Barataria oder was passiert mit unseren Utopien

Für Christine anhand von Auszügen aus einem fabelhaften Buch, das ich von ihr bekommen habe; es wäre auch für Konrad, der aber noch kein Deutsch kennt

Klappentext:

Orient und Okzident, Einwanderer, Auswanderer, Aussteiger, Islam, Christentum, Kapitalismus und die Suche nach dem Glück: Michael Kleeberg erzählt Geschichten und Schicksale in einer globalisierten Welt. Mühlheim bei Frankfurt. Ein Kreis von Freunden trifft sich und versucht, über Freundschaft und Gesellschaft nicht nur nachzudenken, sondern auch Utopien eines anderen Zusammenlebens zu verwirklichen.
Dabei: Hermann, einst Doktorand der Philosophie, dann Aussteiger, jetzt Lehrer in Frankfurt. Maryam, eine iranische Sängerin, die auswandern musste, weil ihr das Singen verboten wurde. Ausserdem: Younes, ein libanesischer Pastor, Zygmunt, ein polnischer Handwerker, Bernhard, ein Ex-Sponti, der lange einen Verein für Jugendsozialarbeit leitete, Ulla, seine Frau, Kadmos, ein arabischer Lyriker.
In einem kaleidoskopischen Roman in zwölf Büchern (angelehnt an Goethes West-Östlichen Divan und Nezamis Leila und Madschnun) erzählt Michael Kleeberg ihre Geschichten und Geschichten um sie herum und begibt sich zu den Wurzeln ihrer Kulturen. Kleebergs Buch spielt in Deutschland, Iran, im Libanon und im Reich der Mythen.


»Die Fundamentalisten wie die Materialisten sind sich ja darin einig, dass wir an gar nichts glauben, was nicht stimmt, wie wir wissen. Aber die Rückbindung ist das eine, wie jedoch steht es mit der Zukunft? Wollen wir etwas bewahren, oder wollen wir etwas schaffen?
Eine Utopie? Muss es dann nicht, wie alle Utopien, eine mosaische sein? Ein Ausblick? Eine Hoffnungskarotte? Ein Vorgefühl von höchstem Gliick? Wir blicken darauf wie Muse hinunter ins Gelobte Land (…). Betreten kann man sie immer nur kurzfristig, denn alle Utopien verwandeln sich zu totalitärem irrsinn, wenn sie sich konsolidieren. (…)«

(…)
»Liest du was Neues? Oder ist das hier aus dem Bestand?«
»Was Neues. Judith Shklar. Der Liberalismus der Furcht. Kennst du sie?«
Ernst nickt. ››Sie ja. Das Buch noch nicht. (…) Aber warum Furcht?«
»Es geht um die Sicherheit vor Grausamkeit als Grundbedingung für die individueile Freiheit. Die Grausamkeit jeglicher Machtausübung. Ihr großes Thema. Und woran arbeitest du?«
»Ich habe mich für den Bachelor gerade an einer Analyse der Spontibewegung versucht.«
Hermann lacht. »Eine geistige Herleitung deines Vaters. Hast du ihn gelöchert?«
»Ja, aber da kriege ich nur Anekdoten über Fußball und Äppelwoi zu hören.«
»Dabei gehört Bernhard zu den wenigen, die sich ihre ideale nie haben korrumpieren lassen«, sagt Hermann.
»Ja, leider«, erwidert Ernst. »Sonst könnte er vielleicht heute auch von seinem Management 50000 pro Vortrag verlangen lassen wie Joschka Fischer.«
»Na komm, es reicht doch auch so. Wobei, du hast insofern recht, als wenn wir alle auf Hartz IV wären und nur unsere Armut zu teilen hätten, auch dieser Ort hier nicht existieren würde. Die innere Freiheit ist und bleibt bis zu einem gewissen Punkt eine Funktion der Mittel, die du dir erwirtschaftet hast.«
»Notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung«, sagt Ernst.
»Ja, und da wären wir bei dem ›überschüssigen Bewusstsein‹ von Marcuse oder Bahro oder beiden. Den humanen Kapazitäten, die übrigbleiben, nachdem du für dein materielles Überleben geschuftet hast. Die beiden haben zwar geglaubt, dass nur im Sozialismus so ein geistiger Mehrwert herauskommt, aber das wissen wir ja nun besser.«
»Wie war das nochmal?« fragt Ernst.
»Es werden Bedürfnisse freigesetzt, und zwar entweder kompensatorische oder emanzipatorische? (…) Willst du Erstere befriedigen, um dich für die Arbeiterei zu entschädigen, kaufst du Autos, machst Kreuzfahrten und spielst Golf. Die emanzipatorischen dagegen ließen in die Bildung, die Kultur, die Schönheit, die Menschlichkeit und die Gerneinschaft. Und genau darin, lieber Ernst, bist du groß geworden. Wenn Ulla und Bernhard ihr Geld lieber für sich ausgeben würden, dann gäbe es diesen Ort nicht,wo wir leben, lieben, denken und trinken können.« (…)

Und weiter:

Um ein offenes Haus führen zu können, braucht man ein Haus. Das Essen, das jeder, der hereinschneit, vorgesetzt bekommt, muss eingekauft werden (…). Großzügigkeit braucht Mittel, und Großherzigkeit kommt aus der Selbstachtung, die wiederum daher rührt, dass man Arbeit hat und angemessen dafür bezahlt wird. Das Gefahr ist immer, dass man solch einen Ort für selbstverständlich nimmt, für gegeben und unveränderlich, und ausschließlich am Wesen der Gastgeber festmacht anstatt an den komplizierten und unsichtbaren Mechaniken des Lebens, die die Existenz dieser Gastgeber bedingen.

Und so ist es auch im Divan. Der Gastgeber, Bernhard oder TK genannt, verliert gerade seine Existenzgrundlage, was von seinem früheren Freund verursacht wird, aber doch letztlich an ihm selbst liegt und seinen Prinzipien, aud die er nicht verzichten will. TK und sein Kumpel Krüger unterhalten sich darüber beim Jogging. Krüger möchte wissen, was sich in der Sache gerade tut.

TK antwortet nicht.

