Frauenblick: Bernardine Evaristo kontra Annie Ernaux

Monika Wrzosek-Müller

Jeder kämpft um seinen Platz in der Welt; selbst die bloße Existenz beweist das. Doch in der modernen, kapitalistischen Welt ist dieser Kampf zum Sinn des Lebens geworden. Manche haben mehr Kraft, Wut, Charisma, Talent, so dass sie sich an die Spitze durchkämpfen und sich da oben dann etablieren. Das Recht des Individuums auf Eigentum, auf seinen individuellen Weg ist festgeschrieben und das wird als Erfolg gefeiert. So wundert es niemanden, dass dieser Kampf und die Karriere wichtiger werden als das Leben mit den Mitmenschen, als die Moral – umso weniger, als die Kirchen immer weniger Zulauf haben und kaum jemand sich noch als gläubig bekennt und nach religiösen Geboten lebt.

Zunehmend kämpfen auch verschiedene Teilgruppen um ihre Rechte, wahrscheinlich zurecht. Nur, müssten wir nicht immer im Kopf behalten, dass mehr Platz für mich weniger Platz für andere bedeutet – was in den laufenden Auseinandersetzungen gar nicht beachtet wird.

Für mich interessant wird es, wenn solche Kämpfe in der Literatur ausgetragen werden, wenn die Literatur gar zur Waffe des Kampfs wird.

Der erste Satz in Annie Ernauxs Rede bei der Verleihung des Nobelpreises an sie klag nach erbittertem Kampf:

j`ai écrit pour venger ma race“ – „Ich habe geschrieben, um meine Rasse zu rächen“. Was meinte sie denn damit, sie, die weiße Tochter einer weißen christlichen Mittelklassefamilie in Frankreich. Es geht nicht um ethnische Herkunft auch wenig um das Geschlecht. Viel mehr meint sie ihre „Benachteiligung“ als eine, die nicht in die Elite der herrschenden und reichen hineingeboren wurde. Und letztendlich geht es um ihren persönlichen, eigenen Kampf um den persönlichen Aufstieg. So wie ich die Bücher unserer diesjährigen Nobelpreisträgerin verstanden habe (gelesen habe ich: „Die Jahre“, „Der Platz“, „Eine Frau“), hat sie tatsächlich für sich, für ihren Platz in der Welt, in der Literaturgeschichte geschrieben. Immer wieder über sich selbst, über ihre Eltern, ihre Mutter, ihren Vater berichtet – sachlich, wenig emotional, ausführlich, auch interessant, aber nur ihre Welt fand Eingang in die Beschreibung. Auch in der gut halbstündigen Rede drehte sich alles um ihr Schreiben, ihren Weg, ihre Suche nach der geeigneten Sprache, erst ganz zum Schluss kamen allgemeinere Aussagen über die Welt um sie herum. Mich macht immer wieder diese selbstbezogene Perspektive stutzig, die Welt ausschließlich durch die eigenen Augen, aber auch durch das Prisma der eigenen Interessen zu sehen, was bei manchen Autoren fast an Narzissmus grenzt; so bei Emmanuel Carrère in seinem Buch „Yoga“, bei dem ich völlig entsetzt war, da er gerade diesen Narzissmus als den yogischen Weg kennzeichnet, wo doch das Zügeln des eigenen Ego das Hauptziel des Yogaweges sein sollte. Ist das nicht ein bisschen dürftig für große Literatur, das ständige Kreisen um sich selbst…

Ein Gegenbeispiel bot mir das Buch von Bernardine Evaristo „Mädchen, Frau, etc.“. Auf 550 Seiten beschreibt sie Schicksale und Lebenswege von 12 britischen Frauen, die alle zu den „people of colour“ gehören. Ihre Lebensläufe sind miteinander verflochten und daraus resultiert für mich die Erkenntnis der Schriftstellerin: wir sind miteinander verbunden, wir leben nicht jeder für uns allein. Die geschilderten Umstände und Ereignisse werden auch durch autobiografische Tatsachen unterbaut und unterstützt. Wenn man sich die Interviews mit der Schriftstellerin anhört, erfährt man, wie viel Parallelen es zu ihrem eigenen Leben gibt; das macht das Buch so authentisch und kraftvoll.

