Vergessene Texte 1

… und zwar so vergessen, als ob sie nie exitierten. Und dabei habe ich den honorarlosen Text gern geschrieben und ihm den ganzen Sommer 2015 gewidmet. Er erschien 2016 in einer Zeitschrif mit dem Datum 2014 und so vielen Fehlern, dass ich mich schämte die Autorenexemplare jemanden zu zeigen. Somit ist es offiziell ein Nachdruck und nicht Originaltext. Obwohl, ich habe es natürlich umgehend geändert und korrigiert. Durchgesehen, wie man es schön auf Deutsch sagt.

Hier die ofiziellen Angaben zu den Protagonisten: Carl Ulitzka Wikipedia

Ewa Maria Slaska, Berlin

Ach, unser Prälat Ulitzka“

Ich bedanke mich bei Frau Pastorin Elisabeth Kruse, Ehrwürdigen Schwester Walburga, Pfarrer Peter Beier, Herrn Diakon Andreas Buntrock, Pfarrer Eberhard Kort, Herrn Engelbert Kremser, Pfarrer Horst Pietralla, Herrn Bernd Thürling

Als ich – Schriftstellerin und Publizistin – damit beauftragt wurde, über Carl Ulitzka zu schreiben, war ich mir über das Ausmaß dieses Wagnisses nicht im Klaren. Ich wusste, wer er war und dass er zu den vielen Persönlichkeiten gehörte, die schon vor dem Kriege grenzübergreifend zwischen Deutschland und Polen tätig waren, als symbolische Figuren der deutsch-polnischen Verständigung einen wichtigen Rang verdienten und stattdessen mit der Zeit in Vergessenheit geraten sind. Was mich aber persönlich an seiner Biographie am tiefsten berührte, war die Tatsache, dass er von der Nazis als „Polenkönig“ verfolgt und von den Polen als „Scheiß-Deutscher“ beschimpft wurde. Und ich wusste noch, dass (und wo) er in Berlin beerdigt wurde. Mehr noch, ich war einmal bei seinem Grab. Aber das war auch schon alles. Daher dachte ich, als mir der Auftrag erteilt wurde, prima, ich kann dabei mehr über Ulitzka erfahren…

Jeder Journalist, der über etwas schreibt, prüft heutzutage nach, was sich über sein Thema im Internet finden lässt. Auch ich tat nichts anderes. Und dabei überkamen mich Zweifel. Zuerst fand ich Hunderte und Aberhunderte Texte über Ulitzka. Auf Deutsch und auf Polnisch.

Dann kam es aber noch schlimmer, als ich das Buch von Guido Hitze entdeckte – Carl Ulitzka (1873-1953): Oberschlesien zwischen den Weltkriegen. 1440 Seiten! Der Autor schrieb darin folgendes:

Seine Biografie spiegelt gleichsam die besondere Entwicklung dieser umkämpften Grenzregion, die Abstimmungskämpfe in Oberschlesien nach dem Versailler Friedensvertrag wieder. Deutlich werden die Positionen des Zentrums innerhalb des Parteienspektrums sowie des deutschen Katholizismus vor und während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die umfassende Studie porträtiert erstmals die Geschichte Oberschlesiens bis 1945 und den Lebensweg Ulitzkas aufgrund neuester Forschungsergebnisse. Der Autor wertet bisher unbekanntes Quellenmaterial deutscher und polnischer Archive aus und kommt zu neuen Ergebnissen…

Wie kann ein Journalist, ein Laie, ein Unwissender wagen, über einen Mann zu schreiben, über den allein dieser Autor 1440 Seiten geschrieben hatte? Und erst recht all die anderen Forscher…!

Aber bei all diesen Zweifeln ob eigener Unzulänglichkeit wusste ich, dass ich doch etwas über Ulitzka zu sagen habe, dass ich einen persönlichen Zugang zu ihm habe. An einem Novembertag 2006 war ich auf dem Friedhof und versuchte sein Grab zu finden. Vergeblich. Am nächsten Tag rief ich bei der Friedhofsverwaltung an. „Ach,“ sagte meine Gesprächspartnerin, „unser Prälat Ulitzka“… der liegt dort und dort begraben. Es folgten genaue Hinweise…

Interessant, dachte ich, dass er für Menschen, die ihn nicht persönlich kannten, immer noch „ihr Prälat“ war. 60 Jahre und mehr nach seinem Tod bewahrt ihn die kollektive Erinnerung. Das wollte ich näher untersuchen. So begann die Spurensuche, deren Etappen Bernau bei Berlin, Biesenthal bei Bernau, Templin, Lobetal, Berlin-Karlshorst, Berlin-Friedrichshagen, Berlin-Lankwitz und Potsdam wurden. Ich wurde mit einer Empfehlung von einem Ort in den nächsten geschickt. Nur die erste Etappe bestimmte ich selber, ich ging dorthin, wo ich sicher war, etwas zu finden: Auf den Friedhof. Das heißt, mein Ausgangspunkt war das Ende – von da rollte ich seine Geschichte auf.

Ich kannte das Wort Prälat, wusste aber nicht, was es/er ist? Ulitzka ist 1926 Päpstlicher Hausprälat geworden. Wikipedia informiert, dass in der katholischen Kirche als Prälat der Inhaber ordentlicher Leitungsbefugnisse, Inhaber höherer kurialer Ämter oder ein verdienter Priester, der den Ehrentitel vom Papst erhalten hat, bezeichnet wird.

