Ta jedna w pamięci mej tkwi 4

Kinga Szpuler

ostatnia część pracy magisterskiej o tłumaczeniach Ireny Kuran-Boguckiej, napisanej w tym roku pod kierunkiem profesora Piotra Sawickiego w Wyższej Szkole Filologicznej we Wrocławiu. Również Memento ukazało się w obu językach, a po raz pierwszy po polsku w Polsko-Niemieckiej Edycji Literackiej WIR, w tomie Poetki z ciemności – Dichterinnen aus dem Dunkel (Berlin 1995). Wiersz został przez nas użyty, gdy publikowaliśmy w prasie nekrolog Mamy; został też umieszczony przez architekta Jacka Krenza na murze Cmentarza nieistniejących cmentarzy w Gdańsku, przywołuje go też stała wystawa w Ratuszu Schöneberg w Berlinie – Wir waren Nachbarn, o co zadbał księgarz i wydawca berliński Wojciech Drozdek.

Memento de Mascha Kaléko (1957)

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

(Slaska 2013)

Memento

Ja mojej własnej śmierci wcale się nie boję,
A tylko śmierci ludzi, którzy są mi bliscy.
Jakże mam żyć, jeżeli porzucą mnie wszyscy?

We mgle, błądząc samotna, szukam śmierci swojej,
I chętnie w ciemny mrok przyjmę wygnanie.
Odejście boli dwakroć mniej, niż pozostanie.

Ci wiedzą to najlepiej, którzy to spotkali.
Ci, co to znieść umieli, niechże mi wybaczą.
Pomyślcie, jak dni własnej śmierci mało znaczą,
Lecz ze śmiercią najbliższych musimy żyć dalej.

(Slaska 2013)

El poema Memento, tan significativo y emocionante, no requiere mucho comentario. Cuenta las verdades las cuales compartimos todos, más tarde o más temprano, durante nuestra vida. Lo más doloroso de la existencia humana es tener que sobrevivir la muerte de las personas que amamos. Nos cae bastante difícil separar la voz de la autora del yo poético del texto: son las mismas personas. Kaléko describe lo todo con las palabras sencillas, anda sin rodeos.

El texto consta de tres estrofas, dos primeras de tres versos y la última de cuatro. Las rimas están situadas de manera interesante, se riman las palabras: “bang; todentlang”, que terminan los primeros versos de dos estrofas. Además hay rimas en el segundo y tercero verso: “sind; sind” y “treiben; Bleiben”. En la tercera estrofa las rimas se cruzan y tienen la estructura abab. En cada línea encontramos diez u once sílabas, por eso el texto parece bastante armonioso.

En la primera estrofa el sujeto lírico constata que no teme su propia muerte, solo la de las personas más cercanas; no se imagina su vida sin ellos. En la segunda parte dice que le gustaría morir, porque esto, le doliera menos que quedarse viva. En la tercera estrofa encontramos una moraleja muy sabia e irónica: “Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,/ Doch mit dem Tod der andern muß man leben.; Pomyślcie, jak dni własnej śmierci mało znaczą, Lecz ze śmiercią najbliższych musimy żyć dalej.”. Es tan simple como eso.

La traductora no pretende decir más que la autora del poema, todo lo contrario, busca las palabras más naturales para guardar la sabíduria y la sencillez del texto original. Los versos son un poco más largos, de once o trece sílabas. Otra vez tuvo que buscar las soluciones para algunas expresiones, como p.ej.: “Allein im Nebel tast ich todentlang”, es un neologismo muy original pero también claro para una persona que habla alemán. Esto significaría “errar y palpar a lo largo de la muerte”, como si la muerte fuera un camino que sentimos pero no lo podemos ver. Bogucka tradujo la expresión con mucho ingenio: “ We mgle, błądząc samotna, szukam śmierci swojej”. En las formulaciones como la mencionada el traductor no solo tiene que entenderla, sino sentirla. La moraleja de la estrofa final suena muy bien en la lengua polaca, entendemos el mensaje principal y sentimos este matiz de ironía en el texto.

Para terminar el análisis de los poemas citamos el comentario del blog de Ewa Maria Slaska, la hija mayor de la traductora:

Mi madre murió en el agosto de 1995. Hace 20 años. Miro con recelo lo que he escrito. 20 años, pienso, 20 años. Hace 20 años hablé con mi hermana por teléfono. -Escribe una nota necrológica- me dice Kasia. No tengo ningún ejemplo de cómo se escribe las notas, no tengo ni idea de lo que tuviera escribir, pero no lo discuto. A distancia de decenas de años escucho la voz de mi Madre
-Cuando no sabes que escribir, sírvete de una cita- un consejo de una madre inteligente para su hija haciendo deberes. (…) Ya lo sé que lo que estoy buscando es el Memento de Mascha Kaléko. (…) Escribí la nota, todos la reimprimieron. El poema de Mascha en la traducción de mi Madre se encontró en la losa de su tumba. Despúes de 20 años no se ve nada, sin embargo, sabemos que está allí. Mi Padre, que le acompanía a mi Madre a la hora de traducir los poemas de Mascha, decía que estaba fascinada por ella, como si después de muchos años hubiera encontrado a su hermana que nunca tenía. (Slaska 2013) [traducción propia: KS]

Irena Kuran-Bogucka, Xilografía del ciclo “Metopy barbarzyńskie”, 1964

Postdeutsches Stettin

Beata Kozak

Feministin, Chefredakteurin der Frauenzeitschrift Zadra, wuchs in Stettin auf. In ein paar Tagen wird sie aus dem unveröffentlichten Manuskript in der Regenbogenfabrik lesen.

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Poster Dorota Kot

Hier ein Prosafragment:

Wenn man das Wort „poniemieckie” bei Google eingibt, erscheinen verschiedene Vorschläge: postdeutsche, das heißt ehemals deutsche Häuser, postdeutsche Geheimfächer, Schätze, Bunker. Auf das Wort „Postdeutschsein” (poniemieckość) reagiert die Suchmaschine, als ob sie einen Fehler korrigieren würde. Sie ignoriert die Vorsilbe „post” und schlägt einfach das Deutschsein vor, konkret das Deutschsein der DDR, von Wrocław (Breslau), von Śląsk (Schlesien),von Gdańsk (Danzig). Aber was für eine Ahnung kann diese amerikanische Erfindung von der Realität der polnischen Westgebiete haben? Mehr weiß darüber das „Wörterbuch der Polnischen Sprache”, das das Adjektiv „postdeutsch” erklärt als „erstmalig gebraucht nach dem Zweiten Weltkrieg: von den Deutschen, auch von den deutschen Besatzern, übriggeblieben; früher den Deutschen gehörend”. An einer anderen Stelle präzisiert das Wörterbuch, dass man so „das Vermögen, die Gebiete, die von den Deutschen geblieben sind, [bezeichnet], welche bis zum Zweiten Weltkrieg in den westlichen Gebieten des heutigen Polens lebten”. Interessant ist, dass es in der polnischen Sprache eine ähnliche Verbindung des Präfixes „post” (po) mit einer Nationalitätenbezeichnung nur noch in der Form „postjüdisch” (pożydowski) gibt, wobei das Wort „postjüdisch” am ehesten mit Gold, Vermögen und Immobilien kombiniert wird. Die Geschichte hinterließ in der Sprache eine tiefe Spur.

Das Wort „postdeutsch” (poniemiecki) besteht im Polnischen aus vier Silben. Nur die erste, „po”, bezieht sich darauf, was später stattfand, nachher, danach. Dazu sieht diese erste Silbe zufällig wie eine Abkürzung des Wortes „polnisch” aus, was ihr, im Zusammenhang mit dem gesamten Wort „po-niemiecki”, eine zusätzliche Bedeutung verleiht. So ist eben das Postdeutsche: ein kurzes Jetzt, das die Last der Vergangenheit hinter sich herschleppt.

Die ersten zwanzig Jahre meines Lebens war ich, ähnlich wie alle meine Altersgenossen, vom Postdeutschen umgeben. Das ehemals Deutsche war in Städten wie Stettin allerorten vorhanden, es war ein Teil der Wirklichkeit. Ich besuchte postdeutsche Schulen in postdeutschen Städten und wohnte in Wohnungen in postdeutschen Häusern, in denen moderne Hochglanzschrankwände neben den postdeutschen Möbeln standen. Das Postdeutsche bedeutete etwas Großes, Erdrückendes, Dunkles, Düsteres, Bedrohliches, was in modrigen Kellern und in Dachböden lauerte. Es lauerte in finsteren gotischen Buchstaben, die unter dem Verputz an den Hauswänden hervorlugten, oder in Form schwerer Kredenzen und Deckenlampen in den Wohnungen. Postdeutsch waren auch kleine, bunte Fensterscheiben in den Treppenhäusern und der Stuck an den Zimmerdecken der Mietshäuser, der aber weiss gestrichen war und dadurch leicht wirkte. Postdeutsch waren auch Gehsteigplatten und kleine eiserne Schlitze in den schweren Wohnungstüren mit der Aufschrift „Briefe &Zeitungen”, durch die der deutsche Briefträger einst Briefe und Zeitungen hineingeworfen hatte. Auf all dieses Postdeutsche legte sich ein Jahr nach dem anderen, eine Dekade nach der anderen, eine dünne Schicht der Gegenwart. Aber das polnische Jetzt stand, ging und lief bis zu den Knien im Postdeutschen umher. Diejenigen, die in den Städten und Städtchen mit dem doppeltem Boden, mit den eisernen Türschlitzen „Briefe & Zeitungen” geboren wurden und heranwuchsen, trugen und tragen ein mehr oder weniger bewusstes Gefühl in sich, das Gefühl nämlich einer fehlenden Eindeutigkeit und Sicherheit gegenüber allem, was sie umgibt.