Es ist durchaus ein feministisches Buch, es streitet für die Rechte der „coloured“ Frauen in England. Auch wenn Sätze fallen wie: „Feminismus ist doch voll Herdennummer, hat Yazz [die Tochter der Hauptheldin] ihr erklärt, ganz ehrlich, heute ist es sogar schon durch, noch eine Frau zu sein, neulich hat bei uns an der Uni diese nicht-binäre Aktivistenperson gesprochen, M M das war der mega Eye-Opener für mich, ich denke, in Zukunft sind wir irgendwann alle nicht-binär, weder männlich noch weiblich, was ja alles sowieso nur Genderperformance ist, und das heißt dann auch, Mumsy, dass deine Frauenpolitik überflüssig wird, abgesehen davon bin ich Humanistin, das spielt sich auf einer viel höheren Ebene ab als Feminismus
Hast du davon gehört?“

Das Buch dokumentiert fast auf ethnologische Art und Weise das Leben dieser 12 Frauen, in Gesprächen, Monologen stellen sich die Frauen vor. Sie stammen aus allen Teilen der Welt; das Einzige, was sie verbindet, ist ihre dunklere Hautfarbe und, daraus folgend, ihre komplizierten Schicksale, die irgendwie zusammenhängen. Die Schriftstellerin selbst wurde in London geboren, ihr Vater stammt aus Nigeria, die Mutter war englische Grundschullehrerin, sie studierte und war am Theater tätig, inzwischen lehrt sie kreatives Schreiben an der Londoner Universität. Über die Hauptheldin, die eindeutig die Züge der Autorin trägt: „sie widmete sich ganz der Mission, sich in schwarzer Geschichte, Kultur, Politik und Feminismus weiterzubilden, entdeckte die alternativen Buchläden von London…und stöberte dort stundenlang: Geld, um sich etwas zu kaufen hatte sie nicht, las aber Home girls: A Black Feminist Anthology von vorn bis hinten durch, im Stehen und in wöchentlichen Tranchen…
Die Buchhändlerinnen schien das nicht zu stören
Als ich schließlich an einer sehr konventionellen Schauspielschule genommen wurde, da war ich lange politisiert und stellte dort alles in Frage
Als einzige Nichtweiße der Schule…“

Das Buch liefert uns aber auch ein Panorama der Zeit; da die Frauen verschiedensten gesellschaftlichen Schichten angehören, aus unterschiedlichen Familien stammen, verschiedene Berufe ausüben, erfährt man, wie sich die Beziehungen mit der Zeit verändern, wie die Probleme sich vertiefen oder auch lösen. Es ist ein Roman, der etwas sehr Warmes, Menschliches an sich hat, er erinnert uns daran, was uns zusammenhält, was wichtig für das menschliche Zusammenleben ist. Mit Humor, wirklich oft witzig und augenzwinkernd, auf keinen Fall moralisierend, schlägt auch vor, die DNA zu untersuchen, um die eigenen Identitätsprobleme zu lösen:

„als das Testpaket eintraf, gab Penelope den Anweisungen gemäß eine Speichelprobe in das Teströhrchen, schickte es mit der Post zurück…
Jüdisch, das ging noch, aber nie im Leben hätte sie damit gerechnet, Afrika in ihrer DNA zu sehen, das war der größte Schock überhaupt, der Test hielt überhaupt keine Antworten bereit, er stellte sie vor lauter neue Fragen“

Überhaupt ist das Buch so undogmatisch und ohne jegliche Ansprüche, einer Ideologie folgen zu müssen, es zeigt die ganze Ambivalenz des Lebens in der modernen Welt.

Ich kann mir den Text sehr gut als ein Bühnenstück, vorstellen; vielleicht auf einige Episoden reduziert, aber mit dieser Wucht der Authentizität und des Gelebten, direkt vorgetragen, ohne sich in die Schablonen der gerade modernen Begriffe zwingen zu lassen.

„Dr. Roland Quartey, landesweit erster Professor für Modernes Leben an der University of London
Echt jetzt? Für das ganze moderne Leben, Dad? …‘
ist das nicht, na ja, ein bisschen sehr hoch gegriffen? Musst du dafür nicht eigentlich Experte für alles sein, in einer Welt mit über sieben Milliarden Menschen und, was weiß ich, zweihundert Ländern und mehreren Sprachen und Kulturen
ist das nicht mehr so Gottes Zuständigkeitsbereich? Sag bloß, du bist neuerdings Gott, Dad? Also, so ganz offiziell? …“

So und ähnlich laufen die Gespräche, es gibt aber auch einige episch erzählte Lebensläufe, die unkonventionell und einzigartig sind. Der Roman ist wirklich wert gelesen zu werden.

Miniaturki noworoczne

Teresa Rudolf

***
Nowy rok; mała,
wczoraj urodzona
kulka, dzień w dzień
rosnąc, pędzi do celu.
***
Wczoraj; zamknęło
się już w szufladzie.