Fortsetzung folgt in ein paar Tage


Quellen:
Guido Hitze, Carl Ulitzka 1873-1953 oder Oberschlesien zwischen den Weltkriegen, Düsseldorf 2002

Herstory

Kino Regenbogenfabrik / Sa 15.12.18 um 15.00 Uhr

Die Frauen der Revolte

Feministische Aktionen gegen Bevölkerungspolitik
Ein Rückblick in die 80er Jahre
Ein Film

2000-2003, 46 Min, Dokumentarfilm von der Filmgruppe Frauengeschichte(n) im Film

Im Anschluss Gespräch mit den Filmemacherinnen

In den 80er Jahren beschäftigten sich Frauengruppen in vielen Ländern mit dem Thema Bevölkerungspolitik. In der Dokumentation erzählen Aktivistinnen aus Deutschland von Debatten und Aktionen zum Thema Geburtenkontrolle. Sie berichten von der Entstehung humangenetischer Beratungsstellen, über Gen- und Reproduktionstechnologie und letztlich über Selbstbestimmung von Frauen über ihre Körper und feministische Kritik an Bevölkerungspolitik und Gentechnologie.


Frauen bildet Banden – Eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora

2018, 80 Min, Dokumentarfilm vom Frauenlesben Filmkollektiv Las Otras

Im Anschluss Gespräch mit den Filmemacherinnen

Die „Rote Zora“ war in den 70er und 80er Jahren eine militante Frauengruppe in der BRD. Ihre Aktivitäten richteten sich gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, gegen Gen- und Reproduktionstechnologie als Teil der Bevölkerungspolitik und internationalen Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft.

In der linken Geschichtsschreibung in Deutschland weitestgehend ausgeblendet, greifen heute junge Frauen auf ihre Texte und Geschichte zurück.

Es ist auch den wissenschaftlichen Forschungen der in Großbritannien arbeitenden Katharina Karcher zu verdanken, dass wir heute wieder mehr über diese Gruppe erfahren können. Der Film trägt dazu bei, eine Lücke in der bundesdeutschen Geschichtsschreibung zu linkem Widerstand zu füllen. Erzählungen von Zeitzeuginnen, Interviews mit Katharina Karcher und ehemaligen Zoras lassen die Geschichte der „Roten Zora“ und der damaligen Frauenbewegung wieder lebendig werden.

Fiszbach / Rathaus / Kreuzberg / Görlitzer Park

Kommet heute / Przybywajcie / Just come today

Wiesław Stefan Fiszbach

Die Menschen von Görlitzer Park

Malerei, Fotografie, Zeichnung

Eine Veranstaltung vom Städtepartner Stettin e.V.

Freitag, 14. Dezember 2018 von 18:00 bis 20:00

Rathaus Kreuzberg, Yorkstr 4-11, 10965 Berlin, II Etage

Wiesław Stefan Fiszbach ist ein polnischer Maler, der seit der 80. in Berlin lebt. Vor ein paar Jahren begann er, die Menschen zu porträtieren, die man im Görlitzer Park trifft – Spaziergänger, Dealer, Junkies, Obdachlosen. Der Blick des Künstlers sieht sie an, sie werden nicht beurteilt und nicht bemitleidet. Sie sind, wer sie sind. Das sind wir, die Zuschauer, die uns darüber Gedanken machen sollen.
Die Ausstellung ist vom Mo 10. Dez bis Fr 4. Januar an den Werktagen von 7:00 bis 19:00 im Rathaus Kreuzberg zu sehen.

Ein kleiner Umtrunk mit dem Künstler haben wir für Freitag
14. Dezember ab 18 Uhr vorgesehen.

Bringt das Geld mit, man kann die Kunstwerke auch kaufen!
Und Weihnachten steht vor der Tür!

Reblog: St. Karol Kubicki und die FU

Annika Leister

Stanislaw Karol Kubicki prägte Berlin in der Nachkriegszeit wie kaum ein anderer: Der Mediziner gründete mit Kommiltonen vor 70 Jahren die Freie Universität und später die Berlinische Galerie. “Das bot sich einfach an.”

Annika Leister von der Berliner Zeitung schreibt über Professor Kubicki und wünscht sich im hohen Alter Kubickis Gelassenheit.

Der Text ist sehr gut, informativ und doch voller Gelassenheit, ernsthaft aber doch humorvoll. Die Frau hat den Nerv getroffen.
Und aber nun… Jaaaa…

Der Name Kubicki ist hier immer wieder präsent, das letzte Mal vor zwei Monaten listete ich hier alle Beiträge auf, die auf diesem Blog über den Maler und Dichter Stanisław Kubicki (1889-1942), seine Ehefrau, Malerin und Lehrerin Margarete Kubicka, geb. Schuster (1891–1984) und auch über und von deren Sohn, jetzt schon emeritierten Professor der Neurophysiologie, St. Karol Kubicki (Pseud. Peter Mantis) veröffentlicht wurden.

Sehen Sie selber.

Es tat wirklich weh, dass Frau Leister in ihren schönen Artikel, die Eltern des Professors kaum erwähnt, und es doch schafft, über beide etwas falsch zu schreiben. Der Stanisław Kubicki, der Vater des Professors, stammte aus einer polnischen adligen Familie und war ein Maler und nicht ein Musiker! Und Margarete Kubicka, war vor allem eine Künstlerin und erst dann eine Lehrerin, auch wer eine sehr begnadete. Die Bilder der beiden Künstlern sind unter anderen in der Berlinischen Galerie zu sehen, über die Frau Leister so viel schreibt.

Schade! Es hätte gereicht, bei Wikipedia zu schauen.

Nun aber der Text selber…

Kämpfer für die Freiheit

Stanislaw Karol Kubicki sitzt versunken in einem Ledersessel in seinem Wohnzimmer, eine dicke Strickjacke um seine Schultern. Um ihn herum finden sich, dicht an dicht, Zeugnisse seines beeindruckenden Lebens. An jeder Wand Regale, die vielen Hundert Bücher darin sind abgegriffen, die Einbände sind abgewetzt und haben Knicke. Sie handeln von der Nazi-Zeit oder von archäologischen Ausgrabungen in Mexiko, von seltenen Vögeln und expressionistischer Malerei. Einige davon hat Kubicki selbst geschrieben. Immer wieder gibt es Leerstellen im Regal. Kubicki stellt sein Wissen nicht aus. Er nutzt seine Bibliothek täglich. Internet, ein Handy oder eine Email-Adresse hat er nicht.

