie społeczne, m.in. ‘Muzyka Przeciwko Rasizmowi’ i ‘Wykopmy Rasizm ze Stadionów’.

Więcej informacji:
www.nigdywiecej.org
www.facebook.com/Respect.Diversity
www.twitter.com/StowNIGDYWIECEJ
Galeria sztuki współczesnej Nanazenit: http://nanazenit.pl
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Wszyscy oczywiście wiedzą, że Kicia Kocia Rysia zniknęła. Zniknęła w dzień urodzin syna (mojego, ona syna nie ma), a odnalazła się w Bloomsday. Obie daty dla Kici Koci bez znaczenia, ale dla innych, Autorów i Czytelników – znaczące. Kici nie było 19 dni. Znalazłam Kicię na ulicy. Znawcy twierdzą, że zdarzyło się tak, bo Kicia postanowiła, że da się znaleźć.

Bazyli Kellersdorf-Szałas (z żoną Anną Szałas)*
kicia kocia, mała psocia
zagubiła się na dachu
na dół zlazła, gdzieś polazła
tracąc z oczu locus gmachu
pańcia owej kiciej koci
bardzo zgubą się martwiła
i by kiciej dać, co kocie
jęła sypać karmę w milach
tak – naprawdę! całe szlaki
mniamkich kici-chrupków poszły
od okiennic domu Ewy
aż do den Haweli, Szprewy
był to wytrych czarownicy
wyszukany z ksiąg pradawnych
na to, jak namierzyć zwierza
który cni się do kobierza
prawdą jest, że inne miałczki
też poczuły się wezwane
i ruszyły, niczym tanem
w matnię kicio-kociej matki
taka oto liczna rajza
jęła wlewać się oknami
rzeka puchu – się zdawało
ranty ciał niknęły w fali
Ewa ledwo dech łapała
pod ciężarem spasłych maści
co, choć w drodze żarła miały
miast wdzięczności – “nachschlag!” piały
jedna tylko jakaś kicia
czyżby kocia? niemożebne
ale tylko jedna ona
w czas, gdy karmicielka kona
cicho siedzi na dywanie
“czy tej Pani coś się stanie?
pewnie tylko sobie leży
uliczników chce opierzyć!
może zrobi dywan nowy…
w każdym razie – problem z głowy”
Rysia! – pańcia ją poznała
i w te pędy się zerwała
siłą jakąś z innych światów
zdjęła z pleców puchu napór
biegnie, klęka i przytula
kipi szczęściem do kocura
a ten nieugięty stoik
niewzruszeniem wzrusza swoim 🙂
* Wiersz o Kici Koci Rysi przyszedł jako pierwszy, potem pojawiły się rozważania na temat pseudonimu.
Są bardzo śmieszne, dlatego je tu zacytuję w całości:
Muszę wymyślić pseudonim.
“Bazyli Kellersdorf-Szabas (z żoną Anną Szabas)”.
Albo Jan Rolnik.
Które lepsze?
A może Bazyli Kellersdorf-SzaŁas.
Połączenie dwóch światów.
Oczywiście z żoną, Anną SzaŁas.
Tak, to chyba będzie najlepsze.
Poproszę o pseudonim “Bazyli Kellersdorf-Szałas (z żoną Anną Szałas)”.
Żona w nawiasie, nie dlatego że gorsza, ale po prostu tylko robi korektę.
No i zachowała nazwisko panieńskie. Nie chciała być “Kellersdorfem”.
Za to mąż zdecydował się na dwuczłonowe.
Fajnie, z duchem czasu.
Myślę że nawet dobrze z nim wygląda, to znaczy dobrze się je czyta.
Jak Anna nie chce, to nie musi, nikt jej nie będzie zmuszał.
Elem und German Klimow
Spiegel 19.08.1991
Ein russischer Don Quijote
Gefunden von Arkadiusz Łuba. Danke!
Der Regisseur Elem Klimow hat gemeinsam mit seinem Bruder German ein Drehbuch über Michail Bulgakows berühmten Roman „Der Meister und Margarita“ geschrieben. Für den SPIEGEL porträtieren die Brüder den Schriftsteller und russischen Volkshelden, der gegenwärtig auch in Deutschland eine Renaissance erlebt.
