Das reine Land nach Olga Tokarczuk – Letzte Geschichten von Elzbieta Bednarska sowie das Buch selbst
Interessant, als ich über das Stück und das Buch nachdachte (allerdings habe ich das Buch auf Polnisch gelesen), kam mir in den Sinn, dass ich den Begriff „Reines Land“ aus dem Buddhismus kenne. Ja, denn der Amida (Amitabha)-Buddhismus ist ein wichtiger Weg, bei dem das Individuum in reinen Bereichen seine Entwicklung beschleunigen kann und, auf die Andere Kraft vertrauend, wiedergeboren wird, um schließlich in das Reine Land (ins Nirvana, Paradies) einzutreten. Diese Glaubens- und Denkrichtung ist in fast allen asiatischen Ländern weit verbreitet (Japan, China, Korea, Taiwan, Vietnam und Singapur). Der praktische Weg führt durch Konzentration und Visualisierungen zu höheren Entwicklungsstadien.
Vor vielen Jahren war mein Sohn, Jacek Slaski, ein zuerst Mitarbeiter der Redaktion, dann der Chefredakteur einer Schüler-Zeitschrift Die Erben der Quer.
Es war das Jahr 1995. So begann man damals. Manchmal als Publizist eines Familienmagazins, aber meist als Redakteur einer Schulzeitung.
Dann kam das Abitur und danach Verschiedenes, dass sich zum Leben zusammen getan hat.
Fast 30 Jahre nach dem Abitur erfuhr Jacek, dass sein Text aus der oben abgebildeten Nummer (1/95) zuerst irgendwo abgedruckt war und dann ein Song wurde.
Hank starb an Überdosis Hasch; das Musikvideo zu dem Hit “Hank” von Joint Venture
Der Text ist auf dem Cover schon vermerkt: Der erste Haschtote.
Drinnen heisst es: Das erste Haschischopfer.
Seite 6, oben.
– Haschich – Entharmlosung der sogenanntren weichen Droge.
Seit Jahrzehnten, schrieb damals der Abiturient der Aska in Tempelhof, predigt die linksalternative Szene den Konsum der berauschenden Nutzpflanze Cannabis sativa. Immer wieder wird behauptet, diese Droge wäre harmlos und darüber hinaus vielseitig verwendbar, ja sogar als Heilmittel nutzbar und aufgrund des geschichtlichen Hintergrunds ein 1 änderübergreifendes Kulturgut. Diese von langhaarigen Hippies schon Ende der 60er Jahre als angeblich harmlos gepriesenen Droge entpupt sich jetzt, Mitte der 90er als…
Vier Kurzfilme von Wes Anderson nach Erzählungen von Roald Dahl
Ewa hat uns über die beiden neuen polnischen Filme Znachor und Chlopi informiert. Ich bin ihr sehr dankbar, weil man immer wieder etwas verpasst, oder zu spät reagiert und manche Filme verschwinden sehr schnell auf Nimmerwiedersehen.
Daher möchte ich heute gerne über die vier neuen Kurzfilme von Wes Anderson nach Erzählungen von Roald Dahl auf Netflix berichten; ich habe sie mir zwei Mal angesehen und fand sie faszinierend, vielleicht nicht gerade filmisch, aber durchaus theatralisch und ästhetisch. Nach den Filmen Grand Budapest Hotel und The French Dispatch, die sich ähnlicher Kulissen, oder besser gesagt ähnlich ausgedachter Kulissen bedienen, konnte man auch vielleicht diese Art von Filmen erwarten. Sie entstehen nur im Auge des Regisseurs und haben meistens wenig mit der wirklichen Umgebung zu tun. Nun gut, TheFrench Dispatch, der an einem fiktiven Ort in Kansas spielt, wurde doch in einer realen Stadt in Frankreich gedreht, in Angoulême. Sie wurde aber sehr verfremdet.