Vor den Büchern stehen, ohne jedes Kalkül gemixt, kostbare Marmorbüsten und Kinderbilder, auf denen Kubickis Enkel Löwen und Schmetterlinge gemalt haben. Obwohl dem 92-Jährigen das Gehen inzwischen schwer fällt, ebenso wie das Hören, steigt er regelmäßig auf einen wackeligen Sessel, um die Bücher im obersten Fach zu erreichen. „Aber nur, wenn meine Frau nicht hinguckt“, sagt er und lächelt schelmisch. „Sonst gibt es Ärger.“

Stanislaw Karol Kubicki, von seiner Frau wird er nur Karol genannt, hat in seinen 92 Lebensjahren Berlin geprägt wie wenige andere. Er war der erste Anästhesist der Stadt, eine Koryphäe auf seinem Spezialgebiet in der Neurophysiologie, gründete nach dem Krieg einen Berliner Kunstverein und die Berlinische Galerie. Sein größtes Projekt aber ist bis heute die Freie Universität, die erst auf Drängen und dank des Engagements von Studenten wie Kubicki entstand. Am 4. Dezember 1948 war das, vor genau 70 Jahren. Zur Feier an diesem Dienstag wird auch Kubicki in Dahlem erscheinen.

Er sei damals tief enttäuscht von der einzigen anderen Universität der Stadt gewesen, erzählt Kubicki. Die Berliner Universität Unter den Linden, die 1949 in „Humboldt-Universität“ umbenannt wurde, lag im Ostsektor der Stadt. Nach der Wiederaufnahme des Lehrbetriebs 1946 schlug sich die Politik des SED-Regimes bald in den Hörsälen nieder. Manche Gruppen – Arbeiter- und Bauernkinder zum Beispiel – wurden bei der Immatrikulation bevorzugt, andere hatten deshalb kaum Chancen, angenommen zu werden. Immer wieder wurden regimekritische Studenten exmatrikuliert, verhaftet, zu Zwangsarbeit verurteilt und sogar exekutiert.

Unerträglich waren die Verfolgungen aus Gesinnungsgründen für jemanden wie Kubicki, der damals Anfang 20 und für Medizin eingeschrieben war. Er hatte schon ein Semester unter den Nationalsozialisten studiert und deren Methoden und Einflussnahme auf den Lehrbetrieb zutiefst verabscheut. „Und dann war der Krieg vorbei, die Nazis entmachtet – und die neue Uni tut genau dasselbe!“ Kubicki schüttelt noch heute fassungslos den Kopf, richtet sich in seinem Sessel auf. „Das fehlte noch!“

Kubicki hat keine Lust, zuzusehen, wie sich Geschichte wiederholt. Er schließt sich mit Kommilitonen zusammen, die denken wie er, darunter viele Halbjuden. Der harte Kern des Widerstandes trifft sich oft in seinem kleinen Haus im Neuköllner Stadtteil Britz. Dasselbe Haus, in dem Kubicki noch immer lebt, seit 92 Jahren. Hier kamen die Studenten auf die Idee, eine eigene Universität zu gründen, im Westen der Stadt, unter der Obhut der Amerikaner. Der Name „Freie Universität“ habe von Anfang an festgestanden, sagt Kubicki. Denn genau das sollte sie vor allem anderen sein: ein Ort, an dem freies Denken und Lernen möglich sein sollte, ohne politische Restriktionen, ohne Denkverbote und Strafen. „Als Mahnmal gegen die Ost-Uni“, sagt Kubicki.

Die Studenten suchen Kontakt zu den Amerikanern. Die Besatzungsmacht ist von der Idee einer Uni im Westsektor schnell zu begeistern. Jeder Schritt muss mit ihnen abgesprochen werden, Änderungen verlangen sie kaum. Kubicki ist für die Bewerbungen und die Aufnahme der ersten Studenten zuständig. Die Uni im Osten verlangt Antwort auf Dutzende Fragen, um die Studenten zu durchleuchten, ein „Riesen-Fragebogen“ sei das damals gewesen, sagt Kubicki. Er macht es anders: Von den Bewerbern an der Freien Universität will er nur Name, Alter, vorangegangene Studienerfahrungen wissen – und ob sie Mitglied in NSDAP oder SED waren. Letztere sind die einzigen harten Ausschlusskriterien. Sieben einfache Fragen, die Antworten passen locker auf ein DIN-A4-Blatt. „Jeder sollte studieren können, der wollte“, sagt Kubicki.

Die Amerikaner segnen den Plan ab und stellen die ersten Gebäude in der Boltzmannstraße in Dahlem zur Verfügung. Die Studenten karren Möbel herbei, richten ein provisorisches Sekretariat ein. Circa 2 000 Bewerber melden sich zum ersten Semester, erzählt Kubicki, ebenso wie die ersten Professoren. Die meisten seien aus dem Osten gekommen. „Die hatten die Nase voll, genau wie wir.“ Im Westen habe die FU in den ersten Jahren hingegen keinen guten Ruf gehabt, habe als „aufständische Studenten-Uni“ gegolten. Schließlich ist es deutschlandweit ein Novum, dass Studenten so maßgeblich den Ton angeben.

