Die kleine große Welt

Monika Wrzosek-Müller

Eichwerder

Darüber habe ich schon ganz am Anfang meiner „Karriere“ bei Ewas Blog geschrieben; jetzt ist mir wieder so ein Fall passiert. Er gehört in die Reihe „Zufall oder Schicksal?“ Ich beschreibe das inzwischen als zufällige Schicksalhaftigkeit oder schicksalhafte Zufälligkeit, auch wenn ich eigentlich daran glaube, dass alles vielleicht einen tief verborgenen Sinn hat. Wir erkennen ihn erst Jahre später, wundern uns dann, fragen, was war damals, warum, wie ist das möglich? Irgendwo ist aber doch der sprichwörtliche Hund begraben.

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Krótkie życie kwitnącej wiśni

Ela Kargol

Przekwitają, bo wiosna przyszła za szybko, i miała od razu letnie zamiary, choć do lata jeszcze sporo czasu. Nie zdążyłam przyjść wczesnym rankiem i nie zdążyłam przyjść kilka dni wcześniej. A dzisiaj to już płatki ścielą różem ścieżki i kobierce.
Kobiety i dzieci w różowych sukniach, niczym Barbie naginają gałązki wiśni ku sobie, przytulają, uśmiechają się, potrząsają kwieciem, spoglądają na Kena, a Ken pstryka jedną fotkę za drugą. Różne ujęcia, z góry, z dołu. Ken leży w płatkach wiśni, a Barbie nad nim kryje się w kwieciu i rozmarzona liczy już lajki na swoim Instagramie.
Na chwilę świat wkłada różowe okulary, albo odwrotnie.
Ja też.

***

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O Palestynie, Izraelu i Berlinie

Wiktor Pahl

Wszystko zaczęło się w październiku.

Taka jest narracja naszej klasy politycznej, ale jest to po prostu wygodne zachodnie kłamstwo. Wszystko zaczęło się prawie 76 lat temu, kiedy ponad głowami Palestyńczyków wielkie imperia zadecydowały o ich przyszłości i powstało państwo Izrael, które od dekad dokonuje ludobójstwa na ludności arabskiej. Od października Izrael zamordował już ponad 30 000 palestyńskich cywilów (w tym kilkanaście tysięcy dzieci) i nic nie zapowiada, że zamierza się zatrzymać.

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Ist es der Don Kichot?

Anne Schmidt & Ewa Maria Slaska

Anfang April 2024. Es ist gerade kalt. Gestern war es warm. Morgen wird auch warm werden, heute ist aber kalt. April halt. Auf Polnisch sagt man, kwiecień plecień, bo przeplata, trochę zimy, trochę lata. Deutsche sagen: April, April, der weiß nicht, was er will. OK, heute will er es kalt, windig und naß haben. Wir gehen minimalistisch essen in einem schłn minimalistisch eingerichteten Lunch- und Dinerrestaurant Mirari, Friedrichstraße 29 und dann zum Besselpark. Bessel war ein Astronom, der (lese ich) in der benachbarten Sternenwarte gearbeitet hatte. Es ist Kreuzberg, ich liebe diesen Stadtviertel und hat hier in der Nähe jahrelang gearbeitet. Nie habe ich von einer Sternenwarte hier gehört.

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Frauenblick auf Hunde

Monika Wrzosek-Müller

Hundeliebhaber: innen

Wie viel Mensch braucht ein Hund? Die Frage könnte man umkehren: Wie viel Hund braucht ein Mensch? Die erste Frage stellt Maike Maja Nowak in ihrem Buch, das von Begegnungen mit Hunden und ihren Menschen erzählt und sie schreibt: „Ich danke allen Hunden, die ich während meiner Arbeit kennenlernen durfte, obwohl ich ihnen nichts beibringen musste, weil sie ja selbst am besten wissen, wie es ist, ein Hund zu sein. Dafür konnte ich lernen, wie man ihnen stets dort begegnen kann, wo ihre Natur noch gesund ist – selbst dann, wenn diese vom Menschen völlig zerstört scheint. So gewann ich das Vertrauen darauf, dass in jedem Wesen etwas zu finden ist, das heil geblieben ist, wenn man nur seiner Natur folgt.“ Die zweite stelle ich mir immer wieder in unserem Park, wenn ich die Hundebesitzer beobachte, und ich würde sagen: das Problem sind eher wir, die menschlichen Wesen, und nicht die Hunde.