Ich sehe, was du nicht siehst, Der Schwan, Der Rattenfänger, Gift: vier Kurzfilme, von denen der erste, der längste ca. 40 Min dauert; die anderen wesentlich kürzer je ca. 17. Min. sind, bedienen sich völlig künstlicher Kulissen, oder reale Räume werden so umgestaltet, dass sie diese spezielle Aura der pastellfarbenen und geordneten Unordnung aufweisen, die mich sehr fasziniert. Natürlich, denke ich, ist da der Kameramann sehr wichtig, tatsächlich derselbe wie im French Dispatch: Robert D. Yeoman. Man kann nach diesen inzwischen, nach mehreren Filmen, auch alles als manieriert empfinden und es kann vielleicht auch irgendwann langweilig werden, doch es gibt immer wieder etwas zu entdecken, neue verrückte Farbkombinationen, neue Bühnenbilder, aber im Grunde ähneln sich die Filme und diese Art Filme, zu machen, sehr. Dies kann zu einer Falle für den Regisseur werden, in eine Sackgasse führen. Kein Wunder, denn so wie die Kameraführung ist auch für die Kostüme und das Bühnenbild eine feste Gruppe von Menschen verantwortlich, die für Anderson arbeiten, darunter die polnischstämmige, in den USA lebende Kostümbildnerin Kasia Walicka-Maimone. Für die Handschrift von Wes Anderson sorgen eben diese Personen. Gerade in den Kurzfilmen spielt kaum reale Umgebung eine Rolle, das ganze Bühnenbild ist arrangiert, wird, wie auf einer Theaterbühne von dem Hilfspersonal zurechtgerückt, verschoben, angeheftet, weggebracht, aufgestellt, zugemacht; dieses Personal gehört sozusagen zum Bild, trägt auch entsprechende Kleidung, jeweils passend zu dem Bild.
Es spielen hervorragende Schauspieler, wirklich solche, auf die man sich zu 100% verlassen kann, allerdings gibt es keine Frauenrollen, alles spielt sich unter Männern ab. Mir scheint, als ob sie etwas Postkoloniales an sich hätten, mit der Vergangenheit in der Gegenwart kämpfen würden. In diesen Filmen wird das meiste einfach von einem neutralen Beobachter erzählt, nur die wesentlichen Szenen werden gespielt, und zwar sehr entfremdet. Und sie handeln von Gewaltphantasien und von der Welt des Geldes; denn ob es der Henry Sugar ist oder andere Protagonisten, sie sind wohlhabend und haben keine Geldsorgen. Henry Sugar gelangt an ein Büchlein über einen Vorfall in einem Krankenhaus, wo sich ein Mann meldet, der seine Fähigkeit zum Hellsehen von den Ärzten bestätigt haben will, die er sich mit Ausdauer nach Yoga-Anleitung aneignet hat und im Zirkus vorführt. Henry Sugar liest dieses Büchlein und übt solange nach dessen Anleitung, bis er auch verdeckte Karten erkennen kann; diese Fähigkeit nutzt er dann zum Geldscheffeln in den Casinos. Um sein Gewissen zu beruhigen, spendet er dann dieses Geld an Waisenhäuser. Bei dem Schwan ist die sinnlose Brutalität interessant, bei dem Rattenfänger eigentlich der Schauspieler, der ihn spielt, und die sehr menschliche Ratte, vielleicht auch die Erkenntnis, dass die Ratten sehr viel cleverer, klüger als die Menschen sein können. Bei Gift ist das ganze ad Absurdum geführt; denn es gibt keine Schlange im Bett des von Benedict Cumberbatch gespielten weißen Mannes im kolonialen Indien und es geht nur darum, die Anstrengungen zu seiner „Rettung“ zu beschreiben und die Unterwürfigkeit der indischen Bediensteten zu zeigen. Allerdings sind sie es, die retten können und gute Einfälle haben. Alles ist schnell mit englischem Humor erzählt und endet im nirgendwo. Die Erzählungen von Roald Dahl wurden vor kurzen neu herausgegeben und übersetzt, und „mit hundert Veränderungen versehen um empfindsame Gemüter zu schonen“ (laut Wikipedia). Ihm wurden antisemitischen Äußerungen vorgeworfen. Offensichtlich sind sie aber sehr filmisch oder für das Theater tauglich, denn es wurden schon mehrere Filme nach dessen Vorlagen gedreht. Unabhängig davon schrieb er selbst Drehbücher (z.B. für James Bond). Er hat auch viele Kinderbücher für seine zahlreichen Kinder geschrieben und vielleicht sind die Inszenierungen der vier Filme etwas auch diesen Werken abgeschaut.