Kubicki ist der erste Student, der sich an der neuen Universität einschreiben darf. Matrikelnummer 1. Eine historische Eintragung, in dunkelblauer Tinte, heute ist das Papier darunter vergilbt. Entschieden hat das der Zufall: Helmut Coper, Kubickis Kommilitone und ebenfalls Mitgründer der FU, wollte eigentlich auch an erster Stelle stehen. Kubicki und er warfen eine Münze. Das Glück war auf Kubickis Seite. „Ich behaupte gerne: Das hat Coper mir nie verziehen“, sagt er. Heute ist der Münzwurf Legende in der Geschichte der Freien Universität, verewigt in Büchern und auf der Uni-Homepage.

Auch an der FU studiert Kubicki Medizin. Wegen der „Pinkepinke“, behauptet er, reibt Daumen und Zeigefinger aneinander und lacht. Parallel will er, dessen Vater Musiker und Schriftsteller war, auch Kunstwissenschaft belegen. Doch der Vortrag des Professors in der Einführungsveranstaltung ist dröge. Also wechselt er einfach einen Saal weiter, wo Friedrich Wilhelm Goethert gerade eine Veranstaltung in Archäologie gibt. Goethert sei ein fantastischer Lehrer gewesen, sagt Kubicki, seine Stimme tief und eindrucksvoll, sein Vortrag immer mitreißend. An seiner Seite bereist Kubicki später Europa.

Doch auch in seinem Hauptfach, der Medizin, kommt er herum. Er konzentriert sich auf die Elektroenzephalographie, eine damals neue Methode, die Aktivität des Gehirns zu messen. In der Zeit vor der Erfindung der Computertomographie ist es die erste Möglichkeit, „den Menschen in den Kopf zu gucken“, wie Kubicki es formuliert. „Auch wenn in manchen Köpfen nicht besonders viel los war.“ Er reist zu Ärztekongressen weltweit, hält Vorträge. Das laut Kubicki „stinklangweilige“ Thema transportiert er lebendig, bunt, witzig. 1969 wird er als Professor an die FU berufen – und bleibt es, bis er mit 65 Jahren in Rente geht.

An so manche Zeit nach seinem Studium erinnert sich Kubicki heute nur noch schwer. Seine Frau Petra Kubicki sitzt mit im Wohnzimmer. Wenn er in seinen Erzählungen mal den Faden verliert, blickt er zu ihr und fragt: „Mensch, was wollte ich denn noch mal sagen?“ „Das weiß ich doch nicht!“, sagt die 76-Jährige dann lachend. „Warum denn nicht?“, erwidert er. „Du weißt doch sonst immer, was ich sagen will!“

Die beiden waren früher schon mal zusammen, Petra Kubicki hat bei ihm studiert. Sie trennten sich, bekamen Kinder mit anderen Partnern, fanden sich wieder und heirateten spät. Eigentlich habe sie in Kubickis kleines Haus ziehen wollen, erzählt sie. Das aber sei so voll gewesen, gefüllt mit Erinnerungen aus neun Jahrzehnten, dass sie sagte: Da ist kein Platz für meine eigenen Sachen. Kurzerhand kaufte sie ein Häuschen gleich gegenüber. Aus Kubickis Fenster kann man es sehen.

Fast vollständig verblasst ist bei Kubicki die Erinnerung an die prägende Zeit um 1968, als die Freie Universität Zentrum der Studentenproteste war. Rudi Dutschke, Benno Ohnesorg, Gudrun Ensslin, Otto Schily – sie alle waren Studenten der FU. Für viele von ihnen herrschte auch in so manchem Fachbereich an der noch jungen, von Studenten gegründeten FU bereits der „tausendjährige Muff unter den Talaren“. Die Revolution wollten sie an den Universitäten starten – und einige linksextreme Gruppen waren bereit, Gewalt anzuwenden. Andersdenkende Professoren wurden an Vorlesungen gehindert, eingeschlossen, manche auch mit Schlägen und Tritten aus dem Saal getrieben. Kubicki gründete damals die „Notgemeinschaft für eine freie Universität“ mit, die gegen den Extremismus protestierte. Zu sehr erinnerten die Übergriffe an die totalitären Methoden unter Nazi- und SED-Regime – nur dass er nun von den Studenten selbst ausging. Heute regt Kubicki das nicht mehr auf. „Ach, die“, sagt er nur über die 68er. „Studentenpalaver. Die waren praktisch ja zu nichts zu gebrauchen.“

Auch Kubicki redet gern. Noch lieber aber hat er schon immer Fakten geschaffen. In den 70ern sorgt er mit einem Artikel für die Gründung der Berlinischen Galerie, nur eines von vielen Kunstprojekten, die er in der Stadt anleiert. „Ich habe mir damals einfach angeguckt, was in Berlin alles gefehlt hat“, sagt er, als sei das alles nichts.

Die 68er? „Studentenpalaver“

Ob er nicht stolz sei auf sein beeindruckendes Leben? Auf die einzigartige Art, mit der er Berlin geprägt hat, für Hunderttausende Studenten und Kunstliebhaber? Wenigstens ein kleines bisschen? Kubicki verweist auf seine Eltern, vor allem auf seine Mutter, „eine beeindruckende Frau, eine aufrechte Demokratin, eine Revolutionärin, ohne Revoluzzerin“ zu sein. Sie setzte sich für die Entnazifizierung in Schulen im Westen ein. Sie habe ihn maßgeblich geprägt. Sich selbst kreidet Kubicki keine Verdienste an. „Es passierte damals so viel“, sagt er schulterzuckend. „Die Amerikaner waren bereit, Ideen zu unterstützen. Da musste man gründen. Das bot sich einfach an.“

Auf die Freie Universität sei er aber auch heute noch stolz. Sie habe sich gut entwickelt, biete inzwischen Fächer an, von denen er selbst gar keine Ahnung habe. „Eine richtige Elite-Uni“ sei die FU geworden, sagt er – und man weiß nicht genau, ob das jetzt Lob oder Tadel aus dem Mund eines Mannes ist, der immer dafür einstand, dass jeder sich beweisen dürfen sollte.