Kaum zu glauben, daß in diesem Jahr ein volles Jahrhundert vergangen ist, seit Michail Afanassijewitsch Bulgakow geboren wurde: In seiner Heimat noch immer einer der meistgelesenen und beliebtesten Schriftsteller. Woran liegt es, daß seine Werke, die in den zwanziger und dreißiger Jahren geschrieben wurden, auch heute noch so zeitgenössisch und aktuell sind? Wie konnte es geschehen, daß all das, was er voraussah, eintraf – was erst wir, die Menschen einer nachfolgenden Generation, bestätigen können? Unzweifelhaft ist Bulgakow mehr als nur ein hochbegabter Schriftsteller. Er ist ein Phänomen.
Bulgakows Aufstieg und Sturz waren einzigartig und dramatisch. Nach seinem strahlenden Auftauchen am Literaturhorizont, nach einer unglaublichen Popularität in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre, trat in seinem Leben 1929 eine Katastrophe ein. Gedungene Kritiker erklärten Bulgakow zum Feind des Systems. Dann wurde sein Name ganz aus dem Verkehr gezogen. Der Schriftsteller war noch am Leben, aber er war lebendig begraben.
Erst 1962, 22 Jahre nach dem Tod Bulgakows, erscheint die Moliere-Biographie, die er schon 1933 geschrieben hat. Erzählungen, Theaterstücke und der Roman “Die weiße Garde” folgen. Der Bekanntheitsgrad Bulgakows steigt ständig und erreicht seinen Höhepunkt, als die Zeitschrift Moskwa Ende 1966 den Roman “Der Meister und Margarita” zu drucken beginnt. Die Publikation wirkt als Sensation. Schon am Erscheinungstag sind die beiden Moskwa-Nummern, in denen der Roman abgedruckt ist, ausverkauft. Bald sind sie eine bibliographische Rarität und gehen von Hand zu Hand. Man liest buchstäblich Löcher hinein.
Das phantastische Sujet, wie Satan persönlich inmitten seiner unglaublich farbenprächtigen Truppe in Moskau eintrifft, begeistert die Leser. Ebenso die Phantasmagorie der sowjetischen Lebensweise, deren “Besonderheit” bis auf den heutigen Tag kein Mensch, der seine fünf Sinne beisammen hat, begreifen oder erklären kann. Die sogenannten antiken Kapitel mit ihrer großen Überzeugungskraft und der sehr eigenwilligen Beschreibung, wie Pilatus Jesus Christus verhört, und die Hinrichtung am Kreuz. Und natürlich die beklemmend traurig stimmende Liebesgeschichte zwischen dem Meister und Margarita.
Man rühmt Bulgakows Sprache, genießt seinen glänzenden Humor, ist von der Handlung gefesselt: Urplötzlich wurde das ganze Land wie von einer Epidemie von dem ergriffen, woran Bulgakow während der letzten zehn Jahre seines Lebens gearbeitet hatte, als viele ihn schon nicht mehr unter den Lebenden wähnten. So erfüllte sich der prophetische Satz, den eine der Figuren seines Werkes sagt: “Manuskripte brennen nicht.”
Schnell wurden die Romane, Erzählungen und Theaterstücke Bulgakows in viele Weltsprachen übersetzt, sein Ruhm drang über die Grenzen der Sowjetunion hinaus. Gabriel GarcIa Marquez nannte den Roman “Der Meister und Margarita” sein Lieblingsbuch und erklärte ihn zur bedeutendsten Erscheinung in der Literatur des 20. Jahrhunderts.
Mitten in Moskau, an den “Patriarschije Prudy”, dort, wo die Handlung des Romans “Der Meister und Margarita” spielt, finden seit zwei Jahren grandios inszenierte Bulgakow-Feste in allen erdenklichen Kostümierungen statt. Dann versammeln sich an jenem Ort so viele Leute, daß buchstäblich “keine Stecknadel zu Boden fallen kann”: So wird nur ein echter Volksschriftsteller verehrt.