Es war – und ist – nichts, was aus all denen, die seit 1945 in Stettin lebten, psychiatrische Patienten machen würde. Und trotzdem empfand ich einen grossen Unterschied zwischen der Atmosphäre in Stettin, wo ich in die Grundschule und ins Gymnasium ging, und derjenigen in Krakau, wo ich nach dem Studium in Deutschland wohnte. Am deutlichsten spürte ich es an einem Sommerabend, als ich auf dem Weg vom Krakauer Bahnhof, wo ich mit einem Nachtzug aus Stettin angekommen war, über die Sławkowska Strasse, über den Markt und die Planty nach Hause ging. In den sogenannten Wiedergewonnenen Gebieten war alles doppelt, uneindeutig, kompliziert. Keine Stadt, kein Städtchen, kein Dorf hatte schon immer so geheißen, wie es jetzt hieß, jede Strasse und jeder Platz trug einen neuen Namen, der von Beamten oder von zu diesem Zweck angeheuerten Dichtern ausgedacht worden war. Auf dem Lande gab es keine traditionellen Trachten oder Volkstänze, in den Wäldern und in den Vorstädten wimmelte es von Bunkern und unterirdischen Durchgängen, die wer weiß wohin führten. Die Menschen lebten in diesen Gebieten wie Kiefern im flachen Sand. Alles, was man sah, warf einen beunruhigenden Schatten, hatte einen doppelten Umriss, vielleicht, so spürte man untergründig, war nichts so, wie es aussah. Im Vergleich dazu schien Krakau ruhig und selbstsicher, es strahlte ein ungebrochenes Selbstwertgefühl aus. Die Tuchhallen, Sukiennice, hießen nie anders, Wawel war nicht ein slawischer Name, der künstlich konstruiert werden musste, um den vorherigen deutschen Namen zu überdecken. Alles war hier authentisch und in sich ruhend, die Stadt gaukelte nichts vor, nervöse Diskussionen über Identität waren überflüssig. Die Stettiner aber, die der jahrelangen Propaganda über die piastischen, urpolnischen Gebiete, der ständig wiederholten Slogans über die historische, gerechte Rückkehr der Stadt zum polnischen Mutterland überdrüssig geworden waren, lachten schließlich darüber in privaten Gesprächen. So lautete eine ironische Antwort auf die übliche Begrüßung „schön, dass ihr gekommen seid”: „wir sind nicht hierher gekommen, wir sind hierher zurückgekehrt”.

Weiter am Dienstag in der Regenbogenfabrik!

fähigkeit etwas zu bewirken… Reblog

liebe ewa,

vielleicht was für den blog?

in einer rezension im tagesspiegel, samstag vielleicht, fand ich was von einem amerikanischen autoren den namen hatte ich mir nicht notiert. das war sicher noch vor trumps erfolg geschrieben. die systematisierung könnte auch was für eine persönliche strategie des umgangs mit diesem grausamen wahlergebnis bieten. es ging um die diskussion des machtbegriffs und er fand, mensch müsse die verengung auflösen, die seit machiavelli besteht: da geht es um zwang und gewalt und gerne auch um lug und betrug, wenn es dem machterhalt dient.

er will die definition erweitern auf: fähigkeit etwas zu bewirken, das ist natürlich sympatisch.

dafür sind individuelle fähigkeiten, sowie interpersonelle und systemische einflussmöglichkeiten zu bedenken.

  1. selbstvertrauen, ich kann etwas ausrichten
  2. auf dem teppich bleiben, wahrnehmen, dass die fähigkeiten bzw. die möglichkeit haben, sie auszuleben auch ein geschenk sind
  3. teilen und sich gegenseitig stärken
  4. respektvoll bleiben, lob, komplimente, höfliche worte, auch nonverbal respektvoll bleiben: fragen, zuhören, neugierig sein, anerkennen
  5. machtlosigkeit verhindern! also gegen ungleichheit vorgehen, armut nicht dulden, gegen bedrohung und einengung anderen menschen wert verleihen, gegen diskriminierung und rassismus auftreten. also die strukturellen settings sichtbar machen und bearbeiten.

ja, das stimmt alles, wir dürfen uns nicht erlauben, uns als machtlos zu sehen. wir bewirken was. und wir glauben ja auch zurecht, dass alles patriarchalische nicht nur frauen sondern auch männern schadet. und krieg sowieso keine lösung ist. und doch ist all dieses unter punkt 1-4 nur stückwerk, wenn wir gesellschaft nicht dazu bekommen, die weniger mächtigen zu stärken, immer wieder. bildung natürlich zuallererst, aber auch gesunderhaltung, gleichwertigkeit immer wieder einüben. wir können im eigenen leben wirksam werden, wir dürfen aber die strukturellen bedingungen nicht vergessen.

in diesem sinne ist sicher auch der angehängte artikel zu lesen.

liebe grüße

christine (Christine Ziegler)

***

Artikel auf Seite 37 der Zeitung Tagesspiegel vom So, 13.11.2016

Barbara Nolte

Festung der Ehefrauen

Manch einer verfolgte seine Partnerin mit der Axt bis vor die Tore dieser
Berliner Villa – 1976 wurde das erste Frauenhaus gegründet. Ein Modell für viele deutsche Städte.

frauenhausNachdem das mit den Zähnen passiert ist, das war das Schlimmste. Dass er mir im Hausflur wirklich die Faust ins Gesicht gehauen hat, und ich habe gemerkt: Meine Zähne vorne sind nicht mehr da, beziehungsweise einer war – wie hat die Ärztin geschrieben? – in den Oberkiefer gestaucht.

Bis zur Schließung 1999 war die Adresse geheim. Ein Eisenzaun sollte Eindringlinge abwehren.

Danach habe ich nur noch lautlos geweint. Er hat mich dann am Kragen genommen, die Treppen hochgeschleppt. Die Kinder haben oben so geschrien, die waren ja vollkommen außer sich. Er hat dann immer wieder gerufen: „Ich bin
mit eurer Mutter noch nicht fertig, die bringe ich heute noch um.“ Der Kleene hat auf der Couch gesessen und gesagt: „Papa, du bringst Mama nicht wirklich um, nein?“ Und dann hat er zu dem kleinen Kind, der war drei Jahre, hat er gesagt: „Doch. Heute noch.“ Angelika, 44.

In einem ehemaligen Kartoffelladen in der Yorckstraße standen sie manchmal in der Tür: Frauen, die Schutz vor ihren prügelnden Ehemännern suchten. „Damals wussten die nicht, wohin“, sagt Roswitha Burgard, die dort Anfang der 70er Berlins erstes Frauenzentrum mitbegründet hat. Aktivistinnen aus der Yorckstraße verbrachten deshalb einmal 14 Tage reihum bei einer Frau zuhause, die um Hilfe gebeten hatte, weil sie regelmäßig von ihrem Mann und ihrem erwachsenen Sohn misshandelt worden war. Roswitha Burgard selbst hatte weder in der Familie noch im Freundeskreis gewalttätige Männer erlebt.
Jedenfalls nicht, dass sie davon gewusst hätte. „Häusliche Gewalt wurde Anfang der 70er totgeschwiegen“, sagt sie, „als Ehekrach verharmlost, als Umgang von Asozialen weggeschoben.“

Davon erzählt Burgard heute in ihrem Behandlungszimmer einer Gemeinschaftspraxis. Um den Hals trägt sie ein elegantes Seidentuch, an den Füßen Pantoffeln, Straßenschuhe müssen an der Tür ausgezogen werden.

Anfang der 70er hatte sie gerade mit dem Psychologiestudium begonnen und war in Berlins feministischer Szene engagiert. „Als damals in London das weltweit erste Frauenhaus eröffnete, dachten wir uns: So was brauchen wir auch.“ Ein solches Haus würde die Fraueninfrastruktur, die sie in diesen Jahren begründet hatten, Frauencafés, Frauenbuchverlage, Frauenseminare an Unis, auf eine fast romantische Weise
ergänzen: Frauen helfen Frauen, die unter dem Machtgefälle zwischen den Geschlechtern am meisten leiden. Doch der Senat blockte ab. Erst müsse ermittelt werden, ob in Berlin Bedarf für eine solche Einrichtung bestünde. Für die Verwaltung schien es ein Problem, dass der Gruppe der Gründerinnen kein Mann angehörte. „Die trauten uns nicht zu, mit ihren Fördergeldern richtig zu wirtschaften.“, sagt Burgard.

frauenhauskobiety2SCHUTZENGEL. Ilona Böttcher (links) und Roswitha Burgard nahmen im ersten Jahr 615 Frauen auf.