Auch wegen Ralph Fiennes, der den Schriftsteller Dahl spielt, und den Rattenfänger, Benedict Cumberbatch, Dev Patel und Ben Kingsley würde ich die Filme empfehlen.
Im Rahmen des Literaturprojekts von Elżbieta Kargol, Krystyna Koziewicz & Ewa Maria Slaska laden wir am Samstag, 21. Oktober 2023 um 12:00 Uhr zu einem Spaziergang ein.
Quest for Women Kreuzberg
Wir treffen uns am Samstag, 21. Oktober 2023 um 12:00 Uhr vor dem Kino Sputnik an der Hasenheide54 in 10967 Berlin (U-Bahn Südstern).
Wir werden Frauen “begegnen“, die in Kreuzberg tätig waren bzw. noch sind. Manche von ihnen werden Euch überraschen. Der Spaziergang endet um 15 Uhr im Café Strauss, einem Friedhofscafé in der Bergmannstraße.
Das Kreuzberg-Walking wurde von Anna Krenz (Grafik) und Ewa Maria Slaska (Biografien) konzipiert. Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden zugunsten vom Sprachcafé Polnisch – willkommen!
Polnisch – siehe unter dem Bild.
Polska Kafejka Językowa i ewamaria.blog Elżbieta Kargol, Krystyna Koziewicz & Ewa Maria Slaska zapraszają na spacer dziś, w sobotę, 21 października 2023 roku o godzinie 12:00
Quest for Women Kreuzberg
Zbiórka przed Kinem Sputnik na ulicy Hasenheide 54 / 10967 Berlin (U-Bahn Südstern).
W trakcie spaceru „spotkamy” kobiety, które działały w przeszłości lub wciąż jeszcze działają na Kreuzbergu. Jedna z nich jest Polką. Niektóre z nich Was zaskoczą. Spacer zakończymy o godzinie 15 w kawiarni Strauss na cmentarzu przy Bergmannstrasse.
Spacer po Kreuzberg stworzyły Anna Krenz (grafika) i Ewa Maria Slaska (biografie). Udział w spacerze jest bezpłatny, datki na rzecz Polskiej Kafejki Językowej – mile widziane.
Es kam aus der ganz anderen Welt am 19 Oktober 2017 und wir kochten die Kartoffelsuppe
Aufnahme mit dem William-Herschel-Teleskop. 1I/ʻOumuamua ist der Punkt in der Bildmitte. Wegen der schnellen Bewegung des interstellaren Objekts erscheinen die Hintergrundsterne als Lichtstreifen.
An einer Bushaltestelle in Berlin will ein Behinderter im Rollstuhl zusteigen. Dazu muss der Busfahrer die Rampe herausziehen, also aus der Fahrerkabine aussteigen. Der Busfahrer ist ein älterer Türke, der Rollstuhlfahrer ein junger Mensch, vielleicht gay; schulterlange Haare in Rosa, die Fingernägel lang und weiß lackiert. Der junge Mensch ist beleibt, der Rollstuhl bewegt sich nur schwer und langsam. Die Menschen im Bus sind schon jetzt aufgebracht und unzufrieden, sie nörgeln, dass das alles so lange, zu lange dauert. Der Rollstuhl schafft es endlich rein. Der Busfahrer ist schmächtig und offensichtlich von der äußeren Erscheinung des jungen Menschen sehr überrascht, vielleicht auch irritiert. Er fährt die Rampe zurück, sie rastet mit einem lauten Klicken ein, er verrichtet die Aufgabe vielleicht einen Tick zu forsch. Der junge Mensch im Rollstuhl, schon im Bus, fängt an, laut zu überlegen, wo er denn hinwill, eigentlich doch zum Zoo. Offensichtlich hat er nicht auf die Busnummer geachtet und so hat er die falsche Linie erwischt; er will ja doch zum ZOO und steckt jetzt im 309er, der zur Wilmersdorfer Straße, S-Bahn Charlottenburg fährt. So schreit er – und zwar wie! – dass er sofort aussteigen will. Der schon genervte Busfahrer geht wieder raus, beginnt, die Rampe nochmal herausziehen, und stößt damit aus Versehen gegen das Schienbein eines jungen Mannes, der gerade noch den Bus erwischen will. Der junge Mann beginnt zu schreien, der Busfahrer ist völlig konfus und hilflos. Auch einzelne Businsassen beginnen, das Ganze laut schreiend zu kommentieren. Sie wollen den Busfahrer verklagen, das raten sie auch dem jungen Mann, es fallen Worte wie „unfreundlich“, „unprofessionell“, sie würden sich das nicht gefallen lassen. Inzwischen hat der junge Mensch im Rollstuhl es geschafft, den Bus zu verlassen, der Busfahrer fährt die Rampe wieder ein und geht zu seinem Platz am Lenkrad des Buses. Er schließt die Türen, der Bus fährt los. Doch im Bus ist jetzt die Hölle los, viele fühlen sich genötigt, ihre Meinung zu äußern und den armen Busfahrer schlecht zu machen. Zum Glück ist der junge Mann mit dem angestoßenen Schienbein vernünftig, er versucht, alle zu beruhigen, indem er sagt, dass nichts passiert sei, er lebe ja noch, er habe sogar den Bus erreicht, woran er gar nicht geglaubt hätte…
Der Busfahrer fährt los, danach zu schnell, bremst zu oft und missachtet sogar drei Mal die rote Ampel. Er ist sichtlich aufgewühlt, vielleicht mutet man ihm doch zu viel?