Zum erstaunlichsten Zeugnis für die Liebe des ganzen Volkes zu diesem Schriftsteller ist aber vielleicht das Haus am “Sadowoje Kolzo” geworden, und zwar das Treppenhaus im Hof, dort, wo in der Wohnung Nummer 50, in einem der Zimmer, Bulgakow zu Beginn der zwanziger Jahre lebte und darbte und wo er in seiner Phantasie Voland (Satan) und seine verrückte Truppe ansiedelte.
Das Treppenhaus verwandelte sich in einen Klub eigener Art. Dann fingen die Hausbewohner an, sich zur Wehr zu setzen. Sie überstrichen die Wandmalereien mit Ölfarbe, aber vergebens, denn in kurzer Zeit begann alles wieder von neuem. Auf den Wänden des Treppenhauses ging es wieder lebhaft zu, Zeichnungen und Aufschriften erschienen nacheinander.
Nach einer gewissen Zeit drangen sie dann sogar nach außen und erschienen auf den Wänden des Hauses. Charakteristische Aufschriften lauteten: “Voland, hilf Gorbatschow, er kommt nicht klar”, “Die sowjetischen Kater (Zuhälter) sind die fortschrittlichsten: Sie sind für die Perestroika”, “Haltet die Erde an, ich will aussteigen”. Aus den Adressen konnte man ungefähr die gesamte Geographie des Landes lernen.
Auf Bitten der geplagten Einwohner wurde am Eingang des Portals ein Milizkordon postiert, aber der Kordon wurde durchbrochen, die Wände und jetzt auch die Fenster wurden unerbittlich bemalt und beschrieben. So wurde das Treppenhaus auf Eigeninitiative in ein Volksmuseum umgewandelt. Durch Bemühungen der Künstlerverbände und vieler Enthusiasten kämpft man jetzt dafür, daß das gesamte Haus, in dem noch viele andere bekannte Maler, Dichter, Schriftsteller lebten und arbeiteten, in ein Kulturzentrum mit Museen, Bibliotheken, Theatern und Cafes umgewandelt wird. Wenn wir uns durchsetzen, entsteht auf der Karte Moskaus ein neuer Begriff: “Das Bulgakow-Haus”.
Der Schriftsteller wurde am 15. Mai 1891 in Kiew in einer Familie von Geistlichen geboren. Sein Vater war Dozent, später Professor an der Geistlichen Akademie. Der junge Michail Afanassijewitsch plagt im Gymnasium die Mitschüler und Lehrer mit Satiren und Epigrammen. Seine Begeisterung für die Literatur nimmt er jedoch selbst noch nicht ernst. Er wird Arzt und amputiert 1916 an der Front Beine von Verwundeten. Nach der Revolution arbeitet er als Landarzt, fühlt sich aber immer stärker zur Literatur hingezogen.
Die ersten fünf Stücke, die er im Norden des Kaukasus verfaßt, vernichtet der Autor anschließend unbarmherzig selbst. Schließlich zieht er 1921 nach Moskau und sucht sich Wohnung und Arbeit. Er verdingt sich als Zeitungsjournalist, Conferencier, Schauspieler, wird Feuilletonist bei der Zeitung der Eisenbahner, Gudok. Er schreibt immer sicherer, zeitweilig glänzend und sehr leicht.
Als Meister der Mystifikationen und des spontan inszenierten Spiels ist Bulgakow die Seele seines Freundeskreises. Gleichzeitig hält er immer Distanz, wird niemals familiär. In seinen Feuilletons macht er sich über die naive, fade Lebensweise, über den plebejischen Stil des sowjetischen Lebens lustig. Bulgakow setzt sich auch äußerlich davon ab: Ungeachtet der ewigen Geldknappheit erregt er allgemein Erstaunen mit seiner weißgestärkten Hemdbrust, dem tadellos gebügelten Anzug, dem makellosen Scheitel und dem Monokel an der Schnur.