»Mit einem Wort«, sagt Krüger, „du hast nie die Machtfrage gestellt.«
»Nein, warum hatte ich auch sollen. Der ganze Verein war doch über all die Jahre auf flache Hierarchien und den gedanken kollektiver Gemeinschaftsentscheidungen ausgerichtet.«
»Und das ist genau der Punkt, wo du dich täuschst! (…) Wenn nicht explizit in festen Hierarchien, dan implizit in Form von individueller Exzellenz.«
»Exzellenz, hör auf«, lacht TK.
»Und vor allem füllt sich Machtvakuum immer sofort. Wenn einer die macht abgibt oder ausschlägt, ist ein anderer da, der si übernimmt. Aber denk doch mal nach: Wessen Idee war dieser Verein?«
»Meine.«
»Und wer hat ihn aufgebaut und ausgeweitet?«
»Ich. Aber nicht nur.«
»Und wer hatte die Ideen dazu?«
»Die kamen aus gemeinsamen Diskussionen.«
»Schon. Aber wer hat solche Diskussion eingefordert, angeregt und ihnen eine Richtung gegeben? Sei ehrlich!«
»Ich«, sagt Bernhard (…).
»Und wer hat die Richtungsentscheidungen gefällt?«
»Immer gemeinsam im Kollektiv. Aber stimmt schon, ich habe die anderen schon meist in die Richtung gelenkt, die mir am besten vorkam.«
»Und deshalb bist du ja auch der Vorsitzende des Vereins gewesen.«
»Nie. War ich nie. (…) War mir nie wichtig.«
»Aber was für eine Position hast du denn dann innegehabt?«
»Gar keine. Mitarbeiter.«
»Aber du hast den Verein doch nach außen repräsentiert. Gegenüber der Stadt, dem Sozialamt, dem Jugendamt, was weiß ich?«
»Naja sicher, ich kenne die ja alle.«
»Bernhard, du bist naiv!«
»Mag schon sein. Aber warum ist es naiv, sich nicht in den Vordergrund zu drängen, wenn sowieso alle wissen, dass man den Laden schmeißt?«
»Genau deshalb, mein Lieber. Weil sich sonst jemand dahin drängt, der ihn eben nicht schmeißen kann, oder der ihn auch schmeißen kann. aber anders als du. Ich nehme doch an, dass dein Freund und Mitgründer, der dich jetzt rausgeekelt hat, der Vorsitzende des Vereins ist.«
»Ja, für den war das wichtig. (…) Die Probleme hatten ganz unscheinbar begonnen. Vielleicht damit, dass A.S. vor einigen Jahren neben dem Verein eine eigene Entrümpelungs- und Umzugsfirma gegründet hat, die jugendliche Alkoholiker und Straftäter resozialisierte. Eigentlich ein tolles Projekt. Nur dass er, als im ersten Jahr die Liquidität fehlte, in die Vereinskasse griff, um das auszugleichen. Sie hatten das durchdiskutiert und die Summe dann in ein offizielles Darlehen umgewandelt.«
»Kein Wunder, dass er einen Rochus auf dich hat!« sagt Krüger.
»Wieso denn er auf mich?«
»Weil er in deiner Schuld steht. Und weil du seine Schwäche und sein Fehlverhalten kennst und gerade nicht öffentlich gemacht hast. Und natürlich, weil er die Gelder hätte ganz bequem und legal verschieben können, wenn es alles sein Laden gewesen wäre.«
»Es war aber so lange alles gut. Bis er mit der Überwachung anfing. Effizienzsteigerung. Monitoring! Wo dann kein Platz für Vertrauen und Selbstverantwortung bleibt.«
»Die gewiss jeder bis ins letzte Glied in jeder Minute geübt hat …«
»Krüger, jetzt wirst du zynisch. Wir sind alle Menschen und machen Fehler. Und das muss auch erlaubt sein. Jedenfalls fing A.S. dann mit Stichprobenkontrollen an, und es gab die ersten Abmahnungen statt eines Gesprächs. Und dann kam er mit der Idee, den Verein in eine GmbH umzuwandeln. Und erst dagegen habe ich offen opponiert«
»Ohne dir die Machtmittel gesichert zu haben«, sagt Krüger. »Ich nehme mal an, da hast du dann auch deine erste Abmahnung bekommen. Aber weißt du, wenn du von der Wut und der Enttäuschung abstrahieren kannst, wird dir Folgendes auffallen: Dass die entscheidende Rolle bei alledem nicht der gewiss schäbige Charakter deines früheren Freundes spielt (…), sondern der Zeitpunkt und das Alter. (…) Der natürliche Weg aller jugendlichen, idealistischen Gründungen und Unternehmen ist gleich. Sie fangen alle mit der alleinigen Konzentration aufdie Sache an. das Ziel, den Stern am Horizont. Einigkeit herrscht.Jugend herrscht, da können die Hierarchien flach bleiben, die Einkünfte symbolisch, und die Diskussionen finden schnell zu einem gemeinsamen Ergebnis, und Macht ist ein Zwangsmittel, das nur Alte und Analneurotiker brauchen, und gleich sind wir sowieso und können im Kollektiv entscheiden, denn alle leitet uns die Vernunft.
Aber irgendwann merkt der Klügste oder Arbeitssamste oder Ehrgeizigste, dass es immer schon er war, der die Sache entscheidend vorangebracht hat. Und jetzt wird er älter und will endlich auch persönlich etwas von dem Ganzen haben. Dass die Gleichheit aller Beteiligten eine fromme Illusion und Lüge ist und immer war, das fällt ihm jetzt langsam wie Schuppen von den Augen. Das machen das Alter und die Erfahrung und der Blick nach rechts und links. Irgendwann stellst du fest, du bist ein Individuum geworden, das ganz anders ist als die anderen. Und du sagst dir: Jetzt muss es aber auch endlich mal um mich und meine Meriten gehen. Und mit Alter und Erfahrung steigt auch die Verachtung für die Mitläufer und Profiteure und die Nichtskönner und Faulenzer und Durchmögler. Oder wenn dir Verachtung ein zu scharfes Wort ist, dann die Unduldsamkeit für Schlamperei und Dummheit. Es wächst einem ein Bewusstsein für Rangunterschiede zu. Wir reden nicht von Menschenrechte, Achtung! Es geht nicht darum, einen netten Versager auszupeitschen, aber muss er unbedingt das Gleiche verdienen wie ich? Du bekommst ein Gefühl dafür, dass Gerechtigkeit, von der immer so viel die Rede ist, eigentlich das wäre, wenn der Bessere und Klügere und Fleißigere, derjenige, der die Verantwortung trägt und auf sich nimmt, auch den größeren Teil des Kuchens für sich beanspruchen dürfte. Nochmal: Nicht dass die anderen darben sollen. Nie und nimmer. Aber mitreden sollen sie nicht, wenn sie nichts verstehen und sich im Grunde ihrer Seele auch nicht dafür interessieren, gottverdammt!«
»Ja, so ungefahr hat A.S. wohl gedacht«, sagt Bernhard.
»Und zweifellos hättet ihr die GmbH zusammen gründen können, euch zu Geschätsführern machen, die Gewinne teilen und der Realität endlich eine adäquate Struktur geben. Teilen und herrschen.«
»Ja«, sagt TK schweratmend. »Ja, aber das wollte ich nicht. Das kam mir wie Verrat vor an dem Grundgedanken der Unternehmung. Außerdem haben wir alle sehr ordentliche Gehälter bekommen, und ich hab’ auch beizeiten für eine erstklassige betriebliche Altersvorsorge gesorgt. Mehr brauche ich nicht.«
»Klassischer Denkfehler aller Utopisten der Machtlosigkeit. Zu glauben, es gebe einen endlichen Bestand an Bedürfnissen und alles, was darüber hinausgeht, sei Gier.«
»Ich will gar nicht mit dir darüber streiten, dass die Dinge die Tendenz haben, größer werden zu wollen, und dass nichts schwieriger ist, als sich mit einem Status quo zu begnügen. Worurm‘s mir geht, sind die menschlichen Schäden dieser Vergrößerungs- und Optimierurıgs- und Effizienz- und Kontrollwut. Weil sie so zutiefst unnötig sind. Weil wir fast dreißig Jahre bewiesen haben, dass man gute und sinnvolle Arbeit eben auch ohne Macht leisten kann.«
»Was du sagst«, meint Krüger, »erinnert mich an Utopia von Thomas Morus. Aber der logische Fehlschluss daran lässt sich in einen Satz fassen: There is no free lunch. Sowas wie kostenloses Mittagessen gibt es nicht.«
»Ich kann dir gleich das Gegenteil beweisem, erwidert Bernhard.«
»Ja, aber warte ab, wie du reagierst, wenn ich Geschmack daran finde und jeden Mittag bei euch vor der Tür stehe und es einfordere. Es gibt ein Grundprinzip, das überall wirkt, wo der Versuch gemacht wird, die Macht auszublenden. Es mag gelingen, Hierarchien, Eigentum und Geld abzuschaffen. Aber in dem Maße, in dem die Macht aus den hierarchischen Ungleichheitsverhältnissen verschwindet, kehrt sie durch die Hintertür zurück als strukturelle Gewalt. Es braucht ein rigides System der Überwachung, um sicherzustellen, dass alle sich an die Regeln der Gleichheit, Besitzlosigkeit und Briiderlichkeit halten. Das utopische System kommt nicht ohne drakonischen Strafenkatalog aus. Strafen zu können ist aber einer der Grundpfeiler von Macht. Und eine Quelle permanenter Gewalt. Deshalb lieber eine GmbH mit einem Chef als ein Kollektiv mit einem Revolutionstribunal, das den Eierdieb dann irgendwann einen Kopf kürzer macht, um ein Exempel zu statuieren. Der vermeintliche Verzicht auf Macht kann eine perverse Sache sein.«