Im Rahmen des Literaturprojekts von Elżbieta Kargol, Krystyna Koziewicz & Ewa Maria Slaska laden wir am Samstag, 21. Oktober 2023 um 12:00 Uhr zu einem Spaziergang ein.
Quest for Women Kreuzberg
Wir treffen uns am Samstag, 21. Oktober 2023 um 12:00 Uhr vor dem Kino Sputnik an der Hasenheide54 in 10967 Berlin (U-Bahn Südstern).
Wir werden Frauen “begegnen“, die in Kreuzberg tätig waren bzw. noch sind. Manche von ihnen werden Euch überraschen. Der Spaziergang endet um 15 Uhr im Café Strauss, einem Friedhofscafé in der Bergmannstraße.
Das Kreuzberg-Walking wurde von Anna Krenz (Grafik) und Ewa Maria Slaska (Biografien) konzipiert. Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden zugunsten vom Sprachcafé Polnisch – willkommen!
Polnisch – siehe unter dem Bild.
Polska Kafejka Językowa i ewamaria.blog Elżbieta Kargol, Krystyna Koziewicz & Ewa Maria Slaska zapraszają na spacer w sobotę, 21 października 2023 roku o godzinie 12:00
Quest for Women Kreuzberg
Spotykamy się przed Kinem Sputnik na ulicy Hasenheide54 / 10967 Berlin (U-Bahn Südstern).
„Spotkamy” kobiety, które działały w przeszłości lub wciąż jeszcze działają na Kreuzbergu. Niektóre z nich Was zaskoczą. Spacer zakończymy o godzinie 15 w kawiarni Strauss na cmentarzu przy Bergmannstrasse.
Spacer po Kreuzberg stworzyły Anna Krenz (grafika) i Ewa Maria Slaska (biografie). Udział w spacerze jest bezpłatny, datki na rzecz Polskiej Kafejki Językowej – mile widziane.
Ein erklärtes Hauptziel der radikalislamischen Hamas ist die Zerstörung Israels durch Waffengewalt und die Errichtung eines islamischen Staates in dessen Gebiet. Wo hat die palästinensische Organisation, die sich vor 16 Jahren an die Macht im Gazastreifen putschte, ihren Ursprung?
Die Hamas gilt als palästinensischer Ableger der sunnitischen, in Ägypten gegründeten Muslimbruderschaft, die mittlerweile im ganzen Nahen Osten verbreitet ist. Der Name Hamas ist das arabische Akronym für Islamische Widerstandsbewegung. Im Bild trägt ein Hamas-Anhänger die Flagge der Organisation.
Gegründet Ende der 80er Jahre, versteht sich die Hamas als Gegenpol zu der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafats, die anders als die Hamas nicht-religiös ist und das Existenzrecht Israels anerkennt. Als die PLO in den 90er Jahren Friedensgespräche mit Israel startete, lehnte die Hamas diese ab. Arafat links im Bild neben Hamas-Gründer Ahmed Jassin.