Erst als sechs arrivierte Frauen dem Trägererein beitraten, darunter die damalige Vizepräsidentin des Roten Kreuzes, stellte das Land Berlin eine Villa für das Projekt zur Verfügung. Ein Gründerzeitbau in der Richard-Strauss-Straße 22 Grunewald, mit riesigen Aufenthaltsräumen in Erdgeschoss und Souterrain, aber nur 13 Zimmern im ersten Stock und der Mansarde. „Nicht perfekt geschnitten für unsere Zwecke“, sagt Burgard.
Die Adresse wurde unter Taxifahrern gestreut und vor Außenstehenden geheim gehalten. Um den Garten wurde ein Eisenzaun errichtet. Dahinter durfte kein Mann.
Im November 1976 war Eröffnung. Die erste Bewohnerin klingelte bereits am Abend zuvor. Es war die Ehefrau eines hohen Richters, sagt Burgard. Das Asozialen-Klischee war damit widerlegt.

Auch Ilona Böttcher erinnert sich an diese erste Bewohnerin: eine schmale Frau um die 40. Ihr Ehemann hatte ihr Geld, Schlüssel und Ausweis weggenommen. Ilona Böttcher und Roswitha Burgard übernachteten mit ihr im Frauenhaus. Sie wollten sie in der riesigen, leeren Villa nicht allein lassen.

frauenhaus2Ilona Böttcher war als Verwaltungsfrau eingestellt worden. Sie habe sich ganz profan auf eine Jobanzeige beworben, erzählt sie beim Treffen in ihrer Tempelhofer Wohnung. Doch im Frauenhaus packte sie – wie alle anderen – überall mit an: Zu jeder Tages- und Nachtzeit klingelten Frauen. Polizisten und Taxifahrer brachten sie. Jede wurde aufgenommen, selbst wenn sie betrunken war. „Wer sind wir denn, dass wir entscheiden,
wer über Nacht bleiben darf!“, sagt Böttcher. Ansonsten war Alkohol verboten. Bereits einen Monat nach Eröffnung waren alle regulären Plätze belegt. Immer neue Stockbetten wurden in die Zimmer, Gänge, Aufenthaltsräume gestellt. Im Haus, das für 70 Frauen und Kinder ausgelegt war, lebten bald bis zu 150. „Es gab Bedarf, und wie!“, sagt Böttcher.
Sie zieht ein lilafarbenes Buch aus ihrem Regal: die erste Jahresbilanz, herausgegeben im
Frauenselbstverlag. Die Gründung des Berliner Hauses war eine Initialzündung, in den meisten größeren Städten wurden fortan ähnliche Projekte geplant, die Berliner lieferten das statistische Material. Von den 615 Frauen, die im ersten Jahr in der Richard-Strauss-Straße betreut wurden, waren drei Viertel von ihren Ehemännern misshandelt worden, ein Fünftel von ihren Freunden, der Rest von Ex-Männern und Verwandten. Jede zehnte Frau hatte die Gewalt zehn Jahre und länger erduldet. 118 waren von ihren Partnern sogar in Lebensgefahr gebracht worden. „Mich hat der Zustand von Beziehungen erschüttert, am
Anfang stand ja mal Liebe“, sagt Ilona Böttcher. Eine Frau habe zu ihr gesagt: „Und dann hat er mich nicht mal mehr geschlagen.“ Schlagen sei für sie Zuwendung gewesen.
Böttcher erinnert sich, dass viele Frauen sich schämten. Sie hatten sich diesen gewalttätigen Partner ja ausgesucht. Verbreitet waren auch Schuldgefühle. Einige glaubten, dass ihr Mann nicht ausgerastet wäre, wenn sie selbst anders reagiert hätten. Im Frauenhaus hörten sie die Geschichten anderer Frauen und erkannten dabei mitunter Verhaltensmuster ihres eigenen Mannes wieder und die Unvermeidbarkeit seines
Zorns. Eine Frau habe es mal so ausdrückt: „Habe ich Salz rangemacht, habe ich eine gewischt gekriegt, habe ich kein Salz rangemacht, habe ich auch eine gewischt gekriegt.“ Oft steigerte sich der Jähzorn der Männer noch, wenn die Frauen ins Frauenhaus zogen.
12.3.77, 20.30 Uhr: Ein Herr läutet an. Er will das Haus in die Luft sprengen, sich aber zeitlich nicht festlegen. Gabi informiert die Polizei. 21.45 Uhr: Ein Herr ruft an. Er steht mit einer Pistole in der Telefonzelle gegenüber und will sich das Leben nehmen, wenn er nicht mit seiner Frau sprechen kann. Die Frau ist nicht bei uns. Da er unter Strom steht, hat Gabi Mühe, ihm das klarzumachen. Vorsichtshalber benachrichtigen wir
die Polizei. 23.15 Uhr: Ein Mann fährt mit einem Fahrrad in unserem Garten. Gabi ruft 110. Auszüge aus dem Protokoll einer Bewohnerin mit Telefondienst.
Häufig lungerten Männer vor der Tür herum, die die Adresse herausbekommen hatten. Mehrfach ist es ihnen tatsächlich gelungen einzudringen. Ilona Böttcher erinnert sich an einen Vorfall, als ein Mann eine Füllung aus der Haustür herausgebrochen hat, durchs Loch geklettert und mit der Axt ins Haus gestürmt ist. Eine Kollegin stellte sich ihm in den Weg, die Hausbewohnerinnen versteckten seine Frau. Für Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen des Frauenhauses war die Umgebung hinter dem Zaun feindlich: Während die Männer
mit roher Gewalt drohten, drohten die Grunewalder Nachbarn mit ihren Anwälten. Sie gründeten sogar eine Bürgerinitiative gegen das Projekt.
Erforderlich ist, dass das Lärmen der Kinder ab Freitag bis Sonntagabend unterbleibt. An diesen Tagen suchen die Anwohner nämlich absolute Ruhe in ihrem Garten. Die Wohngegend haben sich Anwohner ausgesucht, die in der Woche ganz besonders hart arbeiten. (…) Mehrmals habe ich die Feststellung treffen müssen, dass Kinder, soweit sie zu einem Spaziergang ausgeführt werden, auf meinen niedrigen Zaun balancieren. Mein Zaun stellt persönliches Eigentum dar, und das sollte eigentlich schon Kindern deutlich
gemacht werden, dass das Eigentum anderer zu schätzen ist. Aus einem Brief von Horst Sandner, Königlich Norwegischer Konsul (31.10.77), an Roswitha Burgard.
Der Tagesspiegel berichtete damals von einer Aussprache beider Seiten. „Wir sind gar nicht so verrückt, wir sind bloß nervlich am Ende“, habe dabei eine Bewohnerin an das Mitgefühl der Nachbarn appelliert, das aber ausblieb. Häufig, sagt Böttcher, seien sie damals zusammen mit Bewohnerinnen in der Öffentlichkeit aufgetreten. „Die wollten sich nicht verstecken.“ Die Heimlichkeit von häuslicher Gewalt, die den Tätern in die
Hände spielt, sollte durchbrochen werden. Deshalb fanden im ersten Frauenhaus die Beratungsgespräche im Aufenthaltsraum statt. Andere Frauen sollten daran anknüpfen können. „Die Betroffenen sollten sich gegenseitig unterstützen“, sagt Böttcher. In
Zweierteams wurden sie außerdem zu nächtlichen Telefondiensten eingeteilt, das sollte ihr
Selbstbewusstsein stärken. Viele, in der ersten Statistik waren es 30 Prozent, kehrten trotzdem zum Ehemann zurück. „Da konnten wir nur Wege aufzeigen, wie sie beim nächsten Mal die Situation schneller verlassen können“, sagt Böttcher. „Eine Frau war 13 Mal da, ist immer wieder zurückgegangen, bis wir in der Zeitung lasen, dass man sie tot aufgefunden hat.“
Ilona Böttcher arbeitete bis 1998 im Frauenhaus. Dann ging sie in Rente, im Jahr drauf schloss das erste Frauenhaus. Damals gab es bereits fünf weitere, rund 350 sind es mittlerweile in Deutschland. Obwohl sich das Gleichberechtigungsideal innerhalb ihres Arbeitslebens weit verbreitet hatte, habe sich dies auf die Gewalt gegen Frauen wenig ausgewirkt, sagt Böttcher. Nur der Anteil der Migrantinnen habe zugenommen.
Insgesamt registrierte die Berliner Polizei im vergangenen Jahr 15 000 Fälle von häuslicher Gewalt. Die größte Veränderung, sagt Böttcher, habe im Arbeitsverständnis der Betreuerinnen gelegen. Zum Beispiel sei eine neue Kollegin „entsetzt“ gewesen, dass es keinen Raum für Einzelberatungen gab. Den nächtlichen Telefondienst sahen manche der Jüngeren wegen einer möglichen Retraumatisierung kritisch. Am Ende, glaubt Böttcher, sei das erste Frauenhaus an einem unterschiedlichen Verständnis von Feminismus
gescheitert, denn als Feministinnen begriffen sich die Jüngeren auch. Einmal habe eine Mitarbeiterin vorgeschlagen, dass ihr Freund doch den Bus des Frauenhauses fahren könne: „Für uns völlig undenkbar: ein Mann am Steuer eines Frauenhausbusses!“
Nadja Lehmann eröffnete das Frauenhaus sozusagen neu. Lehmann war eine der jungen Kolleginnen. Zusammen mit zwei weiteren ehemaligen Mitarbeiterinnen aus dem Frauenhaus hatte sie das Konzept für das Projekt mit dem Namen „Interkulturelle Initiative“ verfasst, zu dem ein Teil der Gelder des geschlossenen Frauenhauses umgeleitet wurde. Im ersten Frauenhaus habe sie Rassismus zwischen deutschen und
migrantischen Frauen erlebt, sagt Lehmann. Deshalb schnitt sie ihr Projekt auf Migrantinnen und deren spezifische Probleme zu.
Er hat gesagt: „Du fühlst dich einfach nicht wohl in Deutschland.“ Ich habe gesagt: „Ich bin nicht in Deutschland. Ich bin in deiner Wohnung.“ Ich war eingesperrt. Ich durfte nicht raus, ich hatte keinen Schlüssel. Ich habe nur vom Fenster geguckt, wir hatten in Neukölln gewohnt, und ich hatte vor meiner Tür einen Spielplatz. () Bis mein Sohn angefangen hat, genauso zu handeln wie sein Vater. Er hat einen Gegenstand genommen und gesagt: „Hier, Papa, du kannst nehmen, und du kannst Mama wehtun, ich möchte, dass sie weint.“ Da habe ich gesagt: „Ich möchte nicht, dass mein Sohn so wird zu seiner Frau oder
seiner Lebensgefährtin. Ich habe zwei Söhne. Ich möchte nicht, dass drei Männer mich terrorisieren.“ Narin, 38, ehemalige Bewohnerin der Interkulturellen Initiative.