Sie kommen ins Haus zurück, wo man gerade für alle, es sind acht oder zehn Personen da, free lunch vorbereitet. Der Hermann, derselbe, der Judith Shklar liest, lauscht dem Gespräch des Joggers und füg seinen Senf hinzu:

»Ich verstehe, was du meinst, Krüger«, sagt er, »aber auf Bernhard bezogen, also auf den Einzelnen bezogen, will das nicht viel heißen. Gewiss, er hätte die Umwandlung des Vereins in eine GmbH zustimmen können, er hätte der Hierarchisierung des Betriebs zustimmen können, aber dazu hätte er ein anderer Typus sein müssen als er ist. Der Bernhard, der diese Dingeaus betriebswirtschaftlicher Logik und Eigeninteresse getan hätte, wäre eben ein anderer Mensch, eine andere Weseneinheit als die, die hier sitzt. Oder besser: Bei der wir sitzen. Und jener Bernhard wäre eben vielleicht niemand, dem andere Werte durch den Kopf gehen als macht und Effizienz. Mit der Konsequenz, dass beispielweise ich hier nicht sitzen würde bei diesem Bernhard. (…) Die richtige Frage ist also nicht die, ob unser Bernhard naiv gehandelt hat und letztendlich selbst Schuld an seinem Schicksal ist, sondern die, welche sonstige Auswirkungen auf das Leben anderer jener Bernhard hätte. Und da scheint die Waage doch sehr zugunsten des Unsrigen auszuschlagen.«


Galiani-Berlin
ISBN: 978-3-86971-139-3
Erschienen am: 16.08.2018
464 Seiten, gebunden mit SU
Preis 24,00 €

Michael Kleeberg, geboren 1959 in Stuttgart, lebt als Schriftsteller und Übersetzer (u.a. Marcel Proust, John Dos Passos, Graham Greene, Paul Bowles) in Berlin. Sein Werk (u.a. Ein Garten im Norden, Vaterjahre) wurde in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt. Zuletzt erhielt er den Friedrich-Hölderlin-Preis (2015), den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2016) und hatte die Frankfurter Poetikdozentur 2017 inne.

Heute / Dziś

Stadtführung – Wycieczka po Berlinie

Auf den Spuren von Tschechen, Russen, Bulgaren und Polen im Berliner Bezirk Rixdorf (Neukölln)

Wycieczka śladami Czechów, Rosjan, Bułgarów i Polaków w berlińskiej dzielnicy Rixdorf (Neukölln)

Explore Berlin’s East Europe Now: Rixdorf/Neukölln

Organizatorzy / Organisatoren: Osteuropa-Tage Berlin

  • Niedziela / Sonntag,
    15. September /  września 2019
    14:00 – 18:00
  • Neuköllner Oper