Wichtiger als sein vergangenes Leben, an das die Erinnerungen langsam schwinden, wichtiger als alle Einrichtungen, die er gegründet hat, ist ihm heute die Familie. Seine Frau, die sechs Kinder, sechs Enkel und eine Urenkelin. Der Hund seiner Frau, Fenja, schlecke die Jüngste gerne ab, die juchze dann und lache. „Das sollten sie mal sehen“, sagt Kubicki. „Es gibt nichts Besseres.“


Archäologe, Mediziner, Kunstliebhaber: Karol Kubicki ist inzwischen 92 Jahre alt.
Foto: Bernd Wannenmacher

Wracajcie, skąd przyszliście

Zakładam, że cała Polska widziała w ostatnią środę ten film. Film zaczął się w Berlinie
i my też tam byłyśmy – Dorota Kot i ja.
Marcin, którego widzimy już na starcie, śpiewał i grał na gitarze po naszej wspólnie przygotowanej afgańsko-polskiej kolacji. Był nawet element szczczeciński – Robert Poryzała wymyślił wegański paprykarz szczeciński.

Ludzie z Facebooka 2 Didi Stone Veron

Poznałam go wprawdzie na żywo na dworcu głównym w Berlinie kilka tygodni temu, w pewną jesienną niedzielę o poranku. Zwrócił moją uwagę, bo był super ubrany, podeszłam więc i zapytałam, czy mogę mu zrobić zdjęcie. W końcu okazało się, że zdjęcie zrobi nam wspólnie, jemu i mnie, jego kumpel. Zrobił ich chyba 40, wszystkie takie same i wszystkie nieostre. Wsiedliśmy razem do pociągu do Rathenow, oni wysiedli w trzy minuty później czyli na Spandau, my pojechałyśmy dalej. Teoretycznie na grzyby. Grzybów jednak nie było, za to spadł deszcz i w trzy dni później zaczął się wysyp.

Zamieniliśmy ze sobą co najwyżej pięć zdań, głównie się śmialiśmy. Była to ewidentnie tzw. znajomość nowojorska. Pamiętam, że gdzieś kiedyś taki termin przeczytałam u Vonneguta; jeśli zamieniłeś z kimś kilka słów i uścisnęliście sobie dłonie, to jesteście znajomymi nowojorskimi. I możecie się chwalić tą znajomością do końca życia.

No więc zostaliśmy znajomymi nowojorskimi, ale to dopiero twarzoksiążka mi uświadomiła, jaką niezwykłą osobę spotkałam i kto jest teraz moim “przyjacielem na Facebooku”.

Didi co weekend publikuje na FB różne komentarze na temat tego trzydniowego dnia, który jest w Berlinie dniem najlepszym pod słońcem, bo nie trzeba pracować i można się zajmować życiem (choć Bogiem a prawdą w Berlinie weekend jest przez cały tydzień). Teksty są bez znaczenia, chodzi raczej o podkreślenie radości:

All about the week End! Enjoy ur live And be in love with God. More blessings and happyness for all of US. Bonne fin de week End! Kaviar Diesel de Berlin

C moi veron kaviar Diesel de berlin! Bonne nuit à tous!

Juste une affaire à suivre.
Bon Week end à tous
Veron Diesel de berlin.

War sehr schön das Wochenende.
Ich wünsch euch allen einen guten rutsch ins neue.
Diesel de berlin!

Diesel – włoska firma designerska – ma w Berlinie 18 sklepów z modą. Didi przynosi zaszczyt wszystkim. Od czasu do czasu na FB pokazują się kolorowe jak rajskie ptaki zdjęcia mody dla mężczyzn, ale uważam, że Didi bije wszystkich…

Miłego adwentu, moi mili! Minęła Pierwsza Niedziela Adwentu nadchodzi Druga. Urządźcie przyjęcie, zaproście gości, otwórzcie kolejne drzwiczki w kalendarzu adwentowym, zapalcie pierwszą świeczkę, a potem drugą, a przy okazji pamiętajmy, że od 2 do 10 grudnia święcimy Hannukę. Albo jak to mówią Niemcy Weihnukka (Bożukka?) ugotujcie coś pysznego, ubierzcie się kolorowo, dajcie sobie jakiś drobiazg…

Ulice Berlina. Moja ulica.

Ewa Maria Slaska

Kochani, dawno temu prosiłam, żebyście mi przysyłali wpisy o tym, co wiecie o swojej ulicy. Dziś przypominam tę prośbę i zaczynam od mojej własnej ulicy. Paradestrasse, ulica Parad. Bardzo śmieszna nazwa, gdy się popatrzy na tę niewielką, obsadzoną grubymi platanami ulicę, na której parady mogły by co najwyżej urządzać wiewiórki, lisy albo jeże. Bo choć ulica leży właściwie w samym centrum miasta, jest jednak częścią cichego, spokojnego osiedla domków jednorodzinnych, otoczonych murem niewysokich bloków mieszkalnych. Osiedle jest częścią Gärtenstadt, miasta ogrodu, zbudowanego w ostatnim ćwierćwieczu XIX wieku. Zgodnie z nazwą osiedle jest pełne drzew i ogrodów, kwitną tu masy kwiatów, mieszkają różne zwierzęta, łącznie z szopami praczami. Od lat 30 XX wieku, czyli od czasów, gdy do władzy doszedł mały facet z wąsikiem, osiedle przemianowano na Fliegersiedlung – Osiedle Lotników, a ulice zmieniły nazwy – z geograficzno-historycznych na bojowe: nazwano je na cześć pilotów, zasłużonych podczas I wojny światowej. Osiedle miało (i nadal ma) piękne półkoliste ulice, przecina je linia zieleńców ze strumieniem i dwoma stawami, a w samym centrum posadzono piękny ogród różany. Od północy, południa i wschodu do osiedla przylegają piękne parki – Viktoria Park, Park Tempelhof i zamienione na chroniony prawem nieużytek dawne lotnisko Tempelhof*, oddzielone od nas wielką przelotową ulicą – Tempelhofer Damm**.