Die „Interkulturelle Initiative“ ist ebenfalls in einer Villa im Berliner Süden untergebracht. Da das Leben im Frauenhaus auf die Dauer belastend sei, wie Lehmann findet, bietet ihr Verein zusätzlich ein Wohnprojekt mit abgeschlossenen Apartments an sowie neuerdings Wohnungen speziell für geflüchtete Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden. Viele Migrantinnen bräuchten aufgrund schlechterer Sprachkenntnisse und ausländerrechtlicher Widrigkeiten länger, um eine Perspektive für sich und ihre Kinder zu entwickeln. Nach
einer Weile könnten sie in eigene Wohnungen umziehen. Das unumstößliche Gesetz autonomer Frauenhäuser, dass nämlich Männer draußen bleiben müssen, ist inzwischen nach Gender-Maßgaben umgeformt. Letztens wurde eine Bewohnerin aufgenommen, die zwar biologisch ein Mann ist, sich aber als Frau fühlt.

PS (Mail Nr 2):

https://i0.wp.com/www.campus.de/typo3temp/_processed_/csm_9783593399072_d83e3e2201.pngliebe ewa,

das buch, von dem ich in der anderen mail schrieb ist von Dacher Keltner „Das Macht-Paradox. Wie wir Einfluss gewinnen – oder verlieren“

ist erschienen im campus verlag und es war tatsächlich am samstag im tagesspiegel vorgestellt, ganz hinten.

liebe grüße

christine

Ta jedna w pamięci mej tkwi 3

wir3bigKinga Szpuler o tłumaczeniach
Ireny Kuran Boguckiej (po hiszpańsku!)

O tym przejmującym wierszu był już wpis na tym blogu a też i na poprzednim; wiersz w oryginale i jego tłumaczenie na polski ukazał się (po raz pierwszy po polsku) w wydawanej przez Towarzystwo Literackie WIR (Verein zur Förderung der Deutsch-Polnischen Literatur) edycji literackiej (nr 2, 1995) Poetki z ciemności – Dichterinnen aus dem Dunkel.

Kaddisch (Kadish) de Mascha Kaléko (1942)

Kaddisch

Rot schreit der Mohn auf Polens grünen Feldern,
In Polens schwarzen Wäldern lauert Tod.
Verwest die gelben Garben,
die sie gesät, sie starben.
Die bleichen Mütter darben.
Die Kinder weinen: Brot.

Vom Nest verscheucht, die kleinen Vögel schweigen.
Die Bäume klagen mit erhobenen Zweigen,
Und wenn sie flüsternd sich zur Weichsel neigen,
Gen Osten wehen ihren trüben Psalm,
In bärtger Juden betender Gebärde,
Dann bebt die weite, blutgetränkte Erde,
Und Steine weinen.

Wer wird in diesem Jahr den Schofar blasen
den stummen Betern unterm fahlem Rasen,
Den Hunderttausenden, die kein Grabstein nennt,
Und die nur Gott allein bei Namen kennt.
Sass er doch wahrlich strenge zu Gericht,
Sie alle aus dem Lebensbuch zu streichen.
Herr, mög der Bäume Beten dich erreichen.
Wir zünden heute unser letztes Licht.

(books.google.de s.f.)

Kadisz

Krwawy krzyk wznoszą maki nad Polski zielony step,
W czerni leśnych ostępów Polski czai się śmierć.
Pożółkłe stogi gniją,
Ci, co je siali, nie żyją,
Bledną matki tułacze,
Dzieci wołają z płaczem
O chleb.

Ze swych gniazd wygnane ptaki umilkły, żaden nie śpiewa.
Wznosząc w górę gałęzie lamentują drzewa,
A gdy ku Wiśle się chylą z szeptem i szelestem
Na wschód wicher unosi ich rozpaczliwą pieśń,
Z brodatych żydów modlitewnym gestem.
Drżą rozległe, krwią nasiąkłe ziemie,
Płaczą kamienie.

Kto w tym roku dąć będzie w szofar, jak każe prawo,
Zamilkłym błagalnikom, pod zwiędłą murawą,
Setkom tysięcy, co imion nie mają na grobie,
A tylko Bóg jedyny wie, jak kto się zowie.
Siadłszy na sądzie, trwa z niezłomną mocą,
Aby każdego z Księgi Życia skreślić.
Panie, niech drzew wołanie do ciebie doleci.
Ostatnie światło zapalmy dziś nocą.

(archivo privado de Ewa Maria Slaska)

Mascha Kaléko fue una poestisa alemán-judía, muy apreciada en Alemania antes de la Segunda Guerra Mundial. En el año 1938 emigró con su familia a los Estados Unidos. Esto le ayudó a ella sobrevivir los tiempos difíciles. Sin embargo, el destino de los judíos y los horrores de la guerra influyeron enormemente en su obra. El tema está presente en muchos poemas suyas, como p.ej. en Kaddisch.

Las tres estrofas del poema poseen un diverso número de versos (seis, siete y ocho). Es una obra en versos libres, entonces, también el numero de las sílabas varía de cinco hasta once. El texto no está privado de rimas, aunque las encontramos dispersadas en orden irregular.

El tema del poema está relacionado con el rezo Kadish, que crea un elemento importante de varios oficios religiosos en la religión judia. También es una parte de las oraciones fúnebres. La poetisa se refiere a este motivo para subrayar el ambiente dramático y apocalíptico del poema. En las dos primeras estrofas se nos presenta el paisaje de guerra en Polonia. Todo está destruido y en estado de descomposición, en todas partes observamos las huellas de la muerte. Las madres no están en condiciones de cuidar a sus hijos que sufren hambre. Aún en la naturaleza se manifiesta la ansia de la guerra: las amapolas tienen el color de sangre, los pájaros están muertos, las piedras están llorando. Los árboles levantan sus ramas en el gesto de desesperación, pero también de oración; parecen los rabíes con las manos arriba. En la tercera estrofa el sujeto lírico pregunta por los muertos ¿que ocurrirá con ellos? Solo los árboles se han quedado para rezar por ellos, no lo pueden hacer otras personas. Ojalá, sus vocez lleguen al Dios, que los está tachando de la lista de los vivos.