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Biste bescheuert…

Michael G. Müller

Biste bescheuert…“ – ein ganz normaler Tag in Berlin

Ich stehe (für meine Verhältnisse) früh auf, weil ich vor zehn Uhr nach Pankow kommen muss – zu einem wissenschaftlichen workshop. Gut, ich stehe also in unserer Charlottenburger Wohnung rechtzeitig auf, esse ein schnelles Frühstück, schaue dabei auf den netten kleinen Park vor unserem Wohnkomplex und mache mich dann auf den Weg zur S-Bahn. Ich begegne gleich um die Ecke einer älteren Frau – habe sie schon öfter gesehen – mit langen grauen Haaren, etwas gehbehindert, eigentlich freundlich; diesmal wird sie von einer jungen Betreuungskraft (?) begleitet. Heute hat die Frau riesig lange rote Krallen auf ihre Finger gesetzt und sie beschwert sich laut. Die Betreuerin redet „vernünftig“ mit ihr; es geht um irgendeine Beschwerde, wegen derer die Frau unbedingt die Verbraucherzentrale anrufen will. Die Betreuerin bugsiert sie freundlich in die S-Bahn…

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SprachCafé im Ohr

Pressemitteilung: 18.3.2024

Hallo, hier ist das SprachCafé im Ohr!
Das zweite Jahr des Projekts “SprachCafé im Ohr” für mehrsprachige Familien, ErzieherInnen, PädagogInnen und Lehrkräfte hat begonnen.
Das “SprachCafé im Ohr” ist ein auf drei Jahre angelegtes Projekt des Vereins SprachCafé Polnisch aus Berlin, das sich an alle richtet, die sich privat oder beruflich mit dem Thema Mehrsprachigkeit sowie mehrsprachige Erziehung beschäftigen. Es besteht aus kostenlosen telefonischen Beratungen in 14 Sprachen durch geschultes Beraterinnen-Team sowie aus internationalen FamilienCafés. Unsere Beraterinnen kommen aus verschiedenen Ländern, leben in Berlin und haben durch Beruf und Familie direkten Kontakt zu Fragen der Mehrsprachigkeit in ihren Communities.

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Don Kichot i Dzwony Pokoju

Premiera była już dawno, ale mimo to warto pamiętać, że w Operze Bałtyckiej w Gdańsku od czasu do czau można obejrzeć klasyczny wręcz balet “Don Kichot” Ludwika Minkusa, a w obsadzie m. in. japońscy tancerze Mayu Takata, Sakaya Haruna-Kondracka i Gento Yashimoto. Więcej TU.


A w Galerii Jednego Dzieła w Operze impresja fotograficzna Jacka M. Kozłowskiego “Koi”.

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Aus der Polkopedia – Bilder & Gedichte

Bei der Polkopedia veröffentlichten wir letztens 30 Biographien von Polinnen, die während des Zweiten Weltkrieges hingerichtet worden sind. Enthauptet. Meistens für Hoch- bzw. Landesverrat, Heimtücke, Begünstigung des Feindes – dies bedeutete oft Stückchen Brot und Becher Tee. Seltener waren es andere Beschuldigungen, zum Beispiel Brandstiftung.

20 Personen, Polen* und Deutsche* schrieben über diese Frauen oder gedachten sie in anderer Weise. Es entstanden Texte, Gedichte, eine theatralische Etude, ein Theaterstück, Fotos, Videos, Bilder, Collagen, Plakate.