Na osiedlu nie ma kina, wielkich domów towarowych, właściwie nie ma kawiarni czy klubów, co nas chroni przed plagą Berlina – masami turystów, którzy ciągnąc za sobą walizki na kółkach, zalewają miasto w poszukiwaniu “nie tkniętych ludzką stopą” zakątków. Mamy za to dwa kościoły, kwadratowy katolicki i okrągły ewangelicki, oba modernistyczne, mamy piękny plac z modernistyczną fontanną bocianów, wielki dworzec kolejki i kolei, kilka szkół i przedszkoli oraz plac zabaw z samolotami. Projektant placu odwołał się do nazwy osiedla, nie zastanawiając się nad tym, że Boelcke czy Manfred von Richthoffen, patroni naszych ulic, w niczym nie przypominają uśmiechniętego lotnika z książeczek dla dzieci.

Ale nie myślę o tym, gdy patrzę z balkonu na ogrody pode mną, gdy wiosną piję kawę, podziwiając cudowną ogromną kwitnącą na różowo wiśnię, gdy już w lutym widzę pierwsze kwitnące kwiaty tegoroczne, a w styczniu widzę, że te grudniowe wciąż jeszcze kwitną, albo gdy nad balkonem rozpina się tęcza, myślę sobie, że mam ogromne szczęście, że mieszkam właśnie tu.

7:40 rano, 11 listopada 2018 roku – tak na mojej ulicy uczciliśmy koniec I wojny światowej


Rozpędziłam się w zachwytach. Tu więc trochę trzeźwych i prozaicznych informacji na temat mojej ulicy:

Wiadomości ogólne
Kod pocztowy 12101
Dzielnica miasta Tempelhof
Komunikacja Strefa A autobusy 104, 248 — metro (U‑Bahn) nr 6 stacja Paradestr
Przebieg ulicy od Tempelhofer Damm do Placu Adolfa Scheidta (Adolf-Scheidt-Platz)
Historia
Dzielnica historyczna Tempelhof
Nazwa ulicy od roku 1913

Nazwa związana z faktem, że ulicę wytyczono na terenie wojskowego placu ćwiczeń (poligonu). Wiosną 1722 roku król Fryderyk Wilhelm I przyjął w tym miejscu pierwszą paradę wojskową. Od roku 1905 stacjonował tu regiment wojsk kolejowych, a teren nadal był przeznaczony na apele, capstrzyki i parady. Rósł tu, na rogu dzisiejszej Paradestrasse i Tempelhofer Damm, jeden z licznych swego czasu tzw. dębów cesarskich (Kaiser-Eiche), pod którym stały trybuny dla cesarza odbbierającego paradę.

* To to lotnisko, na które przylatywały polskie samoloty.
** Trakt na Tempelhof czyli terenów w średniowieczu należących do zakonu Templariuszy, a od renesansu oddanych do użytku militarnego.

Janz Berlin is eene Wolke

Die Autorin kam erst 1969 nach Berlin, hat also nicht die ganze Mauer-Zeit miterlebt, den Abbau umso intensiver.

Anne Schmidt

Der Mauerfall in Berlin (in der Erinnerung einer Tempelhoferin ) 

Am 10. November 1989 standen in klirrender Kälte morgens um 7.30 mein Mann, einige Leute aus unserer Bürgerinitiative und ich am Reichstagsgebäude neben einem stinkenden Dieselaggregat und hielten Schilder in die Luft; auf den Schildern standen Losungen mit Ausrufezeichen, die sich an die Geschäftsführer von westdeutschen Flughafengesellschaften richteten, die sich um 8.00 im Reichstagsgebäude zu einer wichtigen Konferenz treffen sollten.

Wir, die Mitglieder der ” Bürgerinitiative Flughafen Tempelhof”,  beschallten den Eingangsbereich des östlichen Flügels des Gebäudes mit den aufgezeichneten Geräuschen eines startenden Flugzeuges.

Der Ü-Wagen des SFB, der unsere Aktion aufzeichnen wollte, traf nicht ein. Bei meinem Marsch vom Hotel Esplanade zum Reichstagsgebäude hatte ich ihn am Brandenburger Tor stehen sehen, wo verschlafene Reporter auf die Öffnung der Mauer warteten.

Mit dem Ausweis einer Abgeordneten der “Alternative(n) Liste” gelangte ich in den großen Sitzungssaal des Reichstagsgebäudes, wo schon die Akivisten der TegelerAnt-Fluglärm-Initiative Platz genommen hatten. Sie hatten Schilder mit in den Saal geschmuggelt und gaben ihrem Unmut während der Reden verhalten Ausdruck.

Als der bayrische CSU-Mann Erich Riedel mit rollendem R von Peenemünde zu schwafeln begann, hielt es mich nicht länger auf meinem Sitz.Ich stürmte in den Gang im 1. Stock am nördlichen Ende des Gebäudes und hatte den Todesstreifen genau unter mir.

Im Saal hatte niemand die Ereignisse der vergangenen Nacht erwähnt, die unglaublichen Worte des Genossen Schabowski wiederholt, einen Blick in die Zukunft gewagt.  Als hätten diese Scheuklappenbeamten in ihrem abgeschirmten Bereich die Außenwelt mit ihrem Tunnelblick beeinflusst, bot sich mir ein Bild langweiliger, unspektakulärer Tristesse: Ein Kübelwagen der Volksarmee rollte langsam über den Fahrstreifen entlang der Mauer, als wolle er die Posten auf ihren Wachtürmen mit Essen versorgen. Die Aufregung der Nacht schien in Gleichgültigkeit zu versinken. Ich war grenzenlos enttäuscht, aber dennnoch zu aufgeregt, um zu den Ignoranten im Saal zurückzukehren.