    Karl-Marx-Straße 131-133, 12043 Berlin
    Neukölln ist heute ein Ort, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen leben und arbeiten. Und auch Flüchtlinge und Übersiedler aus dem heutigen Osteuropa fanden hier ihre neue Heimat – ob die tschechischen Protestanten aus Böhmen, die hier im 18 Jh. kamen, polnische Exilsuchende der 80er Jahre, bulgarische Arbeitssuchende im vereinigten Europa. Unser Rundgang mit dem aus Stettin stammenden und seit über 20 Jahren in Berlin lebenden Stadtführer Martin Januszewski führt uns auf den Spuren des alten und neuen Rixdorfs, wie Neukölln noch vor etwas über 100 Jahren hieß. Wir gelangen zu dem kirchlichen Arbeitslager, wo meist russischen Zwangsarbeiter arbeiteten, zu der bulgarisch-orthodoxen Kirche, einem polnischen Restaurant mit italienischem Einfluss und zu einem böhmischen Dorf, das noch heute einige Traditionen aus der Heimat pflegt und hegt.
    Im Restaurant Bona machen wir eine lunchpause und bitten alle Teilnehmer ca. 10 Euro in der Tasche zu haben für wunderbares Essen (mit selbstgebackenem Brot) und ein Getränk. Somit bedanken wir uns bei der Gastronomen, die an dem Tag zwischen 16 und 17 Uhr nur für uns geöffnet sind.
    Bitte melden Sie sich HIER verbindlich an.
    14:00
    Treffen am Neuköllner Oper
    14:00 – 15:30
    Besichtigung im Rixdorf mit kleiner Pause im Comenius Garten
    15:30 – 16:00
    Gang über Körnerpark und Thomasstraße zu polnisch-italienischen Restaurant Bona Kollektiv (Lunchpause)
    16:00 – 17:00
    Essen und Gespräch mit einem Priester von der Bulgarischen Kirche
    17:00 – 17:30
    Besichtigung der Bulgarischen Orthodoxe Kirche
    17:30 – 18:00
    Spaziergang durch den Friedhof zu dem kirchlichen Zwangsarbeiter Lager
    18:00
    Besuch bei dem Denkmal für Zwangsarbeiter auf dem Thomas-Friedhof

    Neukölln to dzielnica Berlina, gdzie spotykają się ludzie z całego świata a więc i z Europy Wschodniej, którzy dziś tu wspólnie mieszkają i pracują. Przybywali tu zarówno emigranci, jak uciekinierzy, jak ludzie sprowadzeni tu przymusowo.  W XVII wieku przybyli tu czescy protestanci z Moraw, w XX wieku robotnicy z Bułgarii i robotnicy przymusowi z Rosji, w latach 80 pojawili się Polacy tzw. emigracji solidarnościowej. Wycieczkę prowadzi Martin Januszewski, profesjonalny przewodnik, pochodzący ze Szczecina, który od 20 lat mieszka w Berlinie. To on poprowadzi nas najpierw do dawnego Rixdorfu, czeskiej wioski, w które do dziś pielęgnuję się pamięć przybyszów. führt uns auf den Spuren des alten und neuen Rixdorfs, wie Neukölln noch vor etwas über 100 Jahren hieß. Pokaże nam kościelny obóz pracy przymusowej, gdzie pracowali przede wszystkim Rosjanie, bułgarską cerkiew i polsko-włoską restaurację, gdzie zjemy spóźniony lunch (koszt około 10 euro wraz napojem – prosimy, żeby uczestnicy wycieczki wsparli ten świetny lokal polsko-włoski, który od 16 do 17 będzie otwarty tylko dla nas).
    Zgłoszenia TU.
    14:00
    Spotkanie przy wejściu do Neuköllner Oper
    14:00 – 15:30
    Zwiedzanie Rixdorf (krótki odpoczynek w Comenius Garten)
    15:30 – 16:00
    Spacer przez Körnerpark i Thomasstraße do polsko-włoskiej knajpki Bona Kollektiv
    16:00 – 17:00
    Lunch i rozmowa z księdzem z kościoła bułgarskiego
    17:00 – 17:30
    Zwiedzanie kościoła bułgarskiego
    17:30 – 18:00
    Przejście do kościelnego obozu pracy przymusowej
    18:00
    Odwiedziny Miejsca Pamięci na cmentarzu św. Tomasza – kamień i wystawa przypominają losy robotników jedynego w Europie kościelnego obozu pracy przymusowej

Der Comenius Garten

In zwei Tagen laden wir zu einer Stadtbesichtigung in Rixdorf ein. Heute möchten wir über einen Garten berichten, den wir an dem Tag besuchen werden. Der Comenius Garten.

Alles beginnt mit einer Überraschung. Man geht die Richardstrasse entlang, die Hauptstrasse des sog. Bömischen Dorfes in Berlin. Auf einer Seite der Strasse kleine Häusschen, die so typisch für Rixdorf sind, auf der anderen – das sieht man an jeder Stadtteilkarte – der Comenius Garten. Eine nicht besonders spektakuläre Grünanlage, rechts Büume, daneben Rasen, der Kiesweg, ein paar Banken, kleine Greenoase, die von der Strasse von einem Holzzaun getrennt ist. Holzzaun, kleines Tor. Zu. Man schaut irritiert, findet die Infotafel mit Öffnungszeiten, prüft nach. Ja, es ist geöffnet. Ist aber zu.

Und wenn man es nicht weiß, kommt man nicht rein. So einfach ist es. Man muss wissen, um etwas zu erreichen. Lernen, Infos sammeln, nachdenken… Ganz im Sinne des Comenius, der ein Pädagoge war.

Johann Amos Comenius
(Komensky)

* 28. März 1592 in Nivnice, Südostmähren; † 15. November 1670 in Amsterdam, war ein tschechischer evangelischer Philosoph, Theologe und Pädagoge sowie Bischof der Unität der Böhmischen Brüder aus der Markgrafschaft Mähren.

Bild von Comenius (gemalt zwischen 1650 und 1670 bei Jürgen Ovens) im Rijksmuseum in Amsterdam.

 
Der Garten befindet sich eigentlich hinter der kleinen Grünanlage, die man von der Strasse sieht und ist ganz nach Comenius Idee omnes omnia omnino excoli angelegt, was ungefähr bedeutet, dass wir unser ganzes Leben lernen. Wir beginnen schon als Embryos und Enden im Moment des Todes.

Wie man in den Garten docht reinkommen kann und wie er aussieht, dies erzählen wir in zwei Tage.

See you am 15. September um 14 Uhr vor der Neuköllner Oper.