Gar nicht zu reden von den betont aristokratischen Manieren. So verteidigte er seine Selbstachtung gerade in den Jahren, als die Achtung vor dem einzelnen immer mehr verlorenging. Niemand hätte damals wohl erraten, daß dieser glänzende Herr die Nächte hindurch selbstvergessen schwer arbeitete. Alles, was er schrieb, war eine Herausforderung an das, was um ihn herum vorging, es war eine Warnung vor drohenden Nöten und den Folgen jener sozialen Experimente, die die Bolschewiken an dem Lande vornahmen.
Bei den phantastischen Novellen Bulgakows muß man an Swift, an E. T. A. Hoffmann und natürlich an Gogol denken, den Bulgakow als seinen Lehrer bezeichnete. In der 1925 entstandenen Novelle “Hundeherz” ironisiert der Schriftsteller den Satz aus der Revolutionshymne, der “Internationale”: “Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger, alles zu werden, strömt zuhauf!” und erzählt, wie ein genialer Mediziner, Professor Preobraschenski, einen Hofhund in einen Menschen verwandelt, indem er ihm ein menschliches Gehirn einpflanzt.
Mit tödlichem Humor wird gezeigt, was aus diesem Experiment geworden ist. In der Vorstellung des Lesers entsteht jener schreckliche Sozialtypus, der mit nichts zu vergleichen ist und den unsere heutige Umgangssprache kurz als “Sowok” (in lateinischer Übersetzung “homo sovieticus”) bezeichnet.
Schon im Titel eine Herausforderung ist der Roman “Die weiße Garde”, denn dies ist ein Roman über den weißen Offiziersstand, der durch die Revolution dem Untergang preisgegeben ist. Mit Liebe wird die pro-monarchische Familie Turbin beschrieben, mit nostalgischem Schmerz erzählt, wie eine ganze Schicht der aristokratischen Kultur im Dunkel der Zeiten versinkt.
Alsbald interessiert sich das berühmteste sowjetische Theater, das “Moskauer Künstlertheater”, für “Die weiße Garde”, aber das Stück “Die Tage der Geschwister Turbin” (nach Motiven der “Weißen Garde”) läßt die Zensur nicht passieren; alles steht auf der Kippe. Erst das Ultimatum des großen Regisseurs Stanislawski, daß er sein Theater andernfalls schließen werde, ermöglicht schließlich die Inszenierung.
Die Premiere ist ein Triumph, und dieser Triumph wird dann fast tausendmal wiederholt. So wird Bulgakow 1926 berühmt. Das Publikum vergöttert ihn, und während die Parteikritik über das Stück herfällt, schwebt paradoxerweise der rettende Schatten des großen Führers über der Bühne.
Es ist bekannt, daß Stalin nach den Protokollen des Künstlertheaters das Stück “Die Tage der Geschwister Turbin” nicht weniger als 15mal gesehen hat. Wir scheinen hier vor einem unlösbaren Rätsel zu stehen: Hat etwa der Theaterfreund Stalin über den Politiker Stalin gesiegt? Es gibt aber noch eine andere Erklärung: Im Gespräch mit Künstlern soll Stalin ausgerufen haben: “Ja, Bulgakow geht richtig ran! Der bürstet gegen den Strich!”
Der Tyrann schätzte die “Gebildeten” nicht. Sie schreien und schreien, sagte er sich wohl, aber wenn man sie unter Druck setzt, dann geben sie Pfötchen. Häufig wählte er selbst das Opfer aus, das an der Reihe war, geschickt hetzte er den ganzen Apparat des ideologischen Terrors darauf, darunter auch die Kritik und die Redakteure. Bei Bulgakow sah Stalin plötzlich eine rückhaltlose Gradlinigkeit und Unnachgiebigkeit, das großartige Gefühl der eigenen Würde.
Aber “achtete” etwa Stalin den starken Gegner, ließ er ihn aus Edelmut am Leben, wie man annehmen könnte? Zweifel sind angebracht. Es besteht Grund zu der Annahme, daß er sich entschied, den Verwegenen auf die Probe zu stellen.