Als ich aus dem Gebäude stürmte, kamen die ersten Schulklassen mit Willkommensgrüßen die Scheidemannstraße hinaufgezogen. Da ich meine kleine Tochter aus der Kita abholen musste, konnte ich mich nicht dem Zug zum Brandenburger Tor anschließen, sondern eilte zu meinem Auto vor dem Hotel Esplanade. Meine Vorausschau war davon ausgegangen, dass sich am Reichstagsgebäude und vor dem Tor die Massen drängeln und meiner Abfahrt im Wege stehen würden. Dem war nicht so, aber ab Friedrichstraße ließ die endlose Parade von Trabants und Wartburgs kein Durchkommen zu. Verzweifelt versuchte ich der stinkenden Blechlawine zu entkommen, sie zu umfahren, aber plötzlich waren sie überall in Kreuzberg. Ich hatte keinen Blick für die Insassen, denn der Termin in der Kita saß mir im Nacken.

Als ich mit 11/2 Stunden Verspätung in Tempelhof ankam,  empfing mich ein weinendes Kind und eine verständnisvolle Erzieherin. Die Nachricht von der Invasion der Blechkisten aus dem Osten hatte sich bis nach Tempelhof verbreitet.

Ab diesem Tag war nichts mehr so wie vorher: unser langerwarteter Besucher aus Pankow, der überraschenderweise Ende Oktober ein Visum für einen Besuch im Westen bekommen hatte, traf mit den Massen, die sich durch die wenigen Öffnungen der Sperranlagen drängelten, total erschöpft bei uns ein. Jeden Tag gab es neue aufregende politische Meldungen in den Medien. Meine Freundin, die unter widrigsten Umständen drei Jahre zuvor hatte ausreisen dürfen und eine Wohnung direkt vor der Mauer gefunden hatte, fürchtete den Überfall ihrer Verwandten und den Besuch ihrer bisherigen “Blicknachbarn”, meine Kreuzberger Schüler beschwerten sich über lange Schlangen vor den Supermärkten und meine Freundin aus Ost-Friesland schleppte mich in das Willkommenskonzert von Barenboim in der Philharmonie.

Dort vergoss ich Tränen der Rührung zusammen mit Musikfreunden aus Leipzig, die nur wegen dieses Konzertes aus Leipzig angereist waren.

Die anschließende Wanderung an der Mauer entlang auf dem Potsdamer Platz fand in einem einzigen Freudentaumel statt, den auch die Wagenburgler, die damals noch an ihr Bleiberecht glaubten, nicht beeinträchtigen konnten.

Trotz der warnenden Megaphondurchsagen der Polizei drängelte auch ich mich auf einen Wachtturm, um unvergessliche Fotos zu machen. Unvergesslich blieb beim Öffnen der Kamera für mich der Song von Nina Hagen “Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael”. So bleiben die Bilder dieser Nacht nur auf meinem inneren Schirm, aber Bilder auf der Mauer und Löcher in der Mauer dokumentierte ich in den nächsten Wochen fast täglich.

Diese einzigartige  Ausnahmesituation konnte ich nicht begreifen, ohne immer wieder zu den Orten des Geschehens zu fahren, am Anfang noch unsicher mit dem Pass in der Hand. Freudiges Strahlen war in den Gesichtern, die ich wahrnahm, nicht Skepsis und auch nicht Missgunst. Fremde Menschen sprachen und lachten miteinander, staunten ungläubig und tauschten Neuigkeiten aus. Freunde nahmen Jugendliche, die extra aus Wismar angereist waren, zur Übernachtung mit zu sich nach Hause und feierten mit ihnen auf der Mauer Parties.

“Janz Berlin is eene Wolke” ist ein Spruch, der schon zu Kaisers Zeiten geprägt wurde, aber nie besser gepasst hat als in diesen kalten Novembertagen.

Wieder eine Buchseite auf der Strasse

…am Tag der Deutschen Einheit in Berlin gefunden. Eine Seite auf der Strasse direkt vor meinem Haus liegend. Ich kann nicht umhin, jetzt muss ich einfach all diese aus den Büchren rausgerissenen Seiten IMMER aufheben und entdecken, was für ein Buch es ist. Es ist inzwischen eine Sucht geworden…

Ich bin schon geübt, ich weiss schon, was ich aus dem sorgfältig gelesenem text als Keywords herauspicken muss, um das Buch im Google zu identifizieren. Diesmal schrieb ich die Reihe nach alle Namen, die auf den beiden Seiten auftauchen in die Suchspalte: Travis Amy Leiche David George Frankie Craig. Die Antwort kam prompt:

Craig Morgenstern is a total scaredy cat, even with his reputation as such being well known amongst everyone. But as of late, things are looking up for Craig! He has moved to a new town and even saved a baby from being hurt in a car accident. Everyone is then considering Craig to now be very brave for what he did. Despite him falling off of his bike and nearly getting hit by the careening car. Not to mention, accidentally getting inside of it and managing to stop it. The car slows to a stop in front of his new school on his first day of classes, branding him a hero to the entire student body, save a few skeptical students. The mother of the baby rushes over to thank him, having accidentally left the car for just a moment while the baby was still inside.