En la traducción polaca del poema Kaddisch se refleja muy claramente el tono dramático y lúgubre. La traductora mantiene la estructura del poema, aunque con una pequeña exepción, o sea, divide el último verso de la primera estrofa en dos partes: “Die Kinder weinen: Brot.”; “Dzieci wołają z płaczem/ O chleb.” No es un cambio muy significativo, porque en la versión alemana hay dos puntos, un signo de puntuación que requiere una pausa en el momento de leerlo. La traductora lo cambia por dos versos, para que el lector haga la pausa necesaria y para acentuar la realidad del hambre. Asimismo, Bogucka pretende inventar las rimas. No siempre se encuentran exactamente en los mismos versos que en el texto original, sin embargo, su cantidad es silimar. Los versos son más largos de los en la versión original, esto procede de la particularidad del alemán, es decir, de los sustantivos, adjetivos incluso verbos formados de dos palabras: “blutgetränkte, Hunderttausenden, Lebensbuch; krwią nasiąkłe, setkom tysięcy, Księga Życia”. La traductora decide también extender algunas expresiones para que sean más transparentes para los lectores polacos, p.ej.: “Rot schreit der Mohn; Krwawy krzyk wznoszą maki”, “In Polens schwarzen Wäldern; W czerni leśnych ostępów Polski”, “schweigen; żaden nie śpiewa”, “Wer wird in diesem Jahr den Schofar blasen; Kto w tym roku dąć będzie w szofar, jak każe prawo”. En el último ejemplo vemos una parte adicional que no está en el texto original, la traductora la añadió para que se rimen los versos primero y segundo.

En general, en la traducción polaca sentimos muy intensivamente que la traductora comparte los sentimientos y experiencias de la autora del texto. Esto no nos extraña al darnos cuenta que ambas mujeres habían tenido que ser testigos de la guerra.

Irena Kuran-Bogucka Xilografía del ciclo “Lorca Romancero”, 1958

 

Ein Foto aus Afrika

Meistens ist es so, dass mir die Autoren Texte und Bilder zusenden, manchmal wollen sie keine Bilder oder haben keine und ich suche sie selber im Internet. Es ist aber, glaube ich, das erste Mal, dass mir ein*e von meiner Autor*innen das Bild ohne Geschichte zugeschickt hat und ich, von dem Bild begeistert, unbedingt wollte, dass sie doch dazu etwas erzählt.

wiki-ghana

Kaum zu glauben, aber die Stilisierung (wie man es heute gesagt hätte) der beiden Frauen ist rein zufällig.

Viktoria Korb

Ghana unverändert

Als ich im Jahr 1989 als diplomatische Mitarbeiterin des International Trade Centre
(UNCTAD/GATT) in Genf,  der Stadt, wo sich alle europäische Vertretungen der Vereinten Nationen befinden, auch mit der Ghana beschäftigen mußte, schickte man mich auf eine Dienstreise in dieses afrikanischer Land. Ich war, als eine UNO „Professional officer”, an alle möglichen Reisen gewöhnt. Vorher arbeitete ich ein Jahr in Indonesien und ein Jahr auf den Philippinen. Den Umzug nach Genf fanden meine Kollegen toll, und beneideten mich sogar.

Ich aber bereute sehr, daß ich diese faszinierende südostasiatische „Multi-Kulti” Länder, insbesondere Indonesien,  verlassen mußte. Übrigens gab es dort viele Frauen in den Regierungspositionen –  in Indonesien sogar eine Präsidentin Megawati Sukarnoputri ähnlich wie in Indien, Sri Lanka, Bangladesch und einigen Ländern mehr, wie zum Beispiel Israel…
Dort gab es kein Prinzip von KKK – Kinder, Küche, Kirche wie in Europa und besonders in Deutschland und in der Schweiz, wo Frauen erst im 20. oder in manchem Kantonen sogar erst im 21. Jahrhudert die Wahlrechte bekamen…

Nach einigen Wochen in Genf habe ich langsam bemerkt, dass wir dort fast nichts zu tun hatten und uns alle langweilten. Wir durften aber Gott sei dank während unserer Arbeitszeit neue Fremdsprachen lernen und hatten eine Stunde Zeit für das Mittagessen in der UNO–Cafeteria. Ein großes Problem für mich waren aber die Genfer Erotomanen verschiedener Nationen und Rassen. Man konnte sich kaum auf die Straße rühren, auch von Kopf zu Fuß winterlich bekleidet, ohne belästigt zu werden. Ein „Fan” hat sogar meine Telephonnummer und Adresse gefunden, nachdem er sich meine Autonummer auf dem UNO-Parkplatz notiert hatte!
208054Ein anderer folgte mir auch der Straße, entdeckte meine Wohnungsadresse und behauptete, als meine Eltern dort zu Besuch waren, dass wir bald heiraten würden…
Ich las öfters das Buch von  Tadeusz Dołęga-Mostowicz „Pamiętnik pani Hanki” („Tagebuch von Frau Hanka”, das viele Ausgaben hatte) und war begeistert vom Satz „Zalewski langweilte sich in Genf”.

Ich fuhr auch öfters nach Paris, um meine 1968-Emigranten Freunde aus Polen zu besuchen. Im Zug von dort zurück nach Genf  wurden wir auf einmal an der französichen Grenze aufgehalten und mussen aussteigen, weil man verdächtigte, dass es im Zug eine Bombe gab. Wir rannten in eine Kneipe und tranken Wein, wobei mir eine französische Mitfahrerin erklärte, dass man in Genf Schi-Laufen und Segeln muss, um sich nicht zu langweilen.

Das habe in Polen schon seit meiner Kindheit getan und ich trat mit Freude in den Schi-Klub der UNO und Segel-Klub von CERN ein.  Leider herrsche dort auch eine Menge von Erotomanen aller Rasen!
Nach einem Jahr hat man mich von der langweiligen allgemeinen Planungs-Abteilung in die Afrika-Abteilung versetzt und die abenteuerliche Zeit kam zurück!
Bald schickte man mich auf eine Dienstreise nach Ghana… Zusammen mit zwei Kollegen, einem Ungar und einem Nigerianer, die allerdings nur kurz dort bleiben sollten, wogegen ich länger.

Allein der Flug mit Umsteigen war schon merkwürdig, und nach der Landung musste ich lang unter der Erde gehen, um zur Passkontrolle zu gelangen. Mit dem diplomatischen Pass der UNO mußte man nicht in der üblichen Schlange stehen, aber der ganze unterirdische Gang war sehr tief und die Kontrollere standen ganz oben. Wahrscheinlich um uns zu zeigen, dass, obwohl Afrikaner, seien sie doch wichtiger als wir…

Der Dienstwagen des Auslandsministerium, mit dem wir kooperieren sollen, war nicht erschienen und wir mussten ein Taxi nehmen, das uns ins angeblich bestes Hotel von Accra brachte. Dort wurde behauptet, dass wir keine Zimmer reserviert haben und es für uns keinen Platz gab. Wir vermuteten, dass man von uns Trinkgeld bekommen wollte. Nach langem Krach hat man uns doch Zimmer zugeteilt, denn unser afrikanischer Kollege, ein Kongolese, war in der Lage sie zu überzeugen, dass das Außenministerium doch für uns die Zimmer reserviert hatte.  Der Aufzug war kaputt und wir gingen in unsere Zimmer im vierten Stock mit den schweren Koffern zu Fuß.

Im Zimmer musste ich feststellen, dass nur eine einzige, kleine Lampe funktioniert und der Raum in der fast totalen Dunkelheit versunken ist. Und die Klimaanlage war kaputt! Erschöpft und hungrig ging ich mit meinen Kollegen in die Hotelkneipe.
Da bestellte ich zuerst Ananassaft zum trinken und bekam ein Glas Wasser mit irgendwelchen Spuren von Ananashaut.
Ich rief den Kellner und sagte, dass es doch kein Saft war, sondern eine dreckige Mischung.
Er antwortete, dass so der Saft bei ihnen ist, weil sie ohnehin nichts am stärkeren Getränk verdienen würden Ich kannte so was aus meinem früheren Leben im sozialistischen Polen und wusste, daß ich es akzeptieren musste. Es gab aber genug Whisky, so wie Vodka in Polen, das ich mit meinen Kollegen trank…

Zurück in meinem Zimmer wollte ich duschen und entdeckte, dass es kein heißes Wasser, keine Seife und kein Handtuch gab… Ich rief die Hotelleitung an und bat um die Sachen. Sie waren total erstaunt über meine freche Bitte, schickten aber zu mir eine nette Putzfrau, die es schaffte, mir Handtuch und Seife zu besorgen. Ich bat die Hoteldienste mich den am nächsten Tag morgen anzurufen, weil ich keinen Wecker hatte, und durch ganz verschiedene Zeiten, als in Europa ziemlich durcheinander war. Die waren total schockiert und ich mußte wieder die Putzfrau bitten, an meiner Tür zu klopfen.

Am nächsten Morgen gingen wir ins Wirtschaftministerium, wo im Eingangszimmer ein ghanesischer Wachschutz-Beamte am Schreibtisch saß und schlief. Wir haben gewagt, ihn zu wecken, und er war sehr sauer. Dann trafen wir eine hohe Beamtin, Miriam Holbrook-Smith (wie wir bald erfuhren, war das ein gänginer Name in Ghana!) Sie war sehr nett, lud mich bald in eine Kneipe ein und bestellte für mich ein Glas Saft, das mit einem Netz bedeckt war, damit die Fliegen nicht reingelangen… Sie kannte gut die Hotels ihres Landes und schlug vor zu versuchen wird, mir einen anderen zu finden. Sie erzählte mir auch ihre persönliche Geschichte – sie wurde mit einem ihr unbekannten Mann von ihrem Vater verheiratet und musste einige Jahre mit ihm zusammen leben. Aber als sie eines Morgens aufwachte, war er tot… Dann durfte sie einen Mann ihrer Wahl heiraten, mit dem sie glücklich war!