Die Popularität der Hamas unter den Palästinensern wuchs rasant. Die Hamas galt als weniger korrupt als die PLO und die Fatah, deren stärkste Fraktion. Gleichzeitig gründete sie Schulen und Krankenhäuser, reparierte Straßen und unterstützte arme Palästinenser finanziell. Im Foto eine von Hamas gegründete Schule in Gaza im Jahr 2006.
Die Hamas besteht aus einem politischen, einem wohltätigen sowie einem bewaffneten Zweig, den sogenannten Essedin-al-Kassam-Brigaden (Bild). Diese sind in der Europäischen Union, den USA und zahlreichen anderen Staaten als Terrororganisation eingestuft.
Hamas-Kämpfer verübten seit den 90er Jahren zahlreiche Terroranschläge in Israel, auch gegen Zivilisten, wie bei diesem Selbstmordanschlag in einem öffentlichen Bus in der Stadt Bat Jam nahe Tel Aviv im Dezember 2013.
Die Hamas gewann 2006 mit absoluter Mehrheit die Wahlen zum palästinensischen Parlament. Ismail Hanija (Hamas), links im Bild neben Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah), wurde zum Ministerpräsidenten. Aufgrund des internationalen Drucks trat die Hamas-Regierung nach wenigen Monaten zurück und ging eine Koalition mit Fatah ein.
Allerdings verschärften sich die Rivalitäten zwischen der Hamas und der Fatah und es kam zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Palästinenserfraktionen im Gazastreifen mit zahlreichen Toten. Im Juni 2007 übernahm die Hamas schließlich die Macht im Gazastreifen. Im Westjordanland regiert seitdem hingegen eine Notstandregierung unter Führung von Abbas.
Der Gazastreifen ist ein Küstengebiet am östlichen Mittelmeer zwischen Israel und Ägypten von nur etwa 40 mal zehn Kilometer. Dort leben mittlerweile zwei Millionen Palästinenser. Es gehört somit zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Erde. Das Foto zeigt ein aktuelles Bild von Gaza-Stadt.
Israel zog sich 2005 aus dem Gazastreifen zurück. Alle Soldaten wurden abgezogen, jüdische Siedlerfamilien evakuiert, wie hier in der Siedlung Tel Katifa. Die sogenannte israelische “Abkopplung” des Gazastreifens sollte den Frieden mit den Palästinensern vorantreiben. Diese sorgte allerdings für starke Proteste unter der israelischen Bevölkerung.
Hanija (links im Vordergrund) ist seit 2007 der politische Hamas-Chef im Gazastreifen. Ein weiterer wichtiger Hamas-Führer ist der im Exil in Damaskus lebende Chalid Maschal, rechts im Bild bei einem Besuch im Gazastreifen im Dezember 2012.
Nach dem Putsch der Hamas 2007 verhängte Israel eine strenge Luft-, See- und Landblockade des Gazastreifens. Exporte sind verboten, Einfuhren stark eingeschränkt und werden von Israel streng kontrolliert. Im Bild ein palästinensischer Protest an der Grenzanlage des Gazastreifens.
Seitdem dürfen nur Palästinenser mit Sondergenehmigung in Gaza ein- und ausreisen. Dafür müssen sie sich aufwendigen Sicherheitskontrollen unterziehen, wie hier am Grenzübergang Erez im Norden des Gazastreifens.
Hauptangriffswaffe der Hamas gegen Israel sind die Kassam-Raketen, wie hier im Bild. Die Hamas feuert sie bis zu hundertfach pro Tag auf israelische Städte in der Nähe des Gazastreifens ab. Die Reichweite ist im Laufe der Jahre deutlich gewachsen. Die neueren Kassams sollen bis zu vierzig Kilometer fliegen und damit den Ballungsraum von Tel Aviv erreichen können.
Für den Bau der Kassams nutzen Hamas-Kämpfer unter anderem Abflussrohre aus Stahl. Die Treibstoffmischung besteht unter anderem aus Zucker und Salpeter. Als Sprengstoff wird eingeschmuggeltes TNT benutzt, bis zu 15 Kilo pro Rakete.
Am stärksten von den Raketenangriffen betroffen ist die benachbarte israelische Stadt Sderot. Dort wurden Luftschutzbunker an den Bushaltestellen installiert. Alarmsignale warnen von dem Abschuss von Raketen. Das geschieht selbst zu ruhigen Zeiten mehrmals am Tag. Die Raketen verursachen in Sderot materielle Schäden und immer wieder auch menschliche Opfer.