Für alle andere kommt die Erklärung heute nacht 🙂

 

 

Heute vor 80 Jahren

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie herzlich ein zum

Gedenken aus Anlass des 80. Jahrestags des deutschen Überfalls auf Polen
und des Beginns des Zweiten Weltkriegs
am Sonntag, 1. September 2019, um 13 Uhr auf dem Askanischen Platz in Berlin
auf der Rückseite der Ruine des Anhalter Bahnhofs

Es werden sprechen:
Prof. Dr. Dieter Bingen, Direktor des Deutschen Polen-Instituts
Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble und Sejmmarschallin Elżbieta Witek (angefragt)
Prof. Dr. Zbigniew A. Kruszewski, Teilnehmer des Warschauer Aufstands

Der Deutsch-Polnische Chor „Spotkanie“ wird das Gedenken begleiten.

Der Einladung schließen sich an:
die Bundestagspräsidenten a.D. Prof. Dr. Rita Süssmuth und Dr. h.c. Wolfgang Thierse,
der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors Prof. Dr. Andreas Nachama und
der Präsident des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung a.D. Florian Mausbach.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie vorzugsweise weiße und rote Blumen (bitte keine Kränze)
mitbringen und im Anschluss an das Gedenken am dafür bestimmten Ort niederlegen.

ACHTUNG: Das Gedenken findet als Versammlung unter freiem Himmel statt – für die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer können leider keine Sitzplätze bereitgestellt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Bingen

Anmeldungen sind nicht nötig.

Warum Askanischer Platz?
Im November 2017 hatte eine zivilgesellschaftliche Initiative den Aufruf zur Errichtung eines Denkmals in der Mitte Berlins für die Opfer der deutschen Besatzung in Polen 1939-1945 veröffentlicht und als Gedenkort den Askanischen Platz vorgeschlagen.
Seitdem wird über diese Empfehlung, eine Leerstelle deutscher Erinnerung zu füllen, in der deutschen Öffentlichkeit diskutiert. Das war für das Deutsche Polen-Institut der Anlass einzuladen,  auf dem leeren Askanischen Platz als einem temporären Gedenkort an den deutschen Überfall auf Polen vor 80 Jahren zu erinnern.

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Rule Britannia

Lech Milewski

Jedną z wymiernych korzyści zamieszkiwania w Australii jest możliwość wysłuchania w tutejszym radio transmisji z Promenade Concerts – Koncertów Promenadowych, organizowanych co roku w Anglii.
Koncerty promenadowe – tak to kiedyś bywało – ludzie szli na spacer do parku, a tam przygrywała orkiestra. W Anglii było to bardzo popularne już od połowy XVIII wieku.
W 1895 roku angielski impresario Robert Newman wpadł na pomysł, żeby zorganizować serię tanich, popularnych koncertów symfonicznych w sezonie letnim. Znając kaprysy angielskiej pogody zorganizował je w przestronnej sali Queens Hall w centrum Londynu.
Pierwszy dyrygent Promenade Concerts, Henry Woods, tak wyłożył swoją koncepcję;
“Zamierzam poprowadzić koncerty w celu przygotowania publiczności w łatwy sposób. Najpierw muzyka popularna stopniowo wznosząca się, aż przygotujemy publiczność do odbioru muzyki klasycznej i nowoczesnej”.

Wielka Brytania jest w tej szczęśliwej sytuacji, że inicjatywy tego rodzaju mają szansę przetrwania przez wieki, niezakłócone przez wojny i okupacje. Promenade Concerts przetrwały 124 lata i z roku na rok mają się coraz lepiej.
Podczas II Wojny Światowej, w maju 1941 roku, Queens Hall został zburzony przez niemieckie lotnictwo. Zanim nadeszło lato, organizatorzy zdążyli przenieść koncerty do Albert Hall, gdzie rezydują do dzisiaj. Jednocześnie rozgłośnia radiowa BBC przejęła patronat nad imprezą.

Od kilkunastu lat sezon koncertowy trwa osiem tygodni. W tym roku koncerty rozpoczęły się 19 lipca i zakończą 14 września. W tym okresie odbędzie się 75 koncertów.

Zgodnie z przewidywaniami Sir Henry Woodsa koncerty wychowały grono publiczności, nie mieszczące się w wielkiej sali Albert Hall – ponad 5000 miejsc. Kilkanaście koncertów odbywa się w innych salach. Prócz tego odbywają się koncerty w parkach i to nie tylko w Londynie (Hyde Park) ale również w Glasgow, Belfaście, Swansea, Bangor.
Organizatorzy starają się nie zważać na żelazne prawa wolnego rynku i mimo niezwykłego popytu, utrzymują stosunkowo niskie ceny biletów i wymyślają różne kruczki, żeby uniknąć czarnego rynku i spekulacji. Na przykład bilety można kupić w internecie, ale nie bezpośrednio, lecz na zasadzie losowania. Bilet na miejsce stojące na ostatni koncert mogą zakupić osoby, które kupiły bilety na conajmniej pięć koncertów, ale i tak muszą odstać swoje w kolejce (a raczej odespać, bo kolejka formuje się kilka dni wcześniej).
A my w Australii, niby niepodległej, ale jednak podłegłej brytyjskiej królowej, możemy posłuchać wielu koncertów w naszym radio ABC. Chciałoby się powiedzieć – słodkie to poddaństwo.
Mam nadzieję, że pozostałe kraje wspólnoty brytyjskiej też korzystają z tego przywileju.

W 1956 roku w koncertach wystąpiła pierwsza orkiestra zagraniczna. Była nią Orkiestra Symfoniczna Radia Moskwa.

Kulminacją serii jest oczywiście ostatni koncert – Last Night of the Proms. Na tę okazję usuwa się trochę krzeseł w sali koncertowej; w ich miejsce może się zmieścić tysiąc stojacych słuchaczy. Żeby tylko stojących – oni rytmicznie uginają nogi, podskakują (nierytmicznie), wymachuja flagami, rzucają confetti.
Równolegle odbywaja się koncerty i bezpośrednie transmisje w parkach, w których bierze udział około 70 tysięcy osób.

Last night of the Proms prezentuje bardziej popularny program a kończy się trzema żelaznymi pozycjami:
– Edward Elgar – Pomp and Circumstances March No 1, przy akompaniamencie którego cała publiczność śpiewa pieśń Land of Hope i Glory. To właśnie podczas wykonywania tego utworu słuchacze rytmicznie uginają nogi – zobaczcie koniecznie – KLIK.
– Hymn Rule Britannia. Wykonawcy zakładają oryginalne stroje. Szczególnie imponująco wygladają kobiety ubrane w stroje rodem z oper Wagnera – KLIK.
Jednak według mnie to nie jest pieśń na kobiecy głos. Męskie wykonanie tutaj – KLIK.
– Śpiewana przez całą publiczność pieśń Jerusalem, po której następuje hymn angielski – KLIK.