Bereits 1929 sind alle Stücke Bulgakows aus den Spielplänen der Theater verschwunden, und Bulgakow hat jegliche Hoffnung verloren, etwas gedruckt oder überhaupt noch Arbeit bekommen zu können. Am 28. März 1930 schreibt er einen Brief an Stalin. Sein Ton ist scharf und direkt. “Mit einem verlogenen Brief, in dem ich mich selbst beschmutze und dazu noch einen naiven politischen Bückling mache, würde es mir wohl kaum gelingen, mich vor der Regierung der UdSSR in einem günstigen Licht darzustellen. Den Versuch, ein kommunistisches Stück zu schreiben, habe ich erst gar nicht unternommen, da ich genau weiß, daß ich ein solches Stück nicht zustande bringe.
“Ich bitte zu berücksichtigen, daß ein Schreibverbot für mich gleichbedeutend ist mit einer Beerdigung bei lebendigem Leibe… Ich bitte die Regierung der UdSSR, mich innerhalb einer bestimmten Frist ausreisen zu lassen.” Falls man ihm dies abschlage, bitte er darum, als Regisseur, Statist oder wenigstens als Bühnenarbeiter beschäftigt zu werden.
Die Antwort trifft am 18. April 1930 ein, es ist der berühmte Telefonanruf Stalins. In dem Gespräch mit Bulgakow schlägt er ihm vor, sich beim Künstlertheater zu bewerben, wo er tatsächlich alsbald als Regieassistent angenommen wird.
Viele sahen darin ein unerhörtes Wohlwollen des großen Führers, hatte er doch Bulgakow wegen seines Briefes nicht vernichtet.
Im Leben Bulgakows ändert sich nichts außer der geringfügigen Bezahlung am Künstlertheater, wo er als Regieassistent und Schauspieler in kleinen Rollen arbeitet, dann zum Bolschoi-Theater geht, wo er Opernlibretti verfaßt. Nochmals schreibt er an Stalin und bezeichnet sich als den “einzigen literarischen Wolf” auf dem Feld der russischen Literatur.
“Man hat mir geraten, das Fell zu färben, das ist ein dummer Ratschlag. Man mag den Wolf färben, man mag ihn scheren, er wird doch nicht einem Pudel ähnlich.”
Auf diesen Brief erhält Bulgakow keine Antwort mehr. Gerade zu dieser Zeit erkrankt er an einer Neurasthenie mit Anfällen unbewußter Angst, mit Furcht vor der Dunkelheit. Während eines solchen Anfalls verbrennt er den Entwurf eines Romans über den Teufel. Aber der Plan ist in dem Schriftsteller schon fest verwurzelt, und nach kurzer Zeit beginnt er von neuem. In dem Roman taucht jetzt auch das Thema Liebe auf, und deshalb gibt er ihm schließlich den endgültigen Titel “Der Meister und Margarita”.
Ohne seine Frau Jelena Sergejewna, die er 1929 kennenlernt, hätte er seinen einsamen Kampf kaum so lange durchgestanden. Sie bringt es fertig, daß in den schlimmsten Hungerjahren ihr Haus für die Freunde immer gastfrei und offen ist. In den Tagen der tödlichen Krankheit, als er schon fast blind ist, diktiert Bulgakow seiner Frau die letzten Seiten seines Werkes, er korrigiert es wieder und wieder.
“Auf dem Sterbebett sagte er”, so erinnert sich Jelena Sergejewna: “Vielleicht ist es so richtig . . . was hätte ich noch nach dem ,Meister’ schreiben können?” In diesem Roman wird er sich seines Schicksals bewußt, so als betrachte er sich von außen, er rechnet mit dem Leben ab, mit den Feinden, und er tut es leicht, elegant, fröhlich.
Für Stalins 60. Geburtstag im Dezember 1939 soll Bulgakow ein den Führer verherrlichendes Theaterstück schreiben. Er weigert sich lange, gibt aber schließlich dem Druck nach und liefert das Stück “Batum” über Stalins revolutionäre Jugend ab.