Am nächsten Tag wagte ich ins Schwimmbad im Garten unseres Hotels zu gehen, weil wir nichts zu tun hatten, und entdeckte, dass sein  Boden ganz kaputt war und mit Tepichen bedeckt. Dafür gab es neben dem Pool die Tanzabende, wo die Landleute enthusiastisch tanzten und flirteten.
Aber Miriam Holbrook-Smith schlug mir, Gott sei dank vor, bei einer ihrer Freundinnen, einer Togo-Diplomtin, zu wohnen. Das hat mich sehr gefreut. Beim verlassen des schrecklichen Hotels gab ich der so netten  Putzfrau einige Dosen von Thunfisch-Konserven als Geschenk, und hörte dann ihre Schreie. Einer der Wächter hat ihr die Dosen aus der Hand weggerissen und ist weggelaufen…

Kein Wunder, dass die Lieder und Filme über „Wildes Afrika” rund um die Welt in den Medien blühten… Und doch waren afrikanische Frauen viel emnazipierter als die deutschen.
Mit der Togos-Diplomatin lebte sich sehr angenehm, wir schliefen zusammen in einem Doppelbett und schauten uns Fernsehen an.  Ihr Hausmädchen kochte für uns.
Als ich dann bald die Dienstreise  an die Elfenbein küste, also Republik Côte d’Ivoire (die bestand auf den französichen Namen!) mit den beiden UNO-Kollegen machen musste, fuhren wir mit dem Auto, denn, wir wollten nicht noch von Fahrern beobachtet werden.
An der Grenze angekommen, begrüßt uns nur ein an eine Kette angebundener Affe, der dort herum sprang. Er konnte uns aber keine Paß-Kontrolle machen! Wir rannten hie und da, bis wir einige Polizisten gefunden haben, die gerade ihr Mittagsschlaf machten.

Die begannen mit meinem nigerianischen Kollegen in ihrer Landesprache zu reden, die er aber nicht verstand und versuchte mit ihnen auf Englisch zu kommunizieren. Sie wurden wütend, und erklärten ihn zu einem Rassisten! Sie dachten, dass er seine afrikanische Wurzeln ablehnte.
Schließlich ließen sie uns in Ruhe und wir landeten in einem tollen Hotel in Abidjan, wo ich mich letztlich am Strand erholenn konnte.

Erstmal genug von afrikanischen Abenteuer…

 

Parasolki Umbrellas Regenschirme

Wir protestieren heute wieder!

We do protest today again!

Protestujemy! Znowu!

23.10.2016 13:00-15:00 Warschauer Brücke Berlin

Bring your (black) umbrellas! Przynieście (czarne) parasolki! Bringt eure (schwarze) Regenschirme mit!

black-clip-umbrella
Schreibt euren Spruch drauf! Write your slogan! Napiszcie swoje hasło!
Zeichne eure Skizze! Namalujcie coś! Make your own picture!

PiS-Off

cupzgmaxyaartez

parasolkix

paniirenkaparasolkakl

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klukos

black-clip-umbrellaKto się boi czarnej baby? piosenka /ein Protestsong (auf Polnisch) / Polish Protestsong

black-clip-umbrella

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Aus der Rede von Dr. Norbert Lammert

Interessante Überlegungen…

am Tag der Deutschen Einheit in Dresden
3. Oktober 016

Meine Damen und Herren,

vor 100 Jahren, im Dezember 1916, mitten im ersten Weltkrieg, erhielt das Eingangsportal unseres Parlaments in Berlin als Widmung die markante Inschrift: „Dem deutschen Volke“, das Reichstagsgebäude selbst war damals bereits 22 Jahre alt.

Die Festlegung auf eine Inschrift war im Kaiserreich ebenso umstritten wie die Volksvertretung selbst. Dem Kaiser, dem das Parlament ebenso entbehrlich schien wie das dafür errichtete Reichstagsgebäude, wurden die Worte „Dem deutschen Reich“ vorgeschlagen, Wilhelm II. plädierte für den Schriftzug „Der deutschen Einigkeit“ – er misstraute dem Parlament als einem Ort widerstreitender Meinungen und Interessen und beschwor die nationale Geschlossenheit.

Alles nur Geschichte? Die vor einhundert Jahren beschlossene Widmung „Dem deutschen Volke“, die dem im Kriegsverlauf zunächst gewachsenen Selbstvertrauen der meisten damaligen Parlamentarier entsprach, konnte unmittelbar vor Weihnachten 1916 montiert werden. Es war das Jahr brutaler deutsch-französischer Schlachten um Verdun und an der Somme, an deren Ende es ohne wesentliche Verschiebung des Frontverlaufs und damit ohne Geländegewinne auf beiden Seiten mehr als hunderttausend Tote gab. Die Lettern der Widmung waren aus eingeschmolzenen französischen Kanonen­kugeln gegossen – erbeutet in den Befreiungs­kriegen gegen Napoleon.

Die damit beauftragte Bronzegießerei Loewy gehörte einer jüdisch-deutschen Familie, deren Sohn sich vom Judentum abgewandt hatte. Er ließ sich taufen, und nachdem er sich 1918 hatte adoptieren lassen, glaubte er sich mit seinem neuen Namen Erich Gloeden sicher – zu sicher. Von den National­sozialisten wurde er verhaftet, weil er Verfolgten geholfen hatte – darunter auch einem General aus dem Widerstand des 20. Juli. Gloedens Frau, seine Schwiegermutter und er selbst wurden im November 1944 in Plötzensee durch das Fallbeil getötet.

Geschichte. Die Nationalgeschichte jedes Landes ist die Summe der vielen, persönlichen Geschichten von Menschen, die meist unbeobachtet bleiben oder schnell vergessen werden. Geschichten wie die Erich Gloedens zählen zu unserem historischen Erbe. Seine Geschichte zeigt beispielhaft, wie in unserem Land noch vor wenigen Generationen Menschen ausgeschlossen wurden aus der Nation, deren selbstverständliche Mitglieder sie waren, wie sie Rechte und Schutz verloren, ausgeliefert waren – in einer Zeit, da die Weimarer Republik zerschlagen, der Reichstag ausgebrannt, das Parlament entmachtet und politische Gegner an Leib und Leben bedroht waren.

Diese Erfahrungen sind uns Verpflichtung und sie lassen uns gerade am Nationalfeiertag auch darüber nachdenken, wie und was sich in den vergangenen einhundert Jahren verändert, glücklich gewandelt hat, wer und was deutsch ist und wen Deutschland heute in seine Rechtsordnung einschließt – für wen die gewählten Abgeordneten des Deutschen Bundestages unter der Widmung „Dem deutschen Volke“ Gesetze debattieren und beschließen.

Angesichts vieler Veränderungen, der objektiven Schwierigkeiten und der bisweilen auch zu Unrecht aufgetürmten scheinbaren Probleme, die uns heute beschäftigen, steht außer Frage, dass „dem deutschen Volke“ selbst aufgegeben ist, nach einer zeitgemäßen Bestimmung dessen zu suchen, was Deutschland im 21. Jahrhundert sein will. Das wissen wir gegenwärtig offensichtlich nicht so genau. Darüber darf und muss gestritten werden. Wer aber in diesem Streit das Abendland gegen tatsächliche und vermeintliche Bedrohungen verteidigen will, muss seinerseits in dieser Auseinandersetzung den Mindestansprüchen der westlichen Zivilisation genügen: Respekt und Toleranz üben und die Freiheit der Meinung, der Rede, der Religion wahren und den Rechtsstaat achten.

Dieser Staat, dessen Einheit wir heute feiern, unsere Gesellschaft, kann und will Möglichkeiten eröffnen, ein Leben in Frieden und Freiheit zu führen: „Dem deutschen Volke“, Hiergeborenen und Zugewanderten, Jungen und Alten, Frauen und Männern, Christen, Muslimen und Juden, Armen und Reichen. Vielfalt ist keine Worthülse – längst wohnen hier in Sachsen gebürtige Schwaben, aber auch Tschechen und Polen, haben Brandenburgerinnen Bremer mit türkischen Wurzeln geheiratet, sind einst aus der DDR freigekaufte Berliner vom Rhein zurück an die Spree gezogen, Westfalen haben in Mecklenburg-Vorpommern ihr Glück gemacht, Niedersachsen in Thüringen – als Ministerpräsidenten zum Beispiel. Und ein Dresdner Schauspieler beeindruckt seit Jahren ein millionenstarkes Fernsehpublikum im „Münster-Tatort“.