Koniec wspomnienia, ale ja jeszcze nucę Rule Britannia. Tekst pierwszej zwrotki poniżej:

When Britain first, at Heaven’s command
Arose from out the azure main;
This was the charter of the land,
And guardian angels sang this strain:
Rule, Britannia! Britannia rule the waves:
Britons never will be slaves.

Pozwoliłem sobie przetłumaczyć refren na polski:

Rządź Brytanio, panuj morskiej toni,
Brytyjczycy zawsze będą wolni.

Szkoda, że nie potrafiłem w tłumaczeniu zachować tych fal – rządź więc nam Brytanio przynajmniej na falach radiowych.

PS1. Często spotykam się z opinią, że nie warto chodzić na koncerty bo przecież można posłuchać muzyki z CD, w najlepszym wykonaniu, nagranej w idealnych warunkach.
Tak, ale według mnie bezpośredni kontakt z orkiestrą to dodatkowy wymiar.

Do dzisiaj pamiętam warszawską premierę Pasji wg św Łukasza Krzysztofa Pendereckiego. Przed rozpoczęciem utworu czuć było w powietrzu jakąś tremę, nerwowość orkiestry, która i mnie się udzieliła. Wydaje mi się, że dodało to słuchaczom wrażliwości tak potrzebnej do odbioru tego dzieła. I odwrotnie – koncert orkiestry miasta Skopje występującej po trzęsieniu ziemi w roku 1963. Dość przeciętną orkiestrę prowadził jeden z najsłynniejszych dyrygentów – Igor Markevitch, który na rok porzucił w tym celu najlepsze orkiestry świata. Czuć było znużenie dyrygenta, jakąś bezradność z powodu ograniczeń technicznych orkiestry. A jednocześnie ogromny wysiłek orkiestry, żeby przeskoczyć samych siebie. Czasami wydawało mi sie, że oni chcą się wydobyć z ruin zburzonego przez trzęsienie ziemi budynku.

I jeszcze jedna sprawa – publiczność. No właśnie, kaszlą, biją brawa w niewłaściwym miejscu. Szczególnie mnie cieszą te brawa, pod warunkiem, że spontaniczne. Tak jest! Tak im się podobało, że nie mógli się powstrzymać. Czyż nie taki powinien być odbiór sztuki?
A kasłanie… kiedyś podczas koncertu usłyszałem za sobą jakiś syk i jakby bulgotanie.
Ktoś zasnął – pomyślałem – i obróciłem gniewnie głowę. Za mną siedział starszy pan podłączony do butli z tlenem. Zauważył moja reakcję i uśmiechnął się do mnie przepraszająco. Odwzajemniłem jego uśmiech, już przez łzy, a potem wyczekiwałem tego syku i miałem wrażenie, że do mnie też dopływa zwiększona dawka tlenu.
Tę ostatnią historię opowiadałem już pewnie w tym samym towarzystwie, ale chyba warta powtórzenia.

PS2. Szczegółowa informacja o imprezie znajduje się tutaj – KLIK. Uprzedzam, że niektóre fakty mogą nie zgadzać się z tym co napisałem powyżej – tym gorzej dla faktów.

PS3. Powyższe piszę w Australii i dopiero teraz zdałem sobie sprawę, że przecież znakomita większość czytelników tego blogu znajduje się o żabi skok od Londynu. Proszę Państwa, macie jeszcze ponad dwa tygodnie. Dokładny program tegorocznej serii TUTAJ, jeszcze są bilety, sprawdziłem.


Uwaga od Adminki: niemiecka telewizja NDR co roku nadaje relacje z Last Night of the Proms. W tym roku oczywiście też. Proszę bardzo TU! To już 38 raz!

Można nawet poprosić o przypomnienie mailem, że taka audycja zostanie nadana. Poprosiłam!

Będzie tak (mniejszego obrazka nie mieli):

Und für meine Deutsche Leser:

Last Night of the Proms 2019

Live aus London

Samstag, 14. September 2019, 22:00 bis 23:30 Uhr

Auch die 125. Saison der Henry Wood Promenaden Konzerte in London endet wie in jedem Jahr mit der spektakulären “Last Night of the Proms”. Das NDR Fernsehen überträgt das Ereignis dieses Jahr bereits zum 38. Mal live aus der Royal Albert Hall in London.

Unter Mitwirkung von Jamie Barton (Mezzosopran), den BBC Singers, dem BBC Symphony Chorus spielt das BBC Symphony Orchestra unter der Leitung des finnischen Dirigenten Sakari Oramo unter anderem folgende traditionelle Klassiker:

Edward Elgar: Pomp and Circumstance March No 1 in D major, “Land of Hope and Glory”
Edward Elgar: “Fantasia on British Sea-Songs”
Thomas Arne: “Rule, Britannia!”
Hubert Parry: “Jerusalem”
“The National Anthem”

Lato 2019. 22 lipca (wiersze 33)

W poniedziałek 22 lipca, w 77 rocznicę rozpoczęcia akcji likwidacji warszawskiego getta, ulicami Warszawy, po raz ósmy, przejdzie Marsz Pamięci. Tegoroczny Marsz, poza upamiętnieniem tej tragicznej daty, będzie poświęcony w szczególności pamięci Władysława Szlengla, genialnego poety warszawskiego getta, który w swojej twórczości przedstawił tragizm życia i śmierci ludzi uwięzionych w zamkniętej dzielnicy.

Organizatorem Marszu jest, jak co roku, Żydowski Instytut Historyczny im. Emanuela Ringelbluma.

Marsz rozpocznie się o godzinie 18:00 przed pomnikiem Umschlagplatz przy ulicy Stawki w Warszawie. Tegoroczna trasa Marszu zakończy się pod kamienicą przy ulicy Waliców, gdzie przed wojną mieszkał Władysław Szlengel.