Aber unverhofft wird eine ablehnende Äußerung Stalins bekannt; offensichtlich wünscht er nicht, die Aufmerksamkeit auf seine Jugend zu lenken, die er in einem Priesterseminar verbracht hat. Vielleicht befriedigt ihn allein die Tatsache, daß der ungehorsame Bulgakow das Stück über ihn geschrieben hat.
Das ist eine öffentliche Ohrfeige. Buchstäblich am Tag nach der negativen Nachricht beginnt er, das Augenlicht zu verlieren, er trägt eine schwarze Brille und verläßt überhaupt nicht mehr das Haus. Die in ihm schlummernde Krankheit (Nierensklerose) beginnt, sich dramatisch zu verschlimmern, und Bulgakow stellt sich als Arzt selbst die Diagnose. Er begreift, was ihm bevorsteht: Lähmung und ein langsames, qualvolles Sterben.
Der Roman, dem er die letzten Jahre gewidmet hat, muß beendet werden. Mit Mühe und Not diktiert er seiner Frau die letzten Seiten: “Oh, ihr Götter! Wie traurig ist die abendliche Erde! Wie geheimnisvoll brauen die Dünste über den Mooren! Wer durch diese Dünste irrte, wer vor dem Tode litt, wer über diese Erde hinwegflog, beladen mit überschwerer Bürde, der weiß das. Der Müde weiß es. Ohne Bedauern verläßt er die Nebel der Erde, ihre Sümpfe und Flüsse, und gibt sich leichten Herzens dem Tod in die Hände, wissend, daß nur er ihm Frieden schenkt.”
Schon als der Roman “Der Meister und Margarita” 1966 erstmals veröffentlicht wurde, dachten viele unserer Kollegen an seine Verfilmung; man stritt darüber, wer dazu in der Lage ist, wem diese Ehre gebührt. Andrej Tarkowski hatte den “Meister” in seine Pläne einbezogen, auch Federico Fellini dachte darüber nach. Die besten sowjetischen und internationalen Regisseure zerbrachen sich den Kopf darüber, wie die zauberhafte Magie der Werke Bulgakows auf der Leinwand in sichtbare Bilder umzusetzen ist.
Die mystische Einbildungskraft des Schriftstellers überstieg bei weitem die technischen Möglichkeiten des Kinos. Wie sollte man zum Beispiel eine über die Erde fliegende Frau aufnehmen, die wünschte, unsichtbar zu werden; wie sollte man einen großen, sprechenden, trinkenden und rauchenden schwarzen Kater darstellen?
Außerdem gab es drei völlig verschiedene Ebenen in dem Roman (die realistische, phantastische und religiöse), die von dem zukünftigen Regisseur ganz unterschiedliche Talente erfordern, die nur selten zusammentreffen.
Aber dennoch ließen sich die Filmleute auf die Herausforderung ein. In der UdSSR wurde der Impuls jedoch ziemlich schnell erstickt. Einer der damaligen Funktionäre, der für das Kino zuständig war, sagte sogar, solange die Sowjetmacht im Lande herrsche, werde dieser Roman nicht verfilmt.
Ausländische Versuche, den Roman zu verfilmen, mißlangen: Der Inhalt des Buches ging dabei verloren, und die Bemühungen, den phantastischen Teil des Themas darzustellen, scheiterten total. Auch die geringe Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse des sowjetischen Lebens in den dreißiger Jahren trug nicht zum Erfolg bei.
Hinzu kommt: Eine ganze Armee von Apologeten hat jede Zeile dieses Buches für absolut genial erklärt, das heißt für unberührbar. Kann man aber Kunst hervorbringen, wenn man auf den Knien liegt? Diese Frage hat Bulgakow selbst beantwortet, der die “Toten Seelen” des von ihm vergötterten Gogol recht frei inszenierte. Wir haben den gleichen Weg eingeschlagen. Als Überschrift zu dem Kinoprojekt “Der Meister und Margarita” könnte man schreiben: “Freie Phantasien über das Thema eines beliebigen Romans.”