Craig’s good fortune continues to escalate even higher! He befriended the cutest girl in school, Amy. Who is very impressed with his bravery. Unfortunately, her best friends Travis and Brad happen to be Craig’s harshest critics. They refuse to be won by the boys charms, even after he saves a bird’s nest. Other random lucky streaks happen to strike Craig also. Such as screaming in horror during a scary movie, which Amy agrees that it is fun to scream along with characters in films.

But jealous of all the attention Craig receives, Travis becomes obsessed with trying to prove that Craig is a scaredy cat. He then talks with a cousin, who happens to know about Scaredy Cat Craig from his previous town/school. So Travis shows up with a jar full of spiders and dares Craig to stick his hand in the jar for five minutes. Craig is goaded on by Amy and does so, only to be bitten so many times that he can’t even remove his swollen hand after five minutes are up. So Amy talks Travis into going double-or-nothing and Craig has to keep his hand submerged twice as long.

Travis pledges to go double or nothing again the following day. The bravery challenge this time will be to kiss a poisonous snake on the lips, but really what one boy does it pluck out a single eyeball of his own and shove it into Craig’s mouth. Craig comes out of this one looking brave by spitting out the eyeball and nobody is really surprised when they find it is a fake gag eyeball. They do not think this is enough to prove how brave Craig is however and Travis reveals that his father works at a funeral parlor. So now the newest bravery test involves Craig sneaking into the funeral home and sitting in a coffin.

But unfortunately for him, the coffin he chooses is occupied. His “friends” egg him on anyways, as a truly brave person would sit in a corpse-filled coffin no problem. The corpse then comes to life and tries to choke Craig, but Craig allows himself to be choked by the “corpse”. This shocks Travis, who had been the corpse in hopes of outing him. But then Amy challenges Travis to let Craig repeat the challenge again the next day. At some point, Craig comes clean with Amy, but Amy just thinks he is not only brave but sweet to not want to take Travis’ money by pretending to be afraid.

Sometime after then, Craig accidentally beats up Brad’s older brother! Once again everyone is at the funeral home when all of the corpses rise and begin to attack! Everyone runs away, but Craig stays to bravely defend those who abandoned him. Proving to them all that he really was brave all along.

It turns out that the corpses were all set up by Craig, with some help from Brad. Who felt bad about how devoted Travis was to proving Craig’s bravery. The zombies were actually Brad’s older brother (the one Craig “beat up”) and his friends. Brad’s brother walks in and apologizes for his friends not being able to make it to the cemetery, which results in Brad racing away to vomit in horror.

It turns out Brad’s brother just said that to get back at Brad! Craig walks home and remarks to the reader on how it turns out he really is brave… even if he is still afraid of the dark.

Sela 5/3

For Iwona Schweizer
Remember? We visited the opening of their 2nd exhibition one year ago 🙂

Gruppenausstellung Sela5

Galerie Kungerkiez, 12435 Berlin-Treptow, Karl-Kunger-Straße 15

  1. Oktober – 25. November 2018

Eröffnung: 6. Oktober / 19 Uhr

KünstlerInnen-Gruppe „Sela5“

2018 mit:

Kermit Berg (San Francisco/Berlin)

Joachim Froese (Brisbane/Australien)

Karsten Hein (Berlin)

Hiroko Inoue (Nara/Japan)

Sonia Klausen (Berlin)

Rainer Komers (Mülheim/Ruhr)

Jörg Möller (Berlin)

Fyodor Moon (Ukraine)

Matthias Ring (Hamburg)

André Schmidt (Berlin)

Ingrid Völlmeke (Hamburg)

Micha Winkler (Berlin/Brandenburg)

Fotografen sind normalerweise Einzelkämpfer. Die Leute von Sela5 bevorzugen das Miteinander und den gegenseitigen Austausch und arbeiten projektweise und in wechselnden Konstellationen immer wieder zusammen.

Sela5 ist ein gemeinschaftlicher Fotoblog, in dem sich Fotograf/innen zusammengefunden haben, die alle eine leise, nicht spektakuläre Fotografie praktizieren, die den Betrachter nicht „anspringt“ und langsam ihre Wirkung entfaltet.

Dies ist unsere dritte Ausstellung.

Im Showroom der Galerie Kunkerkiez zeigen wir Porträts, inszenierte, Dokumentar- und Straßenfotografie, Stillleben und Landschaftsaufnahmen in wie gehabt sehr unterschiedlichen künstlerischen Sprachen in wilder „Petersburger Hängung“. Im Vordergrund steht das Ausloten unterschiedlicher fotografischer Möglichkeiten und Positionen. Die Bilder haben sehr unterschiedliche Formate und nutzen verschiedene Techniken, so wie sie auch in Sela5 zusammenkommen: Analog und digital, Farbe und Schwarzweiß, Plot und individuelle Drucktechniken. Die Bilder sind in unserer Hängung so in Bezug gesetzt, dass sich ein Gesamteindruck, eine Gesamt-Stimmung ergibt. Das Bild der Ausstellung ist die Gesamtheit aller Bilder an der Wand – eine mehrstimmige Erzählung.

„Every time I get back into the editing room, I feel the wonder of it. One image is joined with another image, and a third phantom event happens in the mind’s eye – perhaps an image, perhaps a thought, perhaps a sensation. Something occurs, something absolutely unique to this particular combination or collision of moving images.” (Martin Scorsese)

Was Scorsese beschreibt, bzw. was daran die Überschneidung zu dieser Ausstellung darstellt ist, wie er es im Schneideraum immer wieder als Wunder empfindet, wie zwischen den einzelnen, konkreten Filmbildern, die Vorstellungsbilder (phantom events) entstehen, der eigentliche Film, der im Kopf stattfindet. Und sogar noch größeres Wunder, nicht nur in seinem Kopf, dem des Machers, sondern auch in den Köpfen der Zuschauer. Diese Zwischenbilder, diese Plätze zwischen den Rahmen, will die Ausstellung erforschen.