Władysław Szlengel (ur. 1912 lub w 1914 w Warszawie, zm. 8 maja 1943 tamże) – polski poeta pochodzenia żydowskiego, autor tekstów kabaretowych i piosenek, dziennikarz, aktor estradowy. W latach 1940–1943 przebywał w getcie warszawskim, gdzie kontynuował działalność pisarską i artystyczną. Za sprawą wierszy pisanych w owym czasie zwany jest poetą getta.

Władysław Szlengel

Obrachunek z Bogiem, (Getto Warszawskie, 1943)

Może to był sen – (chociaż nie)
A może zamroczył mnie trunek
Siedzieliśmy razem Bóg i ja
I robiliśmy rachunek…
Bóg był starszym panem
O spojrzeniu pełnym łaski
Miał siwą długą brodę
I chodził bez opaski…
Kenkarty wprawdzie nie miał
Bo przybył prosto z raju
Lecz miał obywatelstwo
Podobno… – Urugwaju
Wyjąłem dużą księgę
A Pan Bóg Watermana
Otwarłem konto – wiara
I rzekłem… proszę pana
Mam lat trzydzieści dwa
Lat sytych albo biedy
Dotychczas Panie Boże
Otwarty miałem kredyt
Mówiono: módl się
Ja się modliłem
Mówiono: pość –
– pościłem…
Przez ciężkie postu dni
Bez kropli wody w ustach
Dla wielkiej chwały Twej
i urojonych ustaw
W męczących smugach świec
W tumulcie izb bóźniczych
Modliłem się byś mógł
uczynki moje zliczyć
Mówiono  mi „nie kradnij”
nie kradłem
Mówiono: nie jedz świniny…
(lubię) – nie jadłem
Mówiono: Bóg tak chce…
Mówiono: Boża Droga
Mówiono: nie cudzołóż…
Wstrzymałem się… dla Boga
Mówiono nie zabijaj!
nie zabijałem
Nie miej Boga nademną
– nie miałem…
Są różne miłe święta
Są różne trudne święta
Po dziesięć razy na rok
Kazano mi pamiętać
Kazano siedzieć w kuczce
Pić gorzkie jadać macę…
Pokuty różne czynić
i zaniedbywać pracę
Rzemieniem ściskałem ręce
Księgi zżerałem nocą
i umartwiałem ciało
Przepraszam, pytam – po co ?
Mówiłem: Bóg pomoże
Mówiłem: Bóg ocali
Wierzyłem: Pan Bóg ze mną
Mówiłem: i tak dalej…
Spójrz no, popatrz w księgę
Rzecz jasna, oczywista
Patrz! karta Twoich zasług
w stosunku do mnie – czysta…
Biją mnie w twarz
– Nie uciekam
Jak zwierz tropiony z nory w norę
Czekam… a Ty nic…
Głodno mi chłodno i tęskno
Droga wciąż dziksza, daleka
Pusto – wokoło, martwo
Nie płaczę… – czekam…
Na wiatr więc wyrzucone
Błagania posty lament
i sto tysięcy modlitw
i pół miliona „Amen”…
Co Ty mi dajesz dziś
Za wszystkie me uczynki
Ten blok…
Tę blaszkę… plac –
Te bony – czy Treblinki?
Czy jeszcze czekasz bym
Pojutrze jak testament
Pod pruski idąc gaz
Powiedział jeszcze „Amen”?
No mów coś, proszę mów –
Rachunek wyjm z ukrycia
Otwarte ksiegi – patrz! –
Wspólniku mego życia…
Ten miły starszy pan,
z którym przy stole piłem
Ołówek wziął do ręki i rzekł…
i tu się przebudziłem
Czy to był zwykły sen? –
Czy też mnie zmorzył trunek? –
Lecz do dziś nie wiem jak
się skończył obrachunek.

Wiersze na lato 2019 (26). Jahnz.

Zapraszamy do Szczecina w Berlinie  (Wir laden ein, aber zuerst noch ein Gedicht. Zur Einladung bitte nach unten scrollen).

Najpierw wiersz, a zaproszenie poniżej.

Okazuje się, że Książnica Pomorska wpadła na ten sam pomysł co ja i publikuje jeden wiersz różnych szczecińskich poetów. Na szczęście ja już w międzyczasie przestałam liczyć na jeden wiersz i publikuję tyle, ile mi się przyśle, uważając, że nie ma to jak poezja latem.

A skoro jesteśmy w Szczecinie, to zapraszam(y) dziś na berlińską ulicę szczecińską…

Rund um den Stettiner Bahnhof: Geschichte der Verkehrswege Berlin-Stettin

Wann: 13. Juli 2019 um 16 Uhr
Ort: Gemeindesaal der Berliner Stadtmission
Stettiner Straße 45, 13357 Berlin

Die Stettiner Straße verdankt ihren Namen der Nähe zur Berlin-Stettiner Eisenbahn. Vor ungefähr 180 Jahren verliefen entlang der Straße die Eisenbahnschienen Richtung Stettin. Der Stettiner Bahnhof war einer der großen Berliner Kopfbahnhöfe und Ausgangspunkt der Bahnstrecke nach Stettin. Jetzt erinnern nur die alten, neu gestalteten Bahngleise mit den Namen der Zielorte daran. Bis heute ist lediglich der Stettiner Vorortsbahnhof, umgangssprachlich „Kleiner Stettiner“ genannt, erhalten geblieben.

Das und viel mehr erfahren Sie am 13. Juli 2019 um 16 Uhr in dem Gemeindesaal der Berliner Stadtmission, Stettiner Straße 45, 13357 Berlin. Der Vortrag „Rund um den Stettiner Bahnhof: Geschichte der Verkehrswege Berlin-Stettin” wird von Dr. Andreas Jüttemann, Autor und Stadthistoriker, gehalten.

Begleitend zu dem Thema wird noch ein Spaziergang zu der Infotafel “Grünzug auf dem Gelände der ehemaligen Stettiner Eisenbahn” angeboten.

Lotte Laserstein und die Katzen

Ewa Maria Slaska

In der Berlinischen Galerie gibt es bis 12. August 2019 eine Ausstellung von Lotte Laserstein, eine von vielen vergessenen Künstlerinnen, die sich vor dem Kriege eine interessante Karriere aufgebaut haben, der die Hitlers Herrschaft, Krieg, Vernichtung und die dem Krieg folgende Teilung der Welt in Ost und West ein jähes Ende setzten.