Deutschland ist ein vitales Land, ein attraktiver Standort, eine vielfältige, bunte Gesellschaft, durch Persönlichkeiten geprägt, die Tradition wie Innovation überzeugend verkörpern:

Ein in Bangkok geborener Oberstleutnant leitet die Big Band der Bundeswehr, eine Chinesin wurde Vizepräsidentin einer bayerischen Universität, eine Syrerin ist in diesem Jahr Weinkönigin in Trier, ein türkischstämmiger Muslim war Schützenkönig einer katholischen Schützenbruderschaft in Werl/Westfalen, und eine Fernsehmoderatorin, deren Familie aus dem Irak stammt, verteidigt die Freiheit sowie die Rechte und Pflichten der Presse in Deutschland gegen demokratie­gefährdende Anwürfe. Deutsche Fußball-, Olympia- und Paralympics-Mannschaften sind erfolgreich, auch deshalb, weil ihre Mitglieder mit ihren Mannschaftskameraden mit welcher Herkunft und Hautfarbe auch immer, gemeinsame Ziele verfolgen und zusammen kämpfen. Unter einer Flagge.

***

Fotos (aus Wikipedia)

Oben – Reichstagsgiebel mit der Inschrift “Dem deutschen Volke”

Unten – moderne Auslegung, Reichstagshof mit der Inschrift “Der Bevölkerung”

Hans-Peter Meister

Przyszedł mail:

Drodzy,
proszę mnie rozumieć tak jak piszę w tym momecie i o tej sprawie. Ja nie mam pretensji do bycia literatem, poetą lub pisarzem. Od czasu do czasu szukam w formie pisemnej (w moim odczuciu osamotnionym dialogu ze sobą samym) uiszczenia emocji, uczucia, odczucia i ślepej kiszki itp i itd.
Nie o mnie tu się rozchodzi. Intensywnymi minutami się zastanawiałem jak prawie 20 lat temu widziałem, rozumiałem, słuchałem Hansa Petera…

Przepraszam Was, przepraszam za list otwarty i zaadresowany jednocześnie do Was wszystkich.

Ewo, Moniko, Sylwio, Witku i bliscy Hansowi Peterowi, Tomek zdeklarował się do przetłumaczenia tego tekstu na niemiecki. Proszę, sami oceńcie, czy taka jest potrzeba.

Jeśli tak to: człowieki,  ciężko dobrze, kurwa i kłamać są oryginalnymi zwrotami, zaczerpniętymi z przeszłości, z naszego prze/życia.

czuwaj

Filet

***
Też znałam Hansa-Petera od dawna, od zawsze. Mnóstwo robił i dużo wymagał od nas wszystkich. Opowiedział mi kiedyś historię, którą napisałam. Pierwsze opowiadanie, jakie napisałam po niemiecku. Nie podobało mu się. Trudno, czasem i tak bywa. Ja je do dziś lubię.

EMS

hanspeter

Andrzej Filet Fikus

„Człowieki są różnymi indywidualnościami“. Tak spuentowałeś ówczesne nasze spotkanie po latach, przy ponownej okoliczności w BuchBundzie. W moim odczuciu zwróciłeś tym uwagę na moje “noże” w morzu ludzkości i próbowałeś załagodzić mój gniew spowodowany kolejnym zdemaskowaniem jakiegoś oszustwa w socjalnej branży. Pokornie usprawiedliwiałeś się, że już nie jesteś aktywny w “Social-polit-arbeit“, bo przecież prozaiczne życie, utrzymywanie rodziny. Mówiłeś z zadowoleniem o córce przebywającej w Holandii. “Własna rodzina! Ja o tym marzyłem wiele lat i teraz jest ciężko dobrze”, podkreślałeś. Byłeś i pogodny, i zatroskany opowiadając o niej, o Karin i intensywnej własnej pracy.

Sobota, 02 października 2016, kolejna, dzięki również Twoim wieloletnim wysiłkom i postawionym również przez Ciebie pod nią fundamentom, impreza Polskiej Rady Społecznej w “Familien Garten“, Oranienstraße 34. Hans-Peter nie żyje!, rzucił Witek na powitanie. Jak nie żyje? No kurwa normalnie, zmarł, nie wiem, od Jacka wiem, dzwonił do niego, byle tam coś gadał, do Lutza, tamtej i tego też dzwonił, jakby się nudził, mieli niektórzy wrażenie. Ktoś powiedział, że skrzep na płucach, szybki rak. Poczułem nagle we wnętrzu ładunek wybuchowy z opóźnionym zapłonem lub może konia podkłutego kopnięciem w brzuch. Alarm! Co mam z tym wszystkim w brzuchomózgu teraz zrobić, gdy Cię niby już żywego nie ma? Tej samej nocy, czyli z soboty na niedzielę, śniłem o Tobie, bardzo realnie, w kolorach. Szybkim krokiem, w ortalionie, w zamglonych okularach przeskakiwałeś skrzyżowania, pędziłeś z torbą przewieszoną przez ramię, wchłaniając kolejne metry, do Rady oczywiście. W deszczu, ślisko i pod prąd; wtedy wiesz, że żyjesz. A pewno jak i w tym śnie, jak i wiele razy wcześniej, biegłeś, by komuś pomóc, niekoniecznie tylko Polakom. A w tym śnie, w barwach deszczu i Kreuzbergu, widząc Twoją postać: “Kurwa! Hans-Peter, przecież Ty żyjesz! Nie kłam, wczoraj mówili, że umarłeś!” Zerknąłeś w moją stronę i w typowym Ci rytmie: ”Tak, tak, potem, pogadamy, ja muszę, ważne sprawy“. I tyle Cię widziałem. Na moje szczęście znów.

Berlin 04.10.2016

Frauenblick: Ferrante 2

Monika Wrzosek-Müller

In Sachen Ferrante

Da ich bei Ewa über Ferrantes Bücher geschrieben habe, drängt es mich, nach der letzten Affäre um die Enthüllung ihrer Identität darüber zu berichten.

Natürlich kann jeder denken, was er will: wozu sich hinter einem Pseudonym verstecken, wozu dann aber so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Dient das Spiel mit dem Pseudonym als Werbung, als geschicktes Manöver, anders zu sein, in der medial bestimmten Welt aufzufallen durch Andersartigkeit? Das mag alles stimmen und es kann auch sein Zweck wunderbar erfüllt haben. Und doch…

Die Neugier der Menschen ist geweckt worden, warum kann dann ein Schriftsteller nicht ohne Gesicht für sich in einer stillen Kammer arbeiten, schreiben, sich hinter seinen Texten verstecken. Warum darf überhaupt der Mensch nicht gesichtslos agieren; hier aber stoßen wir auf ein sogenanntes weites Feld … warum gefallen uns Burka, Niqab, Tschador etc… nicht, und im Namen der Demokratie wollen wir sie verbieten, abschaffen. Es ist schon schwer, dazu eine klare Meinung zu haben. Im Fall der Schriftsteller ist das Problem viel einfacher; lassen wir den Text sprechen, beurteilen wir den Text. Wir müssen nicht im Leben des Autors herumstöbern, herumstochern alles nach außen wenden und dabei zusehen, wie der Autor sich windet und erklärt und vielleicht nicht so rosig da steht wie in seinen Büchern. Wir sind gewöhnt, alles schnell über jeden zu erfahren, zu verbreiten und zu urteilen.

Gerade solche Bücher, wie Ferrante sie geschrieben hat, die auf Emotionen basieren und diese hervorrufen, halb autobiographisch mit Empathie, provozieren Nähe zum Autor. Doch im künstlerischen Prozess müsste man den Abstand respektieren. Überhaupt muss man dem Menschen mehr Respekt zollen. Das Wissen über den wahren Namen und das dazugehörige Gesicht ändert nichts an dem Lesevergnügen ihrer Texte. Die Romane bekommen vielleicht einen tieferen Hintergrund, aber dass sie in Neapel gewohnt haben musste, war sowieso schon bekannt. Man sollte den Willen des Schriftstellers respektieren und ihn in Ruhe lassen.

Die Art, wie der italienische Journalist ihr nachspioniert hat, finde ich abscheulich. Es müsste eigentlich verboten sein, und es ist wahrscheinlich verboten, die Menschen zu durchleuchten, ihre Steuererklärungen durchzuarbeiten, nur um den Namen und das dazu gehörige Gesicht zu finden, nur damit die Boulevardpresse wieder einen Skandal zum Ausbreiten hat. Ich hoffe, sie wird sich wehren und ihm einen Prozess machen und diesen gewinnen, so wie viele Prominente, die gegen Paparazzi geklagt und gewonnen haben. Doch eine Sache bleibt unmkehrbar: ihre Identität ist enthüllt worden, sie muss etwas damit anfangen.

Eigentlich dient ihr, der Schriftstellerin, der ganze Rummel auch sehr, die Bücher werden noch bekannter und jeder liest sie. Und das ist gut so, denn sie sind es wert und bereichern uns.

***

Für die, die nix wissen, wie ich, und vom Enthüllungsskandal nichts wussten:

Es geht um die “Enthüllungen” des italienischen Journalisten Claudio Gatti, der gestützt auf Honorarlisten und Grundbucheinträge zu beweisen versucht, dass die römische Übersetzerin Anita Raja die “große Unbekannte” sei. So nennt der Suhrkamp-Verlag die Autorin auf der eigens eingerichteten PR-Webseite. Veröffentlicht hat Gatti seine Rechercheergebnisse – übrigens nicht die ersten Enthüllungsversuche in diesem Fall – gleichzeitig in vier internationalen Medien, unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und im New York Review of Books. Und zwar offensichtlich gegen den Willen der Autorin.