Für das Abfassen des Drehbuchs haben wir fast zwei Jahre gebraucht. Wir wollten alles lesen, was der Autor auch gelesen hat, als er an diesem Werk arbeitete. Wir wollten sein ganzes Leben noch einmal durchleben, und für diese reiche Erfahrung sind wir sehr dankbar – unabhängig davon, ob unser Filmprojekt verwirklicht wird (es ist ziemlich unwahrscheinlich, schwierig und teuer).
Der Schriftsteller starb einen schweren Tod. Halb im Fieberwahn flüsterte er seine letzten Worte: “Don Quijote . . . Don Qui . . . jote”.
Don Quijote war Michail Bulgakows Lieblingsheld der Literatur. Uns scheint, auch er erinnerte an diesen Hidalgo. Nur die Mühlen waren zu seiner Zeit keine Windmühlen mehr.
HIER dieser Artikel als PDF dh. auch mit Bildern.
Der Text ist schon fast 30 Jahre alt, ich versuchte daher etwas über den Regisseur und seinen Bruder zu erfahren und nachzuprüfen, ob es den hier besprochenen Film gibt.
Elem Germanowitsch Klimow war ein studierter Flugingenieur und erst dann studierte er bis 1963 Filmregie. Bereits sein Diplomfilm Herzlich willkommen oder Unbefugten ist der Eintritt verboten erregte 1964 Aufsehen: Die in einem Pionierlager spielende Satire wurde zunächst kurz verboten, dann aber freigegeben und zu einem Publikumserfolg. Klimows international bekannteste Filme sind Agonia (1974/1981) über Rasputin und Komm und sieh (1985), eine düstere Parabel aus dem Zweiten Weltkrieg. Klimow war seit 1965 mit der Regisseurin und Drehbuchautorin Larissa Schepitko verheiratet, die 1979 während der Dreharbeiten zu ihrem Film Abschied von Matjora bei einem Autounfall ums Leben kam. Der Film wurde 1982 von Klimow vollendet.
German Klimow (geb. 1941) ist Drehbuchautor, der öftermal mit seinem älteren Bruder an dessen Filme gearbeitet hat. Man erwähnt aber weder bei einem Bruder, noch bei dem anderem den Film Meister und Margarita. 1994 wurde zwar von Yuri Kara ein gleichnamiger Film gedreht, beide Klimow Bruder werden aber nirgendwo erwähnt. Der Film selbst hat übrigens eine Geschichte, die an Terry Gilliams Film The Man, who killed Don Kichote erinnert. Mehr HIER.
#Walk_of_shame. Er ist schon vor ein paar Monaten gestorben. Wir haben es nicht bemerkt. Angeblich jede seine Zeile schrie! Wir haben ihn nicht gehört. Seine Gedichte waren sehr wichtig. Wir haben es nicht gewußt.
Matthias Wyssuwa
Er schrie mit jeder seiner Zeilen
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH

Foto (c) Christoph Busse
Yahya Hassan schrie seine Leser mit jeder Zeile an. Jedes Gedicht seines Debüts wirkte, als schlage er wie wild um sich, und jeder Buchstabe war groß geschrieben. Es war ein gewaltiges und gewalttätiges Ereignis, und als sein selbstbetitelter Gedichtband 2013 erschien, wurde es für den Dänen zum Triumph.
Sein Schreien machte ihn berühmt, weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus. Nach kaum einem Jahr waren schon mehr als hunderttausend Exemplare des Buchs verkauft. Viel Glück brachte der frühe Ruhm dem Dichter aber nicht. Yahya Hassan wurde geschätzt und verstoßen, umworben und bedroht. Am Donnerstag wurde bekannt, dass man seinen leblosen Körper gefunden hat. Er wurde 24 Jahre alt. Ihren Nachruf auf Hassan überschrieb die dänische Zeitung „Politiken“ am Donnerstagabend mit der Zeile: „Yahya Hassans Tod ist kolossal schockierend, aber gleichzeitig schmerzlich vorhersehbar.“
Als Hassan berühmt wurde, war er kaum achtzehn Jahre alt, und sein Erfolg ist nicht zu verstehen ohne das Leben, das er bis dahin gelebt, die Zeilen sind nicht zu trennen von dem, was er erlebt hatte. Er war eben nicht nur ein talentierter Lyriker mit einer verkorksten Kindheit, er war auch das Migrantenkind aus dem Problemviertel, das herausschrie, was viele so noch nicht gehört hatten.