Lotte Laserstein ist eine von denen, glücklicher als die anderen, als Julia Wolfthorn zum Beispiel, weil sie überlebt hat, aber, zugleich eine, die, wie viele Andere, wie Dodo, wie Jeanne Mammen oder Margarete Kubicki, oder gar Hannah Höch, in Unwichtigkeit oder gar Vergessenheit geraten waren. Welche Mühe, sie alle jetzt dem kunstinteressierten Publikum wieder zu präsentieren.

Lotte Laserstein (*1898 in Preußisch Holland im ostpreußischen Oberland; †1993 in Kalmar, Schweden) war eine deutsch-schwedische Malerin. Sie gilt als bedeutende Vertreterin der gegenständlichen Malerei der Weimarer Republik. 1937 emigrierte sie  nach Schweden. In Schweden war sie bis zu ihrem Tod als Porträtistin und Landschaftsmalerin tätig. Die in den 1920er und 1930er Jahren in Deutschland entstandenen Bilder stehen der Neuen Sachlichkeit nahe und gelten als der Höhepunkt ihres umfangreichen Schaffens. In Schweden war Lotte zwar immer noch als Malerin tätig, ihren Ruhm, den sie eine kurze Zeit in Berlin genossen hat, erlangte sie nie wieder.

Sie wird zwar der Neuen Sachlichkeit zugerechnet und tatsächlich war sie, was die Themen betrifft, eine moderne, emanzipierte Frau, aber in ihrem Schaffen war sie eine Traditionalistin. Sie war unglaublich stolz auf ihre künstlerische Bildung. Darauf, dass sie schon als junges Mädchen eine Kunstschülerin war. Sie und ihre Familie lebten in Danzig, wo Lottes Tante, Else Birenbaum eine Kunstschule leitete und selber dort lehrte. Lotte war als sehr junges Mädchen in der Ausbildung bei ihrer Tante und deshalb, wie uns unsere Kunstführerin erzähle, seit eh wusste, dass in der Kunst eine Frau einem Mann gleichberechtigt ist und sie die Kunst sowohl lehren als auch lernen kann. Als sie nach Berlin kam, war sie eine der ersten Studentinnen, die in der Königlichen Hochschule der Künste lernen dürfte. Mehr noch – sie dürfte gar die Aktmalerei studieren, darunter auch die Männerakte malen!

Lotte widmete sich der Staffelmalerei, dem Porträt und der Landschaft, und hielt nicht von der Moderne. In bester rembrandtschen Maniere malte sie verschiedene Stoffe so, dass man in einem Leinenkittel jede Falte sieht und in einem Katzenfell jedes Haar. So wie hier, in ihr Selbstbildnis mit einer Katze.

Das Bild ist exemplarisch für das Œuvre von Lotte Laserstein. Sie malte gern Porträts und darunter auch mehrere Selbstporträts. Sie schilderte sich oft als Künstlerin, als eine Malerin, die ihr Können gern zur Schau stellt, mit Attributen ihrer Zunft, was vor Kurzem nur den Männern erlaubt war. Sie liebte die Porträts mit dem Fensterblick im Hintergrund, wo man die Stadthäuser sehr genau wahrnahm. Und sogar die Katze war ein Beweis, dass sie alles kann, was sie sich vornimmt, weil die Katze musste doch sehr lange unbeweglich sitzen, wie jedes Modell auch (man munkelt, dass die Katze jeweils vor der Sitzung von einem guten Schluck Brandy betäubt wurde, aber ob es stimmt?)

Lotte wusste sehr geschickt, wie sie sich positionieren soll, wie sie ihre Kunst selber fördern kann. Sie engagierte sich im Frauenbund, sie schickte ihre Bilder zu Wettbewerben und Ausstellungen. Sie gründete auch eine Malschule für Studenten der Akademie der Künste, die an ihrem Abschluss-Portofolio gearbeitet haben. Mit ihrer StudentInnen fuhr sie unter anderen nach Worpswede, wo eine der berühmten deutschen Künstlerkolonie entstanden ist. Dort ist ihre Bilderreihe Dorfkinder entstanden. Ob diese Katze wohl auch betäubt werden müsste, darüber schweigt man.


Berlinische Galerie

Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Stiftung Öffentlichen Rechts

Alte Jakobstraße 124–128
10969 Berlin

bg@berlinischegalerie.de

Lato 2019. Codziennie jeden wiersz (11). Helbig

Brygida Helbig

byłam w ciąży i poszłam na musical
dudniło tak strasznie, że moje dziecko
przewracało się w brzuchu przerażone
a ja nie wyszłam z sali

odtad moje dziecko ma wrażliwe uszy
nie mówiąc już o duszy

a ja dalej nie wychodzę z takich sal
wytrzymuję
wyrzyguję
jestem dzielna
a przede wszystkim
bardzo dobrze wychowana


PS od Adminki, bo a nuż ktoś z Was jest dziś w Nowym Jorku. Tu porada, co dziś robić w stolicy świata, nadesłana przez Iwonkę Szweizer: https://www.littletownshoes.com/2013/06/23/witamy-na-najbardziej-rozebranej-paradzie-ameryki/

Lato 2019. Codziennie jeden wiersz (10). Maj

Marek Maj

Nauki naiwne

Z odległości od woli do rąk
Cała ludzka się bierze bezradność –
Już nie jeden alfabet łez wsiąkł
W ziemię lichą, choć z wierzchu dość ładną.
Z grawitacji obłoków – jest deszcz,
W deszczu krzewi się łan parasoli,
Wtedy ziemia nieziemski ma wierzch,
I spadanie tak bardzo nie boli.
Przez dualizm korpuskuł i dusz
Łatwo znaleźć się gdzieś poza sobą,
Dusza wtedy zamienia się w susz
I umyka pojęciom i globom.

Z prawd ruchomych i ciętych przez pół
Przecząc sobie, mrą tomy w a-tomy,
Z wynalazku zębatek i kół
Czas tutejszy jest ciągle rzekomy.
Z teleskopów, judaszy i sond
Do wyboru pomówień na mieście,
Z rzeczy prostych, jak prosta i kąt,
Zbudowane są miasta i szczęście.

W geografii nadziei i szczęść
Nieodkryte przylądki i wyspy –
Suchą stopą, gdy uda się przejść –
Kiedy ześni się sen realisty.


PS od Adminki: A tymczasem w Berlinie dziś, jak co roku, Fete de la Musique. Wszędzie w Berlinie muzyka – za darmo i pod gołym niebem. https://www.fetedelamusique.de/programm/