Verlorene Mühe

Ewa Maria Slaska

… einer Beschwerdeschreiberin

Im letzten Jahr oder so schrieb ich vier Mal Beschwerdemails an verschiedene Institutionen bzw. Einrichtungen in Berlin, darunter zweimal zu verschiedenen Anlässen an die BVG.

Alle meine vier Beschwerden schienen mir ziemlich wichtig zu sein. Sonst hätte ich sie nicht geschrieben.

Einmal hat man mir beantwortet, es hat aber gar nichts gebracht, dreimal passierte gar nichts. Also hier mein öffentlicher Appell an alle Institutionen des öffentlichen Lebens. Macht uns nicht vor, dass ihr euch um uns kümmert. Ihr tut es nicht. So einfach ist es.

Die Beschwerde Nummer 1 war die wichtigste. Ist auch die einzige, wo man mir antwortete. Am 6. Mai 2015 fuhren wir gegen 20 Uhr mit meinem Enkelsohn im ersten Wagen der U-Bahn Linie 1. Der Wagen war voll und gerade am Abfahren am Schlesischen Tor, als jemand in das Wageninnere eine Hustenbombe warf, wobei wir alle sofort zu husten begannen. Dank Initiative eines großen starken Mannes, wurde die erste Tür des Wagens gewaltsam geöffnet. Die U-Bahn wurde zwangsläufig gestoppt und wir alle könnten weglaufen. So schnell wie möglich. Ich war mit einem Kind da und nur seine Sicherheit war mir wichtig. Vielleicht ging es uns allen so.

Ich habe in meiner Mail betont, dass sich alles im ersten Wagen abgespielt hatte und wir durch die erste Tür weggelaufen sind. Und dass mit unserer Aktion der Zug gestoppt wurde, der schon im Begriff war, abzufahren. Diese drei Tatsachen MÜSSTEN die Aufmerksamkeit des Fahrers an sich ziehen. Ich habe auch genaue Uhrzeit genannt, wann es passiert ist – in der Annahme, dass man damit den Fahrer sofort identifizieren wird.

Na ja…

Und so war die Antwort:

Sehr geehrte Frau Bogucka-Slaska,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 06.05.2015.

Sie berichteten uns, dass in einem unserer Züge der U-Bahnlinie U1 eine chemische Substanz ausgeschüttet worden sein soll, die bei Ihnen und anderen Fahrgäste eine Atemnot und Husten ausgelöst hätten. Sie kritisieren, dass der Fahrer des Zuges nicht eingriff, sondern einfach weiter fuhr.

Es ist uns wichtig, dass unsere Fahrgäste gefahrenlos mit unseren Verkehrsmitteln fahren können. Daher werden unsere Fahrzeuge und Betriebsanlagen regelmäßig gewartet, inspiziert und gesäubert. Wenn in einem Fahrzeug wie der U-Bahn eine Verschmutzung auftritt, kann das Fahrpersonal dies nicht immer umgehend wahrnehmen. Wir sind daher hier auf die Hilfe unserer Fahrgäste angewiesen. Da Sie von einer offenbar gefährlichen chemischen Substanz sprachen, haben wir drei in Frage kommende Zugfahrerinnen und Zugfahrer ermittelt und zum Sachverhalt befragt.

Keiner der befragten Kollegen konnte sachdienliche Angaben zum Vorfall machen. Eine Überprüfung der Aufzeichnungen der Betriebsleitstelle U-Bahn ergab ebenfalls keine Hinweise. Daher war auch ein Sichern von Videodaten nicht möglich. Uns verwundert, dass weder Sie noch andere Fahrgäste sich beim Fahrer gemeldet haben. Zudem haben wir außer Ihrer Eingabe keine weiteren Beschwerden über diesen Vorfall erhalten. Wir können uns daher den Sachverhalt nicht erklären und diesen auch nicht aufklären.

Obwohl wir Ihrem Wunsch nicht entsprechen können, freuen wir uns, Sie auch weiterhin als Fahrgast in unseren Verkehrsmitteln zu begrüßen.

Mit freundlichen Grüßen

Stephanie König
Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
Kundenservice FVS-B2 (IPLZ 43431)
Telefon: +49 30 19 449
Telefax: +49 30 256-49256
Mail: info@bvg.de

Also, man kann niemandem identifizieren, keiner weißt was und wir sollten uns selber darum kümmern, dass sich der Fahrer um uns kümmert… Danke BVG! Dies erinnerte mich an eine dramatische Situation in meinem Leben in Berlin. Jemand ist in meine Wohnung eingebrochen und erzählte mir, mich umbringen zu wollen. Nach Stunden habe ich es geschaft, ihn aus meiner Wohnung auszuschmeißen. Die Polizeit tat wenig, bis ich selber mit meinen Nachbarn entdeckt habe, dass der Einbrecher im Gartenhaus bei uns wohnt. Wir haben ihn der Polizei ausgeliefert, die mit ihm sprach und frei ließ. Ich rief die Polizei an und fragte, was es soll: Wer wird sich jetzt in solcher Situation um mich kümmern? Die Antwort war klar: Ihre Sicherheit, Frau Slaska, ist ihre Sache.

Na klar.

Jetzt lerne ich noch etwas dazu: Ihre Beschwerde, Frau Slaska, ist ihre Sache. Ich brauchte aber noch drei Beschwerden, bis ich es kapiert habe.

Die Beschwerde Nummer 2 ging auch an die BVG. Ich klagte, dass man in der U-Bahn eine neue Chemikalie anwendet (billigere Putzmittel?), die in mir eine sofortige Allergie hervorruft. Ich steige in die U-Bahn ein und beginne sofort zu niesen.

So…

Die Beschwerde Nummer 3 betraf ebenfalls Allergie und ging an Möbel Kraft. Ich kaufte einen neuen Schreibtischsessel… Es dauerte eine Woche bis ich entdeckt hatte, dass er meine plötzlich auftretende nächtliche Allergieanfälle verursacht hatte… Ich schrieb Möbel Kraft an, die Antwort… na ja, Sie ahnen schon…

Oder…

Und endlich etwas, was mit der Kultur und nicht mit meinem allergisch empfindsamen Wesen zu tun hat. Meine Beschwerde Nummer 4, eine Mail an Kino Kunst66, abgeschickt am 30. Juli bezeugt dafür meine soziale Empfindlichkeit.

Meine Lieben Damen und Herren vom Kino Filmkunst66

Ich war heute bei Ihnen mit insgesamt 8 Freunden und möchte mich beschweren.
Wir kamen in zwei Gruppen, um den Film Mit Jacqueline unterwegs zu sehen. Zuerst ich mit 4 Personen und dann weitere 4.
In meiner Gruppe waren 2 erwachsene Frauen (beide mit Berlin Pass) und 3 Kinder. Ausser mir waren alle aus der Gruppe Flüchtlinge. Und ich – Rentnerin.
Ihr Mitarbeiter verweigerte uns jedwede Ermäßigung mit der Erklärung, es ist Wochenend und am Wochenend gelten keine ermäßigten Preise.
Ich habe jedoch damit gerechnet, dass wir weniger zahlen und mir fehlte, bei so großem Ticketeinkauf sage und schreibe 2,5 €!
Ich versuchte zu erklären, dass es Kinder sind, Flüchtlinge, Berlinpass, ich dazu noch Rentnerin… Zig Gründe um Ermäßigung zu bekommen. Es wären dann 5 € weniger und mein Geld hätte gereicht, weil ich den Tag mit meinen Schützlingen sehr sorgfältig, auch finanziell, geplant habe…
Ihr Mitarbeiter zeigte sich nicht bereit, um ein Deut von dem Preis abzutreten. Es “rettete mich” die Flüchtlingsfrau, die diese fehlende 2,5 € bezahlt hat.
Und jetzt: abgesehen von alledem, was ich hier geschrieben habe, bemerken Sie auch, dass:
1/ man kann bei Euch nicht mit der Karte bezahlen!
und
2/ die Preistabelle auf Ihrer Internetseite ist keineswegs eindeutig – schauen Sie selber an. Wir haben alle verstanden, dass wir eine oder andere Ermäßigung auch heute bekommen.
Alles in allem: ich habe Ihnen heute 8 andere Kunden mitgebracht, und ich habe sowohl in meinem Blog als auch auf dem Facebook Werbung für Euch gemacht und ich bereue es sehr (obwohl ich den Film nach wie vor sehr gut finde!).

Mit freundlichen Grüßen

Ewa Maria Slaska
Bloggerin und FlüchtlingsPatin
https://www.facebook.com/ewamariaslaska
https://ewamaria2013texts.wordpress.com/2016/07/30/nieulegla-krowa-czyli-porady-kulturalne-na-lato/

Und Danke für Eure Aufmerksamkeit!

fuckyou