Dzisiaj; takie zabiegane,
tyle orzechów trudnych
do rozgryzania, zawsze
w pędzie!

Jutro? Jutro okaże się,
trzeba się raz jeszcze
przespać, jak w bajkach
dla dzieci, już i… już po.
***
Czas “pokaże jak będzie,
czas przecieka przez palce,
czas ucieka jak szalony,
czas jest, albo go nie ma”…
Czas; nagle zegar
się zatrzymuje,
umiera cicho
wskazówka.
***
Nadzieja jest zielona,
pachnie jaśminem,
tańczy tango,
przytula się
do lęku.

Greta Thunberg goes Davos

World Economic Forum

  • The Annual Meeting 2023 will take place in Davos, Klosters from 16-20 January.
  • The theme of the meeting is ‘Cooperation in a Fragmented World’.
  • The meeting will bring together 2,700 leaders from 130 countries including 52 heads of state/government.

https://www.weforum.org/agenda/2022/11/annual-meeting-davos-2023/

Meanwhile / Tymczasem

(Vanessa z Ugandy, Greta ze Szwecji, Helena z Ekwadoru i Luisa z Niemiec)

te młode dziewczyny mówią: wiedzieli i kłamali – niech przestaną kłamać

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Wiersze z brodą i bez 7

Tibor Jagielski

indyk i niedziela

ptak przebiega po parapecie i potrąca ogonem kasztan
który wylądował tam przed paroma miesiącami
i rozgościł się
– brązem w srebrzystym metalu –
na moich tęczówkach

nie zmiotła go jesienna burza
ani ja
gotujący loggię do zimowego snu

a teraz
w styczniu
ogon! trach! mach!
koniec projekcji

tak to jest
z pierzastymi


jeden dzień dzieciństwa

kwiat lipy
strącany z drzew
wciskany do płóciennych worków
i zanoszony do skupu

jutro
na winniczki!

poeci

to jak wiadomo dupy
rzadko w okopach
a na bagnety to zapomnij

nie nadają się właściwie do niczego

jako meldunkowi
gubią rozkazy pod ogniem nieprzyjaciela

w kuchni upijają się z kucharzem
i przypalaja zupę

a postawieni na warcie
dają się natychmiast zastrzelić

nawet w oddziale propagandy
nikt nie chce o nich słyszeć

tylko ptaki
upominają się o nich
i chmury…

tak
jednym słowem
niepotrzebni
die dichter

sind wie jeder weiss ärsche
selten in den schützengräben
und beim bajonettangriff nie da

sie taugen eigentlich zu nichts:

als meldegänger
verlieren sie die befehle unter dem gegnerischen feuer

in der küche brennen sie die suppe an
und besaufen sich mit dem koch

und als wachposten gestellt
lassen sie sich gleich erschissen*)

sogar in der propagandaabteilung
will keiner was von ihnen hören

nur vögel
fragen nach ihnen
und wolken…

so
mit einem wort:
unbrauchbar

*) für den deutschen leser:
der polnische dichter krzysztof kamil baczynski
fiel, von einer kugel getroffen, als wachposten
während des warschauer aufstandes (1944)

Czy przemijanie jest złem – dwie książki o śmierci

Konrad

Najpierw o Zaprzeczaniu śmierci (tytuł oryginalny: The Denial of Death). Książka antropologa i psychoanalityka Ernesta Beckera. Becker w 1974 roku otrzymał za nią nagrodę Pulitzera. Jej centralna teza: w naszej podświadomości tkwi konflikt między instynktem przetrwania z jednej strony, a świadomością nieuchronności śmierci z drugiej. Konflikt ten generuje (nieuświadomiony często) lęk przed śmiercią. Podświadomość popycha nas więc ku rozwiązaniom tego konfliktu – prawdziwym lub złudnym. Ponieważ nie możemy unieśmiertelnić się biologicznie, próbujemy osiągnąć to w sferze “symbolicznej”. Zdaniem autora gros tego co robimy to właśnie takie starania – i nawet same cywilizacje są w istocie systemami, których celem jest umożliwić nam osiągnięcie wrażenia nieśmiertelności.