2010 nahm Israel das Raketenabwehrsystem Iron Dome in Betrieb. Damit wird ein Großteil der aus dem Gazastreifen abgeschossenen Kassam-Raketen in der Luft abgeschossen und zerstört.
Die Palästinenser umgehen die israelische Blockade vor allem mit dem Bau von Tunneln an der Grenze zu Ägypten. Dadurch werden Menschen, Lebensmittel und Waren aller Art eingeschmuggelt, darunter wohl auch Waffen. Die Szenen aus den letzten Tagen haben Fragen aufgeworfen, wie die Hamas an schwere Waffen und komplexe Waffensysteme gekommen ist.
Mittlerweile ist es der Hamas auch gelungen, geheime Tunnel an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel zu bauen. Diese werden von der Hamas streng bewacht, wie hier im Bild, und vor allem benutzt, um Menschen illegal zu schmuggeln.
Durch einen dieser Tunnel wurde der israelische Soldat Gilad Schalit 2006 von Hamas-Kämpfer entführt und in den Gaza-Streifen verschleppt. Schalit (Bild) wurde an einen unbekannten Ort in Gaza gebracht und fünf Jahre später gegen mehr als 1.000 inhaftierte Palästinenser ausgetauscht. Jetzt soll es um mehrere Dutzende entführter Israelis gehen.
Keine der bisherigen Auseinandersetzungn hat annähernd so viele israelische Opfer gekostet, wie der neue Überraschungsangriff der Hamas. Ein gleichzeitiger Hamas-Angriff auf Israel per Luft und Boden mit Hunderten von israelischen Toten und Entführungen hatte es bis dato noch nicht gegeben.
Ich habe vor kurzem auf youtube die vierteilige Serie ‚Deutsche und Polen‘ (Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg, 2002) wiedergesehen – in allen Teilen eine sehr sehenswerte, wertvolle Fernsehproduktion!
Der letzte Teil betitelt ‘Vertreibung, Erstarrung, Versöhnung‘ hat mich am meisten bewegt. Es geht um die Geschichte einer Nachbarschaft in der langen Phase der Nachkriegszeit, in der ich aufgewachsen bin in den Jahrzehnten des ‚eisernen Vorhangs‘, des Fallen dieses ‚Vorhangs‘ 1989 und den Folgejahren darnach.
…von Andrej Kurkov, Erinnerung an den zukünftigen Krieg
Monika Wrzosek-Müller
Die Handlung des Romans entwickelt sich langsam, bedächtig, um nicht zu sagen schwerfällig. Der Leser wird Schritt für Schritt in die „graue Zone“ eingeführt, in das Niemandsland an der Front zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den Verbänden der russisch kontrollierten „Volksrepublik Donezk“ – eingeführt in den Alltag dort um 2016/2017. Es passiert wenig, nur die Natur ändert sich mit dem Licht etwas. Die Handlung setzt noch im Winter ein, der Himmel ist grau und grau ist auch das Leben rundherum. Beschrieben wird die laute Stille, die herausfordernde Stille: ihre Arten und Abarten; ohne Strom, ohne jegliche Infrastruktur, ohne Nachbarn, in einem Nichts, in dem Dorf Malaja Starogradowka, das zum Untergang verurteilt ist, auf ein Minimum reduziert. Die Bewohner sind geflüchtet, haben ihre Fenster und Türen mit Brettern vernagelt, die beiden einzigen Verbliebenen, Sergej und Paschka, leben nicht weit voneinander entfernt, aber eher wie Katz und Maus, „Freundfeind“; der eine traut dem anderen nicht. Sie gehören auch zu verschiedenen Lagern; während Paschka mit den pro-russischen Separatisten kooperiert, ist Sergej Sergejiwitsch eher ein unauffälliger Ukrainer. Beide haben etwas im Leben verpasst, sind Rentner ohne Familienangehörige. Ab und zu hören sie Detonationen, es zischen Raketen über ihre Dächer, sie sehen einen Toten auf dem Feld liegen, zu dem sie nicht ohne Gefahr vordringen können. Uns, den Lesern, bleibt aber immer wieder völlig unverständlich, wie sie dort eigentlich überleben. Und wir verfallen diesen stimmungsvollen Bildern, die Kurkov für uns zeichnet.