Hassan wuchs als Sohn palästinensischer Einwanderer in Aarhus auf, in einem schwierigen Viertel mit sehr hohem Ausländeranteil. Seine Kindheit war geprägt von Gewalt und Ängsten, früh schon wurde er als Kleinkrimineller auffällig und landete in Heimen. Dort fing er an, Gedichte zu schreiben, und sein Schreibtalent fiel bald auf. Er wurde gefördert. Mit einer fast vierzig Jahre alten verheirateten Betreuerin fing er eine Beziehung an, auch das sollte im Drama enden. Auch darüber sollte er in seinen Gedichten schreiben.
Was Hassan aber vor allem schrieb, ermöglichte einen Einblick in die Welt von Migranten, wie man ihn noch nicht kannte. Dänemark hatte lange keine Worte gefunden, um über das zu reden, was in manchen Vororten und Einwanderervierteln passierte. Dann kam eine rechtspopulistische Partei und nutzte die Sprachlosigkeit Anfang der zweitausender Jahre, um mit scharfer Rhetorik den Aufstieg zu schaffen.
Als Hassan dann sein Buch veröffentlichte, redeten viele oft mit erstaunlichen Härte über die Probleme von Integration und Einwanderung. Nur nicht jene, die in den Problemvierteln lebten. Aber Hassan erzählte nicht nur davon, wie er mit seiner Familie in seinem Viertel die Dänen und den dänischen Staat kennengelernt hatte. Vielmehr attackierte er unerbittlich die Einwanderergeneration seiner Eltern. Er berichtete von Gewalt in seiner Familie („Wenn mein kleiner Bruder ins Bett gepisst/ hatte/ wurde er mit Faustschlägen geweckt“), von Rückzug und Integrationsverweigerung: „Dann flüchtete Dein Vater von Flüchtlingslager/ Und dann flüchtet mein Vater von/ Flüchtlingslager/ Und dann unsere Väter verwandeln/ Dänische Blöcke in Flüchtlingslager/ Sie holen unser Großeltern/ Unser Onkel und Tanten/ und kriegen sie alle Sozialhilfe“, schrieb er, oder: „Er ist muslimisch verheiratet lebt aber/ getrennt für die Kommune/ damit seine Frau für das Sozialamt/ alleinerziehende Mutter ist.“ In einem Gedicht mit dem Titel „Du kommst in die Hölle mein Bruder“, verdichtete er das alles zu den Zeilen: „Ich liebe euch nicht Eltern ich hasse euer/ Unglück/ Ich hasse eure Kopftücher und Eure Korane/ Und eure analphabetischen Propheten.“
Sein Debüt wurde begeistert aufgenommen, die Kraft seiner Sprache gelobt, und natürlich wurde sein Werk auch politisch diskutiert. Er selbst verweigerte sich der politischen Integrationsdebatte, aber sollte sich später doch bei einer kleinen Partei engagieren, die eine Stimme für Migranten in Dänemark werden wollte, aber den Einzug ins Parlament verpasste. Hassan war aber nicht nur plötzlich eine Berühmtheit, er war auch ein Verstoßener. Er wurde nicht nur von Muslimen in Dänemark für seine Darstellung von integrationsunwilligen Einwanderern kritisiert. Er wurde bedroht, er wurde von einem Islamisten angegriffen, er erhielt Personenschutz. Er machte aber auch Schlagzeilen mit seinem Drogenkonsum, und 2016 wurde er zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt, weil er ein junges Bandenmitglied angeschossen hatte, von dem er sich bedroht gefühlt hatte. Im vergangenen Jahr erschien „Yahya Hassan 2“. Er saß im Gefängnis und auch in der Psychiatrie. Am Mittwoch 29. April 2020 wurde seine Leiche in seiner Wohnung in Aarhus gefunden.