Diese Bilder malte Anna Krenz


Diese Gedichte schrieb Ela Kargol

Sterbeurkunde: Gertruda Świerczek

geboren:22. XII. 1921 in Bad Gottschalkowitz (Goczałkowice-Zdrój)
enthauptet:8. IX. 1944 in Berlin – Plötzensee

Sie bat um Begnadigung
Aber keiner hat zugehört.
Die Brüder an der Front
mit Eisernen Kreuzen gekennzeichnet
haben auch nicht geholfen.
Sie bat vom ganzen Herzen.
Sie bat um die Jugend
Um die Zukunft,
Um die nächsten Jahre.
Sie bat um das Leben,
Nicht um den Tod.
Und trotzdem
ließ sie sich 
mit ihren 22 Jahren 
ohne Wiederstreben auf das Fallbeilgerät legen.

Sterbeurkunde Hedwig Neumann

geboren: 21. IX 1890, in Bickern/Kreis Gelsenkirchen
enthauptet: 27. I. 1944 in Berlin-Plötzensee

Jadzia, ein Mädchen aus Opalenica
Hedwig, eine Frau aus Berlin
Großes Herz
Große Wohnung
Große Taten
Großes Urteil
Und alles im Namen
des deutschen Volkes.

Sterbeurkunde Maria Wieczorek

geboren: 4. VIII. 1886 in Radzionkau/Kreis Tarnowitz (Radzionków/Tarnowskie Góry)
enthauptet: 22. IX. 1944 in Berlin – Plötzensee

Ich packe meinen Koffer*

Der Koffer war klein.
Das Kleid schlicht und fein.
Ein Unterrock für alle Fälle,
Damit das Kleid in Form bleibt
An richtiger Stelle.
Der Büstenhalter
Sorgte für schönen Busen,
Der Kamm für die Frisur.
Alles durchdacht und gepackt
Für die letzte Himmelstour.
Unterjäckchen für die kalten Nächte.
Eine Hose, ein Hemd, ein Heft,
Handtasche, ein paar Groschen und Einkaufsbeutel.

Sie ging doch unter die Leute.
Den Mantel trug sie auf dem Arm
Als sie losging, es war noch warm.
Die Kälte kam zu ihr viel später.
Und mit der Kälte kam der Täter.

Und ihre Reise ging zu Ende.
Im fremden Ort mit kühlen Wänden.
Mit auf dem Rücken gefesselten Händen
Legte sie sich sanft für den Schlaf.
Er kam zu schnell, sie war noch wach.
Heimtückisch wurde sie bestraft.

* ein sehr populäres und beliebtes Spiel für die Kinder, nicht nur in Deutschland

Sterbeurkunde Marianna Gąszczak

geboren:28. XII. 1914 in Duisburg
enthauptet:28. IX. 1943 in Berlin – Plötzensee

Wer könnte schon ihren Namen richtig aussprechen?
Damals im Gerichtssaal?

GĄSZCZAK.
So viele Konsonanten auf eimal und noch ein nasaler Vokal.
Den Nasalvokal ließen sie verschwinden.
Damals im Gerichtssaal.

GASZCZAK.
Dann verschwand noch ein „Z“
GASCZAK:
Damals unter Guillotine.

Und alle Buchstaben waren auf einmal weg.
Und sie auch.

Sterbeurkunde Pelagia Szeffczyk

geboren 8. März 1915 in Bottrop
enthauptet 5. Oktober 1943 in Berlin-Plötzensee

Ihr Stolperstein glänzt in der Sonne.
Ihr Leben aber nicht mehr.

Der Tod kam schnell.
Wie der Meister aus Deutschland.

Er brauchte nur 7 Sekunden.
Der Tod, nicht der Meister.

Vielleicht doch der Meister.
Aus Deutschland.

Sterbeurkunde Wilhelmine Günther

geboren 18. VII. 1917 in Poznań
enthauptet 9. VI. 1944 in Berlin – Plötzensee

Die Verstorbene war nicht verheiratet.
Ihre Tochter nannte sie Maria,
Maria die Uneheliche.
Ihr Verlobter hieß Antoni,
Ihre Mutter Marianna,
Mit Doppel “n”.

Nur der Vater hieß
Friedrich Wilhelm und konnte den Namen
seiner Frau nicht richtig aussprechen.
Ein “n” hat er immer vergessen.

Sie wohnten in der falschen Straße
Beide waren Schneider.
Das war aber die Straße der Bäcker.
Nicht der Schneider.