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Osoby złotowłose, czyli po prostu rude

Pomysł Konrada

Dziś Dzień Całowania Złotowłosych Reblog

(Obraz mający przypominać malarstwo prerafaelitów, wygenerowany przez sztuczną inteligencję Stable Diffusion)

Dzień Całowania Złotowłosych (ang. Kiss A Ginger Day) został zapoczątkowany w 2009 roku przez Kanadyjczyka, Dereka Forgie, jednego z użytkowników facebooka w odpowiedzi na przeprowadzoną również na facebooku kampanię z listopada 2008 roku “Kick A Ginger” (Kopnij Rudego) – niesmaczny żart wzorowany na Miasteczku South Park (amerykański serial animowany dla dorosłych). Akcja “Kopnij Rudego” spowodowała liczne ataki na rudowłose dzieci w szkołach, wywołując tym samym międzynarodowe oburzenie i potępienie takich zachowań. W odpowiedzi na to postanowiono, że 12 stycznia będzie corocznym dniem całowania złotowłosych, co jest zdecydowanie pokojowo nastawioną aktywnością. W kolejnych latach coroczne święto było obchodzone w różnych częściach świata, często w postaci popularnych wydarzeń opisywanych np. w popularnej brytyjskiej prasie.

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Don Kichot jest wszędzie (po raz kolejny)

Ewa Maria Slaska

Uwagę tę w tytule wyrażoną tak śmiało wygłaszam raz po raz, gdy nazbiera się nowa porcja dowodów na to, że nie ma, uwierzcie mi – NIE MA, wielkiej literatury, która by się, choćby raz i mimochodem, nie odwołała do Don Kichota lub Don Kichota, lub, jak w komentarzu sugeruje Viator, do pana Kichota jako modelu. Jak tego nie czyni, nie jest wielka. Koniec, kropka.

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Krieg und Panik

Der Beitrag wurde von Brigitte von Ungern-Sternberg zusammengestellt.

Deutschland liefert endlich Mal etwas mehr als alte Helme in die Ukraine. Dh. Panik wächst.

Liebe Ewa,  liebe Ela, (gemeint ist Ela Kargol – Anm.d.R.)

es gibt eine interessante ARTE Doku darüber, wie die Anrainerstaaten der Ostsee aufrüsten, um Putin ‚klare Kante‘ zu zeigen. Ihr habt sie ja vielleicht schon gesehen. 

Ich denke, Putin wird der Appetit auf weitere ‚militärische Aktionen‘ inzwischen vergangen sein, solange er sich mit der Ukraine abarbeitet. Aber man kann nie wissen.

Aus Estland bekam ich Fotos von Sandskulpturen mit aktuellem Thema, die im Sommer entstanden sind, zwei davon im Anhang.

Mit allen guten Wünschen für 2023, hoffentlich hört der Krieg bald auf!!!

Brigitte

Dwa razy Egipt

Przyznaję, że nie wiem dokładnie, kiedy to jest, wydaje mi się, że konkretna data nie jest znana, ale na pewno w tych właśnie dniach obchodzimy rocznicę ucieczki do Egiptu. Z tej okazji święty cytat i dwa teksty o Egipcie, oba nieświęte, niebiblijne, niemoje.

Gdy oni odjechali, pisze Mateusz, a ma na myśli Trzech Królów, oto anioł Pański ukazał się Józefowi we śnie i rzekł: «Wstań, weź Dziecię i Jego Matkę i uchodź do Egiptu; pozostań tam, aż ci powiem; bo Herod będzie szukał Dziecięcia, aby Je zgładzić». On wstał, wziął w nocy Dziecię i Jego Matkę i udał się do Egiptu; tam pozostał aż do śmierci Heroda. Tak miało się spełnić słowo, które Pan powiedział przez Proroka: Z Egiptu wezwałem Syna mego. (Mt 2, 13-15)

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Drei Freudinnen und die Mauer

https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/leben-in-zwei-systemen-die-generation-der-transformation-in-polen-swr2-leben-2022-11-21-100.html

Leben in zwei Systemen – Die Generation der Transformation in Polen

STAND 18.11.2022 RENATA NASSERI

Leben in zwei Systemen – Die Generation der Transformation in Polen

Malgorzata, Agnieszka und Renata wurden 1973 in Poznan geboren. In der Schule waren sie unzertrennlich und lernten, dass es kein besseres und gerechteres System als den Kommunismus gibt.

Beim Mauerfall 1989 waren sie 16 Jahre alt. 1991 erlebten sie, wie die Sowjetunion endgültig zerfiel. Die Welt stand für sie von nun an Kopf, alte Gewissheiten lösten sich auf. Die Freundinnen mussten sich mit der neuen ökonomischen und politischen Realität auseinandersetzen.

Die frühen 1990er Jahre haben ihr Leben geprägt – bis heute.

Manuskript zur Sendung / Sendung

Sendung vom Mo., 21.11.2022 15:05 Uhr, SWR2 Leben, SWR2